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Verhältnis von Sprache, Emotion und Gefühl. Emotionalisierung von Konsumenten und Rezipienten im Wellness-Diskurs

Hausarbeit (Hauptseminar) 2015 22 Seiten

Germanistik - Linguistik

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Gefühlsnormen - „Richtiges“ Fühlen

3. Emotionstheorie und Sprache
3.1 Definition: Emotion und Gefühl
3.2 Emotionalisierung des Lesers und das „Wellness-Phänomen“
3.3 Textbeispiele - Das Emotionspotenzial von Wellness-Texten

4. Fazit

Literatur

1. Einleitung

Emotionale Normierung im Wellness-Diskurs? Wie könnte ein auf den ersten Blick nur auf Schönheit und Gesundheit ausgerichtetes Konzept etwas mit unseren Emotionen zu tun haben? Wellness, als mittlerweile typisches Mittelschicht-Phänomen setzt auf eine qualitative und quantitative Steigerung der Lebensqualität mit einer Ich-Orientierung. Um mit dem Wellness-Trend etwas anfangen zu können benötigt man nur ein Verständnis der eigenen Person als Ganzes und eine ungefähre Vorstellung von Selbst-Veränderung, gepaart mit einer Portion Stress als Motivation. Die Möglichkeit des offenen Konsums der Produkte und Dienstleistungen, sogar generationsübergreifend, um sich „etwas Gutes zu tun“, ist die Stärke des Trends.[1] Wellness erweitert den Begriff der Gesundheit als höchsten Wert in unserer Gesellschaft und reagiert auf den erweiterten Krankheitsbegriff zu den Gefühlen des Unwohlseins. Wellness also als neue Lebensqualität, als Anleitung zu einem besseren Leben, als Lebensphilosophie?

„Der Wellness-Begriff markiert nichts anderes als die ,Utopie der Erlebensoptimierung‘ in einer individualisierten Wissensgesellschaft. [...] Das Individuum stellt sich sein Selbst­Erleben in den Mittelpunkt, es wendet sich primär ,sich selbst zu‘ und versucht, die sinnliche und körperliche Lebensqualität zu verfeinern. Gleichzeitig sucht es nach dem ,Empowerment‘ und Deutungssystemen in einer als zunehmen komplexer empfundenen sozialen Umwelt.“[2]

