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Berufliche Sozialisation. Einflüsse auf den Prozess der Berufsfindung

Hausarbeit 2004 29 Seiten

Pädagogik - Allgemein

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Sozialisationsbegriff nach Tillmann

3. Der Begriff „berufliche Sozialisation“

4. Theorien beruflicher Sozialisation
4.1 Arbeitspsychologische Handlungstheorie
4.2 Soziologische Rollentheorien
4.2.1 Strukturell-funktionalistische Rollentheorie
4.2.2 Symbolisch-interaktionistische Rollentheorie
4.2.3 Der berufliche Habitus
4.3 Modernisierungs- und Individualisierungstheorie
4.4 Interaktionistische Theorie der Persönlichkeitsentwicklung
4.5 Zusammenfassende kritische Betrachtung

5. Etappen beruflicher Sozialisation
5.1 Antizipatorische Sozialisation in der Familie
5.2 Berufswahl
5.2.1 Klassische theoretische Ansätze
5.2.2 Einfluss des Milieus auf die Berufswahl
5.3 Sozialisation in der Berufsausbildung
5.4 Sozialisation im Beruf

6. Fazit und Ausblick

7. Literatur

1. Einleitung

Das Thema „berufliche Sozialisation“ ist seit den 80er Jahren zunehmend in den Hintergrund pädagogischer Forschungen getreten. Doch angesichts der angespannten Arbeitsmarktlage wird das Thema immer wichtiger. Es sind gerade berufliche Sozialisationsprozesse, die im Wesentlichen die Konkurrenzfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt und die Gewinnung von individuellen Handlungsspielräumen beeinflussen.

Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich der beruflichen Sozialisation von Individuen. Dabei werden zunächst in Kapitel 2 einführend der Sozialisationsbegriff bei Tillmann und seine Ansprüche an eine Sozialisationstheorie dargestellt. Ich beziehe mich an dieser Stelle bewusst auf Tillmann, da auf seinem Verständnis von Sozialisation auch das Verständnis von beruflicher Sozialisation basiert und da sein Anspruch-Katalog an eine Sozialisationstheorie für die Betrachtung der verschiedenen Theorien beruflicher Sozialisation noch von Bedeutung ist (vgl. Kapitel 4.5). Das genaue Begriffsverständnis von beruflicher Sozialisation wird in Kapitel 3 näher beleuchtet. Anschließend werden in Kapitel 4 verschiedene Theorien, die für den beruflichen Sozialisationsprozess von Bedeutung sind, vorgestellt und kritisch betrachtet.

Kapitel 5 beschäftigt sich mit verschiedenen Etappen beruflicher Sozialisation. Es werden zunächst in Kapitel 5.1. die Arbeitserfahrungen von Eltern und deren Auswirkungen auf das Erziehungsverhalten und das berufliche Leben ihrer Kinder betrachtet. Da aufgrund der Arbeitsmarktkrise Jugendliche länger nach einer Lehrstelle und einem geeigneten Beruf suchen müssen, wird der Prozess der Berufsfindung als eigenständige Etappe gesehen, der jedoch auch in der antizipatorischen Sozialisation in der Familie verortet ist. Es werden an dieser Stelle die persönliche Bedeutung der Berufswahl für die Individuen anhand verschiedener klassischer Ansätze und der Einfluss des Milieus bzw. der Familie auf die Berufswahl gezeigt (vgl. Kapitel 5.2). Schließlich werden die sozialisierenden Einflüsse in der Berufsausbildung und später im Beruf dargestellt (vgl. Kapitel 5.3 und 5.4). Die Sozialisation für den Beruf durch die Schule und die sozialisierenden Einflüsse der Erwerbslosigkeit sind weitere wichtige Etappen, auf die aber aus Platzgründen im Rahmen dieser Hausarbeit nicht näher eingegangen werden kann.

