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Zu: Der Aufmacher - Wallraffs Kritik der BILD-Zeitung

Seminararbeit 2000 17 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Einleitung

2. BILD-Störung
2.1. Biographische Angaben zu Günter Wallraff
2.2. Wallraff wird „Hans Esser“ - Zur Genese der BILD-Kritik
2.3. „Irgendwas mit viel Schnief-Schnief!“ - Walraffs Kritik

3. „Ein Mann, der lügt und Geschichten fälscht!“ - Reaktionen
3.1. Der Gigant lächelt - BILD über Wallraff
3.1.1 Exkurs: Informationen aus dem Hinterland
3.2. Kritik an Wallraffs Arbeitstechnik

4. Schlußbetrachtungen
4.1. Zusammenfassung der Hauptergebnisse
4.2. Persönliche Anmerkungen

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Günter Wallraff hat in der deutschen Öffentlichkeit den Ruf des „Enthüllers“, der schonungslos Mißstände aufdeckt und von Niemandem käuflich ist. Seine Aktionen als Türke oder Fließbandarbeiter sind ebenso unvergessen, wie seine Tätigkeit „für“ die Bildzeitung..

In dieser Hausarbeit wird ausschließlich diese legendärste Recherche als BILD-Reporter Hans Esser untersucht. Es ist natürlich notwendig, Wallraffs weitere Arbeiten nicht ganz aus den Augen zu verlieren. Schließlich ist Wissen über seine Biographie und journalistischen Arbeiten nicht unwichtig, um festzustellen welcher Arbeitstechniken sich Wallraff bedient.

Im ersten Teil dieser Hausarbeit wird Wallraffs Leben kurz dargestellt. Außerdem wird seine Rolle als BILD-Reporter „Hans Esser“ eingehend untersucht. Es wird gezeigt, welchen Tätigkeiten Wallraff im Rahmen seiner kritischen Reportage nachging (nachgehen mußte?). Wallraffs Kritik der „Bild“ wird dargestellt; außerdem wird an Beispielen erläutert, worin Wallraff der Boulevardzeitung ganz konkret die Problematik Deutschlands größter Boulevardzeitung sieht.

Anschließend wird deutlich gemacht, wie die Reaktion auf Wallraffs „Aufmacher“ in der Bundesrepublik verlief. Natürlich wird insbesondere die Reaktion die Axel Springer Verlages genauer untersucht. Es wird aber auch gezeigt, daß Wallraff auch von anderen Seiten kritisiert wird.

2. „BILD-Störung“

2.1. Biographische Angaben zu Günter Wallraff

Hans Günter Wallraff wurde am 1.10.1942 in Burscheid bei Köln als Sohn eines Angestellten geboren. Nachdem er ein Gymnasium bis zur mittleren Reife besucht hatte, absolvierte er eine Buchhändlerlehre und wurde Buchhändler (1957-1961). Später war er als Journalist und Schriftsteller tätig. 1963-66 war er Fabrikarbeiter, 1966-67 Mitarbeiter bei „Pardon“ und dann bei „konkret“.[1]

1966 ist Günter Wallraff als Redakteur der „Hamburger Morgenpost“ tätig. Unter dem Titel „Wir brauchen Dich - als Arbeiter in Deutschen Großbetrieben“ veröffentlichte Wallraff im gleichen Jahr einen Band mit Industriereportagen. Das Werk machte Günter Wallraff bekannt. Nach Max von der Grün ist er der wichtigste Autor der Dortmunder „Gruppe 61“. 1968 setzte er sich unter dem Titel „Nachspiele“ mit Praktiken der politischen Justiz in der BRD auseinander. 1969 veröffentlichte Wallraff „13 unerwünschte Reportagen“, eine umfassende publizistische Bestandsaufnahme unserer Gesellschaft. Um in die zahlreichen Taburäume einzelner Interessengruppen einzudringen, arbeitete Wallraff unter anderem als Hilfsarbeiter, Spitzel oder Selbstschutzhelfer.

