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Internationale Unternehmenskooperation. Die Gefahr einer Marktbeherrschung am Beispiel von Bayer AG und Monsanto

Hausarbeit 2017 18 Seiten

BWL - Allgemeines

Leseprobe

I Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen
2.1 Gründe für eine Kooperation
2.2 Kooperations- Intensität und Ausdehnung

3 Formen der Kooperation
3.1 Joint Venture
3.2 Kartell
3.3 Strategische Allianz
3.4 Supply Chain Management

4 Chancen und Risiken einer Kooperation
4.1 Einkauf
4.2 Produktion
4.3 Forschung und Entwicklung
4.4 Absatz

5 Gefahr der Marktbeherrschung
5.1 EU-Kommission
5.2 Markteintrittsschranken
5.2.1 Finanzielle Barrieren

6 Bayer AG und der Saatguthersteller Monsanto
6.1 Überblick
6.2 Elefantenhochzeit stoppen

7 Zusammenfassung

II Literaturverzeichnis

1 Einleitung

„Wirft man einen Blick in die Wirtschaftspresse, so vergeht kein Tag, an dem nicht über neue Kooperationsabkommen zwischen Unternehmen berichtet wird.“[1]

Die internationale Kooperation von Unternehmen hat in der letzten Zeit drastisch zugenommen. Dies ist Ablesbar an Faktoren wie Steigung der Im- Exportquote und der steigenden Anzahl an internationalen Unternehmenskooperationen.

Durch Kooperationen sind die großen Firmen mittlerweile auf fast allen bedeutenden Märkten auf dieser Welt vertreten. Sie bilden Gemeinschaften, um sich gegenseitig zu unterstützen. Die sich daraus ergebene Steigung der gemeinsamen Marktmacht gibt den Unternehmen einen enormen Wettbewerbsvorsprung.[2]

Die Fragestellung lautet demnach, welche Gefahren eine Unternehmenskooperation mit sich bringen kann, sowohl für den Wettbewerb als auch für die Endverbraucher.

Zudem wird noch ermittelt welche Vor- und Nachteile sich aus Zusammenschlüssen ergeben, sowohl für die Kooperierenden als auch die außenstehenden Unternehmen.

Dieses Thema ist sehr weitläufig und bedingt eine Einschränkung, deswegen werden nicht alle existierenden Varianten der Kooperation erläutert, sondern nur die Arten der Unternehmenskooperation, die auf das Beispiel zutreffen.

Um die Frage zu beantworten, muss zunächst der Begriff Kooperation näher erläutert werden, um daraufhin die verschiedenen Arten der Kooperation kennen zu lernen. Die sich aus den Zusammenschlüssen ergebenen Chancen und Risiken, sowohl für die jeweiligen Unternehmen als auch den gesamten Markt, werden benannt und schematisch dargestellt.

Um zur Theorie einen Praxisbezug aufzubauen, wird auf den bevorstehenden Unternehmenszusammenschluss zwischen dem Saatguthersteller Bayer AG und dem Pestizidhersteller Monsanto eingegangen. Die aus der Fusion entstehenden Chancen und Risiken sowie die Gefahr der Marktbeherrschung sind Teil der Hausarbeit und befassen sich sowohl mit den jeweiligen Unternehmen als auch mit den daraus resultierenden Veränderungen der Marktstrukturen.

2 Grundlagen

Allgemein ist der Begriff Kooperation eine Form der Zusammenarbeit, allerdings sieht es die Betriebswirtschaftslehre etwas differenzierter. Gemäß der BWL handelt es sich um eine mittlere bis langfristige zwischenbetriebliche Zusammenarbeit von mindestens zwei Unternehmen. Abgesehen von dem in der Kooperation betroffenen wirtschaftlichen Bereich, stehen diese rechtlich und wirtschaftlich nicht in Beziehung zueinander.

2.1 Gründe für eine Kooperation

Der Zweck einer Kooperation dient zur Kombination der jeweiligen Leistungen der einzelnen Unternehmen, um einen effizienteren Leistungsprozess zu erzielen (z.B gemeinsamer Verkauf). Idealerweise ergibt sich aus der Kooperation ein Vorteil und ein gesenktes Risiko für die jeweiligen Unternehmen.[3]

Unternehmenszusammenschlüsse profitieren meistens nicht nur von einem einzigen Vorteil, sondern einer ganzen Reihe in sich zusammenhängender Nutzen. Wenn sich zum Beispiel zwei Unternehmen zusammenschließen, um absatzwirtschaftliche Ziele zu verfolgen, ergibt sich daraus eine höhere Angebotsmacht in der Branche und eine Erweiterung der Produktpalette.[4]

2.2 Kooperations- Intensität und Ausdehnung

Es kann unter anderem innerhalb einer Kooperationsform auch noch unterschieden werden, wie hoch die Bindungsintensität oder die Ausdehnung ist.

