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Was verbindet uns mit dem Steak auf dem Teller? Der Fleischkonsum aus dem Blickwinkel der Soziologie

Bachelorarbeit 2016 63 Seiten

Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Dank

Abbildungsverzeichnis

1 Karnismus & das Unbehagen der Soziologie an dem Mensch-Tier-Verhältnis

2 Karnismus: Über die soziale Konstruktion des Fleischkonsums
2.1 Die Soziologie und die Mensch-Tier-Verhältnisse
2.2 Theorien der Soziologie
2.3 Theorien der Soziologie & das Mensch-Tier-Verhältnis

3 Karnismus-Forschung: Quo vadis?

Anhang

Literaturverzeichnis

Dank

Für Melanie & meine Eltern

Diese Arbeit ist das Ergebnis einer Reise, die vor mehr als zehn Jahren begonnen hat. Viele Menschen haben mich auf diesem Weg begleitet. Ich danke Simone Mannes-Herkes, Guillaume Mannes und Francine Petry-Herkes für ihre wahrlich bedingungslose Unterstützung und Inspiration. Ich danke auch Dr. Melanie Joy, ohne die nicht nur diese Arbeit niemals möglich gewesen wäre. Ein großes Dankeschön gilt ebenfalls Dr. Nicole Zillien und Dr. Benjamin Rampp für ihr nicht selbstverständliches Interesse und ihre Bereitwilligkeit, diese Arbeit zu betreuen, sowie an Simon Esch, Nadine Grein und Nina Hengl für ihr Feedback. Schlussendlich geht ein besonderer Dank an Romina Magnoni und Grant Mandon Baartzes.

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Die Dialektik der gesellschaftlichen Konstruktion der Wirklichkeit

Abbildung 2: Schematische Übersicht der Social Dominance Theory

Abbildung 3: Antithetische Gleichungskette

Abbildung 4: Schimpfwörter des Alltagsvokabulars (lediglich die mit * gekennzeichneten Einträge wurden bisher nicht in Reden im Deutschen Bundestag verwendet)

Abbildung 5: Schimpfwörter sortiert nach Bedeutungsgruppen

Abbildung 6: Zuordnung der Bedeutungsgruppen zum Tier-Konstrukt

Abbildung 7: Zuordnung der Bedeutungsgruppen zum Tier-Konstrukt

Abbildung 8: Geschlachtete Tiere in Deutschland

Abbildung 9: Schwein zerlegt sich selbst, um verspeist zu werden

Abbildung 10: Ansehen verschiedener Wirtschaftszweige bei Konsumenten in Deutschland

Abbildung 11: Werbeanzeige „Wissen statt Warten“

Abbildung 12: Werbeanzeige „Sie haben den Container“

Abbildung 13: Globale Fleischproduktion

Abbildung 14: Fleischverbrauch weltweit

Abbildung 15: Fleischproduktion in Deutschland

Abbildung 16: Fleischverbrauch in Deutschland

Abbildung 17: Das Leben eines Schweins

1 Karnismus & das Unbehagen der Soziologie an dem Mensch-Tier-Verhältnis

“Wir essen nicht isoliert, sondern als Teil unserer Kultur.”
Nick Fiddes

“Most of us eat animals because it’s just the way things are.”
Melanie Joy

Seit jeher wurde Soziales als etwas aufgefasst, das sich rein auf Menschen bezieht. Demzufolge hat die Soziologie nichtmenschliche1 Tiere bisher auch kaum berücksichtigt. Die Rolle, die nichtmenschliche Tiere im Leben der Menschen einnehmen, sowie die unterschiedlichen Mensch-Tier-Beziehungen (in seiner Gesamtheit als das Mensch-Tier-Verhältnis2 ) - zum Beispiel als Gefährten und Familienmitglieder (Haustiere), als Nahrungslieferanten (Nutztiere), als Unterhaltung (nichtmenschliche Tiere in Zirkus und Zoo), als Versuchsobjekte in der Wissenschaft (Labortiere), oder auch in der Symbolwelt (religiöse Götter mit tierlichen3 Attributen, oder zahlreiche Marken mit Tiernamen) – haben trotz überwältigender Präsenz im Leben der Menschen bis jetzt in den Untersuchungen der Soziologie kaum eine Rolle gespielt. Dies beginnt sich nun langsam zu ändern. Neben den Animal Studies4, dem Posthumanismus5, den Critical Animal Studies6 und der Anthrozoologie7, setzen sich in letzter Zeit vor allem die interdisziplinären Human-Animal Studies immer stärker durch.

Die Human-Animal Studies sind ein noch junges, interdisziplinäres Forschungsfeld, „das sich mit der kulturellen, sozialen und gesellschaftspolitischen Rolle von Tieren befasst sowie die wechselseitigen Beziehungen zwischen Menschen und Tieren analysiert.“8 Manchmal werden die Human-Animal Studies auch als Oberbegriff der anderen eben genannten Disziplinen betrachtet. Oft werden sie aber auch strikt von ihnen abgegrenzt. Als rein deskriptive Wissenschaft unterscheidet sie sich zum Beispiel von den normativen Critical Animal Studies. Diese Arbeit sieht sich als dem wachsenden Feld der Human-Animal Studies zugeordnet und soll dazu beitragen, die Arbeiten der Soziologie zu den Mensch-Tier-Verhältnissen zu erweitern.

