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Zahlungsverfahren im E-Commerce. Ein Überblick über Anforderungen, Angebot und Nutzung

Studienarbeit 2016 24 Seiten

BWL - Handel und Distribution

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Anforderungen aus Händler- und Kundensicht
2.1 Einführung und Vergleich
2.2 Interessenskonflikte bei Zahlungsmethoden

3 Zahlungsmethoden im Internet
3.1 Überblick des Angebotes und der Nutzung
3.2 Klassische Zahlungsverfahren im Internet
3.3 Ausgewählte innovative Zahlungsverfahren im Internet
3.4 Finanzierung
3.4.1 Ratenkredit
3.4.2 Ratenkauf
3.4.3 0%-Finanzierung

4 Analyse der 10 größten Online-Shops
4.1 Übersicht der Zahlungsmethoden
4.2 Umfrage: Zahlungsmethoden und Ratenzahlung im Internet

5 Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Anforderungen an Zahlungsverfahren im E-Commerce

Tabelle 2: Zahlungsmethoden der 10 größten Online-Shop-Anbieter

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Kriterien für die Auswahl von Zahlungsverfahren

Abbildung 2: Faktoren für die Auswahl der Zahlungsmethode

Abbildung 3: Gründe für die Aufnahme weiterer Zahlungsmethoden

Abbildung 4: Interessenkonflikte beim Anforderungsprofil

Abbildung 5: Zahlungsmethoden von 2000 bis 2014

Abbildung 6: Wie oft kaufen Sie im Internet ein?

Abbildung 7: Wie viel Geld geben Sie im Jahr etwa im Internet aus?

Abbildung 8: Wofür geben Sie im Internet Geld aus?

Abbildung 9: Ab welchem Betrag kommt ein Finanzkauf für Sie in Frage?

1 Einleitung

Die Umsätze im deutschen Online-Handel sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen und das Wachstum soll auch in Zukunft noch weiter anhalten, da angenommen wird, dass immer mehr Verbraucher die Möglichkeit nutzen, im Internet einzukaufen. Im Jahr 2015 hat sich diese Prognose jedoch nicht bewahrheitet, denn mit zwei Prozent Umsatzsteigerung liegt das Wachstum deutlich unter dem der Vorjahre.[1] Die Studie „Erfolgsfaktor Payment“ macht sensibel für mögliche Hintergründe. Hier wurde festgestellt, dass knapp 80% der Kunden den Kauf abbrechen, wenn nur Vorkasse und Nachnahme als Zahlungsmethode angeboten wird.[2] Es kann also angenommen werden, dass durch eine größere Auswahl von Zahlungsmethoden die Kaufabbrecher-Quote sinkt und damit der Umsatz steigt.

Zur Zahlungsabwicklung im E-Commerce stehen viele vom stationären Handel bekannte Zahlungsverfahren zur Verfügung und in den vergangenen Jahren haben sich weitere Verfahren, speziell für das Internet, etabliert. Allein in Deutschland haben Anbieter und Käufer bereits über 40 verschiedene Zahlungsverfahren[3] zur Verfügung, die alle ihre individuellen Vor- und Nachteile haben. Ziel muss es sein, ein Gleichgewicht der jeweiligen Zahlungspräferenzen zu finden, um den Kunden den Kauf möglichst einfach zu machen und Wachstum zu produzieren. Beim Trend „Kauf auf Pump“ mischen nun vermehrt die Online-Händler mit. Doch ist dies die Chance auf eine langjährige vertrauensvolle Kundenbindung? Nach Analyse der zehn größten Online-Shops in Kapitel 4.1 wurde festgestellt, dass sieben von zehn bereits eine Finanzierung des Warenkorbs anbieten. Mit einer Onlineumfrage wurden erste Eindrücke in Akzeptanz und Nutzung dieses Trends gesammelt, die im Kapitel 4.2 aufgearbeitet werden.

