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Wochenplanarbeit im Grundschulunterricht

Hausarbeit 2017 10 Seiten

Pädagogik - Allgemein

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Ansprüche an den Grundschulunterricht

3. Was ist Wochenplanarbeit?

4. Merkmale von Wochenplanaufgaben

5. Gelingensbedingungen für die Wochenplanarbeit

6. Möglichkeiten der Kontrolle
6.1 Fremdkontrolle
6.2 Selbstkontrolle

7. Eine Begründung für Wochenplanarbeit

8. Wie sehen Kinder die Wochenplanarbeit?

9. Fazit

10. Literaturverzeichnis

11. Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

In einer Gesellschaft, die unzählige Anforderungen und Erwartungen an ihre Mitglieder heranträgt, ist eine gelungene Persönlichkeitsentwicklung die Voraussetzung, um auf allen Ebenen erfolgreich zu sein. Wolfgang Klafki erläuterte, dass Bildung weniger die Aneignung von Inhalten, sondern viel mehr die Entwicklung von körperlichen, seelischen und geistigen Kräften sei. In seinem Bildungskonzept von 1991 rückt er die Selbstbestimmungs- und Mitbestimmungsfähigkeit in den Mittelpunkt. Er forderte eine Bildung für alle, die kognitive, soziale und ästhetische Dimensionen beinhaltet (vgl. Klafki, 1991, S. 52 ff.).

Infolgedessen ist die Forderung nach Selbstständigkeit so groß wie nie. Die Behauptung, Schüler würden in ihrer Schullaufbahn kaum selbstständig arbeiten, hält sich stark. In dieser wissenschaftlichen Ausarbeitung soll gezeigt werden, wie Wochenplanarbeit in der Grundschule die Schüler bereits in einem jungen Alter an eine selbstständige Arbeitsweise heranführen kann. Zunächst wird erläutert, was Wochenplanarbeit konkret bedeutet. Es wird auf die spezifischen Aufgaben im Wochenplan und ihre Anforderungen eingegangen. Darauf folgen die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Arbeit mit dem Wochenplan. Anschließend werden die Kontrollmöglichkeiten näher betrachtet, gefolgt von einer Begründung für die Wochenplanarbeit. Im nächsten Schritt wird exemplarisch dargestellt, wie die Wochenplanarbeit von den Schülern gesehen wird. Ein Fazit, in welchem zusammenfassend erläutert wird, wie förderlich die Wochenplanarbeit für die Selbstständigkeit der Schüler ist, rundet diese Ausarbeitung ab.

2. Ansprüche an den Grundschulunterricht

An den heutigen Grundschulunterricht werden verschiedene Anforderungen gestellt. Im Folgenden werden einige dieser Anforderungen vorgestellt. Claussen (1993, S.54) formulierte, dass Unterricht „binnendifferenziert und zieldifferenziert“ sein soll. Kennzeichnend sind die Forderungen nach einem individualisierten Unterricht einerseits, andererseits sollen „gemeinsame Unterrichtsfelder (z.B. Projekte) mit unterschiedlichen Zugängen, Lernwegen und –ergebnissen“ (Claussen, 1993, S.54) abgedeckt werden. Das Lernen soll selbstständig durch die aktive Auseinandersetzung mit den Unterrichtsmaterialien erfolgen. Infolgedessen soll Frontalunterricht auf das notwendige Minimum reduziert werden (vgl. Claussen, 1993, S. 54).

3. Was ist Wochenplanarbeit?

Ein Wochenplan ist ein schriftlicher Plan, welcher Aufgaben aus unterschiedlichen Fächern enthält. Diese werden in einer festgelegten Zeitspanne bearbeitet. Im Wochenplan finden sich entsprechende Verweise auf Materialien, wie Textbuch und Arbeitsblatt zu den einzelnen Aufgaben. Zunächst erhält jedes Kind denselben Plan, die Individualisierung erfolgt durch die individuelle Bearbeitung des Wochenplans. Betont werden muss auch die selbstständige Umgangsweise mit dem Wochenplan. Die Schüler entscheiden selbst, ob und von wem sie Hilfestellungen beanspruchen. Somit tritt die Lehrperson in den Hintergrund. Der Wochenplan kann Anweisungen bezüglich der Sozialform enthalten. Andernfalls können die Schüler zwischen Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit frei wählen. Die Schüler haben einen vorgegebenen Zeitraum für die Bearbeitung der Aufgaben Zeit. Sie sind also selbst für die erfolgreiche Zeiteinteilung verantwortlich. Auch die Reihenfolge, in der die Aufgaben bearbeitet werden, ist jedem Schüler selbst überlassen (vgl. Claussen, 1993, S. 54 f.).

Zu Beginn werden die Wochenpläne von der Lehrperson erstellt. Im weiteren Verlauf sollen die Schüler durch Einbringung ihrer eigenen Ideen und Anregungen an der Erstellung mitwirken (vgl. Claussen, 1993, S. 54 f.).

4. Merkmale von Wochenplanaufgaben

Die Aufgaben, welche im Wochenplan enthalten sind, weisen bestimmte Merkmale und Kriterien auf. Diese werden im Folgenden näher beschrieben. Abschließend wird ein realer Wochenplan veranschaulicht.

