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NS-Propaganda in bezug auf Menschen mit Behinderung - Eine Analyse anhand von Schulbüchern aus den Jahren 1933 - 1945

Diplomarbeit 2003 155 Seiten

Medien / Kommunikation - Mediengeschichte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das nationalsozialistische Schulsystem
2.1 Die Jugend
2.2 Die Organisation des Schulsystems
2.2.1 Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung u. Volksbildung
2.2.2 Das Schulsystem in Österreich nach dem „Anschluss“
2.2.3 Der nationalsozialistische Lehrerbund (NSLB)
2.2.4 Die Pädagogen
2.3 Die Aufgabe der Schule im Nationalsozialismus
2.3.1 Die Stellung der Schule
2.3.2 Allgemeine Erziehungsgrundsätze
2.3.3 Die Erziehungsgrundsätze bezüglich der Rassenhygiene
2.3.4 Erziehungsgrundsätze in Hilfs- und Sonderschulen
2.4 Die Schulbücher in der Zeit des Nationalsozialismus

3. Die Rassenhygiene
3.1 Die geschichtliche Entwicklung der Rassenhygiene
3.2 Die Rassenhygiene im „Dritten Reich“
3.2.1 Motive und Hintergründe der Rassenhygiene
3.2.2 Die Bedeutung der Rassenhygiene für das Volk
3.2.3 Die Bedeutung der Rassenhygiene für die Jugend
3.3 Gesetze zur Rassenhygiene
3.4 Wege zur Vermehrung „guten Erbmaterials“
3.4.1 Der „Lebensborn e.V.“
3.5 Die Ausmerze des „schlechten Erbmaterials“
3.5.1 Die Sterilisation
3.5.2 Die „Euthanasie“
3.5.2.1 Beginn der „Euthanasie“ – die T4-Aktion
3.5.2.2 Widerstand – Beginn der „wilden Euthanasie“

4. Die Propaganda
4.1 Propaganda – ein Überblick
4.2 Propaganda im Nationalsozialismus
4.2.1 NS-Propaganda bei Kindern und Jugendlichen
4.2.2 „Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda“
4.2.3 Joseph Goebbels – Propagandist und Massenverführer

5. Die Schulbuchanalyse
5.1 Einleitung
5.2 Analyse
5.2.1 Biologiebücher
5.2.2 Deutschbücher
5.2.3 Mathematikbücher
5.3 Resümee

6. Anhang

Abbildungsverzeichnis

Quellen- und Literaturverzeichnis

Lebenslauf

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

„Von der politischen Funktionalisierung des geschriebenen Wortes bis zu seinem Gebrauch als Waffe im eigentlichen Sinn, führt kein weiter Weg.“[1]

In der Zeit des Nationalsozialismus war die Propaganda allgegenwärtig. In jeden Bereich des menschlichen Lebens griffen die Propagandisten ein, um das Volk von der Richtigkeit ihrer Sicht der Dinge zu überzeugen. Ziel war es, eine völlige Gleichschaltung der deutschen Bevölkerung zu schaffen. Das Volk wurde einer Gehirnwäsche unterzogen, wobei kein Bereich der möglichen Einflussnahme ausgelassen wurde.

Ein bestimmter Teilaspekt dieser Propaganda, nämlich die Manipulation von Kindern durch Schulbücher, wird in dieser Arbeit genauer untersucht. Schließlich galten Schulbücher zu jener Zeit nicht mehr als Werkzeug der Wissensvermittlung, sondern lediglich als ein Bestandteil der Manipulationskette, in der sich die Kinder beinahe aussichtslos verfingen. Wie schafften es die Nationalsozialisten, beinahe die gesamte deutsche Jugend von der Richtigkeit ihrer Theorien und der damit verbundenen Vorgehensweisen zu überzeugen? Hätten sich die Kinder und Jugendlichen nicht auch anderweitig informieren und ihre eigenen Schlussfolgerungen daraus ziehen können? Oder kann man der Jugend dieser Zeit am wenigsten Vorwürfe machen? Schließlich sind Kinder sehr leichtgläubig, besonders bei Personen, die eine Autorität darstellen, wie etwa Lehrer. Welches Kind hinterfragt schon alles, was es in der Schule lernt? Zumal die Kinder des „Dritten Reiches“ ja auch in anderen Organisationen, wie etwa der HJ oder oft auch von zu Hause aus dieselbe Beeinflussung erfuhren.

Die Rassenhygiene und somit auch die „Belastung“ des deutschen Volkes durch Menschen mit Behinderung, also „unnütze Esser“, standen im Mittelpunkt der nationalsozialistischen Erziehung. Man versuchte, die jungen Menschen davon zu überzeugen, dass ihre „Rasse“ nur überleben und stark werden könnte, wenn jeder dafür ein Opfer erbringen würde. Sei es nun, dass gesunde Menschen niemals eine Verbindung mit Personen mit Behinderung eingehen dürften, oder aber, dass „erbkranke“ Menschen zum Wohle ihres Volkes darauf verzichten sollten, Kinder in die Welt zu setzen. Wie man heute weiß, gingen die Nationalsozialisten in bezug auf die Forderung von Opfern mit der „Euthanasie“ sogar noch einen erheblichen Schritt weiter. Ihr Wahn endete erst damit, dass Menschen mit Behinderung gezielt getötet wurden. Für viele Menschen ist dies aus heutiger Sicht nicht mehr nachvollziehbar. Sie können nicht verstehen, wie die Nationalsozialisten, aber auch ein Großteil des deutschen Volkes, Menschen mit „Erbkrankheiten“ und Behinderungen als „minderwertig“ ansehen konnten und deshalb sogar soweit gingen, diese Menschen zu ermorden. Die Ausführung von Margit Steiger erscheint an dieser Stelle sehr treffend zu sein. Die Rassenhygiene ist eines der besten Beispiele, wie sich Worte zu Waffen entwickeln können. Die Propaganda in diesem Bezug war derart erfolgreich, dass ein Großteil der Bevölkerung Maßnahmen wie die Zwangssterilisierung für Menschen mit Behinderung nicht nur akzeptierte, sondern sogar befürwortete.

Durch die intensive Beschäftigung mit dem „Dritten Reich“, stieß ich immer wieder auf Rechenbeispiele aus Schulbüchern, in denen etwa der Wert eines Menschen mit Behinderung an der Anzahl von Wohnhäusern, die man durch die Einsparungen bei seiner Behandlung erbauen könnte, gemessen wurde. Wenn man so etwas heutzutage liest, erscheint es beinahe irreal, und die Aufnahme solcher Beispiele als normale Übungen im Unterricht durch Schüler dieser Zeit kann in keiner Weise verstanden werden. So entwickelte sich die Idee zum Thema dieser Diplomarbeit. Ziel soll es sein, mögliche Erklärungsversuche zu liefern. Um dies zu gewährleisten, erscheint es notwendig, sich vorab etwas detaillierter mit den einzelnen Grundthemen dieser Analyse auseinander zu setzen, um so einen besseren Einblick in die gesellschaftlichen und sozialen Verhältnisse zu erhalten. Denn dieses Vorwissen ist grundlegend für das Verständnis der Propaganda in Schulbüchern. Je genauer man über das Aufwachsen im „Dritten Reich“ und über die Situation der Schulen, sowie der Autoren und über Propaganda im Allgemeinen Bescheid weiß, umso leichter erkennt man die wahren Intentionen der Texte in Schulbüchern. Aus diesem Grund behandelt der erste Teil der Arbeit den Stand der Jugend, ihre gesellschaftliche Situation und die Ansprüche, die an sie gestellt wurde, ebenso wie die Schule, ihre politische und gesetzliche Lage, sowie einflussreiche Pädagogen und Organisationen. Wie war es für Jugendliche in dieser Zeit, aufzuwachsen? Wer waren ihre Ansprechpartner? Wer war für die Erziehung zuständig? Welche Stellung hatte die Schule im „Dritten Reich“? Welche Vorgaben wurden durch die neuen Machthaber gemacht? Was waren die pädagogischen Ziele? Schließlich veränderte die „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten nicht nur die Inhalte des Unterrichts, sondern auch der Stand der Schule als alleinige Erziehungsanstalt wurde abgeändert.

Der zweite Abschnitt behandelt die Rassenhygiene. Nach einem kurzen Einblick in die geschichtliche Entwicklung der rassenhygienischen Wissenschaft geht es um die Motive und Hintergründe der Nationalsozialisten und schließlich um die Auswirkungen dieser Ideen und Vorstellungen. Der Weg von einer Idee über das Wegsperren und die Zwangssterilisierung bis hin zur „Euthanasie“ wird nachgezeichnet, ebenso wie die Bedeutung der Rassenhygiene für das Volk und die Wege zur Vermehrung des „guten Erbmaterials“.

Der letzte theoretische Teil beschäftigt sich mit der Propaganda. Hier folgt nach einem kurzen allgemeinen Überblick zu diesem Thema eine genauere Betrachtung der angewandten Propaganda im Nationalsozialismus, der Organisationen, der Gesetze, und natürlich wird auch ein besonderes Augenmerk auf den Propagandaminister Goebbels gelegt. Schließlich gilt dieser noch heute als Vorreiter in der politischen Propaganda. Wie allumfassend war diese Manipulation wirklich? In welchen Bereichen des Lebens konnten Schüler auch mit anderen Meinungen in Kontakt kommen?

Der vierte Teil dieser Arbeit ist die Untersuchung einiger Schulbücher durch eine qualitative Inhaltsanalyse. Hier sollen die Wege und Arten der Propaganda in Schulbüchern beleuchtet werden. Auf welche Weise gingen die Propagandisten vor? Gab es entscheidende Unterschiede zwischen den einzelnen Fächern? Wie deutlich wurde das Problem der Rassenhygiene behandelt?

Im Rahmen dieser Arbeit soll auf all diese Fragen eingegangen werden, in der Hoffnung, dass es dadurch zu einem größeren Verständnis für die Bevölkerung und speziell die Jugend in der Zeit des Nationalsozialismus kommt. Wirklich verstehen wird man wahrscheinlich ihren Glauben und ihr Verhalten nie können, aber vielleicht stellt diese Arbeit einen kleinen Beitrag dazu da, die Wege und Gründe unserer Vorfahren ein wenig besser begreifen zu können.

