Lade Inhalt...

Die audiolinguale und die audiovisuelle Methode im DaF-Unterricht

Hausarbeit (Hauptseminar) 2002 20 Seiten

Didaktik - Deutsch - Deutsch als Fremdsprache

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Begriffe audiolingual und audiovisuell

2. Entwicklung der AL/AV – Methode
2.1 Historischer Überblick
2.2 Entwicklung sprachbezogener Lehrgeräte
2.3 Medienproblem und seine Lösung

3. Die AL/AV – Methode im DaF – Unterricht

4. Funktion der Medien im Fremdsprachenunterricht

5. Medienarten

6. Computer – Nutzung im DaF – Unterricht
6.1 Computer als Lernmittel
6.2 Computer als Werkzeug
6.3 Computer als Kommunikationsmittel

7. Vor- und Nachteile der AL/AV – Methode im DaF - Unterricht

8. Zusammenfassung

9. Literaturverzeichnis

1. Begriffe audiolingual und audiovisuell

Laut dem Universalwörterbuch Duden werden die Begriffe audiolingual und audiovisuell folgenderweise definiert:

„audiolingual [zu lat. audire = hören und lingua = Zunge]: [im Sprachunterricht] vom gesprochenen Wort ausgehend; audiovisuell: zugleich hörbar und sichtbar.“[1] Im Bezug auf Sprachunterricht geht es im ersten Fall um den Einsatz der Tongeräte wie z.B. Kassettenrecorder, CD-ROMs, im zweiten Fall – solchen Medien wie Videorecorder, Audiokurse mit Lehrbüchern, Computer.

2. Entwicklung der AL/AV – Methode

2.1 Historischer Überblick

Das älteste und zugleich unscheinbarste Unterrichtsmittel ist das belehrende Wort, sei es das gesprochene Wort des Lehrers oder das schriftlich niedergelegte Wort des Dichters, Gelehrten u.s.w. Aber das Ungenügen einer Belehrung nur mit dem Mittel der Sprache hat zur Erfindung und dem Einsatz spezieller Anschauungsmittel geführt. Der Pädagoge Johann Amos Comenius (1592-1670) ist es gewesen, der um die Mitte des 17. Jahrhunderts lehrhafte Texte durch Abbildungen unterstützte. „Comenius hat aufmerksam gemacht, als er in seinem „Orbis sensualium pictus“ schuf, seine Welt in Bildern, ein Lehrbuch, dessen Texte durch Bilder veranschaulicht werden. Comenius forderte die Abkehr von der mittelalterlichen Lernschule mit ihrem „Verbalismus“ und die Hinwendung zu einem „Sensualismus“, zu einem Unterricht, der nicht nur symbolisch, sondern vor allem auch ikonische Erforderungen ermöglicht.“[2] Seit Comenius ist das Prinzip der Anschauung in der Didaktik anerkannt, und wurde nach ihm immer wieder von anderen Pädagogen aufgegriffen.

Die Lehr- und Lernmittel hatten lange Zeit den Charakter von Veranschaulichungs-Mitteln. Erst die Postulierung des Prinzips der Selbsttätigkeit (Aktivität) im 1. Drittel unseres Jahrhunderts brachte eine neue Qualität von Lernmitteln hervor: die Arbeitsmittel.

In den 50er Jahren setzte sich die Ausbreitung der audiolingualen Methode und der ihr weitergehend ähnlichen audiovisuellen Methode ein. Aber als in diesen Jahren Rundfunk und Fernsehen das öffentliche und private Leben zu beeinflussen begannen, distanzierte sich die Pädagogik zuerst kritisch, vor allem wurde keine Möglichkeit

gesehen, diese und andere technische Neuheiten wirksam im Unterricht einzusetzen. Dabei gingen die Meinungen und kritischen Ansichten über die mutmaßlichen Wirkungen des Fernsehens auf das Kind weit auseinander. Aber mit der audiolingualen Methode begann eine kurze glücklose Phase, in der Fremdsprachenlernmethode mit Rückgriff auf Entwicklungen in sog. Basiswissenschaften diskutiert wurden.

Die AL/AV – Methode erwuchs aus einer Verbindung von behavioristischer Lerntheorie und linguistischem Strukturalismus. In den USA hatte sich der Strukturalismus als linguistische Grundlage des Fremdsprachunterrichts in den 40er Jahren durchgesetzt. Dabei wurden die Arbeitsweisen strukturalistischer Sprachforschung direkt als methodische Prinzipien auf das Fremdsprachenlernen übertragen. In den 60er Jahren entwickelte diese Methode die direkte Methode von M. Duve weiter.