Die Tatsache daß Wallraff 1967 als „Ministerialrat Kröver“ vom „Zivilausschuß des Bundesinnenministeriums“ von verschiedenen Großbetrieben Einzelheiten über einen nicht legalen Werkschutzaufbau, über Schießübungen und Waffenhaltungen entlockt - und dabei eine erschreckend militante Haltung aufgedeckt hatte - brache Wallraff eine Anzeige wegen Amtsanmaßung und unbefugter Titelführung ein. Das Gericht sprach ihn jedoch frei

1970 erschien „Von einem, der auszog und das Fürchten lernte“; 1972 folgte „Neue Reportagen, Untersuchungen, Lehrbeispiele“. Sein Buch „Ihr da oben - wir da unten“ erregte wegen seiner Enthüllungen über den „Gerling-Konzern“ die Öffentlichkeit. Es folgte eine Beschwerde beim Deutschen Presserat über Wallraff.

Wallraff widmete sich 1977 zum ersten Mal der BILD-Zeitung und veröffentlichte sein Buch „Der Aufmacher“. Die BILD-Beschreibung führt er mit seinem Werk „Zeugen der Anklage - Die BILD-Beschreibung wird fortgesetzt“ weiter. Sein drittes Buch zum Thema „BILD“ erscheint 1981 unter dem Titel „BILD-Störung“.

Mit dem Buch „Ganz unten“, in dem Wallraff seine Erlebnisse als Türke „Ali“ schildert, meldete sich Wallraff 1985 mit immensem Erfolg zurück; das Buch wurde in Deutschland vier Millionen Mal verkauft.

Im Februar 1992 geriet Wallraff erneut in die Schlagzeilen, als die - inzwischen eingestellte - Zeitschrift „Super!“ mit der Enthüllung aufwartete, Wallraff sei ein Einflußagent der DDR-Staatssicherheit gewesen. Wallraff wehrte sich gerichtlich jedoch erfolgreich gegen den Vorwurf.

1993 drehte er für das japanische Fernsehen den Film „Tokio ganz unten“. Im August desselben Jahres organisierte Wallraff ein Versöhnungstreffen zwischen Salman Rushdie und Aziz Nesin, um den Pressekrieg der beiden zu beenden.

Günter Wallraff lebt heute wieder in Köln.

2.2. Wallraff wird „Hans Esser“ - Zur Genese der BILD-Kritik

Vom 7. März bis 1. Juli 1977 arbeitete Wallraff unerkannt in der hannoverschen Lokalredaktion der BILD-Zeitung und veröffentlichte anschließend den brisanten Report „Der Aufmacher. Der Mann der bei Bild Hans Esser war“.

Er verschaffte sich in der BILD-Redaktion unter Mithilfe des ehemaligen BILD-Mitarbeiters Alf Breull Zutritt - und war hier als Redakteur tätig, um am eigenen Leib zu erfahren, mit welcher Methodik Deutschlands größte Tageszeitung Schlagzeilen wie „Aus Angst vor Frühjahrsputz: Hausfrau erschlug sich mit Hammer“[2] produziert.

[...]


[1] Munzinger Archiv/Internationales Biographisches Archiv 5/94

[2] Garlich Kathmann: Frau erschlug sich mit dem Hammer. In: Günter Wallraff: Zeugen der Anklage. Die „Bild“-beschreibung wird fortgesetzt. Köln: Kiepenheuer & Witsch 1979

Details

Seiten
17
Jahr
2000
ISBN (eBook)
9783638123617
Dateigröße
572 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v3823
Institution / Hochschule
Universität Osnabrück – Sprach- und Literaturwissenschaften
Note
1
Schlagworte
BILD Wallraff Kritik WDR Zeitung Aufmacher Ganz unten Hans Esser Bildstörung Springer Verlag Tageszeitung Ente Presse Journalismus Journalist Reporter Günter Wallraff Günther Han

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Titel: Zu: Der Aufmacher  - Wallraffs Kritik der BILD-Zeitung