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Der Einfluss digitaler Medien auf die körperliche Entwicklung von Kindern

Bachelorarbeit 2016 32 Seiten

Physiotherapie, Ergotherapie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Zusammenfassung/Abstract

1 Einleitung

2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Theoretische Aufarbeitung
2.1.1 Bedeutung der geplanten Untersuchung
2.1.2 Ziele des Vorhabens
2.2 Fragestellung und Hypothese

3 Methoden
3.1 Vorgehensweise
3.2 Datenbanken
3.3 Suchstrategie
3.4 Ein-Ausschlusskriterien

4 Ergebnisse
4.1 Ergebnisse der Literaturrecherche
4.2 Ergebnisse der inkludierten Studien

5 Diskussion und Ausblick
5.1 Diskussion über die Studien
5.1.1 Diskussion über die Arbeit
5.1.2 Fazit
5.2 Ausblick

Literaturverzeichnis/Quellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Lasteinwirkungen auf die HWS bei verschiedenen Kopfpositionen

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Inkludierte Studien

Zusammenfassung

Die hier vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über die körperlichen Auswirkungen der Nutzung digitaler Medien auf Kinder. Dazu wurden sieben Studien miteinander verglichen und beurteilt. Es wurden keine positiven Auswirkungen gefunden, lediglich negative. Diese sind unter anderem Übergewicht, Bandscheibenbeschwerden mit muskulären Dysbalancen und eine Mangelversorgung des Gehirns.

1 Einleitung

Digitale Medien und Motorisierung verändern die Freizeitgestaltung der Erwachsenen und somit auch die der Kinder. Es wird sich weniger im Freien und auf Spielplätzen bewegt, dafür mehr Zeit an Bildschirmen verbracht. (Bös, K., Opper,E., Woll,A. 2002). Immer mehr Kinder leiden an Bewegungsarmut und dadurch auch an Übergewicht (Funk, C. 2015). Allein in Deutschland ist jedes fünfte Kind übergewichtig (Funk, C. 2015). Ab einem BMI > 25 spricht man von Übergewicht (Schulz, M. 2006) Diesen berechnet man durch den Quotienten Gewicht/ zweifache Körpergröße (Zwiauer, K. 1997). Verschiedenste Wege, wie zu Freunden oder in die Schule werden nicht mehr zu Fuß oder mit dem Fahrrad, sondern mit dem Auto oder dem Bus zurückgelegt (Bös, K. et al. 2002). Nicht dass dies schlecht wäre, aber unsere Bewegungsvielfalt leidet darunter. Es wurde bereits bewiesen, dass Bewegung schlau macht (Zimmer, R. 2004), doch was geschieht, wenn diese fehlt? Heißt das dann, dass keine Bewegung dumm macht?

2 Theoretischer Hintergrund

2.1 Theoretische Aufarbeitung

Laut Koneberg, L. 1999, werden all unsere Bewegungen von unserem Gehirn gesteuert. Dieses ist in mehrere Areale aufgeteilt:

In das Kleinhirn, welches für die Koordination der Muskelbewegungen und unserer Körperhaltung zuständig ist; das Limbische System, welches für die lebenserhaltenen Grundfunktionen, wie Essen, Schlafen und Flucht- und Kampfreaktionen zuständig ist; das Großhirn, welches in zwei getrennte Hemisphären aufgeteilt ist. In der linken wird die Funktion der rechten Körperhälfte gesteuert, und diese ist vor allem für alles Logische, Objektive und Analytische zuständig. Die rechte Hemisphäre steuert die linke Körperhälfte und vor allem handelt sie subjektiv und intuitiv. Die beiden Hemisphären sind durch den Balken, der aus Millionen von Nervenfasern besteht, miteinander verbunden. Diese Verbindung ist wichtig, um die einzelnen Fähigkeiten der Hemisphären zu verknüpfen. Einzelheiten werden von der linken Hemisphäre erkannt, die rechte fügt sie zu einem Gesamtbild zusammen. Wenn diese Verbindung nicht ausreichend ausgebildet ist, kommt es zu Denkblockaden. Diese Denkblockaden können durch überkreuzende Bewegungen aufgehoben werden, da dadurch die beiden Hemisphären synchron arbeiten müssen und die Nervenbahnen zwischen den beiden Bereichen wieder vermehrt mit Sauerstoff versorgt werden.

