Lade Inhalt...

Die Geschichte des Radios vor und in der Weimarer Republik - Das Radio auf dem Weg zum Massenmedium?

Hausarbeit 2004 12 Seiten

Medien / Kommunikation - Rundfunk und Unterhaltung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Die Anfänge der Rundfunktechnik
2.1. Vorgeschichte
2.2. Drahtlose Telegraphie
2.3. Übertragung von Sprache und Musik

III. Die Entwicklung zum Massenmedium
3.1. Gründung der Rundfunkgesellschaften
3.2. Der Aufbau der Sendenetze
3.3. Programmaspekte
3.4. Die Hörer

IV. Schluss

Literaturverzeichnis

Anhang
Anhang A

I. Einleitung

Gegenstand dieser Arbeit ist die Geschichte des Radios von den ersten experimentellen technischen Entwicklungen im 19. Jahrhundert bis zum Ende der Weimarer Republik. Im Bezug zur Radiotechnik werde ich personenzentriert vorgehen und die wichtigen Erkenntnisse verschiedener Wissenschaftler vorstellen. Die physikalischen Zusammenhänge werden ich in dieser Arbeit nicht weiter erläutern. Neben der Rundfunktechnik befasse ich mich mit interessanten Entwicklungen im Bereich des deutschen Rundfunkbetriebs sowie der Gründung der Rundfunkgesellschaften und den verschiedenen Programm- und Hörerstrukturen. Unter Berücksichtigung dieser verschiedenen Aspekte werde ich die Frage behandeln, inwiefern sich in der Zeit der Weimarer Republik schon Ansätze erkennen ließen, die auf das Radio als späteres Massenmedium hinweisen.

II. Die Anfänge der Rundfunktechnik

2.1. Vorgeschichte

Der schottische Physiker James Clark Maxwell legte Mitte des 19. Jahrhunderts den ersten Grundstein für die spätere Entwicklung der Radios. Er stellte 1865 die Maxwell’sche Theorie der elektromagnetischen Felder auf und behauptete, „daß sich unsichtbare elektromagnetische Wellen wie sichtbares Licht ausbreiten“ (Stuiber 1998, S.47). Dem deutschen Physiker Heinrich Hertz gelang es 1886 diese Theorie zu bestätigen. Durch den experimentellen Nachweis elektromagnetischer Wellen, „die an einer Stelle erzeugt, unsichtbar ausgestrahlt und an einer anderen Stelle wieder empfangen werden können“ (Stuiber 1998, S. 46), „setzte er einen Meilenstein, auf dem alle Erfindungen zur Verbesserung der ’drahtlosen Brücke von Mensch zu Mensch’ bis zur heutigen weltweiten Kommunikation über Satellit aufbauten“ (Diller 1997, S.313). Nach der bahnbrechenden Entdeckung von Heinrich Hertz haben Ende des 19. Jahrhunderts zahlreiche Weiterentwicklungen auf internationaler Ebene stattgefunden.

2.2. Drahtlose Telegraphie

„Guglielmo Marconi ist wohl der der Allgemeinheit bekannteste Forscher auf dem
Gebiet der Radiotechnik, den auch weitere Kreise als den eigentlichen Erfinder der drahtlosen Telegraphie kennen” (Günther 1987, S.22).

Durch die vorausgegangen Experimente und Forschungen von Heinrich Hertz gelang es Guglielmo Marconi 1895 einen Sender zu entwickeln, der Signale rund drei Kilometer weit senden konnte. „Marconis wesentliche erfinderische Leistung bei seinem Funksystem bestand in der Anwendung einer Antenne, damals als ’Luftdraht’ bezeichnet, als Gegenpol zur Erde“ (Pichler 2002, S.19). Nachdem die italienische Regierung keine Interesse an Marconis Versuchen zeigte, verließ er sein Heimatland und siedelte nach Großbritannien über, der Geburtsstätte seiner Mutter. Durch die finanzielle Unterstützung, die er dort erhielt, konnte er seine Forschungen erfolgreich weiterführen. 1898 entwickelte Marconi die erste funkentelegraphische Verbindung zwischen England und Irland, woraufhin ihm ein Jahr später die Überbrückung des Ärmelkanals gelang. Sein Ziel war es, ein Signal über die mehr als dreitausend Kilometer zwischen Europa und Amerika zu senden (vgl. Stuiber 1998, S. 48).

„Während die ersten Versuche von Marconi, […], mit sehr kurzen Wellenlängen operierten, zeigte die spätere Entwicklung, dass die Reichweite mit der Wellenlänge zunahm. Trotzdem war man weitgehend der Meinung, dass die elektromagnetischen Wellen […] große Reichweiten nicht zulassen würden.[…]. Marconi teilte diese Meinung nicht und startete ein Vorhaben, das als der ’Transatlantik Test’ in die Technikgeschichte einging“ (Pichler 2002, S.19).

Aus diesem Grund errichtete die Marconi-Gesellschaft 1900 die erste Großfunkstelle in Poldhu, Cornwall. Am 12. Dezember 1901 gelang es Marconi, den Buchstaben ‚S’ von England nach Neufundland zu senden (vgl. Stuiber 1998, S. 48).