Ziel dieser Arbeit ist, zunächst einen Überblick über die verschiedenen Theorien beruflicher Sozialisation und deren kritische Betrachtung in der Literatur zu geben. Anschließend sollen die verschiedenen Einflüsse auf die Persönlichkeit der Individuen bezüglich ihres beruflichen Selbstverständnisses anhand einzelner Etappen beruflicher Sozialisation dargestellt werden. Aus stilistischen Gründen verwende ich in dieser Hausarbeit ausschließlich männliche Bezeichnungen. Das schließt jedoch auch jeweils das weibliche Geschlecht mit ein.

2. Der Sozialisationsbegriff nach Tillmann

Im Allgemeinen wird unter Sozialisation „(…) der Prozess der Entstehung und Entwicklung der Persönlichkeit in wechselseitiger Abhängigkeit von der gesellschaftlich vermittelten sozialen und materiellen Umwelt“ verstanden (Geulen/Hurrelmann zitiert nach Tillmann 1999:10).

Diese Definition impliziert zum einen, dass alle Umweltbedingungen Einfluss auf den Sozialisationsprozess haben – die sozialen, wie z.B. der Erziehungsstil der Eltern, schulische Lernprozesse, Einfluss der Peer-Group etc., sowie die materiellen Faktoren, wie z.B. die Wohnsiedlung und die Gestaltung von Außenanlagen. Zum anderen geht diese Definition davon aus, dass alle diese Umweltbedingungen das Produkt gesellschaftlichen Einflusses sind. Selbst die materiellen Umweltbedingungen sind nicht mehr in einem natürlichen Zustand, sondern wurden von Menschen verändert (vgl. Tillmann 1999:10/11).

Die Persönlichkeit entsteht durch verschiedene Erfahrungen, die das Individuum im Laufe seines Lebens macht. Sie ist „das spezifische Gefüge von Merkmalen, Eigenschaften, Einstellungen und Handlungskompetenzen, das den einzelnen Menschen kennzeichnet“ (Tillmann 1999:11). Der Begriff Persönlichkeit umfasst zwei Aspekte: Die Individualität, das spezifische Gefüge eines jeden Einzelnen, und den Sozialcharakter, der mit allen Mitgliedern einer Gesellschaft geteilt wird. Dieser Sozialcharakter entsteht durch Werte und Haltungen, die man als Kind von seinen Eltern vermittelt bekommt und sie als „Selbstverständlichkeiten“ verinnerlicht (Tillmann 1999:12). Beide Aspekte – Persönlichkeit und Umwelt – sind nicht voneinander isoliert zu sehen, sondern stehen in wechselseitiger Abhängigkeit zueinander: Nicht nur die Umweltbedingungen wirken auf den Menschen, sondern der Mensch hat einen aktiven Einfluss auf seine Sozialisation, da er auf seine Umwelt als handlungsfähiges Individuum wirkt und somit zum Subjekt seines Sozialisationsprozesses wird. Sozialisation ist also ein „Prozess der aktiven Aneignung von Umweltbedingungen durch den Menschen“ (Tillmann 1999:12). „Eine Sozialisationstheorie ist demnach ein wissenschaftliches Aussagesystem, das sich mit dem (zuvor definierten) Gegenstandsbereich Sozialisation befasst“ (Tillmann 1999:23). Von diesem Verständnis über den Sozialisationsprozess ausgehend, entwirft Tillmann einen Katalog von Ansprüchen, die eine Sozialisationstheorie erfüllen sollte (vgl. Tillmann 1999:30):

