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Das Bosman-Urteil. Bedeutung und Veränderung der Ablösesumme im Profifußball und im allgemeinen Spitzensport

Hausarbeit 2017 23 Seiten

Gesundheit - Sport - Sportökonomie, Sportmanagement

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung
1.1 Vorstellung des Urteils
1.2 Verbindung zur Ökonomie (Liga)

2. Hauptteil
2.1 Gerichtsurteil
2.1.1 Artikelbeschreibung
2.1.2 Gerichtshof
2.2 Urteil des EuGH vom 15. Dezember 1995
2.2.1. Transferregelung
2.2.2 Ausländerklausel
2.2.3 Reaktion und Kritik am Urteil
2.3 Problematik (Ablösesumme)
2.3.1. Wirtschaftliche Auswirkungen des Urteils

3. Schluss
3.1 Fazit
3.1.1 Ausblick Nationalmannschaft
3.2 Schlussbemerkung

4. Literaturverzeichnis

5. Anhang

Vorwort

Mein Name ist Vincent Klee ich bin im zweiten Semester auf der Fachhochschule Remagen, ich studiere Sportmanagement im Laufe dieses Semesters habe ich die Aufgabe bekommen mir ein Thema auszusuchen, dass einen sportlichem, wirtschaftlichem und globalen Hintergrund hat. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der Fragestellung und einigen E-Mails mit Herrn Schaumann konnte ich eine passende und konkrete Frage formulieren. Die ich in dieser Hausarbeit wissenschaftlich hinterfragen und dadurch Schlüsse um mögliche Antwortmöglichkeiten zuziehen. Die zur Lösung des dargestellten Problems führen soll. Die konkrete Frage können Sie am Ende der Einleitung einsehen. Da ich immer parallel zum Semesteralltag geschrieben habe, war ich gezwungen ab und an längere Schreibpausen zu machen. Deswegen musste ich mich immer wieder neu ins Thema einlesen, was aber grundsätzlich immer funktioniert. Im Sport, vor allem im Fußball, geht es nur um das Gewinnen. Wenn man in der Geschichte des Sports zurückblickt, erinnert man sich nur an die „besten Spieler oder die besten Teams“. Doch mindestens ein ehemalige Fußballer hat es geschafft nicht das Spiel, sondern die ökonomische Strukturen, die die Kaderplanung und Transfers beinhalten völlig zu verändern. „Er hat das Gebäude des europäischen Sports, das auf festem Fundament zu ruhen schien, mit großem Knall in die Luft gejagt.“ (Flory, 1997).

In dieser Hausarbeit geht es um das Bosman-Urteil. Die Fragen die hier beantwortet werden sollen verdeutlichen, dass das Urteil nicht wie zu Beginn angenommen wurde, den Weltfußballmarkt zurück wirft, sondern mit riesigem Sprung auf neue Chancen und bessere Vernetzung noch attraktiver für Investoren und Mäzene macht. Die Geschichte des kommerziellen Sportes muss nach dem Urteil so oder so neue Strukturen und interessante Veränderungen durchlaufen. Das Urteil gilt allgemein für alle Sportarten. Im Fußball aber zieht es gewaltige Veränderungen mit sich. Viele Spitzenmanager mussten durch das Urteil neue Transferstrategien, wie zum Beispiel die Ablösesummen für die Spieler bis hin zur Vereinsführung überdenken oder sogar ändern. Dadurch haben sich neue Chancen aber auch viele Probleme entwickelt. Die nationale und internationale Konflikte zur Folge hatten. Der Name dieses Mannes lautet: Jean-Marc Bosman.