Zu den Human-Animal Studies gehören unter anderem auch die Forschungen um Karnismus, welcher „ein unsichtbares System aus Überzeugungen (engl.: belief system, ideology) [beschreibt], das es Menschen ermöglicht, bestimmte Tierspezies zu töten, bzw. töten zu lassen, und zu essen, ohne Mitgefühl für diese Spezies zu empfinden.“9 Der Begriff wurde erstmals von der Sozialpsychologin Melanie Joy in ihrer Doktorarbeit über die Psychologie des Fleischkonsums10 geprägt und ausführlich beschrieben. In ihrer Arbeit argumentiert Joy, dass Menschen die kognitive Dissonanz, die sie beim Genuss von Fleisch empfinden, durch gewisse ansozialisierte psychologische und soziale Abwehrmechanismen unbewusst überwinden.

Im Jahr 2011 wurden rund 64,88 Milliarden sogenannte Nutztiere geschlachtet.11 In Deutschland allein waren es 2012 754,34 Millionen Nutztiere 12 (wobei diese Zahlen nur Landtiere berücksichtigen). In einem Jahr werden in Deutschland also fast zehn Mal mehr Nutztiere geschlachtet, als Menschen in eben jenem Land leben. Doch trotz dieser unglaublich hohen Zahl hat sich die Soziologie bis jetzt kaum mit nichtmenschlichen Tieren und den Beziehungen zwischen Menschen und anderen Tieren beschäftigt. Aufgrund der hohen Zahlen stellt natürlich besonders der Konsum tierlicher Produkte hier eine gewisse Notwendigkeit dar, sich diesem Phänomen soziologisch zu widmen. Die Untersuchung unseres Verhältnisses zu den Tieren, die wir essen, könnte uns Erkenntnisse liefern, die bisher in einem kompletten blinden Fleck der Soziologie verborgen lagen. Dabei bergen diese Ergebnisse potentielle Erkenntnisse, die ähnliche Auswirkungen haben könnten, wie die Ergebnisse der Geschlechterforschung oder der Postcolonial Studies.

Diese Arbeit setzt deswegen an den bisherigen Arbeiten zu Karnismus an und untersucht, inwiefern sich klassische anerkannte Theorien der Soziologie mit der Karnismus-Theorie vereinbaren lassen. Dabei wird erst eine ausführliche Begründung geliefert, warum sich die Soziologie stärker mit den Mensch-Tier-Verhältnissen beschäftigen sollte. Anschließend werden Theorien der Soziologie behandelt, die im späteren Teil der Arbeit aufgegriffen werden. Genauer gesagt, handelt es sich dabei um die Theorie der sozialen Konstruktion der Wirklichkeit von Berger und Luckmann und Bourdieus Habitus-Theorie. Im weiteren Verlauf werden dann die für diese Arbeit neueren Ergebnisse der Human-Animal Studies kurz vorgestellt, einschließlich der Arbeiten über Karnismus, bevor dann die eigentliche Untersuchung der Vereinbarkeit und der eventuellen Betrachtung der Karnismus-Theorie mithilfe der klassischen soziologischen Theorien folgt. Im Anschluss daran wird noch einmal ein besonderes Augenmerk auf einige Teilaspekte der Verdinglichung und Entindividualisierung in der tierlichen Nahrungsmittelindustrie gelegt, bevor abschließend mit Bild- und Textmaterial aus dieser Branche die vorherigen theoretischen Überlegungen praktisch veranschaulicht werden.

2 Karnismus: Über die soziale Konstruktion des Fleischkonsums

Nicht nur Peter L. Berger und Thomas Luckmann haben mit ihrer Theorie der sozialen Konstruktion der Wirklichkeit eindrucksvoll die Mechanismen der Sozialisierung dargelegt und wie sie unsere Sicht auf die Welt und unser Handeln in ihr prägt. Sie wirkt quasi wie eine Brille, durch die wir die Welt betrachten und die unsere Sicht „färbt“. Im Folgenden sollen nun, nach einer kurzen Einleitung in die Soziologie und das Mensch-Tier-Verhältnis und in die Frage, warum diese sich bisher kaum mit nicht-menschlichen Tieren befasst hat und warum dies jedoch wichtig ist, diese Überlegungen tiefer betrachtet werden.