Wie man die Bindungsintensität bewertet, kann von mehreren Skalen abhängig sein. Wenn die Unternehmen in ihren Bereichen bleiben und lediglich Informationen oder Erfahrungen austauschen, ist die Bindung recht niedrig. Erfordern allerdings die kooperationsrelevanten Bereiche einen hohen Kommunikationsaustausch zwischen den Kooperationspartnern so spricht man von einer hohen Bindungsintensität.

Die Ausdehnung ermittelt die geografische Beziehung der Unternehmen zueinander. So kann man im Wirkungsgebiet unterscheiden zwischen internationaler, nationaler, regionaler und lokaler Kooperation. Die lokale Kooperation bezieht sich häufig auf den Austausch von Produktionsfaktoren und den gemeinsamen Einkauf. Diese Zielsetzung ist allerdings für nationale und globale Kooperationen schwieriger umzusetzen und somit weniger relevant.[5]

3 Formen der Kooperation

Wenn mindestens zwei Unternehmen sich dazu entschieden in einem gewissen Bereich zu kooperieren, dann stehen ihnen verschiedene Formen der Zusammenarbeit zur Verfügung. Einige der für diese Hausarbeit wichtigsten Kooperationsformen werden in den folgenden Abschnitten näher erläutert.

3.1 Joint Venture

Diese Kooperationsform ist auch unter dem Namen Gemeinschaftsunternehmen bekannt und ist ein Zusammenschluss von rechtliche und wirtschaftlich selbstständigen Unternehmen. Diese zwischenbetriebliche Kooperation ist in der Industrie weit verbreitet.[6] Das Gemeinschaftsunternehmen wird von mehreren Kooperationspartnern gegründet, wobei die Beteiligung zu gleichen Anteilen erfolgt.

Es dient der Erfüllung gemeinsamer Aufgaben und der Unterstützung von Interessensgemeinschaften.[7] Die jeweiligen Unternehmen gehen eine langjährige Verbindung ein, indem sie ein neues Gemeinschaftsunternehmen gründen. Dies erfolgt oft durch Beteiligungen an bereits bestehenden Tochtergesellschaften, Neugründung eines neuen Unternehmens oder gleichwertigem Anteilserwerb an einem fremden Unternehmen.[8]

Ein Beispiel für ein gegründetes Gemeinschaftsunternehmen ist die baugleiche Produktion des Ford Galaxy und VW Sharan. Das Ziel von VW und Ford war Entwicklungskosten einzusparen. Allerdings wurden die beiden Autos nicht nur zusammen Entwickelt, sondern auch in einer gemeinsamen Produktionsstätte in Portugal gefertigt.[9]

3.2 Kartell

Kartelle sind Zusammenschlüsse, die wirtschaftlich miteinander in Beziehung stehen. Kartelle bestehen aus mehreren Unternehmen die Absprachen treffen, die zu ihrem Vorteil aber meist zum Nachteil der Außenstehenden führen.[10]

Das Ziel der Bildung eines Kartells ist, durch Absprachen den Wetterwerb untereinander zu beeinflussen oder gar abzuschalten. Die Gebiete, in denen Absprachen getroffen werden, beziehen sich meistens auf Produktion, Absatz oder den Preis.

Grundsätzlich sind Kartelle durch das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) verboten, allerdings gibt es in manchen Bereichen Ausnahmeregelungen.[11]

Es wird zwischen unterschiedlichen Arten von Kartellen unterschieden. Beim Preiskartell werden Vereinbarungen bezüglich der Preise getroffen. Es kann sich auf angebotene Produkte beziehen, bei denen der Preis absichtlich in die Höhe getrieben wird, oder auch bei Produkten mit hohe Nachfrage, um deren Preis absichtlich kollektiv klein zu halten.

Das Mengenkartell auch Quotenkartell genannt, befasst sich mit der Menge der Produkte die auf dem Markt abgesetzt werden. Die Menge der Produkte bestimmt somit auch indirekt den Preis.