Jede einzelne Hemisphäre ist in vier Lappen unterteilt. Der Scheitellappen ist einer von ihnen und in ihm wird der gesamte Körper repräsentiert durch Empfindungen aus dem Körper wie Tast-, Raum-, und Geschmackssinn.

Alle Nervenzellen sind bei der Geburt schon angelegt, doch das menschliche Gehirn hört nicht auf sich anzupassen. Jede Bewegung oder Erfahrung beeinflusst das Gehirn und neue Verbindungen zwischen den einzelnen Nervenbahnen, sogenannte Synapsen, werden gebildet. Selbst das Mobile über dem Kinderbettchen fördert diesen Prozess, da durch die Muskelaktivität der Augenbewegung neue Synapsen geschaltet werden.

Darüber hinaus gibt es entwicklungsbedingte Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen im Schulalter, da die analytischen Fähigkeiten der linken Gehirnhälfte, sowie die Feinmotorik, bei Jungen später entwickelt werden. Somit fällt es Mädchen im gleichen Alter leichter zu lesen, zu rechnen und zu schreiben. Bei den Jungen hingegen wird die rechte Hemisphäre früher ausgeprägt und somit auch die Grobmotorik. Dies führt dazu, dass es Jungen eher schwer fällt still zu sitzen, da sie einen höheren Bewegungsdrang verspüren. Dieser entsteht dadurch, dass sie ihre großen Muskeln besser koordinieren können und auch wollen.

2.1.1 Bedeutung der geplanten Untersuchung

Die Folgen von Bewegungsmangel sind vielen bekannt, doch sie werden nicht als wichtig empfunden. Mehrere hundert Studien wurden bereits zu dem Thema durchgeführt, doch das Problem an sich hat sich nicht verändert (Becker, S., Klein, T., Schneider, S. (2006). In einer Zehn-Jahres-Studie wurde gezeigt, dass die körperliche Aktivität bei Kindern um fünf Prozent gesunken ist (Becker, S. et al. 2006). Die gesundheitlichen Schäden stehen jedoch nicht im Vordergrund dieser Studie.

Zurzeit existiert in Deutschland ein politisches Problem, welches hier nicht bagatellisiert werden soll, im Gegenteil. Es ist sehr traurig, dass so viele Menschen kein Zuhause mehr haben. Doch die Notwendigkeit des Sports für die Gesundheit von Kindern scheint für die Regierung nicht im Vordergrund zu stehen. Es werden für die Flüchtlinge leider keine anderen Unterkünfte gefunden, als die Turnhallen der Schulen (Bernreiter, C. 2015, Landrat). Doch wie soll der Bewegungsmangel ausgeglichen werden, wenn selbst in der Schule der Sport ausfällt? Für viele Kinder ist das der einzige Sport, den sie überhaupt haben (Bös, K. et al. 2002). Aus diesen Maßnahmen wird deutlich, dass der Sport in Deutschland nicht an erster Priorität steht und der Zusammenhang zu der Entwicklung von Kindern noch nicht in allen Köpfen verankert ist. Genau aus diesem Grund wird diese Arbeit verfasst, um noch einmal auf das gesundheitliche Problem der Kinder in Deutschland aufmerksam zu machen und die Physiotherapie dazu zu animieren etwas mehr präventiv zu arbeiten.

2.1.2 Ziele des Vorhabens

Das Ziel dieses Vorhabens ist es, Physiotherapeuten dazu zu bewegen, vermehrte Bewegungsangebote für Kinder anzubieten und diese zu animieren, wieder Spaß an der Bewegung zu haben. Denn soziale Kontakte kann man nicht nur mit dem Smartphone pflegen.