2. Das nationalsozialistische Schulsystem

2.1 Die Jugend

„Die deutsche Jugend wird dereinst entweder der Bauherr eines neuen völkischen Staates sein oder sie wird als letzter Zeuge den völligen Zusammenbruch, das Ende der bürgerlichen Welt erleben.“[2]

Für Hitler und die Nationalsozialisten war die Jugend das entscheidende Element zum Fortbestand der von ihnen propagierten Ideologie sowie des gesamten Großdeutschen Reiches. Die jungen Menschen waren wichtig, um den nationalsozialistischen Gedanken auch in die nächste Generation weiterzutragen. Sie repräsentierten die Zukunft des „Dritten Reiches“. Die Nationalsozialisten folgten hierbei ganz dem altbewährten Sprichwort: „Wer die Jugend hat, hat die Zukunft.“[3] Und schließlich sind Kinder und Jugendliche auch leichter zu manipulieren als erwachsene Menschen, speziell wenn diese Manipulation durch Autoritäts- und Respektspersonen, wie etwa Lehrer und Gruppenführer, geschieht. So sagte Hitler zu dem einstigen Präsidenten des Senats der Freien Stadt Danzig, Hermann Rauschning, der 1934 von seinem Amt zurücktrat und ins Ausland emigrierte, dass Jugendliche noch ihre ursprünglichen Instinkte besäßen, und so leichter formbar seien. Mit ihnen wollte er seine neue Welt schaffen.[4]

„Meine Pädagogik ist hart. Das Schwache muß weggehämmert werden [...] Eine gewalttätige, herrische, unerschrockene, grausame Jugend will ich [...] Es darf nichts Schwaches und Zärtliches an ihr sein.“[5]

Für Hitler waren alle deutschen Kinder von Geburt an gleich. Unterschiede entstanden erst durch die Erziehung, und eben die Beseitigung dieser Unterschiede zählte zu den Aufgaben des Nationalsozialismus. Er vertrat die Auffassung, dass jede Einstellung ein Produkt der Erziehung, Gewöhnung und Vererbung sei. Folglich konnte auch jeder Mensch wieder umerzogen werden.[6] Dies erklärt, warum die Jugendlichen möglichst frühzeitig erfasst und dem Einfluss der Familie entzogen werden sollten. Die Eltern verloren das Recht, ihre Kinder nach ihren eigenen Weltanschauungen zu erziehen. Lediglich die „Erzeugungsfunktion“ wurde ihnen noch zugesprochen.[7]

„Sowie der Wurm soweit denkend wird, daß man ihm die Differenzen des menschlichen Lebens anerziehen kann, beginnen wir mit der Anerziehung des Gemeinsamen und lassen dann nicht mehr locker.“[8]

Dies erklärt auch die enorme Bedeutung, welche der Erziehung von Jugendlichen im „Dritten Reich“ beigemessen wurde. Sie alle sollten zu einer NS–Elite herangezüchtet werden. Durch eine ständige Verallgegenwärtigung und Wiederholung der Ideologien, etwa in nationalpolitischen Lehrgängen, sowie in Gemeinschafts- und Wehrertüchtigungslagern sollte es zu einer Gleichschaltung der gesamten deutschen Jugend kommen. In sämtlichen Schulen wurden die Führerreden im Rundfunk übertragen, Propagandafilme gezeigt und ideologisch nutzbare Gedenktage, wie etwa der 1. Mai, der Muttertag, der Heldengedenktag, der Erntedanktag, der Geburtstag des Führers, aber auch kirchliche Feiertage feierlich begangen, wobei bei diesen Anlässen stets das Deutschland- und das Horst–Wessel–Lied gespielt wurden. Diese Feiern wurden schnell zu Ritualen, die ebenso wie die Verwendung von Symbolen (Hakenkreuz, Fahnen und Hitlerbilder) zu einer emotionalen Formierung der Schüler führten. Auf diese Weise versuchten die Nationalsozialisten, die deutsche Jugend für den neuen Staat zu begeistern.[9] Hauptpunkte bei dieser Gleichschaltung bildeten die Forderungen nach Entwicklung von Nationalstolz und rassischem Bewusstsein. Kinder sollten sich von klein auf dem deutschen Volk zugehörig fühlen und sich ihrer vermeintlichen Überlegenheit gegenüber anderen Völkern bewusst sein.[10]

Auf die Frage, wie es möglich war, Menschen, und hier im Speziellen Jugendliche, derart zu manipulieren, sagt Kurt Flessau in seinem Buch „Erziehung im Nationalsozialismus“:

„Kritische Fragen waren ihnen dank einseitiger Information durch Schule, Presse, Rundfunk oft unmöglich gemacht oder doch erschwert. Die Parteilehren wirkten auf viele junge Menschen so überzeugend, daß ihnen an diesem System nichts verdächtig oder rätselhaft vorkam.“[11]

Ein weiterer entscheidender Punkt, der von großer Bedeutung für den Erfolg der Gleichschaltung der Jugend war, waren die unzähligen Organisationen, denen die Kinder von klein auf beitreten konnten oder sogar mussten. Bereits in der Zeit der Weimarer Republik prägte die Teilnahme in Verbänden, Vereinen und Organisationen in entscheidendem Maße das jugendliche Leben. Der überwiegende Teil der Jugend war Mitglied in konfessionellen Vereinen und Sportorganisationen. Durch das Verbot der meisten dieser Vereine nach der „Machtübernahme“ entfielen die Alternativen in der Freizeitgestaltung der Jugendlichen. Neben den Verboten gab es auch enorme Einschränkungen bei den übriggebliebenen Verbänden. So waren ab dem Jahre 1935 jegliche nichtreligiöse Betätigungen in konfessionellen Vereinen untersagt. Dadurch ging auch hier der Zuspruch der Jugendlichen drastisch zurück.[12]

Die HJ wurde 1926 als Jugendorganisation der NSDAP gegründet. 1933 wurde sie nach Geschlecht in Jungvolk und HJ für Burschen, sowie dem Jungmädelbund und dem BDM für Mädchen aufgeteilt. Trotz des, speziell für Burschen, äußerst ansprechenden Programms, wie etwa Schießübungen, Kampftraining oder Waldmärsche, gab es zu Beginn einen eher geringen Zuspruch. Bis Ende 1932 waren nur 2,2% aller deutschen Jugendlichen zwischen vierzehn und achtzehn Jahren Mitglied in der HJ. Nach der „Machtübernahme“ kam es jedoch zu einem enormen Anstieg der Mitgliederzahlen. So waren es 1934 42,9% und Ende 1936 gar 49%. Zu dieser Zeit wurde bereits, auch in der Schule, ein maßgeblicher Druck auf die Jugendlichen ausgeübt. Diejenigen, die eine Mitgliedschaft bei der HJ verweigerten, mussten dies auch begründen.[13]

Ab März 1939 gab es durch die Jugenddienstverordnung keine freie Wahl mehr, was die Mitgliedschaft in der HJ betraf. Jeder Jugendliche im Alter von zehn bis achtzehn Jahren musste seinen HJ-Dienst ableisten. Weiters kam es auch zu einem Verbot jeder anderen Bündischen Jugend. Liederbücher dieser Organisationen wurden beschlagnahmt, das Trampen mit Autos und auf Schiffen, sowie der Besuch von Spieleinrichtungen und die Teilnahme an Tanzveranstaltungen wurden verboten. Die „Verordnung zum Schutz der Jugend“ stempelte praktisch das gesamte Freizeitverhalten der Jugend als „Herumtreiberei“ ab. Ziel dieser Maßnahmen war die allumfassende Kontrolle der Jugend. Aber trotz all dieser Einschränkungen entstanden immer mehr Jugendgruppen, sogenannte „Cliquen“, wie etwa die „Edelweißpiraten“, welche naturgemäß von den Nationalsozialisten mit aller Kraft bekämpft wurden.[14]

Ein wichtiges Erziehungsziel dieser Zeit war es, auch schon die Kinder an den Krieg zu gewöhnen. Entscheidende Punkte dafür waren militärisches Denken, bedingungsloser Mut, blinder Gehorsam, Draufgängertum, absolute Treue und Opferbereitschaft. All dies sollten die jungen Menschen in der HJ lernen. Günter de Bruyn erinnerte sich an seine Jugend in Berlin:

„Wir kannten nur Familie und Militär, Unterordnung und Abhängigkeiten; wir lernten weder, uns anderswo zu bewegen, noch uns zu entscheiden, blieben in dieser Hinsicht bis Kriegsende Kinder, wenn auch Entbehrungen und Gefahren uns frühreif machten und unsere Sprache und unser Gebaren das von erprobten Soldaten war.“[15]

In der nationalsozialistischen Erziehung wurden die Entfaltung des Individuums, die umfassende Differenzierung, sowie die Förderung der gegebenen Anlagen unterbunden. Gehorsam und Disziplin waren Höchstwerte. Der Wert jedes einzelnen wurde nach der Funktionstüchtigkeit für die Volksgemeinschaft gemessen. Man versuchte, einen ganz speziellen „Typ“ von Mensch zu züchten. Dies sollte durch die frühe Einflussnahme des Staates auf die Kinder passieren. So sagte auch Hitler in einer Rede vom 04. Dezember 1938 in Reichberg im Sudetenland in bezug auf die nationalsozialistische Totalerziehung:

„Diese Jugend, die lernt ja nichts anderes, als deutsch denken, deutsch handeln und wenn diese Knaben mit 10 Jahren in unsere Organisation hineinkommen und dort oft zum ersten Male überhaupt eine frische Luft bekommen und fühlen, dann kommen sie vier Jahre später vom Jungvolk in die Hitlerjugend, dort behalten wir sie wieder vier Jahre, und dann geben wir sie erst recht nicht zurück in die Hände unserer alten Klassen- und Standeserzeuger, [...] und sie werden nicht mehr frei ihr ganzes Leben.“[16]

2.2 Die Organisation des Schulsystems

„Der Staat trägt hier im Auftrage der ‚Bewegung’ die rechtliche Verantwortung dafür, daß die heranwachsende Jugend in den Stand gesetzt wird, die Kraft und Leistungsfähigkeit des Volkes zu erhalten und zu erhöhen und die überkommene völkische Kultur zu vertiefen.“[17]