Begonnen wird in Kapitel 2 mit den allgemeinen Anforderungen an Zahlungsmethoden im Internet aus Händler und Kundensicht. Im Kapitel 3 werden die derzeit gängigen Zahlungsmethoden und deren Entwicklung in den letzten 16 Jahren vorgestellt. Dabei wird auf die Problematik der Auswahl des richtigen Zahlungskonzepts eingegangen, hier spielen die Eigenschaften, Anonymität, Zahlungsgarantie, Risikoverteilung usw., eine wichtige Rolle. Abgeschlossen wird dieser Abschnitt schließlich mit der Betrachtung der Finanzierungsmöglichkeiten im Internet.

Nach Auswertung der Online-Shop-Besuche und der Umfrage, wird ein abschließendes Fazit gezogen.

2 Anforderungen aus Händler- und Kundensicht

2.1 Einführung und Vergleich

In den vergangenen Jahren haben sich viele neue elektronische Zahlungssysteme oder auch E-Payment genannt, etabliert. E-Payment wird als Verfahren definiert, das es ermöglicht, „für den Bezug von Gütern und Dienstleistungen eine Gegenleistung über elektronische Netzwerke zu erbringen und deren Ziel allein die Herstellung der Zahlungsfähigkeit von Wirtschaftssubjekten ist“.[4] Allein in Deutschland haben Anbieter und Käufer bereits über 40 verschiedene Zahlungssysteme zur Verfügung,[5] die den kunden- bzw. händlerseitigen Anforderungen gerecht werden müssen. Nötig ist dies, da kein persönlicher Kontakt zwischen den Parteien besteht und damit die Vertrauensbasis fehlt. Die Sicherheitsaspekte sind für beide Parteien überaus relevant. Dies deckt sich mit der Untersuchung von Rodenkirchen & Krüger (2011) welche die wichtigsten Kriterien hinsichtlich der Wahl von Zahlungssystemen auf Seiten der Verbraucher ermittelten. Mit 1,39 auf einer Skala von 1 = „Sehr wichtig“ bis 5 = „Unbedeutend“, liegt die Zahlungssicherheit laut Abbildung 1 als wichtigstes Kriterium vorn.[6]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Kriterien für die Auswahl von Zahlungsverfahren (Rodenkirchen & Krüger, 2011, S.19)

Auch Heng (2006) bezeichnet die empfundene „Sicherheit als KO-Kriterium des E-Business“. Als weitere relevante Kriterien nennt er: Einfache Handhabung, Verbreitung des Verfahrens, Bekanntheit und internationale Einsetzbarkeit.[7]

Auch auf Seiten der Händler hat sich der Wunsch nach einem sicheren System heraus kristallisiert. So ergab eine Umfrage von Wittmann u.a. (2012), deren Ergebnisse in Abbildung 2 dargestellt sind, dass Kosten und Sicherheitsaspekte die wichtigsten Faktoren für die Auswahl der angebotenen Zahlungsverfahren sind.[8]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Faktoren für die Auswahl der Zahlungsmethode (Wittmann, u.a., 2012 S.14)

Weiter wurde festgestellt, dass die vermehrte Verbreitung, konkrete Anfragen von Kunden und der Schutz vor Zahlungsausfällen für die Einführung neuer Zahlungssysteme sorgte. An vierter Stelle wird eine Verringerung der Kaufabbruchquote durch neue Verfahren angeführt.[9] Abbildung 3 zeigt die Studienergebnisse zusammenfassend.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Gründe für die Aufnahme weiterer Zahlungsmethoden (Wittmann, u.a., 2012 S.18)

Der Versuch, die Anforderungen an elektronische Zahlungssysteme strukturiert darzustellen, wurde in der wissenschaftlichen Literatur bereits mehrfach unterschiedlich angegangen. Laut Henkel (2001) gibt es eine „Reihe von Anforderungen an Zahlungsverfahren, die so selbstverständlich erscheinen, dass man sie beinahe übersehen könnte“.[10] Als eine der wichtigsten Anforderungen an elektronische Zahlungssysteme wird, wie bereits festgestellt, die Sicherheit angegeben. Diese hat nach diversen Umfragen jedoch viele Aspekte: Sicherheit von Zahlungsausfällen, Sicherheit über die Funktionsfähigkeit, Sicherheit der Akzeptanz.[11]

