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Hörspiele: Die Verwendbarkeit des Märchens "Vom Fischer und seiner Frau"

Hausarbeit 2004 21 Seiten

Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Hörspiel
2.1 Definition Hörspiel
2.2 Merkmale des Hörspiels

3. Erstellung eines Hörspiels am Beispiel „Von dem Fischer und seiner Frau“
3.1 Grundlagen der Überlegungen zur Eignung eines Textes
3.2 Verwendbarkeit des Prosatextes „Von dem Fischer und seiner Frau“
3.2.1 Inhaltsangabe „Von dem Fischer und seiner Frau“
3.2.2 Hörspiel „Von dem Fischer und seiner Frau“

4. Fazit

5. Zusatzleistung für den Ästhetikschein

6. Literaturverzeichnis

7. Anhang
7.1 „Von dem Fischer und seiner Frau“
7.2 Vergleich: parallele Struktur der Szenen an einem Beispiel

1. Einleitung

Der Deutschunterricht in der Schule stützt sich, nach eigener Erfahrung, mehr auf Bücher als auf andere Medien. Hörspiele kommen dabei nur sehr selten oder gar nicht zum Einsatz. Es ist also kaum noch die Rede vom Hörspiel und das nicht nur in der Schule.

Das Radio, als Beginn der Hörspielgeschichte, wurde längst gegen den Fernseher ausgetauscht. Die Jugendlichen und auch die Erwachsenen empfinden es zeitgemäßer im World Wide Web zu surfen und in Chats zu kommunizieren, als vor dem Radio zu sitzen und Hörspielen ihre Aufmerksamkeit zu schenken. Namen wie Erwin Wickert, Ernst Jandl oder Frederike Mayröcker sind unbekannt und Begriffe wie „traditionelles und neues Hörspiel“ sind Fremdwörter. Ist heute von Hörspielen die Rede, denkt jeder an die Abenteuer von Benjamin Blümchen oder Bibi Blocksberg. Ab und zu trifft man vielleicht auf Gedanken an die Vertonung bekannter Werke wie „Der kleine Hobbit“, die aber nicht ursprünglich als Hörspiel verfasst wurden. Und eine große Fangemeinde denkt wohl an „Die drei ???“ und „TKKG“.

In meiner Ausarbeitung möchte ich nun kurz auf die Definition und die Merkmale des Hörspiels eingehen und einen Schwerpunkt auf die Einbindung und Verwendbarkeit des Hörspiels in den Unterricht an einem Beispiel setzen.

2. Das Hörspiel

2.1 Definition Hörspiel

Eine einheitliche Definition für das Hörspiel gibt es nicht. Mit der Zeit sind immer mehr Formen des Hörspiels entstanden, so dass eine einheitliche und alles beinhaltende Definition nicht möglich ist. Setzt man voraus, dass Musikkassetten, Liederkassetten, Kassetten zur Information und Belehrung und Kassetten über Rezitationen von Gedichten und epischen Texten, sowie Kinderbüchern und Märchen durch einen Sprecher oder den Autor selbst nicht in die Definition mit einbezogen werden, so kann man folgende Aussage über ein Hörspiels treffen:

Hörspiele sind über das Ohr vermittelte Spielformen, d.h. sie sind akustischer Art. Sie entwickeln Vorstellungen im geistigen Auge des Hörers. Das eigentliche Auge muss auf vorgegebene Bilder verzichten, aber die akustische Welt ist vielfältiger als die lesend zu erfassende, so dass die Phantasie stärker angesprochen wird. Hörspiele können aber auch gedruckt sein, z.B. zum Nachlesen. Folglich trifft die Aussage zu, dass sie Literatur in einem bestimmten Medium sind.[1] Bedenkt man die zu erfüllenden Funktionen, so kann man sagen, dass Hörspiel und Literatur die gleichen Funktionen erfüllen. Sie können Informationen geben, der Sensibilisierung oder beispielsweise auch nur der Unterhaltung dienen.

2.2 Merkmale des Hörspiels

- Das Hörspiel beinhaltet nur akustisches Material.
- Die Sprache erscheint als Dialog / (innerer) Monolog, bzw. als Bericht eines Erzählers.
- Da es nur hörbare Gedächtnishilfen gibt, wird das Geschehen in einfachen Handlungen dargestellt.
- Die optische Vorstellung der Handlung und des Ortes wird durch akustische Mittel oder durch die Redeweise der Sprecher gebildet und beeinflusst (z.B. Wellen, Wind, Schritte, Fahrzeuggeräusche…)
- Musik dient als
a) Leitmotiv bei bestimmten Personen oder wiederkehrenden Ereignissen,
b) Brücke zwischen zwei Hörszenen
c) Umsetzung von sichtbaren in hörbare Bewegungen (z.B. wird das Laufen auf der Bühne gesehen, im Hörspiel muss es vertont werden)
- Zeitraffung und –dehnung können beliebig verwendet werden.
- Der Erzähler hilft zwischen der realen Welt und der irrealen Handlungsebene zu unterscheiden.

