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Sechs Beiträge zur Fachdidaktik Englisch

Wissenschaftlicher Aufsatz 2005 95 Seiten

Didaktik - Englisch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. About Boys

2. Performance als Prinzip

3. Wortschatzarbeit – konkret und pfiffig

4. Motive – Motivation und Motivierung

5. Welches Englisch sollen wir lehren?

6. Humor im Englischunterricht

Zu 1: Wenn Jungen heutzutage in ihren ersten Lebensjahren, im Kindergarten und in

den ersten Schuljahren in einer weitgehend männerfreien Zone aufwachsen, was

bedeutet das für ihre Entwicklung? – Die englischsprachige Literatur hat darauf

viele Antworten.

Zu 2: Hier wird für ein neues, Erfolg versprechendes methodisches Prinzip im

Englischunterricht plädiert, und das mit vielen praktischen Beispielen.

Zu 3: Mit 60 Beispielen wird eine Übungstypologie für die Wortschatzarbeit

erstellt. Das sind zugleich viele Anregungen für die Gestaltung des

Englischunterrichts und für den Entwurf von Arbeitsblättern

Zu 4: Der Motivationskomplex ist einer der zentralen Bereiche des Lernens schlechthin.

Hierzu werden zahlreiche klärende Feststellungen angeboten, ganz besonders

im Hinblick auf Demotivation, Motivationsdefizite und auch auf lernschwächere

Schülerinnen und Schüler.

Zu 5: Global English (‚Globish’) ist heute in aller Munde und stellt Englischdidaktiker

vor die Frage, welches Englisch man denn im Zuge der Globalisierung heute

unterrichten soll. Die Antworten müssen zu einem neuen Denken in der

Fachdidaktik führen, wie hier klar und auch nachvollziehbar aufgezeigt wird.

Zu 6: Humor ist im menschlichen Leben unverzichtbar und sollte deshalb besonders

auch in der Schule und in den Lernprozessen nicht fehlen. Eine besondere Rolle

spielt er natürlich im Englischunterricht, denn hier kommen die vielen

interessanten Aspekte und Phänomene des Humors in den englischsprachigen

Ländern zum Tragen, besonders aber natürlich auch die zahlreichen

Möglichkeiten, die in der wort- und variantenreichen englischen Sprache selbst

selbst liegen. Dieser Beitrag zeigt, welche Wege man hier gehen kann.

1. About boys

Deutlich wahrzunehmen, aber wohl dennoch nicht allenthalben bemerkt, hat sich in den letzten Jahren ein Wandel in der Betrachtung von Mädchen und Jungen, von männlichen und weiblichen Jugendlichen vollzogen. Dies hat sich längst auch auf dem Feld der englischsprachigen Kinder- und Jugendliteratur niedergeschlagen, und es ist in vielfacher Hinsicht äußerst lohnend, hier einmal genauer nachzulesen.

S o z i o l o g i s c h e s

Angesichts gravierender dramatischer Veränderungen unserer Gesellschaftsstrukturen und beängstigender neuer Gewaltvorkommnisse an unseren Schulen wird die bange Frage laut:

Sind es nicht gerade die männlichen Jugendlichen, von denen die meisten Probleme auszugehen scheinen? Kommt das vielleicht daher, dass sie als ‚Mangelwesen der Natur’ Probleme mit ihren defekten Chromosomen haben, wie uns das der SPIEGEL in zahlreichen einschlägigen Artikeln immer wieder weismachen will? (Der Spiegel 38/03: Ein Krankheit namens Mann; 35/03:Vom ersten Tag an anders; 36/01: Das verletzte Geschlecht; 36/01: Immer auf der Balz.) Ist also das männliche Wesen ein biologischer Unfall? Oder will es mit dem Zusammenspiel von rechter und linker Hirnhälfte einfach nicht klappen? Und könnten nicht auch noch andere Faktoren eine Rolle spielen?

Jedes fünfte Kind wächst heute bei uns mit nur einem Elternteil auf. Jede fünfte Familie hierzulande hat kein festes Einkommen. Kindergärten und Grundschulen sind weitgehend männerfreie Zonen. Der männliche Jugendliche kann kein klares Bild von Männlichkeit mehr aufbauen, schon gar nicht durch erweiterten Medienkonsum. Jungen, männliche Jugendliche und junge Männer, sind das die heutigen Vertreter der Männerwelt, die mit Musik, der Unterhaltungselektronik, dem Konsum, dem Sport und der Fitness sowie den neueren Medien keinerlei Probleme haben, wohl aber mit interpersonalen Beziehungen? Männlichkeit wird heute zwiespältig gesehen: Bei gutem Entwicklungs-, Er- und Beziehungsausgang wird von gesunden, starken, sport- und fitnessgeprägten, technisch versierten, beruflich erfolgreichen, verlässlichen und treuen Zeitgenossen gesprochen. Mütter und Schwiegermütter träumen davon.