Henkel (2001) beschreibt insgesamt sieben Anforderungen, die Kunden und Händler stellen. Die vier bekanntesten werden unter dem Akronym ACID zusammengefasst, es steht für Atomicity (Totalität), Consistency (Konsistenz), Independence (Unabhängigkeit) und Durability (Dauerhaftigkeit). Die weiteren drei sind Reputation und Verlässlichkeit, Internationalität und Fälschungssicherheit.[12] Heng (2006) nennt seine fünf Kriterien Autorisierung, Authentifizierung, Vertraulichkeit, Integrität und die Totalität der Zahlung,[13] welche in die Beschreibungen von Henkel (2001) integriert werden können. Folgend werden die Begrifflichkeiten der o.g. Autoren kurz erläutert.

Totalität der Zahlung beschreibt die Anforderung, dass eine Transaktion während einer möglichen technischen Unterbrechung entweder ganz oder gar nicht ausgeführt wird.

Dass alle Parteien zum Zeitpunkt der Transaktion die gleichen Informationen besitzen, beschreibt der Zustand der Konsistenz. Hier ist auch die Integrität erforderlich, die sicherstellt, dass die Zahlungsdaten bei der Übermittlung nicht verändert werden können.

Damit sich verschiedene Zahlungen nicht untereinander beeinflussen, wird eine Independence der Transaktionen gefordert. Dadurch kommt der Reihenfolge und dem zeitlichem Abstand der Transaktionen keine Bedeutung zu und eine unmissverständliche Zuordnung ist möglich.

Der Begriff Durability bezeichnet die Dauerhaftigkeit der Transaktionen, um auch bei einem Systemausfall alle Daten dauerhaft wieder herzustellen.

Reputation und Verlässlichkeit des Zahlungssystems lässt sich in den Begriff Beständigkeit/Wertsicherheit zusammenfassen.[14] Bei vielen neuen Zahlungssystemen auf dem Markt, muss sichergestellt sein, dass es diese noch gibt, falls eine Zahlung rückabgewickelt werden muss. Bei namhaften Kreditkartengesellschaften und Banken ist dies gegeben, jedoch kann nicht davon ausgegangen werden, dass dies auch bei Start Ups der Fall ist.[15] Daher wurde auch die Kryptowährung „Bitcoins“ als nicht vertrauenswürdiges digitales Geld bezeichnet, da kein nachhaltiger Wert erzielt werden kann. „Die Möglichkeit, über Nacht einen Wertzuwachs und Werteverlust von mehr als 500 % zu erlauben zeigt auf, dass es sich bei Bitcoin keineswegs um ein mit einem Geldsystem vergleichbaren System handeln kann“.[16]

Eine weitere Anforderung stellt die Internationalität dar. „Mit dem Kriterium „Internationalität“ wird überprüft, mit welchem Aufwand das Zahlungsverfahren aus dem Ausland genutzt werden kann“.[17] Durch die Schaffung des einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraums der so genannten „Single Euro Payment Area“ (SEPA) wurde zumindest für den Euro-Raum die Möglichkeit des grenzüberschreitenden Lastschriftnutzung geschaffen.[18] Zurvor konnte das in Deutschland weitverbreitete Elektronische-Lastschrift-Verfahren (ELV) nur hier genutzt werden.

