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Effektives Eventmarketing für die deutsche Automobilindustrie in Russland

Am Beispiel von Mercedes-Benz S-Klasse

Bachelorarbeit 2010 69 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Motivation und Ziele der Arbeit
1.2. Aufbau der Arbeit

2. Grundlagen des Eventmarketings
2.1. Begriffserklärung
2.1.1. Event
2.1.2. Marketing-Event
2.1.3. Eventmarketing
2.2. Positionierung des Eventmarketings im Marketing-Mix
2.3. Ziele des Eventmarketings
2.4. Erfolgskontrolle von Marketing-Events

3. Stand der Eventmarketingbranche in Deutschland

4. Aktuelle Entwicklungen in der deutschen Automobilindustrie
4.1. Bedeutung der Automobilindustrie für Deutschland
4.2. Aktuelle Situation und Tendenzen in der Automobilbranche
4.3. Perspektiven auf dem russischen Markt

5. Zielgruppenanalyse des Premium-Segments
5.1. Merkmale zur Bestimmung der Zielgruppe
5.2. Definition der Zielgruppe von Mercedes-Benz S-Klasse
5.3. Positionierung der Zielgruppe von Mercedes-Benz in Sinus-Milieus-Modell
5.3.1. Positionierung der Zielgruppe in das Sinus-Milieus-Modell in Deutschland
5.3.2. Positionierung der Zielgruppe in das Sinus-Milieus-Modell in Russland
5.4. Einkaufskriterien des russischen Konsumenten im Premium-Segment

6. Besonderheiten des Eventmarketings in der Automobilindustrie des Premium-Segmentes im internationalen Vergleich
6.1. Präsentation der neuen S-Klasse in Deutschland
6.2. Präsentation der neuen S-Klasse in Russland
6.3. Vergleichsanalyse der beiden Marketing-Events

7. Zusammenfassung

Quellenverzeichnis

Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Eventarten

Abbildung 2: Positionierung von Eventmarketing im Marketing-Mix

Abbildung 3: Eventmarketing-Ziele in der unternehmerischen Zielhierarchie

Abbildung 4: Erfolgskontrolle der Marketing-Events

Abbildung 5: Bedeutung des Eventmarketings für die Zukunft

Abbildung 6: Marketing-Aufwendungen nach Kommunikationsfeldern 2009

Abbildung 7: Umsatzvolumen für Marketing-Event: 2007-2011

Abbildung 8: Eventmarketing-Aufwendungen nach Eventarten 2009

Abbildung 9: Pkw-Verkäufe in Russland

Abbildung 10: Sinus-Milieus in Deutschland

Abbildung 11: Positionierung der deutschen Zielgruppe im Sinus-Milieus-Modell

Abbildung 12: Sinus-Milieus in Russland

Abbildung 13: Mercedes-Benz S-Klasse

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Segmentierung der Zielgruppe nach sozio-demographischen Kriterien

Tabelle 2: Eigenschaften der Oberschicht im Sinus-Milieus-Modell

Tabelle 3: Eigenschaften von "Golden Russians" im Sinus-Milieus-Modell

Tabelle 4: Vergleich von Präsentationen der S-Klasse in München und Moskau

1. Einleitung

1.1. Motivation und Ziele der Arbeit

Durch den Wertewandel in der Gesellschaft und wachsenden Wettbewerb boomt die Kommunikationsbranche. Die Unternehmen kämpfen immer härter um neue verbesserte Produkte, den Wettbewerbsvorsprung und langfristige Kundenbeziehungen. Die Menschen werden anspruchsvoller und kritischer, ihre Bedürfnisse werden höher und erfordern mehr Kreativität und Improvisationstalent von Unternehmen. Somit wird es für die Firmen immer schwieriger, den Kunden langfristig zu begeistern und zu binden.

Die klassischen Kommunikationswege, wie z.B. Werbeblocks in den Sendern, Anzeigenseiten in den Zeitschriften oder die Außenwerbung, kommen nicht mehr so zum Ausdruck. Die Mediakosten steigen und die Werbeeffektivität nimmt langsam ab, da alle Menschen von herkömmlichen Kommunikationsmitteln übersättigt sind und durch steigende Informationsflut die Werbebotschaften nicht richtig wahrnehmen können.