2.2 Entwicklung sprachbezogener Lehrgeräte

Die AL/AV – Methode sorgte für eine starke Technisierung des Fremdsprachenlehrens. Neben der Verwendung von Bildprojektoren zeigte sich vor allem die Einrichtung von Sprachlabors, allerdings erst im Verlauf der kommenden Jahrzehnte. Mit den Jahren erschienen neue Geräte, die dann in den Unterricht eingesetzt wurden.

Die Entwicklung sprachbezogener Lehrgeräte verlief in drei Richtungen. Einmal ging es um die Herstellung von relativ einfachen technischen Vorrichtungen, die im Vergleich zu den handhabbaren Lernprogrammen in Buchform Bedienungserleichterungen erbringen sollten. Zu solchen Geräten zählen Übungs- und Testhilfen wie der Profax[3]. Es handelt sich dabei um eine Vorrichtung zur eigenständigen Bearbeitung und zur Ergebniskontrolle von Multiple-Choice-Aufgaben. Die Aufgaben werden wie gehabt von Papier abgelesen oder von einem Tonbandvorgesprochen. Statt jedoch eine oder eine Auswahl der vorgegebenen Antwortalternativen aufzuschreiben, verwendet man den Profax.

Langfristige Auswirkungen resultierten aus den Bemühungen, das Lernen mit Hilfe von Tonbändern zu verbessern, was wesentlich Einfluss auf die technische Ausstattung der Sprachlabors hatte. Das Sprachlabor übernahm allerdings nur innerhalb der Übungen eine gewisse Steuerfunktion, beließ sie ansonsten in der Hand der Lehrer. Es sollte ein Hilfsmittel sein, das die Lehrer von bestimmten Aufgaben befreit und individuelle, schüleraktive Lernformen erlaubt. Der Schwerpunkt der Sprachlaborarbeit lag deshalb im Bereich des Übens bereit erworbenen Sprachwissens und nicht in der Vermittlung der neuen Kenntnissen.

Schließlich arbeitete man schon in den 60er Jahren an multimedialen Lehrgeräten, die bald den Computer als Steuerungszentrum im Blick hatten. Als Beispiel kann das „PROBITON - Gerät“ (PROgramm + Bild + TON) erwähnt werden, das „Bild-, Ton- und Programmträger in einem einzigen Gerät von der Größe einer Reiseschreib-Maschine“ vereinte, also ein Vorläufer der heutigen Multimediacomputer. Die Geräte konnten sich nicht durchsetzen, weder die einfachen noch die aufwendigen. Im Prinzip war es die Zeit, die diesen Maschinen weglief. Schon damals blieb die Frage ungelöst, ob zuerst die Maschinen gebaut und dann nach Einsatzbereichen für sie im Lehrbetrieb gesucht werden, oder ob umgekehrt zuerst der Bedarf in der pädagogischen Praxis ermittelt und anschließend die dazu passende Technik geschaffen werden sollte.[4]

Die Verfügbarkeit von Computer ließ aber noch längere Zeit auf sich warten, weshalb man sich neben der Konstruktion komplexer Lehrmaschinen zunächst mit der Entwicklung von Formaldidaktiken, den Programmierungsvorschriften für computergestützte Lernprogramme, begnügte. Aber schließlich wurde er von seiner Kapazität als der ideale Lehrautomat angesehen. Man sah seine Stärken in der schnellen Reaktion auf Lerneingaben, der Fehlerlokalisierung, in der Adaptivität, der Anpassungsfähigkeiten an unterschiedliche Lernabläufe u.s.w.

Die damaligen Großrechenanlagen waren aber nicht nur aus Kostengründen begrenzt zugänglich und wurden fast ausschließlich für experimentelle Lernversuche eingesetzt. Die Ein- und Ausgabegeräte waren primitiv und umständlich zu bedienen. Schulen in absehbarer Zeit Zugang zu Rechnern zu verschaffen, lag unter diesen Umständen außerhalb der realisierbaren Möglichkeiten. Als Folge davon konzentrierte man sich in der Fremdsprachendidaktik zunächst auf die Entwicklung von mechanischen und elektrischen Lehrmaschinen. Heutzutage sind alle diese Probleme lösbar. Die Schulen besitzen Computer-Klassen, und es gibt mehrere PC-Lehrprogramme, die in den Fremdsprachunterricht eingesetzt werden können.

[...]


[1] Drozdowski, G. (Hrsg.): Deutsches Universalwörterbuch, S. 150.

[2] Becker (1994), S.113.

[3] Die Beschreibung von Profax und seiner Verwendung in: Mitschian, H. (1999), S.30.

[4] Vgl. Mitschian, H. (1999), S. 33.

Details

Seiten
20
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638124263
Dateigröße
561 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v3911
Institution / Hochschule
Technische Universität Berlin – Pädagogik
Note
1,5
Schlagworte
medien audiolingual audiovisuell methoden didaktik

Autor

Zurück

Titel: Die audiolinguale und die audiovisuelle Methode im DaF-Unterricht