2.2.1 Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung u. Volksbildung

Am 01. Mai 1934 wurde das RMfWEV mit dem Ziel, den kulturpolitischen Föderalismus der Länder zunächst einzuschränken und schließlich ganz zu überwinden, gegründet. Der Hauptsitz war in Berlin, Unter den Linden 69. Dieses Ministerium sollte dem NS–Staat die Möglichkeit bieten, sämtliche pädagogische Einrichtungen seinem Einfluss zu unterwerfen, um so wirksam seine „Weltanschauung“ verbreiten zu können. Die Aufgabe dieser zentralen Schulbehörde war also die Zentralisierung und Vereinheitlichung des gesamten Schulsystems. Folglich besaßen die einzelnen Länder nun keine Schulhoheit mehr.[18] Gegliedert wurde das RMfWEV nach einer Aufgabenbestimmung von Adolf Hitler, am 11. Mai 1934, in sieben Ämter:

I. „Zentralamt (Allgemeine Angelegenheiten, insbesondere auch Verwaltung der für Kulturzwecke bestehenden Stiftungen)
II. Amt für Wissenschaft (Hochschulwesen)
III. Amt für Erziehung (Allgemeines Schulwesen)
IV. Amt für Volksbildung (Kunsterziehung, Museumswesen, Denkmalpflege, Erwachsenenbildung)
V. Amt für körperliche Erziehung (Körperliche Ausbildung in den Schulen)
VI. Das Landjahr
VII. Die Nationalpolitischen Erziehungsanstalten“[19]

Mit Gründung dieses Ministeriums versuchte die NS–Bewegung ihren Anspruch, auch in der Erziehung die letzte Entscheidungsinstanz zu sein, zu verwirklichen. Zu dieser Zeit war der Staat bereits längst zu einem Volksstaat geworden, die Regierungs- und Verwaltungsstellen handelten nach den weltanschaulich–politischen Weisungen der NSDAP, und schließlich wurde die Parteiorganisation und der NS–Staat zu den einzigen Erziehungshoheiten im „Dritten Reich“. Die Familie, die „Keimzelle des Staates“, hatte nur noch in den ersten Lebensjahren eines Kindes starken Einfluss auf die Erziehung, welcher aber mehr und mehr verklang, je stärker sich die Partei und der Staat in die Erziehung einschalteten.[20]

„Der Staat Adolf Hitlers ist darum zum Erziehungsstaat geworden, weil der Führer durch die Schöpfung seines Reiches die Kraft seines Volkes in einem einzigen politischen Willen, in eine einzige, alle durchdringende Weltanschauung zusammenfaßte und damit wieder große und sinnvolle Erziehung möglich machte.“[21]

Leiter des RMfWEV war Bernhard Rust, welcher nach Kriegsende Selbstmord beging. Aber wie in sämtlichen Bereichen der nationalsozialistischen Führung, gab es auch hier einige Machtstreitigkeiten zwischen Spitzenfunktionären, wie etwa Martin Bormann oder auch Reichsleiter Philipp Bouhler, der Chef der „Parteiamtlichen Prüfungskommission zum Schutze des nationalsozialistischen Schrifttums“. Sie, und viele andere mehr, bemühten sich zunehmend, Einfluss auf das deutsche Bildungswesen zu gewinnen. Die Schwierigkeiten bei einheitlichen Richtlinien entstanden demnach durch die nicht scharf abgegrenzte Kompetenzverteilung der Hauptfunktionäre. Bernhard Rust zog bei solchen Auseinandersetzungen meist den Kürzeren, und so war es ihm oft nicht möglich, rasch und effektiv zu handeln. So wies das Schul- und Erziehungswesen bis zum Ende des „Dritten Reiches“ weder eine Linie, noch ein geschlossenes System auf.[22] Hans-Jochen Gamm sagt dazu in seinem Buch „Führung und Verführung – Pädagogik des Nationalsozialismus“:

„Was man erwartet hatte, leistete das Reichserziehungsministerium nicht. Wohl wurden die Spitzenstellen mit renommierten Nationalsozialisten besetzt, das bürokratische Gefüge aber blieb weithin der Indoktrination unzugänglich.“[23]

Trotzdem war das Schulwesen stets in Bewegung. Manche Änderungen vollzogen sich häufig und schnell. Diese lagen jedoch nur in einzelnen Bereichen und betrafen nie das gesamte Schulsystem. Eine völlige Gleichschaltung wurde demnach nie erreicht.[24]

Dennoch lassen sich die Änderungen der nationalsozialistischen Schulpolitik in drei Phasen gliedern:

1. 1933 – 1936: In dieser ersten Phase kam es zur Ausschaltung politischer Gegner, eingeleitet durch das Inkrafttreten des Gesetzes „zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ vom 07. April 1933. Weiters wurden zu dieser Zeit einige NS-Rituale, wie etwa der Hitlergruß, in die Schulorganisation aufgenommen.
2. 1937 – 1941: In dieser Phase wurden organisatorische und inhaltliche Eingriffe vorgenommen. Schulformen wurden verändert, und es kam zu Neufassungen und einer Neuorientierung der gesamten Bildungsinhalte.
3. 1942 – 1945: In dieser letzten Phase leiteten die Nationalsozialisten die meisten jugendpolitischen Maßnahmen von Notwendigkeiten durch die Kriegsführung her.[25]

ad 1. Wollte man die Jugend nach nationalsozialistischen Vorstellungen erziehen, so brauchte man aber auch Lehrer, welche ebenfalls die ideologischen Interessen des Reiches vertraten. Aus diesem Grund wurden einige, dem Regime gegenüber kritische Lehrer, entlassen und durch nationalsozialistische ersetzt. Die Lehrerschaft wurde also auch auf die neuen Verhältnisse „abgestimmt“. So sagte der Reichserziehungsminister Bernhard Rust:

„Unsere Flagge muß von der nächsten Generation noch verteidigt werden, und darum kommt es darauf an, daß diese aus vollkommen erwachten Deutschen besteht. Es ist allererste Aufgabe, neue Menschen zu schaffen. Neue Menschen schafft aber nur ein neuer Erzieher [...]“[26]

Es kam zu großangelegten Säuberungsaktionen, denn schließlich wurden Gegner des Nationalsozialismus als Gegner von Deutschland angesehen und durften so keinesfalls mehr unterrichten. Legitimiert war dieses Vorgehen durch das „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ vom 07. April 1933.[27]

„Es gibt heute noch Erzieher, die Gegner des Nationalsozialismus waren – vielleicht keine offenen, es hat viele solcher gegeben - , die aber jetzt noch nicht bereit sind, im nationalsozialistischen Geiste Unterricht zu erteilen. Es wird die Aufgabe des Staates sein, solche Lehrer und deren Unterrichtsergebnisse gründlichst zu prüfen und um des Schicksals des deutschen Volkes willen solche Lehrer dann auszuschalten; die dürfen nicht mehr lehren.“[28]

Das „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ betraf:

a. Beamten und Pensionäre, die sich 1918 kommunistisch betätigt hatten. Sie wurden im Verlauf der kommenden Monate ohne Gehalt, Pension oder Übergangsgeld abgebaut.
b. Beamten, welche Mitglieder der SPD, des Reichsbanners oder irgendeiner pazifistischen Organisation waren und sich darin nennenswert betätigten. Die meisten wurden mit einer stark reduzierten Pension entlassen.
c. Alle Juden oder jüdisch Versippten. Ausnahmen hierbei waren laut Verordnung ehemalige Frontkämpfer, Nachkommen von Kriegsgefallenen oder solche, die schon vor 1914 unterrichtet hatten. Das Ausmaß des Abbaus ging jedoch weit über den Text der Verordnung hinaus.
d. „Fassadenkletterer“: Dies waren Lehrer ohne die entsprechende Schulbildung, welche ihr Amt in der Zeit vor dem Großdeutschen Reich nur aus politischen Gründen erhalten hatten. Dieser Punkt betraf allerdings nur sehr wenige, teilweise jedoch hochverdiente Männer.[29]

Entscheidendes Grundgebot des „Dritten Reiches“ war, dass alle Erziehungsbeauftragten dem deutschen Volk angehören und deutsches Blut haben mussten. Die nach diesen Kriterien noch verbleibenden Lehrer wurden nach den Vorstellungen der Nationalsozialisten umerzogen und von staatlichen Instanzen kontrolliert. Als unterstützende Maßnahme dazu bot der NSLB und das Leipziger „Zentralinstitut für Erziehung“ Weiterbildungskurse an. Dies waren mehrwöchige Kurse, in denen die Lehrer auf ihre neuen Aufgaben vorbereitet wurden. So versuchte man durch die Einheit der Weltanschauung der Erzieher auch eine Einheit zwischen den einzelnen Fächern zu schaffen.[30]

War vor 1933 das deutsche Erziehungswesen noch in Gefahr, aufgrund der weltanschaulichen Uneinigkeit des Volkes zu zersplittern, so gab es nach 1933 eine nationalsozialistische Ausrichtung hin zu einheitlichen Grundlinien. Neben einer klaren Prägung der Bildungsziele und Arbeitswege wurden auch die Schultypen auf wenige notwendige Hauptformen reduziert. Konfessions- und Privatschulen wurden untersagt und die annähernd 70 Typen differenzierter Oberschulen auf drei Grundtypen verkleinert.[31] Ebenso wurde durch die Schaffung eines reichseinheitlichen Volksschul-Lesebuchs im Jahre 1934 das vielfältige Bildungsangebot verringert. Auch dies verdeutlicht wieder in eindrucksvoller Weise die extreme Intellektfeindlichkeit des NS-Schulsystems. Am wichtigsten erschien den Nationalsozialisten die Ertüchtigung des Körpers, sowie die Bildung von völkischen Charaktereigenschaften. Klar wird auch die gewichtige Stellung der Rassenfrage für die Nationalsozialisten durch die Tatsache, dass die „Rassenkunde“ bereits ab 13. September 1934 per Erlass als obligatorischer Lehrgegenstand eingeführt wurde.[32]

„Beim Neuaufbau unseres Reiches erleben wir die Rasse als den Baugrund, den Führer als den Bauherrn und das Volk als die Bauhütte. Im Hinblick auf unsere Zukunft begegnen wir neben der Erziehung immer dem rassischen Zuchtgedanken. Der artverpflichtete Mensch ist eben Erziehungs- und Zuchtziel.“[33]

ad 2. Bis 1937 stütze sich der Unterricht in den deutschen Volksschulen noch auf die Richtlinien, sowie Erziehungs- und Unterrichtspläne aus der Weimarer Republik. Es wurden lediglich ein paar den Nationalsozialisten wichtige neue Erlässe hinzugefügt. Am 10. April 1937 erschien jedoch der Erlass E II a 485 des RMfWEV „zur Einführung der Richtlinien für die unteren Jahrgänge der Volksschule“. Am 15. Dezember 1939 wurde ein neuer Erlass samt neuen Richtlinien für die gesamte Volksschule veröffentlicht, welcher den Erlass E II a 485 hinfällig machte. Mit diesem Erlass wurde der Schule klar der erste Rang unter den Erziehungsinstitutionen genommen. So wurden Partei- und Wehrmachtsorganisationen zu gleichberechtigten Bildungsmächten, während die Kirche unerwähnt blieb. Der Einfluss der christlichen Kirche auf alle Schulen wurde merklich verringert und der Religionsunterricht eingeschränkt.[34] In dem Grunderlass vom 15. Dezember 1939 wurde die Aufgabe der Volksschule so dargestellt:

