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Analsye des Vortrags von Lujo Brentano zum Thema: Wohnungszustände und Wohnungsreform in München

Seminararbeit 2000 9 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung

Leseprobe

Gliederung:

A, Einleitung:
Es folgt eine kurze Biographie über das Leben Brentanos, seiner
Familie und seiner Werke. Anschließend wird die Thematik kurz
erläutert

B, Hauptteil:
I, Begonnen wird mit einer Analyse des Vortrags von 1904, Probleme der Zeit und die Ideen sie zu lösen, um anschließend auf andere Quellen dieser Zeit einzugehen
II, Die Analyse weiterer Quellen zu diesem Thema und Weiterführung durch das 20. Jahrhundert zeigen uns anschließend die Wichtigkeit dieses Themas

C, Schluß:
Am Ende wird mit relativ aktuellen Beispielen dargestellt, daß diese Problem uns immer wieder beschäftigen wird und die Lösungsvorschläge sich nur an die Zeit anpassen

Quellen- und Literaturverzeichnis

A:

Der Lebenslauf von Lujo Brentano begann am 18.12.1844 in Aschaffenburg. Sein bürgerlicher Name lautete: Ludwig Joseph Brentano. Berühmte Familienmitglieder waren: Maximiliane Brentano, Goethes Freundin, Clemens und Bettina, die beide aus der deutschen Literatur bekannt sind und Geschwister seines Vaters waren wie auch sein Bruder Franz, bekannt aus der Geschichte der Philosophie. Seine Schulbildung genoß er bei den Benediktinern in Augsburg,

dann kam er an das Gymnasium in Aschaffenburg, nach einjährigem Studienaufenthalt in Dublin beschloß er dies mit seinem Examen. Anschließend studierte er Rechtswissenschaften an der Uni Leipzig und in Münster.

1866 bestand er seine juristische Doktorprüfung, promovierte 1867 bei Helferich in Göttingen zu Dr. rer. Pol., entdeckte jedoch seine Zuwendung zu Ernst Engel nach Berlin, wo er erste Erkenntnisse über die englische Arbeiterbewegung sammelte. 1871 gab es die erste Veröffentlichung seines Buches über „ Trade Union„und erregte viel Aufsehen. 1872 war er einer der Mitgründer des Vereins für Sozialpolitik und setzte sich damit für die Arbeiter ein. 1871 habilitierte er als Privatdozent bei Adolph Wagner in Berlin, wurde 1872 ordentlicher Professor in Breslau und heiratete 1874 Valeska Erbreich, die ihm eine Tochter gebar. Seine wissenschaftlichen Studien galten überwiegend der Sozialpolitik,

und 1879 zeigte er seinen Einsatz für die Versicherung gegen Arbeitslosigkeit.

1882 kam es zu einer Versetzung nach Straßburg als Nachfolger Schmellers, anschließend 1888 nach Wien als Nachfolger Lorenz von Stein´s und 1889 der Tausch durch durch den Lehrstuhl Raschers in Leipzig. 1891 ging er nach München und widmete sich wirtschaftsgeschichtlichen Studien.

1899 kam die Veröffentlichungseiner gesammelten Aufsätze zu

agrargeschichtlichen Studien. 1917 gab er die Aufgabe seiner Lehrtätigkeit als zu dieser Zeit bedeutendster Nationalökonom Deutschlands bekannt.

Sein Nachfolger wurde Max Weber, der Nationalökonom der heutigen Zeit

Brentano selbst hatte Bücher verfaßt, Artikel zu Zeitschriften, Tageszeitungen und Sammelwerken geschrieben. Er starb am 09.09.1931 in München.

Er war überall durch seine Vorträge und Schriften zu verschiedensten Themen bekannt geworden und spielte daher um die Jahrhundertwende eine große Rolle. Natürlich hatte er auch zur Zeit der Krankheitswelle der Städte und den damit verbundenen Problemen Stellung bezogen und legte sie in dem anschließend analysierten Vortrag nahe. Auch machte er verschiedenste Lösungsvorschläge zu bestimmten Problemen der Wohnungsnot, die in den darauffolgenden Seiten genauer analysiert werden.

B I :

Zuerst waren Krankheiten und Seuchen und es war Pettenkofers Verdienst, der die Seucheneindämmung möglich machte. Aber niemand wollte nach München ziehen aufgrund der katastrophalen Zustände,die in der Stadt herrschten. Später jedoch begann ein großer Bevölkerungsanstieg in München. Die Sterblichkeit ging zurück, aber Bodenpreise stiegen ins Unermeßliche. Hausbesitzer oder Grundstücksbesitzer hatten Glück und konnten viel Geld einstecken, denn sie konnten jetzt aus der beginnenden Aufstiegsphase viel Kapital schlagen. Es geht zwar jetzt allen besser, aber die Mehrheit muß Steuer und Miete zahlen, die Minderheit, also die Grund- und Bodenbesitzer, sahnt ab. Früher war die Miete 13% des Gehalts eines normalen Beamten, heute, also um 1900, waren es fast

