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Einsatzpotenziale der Opensource ERP-Lösung Compiere für mittelständische Unternehmen im direkten Vergleich mit Microsoft Axapta

Seminararbeit 2004 19 Seiten

Informatik - Wirtschaftsinformatik

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Die Logistische Auftragsabwicklung
2.1 Allgemeines
2.2 Beschaffungs- und Vertriebslogistik
2.3 Produktionslogistik

3. Einsatzpotentiale der ERP-Systeme
3.1 Opensource Projekt Compiere
3.1.1 Logistische Informationsprozesse
3.1.2 Kundenauftrag und Lieferung
3.1.3 Produktion
3.2 Microsoft Axapta
3.2.1 Logistische Informationsprozesse
3.2.2 Kundenauftrag
3.2.3 Die Produktionsplanung
3.2.4 Lieferung

4. Ergebnisse
4.1 Opensource vs. Standartsoftware
4.2 Auswertung der Einsatzpotentiale

Literatur

1. Einleitung

Der Markt für ERP Systeme gehört heute zu einem der am schnellsten wachsenden Segmente in der Softwareindustrie. ERP-Systeme sind als umfassende elektronischer Informationssysteme zu verstehen. Sie integrieren in der Vergangenheit weitgehend isolierte Teile der Organisation wie beispielsweise Finanzwesen, personelle Ressourcen, Produktion und Vertrieb. Sie umfassen außerdem Lagerverwaltungssysteme, Kundendatenbanken, Auftragsverfolgungssysteme und Kreditorenbuchhaltung. Die zu diesem Zweck entwickelte Software dient als eine Art zentrales Nervensystem mit gemeinsamer Datenbasis für das Unternehmen. Sie sammelt Informationen über den Zustand und die Aktivitäten der verschiedenen Teile der Unternehmen und übermittelt sie an andere Stellen,

Überall auf der Welt investieren Firmen große Summen in solche Systeme. Außerdem wenden diese Firmen ebenso kostbare Mannstunden für die Einführung, Implementierung, Anpassung, Wartung und die Verbesserung ihrer ERP Systeme auf.

Die Einrichtung von ERP-Systemen erweist sich aufgrund des hohen Integrierungsgrades in die Organisationsstruktur als äußerst komplex und kostenintensiv. Oft erfolgt keine Integration in bestehende Strukturen sondern die Organisation sucht eine Software, auf deren Basis sie ihre Prozesse abbilden kann und profitiert so von standardisierten, praxiserprobten Lösungen. Die Veränderungen im IT - Markt machen nun auch solch komplexe ERP Lösungen für kleine und mittelständige Unternehmen interessant. Die Preise für Server-Hardware sinken weiter und die ERP-System Anbieter drängen mit immer günstigeren und besser auf Ihre potentiellen Kunden zugeschnittenen Angeboten auf den hart umkämpften Markt der Mittelständigen Unternehmen. Neben den großen Softwareherstellern gibt es auch immer mehr Opensource Projekte, die sich als Alternativen zu den Marktführern positionieren wollen.

Inhalt dieser Arbeit ist der Vergleich zwischen dem Opensource ERP System Compiere und dem Microsoft Produkt Axapta mit Focus auf die logistische Auftragsabwicklung. Nach einer Vorstellung der beiden ERP-Systeme werden zuerst einige grundsätzliche logistische Prozesse vorgestellt, die den betrachteten Bereich der logistischen Auftragsabwicklung einschränken. Auf Basis dieses Modells werden die beiden Produkte auf ihre Einsatzpotentiale im zu untersuchenden Bereich der Warenströme hin untersucht.

Microsoft Axapta ist für eher kleine bis mittelständige Unternehmen konzipiert und unterstützt die Unternehmung in allen für ERP Systeme relevanten Bereichen. Das System umfasst die Produktion, Distribution, Supply Chain Management, Customer Relationship Management, Projektmanagement, Personalverwaltung und das Finanzmanagement. Die Architektur zeichnet sich durch hohe Skalierbarkeit aus und wird je nach Anforderung als Client-Server 2- oder 3-tier Umgebung realisiert. Der Applikationsserver kann also zusammen oder getrennt vom Datenbankmanagementsystem betrieben werden.

Das Opensource Projekt Compiere richtet seinen Fokus ebenfalls auf kleine und mittelständische Unternehmen. Besonderen Wert wird in Compiere auf die Prozessorientierung gelegt. Der Leistungsumfang des Softwaresystems deckt die Beschaffung, den Vertrieb, Managementinformationen, die Lagerverwaltung sowie Customer Relationship Management und Supply Chain Management ab. Die grundsätzliche Struktur ähnelt der von Microsoft Axapta. Allerdings kann Compiere auch vollständig Browserbasiert ohne die Installation eines Clients bedient werden.

