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Japans wirtschaftliche Zukunft und Bedeutung - ein Ausblick

Seminararbeit 2001 16 Seiten

Orientalistik / Sinologie - Japanologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einführung

Japans wirtschaftlicher Aufstieg und Fall

Gründe für Japans Lage

Politische Wege aus der Krise

Das Ausmaß der japanischen Krise

Japans Stärken

Der Umbruch und die treibenden Kräfte

Ergebnisse

Die zukünftige Marktstruktur und Wege zum Erfolg

Zusammenfassung

Ausblick

Literaturverzeichnis

Einführung

Japan wurde nie durch eine `ungefärbte Brille´ betrachtet – das bemerkte schon der preußische Gesandte Max von Brandt. Daran scheint sich auf den ersten Blick bis heute nur wenig geändert zu haben. Auch die wirtschaftlichen Erfolge, die das Land der aufgehenden Sonne kurz nach dem zweiten Weltkrieg erzielen und sogar auf den U.S. amerikanischen und die europäischen Märkte ausdehnen konnte, wurden gemeinhin eher als Wunder betrachtet, anstatt die Ereignisse einer gründlichen Analyse zu unterziehen. Natürlich gab es mehr als einen Deutungsversuch, es bleibt aber außer Zweifel, dass die Japanische Wirtschaftsmacht von mannigfaltigem Halbwissen umrankt ist.

Als in den 1990er Jahren die japanische Wirtschaft stagnierte, die sogenannte ´ bubble economy´ platzte, wurden sehr schnell Stimmen laut, die Japans bedeutende wirtschaftliche Rolle für ausgespielt erklärten.

Und tatsächlich dauert die Phase der Rezession an. Die Probleme der `faulen Kredite´ bleiben noch ungelöst und die angekündigten Reformen von Ministerpräsident Koizumi müssen erst umgesetzt werden oder greifen noch nicht.

Welche Rolle kann und wird Japan in der nahen Zukunft sowohl im asiatisch-pazifischen Raum als auch auf dem internationalen wirtschaftlichen Parkett spielen ?

Dieser Frage möchte ich in meiner Arbeit nachgehen.

Japans wirtschaftlicher Aufstieg und Fall

Nach dem zweiten Weltkrieg lag die japanische Wirtschaft völlig danieder, die Infrastruktur des Landes war zu großen Teilen vernichtet – auch Japan erfuhr seine Stunde Null. Die japanische Regierung formulierte den wirtschaftlichen Aufschwung zum wichtigsten Ziel und große Anstrengungen wurden unternommen, Japan wieder aufzubauen. Der staatliche Protektionismus, der im Westen vor allem durch die Aktivitäten des MITI[1] ( Ministry of International Trade and Industry ) bekannt wurde, schien ein erfolgversprechendes Konzept. Japan wurde wieder zu einer Industrienation. Zuerst nur mit kopierten, standardisierten und billigen Produkten (z.B. Fotoapparaten, Radios), die die Märkte überschwemmten, später mit führenden Technologien und spezialisierten High-End Produkten (z.B. Faxgeräte, Halbleiter) in vielen Teilbereichen, schufen sich die Japaner Standbeine auch in den westlichen Märkten Europa und den U.S.A.. Anfangs wurden die Japaner wieder als Musterbeispiel für Einsatzwille, Hingabe und Opferbereitschaft von den Industrienationen unterstützt, Technologien und Verfahrensweisen wurden vermittelt. Bald aber wurden die Japaner vor allem für die U.S.A zur `yellow peril´ - zur gelben Gefahr - ihr Erfolg besonders in der Automobilindustrie wurde stark angefeindet und forderte die U.S. amerikanischen Unternehmen heraus, ihre Vorgehensweisen zu überdenken, zumal die Japaner es verstanden, den eigenen Markt vor ausländischen Importeuren gut zu schützen.

In den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts war Japan die Wirtschaftsmacht in der Welt.