Auf der Gegenseite befinden sich Hinweise auf eine schon pränatal angelegte und vorgegebene Überzahl von Defiziten aller Art, was sich dann in

- schulischer Leistungsschwäche
- Konzentrations- und Motivationsmängeln
- höheren Krankheitsanfälligkeiten
- größeren Unfallsrisiken
- leichterer Verführung zu Drogen
- schwächerer Basis für gesunde und stabile Beziehungen
- größerer psychischer Instabilität
- niedrigeren Hemmschwellen und somit größerer Gewaltbereitschaft

niederzuschlagen scheint. Bei den neueren zu Tage getretenen Gewaltvorkommen an diversen deutschen Schulen, bzw. Schularten scheint sich das zu bestätigen: Opfer und auch Täter waren meist männliche Jugendliche, Opfer freilich auch Schülerinnen, die sich sexuellen Übergriffen ausgesetzt sahen. Im englischen Sprachraum wird diesbezüglich von bullying gesprochen. Aber lassen wir doch einen männlichen Jugendlichen selbst zu Wort kommen, hier z. B. den amerikanischen Schüler Tony Overman mit seinem folgenden Gedicht: (1)

It’s tough to be a teenager

Its tough to be a teenager, no one really knows

What the pressure is like in school, this is how it goes.

I wake up every morning, and stare into this face

I wanna be good lookin’, but I feel like a disgrace.

My friends they seem to like me, if I follow through with their dare,

But when I try to be myself, they never seem to care.

My mom, well she keeps saying, I gotta make the grade

While both my parents love me, it slowly seems to fade.

It seems like everyone I know is trying to be so cool

And every time I try, I end up just a fool.

I’ve thought about taking drugs, I really don’t want to, you know

But I just don’t fit in, and it’s really startin’ to show.

Maybe If I could make the team, I’ll stand out in the crowd

If they could see how hard I try, I know they would be proud.

You see I’m still a virgin, my friends they can’t find out

‘Cause if they really knew the truth, I know they’d laugh and shout.

Sometimes I really get so low, I want to cash it in

My problems really aren’t so bad, if I think of how life’s been.

Sometimes I’m really lost, and wonder what to do

I wonder where to go, who can I talk to.

It’s tough to be a teenager, sometimes life’s not fair

I wish I had somewhere to go, and someone to CARE:

Literarisches (I): ABOUT A BOY von Nick Hornby (2)

ABOUT A BOY, Nick Hornbys stark beachtetes Buch sowie die Verfilmung (2002) dieses Romans zeugen von der Unsicherheit eines männlichen Jugendlichen. Vgl. zu dem Film auch Marion Gymnichs interessante Analyse nebst zugeordneten Unterrichtsempfehlungen. (3)

Der Jugendliche Marcus verkörpert den verhaltensunsicheren einzigen Sohn einer allein erziehenden selbstmordgefährdeten Mutter.

Leseprobe:

One Monday morning his mother started crying before breakfast, and it frightened him. Morning crying was something new, and it was a bad, bad sign. It meant that it could now happen at any hour of the day without warning; there was no safe time. Up until today the mornings had been OK; she seemed to wake up with the hope that whatever was making her unhappy would somehow have vanished overnight, in her sleep, the way colds and upset stomachs sometimes did. And she had sounded OK this morning – not angry, not unhappy , not mad, just kind of normal and mum-like – when she shouted for him to get a move on. But here she was, already at it, slumped over the kitchen table in her dressing-gown, a half-eaten piece of toast on her plate, her face all puffed-up, snot pouring out of her nose.

Marcus never said anything when she cried. He didn’t know what to say. He didn’t understand why she did it, and becaue he didn’t understand he couldn’t help, and because he couldn’t help, he just ended up standing there and staring at her with his mouth open, and she’d just carry on as if nothing was happening.

“Do you want some tea?”

He had to guess at what she was saying, because she was so snuffled up.

“Yes, please.”

Endlich heil in der Schule angekommen muss sich Marcus mit der Rolle des Außenseiters und des Mobbing-Opfers herumschlagen, einfach wegen des nicht funktionierenden fit in.

Leseprobe:

He got to school early, went to the form room, sat down at his desk. He was safe enough there. The kids who had given him a hard time yesterday were probably not the sort to arrive at school first thing; they’d be off somewhere smoking and taking drugs or raping people, he thought darkly. There were a couple of girls in the room, but they ignored him, unless the sort of laughter he heard while he was getting his reading book out had anything to do with him.

