Lade Inhalt...

Alles über Bitcoin. Eine kompakte Übersicht über die Grundlagen der Kryptowährung

Bachelorarbeit 2017 46 Seiten

BWL - Bank, Börse, Versicherung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Hinführung zum Thema
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise

2 Allgemeine Merkmale von realem Geld
2.1 Definition von Geld und die Geldformen
2.2 Historische Entwicklung des Geldes
2.3 Geldfunktionen
2.4 Geldschöpfung

3 Grundlagen von Bitcoin
3.1 Einführende Informationen über die Kryptowährung
3.2 Entstehungsgeschichte der virtuellen Währung
3.3 Zur Funktionsweise und Technik des Bitcoins
3.4 Erwerb über Online-Handelsplattformen
3.5 Kursentwicklung der virtuellen Währung
3.6 Ablauf einer Transaktion
3.7 Rechtliche Aspekte der Kryptowährung
3.8 Einsatzbereiche im Zahlungsverkehr
3.9 Betrachtung des Kryptowährungsmarktes: Die Konkurrenz des Bitcoins

4 Klassifizierung des Bitcoins anhand der Geldfunktionen
4.1 Tausch- und Zahlungsmittel
4.2 Recheneinheit
4.3 Wertaufbewahrungsmittel

5 Fazit

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Vereinfachter Aufbau der Blockchain Quelle: Eigene Darstellung, in Anlehnung an Platzer (2014), S. 21

Abb. 2: Unterschiedliche Netzwerktypen Quelle: Eigene Darstellung, in Anlehnung an Berentsen/Schär (2017), S. 96

Abb. 3: Wechselkursentwicklung des Bitcoins gegenüber dem US-Dollar Quelle: o.V. (2017g), BTC-Echo: Der aktuelle Bitcoin (BTC) Kurs im Überblick

Abb. 4: Elektronischer Überweisungsträger einer Bitcoin-Transaktion Quelle: Eigene Darstellung, Screenshot von der eigenen Wallet bei www.coinbase.com

Abb. 5: Die fünf marktstärksten Kryptowährungen Quelle: Eigene Darstellung, in Anlehnung an o.V. (2017h), CoinMarketCap: Cryptocurrency Market Capitalizations

1 Hinführung zum Thema

In den letzten Jahren haben Kryptowährungen eine signifikante Entwicklung erfahren. Einer der Auslöser für die Entstehung von digitalen Währungen war die globale Finanzkrise, welche im Sommer 2007 durch die US-Immobilienkrise begann und sich bis heute auswirkt. Durch dieses Ereignis wurde das bestehende Finanz- und Währungssystem zunehmend in Frage gestellt. Aus der Kritik an den traditionellen Geldsystemen entstand mit Bitcoin im Jahr 2009 dann eine der ersten Kryptowährungen.[1]

Aktuell sorgt der Bitcoin für ein großes mediales Interesse. Berichtet wird insbesondere über die exorbitanten Kurssprünge und über die illegalen Nutzungsmöglichkeiten im Internet. Durch die kritische Auseinandersetzung seitens der Presse mit Bitcoin steigt gleichzeitig die Notwendigkeit für Regierungen, Behörden, Banken, Unternehmen und Verbraucher sich ernsthaft mit dem Thema auseinander zu setzen. In der Bankenbranche beschäftigen sich bisher nur die Forschungsteams der großen deutschen Banken mit dem Bitcoin. Die Commerzbank beispielsweise attestiert dem Bitcoin auf Grund der fehlenden Stabilität keine guten Zukunftsaussichten.[2] Während hingegen die Deutsche Bank bereits die zugrundeliegende Technologie des Bitcoins, die sogenannte Blockchain, nutzt, um an einer eigenen digitalen Währung zu arbeiten.[3]

1.1 Problemstellung

„Der Bitcoin fasziniert, erschrickt und verwirrt die Menschen.“[4] Auf diese Weise fassen die Autoren Everling und Lempka sehr treffend ihren Eindruck über das komplexe Phänomen Bitcoin zusammen. Das technische Konzept des Bitcoin-Systems ist auf den ersten Blick sehr abstrakt und kompliziert. Außerdem ist die Kryptowährung nur digital vorhanden und dementsprechend für die Teilnehmer nur schwer greifbar. Eine repräsentative Befragung der Unternehmensberatungsgesellschaft BearingPoint im Jahr 2016 in Deutschland hat ergeben, dass 80% der Bundesbürger bereits von Bitcoin gehört haben. Allerdings ist der Nutzer-Anteil noch sehr gering. Laut der Studie ist einer der Gründe hierfür das mangelnde Wissen über die Kryptowährung.[5]

