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Ursachen, Arten und Behandlungsmethoden von Depressionen

Volkskrankheit Depression

Hausarbeit 2017 12 Seiten

Medizin - Neurologie, Psychiatrie, Süchte

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Definition

3. Merkmale der psychischen Erkrankung
3.1. Äußere Symptome
3.2. Innerliche Vorgänge

4. Arten von Depressionen
4.1. Endogene Depression
4.2. Major Depression

5. Sind bestimmte Menschen anfälliger als andere?
5.1. Psychosoziale Aspekte
5.2. Neurobiologische Auslöser

6. Therapie
6.1. Erste Selbsthilfe
6.2. Medizin und Therapie
6.3. Erfolgreiche Therapie – Alles wieder gut?

7. Fazit

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Vor nur wenigen Monaten machte die Nachricht über den Suizid Chester Benningtons die Runde um die ganze Welt. Keine Zeitschrift, kein Radiosender berichtete nicht über die sowohl traurige als auch schockierende Neuigkeit. Der 41-jährige Leadsänger der weltweit erfolgreichen Rock-Band „Linkin Park“, nahm sich im Juli dieses Jahres auf grausame Art das Leben. Zurück ließ er seine Ehefrau, sechs Kinder und die weiteren fünf Mitglieder seiner Band.

Beruflich war Bennington zu diesem Zeitpunkt erfolgreicher als je zuvor, nur wenige Tage vor seinem Selbstmord performte er auf diversen Festivals und stand kurz vor einer Welttournee[1]. Auch familiär schien er vollkommen zufrieden zu sein, in einem Interview ließ er mit einem Lächeln auf den Lippen verlauten, er wisse, dass seine Ehefrau die Eine sei[2].

Welchen Grund hat es also, dass sich ein Mensch, dem es scheinbar an nichts fehlt, aus heiterem Himmel das Leben nimmt? Denn Chester Bennington ist kein Einzelfall – rund 15 Prozent aller Menschen die unter Depressionen leiden kommen nie ganz über diese hinweg und sehen im Selbstmord ihren letzten Ausweg. 15 Prozent scheinen erstmal nicht viel zu sein, wenn man jedoch beachtet, dass 90 Prozent aller Suizide im Zusammenhang mit einer Depression stehen[3], und weltweit jährlich mehr als 800.000 Selbsttötungen registriert werden[4], dann macht das bereits eine Rate von 792.000 Sterbenden pro Jahr aus.

Statistisch gesehen kämpft jeder zweite bis dritte Mensch einmal im Leben mit einer anhaltenden depressiven Verstimmung oder einer Depression. Die Zahl der Erkrankten steigt von Jahr zu Jahr rasant an, und steht mittlerweile vor Krebs mit weltweit 322 Millionen Betroffenen[5], auf dem ersten Platz der lebensbeeinträchtigen Krankheiten.

Dennoch wird diesem hochaktuellen Thema nur selten die nötige Beachtung geschenkt, ja mehr noch, oft wird es heruntergespielt oder als falsche Welteinstellung abgetan. Um dem entgegenzuwirken, thematisiere ich in meiner wissenschaftlichen Arbeit die stark verbreitete und für Außenstehende doch schwer begreifbare Erkrankung der Depression.

2. Definition

In der Medizin werden Depressionen nach dem „diagnostischen und statistischen Leitfaden psychischer Störungen“, auch DSM genannt, definiert.[6] Eine chronisch depressive Verstimmung (Major Depression; siehe auch 4.2.) macht sich demnach an folgenden Merkmalen kenntlich:

1. depressive Verstimmung
2. deutlich vermindertes Interesse
3. Gewichts- / Appetitverlust
4. Insomnie / Hypersomnie
5. Psychomotorische Unruhe / Verlangsamung
6. Müdigkeit / Energieverlust
7. Gefühle von Wertlosigkeit / Schuld
8. Konzentrations- und Entscheidungsprobleme
9. Tod, Suizidgedanken oder Handlungen[7]

Hierbei müssen mindestens fünf der obig aufgelisteten Merkmale, inklusive Symptom 1 oder 2, auf einen Patienten zutreffen, damit die Gemütskrankheit diagnostiziert werden kann. Eine Depression ist also ein anhaltender, pessimistischer Zustand von Hoffnungslosigkeit, Trägheit, und mangelndem Selbstbewusstsein. Depressionssymptome sind in sich manchmal auf den ersten Blick ein Stück weit paradox: Einerseits zählen sie als Angststörung, andererseits auch als Zustand absoluter Gleichgültigkeit.

3. Merkmale der psychischen Erkrankung

3.1. Äußere Symptome

Zwar tritt die Seelenkrankheit oftmals schleichend und unerkannt auf, jedoch gibt es einige Merkmale die auch Außenstehende zur Vorsicht mahnen sollten.