„Die Aufgabe der deutschen Schule ist es, gemeinsam mit den anderen nationalsozialistischen Erziehungsmächten, aber mit den ihr gemäßen Mitteln, die Jugend unseres Volkes zu körperlich, seelisch und geistig gesunden und starken deutschen Männern und Frauen zu erziehen, die, in Heimat und Volkstum fest verwurzelt, ein jeder an seiner Stelle zum vollen Einsatz für Führer und Volk bereit sind. Im Rahmen dieser Aufgabe trägt die Volksschule die Verantwortung dafür, daß die Jugend mit den grundlegenden Kenntnissen und Fertigkeiten ausgerüstet wird, die für den Einsatz ihrer Kräfte in der Volksgemeinschaft und zur Teilnahme am Kulturleben unseres Volkes erforderlich sind.“[35]

Durch das Reichsschulpflichtgesetz vom 06. Juli 1938 führten die Nationalsozialisten die allgemeine Schulpflicht ein. Demnach musste jeder Deutsche die achtjährige Volksschule und danach eine dreijährige Berufsschule absolvieren. Neben dieser einfachsten Form der schulischen Ausbildung gab es auch weitere Möglichkeiten. So konnte man nach vier oder sechs Jahren in die Hauptschule oder in eine Höhere Schule wechseln oder man entschied sich für den Besuch einer der Nationalpolitischen Erziehungsanstalten (NPEA) oder, bei besonderer Bewährung, einer Adolf-Hitler-Schule. Hier wurden jedoch nur Kinder aufgenommen, welche intelligent und „gute“ Nationalsozialisten waren, denn schließlich sollten sie zur späteren Führungselite erzogen werden. Aber nicht nur in den Adolf-Hitler-Schulen sollten die Kinder und Jugendlichen immer stärker nationalsozialistisch erzogen werden, auch in den anderen Schultypen sollte die NS-Ideologie in den Vordergrund rücken. Dies verdeutlichten auch die neuen Richtlinien und Erlässe, welche in den Jahren 1937 bis 1942 für die unterschiedlichen Schulformen veröffentlicht wurden.[36]

ad. 3 Ziel der Nationalsozialisten in bezug auf die Schule blieb es, sämtliche Bereiche mit der nationalsozialistischen Ideologie zu durchdringen. So besagt ein Kriegsartikel der deutschen Schule aus dem Jahre 1944:

„3. Vordringlichstes Gebot der Schule ist es, daß sie täglich nationalsozialistischer wird. Gegen politische Reaktionäre unter den Lehrenden und getarnte Saboteure der totalen Mobilmachung der Volkskraft muß rücksichtslos vorgegangen werden.“[37]

In der letzten Phase des „Dritten Reiches“ war das schulische Leben, wie das gesamte Leben an sich, vom totalen Krieg geprägt. So erschien am 13. Januar 1943 ein Erlass des Führers, wonach alle öffentlichen Dienststellen verpflichtet wurden, sämtliche nicht kriegswichtigen Aufgaben einzustellen und die damit verbundenen Organisationen und Verbände still zu legen. Die Schulerziehung an sich erschien jedoch weiters, auch in der Zeit des Krieges, als enorm wichtig, da die Leistungen der Nachwuchskräfte der Wehrmacht, Wirtschaft und Verwaltung in entscheidenden Maße von den Ergebnissen der Erziehungsarbeit abhängig waren. Jedoch sollten Schüler als auch Lehrer außerschulische Aufgaben nur dann übernehmen, wenn sie von Bedeutung für den Krieg waren und die schulischen Leistungen nicht darunter litten. Solche kriegswichtigen außerschulischen Aktivitäten waren etwa die Altstoffsammlung, welche im Jahre 1941 ins Leben gerufen wurde. Kinder sollten Altstoffe von zu Hause mit in die Schule bringen, wo diese gesammelt wurden, um als Rohstoffe in der Kriegswirtschaft weiterverwendet zu werden. Ebenso wichtig in dieser Zeit waren der Erntedienst von Schülern und die Heilpflanzensammlung. Schüler und Lehrer sammelten Blüten und Pflanzen für das Drogenaufkommen des Deutschen Reiches.[38]

In seinem Buch „Schule der Diktatur“ fasst Kurt-Ingo Flessau die, scheinbar für die „Machtübernahme“ der Nationalsozialisten in den Schulen, entscheidenden Vorgänge in nur wenigen Punkten zusammen.

„Auf sechs schulpolitischen Entscheidungsfeldern vollzieht der Nationalsozialismus die Machtübernahme in der Schule, indem er

- das Schulsystem vereinheitlicht, die Typen- und Formenvielfalt reduziert und neue spezifisch politische Schulen gründet;
- die Lehrerbildung verändert;
- neue Lehrpläne und Richtlinien erläßt;
- die Stundenpläne revidiert und den Staatsjugendtag einführt;
- die Pluralität der Bildungsmächte einschränkt;
- Rassismus und Antisemitismus in die Schulen trägt.“[39]

2.2.2 Das Schulsystem in Österreich nach dem „Anschluss“

Bereits im Frühjahr 1933, nach der Ausschaltung des Parlaments, wurde der Schulbereich in Österreich rasch zum Ziel autoritärer Politik. Der Staat versuchte ab 1934 Lehrpläne, Unterrichtsbehelfe und Schulbücher neu auszurichten. Wichtige Begriffe dieser Zeit waren religiös-sittlich, vaterländisch und sozial-volkstreu.[40]

„Insgesamt zielte man also ab auf eine Erziehung zur Hingabe an ein christliches, deutsches und freies Österreich und zur willigen Einordnung und Pflichterfüllung.“[41]

Dieser Versuch die Lehrer auf die neue Ideologie auszurichten scheiterte zum Teil, weil nationalsozialistische als auch sozialdemokratische Lehrer durch illegale Aktivitäten und durch Bildung einer „öffentlichen Gegenmeinung“ das offizielle Staatsverständnis in Frage stellten.[42] In den kommenden Jahren gewannen deutschnationale Lehrer an Zahl und Bedeutung. Auch in der illegalen Zeit wurden Bücher eingeschleust und der Kontakt mit dem „Altreich“ gefestigt. Ende 1937 waren etwa 3.000 Lehrer in Österreich bereits Mitglied des NSLB, auch wenn gegen diese oft Sanktionen, wie Inhaftierung, Versetzung oder eine zwangsweise Pensionierung bei reduzierten Bezügen verhängt wurde. Auch Schüler waren massiv verstärkten Disziplinierungsinstrumentarien bis hin zum Schulausschluss im ganzen Bundesgebiet ausgesetzt. Dennoch nahm auch hier der Anteil der deutschnationalen zu.[43]

Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das „Dritte Reich“ vom 13. März 1938 wurde das österreichische Schulwesen sofort dem RMfWEV in Berlin unterstellt. Also auch hier sorgten die Nationalsozialisten schnell für eine Gleichschaltung. Diese Veränderungen des Schulsystems wurden widerstandslos und breitwillig von den Österreichern übernommen und akzeptiert. Auch der Stadtschulrat für Wien reagierte rasch auf den entscheidenden Erlass vom 15. März 1938 und ordnete an, „daß sowohl die allgemeine Erziehungsarbeit der Schule als auch der Unterricht in den einzelnen Lehrgegenständen mit den durch die Vereinigung unserer österreichischen Heimat mit dem großen deutschen Vaterlande herbeigeführten Veränderungen in vollen Einklang zu bringen ist.“[44]

Schon in den ersten Tagen nach dem „Anschluss“ kam es zu politisch motivierten personellen Säuberungen und Umbesetzungen. Zunächst konzentrierte man sich vor allem auf die Schulbürokratie und Schulleiterposten, aber der nächste Schritt erfasst dann auch die gesamte Lehrerschaft. Spezielles Ziel dieser Maßnahmen waren profilierte katholische Lehrer und Professoren. Ende Mai erschien die „Verordnung über die Neuordnung des österreichischen Berufsbeamtentums“, welches besagte, dass jüdische und jüdisch versippte sowie „politisch unzuverlässige“ Lehrer in den Ruhestand versetzt wurden. Kurz danach erfolgte eine intensive Umerziehungs- und Schulungskampagne. Bereits am 20. März 1938 hatten alle Lehrer ihren Eid auf Adolf Hitler abgelegt, Nichtarier wurden dazu nicht zugelassen und mussten aus dem Dienst ausscheiden, und in den kommenden Monaten gab es viele Vorträge, Kundgebungen, Treuegelöbnisse, Kurse und lagerähnliche Schulungen, bei denen die wesentlichen Inhalte der nationalsozialistischen Ideologie vermittelt werden sollten. Diese politische Gleichschaltung wurde von dem NSLB organisiert und überwacht. Da Schulbücher nicht sofort geändert werden konnten, war es die Aufgabe der Lehrer „falsche“ Inhalte zu korrigieren. Später übermittelten die Nationalsozialisten den Lehrer- und Schülerbüchereien Listen, auf denen verzeichnet war, welche Bücher auszuscheiden und welche neu anzuschaffen seien.[45]