Des Weiteren findet mittlerweile ein Diskurs darüber statt, ob der Bitcoin überhaupt als Geld klassifiziert werden kann. Während in Japan bereits die Kryptowährung als offizielles Zahlungsmittel anerkannt wurde, sieht die Deutsche Bundesbank den Bitcoin eher nur als „ein interessantes Nischenphänomen“[6] an.[7]

1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise

Angesichts der erläuterten Problemstellung ist es das Ziel der vorliegenden Bachelorarbeit, zum einen dem Leser einen kompakten Überblick über die wesentlichen Grundlagen des Bitcoins zu geben und zum anderen in Erfahrung zu bringen, inwieweit die digitale Währung die Geldfunktionen erfüllt.

Um das definierte Ziel zu erreichen, erfolgt zunächst eine Betrachtung der allgemeinen Merkmale von realem Geld. Hier wird unter anderem auf die historische Entwicklung des Geldes und auf die Geldfunktionen näher eingegangen. Anschließend werden die Grundlagen der Kryptowährung Bitcoin beleuchtet. Der spezielle Fokus liegt hierbei auf der Funktionsweise und der Technik des Systems. Des Weiteren konzentrieren sich die darauffolgenden Abschnitte auf diverse Aspekte, beispielsweise auf den Erwerb von Bitcoins und deren rechtliche Einordnung. Im vierten Kapitel wird dann untersucht, ob der Bitcoin die monetären Funktionen erfüllt. Ein abschließendes Fazit rundet die Arbeit ab.

Es sei hier noch angemerkt, dass die Informationen über den Bitcoin sehr kurzlebig sind und erst relativ spät in Veröffentlichungen in Buchform oder in wissenschaftlichen Arbeiten aufgegriffen werden. Deshalb wird in dieser Arbeit auch vermehrt auf aktuelle Informationen aus dem Internet zurückgegriffen. Trotzdem versucht der Verfasser der vorliegenden Bachelorarbeit auf eine gewisse Diversität bei den Quellen zu achten.

2 Allgemeine Merkmale von realem Geld

2.1 Definition von Geld und die Geldformen

Der Begriff des Geldes ist im alltäglichen Leben omnipräsent. Im Allgemeinen werden unter Geld die Banknoten und Münzen sowie die Guthaben auf Girokonten verstanden. Diese Vermögenswerte werden deshalb als Geld betrachtet, weil sie zum einen von der Gesellschaft und dem Staat für Zahlungen akzeptiert werden und zum anderen liquide sind.[8] Des Weiteren wird der Geldbegriff auch mit dem Einkommen und dem Vermögen assoziiert.[9] Im Gegensatz zum täglichen Sprachgebrauch wird der Ausdruck Geld in der Wirtschaftswissenschaft eher nur funktional definiert. So beschreibt beispielsweise der Ökonom Mankiw Geld als spezifischen Vermögensteil, der zur Durchführung von Transaktionen eingesetzt wird.[10] Außerdem ist Geld ein Gut, das drei grundlegende Funktionen erfüllt. Es dient dabei als Tausch- und Zahlungsmittel, Recheneinheit und Wertaufbewahrungsmittel.[11] Auf diese Geldfunktionen wird später im Kapitel 2.3 näher eingegangen.

Darüber hinaus kommt Geld in verschieden Formen vor. So unterscheidet Mankiw in Warengeld und Nominalgeld. Warengeld stellt dabei Güter mit einem gewissen inneren Wert dar, wie zum Beispiel Gold oder Silber. Demgegenüber steht das Nominalgeld, welches keinen eigenen inneren Wert aufweist. Hier wird der Wert durch einen aufgedruckten Betrag bestimmt. Als Beispiel könnte hier eine Eurobanknote genannt werden. Ferner wird das Nominalgeld auch als Fiatgeld bezeichnet.[12] Eine etwas modifizierte Kategorisierung bietet die Definition nach Samuelson und Nordhaus. Die beiden Autoren definieren das Nominalgeld als modernes Geld und untergliedern gleichzeitig den Begriff in Papiergeld und Buchgeld. Das Papiergeld steht dabei für die Banknoten und das Buchgeld für die Einlagen auf Girokonten bei den Banken.[13]

Die Erscheinungsform und auch die Eigenschaft von Geld hat sich im Laufe der Geschichte immer wieder verändert. Hierauf geht der nun folgende Abschnitt kurz ein.

