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Beschaffungslogistik und Sourcing-Strategie

Hausarbeit 2017 17 Seiten

BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen der Beschaffung
2.1 Definitionen und Abgrenzungen von relevanten Begriffen
2.2 Aufgaben und Ziele der Beschaffungslogistik

3. Sourcing-Strategien im Unternehmen
3.1 Dimension der Lieferantenstruktur
3.2 Dimension des Wertschöpfungsortes
3.3 Dimension des Beschaffungsobjektes
3.4 Dimension des Beschaffungssubjektes
3.5 Dimension des Beschaffungsortes
3.6 Dimension der Beschaffungszeit

4. Fazit und kritische Würdigung

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Begriffsabgrenzung entlang der Wertschöpfungskette

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Sourcing-Toolbox nach Arnold

Einleitung

Im Rahmen der Globalisierung suchen die Unternehmen zur Verbesserung ihrer Ertrags- lage, vor dem Hintergrund stagnierender Märkte und verstärktem Wettbewerb, neue Wege. Die Kostensenkung bei der Beschaffung von Gütern ist eine sich dafür bietende Möglichkeit.

Die Bedeutung der Beschaffung wird zunehmend erkannt und führt zu ihrer Gleichstellung im Unternehmen mit einem direkten Einfluss auf den Unternehmenserfolg. Durch eine Reduzierung der Fertigungstiefe kann die Beschaffung das Erfolgspotential der Unternehmung erheblich beeinflussen und wird damit zu einer Quelle von Wettbewerbsvorteilen. Denn durch die Reduzierung der Fertigungstiefe erfolgt gleichzeitig eine Erweiterung der Beschaffungstiefe, durch die sich relativ schnell Kostenvorteile realisieren lassen. Die Beschaffung steht nun vor der Aufgabe unterschiedliche Beschaffungsmärkte zu beobachten und zu analysieren, sowie Entscheidungen zu treffen zum Beispiel bzgl. Outsourcing, Eigen- oder Fremdbezug. Ihr Aufgabenbereich hat sich somit gewandelt und erweitert und bezieht sich nicht mehr nur noch auf die rein operativen, abwickelnden Aufgaben, sondern auch auf die strategischen, gestaltenden.1

Um dieser neuen Aufgabenstellung gerecht zu werden, verstärken sich die Bemühungen Strategiekonzepte auch speziell für diese Beschaffungsfunktion zu entwickeln. Ziel dieser Arbeit ist zunächst die Grundlagen der Beschaffungslogistik zu vermitteln und darauffolgend einen Überblick der Sourcing-Strategien2 zu geben. Der Verfasser geht insbesondere auf folgende Aspekte ein: Beschaffungsobjekt, Beschaffungssubjekt, Be- schaffungsort, Wertschöpfungsort, Lieferantenstruktur und Beschaffungszeit. Der erste Teil widmet sich der terminologischen Klärung. Er stellt grundlegende Begriffe vor, die im Zusammenhang mit der Beschaffungslogistik verwendet werden. Im zweiten Kapitel werden ausführlich die Sourcing-Strategien dargestelltund anschließend wird das Thema in einem kurzen Fazit gewürdigt.

2. Grundlagen der Beschaffung

2.1 Definitionen und Abgrenzungen von relevanten Begriffen

Die Beschaffung als Unternehmensprozess lässt sich nicht eindeutig abgrenzen. Es gibt in der betrieblichen Praxis viele verschiedene Begriffe wie Einkauf, Beschaffung, Logistik, Supply Chain Management.

Auch in der Literatur lassen sich diese nicht eindeutig abgrenzen. Daher erscheint eine Klärung dieser Begriffe für die Arbeit notwendig.

Die folgende Abbildung stellt dar, in welchem Umfang die Wertschöpfungskette Lieferant

- Unternehmen - Kunde Berücksichtigung findet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Begriffsabgrenzung entlang der Wertschöpfungskette3

Im Gabler Wirtschaftslexikon ist der Einkauf als „Organisationseinheit eines Unternehmens für die Gesamtheit aller operativen Tätigkeiten zuständig, welche mit dem Einkauf von Waren verbunden sind“4 und entspricht damit auch Corsten, für den der Einkauf eine Teilaufgabe der Beschaffung darstellt. Der Einkauf ist darauf ausgerichtet, Verfügungsgewalt über die für die Produktion notwendigen Waren zu erlangen.5

In der Praxis werden die Begriffe Einkauf und Beschaffung oft synonym verwendet. Der letzteist allerdingsweiter gefasst als der Einkauf, da dieser sich auch mit der Beschaffungslogistik befasst.