Die Befragung der deutschen Unternehmen zeigt, dass die Ausgaben für die klassische Werbung gesunken sind.[1] Im Jahr 2007 lagen diese zwischen 30 und 50 Prozent der gesamten Werbeausgaben und bereits im Jahr 2008 nur zwischen 25 und 42 Prozent.

Borgwardt erklärt den Grund für die Erschaffung neuer Marketinginstrumente: „Aufgrund wachsender Dienstleistungsmärkte, fortschreitender Konsumgüterproduktion, die eine regelrechte Produktüberflutung auf den internationalen Märkten zur Folge hat, gut informierter und kritischer Kunden sowie stark verkürzter Produktlebenszyklen konnte die Zielgruppe durch klassisches Marketing (Werbung in Print, Rundfunk, TV, auf Plakaten, durch PR, etc.) nicht mehr erreicht werden.“ [2] Immer mehr Unternehmen erkennen den Wert der direkten, persönlichen Kommunikation.

Die Begriffe „Erlebniskonsum“ und „Freizeitorientierung“ gehören mittlerweile zum Wortschatz unserer heutigen Gesellschaft. Die alten Gewohnheiten des Konsumenten wurden durch mehr Freizeit und Wohlstand verändert.

Der Mensch braucht etwas zum Erleben, er braucht Ereignisse, die das Leben interessanter machen und diese helfen der Lebensroutine zu entgehen. Dieser Wunsch nach besonderen Erlebnissen und das Bedürfnis nach der Exklusivität und Individualität bei der Kommunikation ist Ausdruck eines Wandels in den Wertvorstellungen der Menschheit. Besonders für das Marketing im Unternehmen wird die Erlebnisorientierung eine große Herausforderung.

Als Folge kommt ein neuer Trend in der Kommunikationsbranche – Eventmarketing, bei dem nicht mehr das Produkt, sondern der Mensch im Mittelpunkt der Kommunikation steht. Das Eventmarketing hat bereits einen festen Platz im Marketing von vielen Unternehmen. Im Jahr 2009 investierten deutsche Unternehmen zwischen 18 und 22 Prozent ihres gesamten Kommunikationsbudgets in die Marketing-Events.[3]

Außer gesamtwirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen gibt es auch Veränderungen in den Unternehmen. Im Rahmen der Internationalisierung suchen viele Unternehmen neue Absatzorte für ihre Produkte bzw. Dienstleistungen.

Russland gehört zu den wichtigsten Wachstumsmärkten in Europa. Heute bietet Russland den deutschen Automobilherstellern große Chancen. Ihr Interesse am Automobilmarkt Russlands wächst enorm. Das größte Land der Erde entwickelt sich durch Wirtschaftswachstum und verspricht ein hohes Absatzpotenzial.

Außerdem gehört der Automobilmarkt Russlands zu den größten Luxusmärkten der Welt. In keinem anderen Land gibt es mehr S-Klassen oder Maybachs pro Einwohner. So konzentrieren sich viele Hersteller der Luxus-Autos immer mehr auf den russischen Markt.

Doch bei der Kommunikation zwischen den Unternehmen und der neuen Zielgruppe in Russland taucht oft ein Problem auf, bei dem die Botschaft der Werbung missverstanden wird. Ein Beispiel dafür ist die gescheiterte Marlboro Werbung in Russland.[4] Im Westen symbolisiert der in der Marlboro Werbung gezeigte Cowboy Freiheit, Unabhängigkeit und Abenteuer. Doch als diese Werbung nach Russland kam, assoziierten die russischen Menschen den Cowboy mit der Armut, Abhängigkeit und mit dem schlimmen Schicksal, dem man nicht entgehen kann.

Somit wurde die Botschaft der Marlboro Werbung falsch interpretiert. Dieses Beispiel zeigt deutlich, dass die gleiche Werbung in verschiedenen Ländern unterschiedlich verstanden und wahrgenommen wird.

Um solche Probleme und Missverständnisse bei der Interaktion zu vermeiden, soll die Kultur des neuen Absatzmarktes und die Besonderheiten des russischen Konsumenten vorher analysiert werden.

Die vorliegende Arbeit hat das Ziel, die kulturellen Besonderheiten des Eventmarketings in Russland zu erforschen und somit Empfehlungen für das effektive Eventmarketing für die deutsche Automobilindustrie der Oberklasse in Russland zu geben. Denn nur unter Berücksichtigung der kulturellen Eigenschaften und Unterschiede im Verhalten der Verbraucher des jeweiligen Landes kann ein erfolgreiches Eventmarketing betrieben werden.

