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Sind offene Immobilienfonds durch das Kapitalanlagegesetzbuch attraktiver geworden?

Forschungsarbeit 2017 15 Seiten

BWL - Bank, Börse, Versicherung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Darstellung offener Immobilienfonds

3 Die Krise der offenen Immobilienfonds

4 Einführung des Kapitalanlagegesetzbuches

5 Fazit

Literaturverzeichnis

Internetverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Das Jahr 2008 war der Höhepunkt der Immobilienkrise. Anleger, die auf eine sichere Anlageform gesetzt hatten, verloren das Vertrauen in die Banken und Fondsgesellschaf­ten und hatten keine Möglichkeit der Einflussnahme auf die Entwicklung ihrervermeint- lich sicheren Anlagen. Es mangelte an Gesetzen zum Schutz der Anleger, aber auch zum Schutz der Banken.

Jede Form von Gesellschaft benötigt Gesetze als Grundlage für ein faires Zusammenle­ben, die allen Mitgliedern Einflussmöglichkeiten und Rechte mithilfe von Regeln einräu­men.

In diesem Fall der Finanzkrise führte die Schließung vieler offener Immobilienfonds zur Erstellung von Gesetzen, die allen Beteiligten eine neue gesetzliche Grundlage bieten sollten, um Rechtssicherheit und Transparenz auf allen Seiten zu schaffen. Die Anleger sollten ihren Banken wieder vertrauen können, indem sie Rechte zugesprochen beka­men. Denn Vertrauen zwischen Geschäftspartnern bedeutet einen grundsätzlichen Wert, der die Basis jeder erfolgreichen geschäftlichen Beziehung sein sollte.

Ziel der Arbeit ist es deshalb, das Kapitalanlagegesetzbuch und dessen Auswirkungen zu untersuchen. Sind offene Immobilienfonds seitdem wirklich attraktiver für Anleger geworden?

Im ersten Schritt werden dafür die grundsätzliche Funktionsweise und die Krise offener Immobilienfonds dargestellt (Kapitel 2 und 3). Im Anschluss an diese Grundlagen wird die Untersuchung des Kapitalanlagegesetzbuches selbst vorgenommen (Kapitel 4).

Die dafür verwendeten Methoden sind die Internet- und Literaturrecherche und die Auseinandersetzung mit dem Kapitalanlagegesetzbuch.

Die Arbeit schließt mit einem Fazit (Kapitel 5), welches die wichtigsten Ergebnisse kurz zusammenfasst.

2 Darstellung offener Immobilienfonds

Offene Immobilienfonds bieten privaten Investoren grundsätzlich die Möglichkeit, be­reits relativ kleine Anlagebeträge weltweit in gewerblich genutzte Immobilien anzule­gen.[1]

Insbesondere Anleger, welche sachwertorientierte, aber trotzdem eher konservative Anlagemöglichkeiten suchen, gehören zu der Zielgruppe von offenen Immobilienfonds. International aufeinander abgestimmte Regulierungen und der europäische Binnen­markt ermöglichen Immobilienfonds, weltweit in Objekte zu investieren.[2] Durch solche Investitionen in ausländische Märkte wird die Risikostreuung, die sogenannte Diversifi­kation, zwar gestärkt, sie kann jedoch gegebenenfalls auch ein Währungsrisiko mit sich bringen.[3]

Zusätzlich zu dem Vorteil der Diversifikation können aber auch folgende Argumente für eine Investition in einen Immobilienfonds sprechen:

- Immobilien im Allgemeinen repräsentieren eine sichere und ebenso ertragrei­che Investition. Vor allem durch die oft an die Preissteigerungsraten geknüpften Mietverträge ist die Wertentwicklung in den letzten Jahrzehnten relativ stabil.[4]
- Für den Anleger fällt eine Menge Aufwand weg, welcher bei der Direktanlage in eine Immobilie entstehen würde, weil die Fondsgesellschaften üblicherweise nicht nur die Auswahl der Objekte übernehmen, sondern auch die Instandhal­tung verantworten.[5]
- Investitionen in Immobilienfonds bieten oft steuerliche Vorteile. Von der regu­lären Ausschüttung bleibt ein Teil meistens steuerfrei, da nur die von der Fonds­gesellschaft verbuchten Erträge aus Miet- oder Pachtverträgen zu versteuern sind. Wenn in der Ausschüttung außerordentliche Einkünfte enthalten sind, wie zum Beispiel Veräußerungsgewinne aus Wertpapieren oder Gewinne aus Grundstücksverkäufen nach Ablauf der Spekulationsfrist, bleibt dieser Anteil steuerfrei.[6]

