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Lieblingssendung: Die Sendung mit der Maus - Eine Analyse und subjektive Betrachtung

Hausarbeit 2004 19 Seiten

Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

- 1. Einleitung

- 2. „Sendung mit der Maus“: von der Entstehung bis heute
- 2.1 Fernsehen für Kinder? Öffentliche Meinung und Kindersendungen vor der Erstausstrahlung der „Sendung mit der Maus“
- 2.2 Von der Entwicklung zur Entstehung der „Sendung mit der Maus“
- 2.3 Die „Sendung mit der Maus“ bis heute

- 3. Analyse einer Sendung
- 3.1 Übersicht der Beiträge
- 3.2 Die Beiträge
- 3.2.1 Vorspann
- 3.2.2 Trickfilm: „Kalle beim Brotbacken“
- 3.2.3 Mausspot 1 „Maus, Elefant und Torte“
- 3.2.4 Sachgeschichte: „Armin im Internet“
- 3.2.5 Mausspot 2: „Maus und Telefon“
- 3.2.6 Bildergeschichte: „Das schönste Ei der Welt“
- 3.2.7 Mausspot 3: „Elefant und Ei“
- 3.2.8 Sachgeschichte: „Christoph auf dem Kopf“
- 3.2.9 Mausspot 4: „Maus geht an der Decke“
- 3.2.10 Käpt’n Blaubär: „Die Venus-Matrosen-Falle“
-3.2.11 Abspann
- 3.3 Zusammenfassung der Analyse

- 4. Subjektive Betrachtung

- 5. Schlussbetrachtung

- 6. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

„Die Sendung mit der Maus“ gehört eindeutig zu einer meiner Lieblingssendungen meiner Kindheit. Auch heute ist sie noch eine der Sendungen, die ich mir immer wieder mit Freude ansehe. Deshalb möchte ich in dieser Hausarbeit die Entstehung der Sendung erarbeiten, sowie eine Analyse einer der neueren Sendungen erstellen, um dann später subjektiv zu betrachten, weshalb dieses Format so erfolgreich war (und noch ist), weshalb es mich so beeinflusst und beeindruckt hat.

Dabei soll die Entstehungsgeschichte aufzeigen, in welcher Zeit „Die Sendung mit der Maus“ konzipiert wurde, welche Intentionen dahinter standen, wie es überhaupt zu der Idee einer Kindersendung kam. In der Analyse möchte ich genauer auf die Sendungsstruktur eingehen, die Inhalte beschreiben und aufzeigen, wie sie aufgebaut sind und was sie so besonders interessant für Kinder macht.

2. „Sendung mit der Maus“: von der Entstehung bis heute

2.1 Fernsehen für Kinder? Öffentliche Meinung und Kindersendungen vor der Erstausstrahlung der „Sendung mit der Maus“

Kinderfernsehen gab es schon seit der ersten Stunde der ARD. Als die ARD 1952 anfing regelmäßig zu senden, wurden auch Kindersendungen konzipiert. So gab es ab 1953 den „Fernsehkinderfunk mit Ilse Obrig“. Diese Sendung zielte auf aktives Mitmachen der Kinder ab. Bastelstunden und Studiodemonstrationen zum Nacheifern sollten die Kreativität und Aktivität der Kinder fordern und fördern. 1958 jedoch wurde das Programm neu gegliedert und Kinder unter acht Jahren nicht mehr berücksichtigt. Es hatte sich eine öffentliche Meinung herausgebildet, die das Fernsehen für Kinder bis zu einem bestimmten Alter für schädlich befand. In Deutschland wurde vermutet, dass Fernsehen bei Kleinkindern Schlaflosigkeit und Nervosität hervorrufen würde. Unter Medizinern war die Meinung verbreitet, dass das neue Medium zu Augen-, Haltungs- sowie Strahlenschäden führen könne. Pädagogen und Psychologen vermuteten, dass die geistige, seelische und soziale Entwicklung der Kinder durchs Fernsehen gestört werden würde.

1957 wurde dann sogar Kindern unter sechs Jahren der Zutritt zu Kinos verboten, was dann aufs Fernsehen übertragen wurde. Auf der „Aktion Jugendschutz“ Tagung

in München 1960, erklärte Dr. Clemens Münster, Koordinator der Kinder- und Nachmittagprogramme und Fernsehdirektor beim Bayrischen Rundfunk:[1]

„Es ist pädagogischer Irrsinn, Kinder unter acht oder auch zehn Jahren vor den Bildschirm zu setzen.“[2]

Dies unterstreicht nochmals die Einstellung der Öffentlichkeit zum Kinderfernsehen.