Ernst bezieht sich auf eine der geläufigsten Definitionen von Theisen. Der zufolge, „versteht man unter Beschaffung sämtliche Tätigkeiten, die darauf gerichtet sind, dem Betrieb die benötigten, aber nicht selbst erzeugten Güter zur Verfügung zu stellen. Diese Güter werden von den Beschaffungsmärkten bezogen“.6

Schließlich wird in Anlehnung an Eichler folgende Abgrenzung bzgl. der Begriffe „Einkauf“ und „Beschaffung“ dargestellt: ersteres bezieht sich auf die betriebliche Funktion bzw. die Organisationseinheit (Einkaufsabteilung), deren Aufgabe die Versorgung des Unternehmens mit Inputfaktoren7 für die Erzeugung eigener Produkte und Dienstleistungen ist.8 „Beschaffung“ hingegen bezeichnet die Summe der versorgenden Tätigkeiten, die die Mitarbeiter einer Einkaufsabteilung vollziehen müssen.9

Zwischen Logistik und Supply-Chain-Management besteht ebenso eine enge Verflechtung.10 Die Begriffe überschneiden sich und werden unterschiedlich voneinander abgegrenzt. Logistik wird definiert, als die Gestaltung des Material- und Informationsflusses in Unternehmen und zwischen Unternehmen und dessen Lieferanten bzw. Kunden.11 Sie ist damit die flussorientierte Gestaltung des Leistungssystems von Unternehmen12 zur Überbrückung von Raum und Zeit sowie zur Ordnung der Güterflüsse.

Für Isermann ist Logistik die Gesamtheit aller Tätigkeiten, welche auf eine bedarfsge- rechte Verfügbarkeit von Objekten, Personen, Sachgütern, Dienstleistungen, Informatio- nen und Energie ausgerichtet ist. 13 Mit diesen Aussagen zeigt sich die Bedeutung der Beschaffungslogistik. Es ist eine Schnittmenge der lange Zeit geltenden Begriffe Beschaffung und Logistik, welche dadurch für das Unternehmen an Bedeutung gewinnt. Die Beschaffungslogistik verbindet den Beschaffungsmarkt mit der Produktion. Das Supply Chain Management geht noch einen Schritt weiter, indem es den Materialund Informationsfluss über die gesamte Wertschöpfungskette umfasst - vom Lieferant bis zum Endkunden.Somit ist Supply-Chain-Management eine Verlängerung des Logistikbegriffs, also eine Vielzahl von Stufen bzw. die komplette Wertschöpfungskette in allen dazugehörenden Institutionen umfasst.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Logistik, Supply-Chain-Management Einkauf und Beschaffung unterschiedliche Sichtweisen der Versorgungsfunktion von Unternehmen darstellen.

2.2 Aufgaben und Ziele der Beschaffungslogistik

Die Beschaffungslogistik einer Institution umfasst alle Bemühungen, welche ihrer Versorgung mit Gütern dienen. Das ist derjenige Teil der Logistik, der dem Unternehmen alle benötigten, aber nicht selbst erstellten Leistungen verfügbar macht. Zentrale Aufgabe der Beschaffungslogistik ist es, einen möglichst hohen Lieferservicegrad für die (internen) Kunden zu erreichen. Typisch für die Beschaffungslogistik ist ihre grenzüberschreitende Nahtstellenfunktion zwischen dem Unternehmen und seinen vorgelagerten Versorgungsmärkten. Daraus resultiert eine Bipolarität der Beschaffungslogistik, die zwischen unternehmensinternen Anforderungen einerseits und beschaffungsmarktlichen Möglichkeiten andererseits zu vermitteln hat.

Aus der Definition ist als Oberziel der Beschaffungslogistik, die Gewährleistung der Ver- fügbarkeit extern zu beschaffender Leistungen, zu entnehmen. Dieses Oberziel weist di- rekt auf das materialwirtschaftliche Optimum hin. Neben Zeit-, Mengen- und Raumaspek- ten umfasst dies auch die Kostenoptimierung. Dabei sind alle beschaffungslogistischen Kosten im Sinne der Total Cost of Ownership (umfasst alle Kosten, die mit Beschaffung und Nutzung einer Leistung entstehen) zu berücksichtigen. Daneben existieren Effektivi- tätsziele, die in erster Linie aus dem strategischen Anspruch der Beschaffungslogistik resultieren. Dabei geht es primär um Aspekte der Qualitätssteigerung im Sinne der (in- ternen) Kundenzufriedenheit. Qualitätsaspekte sind bspw. Systemflexibilität (Reaktionsfähigkeit bei kurzfristigen Änderungen) oder Endkundenorientierung (Beitrag zur Realisierung von Wettbewerbsvorteilen auf Absatzmärkten).