Die wichtigsten Motive der „Wellness“ sind eindeutig emotionsbedingt: Das Bedürfnis nach Entspannung und Stressbekämpfung, nach der „Work-Life-Balance“, nach Verwöhnung und Zuwendung, nach Harmonie und Steigerung der sinnlichen Wahrnehmung, nach körperlicher Erfahrung und Abarbeitung, nach Beauty und Attraktivität und nach erotischer Lebensqualität. Zu diesen kommen noch das Bedürfnis nach Lebensverlängerung und ewiger Jugend, nach kreativer Selbstverwirklichung, nach „Empowerment“ und Selbstkompetenz, nach spirituellem Sinn, nach Kontrolle der Lebensweise im Gesundheitskontext und nach der Erhöhung der Lebensenergie. [3] Aber warum brauchen wir ein neues Lebensgefühl? Nicht alle diese Bedürfnisse sind biologisch in uns angelegt. Viele sind kulturell geprägt oder von Medien und Werbung angeregt. Das allumfassende Wellness-Konzept birgt kaum Risiken, denn es lässt freien Raum sich selbst dafür zu entscheiden und verschiedenes zu testen. Zur Auseinandersetzung mit dem Thema Wellness bildet das Heft „Was ist Wellness?“ von Matthias Horx und Oona Horx- Strathern[4] eine gute Grundlage. Hier wird auch schnell deutlich, dass der Begriff Wellness mehr bedeutet, als meist angenommen. Das Konzept ist viel umfangreicher als es auf Wellnessprodukte, wie Schampoo‘s und Jogurts zu beschränken. Zu dem findet man auf der Internetseite des Deutschen Wellness Verbandes[5] zahlreiche Erklärungen und weiterführende Texte. In der Forschung werden Emotionen und Gefühle in ihrer Verbindung mit Sprache vielfach untersucht. Gunter Gebauer und Markus Edler[6] gaben ein Sammelband zum Thema „Sprachen der Emotionen“ heraus, wo vor allem die Rolle von Emotionen in Kultur, Kunst und Gesellschaft untersucht werden. Der Aufsatz von Hilge Landweer beschäftigt sich zum Beispiel mit dem „Sinn für Angemessenheit“, der für das „richtige“ Fühlen ausschlaggebend ist. Auch die affektiven und ästhetischen Prozesse beim Lesen werden von Arthur M. Jacobs in dem genannten Sammelband untersucht und wären bei weiterführender Analyse relevant. Bei näherer Auseinandersetzung mit den kognitiven Fähigkeiten des Menschen und dem Erlernen von Emotionen und Sprache eignet sich das Werk von Marco W. Battacchi [7] für die Grundlagentheorien. Zum Emotionspotenzial von Texten und der Emotionalisierung des Lesers gibt das Sammelwerk von Inge Pohl und Hort Ehrhardt [8] viele hilfreiche Erklärungen, unter anderen ist der Aufsatz von Christine Römer[9] über emotive und wertende Wörter für die folgende Untersuchung relevant gewesen. Am umfangreichsten beschäftigt sich Monika Schwarz- Friesel[10] mit der Verbindung von Sprache und Emotion. Ihre Hauptthesen nehmen bekannte Emotionstheorien auf und entwickeln sie unter linguistischen Gesichtspunkten weiter. Eine theoretische Trennung von Gefühlen und Emotionen ist daher notwendig und die enge Beziehung der beiden Begriffe und Wirkungen mit Sprache von hoher Wichtigkeit. Die folgende Analyse bezieht sich oft darauf, da es das bisher einzige umfassende Werk ist, das sich aus germanistischer Herangehensweise dem Thema nähert. Die soziologischen Hintergründe über Gefühle werden hingegen von Arlie Russel Hochschild[11] in ihrem Werk „Das gekaufte Herz“ eingehend beschrieben. In dem Kapitel über Gefühlsnormen wird unsere kulturelle Abhängigkeit zum Empfinden von Emotionen klar erörtert. Mit diesen Hintergründen wird die vorliegende Arbeit beginnen, um dann über das Verhältnis und die Definitionen von Sprache, Emotion und Gefühl zur Emotionalisierung des Konsumenten bzw. Rezipienten im Wellness-Diskurs zu gelangen. An einigen Beispieltexten soll das Emotionspotenzial von Wellness-Texten untersucht werden, um die dabei greifenden Gefühlnormen herauszuarbeiten. Bedingen unsere Emotionen das Funktionieren von Wellness? Welche Gefühlslage erreicht ein regelmäßig Wellness konsumierender Mensch? Kann Wellness unsere Emotionen steuern?

2. Gefühlsnormen - „Richtiges“ Fühlen

Fühlen wird von Arlie Russel Hochschild als eine Probehandlung, als ein Skript beschrieben. Dieses richtungsgebende Mittel unserer Handlungen bezeichnet sie als Gefühlsnormen. Es gibt drei Methoden, um Gefühlsnormen erkennbar zu machen. Dabei sollte man die Dauer, die Intensität, den Zeitpunkt und die Stellung eines Gefühls wahrnehmen und untersuchen. Unterschiedliche Gefühle, wie Liebe, Hass, Ärger und Eifersucht werden hier genannt. Ein privates Gefühlssystem läuft unkontrolliert ab und bedingt, wie wir über unsere Gefühle sprechen. Aber was genau sind Gefühlsnormen? Man kann dem auf den Grund gehen, wenn man untersucht, was man gerade fühlt und was man gerade fühlen sollte. Schon bei dieser Unterscheidung wird klar, welchen Konventionen unsere Gefühlswelt ausgesetzt ist. Menschen bewerten ihre Handlungen immer vor dem Hintergrund ihrer Gefühlskonventionen.[12] „Wir sehen uns genau an, wie wir unsere Gefühle bewerten und wie andere Menschen unseren Gefühlsausdruck beurteilen, und wir achten darauf, welche Sanktionen unsererseits und von anderen erfolgen.[13] “ Natürlich unterliegen diese Normen kultureller Prägung, das heißt, dass sie sich schon innerhalb unterschiedlicher sozialer Gruppen unterscheiden können. Hier sei nur auf das „Männer und Frauen - Beispiel“ verwiesen, wobei immer wieder die Frau als deutlich gefühlsbetonter dargestellt wird, als der Mann.