3. Erstellung eines Hörspiels am Beispiel „Von dem Fischer und seiner Frau“

3.1. Grundlage der Überlegungen zur Eignung eines Textes

Um entscheiden zu können, ob ein Beispiel für den Deutschunterricht geeignet ist, sollte man sich vor allem die zu erreichenden Lehr- und Lernziele vor Augen führen. An dieser Stelle gehe ich nur kurz auf die Ziele ein, da es sonst den Rahmen der Ausarbeitung sprengen würde. Beispiele für Lernziele sind:

- Sprecherziehung, Sprechgestaltung, Spracherleben und Kommunikation realisieren
- mit Inhalten auseinandersetzen
- Bedingungen medienspezifischer Kommunikationsformen und –probleme kennen lernen (z.B. Herstellung, Verbreitung, Rundfunk,…)
- Funktion von Sprache in der Gesellschaft
- Auseinandersetzung mit sich, anderen und der Umwelt (=Horizontalerweiterung)
- Entfaltung von Phantasie und Kreativität
- Interesse wecken für technische Seite
- Sensibilisierung für Formen von Sprachklang und Sprachwirkung
- Einführung in die Dramatik
- Merkmale des Dramas werden durch Interpretation des Hörspiels erarbeitet

Ergänzend ist zu sagen, dass Frontalunterricht zur Erarbeitung eines Hörspiels eher ungeeignet ist. Der Lehrer sollte Gruppenarbeit durchführen lassen. Er selbst stellt dabei die Beziehungen zwischen Problemen her und gibt Impulse und Ansätze. Seine Hauptaufgabe ist es, Motivation der Schüler zu schaffen und zu fördern.

Durch den Einsatz von Hörspielen im Unterricht fördert der Lehrer selbständiges Arbeiten. Er kann Spontaneität zulassen und Interaktionen fördern.

3.2 Verwendbarkeit des Prosatextes „Von dem Fischer und seiner Frau“

In diesem Kapitel möchte ich nun die Verwendbarkeit des im Anhang 1 eingefügten Prosatextes „Von dem Fischer und seiner Frau“ diskutieren.

3.2.1 Inhaltsangabe „Von dem Fischer und seiner Frau“

Das Märchen der Gebrüder Grimm handelt von einem ärmlichen Fischer und seiner Frau, die in einem alten Topf an der See wohnen. Eines Tages angelt der Mann einen Fisch, der sich als verzauberten Prinzen ausgibt. Auf die Bitte dieses Fisches lässt der Mann ihn wieder schwimmen und berichtet seiner Frau von diesem Ereignis. Sofort äußert die Frau ihren Mißgefallen an ihrer derzeitigen ärmlichen Situation und verlangt von ihrem Mann, den Fisch aufzusuchen und ihn darum zu bitten, ihnen aus Dankbarkeit eine Hütte zu schenken. Mit den Worten „Manntje´ Manntje, Timpe Te, Buttje´ Buttje in der See, Meine Frau, die Ilsebill, Will nicht so, wie ich gern will.“ ruft der Fischer den Fisch, um den Wunsch seiner Frau zu äußern. Sogleich ist dieser auch erfüllt und die beiden bewundern ihre neue Hütte. Nach einiger Zeit kommt bei der Frau wiederum das Verlangen nach größerem Reichtum. Nun möchte sie in einem Schloss wohnen. Auch dieser Wunsch wird vom Fisch erfüllt. Dieser Vorgang wiederholt sich in immer kürzeren Abständen bei denen die Wünsche der Frau immer mächtiger werden. Es folgt der Wunsch von ihr König zu werden, dann Kaiser und später Papst. Mit ihrem letzten Wunsch, zu werden wie Gott, bricht ihre Welt von Reichtum und Macht zusammen. Der Fischer und seine Frau leben nun wie zu Beginn des Märchens wieder in ihrem alten Topf an der See.

3.2.2 Hörspiel „Von dem Fischer und seiner Frau“

Bei der Untersuchung, ob ein Text zur Produktion eines Hörspiels geeignet ist, spielen inhaltliche sowie formale Aspekte eine Rolle.

Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um ein Märchen. Um ein Hörspiel zu erstellen, halte ich diese Textform auf Grund ihrer Bekanntheit für geeignet. Für Schüler und auch für Lehrer ist es in diesem Fall ein Vorteil, wenn der Inhalt eines Textes schon bekannt ist. Das Textverständnis ist Voraussetzung für die Produktion eines Hörspiels. Wenn der Inhalt bekannt ist, kann der Lehrer sich in der Unterrichtssequenz schneller mit dem Wesentlichen zum Thema „Hörspiel“ befassen und auch schwache Schüler können sich am Unterricht eher beteiligen, wenn das Textverständnis vorhanden ist.

[...]


[1] Ortner, Alexandra. Grundschulpädagogik, Wissenschaftsintegrierende Beiträge. Donauwörth: Ludwig Auer Verlag 1999. S. 217-219.

Details

Seiten
21
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638395717
ISBN (Buch)
9783638761390
Dateigröße
466 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v41279
Institution / Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Note
keine Benotung
Schlagworte
Hörspiele Verwendbarkeit Märchens Fischer Frau Dramatische Formen Hör- Bildmedien Gegenstand Deutschunterrichts

Autor

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