2.1 Die Soziologie und die Mensch-Tier-Verhältnisse

„[Rufen] Sie sich gedanklich Ihren bisherigen Tag in Erinnerung. Wie kommen lebende Tiere, aus Tieren hergestellte Dinge, Tiersymbole oder kollektive Vorstellungen über Tiere darin vor? Vielleicht haben Sie heute Früh eine Daunendecke zur Seite geschoben, sich mit einer aus tierlichen Fetten hergestellten Seife gewaschen, schnell noch einen Milchkaffee getrunken, während Sie in einer Tageszeitung lasen, dass in dem Dorf, durch das Sie oftmals bei einem Ihrer Ausritte kommen, ein neuer Schweinemastbetrieb gebaut werden soll. Bevor Sie die Wohnung verließen, haben Sie die Fische im Aquarium versorgt, ein Käsebrot eingepackt und den Parka mit der Fellkapuze übergezogen. Wie jeden Morgen kamen Sie auf Ihrem Weg an dem Jaguar vorbei, der zu dieser Zeit stets in der Einfahrt Ihres Nachbarn steht, und an dem Einfamilienhaus, an dem ein Hirschgeweih angebracht und auf dessen Hauswand ein Ochse gemalt ist, der einen Pflug zieht. An der Bushaltestelle fiel Ihr Blick auf eine Litfaßsäule und das Programm eines Zirkus, der nächste Woche in Ihrer Stadt gastiert und auf dem Plakat damit wirbt, ‚die besten Raubtier-Dompteure unserer Zeit‘ vorzustellen. Am Mittag suchten Sie einen ruhigen Ort zur Entspannung am Fluss, an dem einige Menschen Hunde ausführten. Als Sie zwei Angler bemerkten, dachten Sie spontan an die Schilderung der Angelszene in Hemingways ‚Fiesta‘. Auf der Heimfahrt saß Ihnen im Bus ein Teenager gegenüber, an dessen Tasche ein Button mit dem Motiv einer Friedenstaube angesteckt war. Zurück zu Hause machten Sie das Radio und die Perlmuttlampe, ein Geschenk von Freunden, in Ihrem Zimmer an […], während Peter Fox in dem Song ‚Alles neu‘ sang: ‚Ich erschlag meinen Goldfisch […]. Brat mir ein Pracht-Steak, Peter kocht jetzt feinstes Fleisch.‘“13

Mit diesem fiktiven Beispiel verdeutlicht Bujok, welche Rolle nicht-menschliche Tiere in unserem Leben spielen. Und gerade deswegen überrascht es, dass diese bis vor kurzem kaum von der Soziologie berücksichtigt wurden. Erst seit ein paar wenigen Jahren beginnt sich dies unter dem Stichwort des „Animal Turn“14 langsam zu ändern und die Erforschung des Mensch-Tier-Verhältnisses hält immer mehr Einzug in die Sozial- und Geisteswissenschaften.

Um das Thema leichter verständlich zu machen, ist es deswegen zuerst einmal wichtig, die Mensch-Tier-Verhältnisse näher zu definieren. Im deutschsprachigen Raum hat unter anderem der Chimaira-Arbeitskreis für Human-Animal Studies stark zu einer einheitlicheren Definition beigetragen:

„Unter Mensch-Tier-Beziehung verstehen wir die konkrete Beziehung zwischen einem menschlichen und einem tierlichen Individuum, unter Mensch-Tier-Verhältnis hingegen die Gesamtheit an Mensch-Tier-Beziehungen, ihre Einbettung in gesellschaftliche Strukturen und ihre Institutionalisierung […]. [Mensch-Tier-Verhältnisse] treten in vielfältigen Ausprägungen zutage und kennzeichnen sich auch teilweise durch innere Widersprüche. Die jeweils unterschiedliche Wahrnehmung und Behandlung von beispielsweise ‚Heimtieren‘, ‚Versuchstieren‘ und ‚Nutztieren‘ verdeutlicht die Ambivalenzen, die das Verhältnis vieler Menschen zu ‚Tieren‘ prägen. In verschiedenen gesellschaftlichen Sphären haben wir es folglich mit verschiedenen Mensch-Tier-Verhältnissen zu tun.”15

Dabei identifizieren sie dennoch bestimmte Strukturen und Muster, zum Beispiel hierarchische Strukturen, bei denen asymmetrische Machtpositionen auf menschlicher Seite liegen. Zudem seien die Mensch-Tier-Verhältnisse historisch gewachsen und sollten deswegen nicht als starr und naturgegeben betrachtet werden. Vielmehr werden diese in gesellschaftlichen Prozessen immer wieder neu produziert und reproduziert.16