1. Einleitung

1.1 Vorstellung des Urteils

Diese Hausarbeit handelt von dem Bosman-Urteil. Es werden die anfänglichen Probleme betrachtet sowie die weiteren, schwerwiegenden Veränderungen für den allgemeinen Spitzensport. Auslöser für dieses Urteil ist der ehemalige belgische Profifußballer Jean-Marc Bosman. Im Elementaren ging es um eine Schadenersatzklage. Der Fußballer Jean-Marc Bosman empfand seine Ablösesumme, die von seinem Verein RFC Lüttich angesetzt wurde, für zu hoch und fühlte sich daher im Hinblick auf sein Arbeitsrecht eingeschränkt. Durch die hohe Ablösesumme 800.000 Dollar (utopisch) konnte der französische Zweitligist US-Dünkirchen den Spieler nicht verpflichten. Aus diesem Grund bat Bosman um eine Freigabe, die aber von RFC Lüttich verweigert wurde. Bosman reicht daraufhin im August 1990 eine Klage gegen seinen damaligen Verein RFC Lüttich und den Königlichen Belgischen Fußballverband (KBFV) ein. Den Vorsitz beim belgischen Verband hatte damals Michel D’Hooghe. Die Anspruchsgrundlage war ein Schadensersatz auf die Arbeitnehmerfreizügigkeit, auf die wir später noch genau eingehen werden. Zunächst genügt es zu erwähnen, dass Bosman laut Gerichtsurteil vom November 1990 ablösefrei nach Dünkirchen wechseln durfte. Vorerst legte der belgische Fußballverband (KBFV) gegen das Urteil Berufung ein. Daraufhin fällt das Berufungsgericht in Lüttich eine Grundsatzentscheidung. Das Urteil lautete: Bosman dürfe ablösefrei zu dem französischen Zweiligisten US-Dünkirchen wechseln. Als dieser Punkt überschritten war, wurde aus dem Problem zwischen einem Verein und einem Spieler eine weltweite Ausdehnung in Verbindung mit der Arbeitnehmerfreizügigkeit im Profisport. Das Lütticher Berufungsgericht verständigte den europäischen Gerichtshof und bat darum eine einheitliche Regelung für die freie Wahl des Arbeitsplatzes für Berufssportler in Europa zu schaffen. Im Sommer 1995 begann der Prozess vor dem EuGH im Fall Bosman. Die Union of European Football Associations kurz (UEFA) veröffentlichte einen Protestbrief gegen die Entscheidung des Gerichts mit der Bitte, indem sie ihr Interesse bekundete, im Allgemeinen, Bosman kein Recht zu geben und die Klage abzuschmettern und zu widerrufen. Wenig später schaltet sich auch die Fédération Internationale de Football Association (FIFA) in den Fall ein, und bekundete ebenfalls die Meinung der UEFA zu berücksichtigen. Aber am 15. Dezember 1995 fällt der europäische Gerichtshof das Urteil, dass Profifußballer innerhalb Europas normale Arbeitnehmer im Sinne des EG-Vertrages (Europäischen Gemeinde Vertrag) seien und dabei die Freizügigkeit des EG-Vertrages, insbesondere des (alt Art. 39 EG-Vertrag) Artikel 45, nicht nur für behördliche, also staatliche Maßnahmen gilt, sondern sich auch auf Vorschriften anderer Art erstreckt, die zur kollektiven Regelung der Arbeit dienen. (Spiegel, 1996)

„Art. 45 (ex-Artikel 39 EGV)

(1) Innerhalb der Union ist die Freizügigkeit der Arbeitnehmer gewährleistet.

(2) Sie umfasst die Abschaffung jeder auf der Staatsangehörigkeit beruhenden unterschiedlichen Behandlung der Arbeitnehmer der Mitgliedstaaten in Bezug auf Beschäftigung, Entlohnung und sonstige Arbeitsbedingungen.

(3) Sie gibt - vorbehaltlich der aus Gründen der öffentlichen Ordnung, Sicherheit und Gesundheit gerechtfertigten Beschränkungen - den Arbeitnehmern das Recht,
a) sich um tatsächlich angebotene Stellen zu bewerben;
b) sich zu diesem Zweck im Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten frei zu bewegen;
c) sich in einem Mitgliedstaat aufzuhalten, um dort nach den für die Arbeitnehmer dieses Staates geltenden Rechts- und Verwaltungsvorschriften eine Beschäftigung auszuüben;
d) nach Beendigung einer Beschäftigung im Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats unter Bedingungen zu verbleiben, welche die Kommission durch Verordnungen festlegt.

