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Mailen, Mäuse, Megabytes - Einstellungen und Nutzungsverhalten des weiblichen Geschlechts zu PC und Internet

Seminararbeit 2004 11 Seiten

Politik - Sonstige Themen

Leseprobe

Ringvorlesung: Brüche-Geschlecht-Gesellschaft: Ritualisierung von Geschlecht

Mailen, Mäuse, Megabytes – Einstellungen und Nutzungsverhalten des weiblichen Geschlechts zu PC und Internet

Als Studentin und begeisterte Online-Surferin lag mir die Bearbeitung des vorliegenden Themas sehr am Herzen. Es wird in unserer Zeit oft von Gleichberechtigkeit von Mann und Frau gesprochen. Es bedurfte daher lange Zeit einer Rechtfertigung, über ein Thema zu schreiben, daß sich mit der geschlechtsspezifischen Nutzung von Online-Medien beschäftigt. Als Frau empfinde ich es als diskrimierend, daß ein geringes wissenschaftliches Interesse gibt, sich mit den Bedürfnissen, Erwartungen und Wünschen der Online-Userinnen auseinanderzusetzen. In meiner Arbeit beschäftigte ich mich mit den Einstellungen und dem Nutzungsverhalten des weiblichen Geschlechts zu PC und Internet und die geschlechtsspezifische Unterschiede in der Online-Nutzung.

Abstract:

Geschlecht und Internet rekrutiert aufgrund des neuen Mediums Internet nicht auf eine umfassende theoretische Einbettung. Die Geschlechtsrollenforschung unterscheidet zwischen dem biologischen (männlich/weiblich) und dem psychologischen Geschlecht (maskulin/feminin), also die mit dem biologischen Geschlecht verbundenen Erwartungen und Charakteristika. Trotz der Transformation unserer Gesellschaft ist die geschlechtliche Arbeitsteilung (Mann arbeitet und bringt Geld nach Hause, Frau bleibt daheim und zieht die Kinder gross und kümmert sich um den Haushalt) noch immer präsent. Durch dieses Gesellschaftsbild, das schon in der Schule praktiziert wird (Buben wird Interesse an Technik attestiert), ist es für junge Mädchen aufgrund des traditionellen Gesellschaftsbildes schwer, einen technischen Beruf zu ergreifen. Frauen sind - obwohl sie die Mehrheit der Bevölkerung repräsentieren, keine Konstrukteurinnen der Informations- und Kommunikationsgesellschaft und sind daher technikdistanziert. Der Computer wird hiebei als „Werkzeug der Männer“ definiert, da dieser nach den Bedürfnissen der Männer funktioniert. Frauen, die das Internet nutzen, haben andere Kommunikations- und Informationsbedürfnisse, nutzen Webseiten auch anders als Männer und erwarten immer mehr auf sie abgestellte Informationen, die jedoch von Informationsanbietern nicht immer angeboten werden.

Geschlecht und Internet – keine erkennbaren Forschungsstränge

Das Verhältnis Geschlecht und Internet ist in den Sozialwissenschaften unbestimmt. Zwar gibt es vielfältige Literatur, die sich mit der Kategorie Geschlecht auseinandersetzt (bzw. Spender 1996, Turkle 1999, Winker 1999 und 2000). Diese greift jedoch jeweils spezifische Aspekte des Verhältnisses auf und rekrutiert nicht auf eine umfassende theoretische Einbettung. Aufgrund des neuen Mediums Internet lassen sich keine erkennbaren Forschungsstränge erkennen. So thematisieren Winkler/Preiß die Unterrepräsentanz von Frauen im Internet, Turkle beschreibt die Erfahrungen von Geschlechtswechsel im virtuellen Raum (Chats und Muds), Mauch untersucht den Einfluss des Geschlechtsrollenschemas auf das Informationsverhalten im Internet.

Geschlechtsrollenentwicklung

Die Geschlechtsrollenforschung unterscheidet zwischen dem biologischen (männlich/weiblich) und dem psychologischen Geschlecht (maskulin/feminin), also die mit dem biologischen Geschlecht verbundenen Erwartungen und Charakteristika. Mit der Geschlechtsrolle weist die Gesellschaft einerseits geschlechtsspezifische Tätigkeiten und andererseits sozial erwünschte Eigenschaften; Verhaltensweisen und Interessen zu.[1]

Zahlreiche Studien untersuchten die unterschiedlichen Charakteristiken von Männern und Frauen.[2] In diesen Studien wird Männern hauptsächlich Kompetenzeigenschaften wie objektiv, logisch, nach außen orientiert, fähig in Geschäftsdingen, selbstbewußt, aktiv, wettbewerbsmotiviert, mathematik-interessiert und theoretische Wissenschaft zugeschrieben. Frauen werden hingegen verstärkt mit emotionalen Eigenschaften wie sanft, einfühlsam, ruhig, großes Sicherheitsbedürfnis, verwendet keine harten Worte, taktvoll, in Verbindung gebracht.

Trotz gewisser Auflösungstendenzen ist die geschlechtliche Arbeitsteilung (öffentlich-häuslicher Bereich gilt als männliche, privat-häuslicher Bereich als frauliche Lebenssituation) noch immer präsent und beeinflußt die Geschlechtsrollensozialisation. Weiters wird die Darstellung von Männern und Frauen in den Medien in den traditionellen Geschlechtsrollen bei den Rezipienten verfestigt.

[...]


[1] Holtz-Bacha, 1990, S 165

[2] Vgl. Rrosenkrantz-Studie: 80 weibliche und 70 männliche StudentInnen solten eine Reihe von Eigenschaften und Verhalten auf einer Skala jeweils als typisch für Männer bzw. für Frauen einschätzen und zuordnen.
vgl. Bierhoff-Alfermann, 1977, S 15

Details

Seiten
11
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638374743
ISBN (Buch)
9783668354159
Dateigröße
526 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v38399
Institution / Hochschule
Universität Wien – Institut für Politikwissenschaft
Note
1
Schlagworte
Mailen Mäuse Megabytes Einstellungen Nutzungsverhalten Geschlechts Internet Ringvorlesung Brüche-Geschlecht-Gesellschaft Ritualisierung Geschlecht

Autor

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Titel: Mailen, Mäuse, Megabytes - Einstellungen und Nutzungsverhalten des weiblichen Geschlechts zu PC und Internet