Trotzdem hat sich das Phänomen des Animal Turn bisher zum größten Teil auf den englischen Sprachraum (hier vor allem die USA) beschränkt. Die deutschsprachige Soziologie zieht bis jetzt erst sehr langsam nach. Das hat unterschiedliche Gründe. So hat sich zum Beispiel die Soziologie immer als eine Humanwissenschaft verstanden. Natur und nichtmenschliche Tiere wurden von der Soziologie eher ausgeklammert und der Biologie und den Naturwissenschaften überlassen. „Somit erkennt die Soziologie nichtmenschliche Tiere bisher kaum als soziale Akteure bzw. Interaktionspartnerinnen und -partner an und betrachtet die sich auf diese beziehenden sozialen Praxen, Institutionen und kollektiven Denkmuster als nicht untersuchungsrelevant.“17 Traditionell hat auch der Begriff der Gesellschaft nichtmenschliche Tiere zumeist ausgeschlossen. Gesellschaft wurde an den Menschen geknüpft, nichtmenschliche Tiere sind in den meisten Gesellschaftstheorien nicht vorgesehen. Wie wir später noch sehen werden, beruht dies in den meisten Fällen auf einem gesellschaftlich konstruierten und kognitiv-gesellschaftlich tief verwurzelten, gegensätzlichen Natur/Kultur-Dualismus, der auch die Soziologie prägt: Nichtmenschliche Tiere werden der Sphäre der Natur zugeschrieben und sind somit aus der menschlichen Sphäre der Kultur und der Gesellschaft ausgegrenzt.18 Wie aber am obigen Beispiel dargelegt wurde, sind nichtmenschliche Tiere sehr wohl auch Teil der (nicht nur) von Menschen gemachten Kultur und Gesellschaft, sei es tatsächlich oder symbolisch. Gutjahr und Sebastian schlussfolgern deswegen, dass die Soziologie einen zentralen Bestandteil des Sozialen ignoriere und fordern, dass die Soziologie ihren „Anthropozentrismus“19 aufgeben und das Verhältnis der Gesellschaft zu den Tieren in ihre Teildisziplinen mit einbeziehen muss: „Dies würde voraussetzen, dass sie einen Paradigmenwechsel einleitet, indem sie die wissenschaftlich nicht weiter haltbare Position aufgibt, [nichtmenschliche] Tiere als jenseits des Sozialen verortete Wesen zu begreifen.“20

2.2 Theorien der Soziologie

Im Folgenden werden für diese Arbeit bedeutende klassische soziologische Theorien behandelt, welche in Verbindung mit der Sozialisation stehen, die in einem modernen Verständnis nach Hurrelmann wie folgt definiert werden kann:

„Sozialisation bezeichnet […] den Prozess, in dessen Verlauf sich der mit einer biologischen Ausstattung versehene menschliche Organismus zu einer sozial handlungsfähigen Persönlichkeit bildet, die sich über den Lebenslauf hinweg in Auseinandersetzung mit den Lebensbedingungen weiterentwickelt. Sozialisation ist die lebenslange Aneignung von und Auseinandersetzung mit den natürlichen Anlagen, insbesondere den körperlichen und psychischen Grundmerkmalen, die für den Menschen die ‚innere Realität‘ bilden, und der sozialen und physikalischen Umwelt, die für den Menschen die ‚äußere Realität‘ bilden.“21

2.2.1 Soziale Konstruktion der Wirklichkeit & Sozialisierung

Die vorliegende Arbeit bezieht sich maßgeblich auf Berger und Luckmanns Theorie der sozialen Konstruktion der Wirklichkeit. Im Folgenden sollen darum die zentralen Aspekte des Werkes zusammenfassend erläutert werden.

Gesellschaft betrachten sie als einen dialektischen Prozess, der aus drei Komponenten besteht: Externalisierung, Objektivierung und Internalisierung.22 Die Dialektik der Gesellschaft begreifen sie dabei so, dass die Gesellschaft einerseits ein Produkt des Menschen ist. Da sie aber auch auf den Menschen einwirkt, ist der Mensch auch ein Produkt der Gesellschaft. Dies lässt sich besser verstehen, wenn man sich die drei Komponenten anschaut. Bei der Externalisierung handelt es sich um ein „ständiges Strömen menschlichen Wesens in die Welt, des materiellen und immateriellen Handelns von Menschen.“23 Für diese Arbeit hier ist vor allem (aber nicht nur) das immaterielle Handeln von besonderer Bedeutung. Als Objektivierung beschreibt Berger die „Gewinnung einer Wirklichkeit (durch die Produkte wiederum sowohl materiellen wie immateriellen Handelns), einer Wirklichkeit, die ihren Hervorbringern dann als Faktizität, außen und anders als sie selbst, gegenübersteht.“24 Die Gesellschaft, die der Mensch erzeugt hat, wird also eine Realität sui generis: Die externalisierte Gesellschaft als Produkt des Menschen gewinnt ein Eigenleben gegenüber seinen Produzent_innen25. Aus der subjektiven Wirklichkeit wird (durch Institutionalisierung) eine objektive Wirklichkeit, die darauffolgend Druck auf die Menschen ausübt. Daraufhin kommt es logischerweise zur Internalisierung, also die „Wiederaneignung eben dieser Wirklichkeit seitens der Menschen, die sie noch einmal aus Strukturen der objektiven Welt in solche des subjektiven Bewusstseins umwandeln.“26 Aus der objektiven Wirklichkeit wird wieder eine subjektive Wirklichkeit. Dieses Zurückholen der objektiven Welt ins Bewusstsein ist zentral für diese Arbeit über die soziale Konstruktion des Fleischkonsums. Im Zuge dieser Sozialisierungsprozesse werden also objektivierte Weltansichten an neue Generationen weitergegeben und reproduziert, so auch unter anderem der Konsum tierlicher Produkte.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Die Dialektik der gesellschaftlichen Konstruktion der Wirklichkeit