Mit dem „Ostmarkgesetz“ vom 14. April 1938 kam es dann schlussendlich auch zur völligen Liquidierung des österreichischen Unterrichtsministeriums.[46] Wurde es zuerst in die Abteilung IV des Ministeriums für innere und kulturelle Angelegenheiten umgewandelt, so liquidierte es sich gemäß den Bestimmungen des „Ostmarkgesetzes“ am 01. Juni 1940 selbst.[47] Sämtliche Anordnungen, wie etwa die Ausmerzung aller Schulleute, welche dem Regime nicht genehm waren, wurden von nun an von Berlin aus getroffen. Die nationalsozialistische Weltanschauung galt nunmehr auch als Leitstern für Erziehung und Unterricht in Österreich.[48] Wie bei allen Gebieten, die vom Deutschen Reich vereinnahmt wurden, behielt man jene Einrichtungen bei, welche sich bewährt hatten. Sie wurden nur im „erforderlichen Maße“ abgewandelt. So blieben etwa die österreichischen Hauptschulen erhalten und wurden sogar anstelle der deutschen Mittelschulen für das gesamte Reich übernommen, auch um die österreichischen Parteigenossen zu beruhigen. Hingegen wurden jedoch in einer zweiten Gleichschaltungswelle im Herbst 1938 sämtliche Privatschulen abgeschafft, und die Lehrerakademien wurden durch fünfjährige Bildungsanstalten ersetzt. Weiters wurden alle konfessionell geführten Schulen geschlossen und religiöse Veranstaltungen im Schulbereich verboten.[49] Auch die Lehrerschaft wurde „entkonfessionalisiert“. So wurde die früher obligatorische Prüfung in Religion bei den Lehrerbefähigungsprüfungen fallengelassen und die im Lehrerberuf tätigen Ordenangehörigen wurden zum Ausscheiden gezwungen. Schließlich wurde auch der Religionsunterricht zum unbetonten Freigegenstand erklärt, bei dem sich die Schüler extra anmelden mussten.[50]

„Die politischen Säuberungen fielen schärfer aus als im Deutschen Reich, und auch die Entschlossenheit, mit der man den Einfluß der katholischen Kirche in den verschiedenen Erziehungsbereichen zurückzudrängen suchte, war in Österreich deutlicher ausgeprägt.[51]

2.2.3 Der nationalsozialistische Lehrerbund (NSLB)

Der Volksschullehrer Hans Schemm gründete im Jahre 1929 den NSLB als eine neue Kampforganisation. Die Aufgaben dieser Organisation lagen zunächst darin, einerseits alle deutschen Erzieher, die sich zum Nationalsozialismus bekannten, in einer Gemeinschaft organisatorisch zusammenzufassen und sie nach der nationalsozialistischen Weltanschauung auszurichten, und andererseits die deutschen Schulen mit den Grundsätzen des Nationalsozialismus zu durchdringen. Der NSLB war ein an die Partei angeschlossener Verband, welcher vom Hauptamt für Erziehung betreut wurde.[52]

Als Hitler am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler ernannt wurde, waren etwa 5% aller deutschen Lehrer Mitglieder der NSDAP, aber ein weit größerer Teil waren potentielle NSDAP-Wähler. Angesichts der mit aller Vehemenz durchgeführten Gleichschaltung im Schulbereich, beteuerten die Leitungen der meisten Lehrervereine ihre Loyalität gegenüber dem neuen Regime. Sie erklärten sich zur Mitarbeit im Dienste des nationalsozialistischen Erziehungswesens bereit. Gegner der NSDAP kündigten oder wurden entfernt. Hans Schemm forderte bereits Ende März die Vertreter der Berufsorganisationen der Lehrer auf, die Vorstandsämter an Nationalsozialisten zu übergeben. Nachdem Hans Schemm zum bayrischen Kultusminister ernannt wurde, überführte er am 08. April 1933 sämtliche deutsche Lehrerverbände in den NSLB.[53] Einen Tag zuvor erhielt er auch den Vorsitz des Deutschen Lehrervereins und als er im Jahre 1935 tödlich verunglückte, übernahm Fritz Wächtler seine Stellung.[54]

Die Reichsleitung des NSLB gliederte sich in vier Gruppen:

1. Führungsamt
2. Amt für Schulpolitik und Berufsfragen
3. Amt Finanz- und Vermögensverwaltung
4. Amt Erziehung und Unterricht

Diese Hauptstelle für Erziehung und Unterricht betreute wiederum sieben Fachschaften, welche Lehrer aller Schularten vereinigte.

1. Hochschulen
2. Höhere Schulen
3. Hauptschulen
4. Volksschulen
5. Sonderschulen
6. Berufs- und Fachschulen
7. Sozialpädagogische Erziehungsstätten[55]

Etliche Funktionäre der früheren Lehrerverbände setzten in diesen Fachschaften ihre Arbeit fort. Sie alle verband ein Streben nach Autonomie, welches zu zahlreichen Differenzen mit der Zentrale führte.

Vor Beginn der Ausbildung mussten sämtliche Anwärter für den Lehrberuf ein Gesundheitszeugnis, den Nachweis deutscher Abstammung, sowie die Bestätigung der Ableistung des Arbeitsdienstes vorweisen. Die Vorbildung von Lehrern wurde vereinheitlicht. Berufsausbildung und Anstellung waren zwar Sache des Staates, die Partei war jedoch als Betreuer mittätig, und so konnte ein Lehrer nur eingestellt werden, nachdem die Partei-Kanzlei dessen weltanschauliche Zuverlässigkeit und Unbedenklichkeit bescheinigt hatte. Die Nationalsozialisten hatten mit ihren Erziehungszielen auch die Anforderungen an die Lehrer erhöht.[56]

„Erziehen kann aber nur, wer die körperlichen, charakterlichen, geistigen und politischen Eigenschaften, die er bei der Jugend entwickeln soll, in verstärktem Maße besitzt und vorlebt.“[57]

Seit 1933 schufen die Nationalsozialisten überall im Land besondere „Hochschulen für Lehrerbildung“. Aufnahmevoraussetzung dafür war das Reifezeugnis einer Höheren Schule. Da jedoch die Zahl der Interessenten mit Abschluss einer Höheren Schule abnahm, wurden „staatliche Aufbaulehrgänge“ eingerichtet. Diese konnten nach dem Abschluss der Volksschule besucht werden. Nach weiteren vier Jahren der Ausbildung konnte man dann schließlich auf eine Hochschule für Lehrerbildung wechseln.

Im Jahre 1942 wandelten die Nationalsozialisten die Hochschulen für Lehrerbildung in Lehrerbildungsanstalten um. Aufbaulehrgänge von fünf Jahren bildeten den Grundstock. Aufnahmekriterien waren: ein guter Gesundheitszustand, die Zugehörigkeit zur HJ/BDM, musische Fähigkeiten sowie ein guter Leumund der Eltern. Eine weitere Auslese fand danach noch in speziellen Musterungslagern statt.[58]

2.2.4 Die Pädagogen

Nach der „Machtübernahme“ sollten sämtliche pädagogische Praxisfelder „im neuen Geist“ umgestaltet werden. Dafür benötigte man eine theoretische Fundierung, und so wurden Pädagogen und Wissenschafter, wie etwa Ernst Krieck, Alfred Rosenberg, Alfred Baeumler und Rudolf Benze, zu „Chefideologen“ des nationalsozialistischen Regimes. In praktischer Hinsicht wurden diese jedoch durch Baldur von Schirach, dem Erschaffer der HJ, an Bedeutung übertroffen. Von Schirach wirkte nicht primär durch seine Texte, aber die pädagogische Wirkung der HJ durfte nicht unterschätzt werden.[59]

Ernst Krieck

Ernst Krieck war wohl der einflussreichste Pädagoge im „Dritten Reich“. Seine Hinwendung zum Nationalsozialismus erschien eine logische Folge seiner bereits früher bekannten Forderungen. Schon 1922 erschien sein Werk „Philosophie der Erziehung“, durch das er sich in den Fachkreisen der Erziehungswissenschaft einen Namen machte. Bereits damals plädierte er für eine pädagogisierte Staatsordnung, und so war es nur verständlich, dass er sich ab 1932, nachdem er der NSDAP beigetreten war, als ihm die Nationalsozialisten die Chance zur Durchführung gaben, auch dafür einsetzte. Allerdings musste er nun sein Wissenschaftsverständnis ändern. Betrieb er noch 1922 eine beschreibende „autonome“ Erziehungswissenschaft, die sich im Wesentlichen mit historischen Phänomenen auseinander setzte, so wandte er sich ab 1932 einer handlungsorientierten „völkisch-realistischen“ Erziehungswissenschaft zu.[60] Er vertrat den Wunsch nach einer einheitlichen Gesellschaftsstruktur, die alle Bereiche des Lebens abdecken sollte. Ernst Krieck wurde zum Repräsentanten des neuen Erziehungsideals, welches mit Begriffen wie Zucht, Menschenformung, Typenprägung und Typus in Verbindung gebracht wurde. Die Persönlichkeitsbildung wich vor der Menschenformung zurück. Ähnlich wie Hitler verachtete Krieck die intellektuelle Erziehung mit der Begründung, dass man mit Wissen die Jugend nur verdarb. Die Zusammengehörigkeit von Leib, Seele und Geist rückte in den Mittelpunkt der Erziehung. Der völkische Mensch sollte ein Erziehungsprodukt von Politik, Kultur, Jugendbund und Schule sein. Für Krieck war die freie Meinungsbildung verpönt. Die Schüler sollten nicht selbst urteilen, sondern die vom Staat vorgegebenen Werte übernehmen. Von ihm stammte auch eine der Hauptformeln der Erziehung dieser Zeit: „Alle erziehen jederzeit alle.“[61] 1932 veröffentlichte Ernst Krieck sein Buch „Nationalpolitische Erziehung“, in dem er seine These von einer einheitlichen Kultur und Gesellschaft auf der Ideologie des Nationalsozialismus aufbaute. Dieses Werk zählte lange Jahre zu den Standardwerken für Erzieher und Lehrer.[62]

Alfred Rosenberg

Rosenberg trat bereits 1920 der NSDAP bei. Im Jahre 1924, als Hitler nach seinem Putsch-Versuch im Gefängnis saß, wurde er als Hitlers Stellvertreter eingesetzt und gründete die „Großdeutsche Arbeitsgemeinschaft“, eine Ersatzorganisation der verbotenen NSDAP. Im „Dritten Reich“ war Rosenberg neben Goebbels einer der Hauptpropagandisten. 1934 kam es zu seiner Ernennung zum „Beauftragten des Führers für die Überwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Schulung und Erziehung der NSDAP“.[63] Dies blieb er auch bis 1945. Seine Aufgabe hier war, einen Rahmen zu schaffen, in dem die Hauptarbeitsgebiete von Schulung und Erziehung, Wissenschaft und Kultur, der Arbeitsbereich Überstaatliche Mächte, das Schrifttum und das Presseamt, vereinigt wurden. Da Rosenberg von 1941 bis 1945 auch „Reichsminister für die besetzten Ostgebiete“ und so mitverantwortlich für die Politik der Ghettoisierung und Ermordung der Juden war, wurde er 1946 vom Nürnberger Kriegsverbrechertribunal der Verbrechen gegen die Menschlichkeit für schuldig befunden und hingerichtet.[64]

Alfred Baeumler

In Fachkreisen bekannt wurde Alfred Baeumler durch seine zweihundert Seiten lange Einleitung zu einem Buch über den Mystiker Bachofen das 1926 erschien. Sein Eintritt in die NSDAP im Jahre 1933 kam äußerst unerwartet, da er zuvor noch nie Interesse an der nationalsozialistischen Politik gezeigt hatte. Als persönlichen Grund gab er an, dass er nicht immer ein Außenseiter sein wollte. Wie für viele bedeutete der Nationalsozialismus auch für Baeumler einen Neuanfang, einen Aufbruch in eine bessere Zeit.