Eine Nachnahmezahlung im Ausland ist wie bisher nicht möglich.[19]

Fälschungssicherheit, Konvertierbarkeit, Umlauffähigkeit: Gerade bei Systemen im Bereich des ElectroincCash ist die Fälschungssicherheit unabdingbar. Dies bedeutet insbesondere, dass digitales Geld nicht beliebig oft vervielfältigt werden kann oder mit gefälschten Nummer Zahlungen abgewickelt werden können. Die Konvertierbarkeit ist ebenso zwingend, da elektronisches Geld wieder als „richtiges Geld“ zur Verfügung stehen muss, welches den gleichen Wert vorweist. Die Umlauffähigkeit bezeichnet die Wiederverwendbarkeit.[20]

Folgende Tabelle zeigt zusammenfassend die allgemeinen Anforderungen, sowie die speziellen Anforderungen der Kunden und Händler im Überblick, wie sie von Henkel (2001) und Abrolat (2015) dargestellt werden.[21]

Tabelle 1: Anforderungen an Zahlungsverfahren im E-Commerce

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.2 Interessenskonflikte bei Zahlungsmethoden

Nach Heng (2006) entstehen Interessenskonflikte hauptsächlich im Zusammenhang mit den Bezahlmethoden. Die Kunden möchten erst die Ware und dann zahlen, der Händler erst das Geld, um anschließend die Ware zu versenden. Mit der Anforderung des Kunden, die Zahlung leicht zu widerrufen, kommen Rückbuchungen auf den Händler zu, die generell mit zusätzlichen Gebühren verbunden sind. Folglich stellt die Rückbuchungsquote einen wesentlichen Faktor für den Erfolg des Unternehmens dar.[22] Die monetären Größen wie Transaktions- bzw. Einrichtungskosten als auch nicht monetäre Größen wie schneller Zahlungseingang und Integrierungsaufwand in bestehende Shopsysteme, fallen laut van Baal u.a. (2006) in den Aspekt der niedrigen Gesamtkosten. Aus Händlersicht ist also die Zahlungssicherheit bzw. die Umsatzsicherung die wichtigste Eigenschaft von E-Payment-Systemen. Die Konsumenten sehen dies auch so, nur gegensätzlich – „keine der beiden Seiten riskiert es gern, dass der Leistungsaustausch einseitig bleibt und dass entweder die Ware oder die Bezahlung nicht ankommt“.[23]

Nach Henkel (2001) ist bei Kunden, neben allgemeinen Sicherheitsanforderungen, der Wunsch nach einer einfachen Handhabung des Systems stark ausgeprägt. Darunter fällt der fixe Einstiegsaufwand, Eingabe der persönlichen Daten, Kontrolle von PINs/Passwörtern/Emails und ggf. die Anschaffung von spezieller Hard- oder Software.[24] Rodenkirchen & Krüger (2011) nennen außerdem die Seriosität und Rückerstattungsmöglichkeiten (s. Abbildung 1).[25]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Interessenkonflikte beim Anforderungsprofil

Ebenso ist die Verbreitung des Verfahrens auf Seiten der Händler von Relevanz, so lohnt sich die Einführung eines neuen Zahlungsverfahrens auf der Website nur, wenn jetzt oder in absehbarer Zeit entsprechend viele Kunden dieses Verfahren kennen und nutzen wollen.[26]

Auf Grundlage dieser Anforderungen, sind die heutigen Zahlungsmethoden entstanden und entwickeln sich ständig weiter. Im folgenden Kapitel werden die derzeit gängigen Zahlungsmethoden vorgestellt und mit den Anforderungsprofilen abgeglichen.

3 Zahlungsmethoden im Internet

3.1 Überblick des Angebotes und der Nutzung

Für die Zahlungsabwicklung im Online-Shop können dem Käufer klassische Zahlungsmethoden, wie Vorkasse, Kreditkarte oder Lastschrift angeboten werden, aber auch neuartige E-Payment-Verfahren, wie PayPal oder giropay.[27] Einige ausgewählte Verfahren sind Betrachtungsgegenstand dieses Kapitels.