2.2 Fragestellung und Hypothese

Mit dieser Arbeit soll darauf hingewiesen werden, inwieweit digitale Medien einen Einfluss auf die körperliche Entwicklung von Kindern haben. Dazu wird der aktuelle Forschungsstand dargelegt, welche körperlichen Defizite ein Kind durch eine solche Lebensweise erhält und welche gesundheitlichen Folgeerkrankungen dies mit sich führt.

3 Methoden

Um einen genauen Überblick zu erhalten, ist die systematische Literaturrecherche die passendste Art und Weise, an diese Probleme heranzugehen. Es ist nur mit Hilfe einer systematischen und umfassenden Recherche möglich, die verschiedenen Risiken und Auswirkungen genau darzulegen. Des Weiteren muss die Suche so gewählt werden dass eventuelle Vorteile nicht ausgeblendet werden.

3.1 Vorgehensweise

Das Thema wurde gewählt, weil es das Interesse der Öffentlichkeit erweckt und zu neuen Erkenntnissen führt, oder die Aufmerksamkeit erneut auf schon vorhandene Erkenntnisse lenkt.

Das passende Thema wird in verschiedensten Datenbanken mit Stich- und Schlagwörtern gesucht und durch Boolesche Operatoren verknüpft. Die erscheinenden Studien werden durch definierte Ein- und Ausschlusskriterien minimiert und durch Verwendung der Pedro-Skala genauer beurteilt, sowie ihre Aussagen in verschiedenster Weise gewichtet.

Um nicht nur verschiedenste Datenbanken in Betracht zu ziehen, sondern auch die Vielzahl der gebundenen Literatur zu inkludieren, werden Bücher aus der Stadtbücherei studiert.

3.2 Datenbanken

Die erste Datenbank, die lediglich verwendet wird, um einen Überblick zu erhalten, ist „Google-Scholar“. Diese Datenbank liefert schnell eine hohe Anzahl an Ergebnissen. Bei dieser Datenbank wird jedoch auch jegliches Buch oder Zitat angezeigt, das die Schlag-/ oder Stichwörter verwendet. Außerdem arbeitet diese Datenbank auch mit deutscher Suchsyntax und erleichtert den Einstieg in das Thema. Dadurch wird ein Überblick über die Publikationsmenge gewährleistet. Sie liefert erste Formulierungsideen, wird jedoch in der eigentlichen Recherche nicht verwendet, da sie zu ungenau arbeitet.

Eine seriöse Datenbank ist „Pubmed“. Diese Datenbank ist auf den medizinischen Bereich spezialisiert und liefert eine große Auswahl an englischsprachiger Literatur. Aus bis zu 4500 medizinrelevanten Fachzeitschriften liefert sie einzelne Artikel. Um eine zusätzliche Inhaltserschließung der Artikel zu gewährleisten, verwendet sie die Fachsystematik „Medical Subject Headings“ (MeSH) (Hentschel, E. 2009).

Als zweite Datenbank wird „Medpilot“ verwendet, die sowohl englische, als auch deutsche Suchsyntax versteht.

Außerdem wird noch eine dritte Datenbank „Embase“ genutzt.