1.2. Aufbau der Arbeit

Die Arbeit gliedert sich in 7 Kapiteln. Nach der Einleitung werden in dem zweiten Kapitel die Grundlagen des Eventmarketings dargestellt. Dazu gehören die Begriffserklärung, die Integration des Eventmarketings im Marketing-Mix, Beschreibung der Ziele sowie die Erfolgskontrolle von Marketing-Events.

Im dritten Kapitel wird über den aktuellen Stand der Eventmarketingbranche in Deutschland berichtet und ihre Entwicklung analysiert.

Das vierte Kapitel befasst sich mit der Analyse des heutigen Automobilmarktes in Deutschland und seine Bedeutung für die deutsche Wirtschaft. Außerdem werden in diesem Kapitel der aktuelle Stand und die Tendenzen der deutschen Automobilindustrie geschildert. Es beinhaltet auch die Perspektiven auf dem russischen Automobilmarkt.

Die Zielgruppenanalyse, die im fünften Kapitel gemacht wird, beschreibt die Merkmale und die kulturellen Aspekte zur Bestimmung der Zielgruppe. In diesem Kapitel wird die Marktsegmentierung in Deutschland und in Russland und die Spezifizierung der deutschen und russischen Zielgruppe nach sozio-demographischen Kriterien durchgeführt und verglichen. Die beiden Zielgruppen werden dann in das Sinus-Milieus-Marktsegmentierungsmodell eingebaut. Außerdem werden im fünften Kapitel der russische Konsument und sein Verhalten in Bezug auf Kaufentscheidungen behandelt.

Das sechste Kapitel setzt sich mit den Besonderheiten des Eventmarketings in der Automobilbranche im internationalen Vergleich auseinander. Hier werden die zwei ausgewählten Marketing-Events in den beiden Ländern Deutschland und Russland vorgestellt. Die Automobilpräsentationen werden anschließend analysiert und verglichen.

Zum Schluss werden im siebten Kapitel die wichtigsten Erkenntnisse aus der Arbeit in einer Zusammenfassung noch einmal kurz erläutert.

2. Grundlagen des Eventmarketings

Im folgenden Kapitel werden die wichtigsten Grundlagen zum Eventmarketing dargestellt. Was ist ein Event? Was versteht man unter Eventmarketing und welche Ziele hat es? Wie wird Eventmarketing in den Marketing-Mix positioniert? Diese und weitere Fragen werden hier beantwortet.

2.1. Begriffserklärung

2.1.1. Event

Eine ausführliche Definition eines Events liefert der Deutsche Kommunikationsverband:

„Unter Events werden inszenierte Ereignisse sowie deren Planung und Organisation im Rahmen der Unternehmenskommunikation verstanden, die durch erlebnisorientierte firmen- oder produktbezogene Veranstaltungen emotionale und physische Reize darbieten und einen starken Aktivierungsprozess auslösen.“ [5]

Bruhn liefert eine weitere Definition eines Events: „Ein Event ist eine besondere Veranstaltung oder ein spezielles Ereignis, das multisensitiv vor Ort von ausgewählten Rezipienten erlebt und als Plattform einer Unternehmenskommunikation genutzt wird.“ [6] Dabei wird insbesondere Multisensitivität eines Events betont. Laut Erber werden die multisensuale Reize durch sechs Transmitter emotional erlebbar: Location, Infotainment, Akteure, Technik, Catering und Gestaltung.[7]

Die Multisensitivität gehört zu den besonderen Eigenschaften eines Events. Dank dieser Eigenschaft können Events alle Sinne des Menschen (Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten) ansprechen und somit länger in Erinnerung des Kunden bleiben. Somit haben Events einen großen Vorteil gegenüber anderen Kommunikationsmitteln, wie z.B. Werbung in TV, Radio und Zeitung, die diese Eigenschaft nicht besitzen.

Die oben angeführten Definitionen erlauben die Charakteristiken eines Events wie folgt zusammenzufassen[8]:

- Emotionales Erlebnis: Events haben die Eigenschaft bei den Rezipienten Emotionen hervorzurufen. Erlebnisse, die starke emotionale Reaktionen hervorrufen, sind einprägsam, werden schneller gelernt und besser behalten.
- Einmaligkeit / Exklusivität: Events unterscheiden sich vom Alltagsleben und werden von den Teilnehmern als einmalig und exklusiv empfunden.
- Multisensitive Animation: Events kann man als drei-dimensionale inszenierte Bilder betrachten, die alle Sinne des Menschen ansprechen können.
- Interaktive Kommunikation: Die Kommunikation ist ein zentrales Element von Events. Sie muss informieren, überzeugen, motivieren und unterhalten.