Für seine Arbeit im Bereich der drahtlosen Telegraphie erhielt Marconi gemeinsam mit dem Deutschen Ferdinand Braun im Jahre 1909 den Nobelpreis für Physik (vgl. Pichler 2002, S.19).

1894 ist der russische Physiker Alexander Stepanowitsch Popow auf die Untersuchungen von Heinrich Hertz und Lodge über drahtlose Telegraphie gestoßen. Lodge hatte 1894 den ersten Radiowellendetektor entwickelt - den Kohärer. Popow entwickelte auf Grund der Erkenntnisse von Lodge und Branly im Jahre 1895 die erste Antenne (vgl. Günther 1987, S. 30).

Nach verschiedenen Versuchen gelang es ihm ein Jahr später, die Worte Heinrich Hertz über eine Entfernung von 250 Meter zu senden. Der deutsche Physiker Ferdinand Braun erfand 1897 die Braun’sche Röhre und führte 1898 den gekoppelten Sender mit geschlossenem Schwingkreis in die Funktechnik ein. Dadurch konnte der Empfänger auf bestimmte Wellenlängen eingestellt werden und wurde empfindlicher. Durch diese Entwicklung konnte eine größere Reichweite erzielt werden. Um die Jahrhundertwende versuchten verschiedene Forscher der drahtlosen Telegraphie ihre Entwicklungen zu vermarkten. Es entstanden die englische Wireless Telegraph und Signal Company (Marconi Company), die deutsche Allgemeine Elektrizitäts-gesellschaft (AEG) und die Siemens & Halske GmbH. 1903 schlossen sich die AEG und die Siemens & Halske GmbH in der Gesellschaft für drahtlosen Telegraphie (Telefunken) zusammen und wurden zur großen Konkurrenz der Marconi Company (vgl. Stuiber 1998, S.47 ff.).

2.3. Übertragung von Sprache und Musik

Schon kurz nach der Jahrhundertwende richteten sich die Forschungen in Richtung drahtloser Telephonie (vgl. Stuiber 1998, S. 49). Eine der wichtigsten Erfindungen auf diesem Gebiet gelang 1906 dem Dänen Valdemar Poulsen. Er entwickelte den Lichtbogensender. „Diese Einrichtung ermöglichte die Erzeugung ungedämpfter Schwingungen und damit die ununterbrochene Ausstrahlung von Wellen auf einer bestimmten Frequenz“ (Diller 1997, S.313).

Im Gegensatz zum bisherigen Funksender funktionierte der Lichtbogensender lautlos und übermittelte dem Empfänger einen konstanten Ton. Diese Eigenschaften waren maßgeblich für die Übermittlung von Sprache und Musik. Noch im gleichen Jahr wurden die ersten deutschen Versuchsanlagen für den Funkverkehr in Norddeich an der Nordsee und in Nauen bei Berlin mit den neuentwickelten Lichtbogensendern versehen (vgl. Stuiber 1998, S.49).

Eine weitere wichtige Erfindung für die drahtlose Telephonie war die Elektronenröhre oder auch Verstärkerröhre. Robert von Lieben und Lee de Forest entwickelten unabhängig voneinander auf Grund der schon vorhergegangen Erkenntnisse von Thomas Edison 1905 eine Röhre, die elektromagnetische Wellen verstärken und ungedämpfte Schwingungen erzeugen konnte (vgl. Stuiber 1998, S.49).

In den folgenden Jahren wurde an der Verfeinerung und Vervollkommnung der drahtlosen Telephonie gefeilt, so wurde 1910 zum erstenmal aus der Metropoliton Opera in New York die Stimme eine Sängers übertragen. Die Entwicklungen gingen schnell voran und 1915 wurde der Atlantik das erste Mal überbrückt. Während im 1. Weltkrieg größtenteils auf die drahtlose Telegraphie zurückgegriffen wurde, setzte 1917 der Direktor von Telefunken Hans Bredow den ersten Röhrensender an der Westfront ein, um die Soldaten mit Musik zu unterhalten (vgl. Diller 1997, S. 314).

„In der Folgezeit engagierten sich insbesondere Posttechniker der Hauptfunkstelle Königs Wusterhausen bei Berlin […]. 1920 sendeten sie Schallplattenmusik, verlasen Zeitungstexte und arrangierten sogar ein drahtloses ’Weihnachtskonzert’, […]. Aber all diese Sendungen waren mehr oder weniger Einzelereignisse, eher Versuche“ (Stuiber 1998, S. 50 f.)

[...]

Details

Seiten
12
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638378147
Dateigröße
633 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v38864
Institution / Hochschule
Ruhr-Universität Bochum – Inistitut für Medienwissenschaften
Note
1.3
Schlagworte
Geschichte Radios Weimarer Republik Radio Massenmedium Mediengeschichte Medienästhetik

Autor

Zurück

Titel: Die Geschichte des Radios vor und in der Weimarer Republik - Das Radio auf dem Weg zum Massenmedium?