What was there to laugh at? Not much, really, unless you were the kind of person who was on permanent lookout for something to laugh at. Unfortunately, that was exactly the kind of person most kids were, in his experience. They patrolled up and down school corridors like sharks, except that what they were on the lookout for wasn’t flesh but the wrong trousers, the wrong haircut, the wrong sneakers, any or all of which sent them wild with excitement. As he was usually wearing the wrong sneakers or the wrong trousers, and his haircut was wrong all the time, every day of the week, he didn’t have to do very much to send them all demented.

Marcus knew he was weird, and he knew that part of the reason he was weird was because his mum was weird. She just didn’t get this, any of it. She was always telling him that only shallow people made judgements on the basis of clothes or hair; she didn’t want him to watch rubbish television, or listen to rubbish music, or play rubbish computer games (she thought they were all rubbish), which meant that if he wanted to do anything that any of the other kids spent their time doing he had to argue with her for hours. He usually lost, and she was so good at arguing that he felt good about losing.

Will, sein mehr als doppelt so alter counterpart, der Noch-Immer-Junge, scheint alles gut im Griff zu haben, seine in Units aufgeteilten Tagesabläufe und seine Frauenbeziehungen, vorzugsweise, so seine ‘Masche’, mit allein erziehenden jungen Müttern, bei oder mit denen alles viel leichter zu bewerkstelligen scheint. Sein Leben bezeichnet er als ‚Will-show’, easy- going, happy-go-Larry. Die besondere Beziehung zwischen Marcus und Will sind der eigentliche Kern dieses Romans, denn sie bildet das interpersonal spannungsgeladene Mann-Werden ab, die amphibienhafte Existenz in zwei Welten, der des noch immer Junge- und zugleich schon Mann-Seins oder eben der des Seins im Noch-Nicht und zugleich im Nicht-Mehr.

ABOUT A BOY von Nick Hornby ist kein Buch über Erziehung, sehr wohl aber und sehr überzeugend und deshalb so lesenswert, ein Buch über heutige Beziehung.

Literarisches (II): Die Romane von Tony Parsons (4)

Beziehungsgeflechte stehen auch im Fokus der drei Romane von Tony Parsons:

- Man and boy
- One for my baby
- Man and wife

Aber die Geflechte sind hier verwobener und komplizierter. Sie umfassen drei Generationen und größere Personengruppen, Arbeitskollegen, Geliebten usw. Im Roman MAN AND BOY wird die anfangs glückliche Londoner Kleinfamilie von Vater und Fernsehmann Harry, junger Mutter und Japanologin Gina und dem kleinen Sohn Pat durch einen one-night-stand von Harry mit einer Fernsehkollegin gesprengt. Gina geht nach Japan, und Harry versucht nun als arbeitsloser, allein erziehender junger Vater sein Erziehungsglück mit seinem kleinen Sohn Pat, unterstützt von seinen Eltern. Somit agiert Harry als Vater und Sohn zugleich, bzw. zwischen seinem Vater (my old man) und seinem Sohn. Bestehende, ehemalige oder zerbrochene wie wiederum neu entstehende, längerfristige und flüchtige, intensive wie episodisch kurze Beziehungen prägen das Geschehen. Aber auch hier stehen das Mann-Sein und das Mann-Werden im Mittelpunkt, wobei Zuneigung, Liebe und Wärme zwischen den Blutsverwandten ihren besonderen Ausdruck finden.

Leseprobe: I picked up the phone. I could ignore all the messages from the papers. But I had to call my parents. My old man answered the phone. That was unusual.He couldn’t stand the phone. He would only pick it up if my mum was nowhere near it, or if he happened to be passing on his way from Gardener’s World to the garden.

‘Dad? It’s me.’

‘I’ll get your mother.’

He was gruff and formal on the phone, as if he had never got used to using one. As if we had never met. As if I were trying to sell something he didn’t want. […] The silence hummed between us. I didn’t know what to say to him. I didn’t know how to bridge the gap between our separate worlds. I didn’t know where to start.

‘I’ll get your mother.’

While he went to get my mum, Pat wandered into the room. He was in his pyjamas, his mass of dirty yellow hair, stickind up, those eyes from Tiffany still puffy with sleep. I held out my arms to him, realising with a stab of pain how much I loved him. He walked straight past me and over to the video machine.

‘Pat? Come here, darling.’

He reluctantly came over to me, clutching a tape of Return of the Jedi. I pulled him on my lap. He had that sweet, musty smell kids have when they have just got up. He yawned wide, as I kissed him on the cheek. His skin was brand new. Freshly minted. The softest thing in the world. And he still looked like the most beautiful thing in the world to me, like a little blonde angel who had dropped off a cloud on his way to the celestial video shop.Was he really that pretty? Or was that just my parental gene kicking in? Does every child in the world look like that to its parents? I still don’t know.