Von anderen Menschen werden wir immer wieder zur Einhaltung der Gefühlsnormen verwarnt, sodass wir uns sofort rechtfertigen, sollten wir ein „unpassendes“ Gefühl haben. Hierbei lernen wir die Normen kennen, denn wenn jemand auf unser Verhalten reagiert, erkennen wir, was dieses auslöst und passen es dementsprechend an. Ob man sich nun schämen soll, indirekte Fragen gestellt oder ob direkte Ermahnung ausgesprochen werden, alles soll schlussendlich zum „richtigen“ Fühlen führen. Es existieren also Regeln und Normen welche Gefühle angemessen sind und selbst Psychiater bedienen sich bei ihrer Arbeit jener.[14] Das Gefühlsmanagement, also Gefühlsarbeit und -normen, werden noch durch zwei das soziale Leben organisierende Strategien unterstützt. Die „Tendenz zur Schmerzvermeidung“ und das „Streben nach Vorteilen in der Welt“ der sozialen Beziehungen auch für den Wellness-Diskurs von Relevanz sein.[15] Der überlastete, vielleicht depressive Mensch, möchte nicht leiden und versucht somit alles Erdenkliche um glücklich zu sein, vor allem, weil es sich nicht gehört, ohne Grund unglücklich zu sein. Er möchte zudem allen Menschen in seiner Umgebung gefallen und immer gut dastehen und mithalten können. Daher begibt er sich zum Beispiel auch auf Wellnessreisen, obwohl er sich davon nichts verspricht. Hochschilds Ergebnis zur Untersuchung der Trauer lässt sich auch auf das „richtige“ Fühlen beim Thema Wellness übertragen. „Dass Menschen so häufig glauben, sie hätten sich nicht richtig verhalten, zeigt, was für eine bemerkenswerte Leistung ,richtiges‘ Trauern darstellt, d.h. zu trauern, ohne die erstaunlich präzisen Standards zu verletzen, die wir aus der kulturellen Überlieferung über angemessenes Fühlen beziehen.“[16] Sollte sich jemand, nachdem er Wellness betrieben hat, nicht gut fühlen, wäre das eine falsche Reaktion. Das Wellnesskonzept verlangt von seinen Nutzern eine Besserung des Wohlbefindens. Sollte es zu dieser nicht kommen, würde es durch Aussagen von Freunden etc. korrigiert werden, bis man sich wirklich besser fühlt oder zumindest zu tut. Eine Hilfe der Normen zum Deuten und Erleben verschiedender Ereignisse stellen dabei unsere sozialen Rollen dar, an denen wir uns in unserem Verhalten orientieren. Mittlerweile wird diese Orientierung allerdings häufiger erschwert, da sich unsere Rollen im Alltag schneller wandeln oder wir sie wechseln. [17] Dennoch: „Was wir 18 fühlen und wie wir fühlen, wird zu einem großen Teil durch kulturelle Codes reguliert.[18] “ Gefühle zeigen, was für uns wichtig ist und wir erschließen Situationen und ihren normativen Gehalt damit. Dieses Erfassen stellt eine wichtige Voraussetzung für das moralische Urteilen und Handeln dar und nur aufgrund des Bewertens durch Gefühle bemerken wir die Ansprüche einer Situation an uns. Hilge Landweer versteht darunter auch den „Sinn für Angemessenheit“ als eine „emotionale Dispositionen, auf Situationen adäquat reagieren zu können“.[19] Zudem bildet der Begriff „Norm“ für ihn einen „Oberbegriff für allgemeine Verhaltenserwartungen, die auch im Falle ihrer Enttäuschung beibehalten werde. Er umfasst neben den moralischen Normen auch Konventionen sowie bestimmte Ideale - nämlich die, deren Erfüllung von demjenigen, der sich an ihnen orientiert, auch von anderen erwartet wird. Viele Konventionen zeigen sich häufig erst bei ihrer Übertretung, und zwar durch die dann eintretenden Sanktionen. [20] “ Verstöße gegen Normen werden oft über Gefühle vermittelt registriert und dann durch Sanktionen wie Scham, Schuldgefühl oder Verlegenheit, Peinlichkeit und Ärger zum Ausdruck gebracht. Jene können zu der Kategorie der Emotionen gezählt werden. Es gibt dabei Haupt­Emotionen (z.B. Freude, Trauer, Hoffnung, Furcht) und Unterkategorien/Modifikationen. Unsere kulturelle Prägung, unser Denken und unsere Sprachkenntnisse helfen beim Erkennen der Emotionen.