Entscheidend für seine Karriere in der Partei war wohl die Bekanntschaft mit Alfred Rosenberg, der ein großer Bewunderer von Baeumlers Arbeit war. So übernahm Baeumler 1934 die Abteilung für Wissenschaft in Rosenbergs Amt, das für die weltanschauliche Überwachung und Schulung der Partei zuständig war. Nebenher war er auch Professor für Politische Pädagogik an der Universität Berlin und somit auch einer der Hauptverantwortlichen für die Verbrennung „undeutscher“ Bücher auf dem Opernplatz in Berlin am 10. Mai 1933. Seiner Arbeit im Amt von Rosenberg wurde er 1941 enthoben, da er zu wenig effizient arbeitete. Dafür übernahm er die Planung der „Hohen Schule“, die nach dem Krieg als Partei-Universität eingeführt werden sollte. Weiters arbeitete er an Aufgabenbereichen, wie etwa der deutschen Hochschule für Leibesübungen, mit, war Ehrenmitglied im „Reichsinstitut für die Geschichte des neuen Deutschland“ und Herausgeber der „Internationalen Zeitschrift für Erziehung“ und „Weltanschauung und Schule“. Somit war Baeumler einer der einflussreichsten Mitgestalter des Erziehungsstaates im „Dritten Reich“.

Ideologisch gesehen vertrat Baeumler auch die Meinung, dass an die Stelle von Wissensvermittlung in der Schule die Charakterstärkung und die Erziehung starker Krieger treten sollte. Auch er sprach sich für die Erziehung eines Typus aus, welcher sich in die Einheit und Gemeinschaft des Volkes eingliedern sollte. Aufgrund dessen zählte die totale Erziehung außerhalb der Familie als wichtigste Instanz. Noch viel deutlicher als Krieck repräsentierte Baeumler eine absolut faschistische Erziehungsideologie.[65]

Rudolf Benze

Benze war Ministerialrat, Gesamtleiter des Deutschen Zentralinstituts für Erziehung und Unterricht, sowie SS-Sturmbannführer. Er war einer der starken Befürworter des totalen Erziehungsanspruchs durch die Nationalsozialisten. Partei und Staat sollten seiner Meinung nach die einzigen Erziehungsmächte der deutschen Jugend sein. Aus diesem Grund sprach er der Familie auch nur noch Handlangerdienste zu. Eltern galten lediglich als Erzeuger.[66]

2.3 Die Aufgabe der Schule im Nationalsozialismus

„Die deutsche Schule ist ein Teil der nationalsozialistischen Erziehungsordnung. Sie hat die Aufgabe, im Verein mit den anderen Erziehungsmächten des Volkes, aber mit den ihr eigentümlichen Erziehungsmitteln, den nationalsozialistischen Menschen zu formen.“[67]

2.3.1 Die Stellung der Schule

So sehr auch, sowohl in der Zeit des Nationalsozialismus als auch heute noch, die Meinungen über die Gewichtigkeit der Schule im „Dritten Reich“ auseinandergehen, so klar waren die Aufgaben dieser Institution abgesteckt. Der hauptsächliche Anteil der nationalsozialistischen Erziehungsarbeit schien zwar durch die Jugendverbände der HJ abgedeckt zu sein, trotzdem darf das Ausmaß der Beeinflussung der deutschen Jugend durch die Schule nicht unterschätzt werden. Die Schule war, wie jede andere öffentliche Institution, durch den nationalsozialistischen Totalitäranspruch geprägt. Die wichtigsten Aufgaben waren die Integration der Schüler in die Gesellschaft und ihre Qualifizierung, um so später zu einem wertvollen Mitglied des Volkes zu werden. So steht im „Leitgedanken zur Schulordnung“ aus dem Jahre 1934:

„Die oberste Aufgabe der Schule ist die Erziehung der Jugend zum Dienst am Volkstum und Staat im nationalistischen Geist. Alles, was diese Erziehung fördert, ist zu pflegen; alles, was sie gefährdet, zu meiden und zu bekämpfen. [...] Das gesamte innere und äußere Leben der Schule steht im Dienst dieser Aufgabe. Leiter, Lehrer, Schüler und Schulangestellte sind ihr verpflichtet. [...]“[68]

Die Schulerziehung war weniger von pädagogischen als von politischen Motiven geprägt. Auch hier, wie auch bei anderen staatlichen Erziehungsanstalten, sah man eine Möglichkeit, die Kontrolle über die Jugend zu erlangen. Die Wertebildung der Schüler wurde so gelenkt, dass sie später problemlos in den NS-Staat eingegliedert werden konnten.[69] Das Ziel der schulischen Erziehung war ein doppeltes:

1. die Erziehung zum rassisch gesunden und tüchtigen Einzelmenschen,
2. die Erziehung zum einsatzbereiten Gemeinschaftsglied.

Im ersten Teil ging es um

a. die körperliche Erziehung: Ein erbgesunder und rassisch wohlgebildeter Köper galt als Grundlage aller Leistung, nach dem Motto: „mens sana in corpore sano“. Durch Sport, Turnen, Wandern und Landaufenthalte wollte man nicht nur einen gesunden und kraftvollen Körper sondern auch das Idealbild des rassisch schönen und wehrhaften Köpers schaffen.
b. die seelisch–charakterliche Erziehung: Kraft und Intelligenz sollten auf edle Ziele gerichtet sein. Der NS-Staat wollte die Jugend zur Willensstärke und Entschlussfreudigkeit erziehen. Hohe Charakterwerte wie etwa Wahrhaftigkeit, Treue, Mannesmut, Frauenwürde, Wehrwille und Opfersinn sollten gestärkt werden.
c. die geistige Erziehung: An erster Stelle hierbei stand alles „was das Leben, die Kultur und die Haltung des deutschen Volkes steigern“ konnte. „[...] tatlähmende Anhäufung von totem Wissensvielerlei wird abgelehnt. Nur das ist wissenswert, was den Menschen und sein Volk hebt oder tiefer zur Erkenntnis ewiger Wahrheiten führt und sie fähig und stark macht zu edler, aufbauender Tat.“[70] So wurde die Biologie als Lebenskunde zum Kerngebiet aller Schulung. Die gesamte Erziehung baute auf den Lehren der Erb- und Rassenkunde auf.

Die zweite Forderung sollte durch Kameradschaft unter den Schülern, Gemeinschaftsfeiern und gemeinsamen Sport erreicht werden. Ziel war die Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls unter den Jugendlichen, um so den Familiensinn als Vorstufe völkischer Gemeinschaftsgesinnung zu fördern. Jeder stellte ein verantwortliches Glied eines größeren Ganzen dar.[71]

„Wir wollen die jungen deutschen Menschen zusammenschmelzen zu einem heiligen Willen zur Volksgemeinschaft, auf daß sie in einem einzigen Guß zu einem einheitlichen, großen, organischen, stahlharten Gebilde vereinigt werden.“[72]

Als Sozialinstanz verlor die Schule bald an Boden. Die HJ wurde in diesem Bereich eine zumindest gleichberechtigte Instanz. Aber auch auf der Ebene der Ideologie galt die Schule primär rein als Ort der Wissensvermittlung. Doch bereits zu Beginn der NS-Gewaltherrschaft war die Rolle der Wissensvermittlung umstritten bzw. gering eingeschätzt worden. So schrieb auch Hitler in „Mein Kampf“ über die Erziehungsarbeit:

„Der völkische Staat hat [...] seine gesamte Erziehungsarbeit in erster Linie nicht auf das Einpumpen bloßen Wissens einzustellen, sondern auf das Heranzüchten kerngesunder Körper. Erst in zweiter Linie kommt dann die Ausbildung der geistigen Fähigkeiten. Hier aber wieder an der Spitze die Entwicklung des Charakters, besonders die Förderung der Willens- und Entschlußkraft, verbunden mit der Erziehung zur Verantwortungsfreudigkeit, und erst als letztes die wissenschaftliche Schulung.“[73]

Zusammenfassend schien die Aufgabe und das Ziel der Erziehung in der Schule eine manipulierte Jugend zu blinder Gefolgschaft zu erziehen. Fundament jeder Pädagogik und des gesamten Unterrichts war die nationalsozialistische Weltanschauung, wobei hier die Rasse und der völkische Staat im Vordergrund standen. So gesehen war die Schule ein wesentliches Instrument zur Etablierung und Stabilisierung des nationalsozialistischen Herrschaftsanspruches.[74]

2.3.2 Allgemeine Erziehungsgrundsätze

Ziel der nationalsozialistischen Pädagogik war die Ideologisierung und Gleichschaltung aller Volksgenossen. Aus diesem Grund war die Schaffung eines lückenlosen Systems der Meinungsbeeinflussung von großer Bedeutung. Keine Möglichkeiten für andere Erfahrungen durften noch geboten werden. Einer der wichtigsten Grundsätze der Erziehung im Nationalsozialismus war, dass sie nicht mehr nur auf das Kindes- und Jugendalter beschränkt wurde.[75]

„Die Erziehung hört niemals auf. Sie beginnt mit dem ersten Tage unseres Lebens, und sie endet mit seinem letzten.“[76]

Alle lebenden Generationen sollten von den neuen Thesen überzeugt werden, denn nur so konnte deren Bereitschaft, entsprechende Maßnahmen, wie etwa die Sterilisation von Menschen mit Behinderungen, mitzutragen, gewährleistet werden. Somit verschwammen die Unterschiede von Erziehung, Propaganda und Indoktrination weitgehend.[77] Die deutsche Schule wurde, auf Kosten der Wissensvermittlung, zu einem Instrument der Partei und des Staates. Die Pädagogik geriet in ein einseitiges politisches Abhängigkeitsverhältnis. Dies führte zu einer „Umwertung aller Werte“. Die Erziehung sollte nunmehr weniger durch Überzeugung als durch Überredung und Zwang vollzogen werden. Die Wechselbeziehung von Erzieher – Schüler, wurde durch das Führer – Gefolgschaftsverhältnis ersetzt.[78] Weiters folgte eine Abkehr von einem fachlichen Bildungsanspruch hin zu einer Erziehung, die den Körper und die Seele ergreifen und zur Gemeinschaft erziehen sollte. Alle Institutionen hatten die Aufgabe, junge Menschen mit denen ihnen gegebenen Mitteln zum Nationalsozialismus zu erziehen. So erzog die Schule durch den Unterricht. Dies bezog sich aber nur in zweiter Linie auf den Verstand. Wichtiger erschien die Ausbildung des Charakters.