‘Did you have a nice time at Nanny and Granddad’s house?’ I asked.

He thought about it for a moment.

‘They don’t have any good films,’ he said.

‘What kind of films do they have?’

‘Stupid ones. Just with … pictures.’

‘You mean cartoons?’

‘Yeah. Just pictures. For babies.’

In dem Roman ONE FOR MY BABY (Zitat aus einem Sinatra-Song) ist es der 34-jährige Englischlehrer an einer Londoner International Language School (mit HongKong-Erfahrung)

Alfie Budd, der sich in einem Komplex von komplizierten Beziehungen zwischen sich und seinen Schülerinnen und Geliebten, zwischen sich und seinen Angehörigen, zwischen sich und den BBC (British Born Chinese) zurechtfinden und darin agieren muss. Eine besondere Rolle spielt dabei die tiefe Liebe zu seiner Großmutter, deren Krebsleiden an ihrem Lebensende er aufopfernd begleitet und gefühlvoll beschreibt.

Leseprobe:

They talk about people bravely fighting cancer, but in the end the disease inflicts ultimate cruelty. It doesn’t matter how brave you are. Cancer robs you of yourself. ‘This is not me,’ my nan says, as I help her to the bathroom. ‘This is not me.’ She is in pain, terrible pain, and although for so long she has fought this disease with humour and courage, her life is now narrowing down to a sharp edge of unbearable suffering.

She has never been a woman who was prone to self-pity, despair, fear, all the weak, dark thoughts that can make you jump at shadows. But now she clearly feels that it is becoming all too much, that she is fighting a battle that she can only lose, that her humour and bravery and stoiscism are all meaningless because there can only be one ending to this thing.

Cancer has kicked the stuffing out of her. Cancer has stolen her sense of self.

Als Englischlehrer interessiert uns natürlich auch, was der Romanautor Parsons in seiner Rolle als Englischlehrer seinen ausländischen Schülerinnen und Schülern zu vermitteln hat, allerdings in einem in unserem Unterricht wohl kaum bedachten Bereich der bad words.

Leseprobe:

‚Always sleeping’, Yumi tuts. ‘Wah’, Zeng says, shaking himself awake. He smiles apologetically and reclaims his beer.’Sorry, sorry. Last night I did not sleep. My host family were arguing. Now I am very… I am very … fuck.’

Gasps of astonishment around the table. A few snickers of laughter.

‘No bad words!’ Yumi says. Zeng looks embarrassed. ‘Excuse me,’ he says, avoiding eye contact with his teacher.

‘That’s okay,’ I tell him. ‘These words are part of the language you’re studying. A lot of great writers have used the vulgar vernacular. This is interesting.What are you trying to say? That you are tired?’- Zeng sighs. ‘Yes. Last night my host family were arguing about some such thing. They were very drunk.’ – ‘He rents a room from a family who rent the room from someone else,’ Yumi says.’Illegal. And with very low people. Uneducated.’

‘They are not so bad,’ Zeng says. ‘But now I am very, very … fucking.’

‘No’, Wit says. ‘You are fucked off.’ – ‘That means angry’, I say. – ‘He is … perhaps … fucked up?’ Wit suggests helplessly. – ‘He could say that. But this implies something other than tiredness. He could just say – I am fucked.’ – Zeng chuckles.’Yes, it’s true. I am fucked.’

‘So many of these bad words in English,’Wit says.’ In German, there are many words for you.

Du, dich, dir, Sie, ihnen, ihr and euch. In English, there’s only one word for you. But many bad words.’ - ‘Not so many bad words,’ I say. ‘But lots of different meanings to the bad words.’ – ‘Yes,’ Gen says. ‘Such as – I do not give a fuck.’- Yumi gasps. Vanessa titters. Wit stokes his chin in contemplation. – ‘Means – I do not care,’Gen says loftily. – ‘Or you could call someone a useless fuck,’ I say. – ‘Means he is not very good at making love?’ Yumi says. - ‘No, no,’ I say, blushing furiously. ‘It just means he’s a useless person.’ – ‘Eskimos have fifty different words for snow,’ Wit observes. ‘The English have fifty different words for fuck.’ – ‘Fuck my old boots,’ I say. – Frowns around the table. – ‘What is this – fuck old boots?’ Wit says.-‘ It’s an expression of surprise,’ I explain. ‘ Like fuck a duck.’ – ‘Sex with a … beast?’ Zeng says. ‘Like in yellow films? Love with a duck?’ – ‘We don’t call them yellow films. That’s a Chinese expression. Here we call pornography blue films.’ - ‘Wah!’ – ‘No, fuck a duck’s another exclamation of surprise.’ – ‘Like … fuck all?’ Wit asks. ‘No, that means … nothing.’ – Fuck all means … nothing?’ – ‘That’s right. You are thinking of fuck me.’ – ‘In the steakhouse where I work,’ Wit says, ‘there were these bad men. Very drunk.’ – ‘Mmm,’ Vanesse says. ‘Very English, no?’ – ‘They were unhappy with their bill and called for the manager,’ Wit continues. ‘Then they threatened to kick the fuck out of him! ‘That’s very bad,’ I say. – ‘What is this expression – to fuck someone’s arse off?’ Gen says, as if he’s enquiring about some arcane point of etymology. –‘Is it sex … how to say?… in the rear? Sex … how to say?… up the Wembley Way? That you are a back door man?’ – ‘ No, it’s nothing to do with that. It just means sex that is done with a degree of enthusiasm. You see?’ I tell them. ‘The great thing about English … the reason you are studying English rather than Chinese or Spanish or French … is that it’s an endlessly flexible language.’ – ‘But English is a strange language,’ Wit insists. ‘What is this funny book … Roger’s Thesaurus?’ –

