Lade Inhalt...

Analogien und Unterschiede der beiden Hochstaplerfiguren aus Frank Wedekinds 'Der Marquis von Keith' und Thomas Brussigs 'Wie es leuchtet'

Hausarbeit 2004 15 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

A. Einleitung

B. Analogien und Unterschiede der beiden Hochstaplerfiguren aus Frank Wedekinds „Der Marquis von Keith“ und Thomas Brussigs „Wie es leuchtet“.
I. Charakterisierung der beiden Hochstaplerfiguren
1. Charakterisierung des Marquis von Keith
1.1 Aussehen
1.2 Familie.
1.3 Verhalten
2. Charakterisierung von Werner Schniedel
2.1 Aussehen
2.2 Werners Familie
2.3 Werners Verhalten
3. Gemeinsamkeiten der beiden Hochstaplerfiguren
II. Der Hochstapler als Schlüsselfigur
1. Münchner Szenen im Marquis von Keith
2. Werner Schniedel als Anspielung auf Gert Postel
III. Die Rolle der Hochstapler im literarischen Werk
1. Figurenkonstellation in „Der Marquis von Keith“
2. Das Motiv des „Marquis von Keith“
3. Figurenkonstellation in „Wie es leuchtet“
4. Das Motiv des Hochstaplers in „Wie es leuchtet“

C. Fazit

Siglenverzeichnis

Literaturverzeichnis

A. Einleitung

Der Hochstapler war schon immer ein beliebtes Motiv in der Literatur. Häufig wurde er zur Kritisierung der Gesellschaft eingesetzt, in manchen Werken dient er aber auch nur zur Unterhaltung. Allen Hochstaplern gemein ist ihre außerordentliche emotionale Intelligenz. Obwohl der Hochstapler meist gegen gesellschaftliche Konventionen verstößt, sich zum Teil sogar hinterhältig benimmt, empfindet der Leser in der Regel Sympathie für ihn.

Im Folgenden soll das Motiv des Hochstaplers im „Marquis von Keith“ mit dem des Hochstaplers Werner Schniedel aus Thomas Brussigs „Wie es leuchtet“ verglichen werden. Frank Wedekinds „Marquis von Keith“ wurde am 11. Oktober 1901 uraufgeführt. Der Roman „Wie es leuchtet“ erschien im September 2004. Zwischen den beiden Werken liegen demnach mehr als 100 Jahre. Ob sich trotzdem Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Hochstaplerfiguren feststellen lassen soll in dieser Arbeit geklärt werden.

Beginnen möchte ich mit einer Charakterisierung der beiden Hochstaplerfiguren. Dabei werde ich neben ihrer äußeren Erscheinung und der familiären Situation, besonders bei Werner Schniedel auch auf das Handeln eingehen. Außerdem werde ich die Gemeinsamkeiten der beiden Hochstaplerfiguren erarbeiten.

Im Anschluss werde ich analysieren inwiefern es gerechtfertigt ist bei den beiden Rollen von Schlüsselfiguren zu sprechen.

Abschließend werde ich die Rolle der Figuren im literarischen Werk darlegen. Dabei soll die Figurenkonstellation betrachtet werden und vor allem das Motiv geklärt werden.

B. Analogien und Unterschiede der beiden Hochstaplerfiguren aus Frank Wedekinds „Der Marquis von Keith“ und Thomas Brussigs „Wie es leuchtet“

I. Charakterisierung der beiden Hochstaplerfiguren

1.Charakterisierung des Marquis von Keith

1.1 Aussehen

Die Karriere des Marquis von Keith wird durch sein Aussehen erschwert. Der 27 Jahre alte Mann ist Mittelgroß, hat blondes Haar und trägt einen Schnurrbart. „Er hätte eine musterhafte Figur, wenn er nicht auf dem linken Bein hinkte“(MvK 5). Seine Gesichtszüge sind hart und seine grauen Augen sind stechend. Seine körperlichen Mängel kann er auch durch seine elegante Kleidung nicht ausgleichen. „Er hat die groben roten Hände eines Clowns“(MvK 16).