Die Bearbeitung der Wochenplan Aufgaben soll selbstständig erfolgen. Somit müssen die Aufgaben so konzipiert sein, dass sie keiner Erklärung oder Arbeitsanweisung der Lehrperson bedürfen. Sollten die Schüler allerdings Hilfestellungen benötigen holen sie sich diese selbstständig bei Mitschülern oder der Lehrperson ein. Vorausgesetzt wird, dass die Schüler über die benötigten Fähigkeiten für die Bearbeitung und der Erklärung verfügen. Diese sollten in den vorangegangenen Unterrichtsstunden, auf welche der Wochenplan aufbaut, vermittelt worden sein. Um dies zu überprüfen können die Aufgaben im Wochenplan unterschiedliche Schwierigkeitsgrade bedienen. Außerdem kommt neben jede Aufgabe ein Kästchen, welches der Schüler ankreuzen kann, sobald die Aufgabe bearbeitet wurde (vgl. Jürgens, 1993, S. 49 ff.).

Zunächst gibt es die Kategorie der einfachen Übungen. Diese verlangen eine Reproduktion des bereits Gelernten, wie beispielsweise eine Grammatikregel. Durch die Reproduktion soll sich das Gelernte festigen. Ein nächster Schritt ist die Übertragung und Anwendung. Durch diese Art von Übungen soll erreicht werden, dass die Schüler das bereits Gelernte und Reproduzierte in neuen Kontexten anwenden. Beispielsweise muss geprüft werden, ob die zuvor erlernte Grammatikregel im konkreten Fall anwendbar ist. Wichtig ist „den Anwendungsbereich von Kenntnissen konkret zu prüfen und erfahrbar zu machen.“ (Huschke/Mangelsdorf, 1994, S. 50). Um Probleme selbstständig zu lösen dient die letzte und auch anspruchsvollste Kategorie. Kennzeichnend für diese Aufgaben ist, dass die Schüler sich alle Informationen zum Lösen der Aufgabe selbst beschaffen. Es kann sich um die Durchführung eines Experimentes oder auch das Schreiben einer Geschichte handeln.

Ein weiteres Kriterium für Wochenplan Aufgaben ist die Unterscheidung in nachbereitende, vorbereitende und selbstständige Aufgaben. Nachbereitende Aufgaben greifen vorangegangene Unterrichtsstunden auf, um diese auszuweiten und zu verallgemeinern. Die Schüler sollen sich differenzierter mit dem Thema auseinandersetzen. Bei vorbereitenden Aufgaben entdecken die Schüler ein neues Thema. Mit Hilfe von selbst entwickelten Fragen sollen sie selbstständig nach Informationen über das neue Thema suchen. Anzumerken ist, dass vorbereitende Aufgaben der weiteren Klärung in einer nachfolgenden Unterrichtsstunde bedürfen. Durch die erste Auseinandersetzung mit etwas Neuem können die Schüler sich besser am Unterrichtsgespräch beteiligen. Ihnen wird die Möglichkeit der Meinungsbildung geboten. Besonders schüchterne und zurückhaltende Schüler profitieren von dieser Methode (Huschke/Mangelsdorf, 1994, S. 51 f.).

Des Weiteren können alle Arten von Aufgaben in ihrer Pflicht unterschieden werden. Im Wochenplan können Pflichtaufgaben, welche von allen Schülern bearbeiten werden müssen, enthalten sein. Es besteht aber auch die Möglichkeit, gemeinsam mit den Schülern Wahlpflichtaufgaben zu gestalten, so dass die Schüler zwischen einer Anzahl an Aufgaben aus unterschiedlichen Blöcken frei wählen können (vgl. Jürgens, 1993, S.48). Bei der Erstellung der Aufgaben ist die Orientierung am Lernziel von zentraler Bedeutung. Die Wochenplanarbeit verfolgt als weiteres Ziel „die Schüler zu einem lernzielorientierten Denken und Planen zu führen“ (Landwehr et al., 1998, S. 24). Damit die Schüler dieses Ziel erreichen, muss auch die Lehrkraft lernzielorientiert die Aufgaben erstellen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Abbildung 1)

5. Gelingensbedingungen für die Wochenplanarbeit

Damit die Wochenplanarbeit erfolgreich durchgeführt werden kann, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein.

Die Lehrperson muss die Möglichkeiten der Sozialformen bedenken. Diese sollten abwechslungsreich sein. Für Gruppenarbeiten sollte ausreichend Platz geschaffen werden (vgl. Claussen, 1993, S. 55).

Da Wochenplanarbeit einen hohen Materialaufwand erfordert, werden im Klassenraum Regale benötigt. In diesen können Materialien ausgelegt werden, welche die Schüler selbstständig benutzen können. Auch die vielfältigen Lernmittel sollen hier ihren Platz finden. Betont werden muss auch, dass die Materialien übersichtlich und nach ihrem jeweiligen Fachbereich geordnet sein sollen, damit weder Schüler noch Lehrperson den Überblick verlieren. Der Klassenraum kann in verschiedene Funktionsbereiche unterteilt werden; beispielsweise in eine Bücherecke, einen Gruppentisch, Leseecke, Spielecke und Präsentiertisch. Die Schüler können die Wände mit ihren erstellten Kunstwerken verzieren. Auf den Fensterbänken können Pflanzen deponiert werden. Dadurch wird eine anregende Lernlandschaft kreiert, welche die Schüler mitbestimmen können. Aufgabe des Lehrers ist es außerdem, die Materialien für die Wochenplanarbeit regelmäßig zu aktualisieren und zu prüfen, ob sie weiterhin ansprechend sind und motivierend wirken. Möglich ist es auch, einige Materialien gemeinsam mit den Schülern herzustellen (vgl. Claussen, 1993, S. 54 ff.).

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Details

Seiten
10
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668638242
ISBN (Buch)
9783668638259
Dateigröße
562 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v412463
Institution / Hochschule
Universität Kassel
Note
1,0
Schlagworte
wochenplanarbeit grundschulunterricht

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Titel: Wochenplanarbeit im Grundschulunterricht