‘Roget’s Thesaurus,’ I say. – ‘Yes, yes. It’s not a dictionary. It’s a book of synonyms, yes? No book like that exists in my country.’ – ‘I think a book like Roget’s Thesaurus is unique to English. That’s why so many English words find their way into other languages. You can do what you like with it.’ ‘Excuse me, please,’ Zeng says, getting up to go. ‘I must fuck off.’ ...

Literarisches (III): Weitere Werke

In Rodman Philbricks MIGHTY-Reihe (The Mighty und Max the Mighty) (5) gehen der etwas einfältige und sanftmütige Teenage-Riese Max und der brainy dwarf Kevin eine Art Symbiose ein und überstehen dank der Körperkraft des großen und starken Max und der Intelligenz des kleinen Kevin mancherlei Gefahren und Verfolgungen (auch quer durch Amerika) und decken dabei in search of the truth dunkle und bedrohliche Geheimnisse auf. Auch hier hierzu gibt es eine erfolgreiche Verfilmung.

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Das führt uns in den Bereich des Magischen und damit zu dem Harry Potter-Phänomen und dem damit verbundenen Boom der letzten Jahre, dem hier aber aus Platzgründen nicht weiter nachgegangen werden soll.

Auf die eingangs erwähnten Defizite, Behinderungen und Handikaps sowie auf Fehlfunktionen des Gehirns und die erforderlichen Therapien werden wir noch einmal aufmerksam gemacht mit dem beeindruckenden Buch von Virginia M. Axlin: DIBS – In search of self. (6). Auch daraus eine kurze

Leseprobe:

There was something about Dibs’ behaviour, that defied the teachers to categorize him, glibly and routinely, and send him on his way. His behaviour was so uneven. At one time, he seemed to be extremely retarded mentally. Another time he would quickly and quietly do something that indicated he might even have superior intelligence. If he thought anyone was watching him, he quickly withdrew into his shell. Most of the time he crawled around the edge of the room, lurking under tables, rocking back and forth, chewing on the side of his hand, sucking his thumb, lying prone and rigid on the floor when any of the teachers or children tried to involve him in some activity. He was a lone child in what must have seemed to him to be a cold, unfriendly world.

He had temper tantrums sometimes when it was time to go home, or when someone tried to force him to do something he did not want to do. The teachers had long ago decided that they would always invite him to join the group, but never try to force him to do anything unless it was absolutely necessary. They offered him books, toys, puzzles, all kinds of materials that might interest him. He would never take anything directly from anyone. If the object was placed on a table or on the floor near him, later he would pick it up and examine it carefully.

In diesem Kontext sind natürlich auch die Jugendbücher von Mark Haddon zu nennen. (7)

Tradiertes

Ganz ohne Zweifel sind in diesem Kontext auch die Klassiker der Kinder und Jugendliteratur mit dem Schwerpunkt der Jungenschicksale in Betracht zu ziehen. Da fallen uns Werke wie DAVID COPPERFIELD und OLIVER TWIST ein, oder aber TOM SAWYER und zahlreiche andere. Längst zählen auch THE CATCHER IN THE RYE von Salinger oder LORD OF THE FLIES von Golding oder auch THE LONELINESS OF THE LONG-DISTANCE RUNNER von Sillitoe dazu. Und weitere neuere Werke gesellen sich dazu wie z.B. das Schicksal des jungen Frank McCourt in ANGELA’S ASHES oder etwa das des getöteten Jungen in WELL SCHOOLED IN MURDER von Elizabeth George, wenn man auch die Unterhaltungsliteratur berücksichtigt. Auch Kureishis THE BUDDHA OF SUBURBIA wäre hier zu nennen.

