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Arbeitslosigkeit - Auswirkungen und Gegenmaßnahmen

von Sven Mohr (Autor) Christoph Gelzer (Autor)

Studienarbeit 2005 16 Seiten

BWL - Wirtschaftspolitik

Leseprobe

I. Inhaltsverzeichnis

II. Tabellenverzeichnis

Vorwort

1. Einleitung

2. Aktuelle Zahlen

3. Verschiedene Formen der Arbeitslosigkeit und ihre individuellen Gegenmaßnahmen
3.1. Saisonale Arbeitslosigkeit
3.2. Technologische Arbeitslosigkeit
3.3. Strukturelle Arbeitslosigkeit
3.4. Friktionelle Arbeitslosigkeit (Sucharbeitslosigkeit)
3.5. Regionale Arbeitslosigkeit
3.6. Konjunkturelle Arbeitslosigkeit
3.7. Mindestlohn-Arbeitslosigkeit

4. Soziale und wirtschaftliche Auswirkungen
4.1. Gesellschaftliche Auswirkungen
4.1.1. Hartz IV
4.1.2. Ein–Euro-Jobs
4.2. Auswirkungen auf Einzelpersonen
4.3. Auswirkungen auf den Staat

III. Quellenverzeichnis

IV. Selbstständigkeitserklärung

II. Tabellenverzeichnis

Tabelle 1 : Vergleich Arbeitslose, Arbeitslosequoten und gemeldete Stellen der Stadtkreise Stuttgart und Leipzig (Monat Mai 2005) 5

Vorwort

Diese Arbeit wird im Rahmen der Vorlesung Arbeitswissenschaften im siebten Semester an der FHT Esslingen verfasst. Die Autoren gehen dabei auf aktuelle Zahlen, die wirtschaftliche und politische Lage in Deutschland sowie auf soziale und gesellschaftliche Auswirkungen ein und erörtern einen innerdeutschen Vergleich zwischen einer strukturstarken und einer strukturschwachen Region. Dazu werden verschiedene Arten der Arbeitslosigkeit beschrieben und individuelle Gegenmaßnahmen erörtert.

1. Einleitung

Laut rechtlicher Definition im Sozialgesetzbuch[1] sind Arbeitslose Personen, die wie beim Anspruch auf Arbeitslosengeld entweder vorübergehend nicht in einem Beschäftigungsverhältnis stehen oder weniger als 15 Stunden pro Woche arbeiten, eine versicherungspflichtige Beschäftigung suchen, dabei den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit zur Verfügung stehen und sich bei einer Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet haben. In § 16 Abs. 2 ist ferner geregelt, dass Teilnehmer an Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik nicht als arbeitslos gelten.

Weiters zählen Schüler, Studenten, Schulabgänger, die eine Ausbildungsstelle suchen oder Teilnehmer an Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung, nicht arbeitsunfähig erkrankt, nicht Empfänger von Altersrente sind und für eine Arbeitsaufnahme als Arbeitnehmer sofort zur Verfügung stehen.[2]

Arbeitslosigkeit stellt zurzeit wohl das größte Problem der Bundesrepublik Deutschland dar. Im Europäischen Vergleich[3] mit beispielsweise Großbritannien (Arbeitslosenquote 4,6 %), Dänemark (Arbeitslosenquote 5,4 %) oder Österreich (Arbeitslosenquote 4,5 %) sieht es auf dem deutschen Arbeitsmarkt mit einer Arbeitslosenquote von 11,6 %[4] überdurchschnittlich schlecht aus. Dadurch ergibt sich für den deutschen Staat ein riesiger Kostenfaktor, der sämtliche weiteren wichtigen staatlichen Maßnahmen wie die Förderung von Bildung und Erziehung oder den infrastrukturellen Ausbau behindert.

2. Aktuelle Zahlen

Trotz verstärkter Anstrengungen der Politik wie die Hartz IV-Reform oder das Bündnis für Arbeit in den vergangenen Jahren ist die Arbeitslosenquote ständig gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es im Mai 2005 4.806.589 Arbeitslose während es im Mai 2004 noch 4.293.147 Arbeitslose waren. Das macht einen Anstieg von 513.442 Personen oder 12 %.

Nachdem im Januar 2005 erstmals die 5 Mio. Grenze überschritten wurden und im Februar mit 5.216.434 ein Rekordstand erreicht wurde, scheint nun doch ein kleiner Abwärtstrend einzusetzen. Die von der Politik eingeleiteten Maßnahmen scheinen die Erwartungen jedoch nicht zu erfüllen. Nach dem Scheitern des Bündnisses für Arbeit und der sehr schleppenden positiven Umsetzung von Hartz IV ist das deutsche Volk unruhig und unzufrieden. Der vorläufige Gipfel war die Wahl am 22.05.2005 in dem traditionell sozialdemokratisch regierten Nordrhein-Westfalen. Nach dem Verlust des letzten Rot-Grün regierten Bundeslandes hat nun die Bundesregierung angesichts des drohenden politischen Stillstandes aufgrund der Pattsituation zwischen dem CDU geführten Bundesrat und dem SPD/die Grünen geführten Bundestag die Reißleine gezogen und für kommenden Herbst neue Bundestagswahlen angesetzt.