„Insofern gehen mit dem Spracherwerb und dem Bedeutungsverstehen der Emotionstherme auch substanzielle normative Prägungen darüber einher, was innerhalb einer Sprachgemeinschaft als adäquate Korrelate emotionaler Reaktionen fungieren darf. Die Abweichungen von der Norm birgt das Risiko, (emotional) nicht verstanden oder akzeptiert zu werden.“[21]

Im Zusammenhang mit Gefühlen und Emotionen spielt Sprache daher eine besondere Rolle, denn erst durch die sprachliche Artikulation kann ein gemeinsamer Raum des Verstehens (von Gefühlen) geschaffen werden.

3. Emotionstheorie und Sprache

Was sind nun also Emotionen? Diese Frage kann bis heute nicht einheitlich beantwortet werden. In den unterschiedlichsten Forschungsrichtungen wird ihnen mal mehr, mal weniger Bedeutung zugemessen. Mal werden sie mit Gefühlen gleichgesetzt, mal abgegrenzt. In Verbindung linguistischer Forschung werden diese komplexen mentalen Phänomene vor allem durch ihre starke Verbindung mit Sprache als eines unseres wichtigsten Kommunikationsinstrumenten untersucht. Hierbei wird häufig eine Unterscheidung von Emotion und Gefühl getroffen, wobei aber auch Sprache eine genaue Definition erfährt. Sprache, als ein mehrebenenumfassendes komplexes mentales Kenntnissystem, spielt vor allem in der Kognitionswissenschaft eine Rolle, aus der die kognitive Linguistik hervorgegangen ist. Sprache gilt hier als ein kognitives Phänomen mit sozialer Verankerung und untersucht werden hauptsächlich sprachlich gesteuerte Geistesaktivitäten. Vermehrt geraten dabei auch die emotionalen Zustände bei der Informationsverarbeitung in Betrachtung. Die linguistischen Analysen dazu befassen sich mit konkreten sprachlichen Äußerungen, welche Gefühle offenbaren können.[22] Unser Sprachniveau ist von hoher Bedeutung, da es das emotionale Gefühls- und Verhaltensniveau determiniert. „Hinsichtlich der Sprache-Emotions-Problematik spielen die expressiven Sprechakte eine besondere Rolle, da wir mit diesen unmittelbar unsere Gefühle ausdrücken und sich ihre primäre Funktion entsprechend beschreiben lässt“. Aber im Grunde kann jede „sprachliche Äußerung emotionale Inhalte vermitteln.“ [23]

3.1 Definition: Emotion und Gefühl

Emotionen begleiten und beeinflussen die Handlungen von Menschen, weil sie aber intern sind und somit völlig subjektive Eigenschaften des Menschen darstellen, sind sie nur über die Ausdrucksmanifestationen beobachtbar. Leider gibt es bisher nur ungenügende Erfass- und Erfahrbarkeit von Emotionen und sehr viele verschiedener Definitionsversuche. „So werden Emotionen je nach Ansatz als affektive oder syndromische, als expressive, disruptive oder adaptive Phänomene beschrieben [...]. [24] “ Die Relevanz von Sprache wird von Sozialforschern und Antropologen hervorgehoben. Emotionen gelten hier aber vor allem als soziales Konstrukt und kulturell tradierte Phänomene. Sie sind Produkte der Gesellschaft und nicht allein der Biologie, daher gibt es auch kulturspezifische Emotionen. Die sehr genaue Arbeitsdefinition von Schwarz-Friesel lautet:

„Emotionen sind mehrdimensionale, intern repräsentierte und subjektiv erfahrbare Syndromkategorien, die sich vom Individuum ichbezogen introspektiv-geistig sowie körperlich registrieren lassen, deren Erfahrenswerte an eine positive oder negative Bewertung gekoppelt sind und die für andere in wahrnehmbaren Ausdrucksvarianten realisiert werden (können). Die Prozesse der Bewertung betreffen Einschätzungen, mit denen ein Individuum entweder sein eigenes Körperbefinden, seine seelische Befindlichkeit, seine Handlungsimpulse, seine kognitiven Denkinhalte oder allgemein Umweltsituationen (im weitesten Sinne) beurteilt. Die subjektiv erfahrbare Ebene der Emotionen ist die Ebene der Gefühle. Gefühle sind folglich subjektive Bewertungen introspektiv erfasster Emotionszustände.“[26]

Die Realisierungsformen von Emotionen gliedern sich in nonverbale Ausdrücke (Mimik und Gestik), körperliche Zustände, verbale Repräsentationsformen (Gefühlswörter), visuelle und auditive Ausdrucksbereiche (erröten, lauter werden). Einige emotionale Gesichtsausdrucksmuster können sogar als kulturell unabhängig und damit als angeboren gedeutet werden (z.B. Lachen, Lächeln). Generell lässt sich sagen, dass wir uns bestimmten universellen Emotionsausdrucksmustern bedienen, die sowohl angeboren, als auch sozial geprägt sein können.[27] „Typische Merkmale von Emotionen sind Instabilität, große Intensionalität, Parteilichkeit und Kurzlebigkeit. Grundelemente sind Wahrnehmung, Bewertung, Motivation und Gefühle.[28] “ Martina Hielscher unterscheidet zudem zwischen der „Emotion“, als kurzfristigen affektiven Zustand und einer „Stimmung“, als einem langzeitig wirkenden affektiven Zustand. Eine Emotion ist von hoher Intensität und wird durch Gefühle bewusst erlebt, während die Stimmung einen Kontext für Verhalten und ablaufende kognitive Prozesse bildet und unbewusst geschieht.[29] Eine Differenzierung von „Emotion“ und „Gefühl“ wird im allgemeinen Sprachgebrauch kaum vorgenommen, ist jedoch laut Schwarz-Friesel wichtig und zumindest theoretisch möglich. Emotionen sind „sprachlich kodierte Gefühle“, die bewusst und subjektiv erfahrbar sind und somit auch sprachlich kodierbar.[30]

„Gefühle sind subjektiv erlebte Bewusstseinszustände mit einem emotionalen, bewertbaren Inhalt. Gefühle stellen die Ebene von Emotionen dar, die die subjektiv erfahrbaren Inhalte des auf den eigenen Zustand bezogenen Bewusstseins darstellen. Gefühle sind somit erlebte Emotionen, d.h. bewusst empfundene Zustände der inneren Befindlichkeit, die subjektive Erfahrung des eigenen emotionalen Zustandes. Durch diese Bewusstheit erfolgt das Gefühl im Rahen einer kognitiven Aktivität: die durch die Sprache fassbare und ausdrückbare Selbstbeschreibung und wertende Einschätzung des eigenen emotionalen Zustandes.“[31]

[...]


[1] Vgl. Horx-Strathern, Oona/Horx, Matthias/Gaspar, Claudia: Was ist Wellness? Anatomie und Zukunftsperspektiven des Wohlfühl-Trends ; eine Publikation des Zukunftsinstituts in Zusammenarbeit mit der GfKMarktforschung, Kelkheim 2002. (= Trend-Dossier).

[2] Horx-Strathern/Horx/Gaspar (wie Anm. 1), S. 20.

[3] Vgl. Horx-Strathern/Horx/Gaspar (wie Anm. 1), S. 21ff.

[4] ebd.

[5] http://www.wellnessverband.de/ Der Verband grenzt sich ganz stark von dem Spa-Wellness und Nonsens­Wellness ab. Es geht nicht, um das Geld verdienen mit sämtlichen Produkten, sondern um eine geistige, innerliche Einstellung zu sich selbst und dem Leben.