„Aufgabe der deutschen Schule ist es darum, Menschen zu erziehen, die in echter Hingabe an Volk und Führer fähig sind, ein deutsches Leben zu führen, ihre geistigen Kräfte zu entfalten und zur höchsten Leistungsfähigkeit zu entwickeln, damit sie an ihrer Stelle die Aufgaben meistern, die Deutschland gestellt sind.“[79]

Ideologisch unangepasste Schüler und solche, die dem körperlich–charakterlichen Idealbild nicht entsprachen, mussten mit Repressalien rechnen.[80]

Besonders wichtig für die Nationalsozialisten war es, dass Unterricht nie Wissen nur zum reinen Selbstzweck vermitteln durfte. Denn dies würde den Menschen nur schwächen. Unterricht sollte aus dem Leben herauswachsen.[81] So erklärt sich auch die unterschiedliche Erziehung von Jungen und Mädchen. Die Jungen wurden zu Soldaten und die Mädchen zu Müttern erzogen. Hitler schrieb in „Mein Kampf“ über die reine Wissensvermittlung:

„[...] das jugendliche Gehirn [soll] im allgemeinen nicht mit Dingen belastet werden, die es zu fünfundneunzig Prozent nicht braucht und daher auch wieder vergißt.“[82]

Und weiter sagte Hitler in einem Gespräch mit Hermann Rauschning:

„Die Allgemeinbildung ist das zersetzendste und auflösendste Gift, das der Liberalismus zu seiner eigenen Zerstörung erfunden hat. [...] Wissen ist Hilfsmittel des Lebens, aber nicht sein Sinn. Und so werden wir auch konsequent sein und der breiten Masse des untersten Standes die Wohltat des Analphabetismus zuteil werden lassen.“[83]

Die Erziehung musste den Menschen bestimmte Einflüsse regelmäßig und systematisch zugänglich machen, um zum Nachdenken anzuregen und die beabsichtigten Reaktionen hervorzurufen. Durch diesen ständigen Drill wollten die Nationalsozialisten eine Art unbewusstes Handeln bei den Jugendlichen erreichen. Aus diesem Grund wurde auch in der Schule die Wissensvermittlung auf das Wichtigste reduziert.[84]

„Die wenigen Leitsätze sollen ständig in die jugendlichen Seelen eingedrückt werden.“[85]

Auf diese Weise sollte die Aufnahmefähigkeit der Schüler erhalten bleiben, da zu viel Gedächtnisstoff zu einer Zerstreutheit führen würde. Jede Handlung des Einzelnen stand im Zusammenhang mit dem Ganzen. So war etwa das Wissen jedes Deutschen um die biologischen Werte des Volkes entscheidende Voraussetzung für eine „rassische Reinhaltung“. Wichtig für diese Beeinflussung war das Einschalten der Gefühlswerte, welches etwa durch Lieder , Gedichte, Bilder oder Gemeinschaftsleistungen erreicht wurde. Unterrichtstoffe sollten auch Erlebnisstoffe und lebensnah sein, denn nur auf diese Weise konnten die Kräfte der Jugend für den Dienst am Volk und dem Staat entwickelt und nutzbar gemacht werden.[86]

Die wichtigste nationalsozialistische Anschauung war die Hingabe an das Volksganze. Das Individuum zählte nicht mehr. Jeder sollte sich durch Bildung in die Gesellschaft einordnen und dort seine vorgegebene Pflicht erfüllen. Jedes andere Verhalten musste ausgemerzt werden. Höchste Aufgabe stellte der Gehorsam gegenüber der Obrigkeit dar. Dies erreichten die Nationalsozialisten durch eine systematische Beeinflussung, welche das Unterbewusstsein formte und sich so zu einem instinktiven Handeln und schließlich zu einer Sitte entwickelte.[87]

„[...] die Kunst des Erziehers [hat sich] darin zu zeigen, daß sie in der Jugend ein Freiheitsbewußtsein weckt, das sich in freiwilligen Leistungen zeigt.“[88]

2.3.3 Die Erziehungsgrundsätze bezüglich der Rassenhygiene

„Die gesamte Bildungs- und Erziehungsarbeit des völkischen Staates muß ihre Krönung darin finden, daß sie den Rassesinn und das Rassegefühl instinkt- und verstandesmäßig in Herz und Gehirn der ihr anvertrauten Jugend hineinbrennt. Es soll kein Knabe und kein Mädchen die Schule verlassen, ohne zur letzten Erkenntnis über die Notwendigkeit und das Wesen der Blutreinheit geführt worden zu sein.“[89]

Die nationalsozialistische Erziehungsideologie arbeitete mit einigen zentralen Begriffen, die beliebig kombiniert und miteinander in Beziehung gestellt wurden. So stellte die Rassenkunde und Rassenhygiene zur Zeit des „Dritten Reiches“ neben der Volkstumskunde wohl das wichtigste Thema in der Schule dar. Es war Pflicht, jeden Schüler bei seiner Abschlussprüfung zu diesem Punkt zu befragen. Denn die Nationalsozialisten waren der Meinung, dass die damalige Jugend die Zukunft des Reiches darstellte, und nur eine vom Rassensinn überzeugte neue Generation konnte eine rassisch einwandfreie nächste Generation zeugen und somit das Fortbestehen des deutschen Volkes sichern. Hierbei erschien einerseits die Reinhaltung der Rasse von fremden Rassen, wie etwa den Juden, und andererseits auch nur die Vermehrung von gesunden deutschen Menschen essentiell. Sie wollten den vermeintlich maroden, im Verfall begriffenen, „deutschen Volkskörper“ reinigen und ihm wieder zu einem „artgemäßen“ Zustand verhelfen. Aus diesem Grund mussten sie dem Naturgesetz der Auslese Geltung verschaffen. Ziel dieser Auslese war die Züchtung und Nutzung eines „guten menschlichen Materials“ für das Deutsche Reich. So war die Auslese der Dreh- und Angelpunkt der nationalsozialistischen Erziehung.[90]

„Der Erziehungsgrundsatz der Gegenwart ist: Die Zucht und Auslese eines bestimmten Typus, und damit die Steigerung des deutschen Menschen zu Höchstleistungen auf allen Gebieten menschlichen Lebens.“[91]

Dabei ging es aber nicht rein um die Auslese gesunder bzw. kranker Menschen, sondern auch darum, jedem Menschen in der Gesellschaft seinen „natürlichen Platz“ zu geben. Zu diesem Zweck war die Volksschule der erste Ort in dem systematisch ausgemustert wurde. Hier filterte man das „geschädigte Schülergut“ aus und sonderte dies in Hilfs- und Sonderschulen ab, damit diese Schüler die Begabtenförderung nicht behindern konnten. Diese Abschiebung erleichterte auch die Durchführung des „Gesetztes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“, da Hilfsschulen als eine Art Sammelbecken benutzt wurden.[92]

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Schule nicht nur die Erziehung und Bildung zur Aufgabe hatte, sondern auch an einer „gesunden Gestaltung der sozialen Auslese“ von möglichst früher Jugend an mitwirkte.

2.3.4 Erziehungsgrundsätze in Hilfs- und Sonderschulen

„Das körperlich und geistig geschädigte Volksglied hat nur insoweit ein Anrecht auf eine öffentliche Erziehung und Bildung, als die Möglichkeit besteht, es dadurch der Volksgemeinschaft als ein noch brauchbares Glied des deutschen Wirtschafts- und Kulturlebens einzuordnen.“[93]

Kinder mit Behinderungen, geistiger oder körperlicher Art, versetzten die Nationalsozialisten in Sonder- oder Hilfsschulen. Hier sollten sie in der Form erzogen werden, dass sie nach Beendigung der Schule, ebenso wie gesunde Kinder, ihre Pflicht für das Vaterland erfüllen konnten und nicht durch ihre Hilflosigkeit zu einer Belastung und somit zu „Volksschädlingen“ wurden. Sie sollten soweit ausgebildet werden, um selbstständig leben und arbeiten zu können. Aber auch in den Hilfsschulen wurde selektiert. So sollten die Lehrer anfangs mit Rücksicht auf das „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ die Eltern darüber aufklären und die betroffenen Schüler in der Form erziehen, „daß sie das von ihnen verlangte Opfer im Interesse des deutschen Volkes einsichtsvoll bringen und dafür ihre kostspieligere Ausbildung und Erziehung als Dank des Volkes in Empfang nehmen.“[94] Später, nach Beginn der „Euthanasie“, führten auch Hilfsschullehrer bereits eine erste Vorauswahl der dafür in Betracht kommenden Kinder durch.