3.3 Suchstrategie

Zu Beginn wird in der Datenbank „Pubmed“ mit den Schlag-/ und Stichworten „effects AND motoric AND fewer movements“ gesucht. Dabei erhält man 6 Ergebnisse, jedoch entsprechen diese inhaltlich nicht dem gesuchten Thema. Schlagworte beziehen sich lediglich auf den Inhalt der Studien, Stichworte lediglich auf die Überschriften (Steiner, K. 2015). Der Schlüsselbegriff AND wird verwendet, da alle Schlagworte in dem Studienzusammenhang gebracht werden sollen. Es soll ausschließlich ihre Schnittmenge verwendet werden. Motorische Entwicklung, Bewegungsmangel oder Kindheit alleine ist nicht präzise genug, um es als Literaturrecherche verwenden zu können. Daraufhin wird die Suche in „motor development AND sedentary lifestyle” geändert, hierbei erscheint eine Vielzahl an Ergebnissen, die teilweise unpräzise und nicht auf das Thema abgestimmt sind. Es handelt sich um 221 Ergebnisse. Durch den Filter „ 5 Jahre“, der Publikationen, die älter als 2010 sind, nicht mehr anzeigt, erhält man lediglich 191 Ergebnisse. Der Filter „fünf Jahre“ ist in diesem Fall gerechtfertigt, da es um neuste digitale Medien geht. In diesem Zusammenhang geht es nicht um die körperliche Entwicklung im Mittelalter, sondern lediglich um die Entwicklung der Kinder heute. Es beinhaltet, inwieweit die heutigen neusten Medien, wie Smartphone, Tablet, Fernseher und Laptop, den Bewegungsmangel der Kinder beeinflussen. Um einen Vergleich zu ziehen zu der früheren Entwicklung, reicht eine zweite Suche über motorische Entwicklung im Allgemeinen.

Um die aktuelle Suche zu präzisieren, wird „AND childhood“ ergänzt. Durch diesen Ausschluss erhält man 30 Ergebnisse. Auf Grund des Filters, Studien die älter als fünf Jahre sind, bleiben noch 27 Studien übrig, aus denen die verwendete Literatur gewählt wird.

Anschließend wird der gleiche Suchsyntax in „Embase“ und „medpilot“ eingetragen.

Erstere liefert bei der ursprünglichen Suchsyntax keine Ergebnisse. Lediglich bei der Verwendung von „motor development“ AND „sedentary lifestyle“, erhält man neun Ergebnisse, die wiederum nicht alle dem Thema entsprechen, aber durch die formulierten Ein-/ und Ausschlusskriterien aussortiert werden.

Die Zweite liefert 60 Einträge, durch den Einschluss, lediglich Artikel zu verwenden, erhält man 56 Ergebnisse. 42 Studien bleiben letztlich übrig, wenn man nur die der letzten fünf Jahre nutzt.

Somit wird hier eine Rückfangmethode verwendet, welche einen möglichen Publikationsbias ausschließt. Eine Rückfangmethode besteht darin, die gleiche Suchsyntax in zwei unterschiedlichen Datenbanken zu verwenden (Engesser, S. 2015). Durch die Verwendung unterschiedlicher Datenbanken verringert sich die Möglichkeit eines Publikationsbias.

Außerdem wird die Schneeballmethode verwendet, die darin besteht in Literaturverzeichnissen der ausgewählten Studien nach verwendeter Literatur zu suchen, um Missinterpretationen der Erstautoren auszuschließen. Des Weiteren wird dadurch gewährleistet, dass die Suche eine Vielzahl an Studien inkludiert und keine Studien durch Suchbegriffunterschiede ausgeschlossen werden. Zudem wird nach ähnlichen Studien der verwendeten Autoren recherchiert, um eine eventuelle Erweiterung der vorherigen Studien zu analysieren.

Weiterhin wird manuell in verschiedenen Bibliotheken geforscht, um sich nicht nur auf Datenbanken zu fixieren. In dem Katalog der Bibliothek werden alle Bücher zum Thema motorische Kindesentwicklung und Bewegungsmangel herausgesucht. Dabei werden die Bücher inhaltlich ausgewertet und einzelne Artikel den Autoren zugeordnet.

Durch die Verwendung verschiedenster Suchstrategien ist eine umfassende und systematische Recherche gewährleistet.

3.4 Ein- & Ausschlusskriterien

Um eine systematische Literaturrecherche gewährleisten zu können, müssen klare Ein- und Ausschlusskriterien der zu verwendenden Literatur aufgestellt werden.

Die Einschlusskriterien beinhalten, dass ausschließlich Primärliteratur verwendet wird, dass die Studien eine Kontrollgruppe beinhalten, dass das Erscheinungsjahr nicht älter als 2010 ist, dass die Ein-/ und Ausschlusskriterien in den verwendeten Studien genau formuliert wurden. Die Ausschlusskriterien beinhalten alle Studien, die nicht die Einschlusskriterien erfüllen.