Quelle: Knoblauch 2005, S. 160

Dabei erfüllt die Sozialisation nicht nur die Funktion der Reproduktion, sondern zusammen mit der sozialen Kontrolle auch die Funktion der Erhaltung und Legitimierung der gesellschaftlich erzeugten Welt. Als Legitimierung bezeichnet Berger „das Erklären und Rechtfertigen einer Gesellschaftsordnung mittels des in ihr gesellschaftlich objektivierten ‚Wissens‘“.27 Auch die Legitimierung selbst unterteilt sich wieder in eine objektive (als Wirklichkeit in der Gesellschaft) und eine subjektive (als Internalisierung beim Individuum) Legitimierung. Sie wahrt und bewährt also die Wirklichkeit nicht nur auf objektiver, sondern auch auf subjektiver Grundlage.28

2.2.2 Habitus & Sozialisierung

Doch nicht nur Bergers und Luckmanns Theorie der sozialen Konstruktion der Wirklichkeit bietet dem für diese Arbeit wichtigen Phänomen der Sozialisierung einen zentralen Anhaltspunkt, sondern auch Pierre Bourdieus Konzept des Habitus, als „ Erzeugungsprinzip [Hervorhebung im Original] objektiv klassifizierbarer Formen von Praxis“29, weswegen dieser hier noch einmal grob nachgezeichnet wird. Besonders auch, weil dieser einige Vergleichsmöglichkeiten mit dem dialektischen Prozess Bergers und Luckmanns aufweist: „[Dem Habitus kommt] gewissermaßen eine Doppelfunktion zu. Er stellt gleichzeitig eine erzeugte soziale Praxis dar (opus operatum) [Hervorhebung im Original], generiert aber zugleich die Praxis (modus operandi) [Hervorhebung im Original]“.30 Beim Habitus handelt es sich um eine bestimmte Weise, wie die Welt betrachtet wird, und wie in bestimmten Situationen dann gehandelt wird:

„Die Bereitschaft des Arbeiters, einen eingeschränkten Lebensstandard als etwas zu akzeptieren, das für seine Stellung normal ist, sowie auch die Art des Konsums, die Ess- und Lebensgewohnheiten [Hervorhebung durch Verfasser], die Fernsehgewohnheiten und das Interesse am Sport gehören zu diesem Habitus. Es handelt sich um eine erworbene, relativ kohärente Reihe potentieller Weltsichten und Aktivitäten, die in Handlungssituationen verwirklicht werden. Es sind das Natürliche und das Selbstverständliche, die ‚Doxa‘, die das Denken, Sehen und Handeln anleiten. […] Der Habitus eines Arbeiters und der kollektiv geteilte Habitus von Arbeitern insgesamt sind dauerhafter als ihre situativen Wünsche und Interessen; der Habitus ist die Verkörperung der dauerhaften Sozialstruktur und -organisation innerhalb ihrer Persönlichkeit.“31

Der Habitus, der „wie eine Handlungs-, Wahrnehmungs- und Denkmatrix [Hervorhebung im Original] funktioniert“32, ist also die durch Sozialisierung (oder wie Bourdieu es nennt: „Habitus-Formierung“33 ) Verinnerlichung der Sozialstruktur durch den Menschen. Man kann ihn auch als „eine Art Tiefenstruktur, genauer: ein generatives Schema, das Denk-, Handlungs-, ja Lebensstile erzeugt“ beschreiben.34 Menschen einer Gruppe (Z. B. Geschlecht, Ethnie, Alter, Berufsgruppe, Schicht, u.a.) teilen also im Vergleich zu einer anderen Gruppe einen gemeinsamen Habitus. Das Gleiche kann über eine Gesellschaft als Ganzes im Vergleich zu einer anderen Gesellschaft gesagt werden.

Eine besondere Stellung nimmt dabei der Begriff der Doxa ein, der die „unbefragten Aspekte des praktischen Wissens, die Grundüberzeugungen im Sinne eines unhinterfragten Fürwahrhaltens“35 beschreibt. Die Doxa beinhaltet jene Weltansichten und Vorstellungen, die das Individuum für natürlich und selbstverständlich hält. Mehr noch ist die Doxa unterbewusst, die im Habitus eingelagerten Wissensbestände werden im Bewusstsein nicht bemerkbar: „Das derart Einverleibte findet sich jenseits des Bewusstseinsprozesses angesiedelt, also geschützt vor absichtlichen und überlegten Transformationen, geschützt selbst noch davor, explizit gemacht zu werden: Nichts erscheint unaussprechlicher, unkommunizierbarer, unersetzlicher, unnachahmlicher und dadurch kostbarer als die einverleibten, zu Körpern gemachten Werte.“36 Dabei spielt insbesondere die Nachahmung eine wichtige Rolle, da diese es ermöglicht, dass die Doxa im Bewusstsein unerwähnt bleibt. Der Habitus wirkt quasi automatisch.37

Der sogenannte Hysteresis-Effekt verhindert dabei, dass sich der Habitus allzu schnell ändert, selbst wenn sich die sozialen Bedingungen bereits verändert haben38 – auch wenn dies nicht allzu deterministisch gelesen werden soll. Dabei spielt auch pädagogisches Handeln bei der Erhaltung des Habitus eine wichtige Rolle: „Jedes pädagogische Handeln ist Kommunikation, die Macht anwendet. Sie gründet in einer bestimmten Herrschaftsstruktur und trägt zur Reproduktion des typischen Habitus einer Gruppe, Schicht, Klasse oder Gesellschaft bei.“39 Auch wenn Bourdieu seine Theorien hauptsächlich dazu benutzt hat, um Klassenunterschiede zu erklären, werden wir noch sehen, dass sie bei der Erörterung unseres Problems hilfreich sein werden.