Die Keilhackerschule, nach dem Krieg Hauptforum der Filmforschung, erstellte eine Studie, die besagte, dass Vorschulkinder nur kurze Szenenfolgen erfassen können, sowie Filme als unmittelbare Realität erleben. Für das Fernsehen bedeutete dies, dass sich Filme möglichst nur über wenige Minuten erstrecken und die Handlungen nicht verschachtelt sein sollten. Des Weiteren wurde geraten, keine plötzlichen Standortwechsel vorzunehmen. Die Handlung sollte sich jeweils nur um einen Gegenstand drehen. (Da die „Sendung mit der Maus“ eine Magazinform mit kurzen Beiträgen ist, besteht ein Zusammenhang zwischen der Form der Sendung und der Studie, die bei der Konzeption berücksichtigt wurde.) Eine Vermittlung pädagogischer Inhalte hielten sie jedoch nicht für möglich. Damit hatten Kindersendungen reinen Unterhaltungswert, was der Entwicklung des Kindes nicht zugute kommen würde. In einer weiteren von Foerster publizierten Studie stellte sich jedoch heraus, dass 61% der Kinder im Alter zwischen zwei und sechzehn Jahren fernsehen. Diese Zahl besagt also schon, dass Kinder vom „In-die-Röhre-gucken“ nicht fernzuhalten waren. Um die Kinder also von ungeeigneten Sendungen zu schützen, wurden geeignete Sendungen für Kinder gefordert. So gab es in den 60er Jahren auch schon einige Filme für Kinder, wie die „Augsburger Puppenkiste“ oder „Kasperle und René“. Diese Sendungen waren jedoch im Wesentlichen für ältere Kinder produziert. Sie hoben sich aber schon von den bisher bekannten Bastelsendungen ab.

Erst 1969 wurde konkret auf Kleinkinder eingegangen. Mit der Erstausstrahlung der „Spielschule“ im Bayrischen Rundfunk gab es eine erste Sendung, die nach didaktischen und pädagogischen Gesichtspunkten konzipiert und für Kinder im Vorschulalter gedacht war. Zur gleichen Zeit entstand in den USA die „Sesame Street“, die mit riesigem finanziellem und intellektuellem Aufwand produziert wurde. Diese Sendung zielte vor allem darauf ab, das ABC und die Zahlen 1 – 10 an die weniger privilegierten Kinder der US – amerikanischen Slums heranzutragen. Der Unterschied zu vorherigen Vorschulserien wie das „Spielhaus“ (Schweiz) oder die „Playschool“ (Großbritannien) war die technische Perfektion, die systematischen Planung und die wissenschaftliche Fundierung.

Durch Sendungen wie der „Sesame Street“ änderte sich auch in Deutschland die Meinung zum Kinderfernsehen. Man entdeckte die fördernde und bildende Funktion des Fernsehens für Kinder. Zudem wollte man die Kinder zu einem vernünftigen Umgang mit dem Medium erziehen, sie zu kritischen Konsumenten machen. In den dritten Programmen starteten Fernsehreihen wie „Die Welt unserer Kinder“, „Di-Do-Domino“ (beide BR) oder „Der Löwe ist los“ (HR), die auf Information und Bildung der Kinder abzielten. Nun lagen die Prioritäten des Kinderfernsehens hauptsächlich in der Bildung und Förderung der Rezipienten, weshalb das Angebot ab 1970 erheblich vergrößert wurde. Angefangen bei der „Sendung mit der Maus“, folgten kurz darauf „Maxifant und Minifant“, „Rappelkiste“ und die deutsche Version der „Sesame Street“, die „Sesamstraße“. [3]

2.2 Von der Entwicklung zur Entstehung der „Sendung mit der Maus“

Am 7. März 1971 strahlte der WDR zum ersten Mal die „Lach- und Sachgeschichten“ im Fernsehen aus. [4] Die „Sendung mit der Maus“, noch unter anderem Namen, war geboren.

Vorausgegangen war jedoch ein Planspiel der WDR Kinderredaktion, das davon ausging, dass das Fernsehverbot für unter Sechsjährige bald fallen würde. Man wollte nicht unvorbereitet sein, sondern den Kleinkindern sofort ein altersgerechtes und sinnvolles Programm bieten. Allerdings sollte dies nicht in Form der schon da gewesenen Puppenspielen oder Bastelstunden vonstatten gehen, man hatte sich zum Ziel gesetzt, eine qualitativ hochwertige, technisch perfekte Sendung zu schaffen. Die Redaktion wollte eine Art Journalismus für Kinder betreiben, ihnen Dinge und Geschichten aus ihrer Umwelt zeigen, die in Kinderbüchern nicht ausreichend präsentierbar waren.[5] Dabei zielten sie aber nicht gezwungenermaßen auf eine pädagogische Sendung ab. Gerd K. Müntefering, Redakteur des WDR, stellte schon 1967 zehn Thesen zum WDR-Kinderfernsehen auf, von denen gleich die erste schon besagt:

1) Das WDR-Kinderprogramm bietet im Wesentlichen Unterhaltung. Das gilt auch für die dokumentarischen, informativen und instruktiven Beiträge.