(4) Dieser Artikel findet keine Anwendung auf die Beschäftigung in der öffentlichen Verwaltung.“ (Richterspruch, 1997)

Das Bosman-Urteil beinhaltete mehrere Punkte, unter anderem:

1. Ausländerklausel: Die Aufhebung, dass nur 3 Spieler mit Ausländischem Pass in einer Bundesligamannschaft sein durften. Darüber hinaus durften noch zwei Spieler die mindestens 5 Jahre in Juniorenmannschaften des betreffenden Landes gespielt haben auch im Kader sein.
2. Transferregelung: Alle Forderungen nach Zahlungen einer Ablösesumme wurden verboten, wenn ein Spieler nach Ablauf seines Vertrages den Verein wechseln will.

Dieses Gerichtsurteil beinhaltet die Veränderung der gesamten Sportwelt in Verbindung mit ökonomischen und globalen Gesichtspunkten. Innerhalb dieser Hausarbeit erläutere ich die Veränderung des Urteils und löse die Probleme die man befürchtet hat auf. Eines dieser Probleme ist, dass die Nationalmannschaften großer Ligen an Niveau verlieren. Desweitern das die gesamte Marktstruktur sich verändert, da man Fußballer als Freie Arbeitnehmer nun anerkennen muss. In welcher Hinsicht wird der professionelle Fußballmarkt sich nun neu entwickeln und alternativ neu strukturieren müssen? Aus diesem Grund wird die tatsächliche Bedeutung der Ablösesumme in dieser Hausarbeit die zentrale Frage sein.

Frage: In wie weit wird durch das Bosman-Urteil die Bedeutung der Ablösesumme verändert und wäre eine Abschaffung nicht sinnvoller?

1.2 Verbindung zur Ökonomie (Liga)

Der Fußball beinhaltet nicht nur sportliche Phänomene, sondern auch wirtschaftliche. Vor allem im Vergleich zur normalen Marktwirtschaft erkennt man Unterschiede aber auch Gemeinsamkeiten. Ausgangspunkt dieser Betrachtung ist die Produktion von Fußballspielen, während üblicherweise eine Organisation durch Kombination (Input) ein Gut erstellen kann (Output), so sind in der Sportproduktion 2 Vereine notwendig. Es entsteht also allgemein ein Wettkampf zwischen den beiden Vereinen. Eine übergeordnete Organisation DFL/DFB, legt die grundsätzlichen Regeln fest, so dass mit dem Ligabetrieb begonnen werden kann. Die Mannschaften spielen in einem Wettkampf gegeneinander. Hierbei entsteht das uno actu Prinzip[1] welches verdeutlicht, dass der Konsum und Dienstleitungen zeitgleich stattfinden und nicht konservierbar sind sondern vergänglich. Durch diese komplementäre Produktion entsteht in den Ligen neben der Konkurrenz auch eine gewisse Abhängigkeit zwischen den Vereinen. Die Produktionsfaktoren sind neben den 2 Mannschaften auch die Sportstätte und Organisationspersonal. Die Mannschaften werden in Heim und Gast getrennt. Die Heimmannschaft nimmt hierbei die Aufgabe der Unternehmensfunktion ein. Sie stellt das Stadion, Kosten für die Organisation, verkauft das Spiel an Zuschauer- Sponsoren und Medien. Die Gäste tragen dagegen ein finanzielles Risiko, dass meint zum Beispiel Transportkosten für Spieler und Material. Er ist somit Inputanbieter, wird aber nicht direkt für sein Input bezahlt sondern regeneriert Einkommen durch Trikotverkäufe und Ticketengagements mit dem Heimteam. Daher lässt sich sagen, dass Vereine in einer Liga konkurrieren aber auch eine enorme Abhängigkeit von einander besitzen. Dieses Phänomen nennt sich Kooperenz,[2] denn letztendlich ist eine Liga selbst als Unternehmen anzusehen. (Klaus Zieschang, 2003)

2. Hauptteil

2.1 Gerichtsurteil

2.1.1 Artikelbeschreibung

Grundlegend war der Römische Vertrag vom 25. März 1957, dieser beinhaltet die Paragraphen 48, 85 und 86 EG-Vertrag. Dieses wurde als Anspruchsgrundlage im Fall Bosman angewendet. An dieser Stelle werden die verschiedenen Gesetzesausschnitte kurz erläutert. Im Anhang befindet sich der Gesetzesentwurf.