2.3 Theorien der Soziologie & das Mensch-Tier-Verhältnis

Im Folgenden werden nun die vorangehend dargelegten Theorien der Soziologie in die Untersuchung des Mensch-Tier-Verhältnisses und insbesondere der sozialen Konstruktion des Fleischkonsums eingebettet.

2.3.1 Social Dominance Theory, Verdinglichung & Entindividualisierung

Einen wichtigen Beitrag zur Untersuchung sozialer Hierarchien, von Unterdrückung, Vorurteilen, Diskriminierung und Stigmatisierung haben Pratto und Sidanius mit ihrer Social Dominance Theory (SDT) geliefert. Und auch wenn diese nicht explizit nichtmenschliche Tiere mit einbezieht, so kann ihre Arbeit dennoch nützlich sein bei der Untersuchung karnistischer Verhaltensmuster und Denkstrukturen: „SDT begins with the basic observation that all human societies tend to be structured as systems of group-based social hierarchies [Hervorhebung im Original]. At the very minimum, this hierarchical social structure consists of one or a small number of dominant and hegemonic groups at the top and one or a number of subordinate groups at the bottom.“40 Ihre Theorie wird am besten durch folgendes Modell erklärt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Schematische Übersicht der Social Dominance Theory

Quelle: Pratto; Sidanius 1999, S. 40 [Änderungen hinzugefügt]

Das Aggregat individueller Diskriminierung (also tägliche, simple individuelle Diskriminierungshandlungen, teils internalisiert), das Aggregat institutioneller Diskriminierung (durch soziale Institutionen, wie zum Beispiel Gesetze) und die Verhaltensasymmetrie (internalisierte unterschiedliche Repertoires an Verhaltensweisen unterschiedlicher sozialer Gruppen) steuern demnach die gruppenbasierte soziale Hierarchie. Diese drei Kräfte werden wiederum zum Teil durch legitimierende Mythen gelenkt. Der Grad an Unterstützung der legitimierenden Mythen hängt zudem wiederum davon ab, wie stark eine Person gruppenbasierte soziale Hierarchien unterstützt oder nicht. Dieser Wert wird durch Social Dominance Orientation (SDO) ausgedrückt41: „SDO is defined as the degree to which individuals desire and support group-based hierarchy and the domination of ‚inferior‘ groups by ‚superior‘ groups.“42 SDO wird laut Pratto und Sidanius durch vier Faktoren bestimmt:

„First, SDO will be driven by one’s membership in and identification with arbitrary, highly salient, and hierarchically organized arbitrary-set groups. In general and everything else being equal, one should expect that dominants and/or those who identify with dominants will have higher levels of SDO then subordinates and/or those who identify with subordinates have. Second, one’s level of SDO is also affected by a series of background and socialization factors, such as one’s level of education, religious faith, and a whole set of other socialization experiences (e.g., war, depression, natural disasters). Third, there is reason to believe that people are born with different ‚temperamental predispositions‘ and personalities. One such predisposition is empathy. […] [There] is reason to believe that the greater one’s empathy, the lower one’s level of SDO. Fourth, one’s level of SDO depends on one’s gender. Everything else being equal, males will have significantly higher average levels of SDO than females will. […] [This] greater level of SDO among males is not due simply to the fact that they occupy dominant social roles, but also to factors that are largely independent of these social roles.“43

Schlussendlich soll noch auf die legitimierenden Mythen eingegangen werden. Diese werden unterschieden in solche, die die gruppenbasierte soziale Hierarchie verstärken, und solche, die die Hierarchie abschwächen und den Egalitarismus verstärken. Interessant zu erwähnen ist hier, dass Pratto und Sidanius in ihren Beispielen Hierarchie-verstärkender Mythen auch den Speziesismus44 erwähnen („the idea that humans have the right to rule the planet and all living creatures on it“45 ).

