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Der japanische Buddhismus - Entstehung und Entwicklung der japanischen Tendai- Sekte

Seminararbeit 2001 14 Seiten

Orientalistik / Sinologie - Japanologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Wurzeln des Buddhismus

Die Anfänge des Buddhismus in Japan

Die Heian-Zeit und das Aufkommen der Tendai-Sekte

Die Lehren der Tendai-Sekte

Die Konsolidierung der Tendai-Sekte

Die Weiterentwicklung der Tendai-Sekte nach Saichos Tod

Die Tendenzen des Buddhismus zwischen der Heian und der Kamakura Zeit

Schlussbetrachtung

Einleitung

Die Religion des Buddhismus ist im Westen hauptsächlich in zwei Ausprägungen, dem tibetanischen und dem Zenbuddhismus, bekannt. Der Vielfalt dieser Religion ist man sich kaum bewusst.

Besonders trifft dies auf den Buddhismus in Japan zu.

Wenige Werke beschäftigen sich eingehend und ausschließlich mit der Entwicklung und den speziell japanischen Ausprägungen dieser Religion. Diese Arbeit handelt von der sogenannten Tendai-Sekte, ihrem Erscheinen, Werdegang und ihren Einflüssen auf den japanischen Buddhismus.

Wurzeln des Buddhismus

Es ist unumgänglich, auf die Ursprünge des Buddhismus und den Urheber selbst zurückzublicken, will man die Besonderheiten der japanischen Ausprägungen verstehen.

Der Buddhismus geht auf einen (das Land war kein Einheitsstaat) indischen Königssohn mit Namen Siddharta Gautama zurück. Er wurde um das Jahr 560 vor Christus geboren. Er verließ seine Heimat und entsagte allen weltlichen Ehren und Annehmlichkeiten um sich in Askese und Versenkung den Mysterien menschlicher Existenz zu nähern. Seine Erkenntnis von der vierfachen Wahrheit[1] lautet wie folgt:

- Das Leben ist Leiden
- Das Leiden wurzelt in der Begierde
- Nicht zu begehren bedeutet nicht zu leiden, d.h. der Kreislauf der Wiedergeburt ist durchbrochen
- Dieses Ziel erreicht man mit Hilfe des heiligen, achtteiligen Pfades
Und der achtfache Pfad der Tugend besteht aus:
- rechtem Glauben, rechtem Denken, rechtem Reden, rechtem Handeln, rechtem Leben, rechtem Streben, rechtem Gedenken, rechtes Sich-versenken

Diese beiden Teile bilden die Grundlage des Buddhismus. Es ist dem Menschen nun möglich den ewigen Kreislauf der Wiedergeburten in eine leidvolle Existenz zu durchbrechen und das Nirwana, d.h. das Nichtexistieren von Wünschen und Begierden und folglich Leiden, zu erreichen. Am Anfang eine atheistische Religion wurde die Gestalt des Buddha (Ehrentitel: der Erleuchtete) schnell vergöttlicht. Zwei Ausrichtungen[2] entstanden, als sich der Buddhismus als `Kirche´ etablierte, basierend auf einer großen Menge Schriften, den sogenannten drei Pitakas, verfasst lange nach Siddhartas Tod.

Hinayana (kleines Fahrzeug):

Diese Lehre hält stärker an den ursprünglichen Lehren des Buddha fest und betrachtet ihn zwar als verehrungswürdigen Menschen, aber nicht als Gott.

Mahayana (großes Fahrzeug):

Hier wird der Buddha vergöttlicht und zahlreiche andere Buddhas neben ihm in einem regelrechten Pantheon. Es kommt zu ritualisierten Gottesdiensten, Beichten, Messen, etc.

Der, hier für uns interessante, Mahayana-Buddhismus verbreitete sich schnell über Indien nach China und von dort nach Korea.

Und endlich, gegen 538 nach Chr. (oder 552 n. Chr.) erreichte er, als Geschenk des koreanischen Königreiches Paekche, auch die japanischen Inseln.

Die Anfänge des Buddhismus in Japan

Es war der Regent Shotoku Taishi (574- 622 n. Chr.), selbst ein hochgebildeter Mann, der den Buddhismus enorm förderte und zu seiner Verbreitung in Japan beitrug[3]. Der Buddhismus bot ein ethisches Konzept, das er für das japanische Volk als wünschenswert erachtete. Tempel und Glaubensrichtungen entstanden und etablierten sich, ohne dabei die urjapanische Religionsform des Shintoismus zu verdrängen. Es entstand vielmehr mit der Zeit eine Art Symbiose bzw. ein Nebeneinander beider Systeme (Ryobu-Shinto).

Der Buddhismus trug auch zur Etablierung einer dauerhaften Hauptstadt bei. Bisher wurde, da nach shintoistischer Überzeugung der Tod eines Herrschers einen Ort verunreinigte, der Herrschaftssitz häufig gewechselt.

In der Nara-Zeit (ab 710 n. Chr.) existierten in der Hauptstadt sechs buddhistische Schulen, d.h. Glaubenskonzepte, die gänzlich aus Korea und China importiert waren:

- Hosso
- Kegon
- Ritsu
- Kusha
- Jojitsu
- Sanron

Sie trugen viel dazu bei, die hauptsächlich von China übernommen Kenntnisse und Kulturelemente zu japanisieren und wurden so als sozialer und politischer Machtfaktor zunehmend einflussreicher[4]. Das führte letztlich auch dazu, dass die Hauptstadt verlegt wurde, zuerst nach Nagaoka (784 n. Chr.) und schließlich nach Heiankyo (794 n. Chr.), der Hauptstadt von Frieden und Ruhe. Das Kaiserhaus, bzw. die Regenten, überließen die alte Hauptstadt den Religionsgemeinschaften und achteten sehr darauf, dass sie in der neuen Hauptstadt nur geringe Macht hatten. Dies gelang zwar kaum, aber mit dem Umzug kam auch eine neue Art und Auffassung von Buddhismus auf.

[...]


[1] Störig, Hans, Joachim, kleine Weltgeschichte der Philosophie, 1995, Seite 53

[2] Störig, Seite 53

[3] Eliot, Charles, Japanese buddhism, 1964, Seite 191

[4] Hall, John, W, Das japanische Kaiserreich, 1968, Seite 66

Details

Seiten
14
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783638373470
ISBN (Buch)
9783638956123
Dateigröße
439 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v38207
Institution / Hochschule
Hochschule Ludwigshafen am Rhein – Ostasieninstitut
Note
1
Schlagworte
Buddhismus Entstehung Entwicklung Tendai- Sekte

Autor

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