Das Gebietskartell verteilt untereinander Absatzgebiete, um in bestimmten Regionen eine möglichst kleine Anzahl an Anbietern zu haben.[12]

3.3 Strategische Allianz

Die strategische Allianz ist ein Zusammenschluss von selbstständigen Unternehmen, die eine Allianz bilden mit dem Ziel, auf einem bestimmten Geschäftsfeld ihre individuellen Stärken miteinander zu verbinden.[13] Die Allianzen entstehen somit aus den Bedürfnissen der jeweiligen Unternehmen, die Verwirklichung von Synergieeffekten und der Stärkung der Wettbewerbsposition zu erreichen. In der Regel sind solche Verbindungen eher langfristig und strecken sich über Internationale und Globale Räume aus. Die Unternehmen haben somit die Möglichkeit, verschiedene Arten von Ressourcen miteinander zu kombiniert. In diesem Fall bleiben die Unternehmen trotzdem wirtschaftlich und rechtlich Selbstständig bis auf den von der Kooperation betroffenen Bereich. Somit betrifft es nicht das gesamte Unternehmen, sondern nur die festgelegten Kooperationsbereiche und vorab eindeutig benannten Kooperationsziele. Am häufigsten wird diese Form in der Technologiebranche angewendet, zum Beispiel in der Telekommunikation- oder Elektrotechnik.[14]

3.4 Supply Chain Management

Hierbei handelt es sich um eine prozessorientierte Planung, Kontrolle und Entwicklung aller Bereiche der Geschäftsprozesse von der Beschaffung des Rohmaterials bis hin zum Verkauf an den Endverbraucher. Es ist eine Kooperation innerhalb einer ganzen Wertschöpfungskette, so dass nicht nur der Warenfluss unternehmensübergreifend stattfindet, sondern auch Informationen ausgetauscht werden. Das Ziel ist es, Win-Win Situationen zu realisieren und unter anderem den Materialfluss transparent zu gestalten.[15]

Bei einer mehrstufigen logistischen Kette wird das Push-Prinzip vom Pull-Prinzip abgelöst. Denn der Informationsfluss geht vom Kunden aus über alle Unternehmen bis hin zur Rohstoffgewinnung. Dadurch können sich die Prozesse auf den Bedarf der Kunden ausrichten. Es werden damit zum Beispiel Verschwendungen in Form von Überproduktion und zu hohen Lagerbeständen vermieden. Denn wenn der Verbrauch eines Händlers hinsichtlich bestimmter Güter zunimmt, wird die Information weitergeleitet und somit die Produktion am Anfang der Wertschöpfungskette darauf ausgerichtet.

Es ist von großem Vorteil, einer SC anzugehören, denn alle Beteiligten denken und handeln, als wären sie ein gemeinsames Unternehmen. Trotzdem können natürlich nicht alle Beteiligten immer nur profitieren. Wenn zum Beispiel ein etwas kleineres Unternehmen einer SC angehört und der Belieferungsrythmus ihm zu hohe Bestände einbringt, weil er in einen Lieferplan eingeplant ist, werden die Interessen der größeren Unternehmen höher gewichtet. Es ist manchmal nicht möglich, alle Interessen zu befriedigen innerhalb der SC, doch profitieren tun alle im Großen und Ganzen. Im Grunde genommen handelt es sich um eine Verzahnung der Wertschöpfungsprozesse mit dem Ziel, dem Kunden eine optimale Bedarfsdeckung zu bieten.[16]

4 Chancen und Risiken einer Kooperation

Es gibt verschiedene Arten von Zielen, die durch eine Verbindung von Unternehmen angestrebt werden. Meistens ergeben sich aus Kooperationen eine Kombination aus mehreren Hauptzielen und Nebenzielen, welche die Intensität und Dauer bestimmen.[17] In den folgenden Abschnitten werden verschiedene Variationen genauer betrachtet, um die Bereiche nach Funktion aufzuteilen. Jeder Abschnitt beinhaltet die Chancen und Risiken des jeweiligen Kooperationsbereiches.

[...]


[1] M. Büchs [1991], S.2.

[2] Vgl. A. Sell [2002], S.1.

[3] Vgl. A. Sell [2002], S.3.

[4] Vgl. W. Schubert [1981], S.26 f.

[5] Vgl. S. Killich [2005], S.18 f.

[6] Vgl. S. Killich [2005], S.17.

[7] Vgl. W. Schubert [1981], S.5

[8] Vgl. S. Vahs [2015], S.200 f.

[9] Vgl. S. Killich [2011], S.17 f.

[10] Vgl. D. Vahs [2015], S.196 f.

[11] Vgl. S. Killich [2013], S.6

[12] Vgl. D. Vahs [2015], S.196 f.

[13] Vgl. T. Becker [2005], S.16 f.

[14] Vgl. D. Vahs [2015], S.15

[15] Vgl. S. Killich [2011], S.5

[16] Vgl. H. Corsten [2001], S.190 ff.

[17] Vgl. D. Vahs [2015], S.185

Details

Seiten
18
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668591523
Dateigröße
445 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v383765
Institution / Hochschule
Hochschule Fresenius Düsseldorf
Note
1,7
Schlagworte
Kooperation Kartell Allianz Supply Chain Managemenr Joint Venture

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Titel: Internationale Unternehmenskooperation. Die Gefahr einer Marktbeherrschung am Beispiel von Bayer AG und Monsanto