Da Karnismus als Unterideologie des Speziesismus verstanden werden kann, gehört auch er zu den legitimierenden Ideologien, die die gruppenbasierte soziale Hierarchie zwischen Menschen und nichtmenschlichen Tieren verstärkt. Wie später genauer erläutert werden wird, funktioniert Karnismus unter anderem durch Prozesse der Verdinglichung und Entindividualisierung. Honneth meint mit Verdinglichung „ein menschliches Verhalten, das insofern gegen unsere moralischen oder ethischen Prinzipien verstößt, als andere Subjekte nicht gemäß ihrer [..] Eigenschaften, sondern wie empfindungslose, tote Gegenstände, eben als ‚Dinge‘ oder ‚Waren‘ behandelt werden“.46 Und weiter heißt es bei Honneth:

„Wenn der Kern aller Verdinglichung in einer ‚Anerkennungsvergessenheit‘ besteht, dann müssen ihre sozialen Ursachen in Praktiken oder Mechanismen aufzusuchen sein, die ein solches Vergessen systematisch ermöglichen oder verstätigen. […] [Gegenüber Anderen] können Menschen eine verdinglichende Haltung nur dann einnehmen, […] wenn sie durch eine der beiden folgenden Ursachen deren vorgängige Anerkennung aus dem Blick verloren haben: Entweder partizipieren sie in einer sozialen Praxis, in der die bloße Beobachtung des Anderen so sehr zu einem Selbstzweck geworden ist, dass alles Bewusstsein einer vorgängigen Sozialbeziehung erlischt, oder sie lassen sich in ihrem Handeln von einem Überzeugungssystem leiten, das sie zu einer nachträglichen Leugnung dieser ursprünglichen Anerkennung zwingt. Beide Fälle sind dadurch gekennzeichnet, daß etwas vorgängig intuitiv Beherrschtes im Nachhinein wieder verlernt wird, aber nur im ersten Fall sorgt dafür das Ausüben einer bestimmten Praxis selber, während es im zweiten Fall die Folge der Übernahme einer spezifischen Weltsicht oder Ideologie ist. Insofern ließe sich in Hinblick auf den zweiten Fall auch sagen, daß die Verdinglichung hier das bloß habituelle Derivat eines verdinglichenden Überzeugungssystems ist: Die Kraft der Verleugnung geht von den Gehalten einer spezifischen Ideologie aus und wird nicht durch das Ausüben einer bestimmten Praxis erst erzeugt.“47

Beim Karnismus greifen beide Fälle ineinander und verstärken sich gegenseitig. Sie schließen sich also, so wie es Honneth hier andeutet, nicht immer gegenseitig aus. Nussbaum nennt sieben Kriterien, die auf eine Verdinglichung, bzw. Objektifizierung schließen lassen:

1. Instrumentalität (Subjekt wird genutzt),
2. Leugnen von Autonomie (fehlende Selbstbestimmung),
3. Leugnen von Subjektivität,
4. Verletzbarkeit (Subjekt wird verletzt, zerstört),
5. Übertragbarkeit (Subjekt ist austauschbar),
6. Eigentum (Subjekt gehört Anderen) und
7. Unterstellung von Trägheit (Subjekt ist passiv).48

Auch die Entindividualisierung wirkt ähnlich. Es ist jedoch wichtig, sie von der Verdinglichung genauer abzugrenzen, da sie nur allzu oft als Synonym verwendet wird. Im Gegensatz zur Verdinglichung, bezeichnet die Entindividualisierung nicht einen Prozess, bei dem die Subjektivität einem Individuum aberkannt wird, sondern eher den Prozess, den die einzigartigen Charaktereigenschaften und die individuelle Persönlichkeit eines Individuums gegenüber seiner Gruppe verleugnet. Vielmehr wird das Individuum als eine Abstraktion seiner Gruppe wahrgenommen und in dieser Gruppe sind alle gleich, ohne eigene Persönlichkeiten oder Charaktereigenschaften: „Essentializing refers to the treatment of individuals as if they were the same as others in their race/sex/species. All women, for example, are the same because all women share the same hormones and reproductive organs, which means that they all act the same. […] All mice are the same, and none have anything in close to individual personalities, needs, or wants.“49 Kurz: Durch den Prozess der Entindividualisierung wird dem Subjekt seine Individualität aberkannt.

[...]


1 Da, wie noch dargelegt werden wird, der gesellschaftlich geläufige Begriff des „Tiers“ eine soziale Konstruktion darstellt, möchte der Verfasser in dieser Arbeit den Begriff „nichtmenschliche Tiere“ verwenden, um auf den gesellschaftlich hergestellten Dualismus aufmerksam zu machen, der Menschen aus der sozialen Tierdefinition im Gegensatz zur naturwissenschaftlichen Tierdefinition ausschließt.

2 Vgl. Chimaria AK 2011, S. 16

3 Da das Wort „tierisch“ ähnlich wie die Wörter „weibisch“ und „kindisch“ negativ besetzt sind, möchte der Verfasser in dieser Arbeit auf das Wort „tierlich“ zurückgreifen, um ähnlich wie „weiblich“ und „kindlich“ einen neutraleren Begriff zu benutzen.

4 Die Animal Studies befassen sich im weiten Sinne mit nichtmenschlichen Tieren als Individuen und damit auch mit den Mensch-Tier-Beziehungen (vgl. Socha 2015, S. 66). Manchmal und besonders im angelsächsischen Raum werden sie auch der tierversuchsbasierten Forschung zugerechnet (vgl. Petrus 2015, S.156).

5 Der Posthumanismus ist eine Denkrichtung aus den späten 1990er Jahren, der den Humanismus weiter zu entwickeln versucht und dabei den ihm inhärenten Anthropozentrismus (Einstellung, die den Menschen „als Maß aller Dinge“ betrachtet) zu überwinden versucht (vgl. Ferrari 2015, S. 294).

