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Methoden der klinischen Diagnostik. Klinische Erhebungsverfahren zur Untersuchung von Verhaltensstörungen

von S. H. (Autor)

Hausarbeit 2014 9 Seiten

Psychologie - Klinische u. Gesundheitspsychologie, Psychopathologie

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung.

2. Klinische Erhebungsverfahren.
2.1 Allgemeines.
2.2 Psychologische Erhebungsverfahren.
2.3 Biologisch-psychologische Erhebungsverfahren.

3. Methoden zur Untersuchung gestörten Verhaltens.
3.1 Allgemeines.
3.2 Fallstudie.
3.3 Epidemiologische Forschung.
3.4 Die Korrelation.
3.5 Das Experiment
3.6 Gemischte Versuchspläne.

4. Fazit

1. Einleitung

Die vorliegende Ausarbeitung beschäftigt sich mit klinischen Erhebungsverfahren und Methoden zur Untersuchung gestörten Verhaltens. Diese Themen sind wichtige Instrumente der Diagnostik, welche einen Bereich der Klinischen Psychologie darstellt. Die Diagnostik beschäftigt sich im Allgemeinen mit psychologischen Merkmalen und Störungen einer Person und daraus resultierenden Empfehlungen und Entscheidungen zum Wohle dieser.

Zunächst werden im Folgenden die Klinischen Erhebungsverfahren definiert. Daraufhin werden die verschiedenen Arten der Verfahren vorgestellt und die bekanntesten Verfahren einer Art aufgezeigt. Hierbei wird ein Augenmerk auf den Zweck und die Funktionsweise eines Verfahrens gelegt. Daraufhin folgt die Darstellung der Methoden zur Untersuchung gestörten Verhaltens. Die wichtigsten und populärsten Methoden werden eingehend beleuchtet und deren Zweck und Funktionsweise wird aufgezeigt. Abschließend wird ein Fazit gezogen, dass die wichtigsten Erkenntnisse zusammenfasst und die Ausarbeitung somit abschließt.

2. Klinische Erhebungsverfahren

2.1 Allgemeines

Nach Davison, Neale und Hautzinger (2007) stellen klinische Erhebungsverfahren stellen weitestgehend standardisierte Methoden dar. Die Methoden sollen das zu behandelnde Problem einer Person herausfinden sowie dessen Ursache. Überdies kann aus der Diagnose eine Behandlungsmaßnahme abgeleitet werden, die die Krankheit entweder heilt oder präventiv verhindert. Insbesondere muss bei den Erhebungsverfahren auf die Reliabilität und Validität geachtet werden.

2.2 Psychologische Erhebungsverfahren

Insgesamt sind psychologische Erhebungsverfahren hilfreich, wenn Merkmale der Kognition, Emotion, Persönlichkeit und des Verhaltens gemessen werden sollen.

Zu den psychologischen Erhebungsverfahren zählen beispielsweise klinische Interviews. Klinische Interviews sind freie Gespräche über Probleme und Ressourcen. Das klinische Interview soll den Interwievten ermutigen, relevante persönliche Informationen wie die eigene Biografie, das Verhalten in bestimmten Situationen und Gefühle und Empfindungen zu äußern (Keßler, 2005). Ein Vorteil bei diesem Verfahren ist es, dass das nonverbale Verhalten hilft, das Gespräch zu interpretieren. Das klinische Interview basiert auf einem vertrauensvollen Verhältnis zwischen dem Interviewer und dem Klienten, da es dem Klienten somit leichter fällt, seine Probleme und Erfahrungen preiszugeben. Um das Vertrauen des Klienten zu gewinnen, erfordert es Empathie und spezielle Methoden der Gesprächsführung. Überdies können die Interviews zu einem unterschiedlichen Maß strukturiert sein. Somit wird strengen oder vagen Leitlinien gefolgt, die Interviews sind also strukturiert, halb- oder semistrukturiert oder folgen einer freien Verhaltensweise (Keßler, 2005). Bei der Verwendung vager Leitlinien handelt der Interviewer eher intuitiv. Um standardisierte Daten zu erhalten, werden strukturierte Interviews verwendet. Die Antworten des Klienten bestimmen somit, welche Frage die nächste ist (Davision, Neale & Hautzinger, 2007).

Psychologische Tests sind ein weiteres Verfahren der klinischen Erhebung. Sie werden meist supplementär zum Interview eingesetzt, um die Diagnose zu bestimmen. Die drei Formen Projektive-, Persönlichkeits- und Intelligenztests, werden unterschieden. Projektive Tests, wie beispielsweise der Rohrschachtest, zeigen mehrdeutiges visuelles Material. Durch die unbewusst stattfindende Interpretation des Klienten der visuellen Reize werden Rückschlüsse auf seine Persönlichkeit, seine Einstellungen und Verhaltensweisen gezogen. Persönlichkeitstests sind meist Selbstbeurteilungsfragebögen, die ein oder mehrere Merkmale der Persönlichkeit testen. Intelligenztests hingegen erfassen die intellektuelle Begabung. So kann beispielsweise eine geistige Behinderung erfasst werden.