Zieht sich eine bekannte Person aus dem Sozialleben zurück, oder wirkt sie ungewöhnlich still, in sich gekehrt und grübelnd, so kann das schon der erste wichtige Hinweis sein. Auch wenn sich Personen in Süchte stürzen, wie zum Beispiel den Alkoholismus oder den Drogenmissbrauch, so kann man neben diesem Suchtproblem auch erkennen, dass die jeweilige Person etwas zu verdrängen versucht beziehungsweise unter gewissen Ängsten und Problemen leidet. Zudem klagt der Betroffene eventuell auch über Kopfschmerzen, Unwohlsein, Rückenschmerzen, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Schwindel, Druckgefühl in der Herzgegend, Verspannungen, starkes/ vermindertes Schwitzen oder Haarausfall.[8] Natürlich gibt es Krankheiten, die selbige Symptome aufweisen, jedoch sind dies die häufigsten Indikatoren, zusammen mit einer pessimistischen Verstimmung, die auch auf eine Depression hinweisen.

3.2. Innerliche Vorgänge

Unsere Gedanken und Gefühle stehen in unmittelbarer Verbindung mit dem Zusammenwirken unserer im Gehirn ansässigen Nervenzellen beziehungsweise Neuronen. Diese sind dort netzartig verbunden, und kommunizieren mit Hilfe von Botenstoffen, welche auch Neurotransmitter genannt werden.

Neuronen sind in unserem Körper dafür zuständig, elektrische Impulse von Neuron an Neuron weiterzuleiten. Dies geschieht über das jeweilige Ende des Neurons, das heißt über das Axon, welches auch Neurit genannt wird. An den Übergangsstellen von Neuronen befindet sich der synaptische Spalt, vor welchem die vorherige Membran einen sogenannten Neurotransmitter[9], eingekapselt in eine Blase, abgibt. Diese Blase transferiert dann den Neurotransmitter an die Membran des nächstliegenden Nervenzellkörpers, wo er abgelegt wird. Während des Durchtretens, werden durch den Neurotransmitter Kanäle in der Zielzelle geöffnet, und lassen die nächste Zelle aktiv werden. Anschließend wird der Neurotransmitter im Laufe der Rücknahme zurück in seine präsynaptische Zelle zurückgebracht, wo die Aktion aufs Neue beginnt.[10]

Bei einer Depression spielen bestimmte Neurotransmitter eine wichtige Rolle. Zu den wichtigsten gehören beispielsweise Serotonin und Noradrenalin, wobei bei Depressiven das Problem darin besteht, dass diese in geringerer Konzentration vorliegen. Hieran lässt sich auch gut die Wirkungsweise von Antidepressiva erklären, da diese exakt an diesem Problem ansetzen, und die Rückaufnahme der Neurotransmitter hemmen, sodass sich mehr von ihnen im postsynaptischen Spalt wiederfinden und die Entladungen des postsynaptischen Neurons begünstigen.[11]

[...]


[1] Vgl.: http://www.huffingtonpost.de/2017/07/21/chester-bennington-wie-geht-es-mit-linkin-park-weiter_n_17550026.html, entnommen am 17.09.17; 16:03 Uhr

[2] Vgl.: http://www.bunte.de/stars/star-life/schicksalsgeschichten-der-stars/chester-bennington-41-seine-witwe-zeigt-sich-der-oeffentlichkeit.html, entnommen am 17.09.17; 16:25 Uhr

[3] Vgl.: http://ifightdepression.com/de/index.php?id=8498, entnommen am 19.09.17; 12:30 Uhr

[4] Quelle: Weltgesundheitsorganisation (WHO), „Welt-Suizid-Report“, 2014

[5] Vgl.: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/73297/WHO-Millionen-leiden-an-Depressionen, Stand 2015; entnommen am 19.09.17, 12:56 Uhr

[6] Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Diagnostic_and_Statistical_Manual_of_Mental_Disorders, entnommen am 20.09.17, 19:22 Uhr

[7] Günter Niklewski / Rose Riecke-Niklewski, Depressionen überwinden, Niemals aufgeben!, 4. überarbeitete Auflage, Berlin, 2008, Seite 72-73

[8] Vgl.: http://www.vitanet.de/krankheiten-symptome/depression/symptome, entnommen am 27.09.17, 18:31 Uhr

[9] Neurotransmitter sind biochemische Stoffe, die Reize von Nervenzelle zu Nervenzelle weitergeben, verstärken oder modulieren. Vgl.: http://flexikon.doccheck.com/de/Neurotransmitter, entnommen am 25.09.17, 20:51 Uhr

[10] Dr. Melvyn Lurie, Depressionen, Antworten auf die wichtigsten Fragen, Übers. Ulla Schuler, München, 2007, Seite 150

[11] Dr. Melvyn Lurie, Depressionen, Antworten auf die wichtigsten Fragen, Übers. Ulla Schuler, München, 2007, Seite 151

Details

Seiten
12
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668590403
ISBN (Buch)
9783668590410
Dateigröße
484 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v383070
Note
Schlagworte
Depression Volkskrankheit Suizid Stimmung psychische Erkrankung Erkrankung Tod

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