[6] Gebauer, Gunter/Edler, Markus (Hg.): Sprachen der Emotion. Kultur, Kunst, Gesellschaft. 1. Aufl., Frankfurt am Main 2014. (= Sozialwissenschaften 2013).

[7] Battacchi, Marco W./Suslow, Thomas/Renna, Margherita: Emotion und Sprache. Zur Definition der Emotion und ihren Beziehungen zu kognitiven Prozessen, dem Gedächtnis und der Sprache, Frankfurt am Main 1996.

[8] Pohl, Inge/Ehrhardt, Horst (Hg.): Sprache und Emotion in öffentlicher Kommunikation, Frankfurt am Main, Wien u.a. 2012. (= Sprache - System und Tätigkeit, Bd. 64).

[9] Römer, Christine: „Emotive vs. wertende Wörter - dargestellt am Beispiel der Verben“, in: Inge Pohl/Horst Ehrhardt (Hg.): Sprache und Emotion in öffentlicher Kommunikation, Frankfurt am Main, Wien u.a. 2012, S. 365-381. (= Sprache - System und Tätigkeit, Bd. 64).

[10] Schwarz-Friesel, Monika: Sprache und Emotion, Tübingen/Basel 2007. (= UTB, Bd. 2939).

[11] Hochschild, Arlie Russell: Das gekaufte Herz. Zur Kommerzialisierung der Gefühle, Frankfurt am Main/New York 2006. (= Campus Bibliothek).

[12] Vgl. ebd., S. 73f.

[13] ebd., S. 74.

[14] Vgl. ebd., S. 74ff. Hochschild bringt auch einige Beispielssituationen und verweist auch auf die Unterschiede der Sichtweise von Psychiatern und Soziologen.

[15] Vgl. ebd., S. 79. Hier geht Hochschild noch näher auf das Thema des „richtigen“ Trauerns ein.

[16] ebd., S. 83.

[17] Vgl. ebd.

[18] Gebauer/Edler (Hg.) (wie Anm. 5), S. 10.

[19] Landweer, Hilge: „Der Sinn für Angemessenheit als Quelle von Normativität in Ethik und Ästhetik“, in: Kerstin Andermann/Undine Eberlein (Hg.): Gefühle als Atmosphären. Neue Phänomenologie und philosophische Emotionstheorie, Berlin 2011, S. 57-78. (= Deutsche Zeitschrift für Philosophie : Sonderband, Bd. 29).

[20] ebd., S. 59.

[21] Voss, Christiane: Narrative Emotionen. Eine Untersuchung über Möglichkeiten und Grenzen philosophischer Emotionstheorien, Berlin, New York 2004. (= Ideen & Argumente). S. 95.

[22] Vgl. Schwarz-Friesel (wie Anm. 5), S. 18ff

[23] ebd., S. 27.

[24] ebd., S. 47.

[25] Vgl. Voss (wie Anm. 14), S. 33.

[26] Schwarz-Friesel (wie Anm. 5), S. 55.

[27] Vgl. ebd., S. 57ff.

[28] Ben-Ze’ev, Aharon: Die Logik der Gefühle. Kritik der emotionalen Intelligenz. 1. Aufl., Frankfurt am Main 2009. (= edition unseld, Bd. 24). S. 13.

[29] Vgl. Hielscher, Martina: Emotion und Textverstehen. Eine Untersuchung zum Stimmungskongruenzeffekt, Wiesbaden 1996. (= Psycholinguistische Studien). S. 16. Sie spricht auch von dem Stimmungskongruenzeffekt. Dieser beschreibt die Einflüsse emotionaler Befindlichkeit auf kognitive Prozesse.

[30] Schwarz-Friesel (wie Anm. 5), S. 78.

[31] ebd.

Details

Seiten
22
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668594883
ISBN (Buch)
9783668594890
Dateigröße
682 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v384497
Institution / Hochschule
Technische Universität Dresden
Note
1,3
Schlagworte
verhältnis sprache emotion gefühl emotionalisierung konsumenten rezipienten wellness-diskurs

Autor

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