Aber alle diese Protagonisten haben in anderen Jahrhunderten gelebt und agiert, unter gänzlich anderen Bedingungen des Männlich-Seins und Mann-Werdens. Dennoch treten viele gemeinsame Grundlinien zu Tage, mit denen sich etwa die Loslösungsproblematik des Jungen oder jungen Jugendlichen vom intim-familiären häuslichen Bereich thematisieren lässt, wie etwa beim CATCHER IN THE RYE das Schicksal Holden Caulfields oder auch die Negativentwicklung hin zur Wildheit, Barbarei und Gewaltbereitschaft in der Parabel LORD OF THE FLIES. Auf Leseproben kann hier verzichtet werden.

Neueres

Beachtenswert sind im Kontext unserer Überlegungen zu About boys die Arbeits- und Beobachtungsergebnisse des australischen Familientherapeuten Steve Biddulph. Sein Buch RAISING BOYS (8) hat weltweite Beachtung und Übersetzungen in viele Sprachen gefunden. Er beschreibt darin die drei Stufen des Junge-Seins und Mann-Werdens, nämlich

- die Phase zwischen Geburt und sechstem Geburtstag mit der starken Bindung an die Mutter
- die Phase zwischen sechstem und vierzehnten Lebensjahr, in der das Interesse für das Männliche und damit für den Vater –sofern anwesend- in den Vordergrund rückt
- und schließlich von vierzehn Jahren aufwärts, in der auch andere männliche Mentoren gebraucht werden.

Sodann geht es um biologisch-körperliche Belange und Bedürfnisse, wenn nämlich der stärkeren Wirkung des Testosterons Tribut zu zollen ist, physisch wie auch mental.

Weiterhin wird die Entwicklung des Gehirns untersucht, vor allem auch im Vergleich mit der bei den Mädchen. Was können nun die Mütter beitragen zur Entwicklung des Jungen zum Manne hin und was die Väter? Bekannte männliche Defizite wie kitchen blindness und dyslaundria werden in humorvoller Weise beleuchtet, sodann das verantwortungsvolle Sexualverhalten und Dinge, die auch die Schule beitragen sollte, und nicht zu vergessen der Sport und das gesamte soziale und soziokulturelle Umfeld.

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Leseprobe: B u l l y i n g - It’s a sad fact that getting bullied is part of many boys’ lives. A study of 20,000 primary and secondary school children across Australia found that one in five students were bullied at school at least once a week. Dr Ken Rigby and Dr Phillip Slee, who are Australia’s leading experts on bullying, believe that schools play a big part in creating the problem and in curing it – but parents can help, too.

Ken Rigby told a recent conference that too many classrooms were based on competition, which leads to lessable students feeling excluded and resentful. So bullying was a way for some boys of getting back some dignity. Dr Rigby believes that many schools themselves bully their students, belittling them, making them feel uselesss, not helping them in a dignified way to learn and change.

My belief ist that violent bulllies are often hit a lot at home, and have lost the natural reluctance that most children have to causing harm to others. They do to others what is done to them. Bullying is part of a bygone era, in which men hit their wives routinely, and wives and husbands hit children and so on. Thankfully, familial violence is less and less accepted today. …

What parents can do

For parents, the following indicators are warning signs that your child might be getting bullied.

- physical signs (unexplained bruises, scratches, cuts or damage to clothes or belongings
- stress-caused illnesses (pains, headaches and stomach aches which seem unexplained
- fearful behaviour (fear of walking to school, going different routes, asking to be driven
- dropping off in quality of schoolwork
- coming home hungry (perhaps lunch or lunch money is being stolen)
- asking for or stealing money (to pay the bully)
- having few friends
- rarely being invited to parties
- changes in behaviour (withdrawn, stammering, moody, irritable, upset, unhappy, tearful
- not eating
- attempting suicide or hinting at suicide
- anxiety (shown by bed-wetting, nail-biting, fearfulness, tics, not sleeping, …
- refusal to say what is wrong
- giving improbable excuses for any of the above.

While the above may sound somewhat obvious, the fact is that boys often won’t talk about bullying in the first instance because it seems weak to do so. Also they may have been threatened with consequences if they tell, or they might fear it will make things worse to speak up. If your child is bullied, …

Dieses hier in aller Kürze vorgestellte und sehr hilfreiche Buch bietet reichhaltiges authentisches Textmaterial für den Englischunterricht, wenn denn dieses Thema Unterrichtsgegenstand werden soll. Es lohnt sich also, und es ist an der Zeit, wieder über Jungen und Jungenschicksale nachzudenken und zu reden. Und die englischsprachige Jugendliteratur macht es uns vor. Unsere Gesellschaft hat sich dramatisch verändert und ist in weiterer Veränderung begriffen. Kinder sind darin recht rar geworden. Da zählt jedes Kind, auch das männliche.