2.2 Historische Entwicklung des Geldes

Bereits seit Jahrtausenden spielt Geld eine ausschlaggebende Rolle für die Menschheit. Etwa ab dem 6. Jahrtausend v. Chr. ersetzte das Naturalgeld den bis dahin stattfindenden Tauschhandel. Unter dem Naturalgeld versteht man beispielsweise Geld in Form von Muscheln, Steinscheiben und Perlen.[14] Das erste organisierte monetäre System entstand dann unter den Babyloniern im 2. Jahrtausend v. Chr. in Mesopotamien, als diese begannen Bruch- und Barrensilber als Zahlungsmethode zu verwenden.[15] Erst ab dem 7. Jahrhundert v. Chr. setzte der Übergang vom Barrengeld auf das Münzgeld im Königreich Lydien, das auf dem Gebiet der heutigen Türkei angesiedelt war, ein. Unter König Alyattes wurden dort die ersten Münzen aus einer Gold- und Silberlegierung geprägt und mit einem Löwenkopf verziert. Diese Metallwährung bescherte Lydien eine wirtschaftliche Blütezeit.[16] Während der Song-Dynastie im 10. Jahrhundert n. Chr. wurde im Kaiserreich China das erste Papiergeld eingeführt. Damit fand erstmals eine Abkehr vom Warengeld hin zum Nominalgeld statt.[17] Allerdings erreichte das Papiergeld erst rund 700 Jahre später den europäischen Kontinent. Die ersten offiziellen Banknoten in Europa wurden im Jahr 1661 durch die Bank von Stockholm emittiert.[18] Im Verlauf der industriellen Revolution während des 19. Jahrhunderts kam mit dem Buchgeld, welches auch als Giralgeld bezeichnet wird, eine neue Erscheinungsform auf. Das Geld wurde hier in den Kontobüchern der Banken niedergeschrieben. Diese Entwicklung bildete die Grundlage für das Zentralbanksystem, sowie für die heutige Speicherung von Geld in elektronischer Form.[19]

2.3 Geldfunktionen

Im Kapitel 2.1 wurden bereits die drei Geldfunktionen genannt. Die Funktionen widerspiegeln dabei gewisse Anforderungen, damit ein Gut als Geld bezeichnet werden kann. Im Folgenden werden die Geldfunktionen nun näher betrachtet.

2.3.1 Tausch- und Zahlungsmittel

Grundlegend für das eigentliche Wesen des Geldes ist die Funktion als Tausch- und Zahlungsmittel. In einer Ökonomie ohne Geld können die Waren ausschließlich nur im direkten Austausch gehandelt werden. Hier wird von einer sogenannten Natural-tauschwirtschaft gesprochen. In diesem Fall müsste sich immer eine Situation einstellen, bei der zwei Personen gleichzeitig die Ware des jeweils anderen nachfragen. Nebenbei müssten sich die Marktsubjekte auch über die Werte ihrer Tauschgüter im jeweiligen Verhältnis zueinander einigen. Infolgedessen ist der zeitliche Aufwand sehr hoch einen entsprechend passenden Tauschpartner zu finden. Existiert hingegen ein einheitliches Gut, welches von der Gesellschaft allgemein als Tauschmittel akzeptiert wird, können sämtliche Transaktionen über dieses Gut abgewickelt werden. In der heutigen arbeitsteiligen Wirtschaft erfüllt das Geld diese Rolle. Durch dieses universelle Tauschgut werden die Tauschvorgänge vereinfacht und ein passender Handelspartner wird schneller gefunden, da alle Marktteilnehmer Geld akzeptieren.[20] Laut der Bundesbank geht jedoch die Zahlungsmittelfunktion des Geldes über die Funktion des reinen Tausches hinaus, da Geld auch für eine Kreditgewährung oder für eine Schuldentilgung eingesetzt werden kann. In diesem Zusammenhang geht es nicht um einen Güteraustausch, sondern um eine Finanztransaktion.[21]