20 % des Gehalts. Auch waren in München die Mieten und Lebenshaltungs-

kosten für Beamten sehr teuer, weshalb viele von ihnen um Versetzung aufs Land oder andere Gebiete baten. Das gleiche Problem gab es auch bei dem normalen Arbeitern. Der Mietpreis betrug ca. 20-30% von deren Einkommen, aber ihr Einkommen war meist geringer als der Beamtenlohn. Solche, die unter 500 Mark Einkommen hatten, mußten zwar keine Steuer zahlen, hatten aber auch kein Wahlrecht, was eilweise ja auch ein großer Nachteil war. Die baulichen Zustände der Wohnungen in München waren auch nicht sehr gut, entweder waren sie zu klein,oder feucht u.a.. Auch die Überbelegung von den vorhandenen, auch billigeren Wohnungen, war möglich, z.B. für teilweise 30 Personen eine Toilette, aber durch die hohen Mieten wurden auch kleine Zimmer, wie Abstellkammern,auch ohne Toilette, vermietet. Denn aufgrund der Preise konnten sich viele eine eigene Wohnung nicht leisten. Sie entsprachen in keinerlei Weise den Bedürfnissen, Wohnungen wurden in kleinere Wohneinheiten aufgeteilt, man mußte sich eine normale Wohnung oft mit anderen Familien teilen. Auch wurden sie teilweise nur zum Schlafen vermietet, auf Moral und Sittlichkeit wurde nicht mehr geachtet. Männer mußten durch Frauenschlafräume, Betten , aber auch bettähnliche Schlafplätze wurden teilweise mit 5 anderen geteilt. Sogar in Gefängnissen hatten die Insassen mehr Luftraum und auch mehr Quadratmeter zur Verfügung als die Bewohner von Münchner Wohnungen. Kinder, auch Geschwister, machten sich aufgrund der beengen Verhältnisse Sittlichkeitsverbrechen schuldig, und die Eltern konnten nicht für eine größere Wohnung aufkommen.

Trotz der Annahme, daß die Beamten ja nicht viel zu tun hätten, waren sie die-

jenigen, die trotz erhöhter Arbeit nicht mehr Lohn bekamen. Auch schon vor 70 Jahren wurde diese Annahme von Staatsrat von Hermann zurückgewiesen.

Anforderungen und Kosten für die Beamten stiegen, also müsste es eine Gehaltserhöhung geben. Sie waren momentan die einzigen, die auf besserung hoffen durften. Aber dem Wohnungsnotproblem kann nicht abgeholfen werden, wenn kein größeres Angebot an Wohnungen kommt. Nur Bodenbesitzer konnten in den Genuß kommen, für ihr Grundstück und dessen Bebauung, vom Staat einige Kostenvorteile zu erhalten. Allerdings kam dann die Idee auf die Steuer für unbebauten Boden einzuführen. Dies könnte möglicherweise eine Beschleunigung der Bautätigkeit fördern, oder die Idee, den unverdienten Wertzuwachs zu versteuern und bei jedem Besitzerwechel 20 % mehr draufzuschlagen. Eine Unterscheidung der Besteuerung zwischen bebauten und unbebauten Grundstücken sollte allerdings sein. Auch könnte eine sogenannte Zuwachssteuer eingeführt werden. Die Umstrukturierung der bayerischen Enteignungsrechte sollte als gemeinnützig wirken, Enteignung mit voller Entschädigung könnte eingeführt werden, aber nur, wenn Not an Grund herrscht oder dieser für bestimmte Zwecke gebraucht wird. Bis dahin war Bayern in diesem Sinne rückständig. Laut Brentano waren also genug Ideen vorhanden, die Probleme der Bevölkerung zu lösen. Diese Maßnahmen allein jedoch würden nicht reichen, das Wohnungsproblem zu lösen. Es würde zwar Beamten helfen, aber nicht den Minderbemittelten. Wir hatten zwar allmählich eine Bausteigerung von 2-3räumigen Wohnungen, aber die Zustände verbesserten sich erst durch Wohnungen mit eigener Toilette und Küche, was allerdings noch ein wenig dauerte. Der Verein für Verbesserung der Wohnungsverhältnisse in München e.V. kümmerte sich zwar auch um Wohnungssuchende, aber hauptsächlich waren Minderbemittelte auf die Bautätigkeit von Privaten angewiesen, denn diese konnten es sich leisten. Durch Umstellung der Terraingesellschaften auf Baugesellschaften würde geholfen sein, auch durch das Bauen von Arbeitersiedlungen, denn durch den Einzug der Industrie in die Städte war die Arbeitsplatzsituation eine andere geworden.

[...]

Details

Seiten
9
Jahr
2000
ISBN (eBook)
9783638375559
Dateigröße
456 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v38528
Institution / Hochschule
Universität Regensburg – Lehrstuhl für Neueste Geschichte
Note
2
Schlagworte
Analsye Vortrags Lujo Brentano Thema Wohnungszustände Wohnungsreform München Proseminar Neueste Geschichte

Autor

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Titel: Analsye des Vortrags von Lujo Brentano zum Thema: Wohnungszustände und Wohnungsreform in München