Es gibt mehrere Arten von Events, deren Systematik in der Abbildung 1 dargestellt ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Eventarten

Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an Erber, 2002, S.23

Bei einer weiteren Systematisierung werden alle Events in folgende Bereiche aufgeteilt[9]:

- Corporate-Events (B2B)

Dieser Art von Events richtet sich an Kunden oder Mittler/Händler. Das Ziel ist die Vermittlung von Informationen sowie Imagefestigung bzw. -veränderung.

Beispiele: Produkteinführungen, Jubiläen, Hauptversammlungen, etc.

- Mitarbeiter-Events

Wie der Name schon sagt, organisiert man diese Events für Mitarbeiter und Vertriebspartner. Das Ziel ist die Informationsvermittlung und/oder Motivation dieser Zielgruppe.

Beispiele: Incentives, Verkaufstraining, Schulungsveranstaltungen, etc.

- Public-Events (B2P)

Die Public-Events haben das Ziel der Imagesteigerung und Informationsvermittlung und richten sich an die breite Öffentlichkeit.

Beispiele: Presse-Events, Unternehmensinszenierungen im öffentlichen Raum, etc.

- Consumer-Events (B2C)

Die Consumer-Events werden überwiegend für die Absatzförderung von Konsumgütern oder Dienstleitungen für die Endverbraucher organisiert.

Beispiele: Roadshows, Promotions, etc.

- Exhibition-Events (B2B, B2C, B2P)

Erlebnisorientierte Messebeteiligungen und unterschiedliche Ausstellungen können sich sowohl an Businesspartner, Endverbraucher als auch an das breite Publikum richten.

Beispiele: Messeinszenierungen, Ideenparks, etc.

- Charity- / Social- / Cultural-Events (B2P)

Diese Events haben einen gesellschaftlichen Zweck und dienen nicht zur Absatzförderung. Sie richten sich ausschließlich an die Öffentlichkeit.

Beispiele: Eröffnungsveranstaltungen von Großereignissen, Ereignisse im öffentlichen Raum, Fan-Feste, etc.

Die beiden Systematiken teilen alle Events je nach Zielen und Zielgruppen der Veranstaltung in den entsprechenden Bereich auf.

2.1.2. Marketing-Event

Nachdem der Begriff Event erläutert wurde, stellt sich die Frage nach der Bedeutung von Marketing-Events und deren Besonderheiten. Wie man ein Marketing-Event von einem „Nicht-Marketing-Event“ unterscheidet, erklärt Thomas Inden in seinem Buch „Alles Event?“:

„Überall da, wo durch die Unternehmen oder eine Institution zum Zwecke der Werbung, Verkaufsförderung, Public Relations oder der internen Kommunikation eine Botschaft in Form eines direkt erlebbaren Ereignisses vermittelt wird, findet ein Marketing-Event statt.“ [10]

Sistenich versteht unter Marketing-Events „(…) inszenierte Ereignisse in Form erlebnisorientierter firmen- und produktbezogener Veranstaltungen und Aktionen, die dem Adressaten (Kunden, Händler, Meinungsführer, Mitarbeiter) firmen- und/oder produktbezogene Kommunikationsinhalte vermitteln, d.h. emotionale und physische Reize darbieten, die zu einem starken Aktivierungsprozess führen.“ [11]

Oliver Nickel hat auch das Hauptziel von Marketing-Events definiert:

„Mit Marketingevents werden im Auftrag inszenierte Ereignisse bezeichnet, die im Hinblick auf Unternehmen oder Marken das zentrale Ziel haben, den Teilnehmern Erlebnisse zu vermitteln bzw. bei diesen Emotionen auszulösen, und die gleichzeitig geeignet sind, zur Durchsetzung der Marketingstrategie, d.h. zum Aufbau von Unternehmens- und Markenwerten, einen positiven Beitrag zu leisten.“ [12]

Zusammenfassend besitzen Marketing-Events folgende Eigenschaften[13]. Sie können:

- Konsumbedürfnisse befriedigen
- die Wahrnehmung und Erinnerung gegenüber Marken erhöhen
- die Begeisterung für Marken erzeugen und zu verfestigten Einstellungen gegenüber Marken führen
- der Selbstidentifikation dienen
- aus Sicht der Konsumenten einen Beitrag zur Orientierung innerhalb von Markenwelten leisten.