Eine Sozialisationstheorie sollte nach Tillmann (1999) von einem umfassenden Verständnis des Begriffes Persönlichkeit ausgehen sowie innerpsychische Prozesse in modellhafter Weise beschreiben können. Zudem sollte der Sozialisationsprozess als aktiver Aneignungsprozess der Umwelt durch das handelnde Subjekt verstanden werden, welches sich dadurch selbst verändert. Die Art und Weise, wie die aktive Auseinandersetzung mit der Umwelt sich auf die innerpsychischen Persönlichkeitsmerkmale auswirkt und umgekehrt, sollte erklärt werden können. Weiterhin sollte eine Sozialisationstheorie berücksichtigen, dass Sozialisation als Prozess zur Vergesellschaftung und Individuierung zugleich führt. Dies geschieht in Etappen, die in biographischer Abhängigkeit zueinander stehen. Diese Abhängigkeiten muss eine Sozialisationstheorie aufklären. Schließlich sollte erklärt werden können, wie die sozialen Umweltbedingungen den Prozess der Persönlichkeitsentwicklung beeinflussen (vgl. Tillmann 1999:30). Da es sich bei diesem Katalog um Ansprüche statt um Anforderungen handelt, gibt es keine Theorie, die alle Punkte des Katalogs erfüllt. Allerdings schärfen diese Kriterien den Blick für die Vollständigkeit der Theorien, die in Kapitel 4 dargestellt werden (vgl. Kapitel 4.5).

3. Der Begriff „berufliche Sozialisation“

Bevor nun die Theorien beruflicher Sozialisation im Einzelnen vorgestellt werden, soll zunächst noch auf das Begriffsverständnis von beruflicher Sozialisation eingegangen werden. Der berufliche Sozialisationsprozess ist vor dem Hintergrund des Sozialisationsbegriffes Tillmanns zu betrachten. Das Individuum steht in wechselseitiger Abhängigkeit mit seiner Umwelt und eignet sich diese in einem aktiven Prozess an. Die Ansichten, was alles in den beruflichen Sozialisationsprozess mit einfließt, haben sich jedoch in den letzten Jahren verändert. Aus traditioneller Sicht heraus, wurde berufliche Sozialisation verstanden als „jene Phase, in welcher die Integration der Person in die Berufswelt stattfindet, das heißt in welcher berufspezifische Fertigkeiten und Kenntnisse angeeignet werden und in welcher allgemeine ‚Arbeitstugenden’ und allgemeine ideologische Überzeugungen im Hinblick auf die grundlegenden betrieblichen Verhältnisse eingeübt bzw. übernommen werden“ (Groskurth 1979:7). Dabei wurde davon ausgegangen, dass dieser Prozess mit der Beendigung der Berufsausbildung abgeschlossen ist. Danach gibt es keine Veränderung der Persönlichkeit mehr (vgl. ebenda).

Da die Arbeitsbedingungen und –anforderungen sich aber heute zunehmend stetig verändern, kann ein Verständnis von einer „einmaligen“ Sozialisation in traditionellem Sinne diesen Veränderungen nicht mehr gerecht werden. Die Individuen sind heute zu „lebenslangem Lernen“ und „beruflicher Flexibilität/ Mobilität“ aufgefordert (Groskurth 1979:8). So haben nicht nur Familie, Schule und Berufschule Einfluss auf die berufliche Sozialisation jedes Einzelnen – auch die Erwerbstätigkeit beeinflusst die Persönlichkeitsentwicklung immens. Prozesse beruflicher Sozialisation reichen teilweise sogar über den Ruhestand hinaus. Berufliche Sozialisation wird heute verstanden als „Aneignungs- und Veränderungsprozess von arbeitsbezogenen Fähigkeiten, Kenntnissen, Motiven, Wertorientierungen und sozialen Deutungsmustern“ (Heinz 1995:41). Dabei soll berufliche Sozialisation aus zwei Perspektiven betrachtet werden: Erstens die Sozialisation für den Beruf, die in Familie und Schule erfolgt und in der die Aneignung von Interessen, Fähigkeiten und Wertorientierungen gefördert und begrenzt werden. Hierzu zählt auch der Einfluss auf die Berufswahl und der Berufsausbildung. Zweitens soll die Sozialisation durch den Beruf betrachtet werden, unter der die im betrieblichen Arbeitsprozess gemachten Erfahrungen verstanden werden, die Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung haben (vgl. Heinz 1995:42).