2. Die Logistische Auftragsabwicklung

Für einen konkreten Vergleich der ERP Systeme soll zunächst eine klare Abgrenzung des behandelten Themenbereichs „Logistische Auftragsabwicklung“ erfolgen. Es wird zuerst gezeigt, welche große Bedeutung Logistik prinzipiell für ein Unternehmen hat und anhand eines Referenzmodells werden entsprechend involvierte Geschäftsprozesse dargestellt. Im nächsten Schritt werden einige dieser Geschäftsprozesse für den Vergleich der beiden Unternehmenssoftwaresysteme ausgewählt.

2.1 Allgemeines

Die Logistik lenkt die Materialströme und Warenbestände des Unternehmens, so dass alle Aufträge zu möglichst minimalen Kosten zum gewünschten Liefertermin zuverlässig ausgeliefert werden. Diese Aufgaben werden von logistischen Prozessen entlang der Wertschöpfungskette des Unternehmens in den Bereichen der Beschaffung, der Produktion und des Vertriebes ausgeführt. Außerdem sind Informationssystemübergreifende Prozesse der Information und Koordination mit den logistischen Geschäftsprozessen verknüpft. Im Einzelnen sind die Prozesse in Abhängigkeit von der Art, Branche und Größe eines Unternehmens individuell auf die Organisation abzustimmen. Die verschiedenen Bestandteile der Logistikkette werden im Folgenden vorgestellt. Der Gesamten Logistikkette steht eine Vielzahl entgegengesetzt gerichteter, finanzieller Prozesse gegenüber, deren Betrachtung hier außen vor bleiben soll.

2.2 Beschaffungs- und Vertriebslogistik

Die Beschaffungslogistik umfasst im Wesentlichen die Gesamtheit aller logistischen Aufgaben und Maßnahmen, die zur Steuerung und Kontrolle des Materialflusses vom Lieferant zum Unternehmen notwendig sind. Die Informationsbasis für diese Aufgaben liefert die Grunddatenverwaltung. Es müssen Informationen über die Partner des Unternehmens, die zu beschaffenden Teile sowie die Konditionen bei den Partnern verwaltet werden. Auf Basis dieser Daten erfolgen die Lieferantenauswahl sowie die Angebots- und Bestellungsverwaltung. Nach der Bestellung werden die Güterströme im Wareneingang des Unternehmens auf ihre Qualität hin überprüft und es erfolgt eine Aufnahme dieser Bestände im Lager.[1]

Die Vertriebslogistik bildet in ihrer Gesamtheit das Pendant zur Beschaffungslogistik ab. Die Grundlage für alle weiteren Prozesse ist also auch hier die Datenverwaltung der Kunden, Partner und Güter bzw. Dienstleistungen. Als Schnittstelle zu den Kunden erfasst und verwaltet die Vertriebslogistik Anfragen und erstellt Angebote. Die Verwaltung und Bearbeitung der Kundenaufträge sowie der Versand stellen eine weitere Schnittstelle zum Kunden dar.

2.3 Produktionslogistik

Die operativen Aufgaben der Produktionslogistik begleiten den Produktionsprozess von der Planung der Produktion bis hin zur Fertigstellung des Produktionsauftrages. Der Bedarf an Endprodukten wird in der Primärbedarfsplanung auf Basis der Kundenaufträge oder der Prognosen für den Planungszeitraum ermittelt Diese Planung folgt die Auflösung dieser Bedarfe in die untergeordneten Unterprodukte, Baugruppen und Rohmaterialien. Es entstehen also Bedarfe an Fremd- und Eigenproduktion. Die Zeit- und Kapazitätsplanung erhebt die für die Produktion erforderlichen Kapazitäten auf den vorhandenen Ressourcen. Die Produktionsaufträge können dann auf dieser Basis entsprechend eingeplant werden.[2]

[...]


[1] Scheer, 1995, S. 408

[2] Scheer, 1995, S. 96

Details

Seiten
19
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638377270
ISBN (Buch)
9783638749633
Dateigröße
595 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v38750
Institution / Hochschule
Technische Universität Chemnitz
Note
1,3
Schlagworte
Einsatzpotenziale Opensource ERP-Lösung Compiere Unternehmen Vergleich Microsoft Axapta

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