Artikel 48 EGV

Im Artikel 48 ff. EGV festgeschriebene Freizügigkeitsrecht der Arbeitnehmer konkretisiert den freien Dienstleitungsverkehr, Niederlassungsrecht und die Freiheit des Personenverkehrs innerhalb der Europäischen Union. Durch diesen Artikel werden also alle Beschränkungen verboten, die die Freizügigkeit der Arbeitnehmer einschränken. Dadurch hat jeder Arbeitgeber Recht innerhalb der Mitgliederstaaten seine Tätigkeit zu den staatlichen Bedingungen auszuüben. Dabei ist allgemein hervorzuheben, dass es sich hierbei um eine „grundlegende Freiheit“ handelt und somit ein sog. Grundrecht ist. Die Freizügigkeit umfasst nicht nur offensichtliches wie die Staatsangehörigkeit sondern auch wie im Abs. 2 zu lesen ist die allgemeine Diskriminierung. Das nun Berufsfußballspieler auch als Arbeitnehmer gelten im Sinne des Gesetztes mag heute niemand mehr bezweifeln.

Artikel 85 und 86 EGV

Diese Artikel beschreiben die grundsätzlichen Wettbewerbsregeln für Unternehmen innerhalb des EG-Vertrages. Er beinhaltet das Kartellrecht und Vereinbarungen zwischen Unternehmen Beschlüsse von Unternehmensvereinigungen und allgemeinen Verhaltensweisen. Laut Rechtsprechung beinhaltet er „jede eine wirtschaftliche Tätigkeit ausübende Einheit unabhängig von ihrer Rechtsform und der Art ihrer Finanzierung“. (Bosman , 1995) Da ein Fußballverein selbst wirtschaftlich aktiv ist spricht das Gesetz von einem Unternehmen. Außerdem ist sowohl die Ausländerklausel als auch die Transferregelung in jedem Regelwerk eines betreffenden Fußballverbandes statuiert. Somit ist die Ableitung von der UEFA und der FIFA einer Vereinbarung bzw. ein Beschluss zwischen Unternehmen oder Unternehmensvereinigungen in verschiedenen Organisationsstrukturen zuerkennen. Dieses Phänomen lässt auf eine enge Verknüpfung der Organisationen schließen. Diese ist leider sehr und Transparent und der Verdacht der Kartellbildung könnte entstehen Dadurch beeinträchtigt die Transferregelung und die Ausländerklausel den Handel von Fußballspieler in den Mitgliederstaaten der europäischen Union.

2.1.2 Gerichtshof

Wie in der Einleitung schon angeklungen wurde am 15. Dezember 1995 das Urteil im Fall Bosman von dem Europäischen Gerichtshof gesprochen. In diesem Abschnitt möchte ich gerne detaillierte auf den Europäischen Gerichtshof eingehen. Der Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) ist einer von sieben Organen der EU. Die da wären:

- Europäischer Rat
- Rat der Europäischen Union Brüssel
- Europäische Kommission
- Europäische Zentralbank Frankfurt am Main
- Europäisches Parlament
- Europäischer Rechnungshof Luxemburg.