Ein weiterer Faktor ist die Kluft zwischen den alten und den neuen Bundesländern. Während in Baden-Württemberg die Arbeitslosenquote bei 7,0 % und in Bayern bei 7,6 % liegt, sieht es im Osten der Republik mit Arbeitslosenquoten von 18,4 % in Sachsen und 20,6 % in Mecklenburg Vorpommern deutlich schlechter aus.[5] Allgemein liegt die Arbeitslosigkeit in Westdeutschland bei 9,7 % und in Ostdeutschland ist sie mit 18,9 % fast doppelt so hoch.[6]

Tabelle 1 zeigt einen Vergleich der Stadtkreise Stuttgart und Leipzig, der die periodischen Veränderungen der Werte Arbeitslose, Arbeitslosenquote und gemeldete Stellen des Monats Mai 2005 jeweils im Vergleich zum Vormonat und zum Vorjahresmonat zeigt. Den Arbeitsämtern beider Stadtkreise wurde im Vergleich zum Vorjahr eine deutlich höhere Anzahl von zu vermittelnde Arbeitsstellen gemeldet. In beiden Stadtkreisen ist die Anzahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2[7]: Vergleich Arbeitslose, Arbeitslosequoten und gemeldete Stellen der

Stadtkreise Stuttgart und Leipzig (Monat Mai 2005)

Aus der Perspektivenlosigkeit und dem Fehlen von konstruktiven Beschäftigungsmöglichkeiten in den neuen Bundesländern ergeben sich auch neue Probleme, wie die gesellschaftliche Verödung und die Abwanderung qualifizierter und motivierter Arbeitnehmer in die alten Bundesländer und in der jüngsten Vergangenheit auch verstärkt in die österreichischen und schweizerischen Tourismusgebiete der Alpen[8].

3. Verschiedene Formen der Arbeitslosigkeit und ihre individuellen Gegenmaßnahmen

Es gibt verschiedene Formen der Arbeitslosigkeit, auf einige davon wird im folgenden Abschnitt näher eingegangen. Zudem werden Vorschläge erläutert, wie die Arten der Arbeitslosigkeit individuell bekämpft werden können, denn eine Maßnahme zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit wirkt immer nur gegen bestimmte Formen der Arbeitslosigkeit.

3.1. Saisonale Arbeitslosigkeit

Diese Arbeitslosigkeit wird durch klimatische Faktoren bestimmt. Leider hat man keinen Einfluss auf die Klimabedingungen in Deutschland, somit lässt sich die saisonale Arbeitslosigkeit nicht stoppen.

Ein Wintersportbetrieb wird im Winter mehr Umsatz verbuchen als im Sommer. Im Winter werden also mehr Arbeitskräfte benötigt.[9] Was kann nun aber gegen die saisonale Arbeitslosigkeit unternommen werden? Ein Saison-Arbeiter muss dazu bereit sein einen Zweit-Job anzunehmen. Zudem muss er mobil und flexibel sein. Möglichkeiten, wie die Tarifpartner der saisonalen Arbeitslosigkeit entgegen wirken können sind zum Beispiel

- die Zahlung eines tariflichen Überbrückungsgeldes,
- eine Flexibilisierung der Arbeitszeit, d.h. um bei dem Beispiel mit dem Wintersportbetrieb zu bleiben, dass im Winter länger gearbeitet wird und diese angesparten Überstunden dann im Sommer abgefeiert werden können.
- Kündigungsschutz der Arbeitnehmer.

Die Politik kann als Maßnahmen, die zur Senkung der saisonalen Arbeitslosigkeit dienen, zum Beispiel Staatsaufträge an Firmen erteilen, die saisonbedingt gerade wenige Aufträge haben oder die Infrastruktur ausbauen um den Tourismus zu fördern.[10] Das Winterausfallgeld[11] ist eine Maßnahme die saisonale Arbeitslosigkeit verhindern soll. Sie besagt, dass der Arbeitnehmer die ersten dreißig durch Schlechtwetter bedingten Ausfallstunden von seinem bei gutem Wetter angesparten Arbeitszeitkonto abfeiert. Ab der 31. bis zur 100. Ausfallstunde zahlt das Arbeitsamt Winterausfallgeld in Höhe des Arbeitslosengelds, aus der von den Bauarbeitgebern finanzierten Winterbauumlage. Die ersten 100 Ausfallstunden kosten den Betrieb also keinen Cent. Nach der 100. Ausfallstunde finanziert die Bundesanstalt für Arbeit das Schlechtwettergeld aus Mitteln der Arbeitslosenversicherung. Die Beiträge zur Kranken-, Renten-, und Pflegeversicherung trägt jedoch der Arbeitgeber.

[...]


[1] Vgl.: § 16 Abs. 2 SGB III

[2] Quelle:www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000200/html/sgb2/arbeitslosenbegriff_unter_sgb_2_und_sgb_3.pdf

[3] Jung, A. (2005) Schnell raus, schnell rein, in: Der SPIEGEL 21/05, S. 28-29

[4] http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/detail/a.html (31.05.2005)

[5] vgl. zu diesem Abschnitt: http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/detail/a.html (31.05.2005)

[6] http://statistik.arbeitsamt.de/statistik/index.php?id=WO (31.05.2005)

[7] http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000000/html/start/karten/aloq_kreis.html (31.05.2005)

[8] Bonstein, J. (2005) Vom Plattenbau ins Paradies, in: Der SPIEGEL 16/2005, S.96-99

[9] http://www.fundus.org/pdf.asp?ID=12026 (27.05.2005)

[10] http://www.teleunterricht.de/teleunterricht2/Materialien/Sozialkunde/Gegen_Arbeitslosigkeit.pdf (27.05.2005)

[11] http://www.ihre-vorsorge.de/Lexikon-Winterausfallgeld.html (27.05.2005)

Details

Seiten
16
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638393522
Dateigröße
501 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v40975
Institution / Hochschule
Fachhochschule Esslingen Hochschule für Technik Esslingen
Note
1,3
Schlagworte
Arbeitslosigkeit Auswirkungen Gegenmaßnahmen

Autoren

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