2.1.3. Eventmarketing

Oliver Nickel schreibt über Events und Eventmarketing folgendes: „Events ermöglichen ein Erleben von Marken bzw. Unternehmen, Events sind zeitlich begrenzt, Events sind aktionsorientiert! Entsprechend wird hier unter Eventmarketing die systematische Planung, Organisation, Durchführung, und Kontrolle von Events innerhalb der Kommunikationsinstrumente Werbung, Verkaufsförderung, Public Relations oder interner Kommunikation verstanden.“ [14]

Bruhn versteht unter Event-Marketing „(…) die zielgerichtete, systematische Planung, Organisation, Inszenierung und Kontrolle von Events als Plattform einer erlebnis- und dialogorientierten Präsentation eines Produktes, einer Dienstleistung oder eines Unternehmens (…), so dass durch emotionale und physische Stimulans starke Aktivierungsprozesse in Bezug auf Produkt, Dienstleistung oder Unternehmen mit dem Ziel der Vermittlung von unternehmensgesteuerten Botschaften ausgelöst werden.“ [15]

Sistenich liefert eine weitere Definition von Eventmarketing: „Eventmarketing ist ein innovatives Kommunikationsinstrument, das der erlebnisorientierten Umsetzung von Marketingzielen eines Unternehmens durch Planung, Vorbereitung, Realisierung und Nachbereitung von (Marketing-) Events dient. Eventmarketing versteht sich als integrierter Bestandteil eines ganzheitlichen Marketingkonzeptes des Unternehmens.“ [16]

Das Eventmarketing beinhaltet vier Phasen[17]:

- Briefing
- Marktanalyse
- Situationsanalyse
- Zielsetzung
- Zielgruppendefinition
- Vorgabe des Budgets
- Eventmarketing-Strategie
- Festlegung der Eckdaten (Termin, Ort, etc.)
- Planung
- Idee
- Konzeption
- Organisation
- Durchführung bzw. Realisierung
- Nachbereitung
- Qualitätskontrolle

Zusammenfassend hat Eventmarketing folgende Charakteristika[18]:

- Systematischer Entscheidungsprozess mit allen typischen Schritten, wie z.B. Planung, Durchführung und Nachbereitung
- Inszenierung: Kreation, Konzeption und die Realisierung eines Events
- Emotionale Beeinflussung der Rezipienten
- Produkt-, Dienstleistungs- und/oder Unternehmensbezug

2.2. Positionierung des Eventmarketings im Marketing-Mix

Der Marketing-Mix eines Unternehmens ist für Bruhn „(…) der kombinierte und koordinierte Einsatz der Marketinginstrumente mit dem Ziel, durch eine harmonische Abstimmung der Instrumentenausprägungen die Unternehmens- und Marketingziele möglichst effizient zu erreichen.” [19]

Die Abbildung 2 zeigt die genaue Positionierung des Eventmarketings im Marketing-Mix eines Unternehmens.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Positionierung von Eventmarketing im Marketing-Mix

Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an Erber, 2002, S.41

Wie in der Abbildung zu sehen, besteht Marketing-Mix aus vier Bereichen[20]:

- Produktpolitik (d.h. alle Entscheidungen zur Gestaltung des Leistungsprogramms),
- Preispolitik (d.h. alle Entscheidungen zur Vergütung der Unternehmensleistungen),
- Vertriebspolitik (d.h. alle Entscheidungen zur Sicherstellung der Verfügbarkeit des Leistungsprogramms),
- Kommunikationspolitik (d.h. alle Entscheidungen zur Übermittlung von Informationen).

Die Events lassen sich den kommunikativen Instrumenten des Marketing-Mixes zuordnen. Dieser Bereich hat die Aufgabe, die Kommunikation zwischen dem Unternehmen und seinen Kunden zu gestalten.

Im Rahmen der Kommunikationspolitik eines Unternehmens hat Eventmarketing eine hohe marketingstrategische Bedeutung, da es ein großes Potential für die Gestaltung von Kundenbeziehungen hat.[21] Die Besonderheit des Eventmarketings liegt also darin, dass im Vergleich zu anderen Kommunikationsinstrumenten die Wirkung von einem Event in der Regel viel nachhaltiger ist. Die Zielgruppe wird durch Eventmarketing sehr intensiv mit einer Botschaft und/oder mit einem Produkt vertraut gemacht.