Die Erfolgsfaktoren sind heutzutage immer noch umstritten (staatliche Eingriffe, Wirtschaftskonglomerate (keiretsu),etc), unstrittig ist aber, dass es zwei Seiten der japanischen Medaille gibt. Da sind die höchst erfolgreichen, global agierenden Firmen, die auch auf den westlichen Märkten ihre feste Stellung innehaben und daneben die Unzahl von Klein- und mittelständischen Unternehmen, die als Zulieferer hauptsächlich auf dem eigenen Markt und unter wesentlich schlechteren Grundvoraussetzungen operieren[2]. In nur wenigen Industriezweigen befinden sich die exportstarken Vorzeigeunternehmen Japans. Der innerjapanische Markt ist in hohem Maße nicht wettbewerbsfähig und leidet unter dem Protektionismus des Staates[3]. Tatsächlich ist hinter der erfolgreichen aber dünnen Siegermaske Japans der Grund für die gegenwärtigen Probleme zu suchen. Die sogenannte `bubble economy´, d.h. eine Wirtschaft, die nicht mehr auf einem vernünftigen Fundament fußt, entstand[4]. Vor allem Aktien und Grundstückspreise stiegen ins Unermessliche, weil die Investoren auf noch höheren Wertzuwachs spekulierten statt auf angemessene Renditen. Die Erfolgskrankheit schien ausgebrochen. Und sie breitete sich aus. Banken vergaben Kredite, die ebenfalls nicht auf realistischen Einschätzungen der Situation fußten sondern auf zukünftige Erfolge abzielten. Lange wurde gezögert, die Probleme anzugehen. Erst 1995 gab die Sumitomo Bank die Existenz der faulen Kredite zu und begann mit der Abschreibung. Japans Wirtschaft stagnierte und zeigte rückläufige Tendenzen auf. Die Realität holte die Japaner ein. Bis heute dauert die Rezession an. Die Ausmaße sind beeindruckend die Premiumautohersteller Mercedes-Benz und BMW haben 2001 zum ersten Mal überhaupt die offiziellen Listenpreise für Japan nach unten korrigiert.

Gründe für Japans Lage

Bevor die Probleme angegangen werden können muss festgestellt werden, wo genau die Hauptschwachstellen im japanischen System liegen.

1.) Ignoranz

Lange wollte niemand realisieren, dass der eingeschlagene Weg in die Seifenblasenwirtschaft ein gefährlicher und falscher ist. Japanische, aber auch ausländische Manager, Bankhäuser, Investoren, Politiker und Angestellte schienen mit Scheuklappen versehen. Das Phänomen der Erfolgsblindheit schlug Japan und das Ausland.

2.) Unflexibilität des Arbeitsmarktes

Der japanische Arbeitsmarkt, der größtenteils auf den 3 Säulen, lebenslange Beschäftigung, Bezahlung nach Dauer der Zugehörigkeit zum Unternehmen und Unternehmensgewerkschaften basiert[5], ist in hohem Maße unflexibel und damit auch nur unzureichend in der Lage, mit veränderten Gegebenheiten zurecht zu kommen.

[...]


[1] Ederer, Günter, Das leise Lächeln des Siegers, 1993, Seite 175 ff.

[2] Ederer, Seite 239 ff.

[3] Porter, Michael, Can Japan compete ?, 2000, Seite 32 ff.

[4] Mayer, Hans Jürgen, Länderbericht Japan, 1998, Seite 190 ff.

[5] Hammitzsch, Horst, Japan Handbuch, 1990, Seite 536 ff.

Details

Seiten
16
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783638373500
ISBN (Buch)
9783638956147
Dateigröße
494 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v38210
Institution / Hochschule
Hochschule Ludwigshafen am Rhein – Ostasieninstitut
Note
2
Schlagworte
Japans Zukunft Bedeutung Ausblick

Autor

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