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Was sollte bei der Kommunikation mit Asperger Autisten beachtet werden, um eine gute Interaktion zu fördern?

Das Asperger Syndrom und Soziale Arbeit

Hausarbeit 2017 12 Seiten

Sozialpädagogik / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Asperger Syndrom

3. Kommunikation mit Asperger Autisten:

4. Das Asperger Syndrom und Soziale Arbeit

Quellennachweise

1. Einleitung

Das Asperger Syndrom ist zwar schon seit Mitte des letzten Jahrhunderts bekannt, ihm wurde aber erst im Laufe des letzten Jahrhunderts mehr Beachtung geschenkt. 1992 wurde das Asperger Syndrom in die internationale Diagnoseklassifikation der WHO aufgenommen, die seit 1993 auch in Deutschland gilt[1]. Das Syndrom wurde nach dem österreichischen Kinderarzt Hans Asperger benannt, der Mitte der 40er Jahre ein Gruppe von Kindern beobachtete, die alle eine ähnliche Symptomatik aufwiesen. Diesen Beobachtungen wurde lange wenig Beachtung geschenkt und erst Anfang der 90er Jahre wurde sich vermehrt mit der Störung befasst.

Ich werde mich im Folgenden mit erwachsenen Menschen beschäftigen, bei denen das Asperger Syndrom erst im Erwachsenenalter diagnostiziert wurde, da diese Gruppe eine besondere Herausforderung für die Soziale Arbeit im Hinblick auf den Umgang mit Klienten im Rahmen der Sozialen Arbeit in Bezug auf die soziale Interaktion und Kommunikation darstellt.

Es gibt mittlerweile einige Beratungsstellen für autistische Menschen, die sich aber vorwiegend auf Kinder und Jugendliche und deren Familien beziehen. Für erwachsene Menschen mit Asperger Syndrom ist das Angebot sehr begrenzt und es fehlt an Konzepten für die Beratung z.b. Beziehungsfragen, Hilfe bei der Arbeitssuche, Hilfe bei psychischen Problemen aufgrund der Störung usw. Unter anderem aufgrund mangelnden Wissens seitens der Sozialarbeiter über die Störung und darüber, was Menschen mit Asperger benötigen würden, um z.b. eine Beziehung zu führen, um eine geeignete Arbeitsstelle zu finden. Aufgrund ihrer Besonderheiten, auf die ich später näher eingehen werde, stellt diese Gruppe eine besondere Herausforderung für die Profession dar. Diese Menschen haben sich irgendwie „durch Kindheit und Jugend“ gelebt, meist mit dem Wissen, dass etwas „anders“ ist, ohne es jedoch näher benennen zu können. In ihrem Fall liegt keine Intelligenzminderung vor und die Störung bezieht sich vorwiegend auf die soziale Interaktion und Kommunikation. Oft haben erwachsene Menschen mit Asperger schon eigene Wege gefunden, um sich in der „normalen“ Welt zu verständigen, was aber die Probleme in Beziehungen, Freundschaften aufrecht zu erhalten oder im Beruf nicht unbedingt vereinfachen. Viele von ihnen hatten offensichtlich Schwierigkeiten in der Schulzeit, einen geeigneten Beruf zu finden und besonders in zwischenmenschlichen Beziehungen.

Hier ist die Soziale Arbeit gefordert, sei es in Institutionen für psychisch Kranke, in der Beratung oder z.b. in der Vermittlung von Arbeit oder einer Ausbildungsstelle. Für eine positive und effiziente Zusammenarbeit mit Asperger Autisten ist es unabdingbar, dass sich die Soziale Arbeit mit der Störung und der Symptomatik auseinandersetzt und sich ein fundiertes Wissen aneignet.

Um einen Überblick darüber zu vermitteln, werde ich mich im ersten Abschnitt auf die Beschreibung des Asperger Syndroms konzentrieren, um dann im darauf folgenden Teil auf die Besonderheiten einzugehen und wie man die Interaktion und Kommunikation verbessern kann.

Der letzte Abschnitt wird sich mit den Möglichkeiten der Sozialen Arbeit beschäftigen, wie diese durch den Umgang, die Beratung von und mit Asperger Autisten verbessern kann und wo ich Handlungsbedarf sehe, um den Bedürfnissen der Menschen gerecht zu werden, die ihre Diagnose „Asperger Syndrom“ erst spät erhalten haben.

2. Das Asperger Syndrom

Das Asperger Syndrom ist eine Störung im sogenannten autistischen Spektrum und beinhaltet eine Kontakt und Kommunikationsstörung.