Zusätzlich werden noch Studien gleicher Autoren in Betracht gezogen, wenn sie inhaltlich relevant sind, sowie gebundene Literatur, die die motorische Entwicklung der früheren Kinder darstellt. Dabei ändert sich das Einschlusskriterium des Erscheinungsjahres auf vor 2010 erschienen.

4 Ergebnisse

4.1 Ergebnisse der Literaturrecherche

Tab. 1: Inkludierte Studien

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4.2 Ergebnisse der inkludierten Studien

Studie 1 ist eine Kohortenstudie und untersucht anhand einer Telefonumfrage den Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität, das Nutzen digitaler Medien und die Limitierung dessen durch die Eltern. Eltern und Kinder werden separat von einander befragt. Die Anzahl der Kinder beträgt n=7415, die Anzahl der Eltern n=5685. Eltern und Kinder werden in gleicher Reihenfolge ausgewählte Fragen gestellt. Für die Umfrage wird ein Fragekatalog verwendet, der unter Anderem die Anzahl der Stunden der Nutzung digitaler Medien beinhaltet. Es wird explizit nach der Nutzung des Fernsehgerätes, des Computers und der Spielekonsole gefragt.

Weiterhin wird nach der Menge und Art des täglichen Sports gefragt und ob es Limitierungen der Eltern bezüglich der Nutzung von digitalen Medien gibt. Alle Fragen werden in verschiedene Antwortkategorien unterteilt und bewertet. Die schulische Nutzung der Geräte wird abgezogen.

Diese Studie zeigt, dass es einen Unterschied von P< 0.001 gibt in Bezug auf das Geschlecht. Jungs nutzen öfter digitale Medien als Mädchen, sowie sozial niedrigere Schichten mehr als Höhere. Der größte Unterschied zeigt sich in dem Alter der Kinder, welches verdeutlicht, dass 16,7% der Kinder zwischen 9 und 10 Jahren mehr als zwei Stunden pro Tag digitale Medien nutzen. Bei Kindern zwischen 14 und 15 Jahren nutzen 38,9% mehr als zwei Stunden pro Tag diese Geräte. Im Umkehrschluss wird es von 38,9% der Kinder zwischen 9 und 10 Jahren weniger als 30 Minuten genutzt. Sowie 18,2% der Kinder zwischen 14 und 15.

49,2% der Eltern setzt sehr oft Grenzen in Bezug auf die Nutzung. Dies lässt die Studie darauf schließen, wenn keine Limitierung vorhanden wäre, würden die Kinder noch mehr Zeit mit digitalen Medien verwenden.

Digitale Medien haben einen Einfluss auf körperliche Aktivität. Je mehr TV geschaut wird, umso weniger Sport wird betrieben. Im Gegenzug, je mehr Sport betrieben wird, umso geringer ist das zeitliche Interesse an digitalen Medien. In der Studie wird ein Wert von P<0.2 genannt.

Studie 2 ist eine Kohortenstudie und untersucht den Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität, Freizeitgestaltung und Bluthochdruck bei Kindern. In der Studie werden 5061 Kinder aus acht unterschiedlichen Nationen untersucht. Die Kinder werden zu Beginn und nach zwei Jahren auf die gleiche Art und Weise untersucht und in Gruppen eingeteilt. Diese Einteilung beinhaltet die Häufigkeit in Stunden körperlicher Aktivität/ Bildschirmnutzung. Beide Parameter sind unabhängig voneinander zu beurteilen und zu kategorisieren.

Um die körperliche Aktivität der Kinder herauszufinden, wird den Kindern ein Bewegungsmesser umgelegt, der 6 Stunden pro Tag misst. Dieses Gerät tragen die Kinder zwei Tage unter der Woche und ein Tag am Wochenende.