Nachdem nun verschiedene Theorien beruflicher Sozialisation vorgestellt werden (vgl. Kapitel 4), wird anschließend auf diese zwei Perspektiven näher eingegangen. Diese sind anhand verschiedener Etappen gegliedert: Die antizipatorische Sozialisation in der Familie, die Berufswahl, die Sozialisation in der Berufsausbildung und schließlich die Sozialisation im Beruf (vgl. Kapitel 5).

4. Theorien beruflicher Sozialisation

Betrachtet man die Literatur zur beruflichen Sozialisation, stellt man fest, dass es schwierig ist, von einer Theorie der beruflichen Sozialisation zu sprechen. Die Erforschung beruflicher Sozialisation setzt voraus, dass mehrere Theorieansätze miteinander verbunden werden. „Diese Aufgabe ist nur interdisziplinär anzugehen und erst ansatzweise gelöst“ (Heinz 1998:400). Im Folgenden sollen Theorien vorgestellt werden, die als „Bausteine für eine integrative Theorie beruflicher Sozialisation“ dienen können (ebenda).

4.1 Arbeitspsychologische Handlungstheorie

Heinz (1995) setzt sich mit der arbeitspsychologischen Handlungstheorie auseinander, die Volpert, basierend auf den Forschungen des Arbeitspsychologen Wilfried Hacker, entwickelte (vgl. Heinz 1995:47ff.). Die Arbeitsaufgaben sind der zentrale Aspekt der Theorie und fungieren als Schnittstelle zwischen Organisation und Person. Dabei geht die Theorie von drei Faktoren aus, die für die berufliche Sozialisation von Bedeutung sind: die Handlungsspielräume, die Qualifizierungsprozesse und die Komplexität der Tätigkeit. Die letzten beiden Aspekte sind für die Arbeitsgestaltung von erheblicher Bedeutung, wenn man diese im Sinne einer Erweiterung des Handlungsspielraumes betrachtet. So ist also der Einfluss, der das Arbeitsverhältnis auf persönliche Bildungs- und Entwicklungsprozesse hat, immens: „Die sozialökonomisch bedingte Struktur der bewusst projektierten oder zugelassenen Arbeitsaufgaben beeinflusst wesentlich die psychischen Eigenschaften der Werktätigen“ (Hacker zitiert nach Heinz 1995:48).

Der Ansatz geht davon aus, dass nicht nur das Ausführen an sich zum umfassenden Arbeitshandeln gehört, sondern auch das Denken und Planen, das der eigentlichen Handlung vorangeht. Davon ausgehend stellt Heinz (1995) das von Hacker entwickelte „Idealkonzept einer ‚vollständigen Handlung’“ vor (Heinz 1995:49). Dies beinhaltet zum einen, dass komplexe Ziele selbst gesetzt und in einen größeren Sinnzusammenhang gebracht werden können. Zum anderen können die Mittel der Zielerreichung selbst gewählt werden. Die Vorbereitung von Handlungen beruht auf umfassenden Kenntnissen und kann auch zu neuen Lösungsansätzen führen (vgl. Heinz 1995:49). Zu einer vollständigen Handlung gehört nach Hacker außerdem, dass „die Reichweite der Antizipation der Handlungssituation angemessen ist“ (Heinz 1995:49).

Basierend auf diesem Idealkonzept geht Volpert – nach Heinz (1995) – einen Schritt weiter, indem er sagt, dass Arbeitsprozesse persönlichkeitsfördernd sind, wenn die Tätigkeit komplex ist und der Handlungsspielraum erweitert wird: „Die jeweils vorgegebene Arbeitsaufgabe bestimmt das Ausmaß, in welchem sich der individuelle Handlungsvollzug dem Idealbild einer vollständigen Handlung annähern kann oder nicht. Die Arbeitsaufgabe… eröffnet oder verschließt damit auch Regulationschancen…“ (Volpert zitiert nach Heinz 1995:49).

Die Hauptaussage der arbeitspsychologischen Handlungstheorie ist demnach, dass Lern- und Denkprozesse abhängig sind von der Komplexität der Aufgabenstellung. Eine komplexe Tätigkeit fördert und fordert flexibles Denken. Im Gegensatz dazu lässt eine monotone Tätigkeit, z.B. Arbeit am Fließband, die geistigen Fähigkeiten verkümmern und wirkt sich so ungünstig auf die Persönlichkeitsentwicklung aus.