Helmut Reisener

L i t e r a t u r a n g a b e n

1. T. Overman, It’s tough to be a teenager, in: Chicken soup for the teenage soul II, Health Communications, Deerfield Beach, FL, S 141/142

2. N. Hornby, About a boy, Riverhead Books, N.Y., 1998

3. M. Gymnich, A commitment phobic, a 12-year-old, and a dead duck: About a Boy, in: Der Fremdsprachliche Unterricht – Englisch, Heft 68 (März 2004) (Teaching Films), S. 20-26

4. T. Parsons, - Man and boy, HarperCollins Publications, London, 2000

- One for my baby, HarperCollins Publications, London, 2002

- Man and wife, HarperCollins Publications, London, 2002

5. R. Philbrick, - Max the mighty, Scholastic Inc., N.Y., 1996

- The Mighty, Scholastic Inc., N.Y., 1992

6. V.M. Axline, Dibs – In search of self, Penguin Books, London, 1964

7. z.B. Mark Haddon, The courious incident of the dog in the night-time,

Vintage Open Market, USA. 2004

7. S. Biddulph, Raising boys, Finch Publishing, Sydney (AUS), 1998

2. Performance als Prinzip

Dinge, Zusammenhänge, Arbeitsergebnisse und damit Sprache richtig gut, überzeugend und lebendig vorzutragen fällt vielen so schwer, ist aber doch so eminent wichtig für einen offeneren Unterricht. Hier soll anhand einiger Beispiele für performance-skills plädiert werden, die uns helfen können, einem stärker lernerorientierten Englischunterricht, vor allem an Grundschulen, den Weg zu ebnen.

Der performance -Ansatz ist zunächst nicht ganz einfach zu definieren, da uns im Deutschen das Begriffspaar ‚Kompetenz’ (Vermögen, Fähigkeit) und ‚Performanz’ (Ausführung, Realisierung) gleichsam im Weg steht. Performance im Englischen ist

a) zunächst (positiv) im Sinne von Unterhaltung von (anderen) Menschen durch Gesang, Musik , Tanz und darstellendes Spiel zu sehen;

b) im britischen Englisch noch mit einer Negativ-Variante besetzt:

Could you please stop that quarrelling? – What a performance!

Mowing my lawn for the first time in spring, well, it’s such a performance.

c) in einer für uns interessanten Weise mit dem performance art -Begriff verknüpft, bei

dem in theaterartigen Darbietungen der eigene Körper des Künstlers oder der

Künstlerin Teil der show ist, wie mit dem weltweit agierenden Australier Stellarc oder

der Französin Olan exemplifiziert werden kann.

Für unsere Überlegungen ist das oben unter a) genannte Konnotat wichtig, und zwar in seiner Einbindung in Rede und Bewegung. Die performance -Orientierung ist holistisch angelegt und involviert den lernenden Menschen in seiner existenziellen Gesamtheit. Viele Aspekte stehen dabei im interdependenten Wechselspiel, wie es die folgende Grafik aufzeigen soll

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Diese Interdependenzgrafik soll nun keineswegs suggerieren, es seien stets alle Faktoren zur gleichen Zeit oder in gleicher Stärke wirksam. Die einzelnen Aspekte oder Bereiche können in unterschiedlichen Kombinationen und auch in unterschiedlichen Intensitäten aktiv werden, gleichsam ‚aufleuchten’.

Unser Blick richtet sich demzufolge auf solche Texte, die das Öffnen des Unterrichts fördern und unterstützen können, denn das Öffnen von Unterricht heißt zunächst einmal das Aufschließen seiner Inhalte, die sich ja in der Regel in Texten manifestieren. Die Öffnung der ‚Kinoreihen’, in denen die Lernenden meist vor uns sitzen, ergibt sich dabei fast ganz von selbst. Fremdsprachenlernen braucht Räume: Spiel-, Bewegungs-, Tanz-, Theater-, Aktions- und Klangräume sind eminent wichtig neben allerdings auch Schreib-, Mal, Gestaltungs- und Ausstellungsflächen.