2.3.2 Recheneinheit

Eine weitere Funktion, die Geld erfüllen soll, ist die der Recheneinheit. Innerhalb einer Volkswirtschaft fungiert das Geld als ein Wertmaßstab. Dabei ermöglicht die Einheit Geld, dass Waren und Dienstleistungen in einer allgemeinen Bezugsgröße ausgedrückt werden können und damit vergleichbar sind.[22] Dies geschieht in der vorherrschenden Ökonomie, indem der Wert einzelner Güter beispielsweise in Eurobeträgen angegeben wird. Anders als wie in der Naturaltauschwirtschaft, müssen dadurch nicht die zahllosen Austauschverhältnisse aller existierenden Güter untereinander bestimmt werden. Damit jedoch das Geld diese Funktion erfüllen kann, muss es in ausreichende und praktikabel teilbare Einheiten untergliedert sein.[23]

Des Weiteren bietet die Recheneinheitsfunktion des Geldes eine Grundlage um komplexe Formen der Betriebs- und Wirtschaftsrechnung zu tätigen. Hierzu zählen zum Beispiel Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnungen, sowie die Ermittlung der Lohnsumme oder die des Bruttoinlandsprodukts.[24]

2.3.3 Wertaufbewahrungsmittel

Ferner soll das Geld als Wertaufbewahrungsmittel dienen. In einer arbeitsteiligen Wirtschaft ist die Wertaufbewahrungsfunktion essenziell, denn sie ermöglicht es, dass der Zeitpunkt für Kauf und Verkauf von Waren auseinanderliegen kann, wenn diese nicht direkt getauscht werden können. Somit speichert das Geld den Wert und gibt diesen zu einem späteren Zeitpunkt wieder frei. Eine Voraussetzung für diese Funktion ist jedoch, dass das Geld eine gewisse Wertstabilität aufweisen muss. Geld kann aber durch Inflation seine Kaufkraft verlieren und somit ist das Kriterium der Wertaufbewahrung nicht immer gegeben.[25]

Allerdings existieren auch andere Vermögensanlagen, wie beispielsweise Wertpapiere oder Immobilien, die sich als Wertaufbewahrung eignen. Der entscheidende Vorteil von Geld liegt jedoch darin, dass es einen sehr hohen Liquiditätsgrad aufweist. Hierdurch kann den Zahlungsverpflichtungen schneller nachgekommen werden, als wie zum Beispiel mit Wertpapieren. Dagegen bieten die alternativen Anlageformen auf der anderen Seite den Vorteil, dass sie in Form von Dividenden oder Zinsen Erträge generieren. Somit können sie einen entsprechenden Mehrwert erzeugen, der über die Wertaufbewahrungsfunktion hinausgeht.[26]

Der nun folgende Abschnitt dient als Vergleichsgrundlage gegenüber der Schaffung von neuen Bitcoins.

2.4 Geldschöpfung

Die Geldschöpfung beschreibt den Prozess der Schaffung von neuem Geld. Dabei kann neues Geld auf zwei verschiedene Wege entstehen. Auf der einen Seite durch die Zentralbank, indem sie beispielsweise Kredite an Geschäftsbanken vergibt oder den Ankauf von Wertpapieren gewährt und im Gegenzug Guthaben zur Verfügung stellt. Auf der anderen Seite kann auch eine Geschäftsbank zum Beispiel durch eine Kreditgewährung an Unternehmen oder Privatpersonen neues Geld schaffen. Die Geldschöpfung durch eine Geschäftsbank wird auch Giralgeldschöpfung genannt.[27] Die folgende Ausführung konzentriert sich dabei ausschließlich auf die Giralgeldschöpfung durch Kreditvergabe. Zur vereinfachten Betrachtung wird dabei auf spezifische Eigenkapitalvorschriften, wie zum Beispiel die der Baseler Richtlinien, verzichtet.

Benötigt ein Kunde von einer Bank einen Kredit, so prüft zunächst die Bank die Voraussetzungen für eine Kreditvergabe. Sollte die Prüfung positiv sein, so gewährt das Institut dem Kunden den Kredit und schreibt ihm in der Regel den entsprechenden Betrag auf dessen Girokonto gut. Anschließend kann das Unternehmen oder die Privatperson über die Geldsumme verfügen. Werden nun bei der Kreditvergabe die Buchungsvorgänge näher betrachtet, so lässt sich insgesamt feststellen, dass es bei der Bank zu einer Bilanzverlängerung gekommen ist. Dies geschieht indem die Bank die Forderung aus dem Kredit gegenüber dem Kunden auf der Aktivseite der Bilanz verbucht. Gleichzeitig muss jedoch die Bank auch die Gutschrift auf dem Girokonto des Kunden erfassen. Hierzu werden wiederum Verbindlichkeiten auf der Passivseite der Bilanz verbucht.[28] Durch diesen „simplen Buchungsvorgang ist Geld aus dem Nichts entstanden.“[29]