6 Im Gegensatz zu den Animal Studies und den Human-Animal Studies sehen sich die Critical Animal Studies nicht als eine deskriptive, sondern als eine normative Wissenschaft, die den Anspruch hat, „die Nutzung von Tieren durch den Menschen aufzudecken, zu bekämpfen und letztendlich zu beenden.“ (Socha 2015, S. 66)

7 Die Anthrozoologie, die manchmal auch als ein Synonym zu den Human-Animal Studies benutzt wird, untersucht die Interaktionen zwischen Menschen und anderen Tieren, insbesondere „die Fähigkeit des Tieres, bestimmte Verhaltensausdrücke im Menschen zu verursachen.“ (Marchesini 2015, S. 32)

8 Petrus 2015, S. 156

9 Mannes 2015, S. 191

10 Vgl. Joy 2003

11 Vgl. FAOSTAT nach Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland; Heinrich Böll Stiftung; Le Monde diplomatique 2014, S. 19

12 Vgl. DESTATIS nach Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland; Heinrich Böll Stiftung; Le Monde diplomatique 2014, S. 21

13 Bujok 2015, S. 107f

14 Vgl. Roscher 2012

15 Chimaira AK 2011, S. 16f

16 Vgl. Chimaira AK 2011, S. 17f

17 Gutjahr; Sebastian 2013, S. 59

18 Vgl. Chimaira AK 2011, S. 17f / Vgl. Gutjahr; Sebastian 2013, S. 59

19 „Anthropocentrism literally means human-centered, and within HAS it refers to the tendency whereby humans judge the importance and interests of other animals by their importance and interest to humans. It also refers to the fact that any knowledge we have of the world, and by implication of other animals in it, is mediated through a human perspective.“ (Taylor 2013, S. 4)

20 Gutjahr; Sebastian 2013, S. 69f

21 Hurrelmann 2006, S. 16

22 Vgl. Berger; Luckmann 2003, S. 139

23 Berger 1988, S. 4

24 ebd.

25 Im Sinne der Inklusion und der Sichtbarmachung von Frauen und Menschen zwischen den und außerhalb der binären Geschlechterkategorien männlich und weiblich wird in dieser Arbeit versucht, geschlechtsneutrale Begriffe zu benutzen. Wo dies nicht möglich ist, wird auf das Gender Gap zurückgegriffen, um das Spektrum unterschiedlicher Geschlechter (männlich, weiblich, inter*, trans*, u.a.) zu repräsentieren.

26 Berger 1988, S. 4

27 Berger 1988, S. 29

28 Vgl. Berger 1988, S. 32

29 Bourdieu 2014, S. 277

30 Lenger; Schneickert; Schumacher 2013, S. 19

31 Münch 2004, S. 422

32 Bourdieu 2015, S. 169

33 Vgl Lenger; Schneickert; Schumacher 2013, S. 23

34 Knoblauch 2005, S. 225

35 Knoblauch 2005, S. 225

36 Bourdieu 2015, S. 200

37 Vgl. Knoblauch 2005, S. 226

38 Vgl Münch 2004, S. 422

39 Münch 2004, S. 425

40 Pratto; Sidanius 1999, S. 31

41 Vgl. Pratto; Sidanius 1999, S. 39

42 Pratto; Sidanius 1999, S. 48

43 Pratto; Sidanius 1999, S. 49

44 “Die Diskriminierung von Tieren aufgrund ihrer Spezies wurde erst in den letzten Jahrzehnten in der wissenschaftlichen Psychologie beschrieben und mit dem Begriff ‚Speziesismus‘ (engl. speciesism [Hervorhebung im Original]) bezeichnet [..]. Ryder definiert Speziesismus als die Diskriminierung von Lebewesen aufgrund der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Spezies. Psychologische Vorurteilsforschung kann auch auf die Diskriminierung von Tieren übertragen werden und hier deutlich machen, dass Speziesismus – analog zu Rassismus oder Sexismus – auf speziellen Vorurteilen gegenüber Tieren beruht, die mit vereinfachten Stereotypisierungen (z.B. alle Tiere einer Art sind gleich) und Kategorisierungen (z.B. der Kategorisierung als essbare Tiere, Haustiere, Zootiere etc.) einhergehen.“ (Pfeiler; Wenzel 2015, S. 199f)

45 Pratto; Sidanius 1999, S. 46

46 Honneth 2005, S. 15

47 Honneth 2005, S. 99f

48 Vgl Pfeiler; Wenzel 2015, S. 203

49 DeMello 2012, S. 259f

Details

Seiten
63
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783956873430
ISBN (Buch)
9783956873454
Dateigröße
11.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v387077
Institution / Hochschule
Universität Trier
Note
1,0
Schlagworte
Fleisch soziale konstruktion der wirklichkeit habitus pierre bourdieu berger luckmann human animal studies tiere Veganismus Vegetarismus Karnismus Fleischkonsum

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Titel: Was verbindet uns mit dem Steak auf dem Teller? Der Fleischkonsum aus dem Blickwinkel der Soziologie