Für die übrige Freizeitgestaltung wird ein Fragebogen an die Eltern verteilt, der in einer separaten Studie auf Validität und Reliabilität überprüft wurde. In diesem Fragebogen gibt es unteranderem Fragen nach Dauer, Häufigkeit und Art der Nutzung digitaler Medien. In der Studie wird von Bildschirmnutzung gesprochen.

Des Weiteren wird der Blutdruck der Kinder ermittelt. Dabei wird die Messung zwei Mal hintereinander durchgeführt mit einem Abstand von 10 Minuten. Der niedrigere Wert wird verwendet.

Aus diesen Untersuchungen werden eine Kontrollgruppe und eine Interventionsgruppe erstellt. Die Interventionsgruppe erhält Unterricht bezüglich eines gesünderen Lebensstils, sowie Gruppenaktivitäten.

Diese Studie zeigt, dass Mädchen seltener beziehungsweise kürzer einer Bildschirmnutzung nachkommen als Jungen. Außerdem zeigt sie, dass Kinder, die mehr als zwei Stunden einen Bildschirm nutzen und gleichzeitig weniger als eine Stunde am Tag sich sportlich betätigen, ein höheres Risiko zu hohem Blutdruck haben.

Studie 3 ist eine Longitudinalstudie und untersucht den Zusammenhang zwischen Bewegung und Knochenmineralisierung bei Kindern. Ziel dieser Untersuchung ist es, eine sinnvolle Prävention im Kindesalter gegen Osteoporose zu finden. Dazu wird ein Ganzkörperscan zu Beginn und nach zwei Jahren durchgeführt. Sechs von zehn öffentlichen Grundschulen haben vier zusätzliche Sportstunden und speziell geschulte Lehrer verwendet. Diese zählen als Interventionsgruppe und werden im Folgenden als Sportschule benannt. Die übrigen vier stellen die Kontrollgruppe oder normale Schule dar.

Die Kinder nehmen freiwillig an der Studie teil, sind in dem Alter von 7.2 bis 12 Jahren und werden von einem Dual Energy X ray Absorptiometry Gerät (DXA) untersucht. Bei dieser Untersuchung werden die Kinder aufgefordert still, in einer vorgegebenen Position, lediglich mit Unterhose, dünnem T-Shirt bekleidet und Socken, zu liegen. Diese Untersuchung dauert fünf Minuten. Auf der Hälfte der Studiendauer erhalten die Kinder ein Gerät, das sie den ganzen Tag außer beim Duschen, Schwimmen und Schlafen an sich tragen. Dieses Gerät soll sieben Tage die Aktivität des Kindes alle zwei Sekunden aufzeichnen. Wenn das Gerät länger als zwanzig Minuten keine Aufzeichnung vornimmt, wird es als nicht getragen ausgewertet. Diese Daten spiegeln die körperliche Aktivität des Kindes wider und werden mit den Parametern des Ganzkörperscans verglichen. Dieser bezieht sich auf die Knochenmineraldichte (BMD), Knochenmineralgehalt (BMC) und den Knochenbereich (BA). Bei den Kindern der Sportschule n = 1210 wird ein positiver Effekt von p = 0.001 zwischen BMC und intensiver körperlicher Aktivität festgestellt. Im Vergleich zu wenig Aktivität bei Jungen ist ein negativer Effekt von p = 0.006 auf BMC aufgetreten. In Verbindung zu BA wurde kein signifikanter Unterschied festgestellt.

Fazit der Studie ist, dass hohe bis moderate körperliche Aktivität einen positiven Einfluss auf den Knochenmineralisierungsgehalt hat. Bei Jungen hat wenig Bewegung einen negativen Effekt auf diesen.

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Details

Seiten
32
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668629776
ISBN (Buch)
9783668629783
Dateigröße
781 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v388872
Institution / Hochschule
Hochschule Fresenius Idstein
Note
2,2
Schlagworte
einfluss medien entwicklung kindern

Autor

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Titel: Der Einfluss digitaler Medien auf die körperliche Entwicklung von Kindern