Die verschiedenen Zahlungsmöglichkeiten können unter anderem nach dem Zahlungszeitpunkt in „Pre-Paid“, „Pay-Now“ und „Pay-Later“ eingeordnet werden. „Pre-Paid“ bezeichnet die vorherige Aufladung beispielsweise einer Karte, die später für Zahlungen genutzt werden kann. Zu den „Pay-Now“ Verfahren werden alle Zahlungsmöglichkeiten gezählt, die eine Begleichung der Rechnung zum Lieferzeitpunkt ermöglichen, wie Nachnahme und PayPal. „Pay-Later“ bezeichnet die Zahlung nach dem Liefertermin, z.B. Kreditkarte und Überweisung.[28] Des Weiteren kann eine Unterscheidung nach der Höhe des Zahlungsbetrages in Piko-Payments (unter 0,05€), Mikro-Payments (zwischen 0,05€ und 5€) und Makro-Payments (über 5,00 €) erfolgen.[29]

Abbildung 5 zeigt die Entwicklung der angebotenen Zahlungsmethoden von 2000 bis 2014

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Zahlungsmethoden von 2000 bis 2014 (eigene Darstellung in Anlehnung an Rohland (2000 S. 80); Weinfurtner, u.a. (2011 S. 5) und Bolz u.a. (2014 S. 34)

Über 50% der Zahlungen liefen im Jahr 2000 über die Rechnung. Leider ist nicht bekannt, ob dies die Vorkasse mit beinhaltet, oder ob es sich konkret um die Zahlung nach Lieferung handelt. In 2011 haben sich die angebotenen Zahlungsverfahren zum einen erweitert und zum anderen prozentual verändert. Die Überweisung per Vorkasse wird von 83% der Online-Shops angeboten und das 2000 noch unbekannte PayPal rückte mit 60% auf Platz 2 der angebotenen Zahlungsmethoden. Kreditkartenzahlungen nahmen ebenfalls stark zu und Zahlungen per Scheck werden nicht mehr angeboten. Insgesamt lässt sich eine Veränderung in Richtung E-Payment feststellen, da entweder PayPal, Kreditkarte oder sofortüberweisung.de in jedem Shop angeboten wird. Von 2011 zu 2014 hat sich wieder etwas in der prozentualen Verteilung getan. Die Vorkassenzahlung nimmt wieder ab, vermutlich aus Kostengesichtspunkten. PayPal konnte hingegen seine Position weiter ausbauen und ist nun bei 70% der Online-Shops vertreten. Auffällig ist, dass die für den Händler risikoreiche Bezahlung auf Rechnung von 40% auf 67% gestiegen ist. Nach Meinung der Autorin kann dies mit dem zunehmenden Trend der „Drittanbieter“ erklärt werden, die für die Händler die Zahlungsabwicklung und somit einen großen Teil des Ausfallrisikos übernehmen. Kreditkarte, sofortüberweisung.de und Lastschrift wurden weiter vermehrt angeboten. Eine Zahlung per Ratenkauf oder Finanzierung wurde im Jahr 2000 scheinbar gar nicht offiziell angeboten, in 2011 boten 4% der Online-Shops diese Möglichkeit an und in 2014 bereits 6%.

3.2 Klassische Zahlungsverfahren im Internet

Wie aus Abbildung 5 ersichtlich, ist die Vorkasse das beliebteste Zahlungsmittel der Händler. In der Regel muss der Käufer bei Zahlung per Vorkasse länger auf die bestellte Ware warten und hat ein erhöhtes Risiko, diese nie zu erhalten. Betrüger haben leichtes Spiel, indem Waren nicht versendet und die Gelder verfügt werden. Eine Rückbuchung der Zahlung ist nicht möglich.[30] Mehr Sicherheit für den Kunden bietet die Zahlung per Rechnung nach Erhalt der Ware. Nach Abbildung 5, bieten 67% der Händler ihren Kunden diese Zahlungsmöglichkeit an.