Ferner ist es noch interessant zu erwähnen, dass das Geldinstitut nicht den vollen Kreditbetrag durch Spareinlagen ihrer Kunden decken muss. Die Bank ist lediglich dazu verpflichtet eine sogenannte Mindestreserve bei der Zentralbank zu halten. Seit dem Jahr 2012 beträgt diese im Euroraum 1% vom Kreditbetrag. Das bedeutet, dass beispielsweise bei der Vergabe eines Kredits über 100.000,- EUR die Geschäftsbank nur 1.000,- EUR als Mindestreserve bei der Zentralbank hinterlegen muss.[30]

3 Grundlagen von Bitcoin

Mit diesem Kapitel soll dem Ziel, einen kompakten Überblick über die wesentlichen Grundlagen des Bitcoins zu geben, Rechnung getragen werden. Da eine tiefgehende und detaillierte Betrachtung des Bitcoins über den Rahmen dieser Arbeit hinausgehen würde, konzentriert sich das folgende Kapitel nur auf die wesentlichen Funktionen und Aspekte der Kryptowährung. Dabei wird versucht das hochkomplexe System so verständlich wie möglich zu beschreiben und gleichzeitig die wichtigsten Fachbegriffe in der Bitcoin-Ökonomie zu erklären.

3.1 Einführende Informationen über die Kryptowährung

In diesem einführenden Abschnitt wird die grundlegende Funktionsweise des Bitcoin-Systems erläutert, um dann in den anschließenden Kapiteln mehr auf die Details einzugehen. Zunächst wird jedoch der Begriff Bitcoin definiert. Der Name der virtuellen Währung setzt sich aus den beiden englischen Wörtern Bit und Coin zusammen. Der Ausdruck Bit steht dabei für die kleinste Maßeinheit einer Datenmenge und das Wort Coin bedeutet ins Deutsche übersetzt Münze.[31] Zum einen umfasst der Begriff Bitcoin die Währungseinheit an sich, sowie das gesamte Währungssystem und zum anderen auch das dahinterliegende Zahlungssystem. Die Währungseinheit wird dabei inoffiziell mit BTC abgekürzt. Die ISO 4217, welche von der Internationalen Organisation für Normung publiziert wurde, sieht jedoch vor, dass Währungen, die nicht von einem Staat emittiert werden, mit einem X gekennzeichnet sein sollen. Gemäß dieser Norm wird offiziell die Abkürzung XBT verwendet.[32] Da jedoch die offizielle Abkürzung in der Bitcoin-Gemeinde nicht angewendet wird und auch in der Fachliteratur kaum vorzufinden ist, wird in der vorliegenden Arbeit bei Bedarf auf die weit verbreitete Abkürzung BTC zurückgegriffen.

„Selbst wenn man sich bereits seit geraumer Zeit mit dem Thema Bitcoin auseinandersetzt, muss man immer wieder erstaunt feststellen, wie schwierig sich das Konzept in Worte fassen lässt.“[33] Trotzdem soll hier nun ein kurzer Erklärungsversuch stattfinden. Während die meisten regulären Währungen über eine Zentralbank gesteuert und ausgegeben werden, so handelt es sich beim Bitcoin um ein dezentrales Währungssystem. Dezentral bedeutet, dass der Handel und auch die Ausgabe von Bitcoins nicht von Staaten oder Zentralbanken abgewickelt oder überwacht wird. Der Bitcoin ist eine reine virtuelle Währung im Internet und somit gibt es keine physischen Geldeinheiten, wie Münzen oder Scheine. Ferner unterliegt der Bitcoin auf Grund der Nutzung des Internets keiner geografischen Beschränkung und kann somit länderübergreifend eingesetzt werden. Des Weiteren basiert das Währungs- und Zahlungssystem auf einer durch die Teilnehmer gemeinsam verwalteten Datenbank, der sogenannten Blockchain, in der alle Transaktionen in einem kryptografischen Buchungssystem aufgezeichnet werden.[34] Da alle Teilnehmer innerhalb des Systems gleichberechtigt sind, spricht man auch von einem Peer-to-Peer Netzwerk.[35] Außerdem unterscheidet sich die Schöpfung neuer Bitcoins im Vergleich zum Fiatgeld drastisch. Neue Bitcoins werden durch das Lösen einer mathematischen Rechenaufgabe generiert. Dieser Vorgang nennt sich Mining. Beim Mining werden jedoch nicht nur neue Bitcoins geschaffen, sondern gleichzeitig werden bei diesem Prozess auch die Transaktionen bestätigt und im Kontenbuch der Blockchain eingetragen.[36] Ein weiterer Unterschied gegenüber den klassischen Währungen ist die Anonymität von Bitcoin. Anstatt den Namen des Kontoinhabers bei einer regulären Überweisung anzugeben, sind bei einer Bitcoin-Transaktion nur Adressen, bestehend aus Zahlen und Buchstaben, relevant. Für die Teilnahme am Bitcoin-Zahlungsverkehr wird ferner eine elektronische Geldbörse benötigt, die auch Wallet genannt wird.[37]