3 Die Krise der offenen Immobilienfonds

Seit dem Jahr 2005 ist die Anlageklasse der offenen Immobilienfonds allerdings in eine Krise geraten. Vor allem das lange gültige und verbreitete Argument einer stabilen und ertragreichen Investition ist inzwischen deutlich kritischer zu sehen.[7]

Gründe hierzu sind zwei grundsätzliche Entwicklungen des letzten Jahrzehnts:

1. Investoren haben Immobilienfonds in gewisser Weise als eine Art Geldmarkter­satz gesehen und vor allem wegen der historisch stabilen und profitablen Ren­diten bei gleichzeitiger Niedrigzinsphase an Rentenmärkten zunehmend als Mit­tel der kurz- und mittelfristigen Geldanlage genutzt.[8]
2. Zusätzlich hat die Wertentwicklung von Immobilien zwischen 2000 und 2010 eine Schwächephase erlitten.

Dadurch stand den Immobilienfonds so viel Liquidität zur Verfügung, dass sie diese nur noch schleppend in Immobilien investieren konnten. Die Anlagericht­linien besagten aber, dass die Liquidität investiert werden muss.[9] Jedoch muss­ten die Gesellschaften bei ihren alten Immobilienbeständen einen zunehmen­den Verfall der Objektwerte einkalkulieren.

Diese zwei Punkte führten gemeinsam dazu, dass man bei zahlreichen Fonds hohe Wertverluste durch die Abwertungen der Bestände erwarten musste und dadurch letzt­endlich die gesamte Branche ab 2005 unter Druck gesetzt wurde.[10]

Die Jahrzehnte davor waren seit Beginn der achtziger Jahre gekennzeichnet von rasan­ten Zuwachsraten:

Abb. 1: Anlagevolumen in offene Immobilienfonds

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an Statista GmbH (2017) (siehe Internetverzeichnis).

Seit 2004 ¡st dagegen eine eher stagnierende Tendenz zu verzeichnen. Ende 2006 war das Volumen der Anlageklasse durch Abflüsse und Wertminderungen auf 75,5 Mrd. EUR gesunken und stieg Ende 2012 wieder auf ca. 82 Mrd. EUR, was sowohl durch Zuflüsse als auch durch die positive Wertentwicklung der Immobilien in den letzten Jahren aus­gelöst wurde. Nach Jahren mit eher geringen Schwankungen betrug das Volumen der per 31.12.2016 in offenen Immobilienfonds gehaltenen Beträge 87,7 Mrd. EUR.

Heikel wurde die Situation ab 2008, als jene Investoren hohe Summen aus offenen lm- mobilienfonds abzogen, welche diese Anlageform als kurz- und mittelfristige Geldan­lage missbraucht und das Geld vorübergehend nur geparkt hatten.[11]

Ende 2008 hat etwa ein Dutzend offener Immobilienfonds schließen müssen.[12] Das be­deutete, dass sie wider der eigentlichen Zusicherung keine Anteile mehr Zurücknah­men. Wenn es einem Fonds aber innerhalb von zwei Jahren nach der Schließung nicht gelingt, durch Immobilienverkäufe neues Geld einzunehmen, müssen die Fonds kom­plett abgewickelt werden.[13] Investoren müssen sich dann notgedrungen entscheiden,

[...]


[1] Vgl. Berberich, Simon Che (2012), (siehe Internetverzeichnis).

[2] Vgl. Geurts, Matthias / Schubert, Leif (2014), Seite 13.

[3] Vgl. Grill, Wolfgang u.a. (2016), Seite 262.

[4] Vgl Alexander, Lutz (2014), (siehe Internetverzeichnis).

[5] Vgl. Kemter, Frank (2017), (siehe Internetverzeichnis).

[6] Vgl. Simon, Martina u.a. (2010), (siehe Internetverzeichnis).

[7] Vgl. Berberich, Simon Che (2012), (siehe Internetverzeichnis).

[8] Vgl. Minde, Robert (2016), (siehe Internetverzeichnis).

[9] Vgl. Gottschalk, Arne (2016), (siehe Internetverzeichnis).

[10] Vgl. Berberich, Simon Che (2012), (siehe Internetverzeichnis).

[11] Vgl. Stiftung Warentest (2013), (siehe Internetverzeichnis).

[12] Vgl. Tagesspiegel online (2014), (siehe Internetverzeichnis).

[13] Vgl. Stiftung Warentest (2017), (siehe Internetverzeichnis).

Details

Seiten
15
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668586635
ISBN (Buch)
9783668586642
Dateigröße
472 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v383187
Institution / Hochschule
Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
Note
1,0
Schlagworte
BWL Bank Fonds Immobilien Immobilienfonds offen Kapitalanlagegesetzbuch

Autor

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