Beobachtungsverfahren, die eine direkte oder eigene Beobachtung umfassen, dienen der Erhebung des Verhaltens, der Eigenschaften und Persönlichkeit. Durch diese Methode sind zwar laut Meyer und Margraf (2005) keine kausalen Aussagen möglich, jedoch lassen sich korrelative Zusammenhänge herausfinden, Störungsbilder in Querschnittsstudien abgrenzen und Krankheitsverläufe untersuchen.

Selbstbeurteilungsfragebögen gleichen oft Persönlichkeitstests und korrelieren mit direkt beobachtbarem Verhalten.

2.3 Biologisch-psychologische Erhebungsverfahren

Die psychophysiologischen Erhebungsverfahren stellen nach Davison, Neale und Hautzinger (2007) weitere Verfahren der Diagnostik dar und zählen zu den biologisch-psychologischen Erhebungsverfahren. Psychophysiologie bezeichnet die körperliche Auswirkung der psychischen Umstände einer Person. Beispielsweise werden elektronische Geräte wie Lügendetektoren eingesetzt, die die Hautleitfähigkeit messen, was einen Rückschluss auf die Reaktion des Nervensystems zulässt und somit auch auf die Richtigkeit einer Aussage.

Neuropsychologische Verfahren zeigen auf, wie Störungen im Gehirn die Kognition, Emotionen und das Verhalten beeinflussen. Wenn Mängel beispielsweise bei der motorischen Geschwindigkeit, der räumlichen Vorstellungskraft oder des Gedächtnisses bei den Tests auftreten, kann anhand dieser eine Fehlfunktion diagnostiziert werden.

Neurochemische Verfahren hingegen messen Rezeptoren und Neurotransmitter im Gehirn. Die Neurotransmitter lassen sich außerdem im Urin, Blut, und in der Rückenmarksflüssigkeit bestimmen. Durch die post-mortem Methode ist es außerdem möglich, diese von verstorbenen Personen zu messen.

Bildgebende Verfahren stellen beispielsweise die Computertomographie, Kernspintomographie, funktionelle Kernspintomographie und die Positronenemissionstomographie dar. Durch diese Methoden kann man Anomalien im Gehirn lokalisieren wie Tumore, Gehirnstrukturen feststellen oder biologische Prozesse bestimmen, so dass die chemischen Grundlagen von Gedanken, Emotionen und Verhaltensweisen sichtbar werden (Davison, Neale & Hautzinger, 2007).

3. Methoden zur Untersuchung gestörten Verhaltens

3.1 Allgemeines

Die Methoden zur Untersuchung gestörten Verhaltens stellen laut Davison, Neale und Hautzinger (2007) die Fallstudie, Epidemiologie, Korrelation, das Experiment sowie gemischte Versuchspläne dar. Die wissenschaftlichen Methoden unterliegen bestimmten Voraussetzungen. Zum einen müssen sie überprüfbar sein. Die Ergebnisse sollten außerdem messbaren Ergebnissen unterliegen. Die Objektivität stellt genauso wie bei den klinischen Erhebungsverfahren eine wichtige Rolle. Die Methoden werden im Folgenden genauestens erläutert.

3.2 Fallstudie

Die Fallstudie lässt Rückschlüsse auf die Entstehung und Entwicklung von Störungen vor dem Hintergrund der individuellen Biografie zu. Die Fallstudie untersucht die Vergangenheit eines Klienten. Wichtige Informationen können hierbei die Familie, Krankheiten, die Bildung, die Laufbahn des Berufs, eine Partnerschaft, besondere Ereignisse, die Entwicklung, das soziale Umfeld, die Persönlichkeit sowie die aktuelle Situation sein. Diese Methode ist detailreicher als andere Forschungsmethoden, da sie sich mit der einzelnen Person befasst. Fallstudien sind weniger für die Bestätigung als für die Aufstellung dieser von Bedeutung. Einerseits kann so keine Hypothese über die Beziehung zwischen Ursache und Wirkung aufgestellt werden und andererseits lassen sich aus Informationen eines Individuums keine grundsätzlichen Informationen herleiten. Viel mehr lässt sich durch die Betrachtung von Fallstudien eine Hypothese über eine Einzelperson aufstellen, die anhand von weiterer Forschungsmethoden widerlegt oder angenommen wird (Meyer & Margraf, 2005).

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Details

Seiten
9
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668590793
ISBN (Buch)
9783668590809
Dateigröße
442 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v383606
Institution / Hochschule
Hochschule Osnabrück
Note
1,3
Schlagworte
methoden diagnostik klinische erhebungsverfahren untersuchung verhaltensstörungen

Autor

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    S. H. (Autor)

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Titel: Methoden der klinischen Diagnostik. Klinische Erhebungsverfahren zur Untersuchung von Verhaltensstörungen