2.3. Ziele des Eventmarketings

Eventmarketing ist ein Bestandteil der Kommunikation zwischen Unternehmen und seiner Zielgruppe. Das Besondere an Events ist, dass sie für vielfältige Kommunikationszwecke eingesetzt werden können. Als allgemeines Ziel hat es die positiven Einstellungen zu bewirken, die die Qualität der Zielgruppenbeziehungen verbessern und zur Kundenbindung an das Unternehmen dienen.[22]

In der Abbildung 3 ist zu sehen, wie die Eventmarketing-Ziele in die unternehmerische Zielhierarchie eingeordnet werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Eventmarketing-Ziele in der unternehmerischen Zielhierarchie

Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an Erber, 2002, S.64

Bei den Marketing-Events wird zwischen drei wichtigsten Zielbereichen unterschieden[23]:

1. Kontaktziele (auch Pre-Event-Ziele genannt)

- Kontaktherstellung zwischen Unternehmen und Zielgruppe
- die Führung eines direkten und unmittelbaren Dialoges mit Kunden, Mitarbeitern und Geschäftspartnern
- Kontaktpflege mit Kunden und Meinungsführern
- Kundenbindung

2. Kommunikationsziele (auch psychologische Ziele genannt)

- die emotionale Positionierung und dauerhafte Verankerung von Unternehmen/Marken
- Imageaufbau und -verbesserung
- konkrete Beeinflussungswirkungen bei der Zielgruppe
- Gedächtniswirkungen und Verhaltensänderungen durch emotionales Erleben
- Hinterlassen eines nachhaltigen Eindrucks mit positiven Erlebnissen
- Faszination und Begeisterung bei den Rezipienten
- Verkaufsförderung
- Produktpräsentation
- Motivation
- Information und Weiterbildung
- Unterhaltung

3. Ökonomische Ziele

- Steigerung vom Gewinn
- Umsatz
- Marktanteil

[...]


[1] Vgl. FME, Event-Klima 2009, S.3

[2] Borgwardt, 2007, S.1

[3] Vgl. FAMAB, FAMAB-Branchenbrief 2009, S.8

[4] Vgl. Schmid, 2004, S.195

[5] Bremshey/Domning, 2001, S.47

[6] Müller, 2002, S.109, zit. nach Bruhn, 1997, S.777

[7] Vgl. Erber, 2002, S.134

[8] Vgl. Bremshey/Domning, 2001, S.165, http://www.interexpo.de/Event_know_how/Erlebnismarketing/Eventmarketing/eventmarketing.php, Abruf am 11.11.2009

[9] Vgl. FME, Event-Klima 2009, S.19

[10] Inden, 1993, S.29

[11] Müller, 2002, S.125, zit. nach Sistenich, 1999, S.61

[12] Nickel, 1998, S.7

[13] Vgl. Nickel, 1998, S.75

[14] Nickel, 1998, S.7

[15] Müller, 2002, S.109 f., zit. nach Bruhn, 1997, S.778

[16] Erber, 2002, S.42, nach Sistenich, 1999, S.61

[17] Vgl. Bremshey/Domning, 2001, S.147 ff., Erber, 2002, S.122, Inden, 1993, S.198 ff.

[18] http://www.interexpo.de/Event_know_how/Erlebnismarketing/Eventmarketing/eventmarketing.php, Abruf am 11.11.09

[19] Erber, 2002, S.37, zit. nach Bruhn, 1997, S.46 ff.

[20] Vgl. Erber, 2002, S.37

[21] Vgl. Bremshey/Domning, 2001, S.117

[22] Vgl. Müller, 2002, S.113

[23] Vgl. Bremshey/Domning, 2001, S.48, S.165, Erber, 2002, S.59 ff., S.63, Inden, 1993, S.24, S.66, Müller, 2002, S.128

Details

Seiten
69
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783668606425
ISBN (Buch)
9783668606432
Dateigröße
2.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v384375
Institution / Hochschule
Karlshochschule International University
Note
2,0
Schlagworte
Automobilbranche Marketing Event

Autor

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Titel: Effektives Eventmarketing für die deutsche Automobilindustrie in Russland