Eine Kreditkartenzahlung wird bereits von 52% der Onlineanbieter zur Verfügung gestellt. die Überweisung über eine Kreditkartengesellschaft und nicht über die Bank erfolgt, werden nur Namen der Gesellschaft sowie Karten- und Sicherheitsnummer angeben, was das Verfahren schnell und einfach macht. Außerdem besteht die Möglichkeit, das bezahlte Geld zurück zu buchen, wenn die gelieferte Ware beschädigt ist oder nicht ankommt. MasterCard bietet darüber hinaus die Möglichkeit an, im Internet ein so genanntes 3D Secure-Verfahren anzuwenden, bei dem ein extra Code für weitere Sicherheit sorgt, da die Zahlung per SMS bestätigt wird.[31] Bei Visa nennt sich das Ganze „Verified by Visa“.[32]

Das Lastschriftverfahren wurde 2014 von 42% der Händler angeboten.[33] Dabei teilt der Kunde seine Kontodaten mit und erteilt ein Einzugsmandat, damit der Händler den zu bezahlenden Geldbetrag auf dem Konto des Kunden belasten kann. Die Gefahr für den Händler besteht darin, dass der Kunde trotz rechtmäßigem Versand die Zahlung acht Wochen lang zurückbuchen lassen kann. Durch die Einführung der SEPA Verordnung bestehen Lücken hinsichtlich der Sicherheit für den Online-Händler, da keine Unterschrift geleistet wird und so eine Rückbuchung rechtlich bis zu 13 Monate lang möglich ist.[34]

[...]


[1] Vgl. Handelsblatt (2016), http://www.handelsblatt.com →E-Commerce.

[2] Vgl. Weinfurtner, S. (2013), S.43.

[3] Vgl. ibi research (o. J. ), http://www.ecommerce-leitfaden.de/zahlen-bitte.html.

[4] Jäger, L. (2008), S.41.

[5] Vgl. ibi research (o. J. ), http://www.ecommerce-leitfaden.de/zahlen-bitte.html.

[6] Vgl. Rodenkirchen, S. / Krüger, M. (2011), S.19.

[7] Vgl. Heng, S. (2006), S.422.

[8] Vgl. Wittmann, G. u.a. (2012), S.14.

[9] Vgl. Wittmann, G. u.a. (2012), S.18.

[10] Vgl. Henkel, J. (2001), S.106.

[11] Vgl. Stahl, E. et al. (2015), S.167-237.

[12] Vgl. Henkel, J. (2001), S.106.

[13] Vgl. Heng, S. (2006), S.422.

[14] Vgl. Heng, S. (2006), S.422 / vgl. Henkel, J. (2001), S.106.

[15] Vgl. Henkel, J. (2001) S.106.

[16] Scherzer, H. (2015) S.343.

[17] Breitschaft, M. et al. (2006), S.330.

[18] Vgl. Lammer et al. (2006), S.143-147.

[19] Vgl. Henkel, J. (2001), S.107.

[20] Vgl. Henkel, J. (2001), S.107.

[21] Vgl. Henkel, J. (2001), S.116 / vgl. Abrolat, J. (2015), S.372.

[22] Vgl. Heng, S. (2006), S.421.

[23] van Baal, S. u.a. (2006), S.302-303.

[24] Vgl. Henkel, J. (2001), S.108.

[25] Vgl. Rodenkirchen, S. / Krüger, M. (2011), S.19.

[26] Vgl. Henkel, J. (2001), S.113.

[27] Vgl. Stahl, E. u.a. (2015), S.167.

[28] Vgl. Lammer, T. u.a. 2006), S.59-60.

[29] Vgl. Henkel,J. (2001), S.105.

[30] Vgl. Feller, F.-M. (2006), S.239.

[31] Vgl. MasterCard (2016), http://www.mastercard.com → Privatkunden.

[32] Vgl. Visa (2016), https://www.visa.de → Produkte.

[33] Vgl. Bolz, T. u.a. (2014), S.34.

[34] Vgl. Deutsche Bundesbank (2015), S. 64-65.

Details

Seiten
24
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668583900
ISBN (Buch)
9783668583917
Dateigröße
790 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v381104
Institution / Hochschule
Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel
Note
2,3
Schlagworte
e-commerce online-handel

Autor

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