4.2 Soziologische Rollentheorien

Unter den soziologischen Rollentheorien lassen sich unterschiedliche Ansätze wieder finden, die teilweise miteinander konkurrieren (vgl. Heinz 1995:54). Dennoch haben sie eine gemeinsame Definition des Begriffes der sozialen Rolle: Die soziale Rolle wird gesehen als „Bündel normativer Verhaltenserwartungen, die sich an das Verhalten von Positionsinhabern richten“ (Joas zitiert nach Heinz 1995:54). Im Folgenden werden drei soziologische Rollentheorien vorgestellt: die strukturell-funktionalistische, die symbolisch-interaktionistische und die Theorie des beruflichen Habitus.

4.2.1 Strukturell-funktionalistische Rollentheorie

Die strukturell-funktionalistische Rollentheorie nach Parsons, mit der sich Tillmann (1999), Lempert (2002) und Zimmermann (2000) auseinander setzen, versucht den Erwerb von normativen Orientierungen, z.B. Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, zu erklären. Sie geht von der Gesamtgesellschaft als umfassendes soziales System aus, in das verschiedene soziale Subsysteme eingebettet sind, die der Gesellschaft Struktur geben. Diese Subsysteme, z.B. die Institutionen, leisten alle unterschiedlich funktionale Beiträge, damit das Gesamtsystem, die Gesellschaft, erhalten bleibt. Die sozialen Systeme, die Gesamtgesellschaft und deren Subsysteme, entstehen aus der Interaktion zwischen Menschen (vgl. Tillmann 1999:114). Die „Basis aller sozialen Systeme ist zwar das handelnde Individuum“, dennoch ist es in Rollenmuster und institutionelle Strukturen eingebunden (Zimmermann 2000:48). Die verschiedenen Rollen stellen die „Grundeinheit der sozialen Interaktion“ dar (ebenda). Die Rolle bildet nach der strukturell-funktionalistischen Theorie den „Schnittpunkt zwischen Individuum und Gesellschaft“ (Zimmermann 2000:49). In der Gesellschaft und somit auch in Organisationen werden an das Individuum bestimmte normative Erwartungen gerichtet, die es zu erfüllen gilt. Diese Rollennormen regeln und koordinieren die sozialen Prozesse im Arbeitsverhältnis (vgl. Lempert 2002:35). Hierbei liegt die Annahme zugrunde, dass die Bedürfnisse des Individuums mit den sozialen Erwartungen und Anforderungen, die die Gesellschaft an es stellt, übereinstimmen. Erst dann verläuft die Entwicklung des Rollenhandelns „optimal und ungestört“ (Zimmermann 2000:48). Auch Heinz (1995) beschäftigt sich mit der Theorie Parsons und spricht den Prozess des Erlernens dieser Rollen an. Um einen geordneten Arbeitsablauf zu sichern, müssen die Individuen die Rollen verinnerlichen (vgl. Heinz 1995:54). Dadurch wird das Individuum zum „Rollenakteur“, dessen Handeln vorhersehbar wird (ebenda). Da die unterschiedlichen Subsysteme unterschiedliche Erwartungen an die Individuen richten, nehmen diese auch unterschiedliche Rollen ein. Tillmann (1999) beschreibt den Sozialisationsprozess nach Parsons „als Teilhabe an immer komplexer werdenden Rollenstrukturen, die mit der Mutter-Kind-Dyade beginnt und bis in komplexe Berufsrollen hineinführt“ (Tillmann 1999:127).

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Details

Seiten
29
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638383370
Dateigröße
613 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v39610
Institution / Hochschule
Philipps-Universität Marburg
Note
1
Schlagworte
Berufliche Sozialisation

Autor

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Titel: Berufliche Sozialisation. Einflüsse auf den Prozess der Berufsfindung