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Zeitmanagement - Ein bewusster Umgang mit Zeit

Hausarbeit 2002 28 Seiten

Pädagogik - Berufserziehung, Berufsbildung, Weiterbildung

Leseprobe

Gliederung

1. Gedanken über die Zeit – eine Einführung

2. Lebensmanagement und seine Methoden

3. Die Bedeutung der Ziele im Lebensmanagement

4. Zeit in Unternehmen

5. Zusammenfassung

Anhang

Literaturverzeichnis

1. Gedanken über die Zeit – eine Einführung

„Ich habe keine Zeit“, eine Aussage, welche viele Menschen schon einmal gemacht haben. Ich fände es ehrlicher zu sagen: „Ich habe dafür keine Zeit“. Denkt man über den kleinen Unterschied in der obigen Formulierung nach, fällt auf, dass man schon Zeit hat. Die Frage ist nur, wofür man seine Zeit einsetzt.

Das Leben in unserer industriealisierten und globalen Gesellschaft ist von Beschleunigung geprägt.

„Eiligkeit ist die Norm, die keiner Rechtfertigung bedarf.“ (Stahl, S. 218)

Schon als Kind kannte ich den Spruch: Zeit ist Geld. Doch scheint Zeit mehr zu sein, als nur Geld.

„Zeit ist kostbarer als Geld. Und trotzdem überlegen wir unsere Geldausgaben wesentlich genauer als die Verwendung unserer Zeit. Aber Zeit ist, wenn sie ausgegeben wird, unwiederbringlich verloren. Geld kann man wieder verdienen, Zeit jedoch nicht.“ (Tepperwein, S. 17)

Es gibt Menschen, die stellen irgendwann einmal fest, dass sie vieles im Leben unternehmen wollten, sich dafür aber keine Zeit genommen haben. Dann erst merken die Leute, dass zwar das Geldkonto voll, das Zeitkonto aber fast aufge-braucht ist. Die Vergangenheit liegt hinter uns, gute und auch schlechte Erinnerungen verbinden sich mit ihr. Die Zeit ist unwiederbringlich. Aber die Zeit, welche vor uns liegt, sollten wir aktiv nutzen und entsprechend gestalten. Damit wir unsere Ziele und Wünsche einmal verwirklichen können.

„Das Problem ist nicht das Tempo an sich. Das Problem beginnt, wenn das Tempo zum einzigen Kriterium wird.“ (Seiwert2, S. 29)

Zu Hause geht der Zeitmangel weiter. Die Kinder beschweren sich, weil sich der Papa keine Zeit nimmt, mit ihnen zu spielen. Dann kommt ein Anruf der Schwiegermutter, dass man am Wochenende zum Essen eingeladen ist. Dabei ist es genau dieses Wochenende, was man seit langem mit der Familie verbringen wollte. Wer in dieser Situation nicht „Nein“ sagen kann, kommt in Schwierigkeiten. Die Entscheidung, was jetzt wichtiger ist, muss die Person selbst treffen.

Aber was ist wichtig? Ohne klare Zielvorstellung lässt sich diese Frage nicht beantworten.

Viele Menschen haben meistens keine Ziele oder nur eine geringe Vorstellung davon. Ziele sind wichtig für unser Leben, ansonsten arbeiten wir nicht, sondern werden „gearbeitet“. Wir schuften und rackern für andere und vergessen darüber uns selbst.

Um Ziele formulieren zu können, sollte man sich einmal Gedanken darüber machen, was man in seinem Leben erreichen möchte. Visionen stellen nicht nur im Unternehmen ein „Traum“ dar, welchen es zu verwirklichen gilt. Auch im privaten Bereich, mit Familie, Kindern oder Partner kann man Visionen haben.

Man sollte sich die Zeit für Visionen gönnen.

In schnellen Zeiten kommen private Wünsche und Träume oft zu kurz. Man hetzt von einem Termin zum nächsten und am Abend fragt man sich: „Was habe ich heute eigentlich geschafft?“ Die Zeit ist weg, aber seinem Ziel ist man nicht näher gekommen. Viele Menschen wünschen sich daher im alltäglichen Leben weniger Tempo.

In einer beschleunigten Zeit, in der alles gleich, sofort oder vorgestern passieren sollte, wird die Entschleunigung zu einem Zauberwort.

Mal einen Gang runterschalten, Zeit nehmen für sich selbst, was für ein Gedanke in einer hektischen Welt, in der Stress fast ein Markenzeichen ist.

Ging man vor Jahren noch davon aus, dass Stress typisch für Manager ist, so ist es heute fast eine Volkskrankheit. Ich habe manchmal den Eindruck, es ist schon fast ein Klischee. Viele spüren gerade im Berufsleben einen immer zunehmenderen Zeitdruck.

So wird „Zeitnot als Statussymbol“ gesehen. (Schlote, S.13)

Termine häufen sich und man bekommt das Gefühl wichtig zu sein.

Wer einen stressigen Tag hat, muss sehr wichtig sein. Damit verbindet sich die Vorstellung von der Höhe des monatlichen Einkommens dieser Person. Und wer ein hohes Einkommen hat, ist erfolgreich. Wer erfolgreich ist, ist auch glücklich. Genau betrachtet würde das bedeuten, dass derjenige, welcher keine Zeit hat, auch glücklich ist. Wenn das so wäre, hätten wir nur glückliche Menschen.