Auf die spezifischen Fachbegriffe, wie Blockchain oder Mining, wird im weiteren Verlauf der Arbeit näher eingegangen. Zunächst wird jedoch nun die Entstehungsgeschichte des Bitcoins beleuchtet.

[...]


[1] Vgl. Kerscher (2014b), S. 14.

[2] Vgl. Voß (2013), Wirtschaftswoche: Commerzbank gibt dem Bitcoin-Geld keine Zukunft.

[3] Vgl. Ziegler (2016), Die Zeit: Ein Bitcoin für Banken.

[4] Everling/Lempka (2016), S. 99.

[5] Vgl. BearingPoint (2016), Virtuelle Währungen nehmen deutlich an Bekanntheit zu.

[6] Deutsche Bundesbank (2017), Rede von Carl-Ludwig Thiele zum Bundesbank-Symposium 2017.

[7] Vgl. Neuhaus (2017), Die Zeit: Was hinter dem Kursanstieg der Bitcoins steckt.

[8] Vgl. Lerner (2013), S. 3.

[9] Vgl. Deutsche Bundesbank (2015), Geld und Geldpolitik.

[10] Vgl. Mankiw (2011), S. 103.

[11] Vgl. Samuelson/Nordhaus (2016), S. 688.

[12] Vgl. Mankiw (2011), S. 104 f.

[13] Vgl. Samuelson/Nordhaus (2016), S. 685 f.

[14] Vgl. Grünewald (2013), GeVestor: Eine kurze Geschichte des Geldes.

[15] Vgl. Sixt (2017), S. 47 f.

[16] Vgl. Mosen/et al. (2016), S. 110.

[17] Vgl. Lerner (2013), S. 4 f.

[18] Vgl. King (2014), S. 192.

[19] Vgl. Alt/Puschmann (2016), S. 5.

[20] Vgl. Berentsen/Schär (2017), S. 12 f.

[21] Vgl. Deutsche Bundesbank (2015), Geld und Geldpolitik.

[22] Vgl. Grill/Perczynski (2009), S. 109.

[23] Vgl. Issing (2011), S. 2 f.

[24] Vgl. ebenda, S. 2.

[25] Vgl. Borchert (2003), S. 29.

[26] Vgl. Jarchow (2010), S. 3.

[27] Vgl. Deutsche Bundesbank (2015), Geld und Geldpolitik.

[28] Vgl. Borchert (2003), S. 67 ff.

[29] Kerscher (2014a), S. 33.

[30] Vgl. Deutsche Bundesbank (2015), Geld und Geldpolitik.

[31] Vgl. Giese/et al. (2017a), S. 5.

[32] Vgl. Kerscher (2014a), S. 10 f.

[33] Berentsen/Schär (2017), S. 1.

[34] Vgl. Sander (2017), S. 6 ff.

[35] Vgl. Sixt (2017), S. 29.

[36] Vgl. Sander (2017), S. 38.

[37] Vgl. Giese/et al. (2017a), S. 7 f.

Details

Seiten
46
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668635470
ISBN (Buch)
9783960952190
Dateigröße
1.5 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v385806
Institution / Hochschule
Hochschule für angewandte Wissenschaften Kempten
Note
1,0
Schlagworte
Bitcoin Kryptowährungen Kryptos Kryptowährung BWL Geld Digitales Geld Finanzsystem Geldfunktion

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Alles über Bitcoin. Eine kompakte Übersicht über die Grundlagen der Kryptowährung