In der Zeit des Nationalsozialismus sah man Kinder mit „Geistesschwachheit“ nicht nur als Kinder mit weniger Intelligenz an, sondern war der Meinung, dass die fehlende Intelligenz sich auf das gesamte Verhalten des Kindes auswirke. So beschrieb man den Charakter von Hilfsschulkindern oft als selbstsüchtig und ohne jegliches Mitgefühl für Tiere oder Menschen. Dies führe oft zu Tierquälereien oder Misshandlungen von Geschwistern und Spielkameraden. Diese Kinder seien undankbar und sämtliche Strafen seien wirkungslos. Kurz gesagt, es herrsche ein enormer Gefühlsmangel, speziell bemerkbar auf religiösem, ethischem und ästhetischem Gebiet, vor. Trotz diesen Annahmen war man der Meinung, dass nicht alle Hilfsschulkinder so schlimm wären und dass man bei einigen durch Erziehung doch noch vieles erreichen könnte. Um dies zu ermöglichen, wurden spezielle Erziehungsmethoden angewandt, mit dem Ziel der „willigen Einordnung in die Volksgemeinschaft“. Entscheidend dafür war die Erziehung durch praktisches Handeln, Nähe zur Realität und durch Veranschaulichung.[95]

In der Zeit des „Dritten Reiches“ war der Stand der Sonder- und Hilfsschullehrer nicht besonders leicht. Da die meisten Menschen davon ausgingen, dass Kinder mit Behinderungen nicht von Nutzen und so nur eine Belastung des Staates und der Volksgemeinschaft wären, wollten viele die Sonder- und Hilfsschulen abschaffen, und somit war auch der Beruf des Lehrers in solchen Einrichtungen gefährdet. Als Rechtfertigungsgrund dieser Lehrer galt, wie oben bereits erwähnt, die „Nutzbarmachung“ von Kindern mit weniger starken Behinderungen. Um dies zu erreichen, schien die Mitgliedschaft dieser Lehrer bei dem NSLB auch von großer Bedeutung. So vertrat etwa Paul Ruckau, ein Gehörlosenlehrer und Leiter der Reichsfachschaft V für Sonderschulen im nationalsozialistischen Lehrerverein, stets die Meinung, dass auch Hilfs- und Sonderschullehrer der „braunen Erziehungswehrmacht“ angehören müssten. Ebenso warnte er vor einer „volksfeindlichen, rassenschädigenden Überhumanität“, welche die Menschlichkeit und das Mitleid abwerten würde. Der Lehrer hätte über den Wert eines Sonderschülers zu entscheiden, und so sollten auch Schüler, welche trotz ihrer Behinderung dem Volksleben von Nutzen sein könnten, gefördert werden.[96]

[...]


[1] Steiger, Margit (1988), S. 293-306, in: Rathkolb, Oliver (u.a.) (1988), S. 293

[2] Hitler, Adolf (1936), S. 450

[3] Kanz, Heinrich (Hrsg.) (1990), S. 47

[4] vgl. Rauschning, Hermann (1973), S. 236f

[5] Ebenda, S. 237

[6] vgl. Bouhler, Philipp (Hrsg.) (1941), S. 94

[7] vgl. Bogner, Michaela (2001), S. 107

[8] Bouhler, Philipp (Hrsg.) (1941), S. 94

[9] vgl. Flessau, Kurt-Ingo S. 65 - 82, in: Flessau, Kurt-Ingo (Hrsg.) u.a. (1987), S. 69

[10] vgl. http://www.tu-bs.de/institute/didaktikbio/Maps/Projekt-1/K5-Schule/Nationalsozialistische-Erziehungsziele.htm (05. 11. 2002)

[11] Flessau, Kurt-Ingo S. 65 - 82, in: Flessau, Kurt-Ingo (Hrsg.) u.a. (1987), S. 68

[12] vgl. Kenkmann, Alfons (1996), S. 55f

[13] vgl. ebenda, S. 66f

[14] vgl. Kenkmann, Alfons (1996), S. 148ff

[15] Ebenda, S. 227f, Zitat nach: Günter de Bruyn, Zwischenbilanz, Eine Jugend in Berlin, 1992, S. 146

[16] Kanz, Heinrich (Hrsg.) (1990), S. 241

[17] Benze, Rudolf (1943), S. 21

[18] vgl. ebenda, S. 125

[19] Stahlmann, Martin u.a. (1991), S. 22

[20] vgl. Benze, Rudolf (1943), S. 14f

[21] Rust, Bernhard, S. 3 – 14, in: Benze, Rudolf (Hrsg.) (1940), S. 4f

[22] vgl. Gamm, Hans-Jochen (1964), S. 125

[23] Ebenda, S. 126

[24] vgl. Flessau, Kurt-Ingo, S. 65 – 82, in Flessau, Kurt-Ingo (Hrsg.) u.a. (1987), S. 71

[25] vgl. Hader, Valerie (2000), S. 72ff

[26] Apel, Hans Jürgen (Hrsg.) u.a. (2000), S. 81

[27] vgl. Assel, Hans-Günther (1969), S. 109f

[28] Kanz, Heinrich (Hrsg.) (1990), S. 112f, Zitat nach: Schemm, Hans / Stoll, Max, Deutsche Schule und deutsche Erziehung in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, 1934, S. 3 - 16

[29] vgl. ebenda, S. 116, nach: Feidel-Mertz, Hildegard / Schnorbach, Hermann, Nationalsozialistische Schul- und Erziehungspolitik, 1981, S. 119 - 121

[30] vgl. Flessau, Kurt-Ingo (1977), S. 17

[31] vgl. http://www.theo-physik.uni-kiel.de/~starrost/akens/texte/info/26/12.html (13. 05. 2002)

[32] vgl. Stahlmann, Martin u.a. (1991), S. 35

[33] Kircher, Wilhelm, S. 25, in: Wächtler, Fritz (Hrsg.) (1944/45), S. 25

[34] vgl. Flessau, Kurt-Ingo (1977), S. 53f

[35] Benze, Rudolf (1943), S. 24f

[36] vgl. ebenda, S. 45ff

[37] Wächtler, Fritz (Hrsg.) (1944/45), S. 153

[38] vgl. Wächtler, Fritz (Hrsg.) (1943), S. 155

[39] Flessau, Kurt-Ingo (1977), S. 14

[40] vgl. Dachs, Herbert, S. 217 – 242, in: Tálos, Emmerich (Hrsg.) u.a. (1988), S. 219

[41] Ebenda, S. 219

[42] vgl. Engelbrecht, Helmut, S. 113 – 159, in: Heinemann, Manfred (Hrsg.) (1980), S. 116

[43] vgl. Dachs, Herbert, S. 217 – 242, in: Tálos, Emmerich (Hrsg.) u.a. (1988), S. 220f

[44] Zwifelhofer, Peter (1993), S. 102

[45] vgl. Dachs, Herbert, S. 217 – 242, in: Tálos, Emmerich (Hrsg.) u.a. (1988), S. 221ff

[46] vgl. Schuster, Walter (1991), S. 28

[47] vgl. Dachs, Herbert, S. 217 – 242, in: Tálos, Emmerich (Hrsg.) u.a. (1988), S. 224

[48] vgl. http://www.doew.at/service/ausstellung/1938/8/8schule.html (21. 03. 2003)

[49] vgl. Battista, Ludwig, S. 165 - 166, in: Loebenstein, Egon (Hrsg.) u. a. (1948), S. 165f

[50] vgl. Engelbrecht, Helmut, S. 113 – 159, in: Heinemann, Manfred (Hrsg.) (1980), S. 121ff

[51] Dachs, Herbert, S. 217 – 242, in: Tálos, Emmerich (Hrsg.) u.a. (1988), S. 238

[52] vgl. Benze, Rudolf (1943), S. 123

[53] vgl. Gamm, Hans-Jochen (1964), S. 79

[54] vgl. Bölling, Rainer (1983), S. 136ff

[55] vgl. Benze, Rudolf (1943), S. 123f

[56] vgl. Benze, Rudolf (1943), S. 127ff

[57] Ebenda, S. 130

[58] vgl. ebenda, S. 131ff

[59] vgl. Giesecke, Hermann (1999), S. 10

[60] vgl. ebenda, S. 62

[61] vgl. Assel, Hans-Günther (1969), S. 53ff

[62] vgl. http://www.jugendheime.de/news/Diplomarbeiten/Neidlein/1.3htm (31. 03. 2003)

[63] vgl. Gamm, Hans-Jochen (1964), S. 62

[64] vgl. http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/RosenbergAlfred/ (25. 03. 2003)

[65] vgl. http://www.jugendheime.de/news/Diplomarbeiten/Neidlein/1.3htm (31. 03. 2003)

[66] vgl. Gamm, Hans-Jochen (1964), S. 83

[67] Rust, Bernhard (Hrsg.) (1938), S. 9

[68] Apel, Hans Jürgen (Hrsg.) u.a. (2000), S. 145

[69] vgl. http://www.tu-bs.de/institute/didaktikbio/Maps/Projekt-1/K5-Schule/Nationalsozialistische-Erziehungsziele.htm (05. 11. 2002)

[70] Benze, Rudolf (1943), S. 9

[71] vgl. ebenda, S. 6ff

[72] Apel, Hans Jürgen (Hrsg.) u.a. (2000), S. 104, Zitat nach: Rust, Bernhard, 15. Dezember 1939, Die Richtlinien über Erziehung und Unterricht in der Volksschule, Einleitung

[73] Hitler, Adolf (1936) S. 452

[74] vgl. Schuster, Walter (1991), S. 29f, 56

[75] vgl. Hader, Valerie (2000), S. 66

[76] Usadel, Georg (Hrsg.) (1938), S. 8

[77] vgl. Giesecke, Hermann (1999), S. 23

[78] vgl. Assel, Hans-Günther (1969), S. 35

[79] Rust, Bernhard (1938), S. 14

[80] vgl. Flessau, Kurt-Ingo, S. 65 - 82, in: Flessau, Kurt-Ingo (Hrsg.) u.a. (1987), S. 69

[81] vgl. Rust, Bernhard (Hrsg.) (1938), S. 17

[82] Hitler, Adolf (1936), S. 464

[83] Rauschning, Hermann (1973), S. 46f

[84] vgl. Usadel, Georg (Hrsg.) (1938), S. 8

[85] Ebenda, S. 26

[86] vgl. Usadel, Georg (Hrsg.) (1938), S. 12, 30

[87] vgl. ebenda, S. 11f

[88] Ebenda, S. 26

[89] Hitler, Adolf (1936), S. 457f

[90] vgl. Stahlmann, Martin u.a. (1991), S. 9ff

[91] Ebenda, S. 17

[92] vgl. ebenda, S. 45

[93] Tornow, Karl (1943), S. 177 - 208, in: Löpelmann, Martin (Hrsg.) (1943), S. 177

[94] Tornow, Karl (1943), S. 177 - 208, in: Löpelmann, Martin (Hrsg.) (1943), S. 178

[95] vgl. ebenda, S. 185f

[96] vgl. Möckel, Andreas, in: Berg, Christa (Hrsg.) u.a. (1991), S. 74

Details

Seiten
155
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638388825
Dateigröße
1.3 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v40348
Institution / Hochschule
Universität Wien
Note
sehr gut
Schlagworte
NS-Propaganda Menschen Behinderung Eine Analyse Schulbüchern Jahren

Autor

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Titel: NS-Propaganda in bezug auf Menschen mit Behinderung - Eine Analyse anhand von Schulbüchern aus den Jahren 1933 - 1945