1.2 Familie

Doch er ist nicht nur „als Krüppel zur Welt gekommen“(MvK 16), er ist auch „als Bettler geboren“(MvK 16). Er kommt aus armen, kleinbürgerlichen Verhältnissen. Sein Vater war Hauslehrer und Erzieher des Grafen Trautenau. Er genoss eine strenge, harte Erziehung. Sein Vater war „ein geistig sehr hoch stehender Mensch, besonders was Mathematik und so exakte Dinge betrifft“(MvK 10), seine Mutter war Zigeunerin. So hat er von seinem Vater die Begabung geerbt mit Zahlen umzugehen, er hat einen Sinn für Genauigkeit und er schätzt die adeligen, großbürgerlichen Verhältnisse. Von seiner Mutter hat er die Fähigkeit gelernt sich elegant zu kleiden und das Talent Menschen schnell zu durchschauen. Die Mischung dieser beiden Charaktere macht ihn besonders interessant und bewundernswert, manchmal erregt sie aber auch „ein geheimes Grauen“(MvK 10).

1.3 Verhalten

Keith will um jeden Preis Teil der Gesellschaft sein, aus der er bislang ausgeschlossen ist. Er sieht sich selbst vor der Wahl zwischen einem Leben in der kleinbürgerlichen Welt oder er kann versuchen Karriere zu machen und aufzusteigen. Keith sagt von sich selbst, seine einzige Begabung beschränke sich darauf, in bürgerlicher Atmosphäre nicht atmen zu können (MvK 10). Somit ist sein Lebensziel klar, er strebt nach einem Leben im Luxus. Dieses Leben stellt er sich folgendermaßen vor. Er hat „ein Haus mit möglichst vielen Gemächern, mit Park und Freitreppe. Die Bettler dürfen auch nicht fehlen, die die Auffahrt garnieren.“(MvK 11). Um in die großbürgerliche Gesellschaft aufzusteigen legt er sich selbst einen Adelstitel zu. Dieser Titel und der vorgetäuschte Reichtum machen ihn zu einem glaubwürdigen Geschäftspartner. Keith weis sich in der Adelswelt zu benehmen, dank seiner Redegewandheit gelingt es ihm Kredite zu erlangen. Das ist auch seine Lebensgrundlage. Er lebt von den Krediten und von seinem Glauben. Keith gibt sich als äußerst gläubig aus und hält an seinem Konfirmationsspruch fest. „Wir wissen, dass denen die Gott lieben, alle Dinge zum besten dienen“(MvK 69). Die Liebe zu Gott ist für ihn allerdings gleichzusetzen mit der Liebe zur eigenen Person. Zugleich aber kennt der Marquis keine Moral, er betrügt und lügt, erkennt dabei keine Schuld, da bei ihm noch jeder mit einem blauen Auge davongekommen sei.

Besonders deutlich wird Keiths Charakter in den Gesprächen mit seinem Gegenspieler Ernst Scholz. Hier prallen Welten aufeinander, die beiden Figuren verkörpern völlig gegensätzliche Eigenschaften. Während sich der kleinbürgerliche Keith selbst in den Adel erhebt, nimmt Scholz, der mit richtigem Namen Graf Trautenau heißt, einen bürgerlichen Namen an. Scholz, der als Moralist, als Pflichtmensch dargestellt wird, wendet sich ausgerechnet an den gewissenlosen Keith, der keine Pflicht und keine Sittlichkeit kennt, um sich von ihm zum Genussmenschen ausbilden zu lassen. Das Einzige, worum sich das Dasein des Marquis dreht, ist Geld. Er fürchtet das Leben nicht: „Über mir schwebt keine andere Gefahr, als dass ich morgen kein Geld habe“. Sichtbar wird seine Lebenseinstellung am Ende des Schauspiels. Keith hat im Grunde alles verloren. Seine egoistische Geliebte, Gräfin Werdenfels verlässt ihn und geht zu dem erfolgreicheren Konsul Casimir. Sein Traum, der Feenpalast, wird wegen finanzieller Inkorrektheiten ohne ihn verwirklicht. Als wäre die Entlarvung als Hochstapler nicht schon genug, wird am Schluss noch Molly Griesingers Leiche gefunden. Plötzlich taucht Konsul Casimir auf. Er bittet den Marquis die Stadt zu verlassen und gibt ihm 10.000 Mark, die ihm Anna angeblich schuldet. Kaum hat er wieder Geld, scheinen Reue und Niedergeschlagenheit vorüber zu sein. Der Marquis fasst neuen Lebensmut.

[...]

Details

Seiten
15
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638395397
Dateigröße
517 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v41241
Institution / Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Note
2,0
Schlagworte
Analogien Unterschiede Hochstaplerfiguren Frank Wedekinds Marquis Keith Thomas Brussigs

Autor

Zurück

Titel: Analogien und Unterschiede der beiden Hochstaplerfiguren aus Frank Wedekinds 'Der Marquis von Keith' und Thomas Brussigs 'Wie es leuchtet'