Die WHO definiert sie gemäß des ICD-10 folgendermaßen:

„Eine Störung von unsicherer nosologischer Prägnanz, durch dieselbe Form qualitativer Beeinträchtigungen der gegenseitigen sozialen Interaktion charakterisiert, die für den Autismus typisch ist, hinzu kommt ein Repertoire eingeschränkter, stereotyper, sich wiederholender Interessen und Aktivitäten. Die Störung unterscheidet sich vom Autismus in erster Linie durch das Fehlen einer allgemeinen Entwicklungsverzögerung bzw. eines Entwicklungsrückstands der Sprache oder der kognitiven Fähigkeiten. Die meisten Patienten besitzen eine normale Intelligenz, sind jedoch üblicherweise motorisch auffällig ungeschickt die Erkrankung tritt vorwiegend bei Jungen auf (das Verhältnis Jungen zu Mädchen beträgt acht zu eins). Sehr wahrscheinlich sind einige Fälle mildere Varianten des Autismus, jedoch ist unsicher, ob das für alle zutrifft. Die Auffälligkeiten haben eine starke Tendenz bis in die Adoleszenz und ins Erwachsenenalter zu peristieren. Es scheint, dass sie individuelle Charakteristika darstellen, die durch Umwelteinflüsse nicht besonders beeinflusst werden. Im frühen Erwachsenenalter treten gelegentlich psychotische Episoden auf.“[2]

Die Ursachen des Asperger Syndroms sind aufgrund begrenzter „systematischer Untersuchungen“[3] noch nicht wirklich erforscht. Die gemachten Beobachtungen lassen aber den Schluss zu, dass Kinder mit unterschiedlichen biologischen Störungen eher vom Asperger Syndrom betroffen sind als andere Kinder. Ebenso wird angenommen, dass die Störung beim Asperger Syndrom weniger ausgeprägt ist als bei anderen Formen des Autismus. Aufgrund von Veränderungen in den Erbanlagen kommt es anscheinend bereits im Mutterleib zu Veränderungen in der Hirnstruktur, die für das Asperger Syndrom verantwortlich gemacht werden.

Menschen mit Asperger Syndrom sind auf den ersten Blick meist nicht als solche erkennbar, besonders bei Erwachsenen ist es schwierig, dies anhand von äußerlichen Merkmalen festzumachen, gerade im Kontext der Sozialen Arbeit, wo man Klienten oft nur kurz sieht und außerhalb ihrer gewohnten Umgebung.

Sie haben keine kognitiven Einschränkungen und besitzen eine normale bis überdurchschnittliche Intelligenz, welche es ihnen oft ermöglicht, nach außen hin „normales“ Leben zu führen, aufgrund selbstentwickelter Strategien, die bei der Problembewältigung des Alltages, auf der Arbeit oder in Beziehungen helfen sollen.

Sie wirken auf Außenstehende oft völlig normal, zeigen jedoch im Alltag sonderbare Verhaltensweisen, wie z.b. Beeinträchtigungen in der sozialen Interaktion, mangelnde Empathie, starres Festhalten an bestimmten, für Nichtautisten, seltsamen Gewohnheiten, motorische Auffälligkeiten, sowie oft ein ausgeprägtes Interesse an bestimmten Themen Durch viele Studien wurde mittlerweile belegt, dass das Gehirn bei Autisten anders arbeitet. Durch bildgebende Verfahren wurde z.b. deutlich, dass Autisten Schwierigkeiten haben, Gesichter zu erkennen, da dieser Bereich nicht aktiviert ist, stattdessen ist der Bereich der Gegenstandserkennung aktiv.

Für die soziale Interaktion und Kommunikation mitAsperger Autisten ist es wichtig zu wissen, dass diese Informationen anders als „normale“ Menschen. Dies bezieht sich auf Informationen, die sie sammeln, auf die Vorstellung von der Welt um sie herum und wie diese funktioniert. Hinzu kommen oft spezifische Wahrnehmungsbesonderheiten, sei es beim Hören,beim Sehen, im Taktilen. Viele Menschen mit Asperger sind aufgrund einer besonderen Wahrnehmung oft geräuschempfindlich, lichtempfindlich, ertragen bestimmte Berührungen nicht oder nur bestimmte Stoffe. Viele zeigen ein anderes Schmerz und Kälteempfinden als Nichtautisten.

[...]

[1] Vgl S.12 „Asperger, Syndrom zwischen Autismus und Normalität“, Ole Sylvester Jörgensen, Beltz Verlag 2009

[2] S.20 „Asperger:Syndrom zwischen Autismus und Normalität“ Ole Sylvester Jörgensen, Beltz Verlag 2009

[3] S.44 „Asperger: Syndrom zwischen Autismus und Normalität“ Ole Sylvester Jörgensen, beltz Verlag 2009

Details

Seiten
12
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668572973
ISBN (Buch)
9783668572980
Dateigröße
463 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v380503
Institution / Hochschule
Fachhochschule Kiel
Note
1,3
Schlagworte
Asperger Syndrom

Autor

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