So einfach ist es doch nicht. Das zeigt der Zustrom, den Seminare mit Zeitmanagement in den letzten Jahren hatten. Durch Zeitmanagement zu mehr Zeit, so oder ähnlich lauten die Slogans vieler Anbieter von Zeitmanagement-seminaren.

Man könnte zu der Ansicht gelangen, dass Zeitmanagement eine „Zeit-produktionsmaschine“ ist.

Leider ist es aber so, das man mit Zeitmanagment keine Zeit produzieren kann. Zeitmanagement hilft aber, seine Zeit besser einzuteilen und sie gezielter einzusetzen.

„Zeitmanagement bedeutet, die eigene Zeit und Arbeit zu beherrschen, anstatt sich von ihr beherrschen zu lassen.“ (Seiwert1,S. 7) An diesem Zitat wird deutlich, was Zeitmanagment in seiner Anwendung bedeutet.

In den nächsten Kapiteln möchte ich näher auf Zeitmanagement eingehen. Welche Schlüsselbegriffe sich dahinter verbergen und mit welchen Methoden Zeitmanagment arbeitet.

Im Rahmen meiner Einführung möchte ich den Begriff „Zeit“ genauer definieren. Was eigentlich ist Zeit?

Menschen verschiedenster Wissenschaften haben sich darüber Gedanken gemacht.

Seiwert sagt dazu folgendes: „Wir können unser Leben, als die Zeit beschreiben, die uns hier auf Erden zugeteilt ist.“ (Seiwert1, S. 5)

Seiwert versteht unter Zeit unser Leben. Je länger wir leben, um so mehr Zeit haben wir zur Verfügung. Das Problem an dieser Sichtweise ist, dass niemand weiß, wann seine Zeit vorüber ist.

Die Philosophie hat sich ebenfalls mit dem Begriff „Zeit“ auseinander gesetzt.

In der Philosophie wird Zeit wie folgt beschrieben: „Zeit ist objektive Dauer, Ordnung und Richtung des Geschehens sowie subjektive Haltung zu Veränderungen und Lebensgefühl. Die objektive Zeit ist zunächst ein Nacheinander von Prozessen mit der Richtung von der Vergangenheit in die Zukunft. Die Vergangenheit umfasst die nicht beeinflussbaren Ereignisse, die Gegenwart gilt als gestaltbar, die Zukunft ist offen.“ (Enzyklopädie Philosophie, S.1803)

Die Philosophie geht dabei noch weiter. Sie unterscheidet zwischen Rahmenzeit und Eigenzeit.

„Die Rahmenzeit, mit der die Dauer von Ereignissen gemessen wird, basiert auf der Periodizität anderer Ereignisse, gegenwärtig auf Atomuhren, die eine Eigenzeit, d.h. innere Rhytmik, haben. Rahmenzeiten sind linear. Sie erfassen Dauer, Ordnung und Richtung eines Ereignisses. Dagegen sind Eigenzeiten von Objekten zyklisch, da die innere Periodizität das Verhalten bestimmt. Jedes System hat seine Eigenzeit,...“ (Enzyklopädie Philosophie, S. 1804f.)

Die Aufteilung in Rahmen- und Eigenzeit finde ich als sehr nutzbringend und interessant. Sie schafft eine Unterscheidung von Umwelt und System, in welcher beide ein eigene Rhythmik haben.

Unter dieser Betrachtung ist der Mensch ein System und besitzt eine Eigenzeit, einen eigen Rhythmus.

Das Umfeld, in welchen wir uns bewegen, hat ebenfalls eine Eigenzeit.

Die systemische Betrachtung lässt sich auf beliebige Systeme anwenden.

Zum Beispiel das System Familie und das System Unternehmen. Das System Familie hat eine Eigenzeit, einen eigenen Rhythmus welcher mit dem System Unternehmen ausbalanciert werden muss.

2. Lebensmanagement und seine Methoden

In diesem Abschnitt möchte ich auf Zeitmanagementinstrumente eingehen und einige Schlüsselbegriffe vorstellen.

Zunächst gehe ich auf den Begriff des Zeitmanagements näher ein.

Ausgangspunkt soll die schon oben beschriebene philosophische Definition von Zeit sein.

Zeit gibt die objektive Richtung und Dauer an und lässt sich in Eigen- und Rahmenzeit unterteilen, heißt es in der Definition. Der Begriff „Zeitmanagement“ ist so nicht ganz plausibel, denn auf der Grundlage der philosophischen Definition von Zeit, lässt sich Zeit nicht managen.

Seiwert spricht in diesem Zusammenhang von einem ganzheitlichen Lebens-management.

„Zeitmanagement wird so zum Lebensmanagement.“ (Seiwert2, S. 74) „Zeitmanagement bedeutet Selbstmanagement.“(Seiwert2,S. 69)

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Details

Seiten
28
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638124416
ISBN (Buch)
9783640860012
Dateigröße
730 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v3931
Institution / Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena – Erziehungswissenschaft
Note
1
Schlagworte
Zeitmanagement Umgang Zeit

Autor

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Titel: Zeitmanagement - Ein bewusster Umgang mit Zeit