Auch die zehnte These ist von großer Bedeutung für die „Sendung mit der Maus“.

10) Das WDR-Kinderprogramm sollte nicht mit einem Schulfernsehen verwechselt werden. Strenge didaktische Forderungen an dieses Kinderprogramm widersprächen dem Auftrag zu unterhalten und zu informieren.[6]

Gerd K. Müntefering sagte 1971 dann zu der „Sendung mit der Maus“:

“(…) wir wollen Spaß machen (was ziemlich schwer ist), ohne daraus um jeden Preis einen pädagogischen Nutzeffekt abzuleiten.“[7]

Das ist eine klare Aussage über die Intentionen der Redaktion und über deren Programm.

Für die Beiträge orientierte man sich an Werbespots, da diese bei Kindern aufgrund ihrer Kürze und Einfachheit sehr erfolgreich waren. Die Redaktion einigte sich also auf Lach- und Sachgeschichten, Beiträge, die lustig und Beiträge, die informativ waren. Ausgelöst wurde diese (Magazin-)Form der Sendung jedoch auch von den Kindern selbst. Die Redaktion erhielt Briefe von Kindern, die diese zum Nachdenken zwang und sie darauf aufmerksam machte, dass es eine (Markt)Lücke zu füllen galt. [8]

Es wurden also kurze Spots gebraucht. Schon Ende 1969, Anfang 1970 begann der Regieassistent Armin Maiwald mit der Produktion der ersten Sachgeschichten über „Das Brötchen“, „Die Milch“ und „Das Ei“. Diese Beiträge waren kurze „Werbespots der Wirklichkeit“, wie es Armin Maiwald passenderweise bezeichnete. Kurze Filme mit Musik unterlegt, aber ohne Text die für das bessere Verständnis der Kinder, einmal vorwärts und einmal rückwärts abgespielt wurden.[9] Für diese Art von Film wurde die Redaktion anfänglich stark kritisiert, den Kindern jedoch gefiel es und sie schalteten ein.

Zu Anfang erschien die Maus nur in Bildergeschichten, die von Isolde Schmitt- Menzel illustriert wurden. Zu dem Zeitpunkt nahm sie noch keine primäre Position ein und war nur eine verbindende Geschichte, die als eine Art Gedankenpause Gleichmäßigkeit und Struktur in die Sendung bringen sollte. In Form der Bildergeschichten ließen sich aber die Vorstellungen der Redaktion nicht erfüllen. Es dauerte nicht lange, bis sie voll animiert, nun gezeichnet von Friedrich Streich, über den Bildschirm lief.

[...]


[1] vgl.: Stötzel, Dirk Ulf, Das Magazin „Die Sendung mit der Maus“, Wiesbaden; Harrassowitz, 1990,

S.1 ff.

[2] vgl.: Das Magazin „Die Sendung mit der Maus S.1 aus: Flemmer, W, Fernsehen für Kleinkinder oder

Vorschule via Fernsehen? In: Fernsehen und Bildung 6, 1972, S.45-65

[3] vgl.: Das Magazin „Die Sendung mit der Maus“, S.4 ff.

[4] vgl.: http://www.wdrmaus.de/rundumdiemaus/geschichte/chronik.phtml

[5] vgl.: Das Magazin „Die Sendung mit der Maus“, S.20 ff.

[6] vgl.: Das Magazin „Die Sendung mit der Maus S.51 aus: Müntefering, Gerd K., 10 Thesen zum Kinderprogramm des WDR-Kinderfernsehens, in Schedler, M.;Ein Modellfall – Die Arbeit des WDR Kinderfernsehens, in Fernsehen und Film, 1971 / 6

[7] vgl.: Das Magazin „Die Sendung mit der Maus S.51 aus: Müntefering, Gerd K., Sachen zum Lachen für Kinder vor dem Fernsehschirm In: Rundschau am Sonntag vom 11.06.1972, Nr. 23, S.2

[8] vgl.: Das Magazin „Die Sendung mit der Maus“, S.20. ff.

[9] vgl.: WDR Pressestelle (Hrsg.); Ein Drehbuch, Köln, WDR Pressestelle;1999, S.9 ff. Unveröffentlicht, bei der Pressestelle erhältlich.

Details

Seiten
19
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638393751
ISBN (Buch)
9783638749848
Dateigröße
548 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v41013
Institution / Hochschule
Universität Bremen
Note
1
Schlagworte
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