3. Sourcing-Strategien im Unternehmen

Die Sourcing Strategien, auch als Beschaffungsstrategien bezeichnet, bilden eine wich- tige Grundlage des Lieferantenmanagements. Die jeweiligen Strategien stehen für die Art und Weise, in der ein beschaffendes Unternehmen seinen jeweiligen Bedarf decken kann. Das Hauptziel der Sourcing-Strategien ist es, festzulegen von wem in welcher Form die benötigten Teile, Komponenten und/oder ganzen Systeme geliefert werden. Je nach Differenzierungsmerkmal lassen sie sich in Anlehnung an Arnold (1996) wie folgt unter- scheiden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Sourcing-Toolbox nach Arnold14

Im Folgenden sollen die Sourcing-Strategien genauer dargestellt werden.

3.1 Dimension der Lieferantenstruktur

Bei der Dimension der Lieferantenstruktur und der damit verbundenen Frage nach der optimalen Anzahl an Lieferanten werden vier Strategieausprägungen unterschieden: Zu- nächst gibt es die Möglichkeit „ein Zulieferteil von nur einem Zulieferer“15 zu beziehen. In diesem Fall spricht man von Single Sourcing.Dies kann eine bewusste Entscheidung des Einkaufs sein, da beispielsweise mit diesem Lieferanten eine strategische Partner- schaft besteht. Single Sourcing kann aber auch dann entstehen, wenn ein bestimmtes Produkt nur bei einem Lieferanten verfügbar ist. Aufgrund der hohen Abhängigkeit des Unternehmens ist beim Single Sourcing ein enges Vertrauensverhältnis - egal ob beim gewollten oder ungewollten Single Sourcing - mit dem Lieferanten unverzichtbar.16

Eine Unterform des Single Sourcing ist das Sole Sourcing. Von Sole Sourcing redet man in der Regel dann, wenn es aus wirtschaftlichen oder politischen Gründen nur einen Lieferanten mit Monopolstellung gibt.17

Dual Sourcing beschreibt die Strategie ein Beschaffungsgut von zwei verschiedenen Lieferanten zu beziehen. Dies führt zu einer gewissen Liefersicherheit und hat trotzdem noch die Vorteile einer engen Einbindung eines Lieferanten.

Das Multiple Sourcing stellt die flexibelste Art der Lieferantenbeziehung dar. Dabei hat ein Unternehmen eine hohe Anzahl an Lieferanten, die zudem dynamisch wechseln kön- nen. Der Vorteil dieser Strategie liegt in einer hohen Marktdynamik und einer Erhöhung des Wettbewerbs auf Lieferantenebene. Außerdem wird das Versorgungsrisiko bestmög- lich gestreut, da keine direkte Abhängigkeit von einem oder nur wenigen Lieferanten be- steht.18

3.2 Dimension des Wertschöpfungsortes

Diese Strategie betrifft die Frage, ob der Lieferant seine Leistung im Wesentlichen in seiner eigenen Produktionsstätte erbringt (External Sourcing) oder ob er die Leistung bei

[...]


1 Vgl. Gruschwitz (1993), S. 15.

2 Die Begriffe „Sourcing-Strategie“ und „Beschaffungsstrategie“ werden im Rahmen dieser Arbeit synonym verwendet.

3 Vgl. Richard, S. 4.

4 Bichler et al. (2005), S. 50

5 Vgl. Corsten (2000), S. 108

6 Vgl. Ernst (1996), S. 33.

7 Sach-, Dienstleistungs-, Energieprodukte und Rechte.

8 Vgl. Koppelmann (2004), S. 5.

9 Vgl. Eichler (2003), S. 13 f.

10 Vgl. Arnold (1997), S. 8.

11 Vgl. Arnold (1997), S. 6.

12 Vgl. Weber (1994), S. 21.

13 Vgl. Isermann (1998), S. 21.

14 Vgl. Arnold (1996), S. 1872.

15 Piontek (1997), S. 8.

16 Vgl. Richard, S. 10.

17 Vgl. Arnold (1997), S. 98

18 Vgl. Pochard (2003), S. 31

Details

Seiten
17
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668610330
ISBN (Buch)
9783668610347
Dateigröße
525 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v386994
Institution / Hochschule
AKAD University, ehem. AKAD Fachhochschule Stuttgart
Note
2.3
Schlagworte
beschaffungslogistik sourcing-strategie

Autor

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Titel: Beschaffungslogistik und Sourcing-Strategie