Michael Rosens WE’RE GOING ON A BEAR HUNT z.B. ist ganz auf nachvollziehendes wie auch gestaltendes Spielen hin angelegt: Die onomatopoetischen Elemente der durch den Schnee, den Fluss, den Sumpf eilenden Familie, der Vater als Ängstlichster meist vorneweg, das drängt auf performance im Klassenzimmer in vielfacher Hinsicht und in vielen möglichen Variationen. (1)

VISUALS

spielen neben den soeben erwähnten onomatopoetischen Elementen gerade im

Anfangsunterricht ebenfalls eine große Rolle, denn das Auge ist stets beteiligt. Die Klassiker der Kinderliteratur von Beatrix Potters bis Nicholas Allans oder auch Benjamin Zephanaiahs Werken wissen das zu würdigen und entsprechend zu berücksichtigen. (2) Soll nun eine Bildergeschichte versprachlicht werden, so lässt sich das durch Dialogizität und Dramatisierung, durch performance eben, höchst erfolgreich bewerkstelligen. Die folgende Thelwell- picture story wird mit Sprech- und Denkblasen ausgestattet und Bild für Bild nachgestellt und nachgespielt. Die Bilder erscheinen als Folienpräsentationen. Die Denk- und Sprechblasen werden als passende Folienschnipsel dazu gelegt: z.B. Bild 1: Bye, Bonzo. I must go to school now. You must stay at home and wait for me, OK? See you in the afternoon then. etc. (3)

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Dass der Hund hier denkend und sogar sprechend agieren darf, ja sogar muss, versteht sich ganz von selbst.

Wieder eine andere Variante mit den visuals ergibt sich, wenn man diese zu vorhandenen oder gegebenen Texten erstellen lässt. Von dem folgenden Gedicht von Eleanor Farjeon (4) ausgehend sollen die Kinder die Schlafplätze der Katze auf Folienstücke zeichnen oder irgendwo ausschneiden, so dass Schattenbilder auf dem OHP entstehen. Dazu wird eine Schablone von einer schlafenden Katze erstellt. Beim Vortragen des Gedichtes ergibt sich nun eine projector show, von einzelnen Kleingruppen gestaltet.

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Oder nehmen wir Shel Silversteins Gedicht THE DEADLY EYE (5):

Den Text haben wir auf Folie übertragen, diese in Zeilen zerschnitten und im ungeordneten Durcheinander auf dem OHP verstreut. Nun gilt es, nach vorn zu kommen und durch Hin- und Herschieben das Gedicht zu rekonstruieren. Falls Sie, liebe Leserinnen und Leser es versuchen möchten? Die Lösung finden Sie am Ende des Beitrages. Aber versuchen Sie es doch erst einmal selber.

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Noch mehr produktive Bewegung kommt zustande, wenn man - bei vorhandenem Platz - die Lernenden mit großen beschrifteten Blättern auf dem Fußboden agieren lässt, um so das re-arranging ausführen zu lassen. Auch dies gestaltet sich als eine Art Text- „performance“ bei der das (Text-)Produkt Prozesse auslöst, bzw. die Prozesse wiederum zu Produkten führen.

DAS DIALOGISCHE

ist neben den visuals also ein weiterer wichtiger Bereich, dem bei der performance -Orientierung eine hohe Bedeutung zukommt. Auch hier liefert Michael Rosen wieder gut brauchbare Vorlagen (6), z.B. mit dem folgenden Gedicht:

I’m Just Going Out for a Moment

I’m just going out for a moment. Because it’s summer.

Why? Why?

To make a cup of tea. Because that’s when it is.

Why? Why?

Because I’m thirsty. Why don’ t you stop saying why?

Why? Why?

Because it’s hot. Tea-time. That’s why.

Why? High-time-you-stopped-saying-why-time.

Because the sun is shining.

Why? W h a t ???

In ähnlicher Weise kann man bei zahlreichen Texten bei den im englischen Sprachraum so beliebten “knock-knock-stories” anknüpfen, von denen hier ein paar Beispiele zusammen gestellt sind:

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Auch diese Textsorte lebt von der Dialogführung und kommt somit der performance -

Orientierung zugute.

Großer dialogischer Aufwand wird oft bei den Einkaufsdialogen betrieben. Dabei sprechen wir beim Einkaufen heutzutage ja kaum noch, wenn wir im Supermarkt mit dem Trolley unterwegs sind, um ihn zu füllen und danach die Kassiererin am Checkout auf keinen Fall in ihrer Konzentration stören wollen. Das Sprechen, so meinten viele meiner Schülerinnen und Schüler, fände doch höchstens noch am Käse- oder Wurststand statt, oder eben, wenn man zusammen mit Freunden oder Partnern einkauft. Und so unterbreiteten sie mir als Gegenstück zu meinen herkömmlichen Einkaufsdialogen mit dem obligatorischen „Good morning. What can I do for you ?“ den folgenden ‘ shopping rap’: (7)

[...]

Details

Seiten
95
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638394260
ISBN (Buch)
9783638679992
Dateigröße
4.5 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v41079
Note
Schlagworte
Sechs Beiträge Fachdidaktik Englisch

Autor

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Titel: Sechs Beiträge zur Fachdidaktik Englisch