Der Gerichtshof hat seinen Hauptsitz in Luxemburg, er wurde 1952 aus der Organisation (Europäischer Gerichtshof für Kohle und Stahl) gegründet. Die Gründungsgeschichte war eine Vernetzung von den 3 Gemeinschaften Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG), Europäische Atomgemeinschaft (EAG) und der Kohle- und Stahlgemeinschaft (EGKS) zu dem Europäischen Gerichtshof. Dieser setzt sich zusammen aus dem Gericht und Fachgerichten, aktuell gibt es nur ein Fachgericht, dieses ist das Gericht für den öffentlichen Dienst der Europäischen Union. Der Gerichtshof setzt sich aus je einem Richter pro Mitgliederstaat zusammen. Aktuell sind es 28 Richter, laut dem Vertrag von Nizza. Der deutsche Vertreter ist seit Oktober 2016 Herr Thomas von Danwitz. Das Gremium wählt alle 3 Jahre einen neuen Präsidenten, dieser kann aber nach Vollendung seiner Amtszeit wieder gewählt werden. Der aktuelle Präsident des Europäischen Gerichtshofs ist seit 2015 Herr Koen Lenaerts (Belgien). Die Richter werden insgesamt von 9 Generalanwälten in Bezug auf ihre Entscheidung unterstützt, indem sie Vorschläge gezielt ausarbeiten und vortragen. Daher hat der Gerichtshof die Zahl von 9 auf 11 Richter im Oktober 2015 erhöht. Um eine Person in dieses Gremium aufzunehmen müssen verschiedene persönliche Merkmale vorhanden sein. Unter anderem müssen die Personen jede Gewähr für Unabhängigkeit bieten, und die Artikel 253 und 254 des Vertrages über die Arbeitsweise erfüllen. Dadurch entsteht eine starke Abhängigkeit dieser Personen die ggf. durch „Vitamin B“ in dieses Richteramt eintreten. Hier würde es der Außenwelt mehr bringen, wenn eine höhere Transparenz zu erkennen wäre.

2.2 Urteil des EuGH vom 15. Dezember 1995

Der Europäische Gerichtshof hat in dem Aktenzeichen C415/93 am 15. Dezember 1995 über die Vereinbarkeit der Regelwerke der Fußballverbände mit dem Gemeinschaftsrecht entschieden, dass die Transferregelung und die Ausländerklausel zwischen Vereinen gegen den Römischen Vertrag von 1957 verstoßen. Es wurde klargestellt, dass der Artikel 48 EWG-Vertrag nicht zur Stützung für Transfer-, Ausbildung-, und Förderentschädigung Zahlungen herangezogen werden darf. Dies ist natürlich abhängig von dem Zeitpunkt der Verpflichtung. Das meint grundsätzlich nur, dass ab jetzt (15.Dezember 1995) die Rechtsprechung gültig ist und nicht alle vorherigen Fälle mit ähnlichem Ausgang nun aufgerollt werden.

Das Urteil besteht allgemein aus zwei Teilen. Im ersten wird der rechtliche und tatsächliche Rahmen analysiert, wie der Gerichtshof die Organisationsregel des Fußballs, Transferregel und Ausländerklausel beschreibt. Im zweiten Teil werden verschiedene Urteilsgründe erörtert:

2.2.1. Transferregelung

Der Gerichtshof prüft die Anwendbarkeit von Art. 48 EWG-Vertrag, in diesem Fall und erinnerte dabei, dass es im Fußball bzw. im ausüben von Sport um das Gemeinschaftsrecht geht und nicht zum wirtschaftlichen Leben gehört. Heutzutage könnte diese Aussage natürlich etwas revidiert werden, doch zum damaligen Standpunkt war sie vertretbar. Der EuGH ist der Ansicht das Sport und Kultur nicht in Ihrem Amtsbereich liegt. Aber da die Klage auf die Freizügigkeit der Arbeitnehmer zurückführt, die wiederrum auf die Römischen Verträgen von 1957 verweisen und damit zum grundlegenden Freiheitlichen Recht gehören. Dies bestätigt den Gerichtshof, die richtige Instanz für diesen Fall zu sein. Also war zu prüfen in wie weit die Transferregelung die Freizügigkeit der Arbeitnehmer der Mitgliederstaaten einschränkt, diese Aussage wurde bejaht. Der Umkehrschluss lautet also, Spieler würden gehindert oder abgehalten ihren Verein nach Vertragsablauf zu verlassen, um ihre Tätigkeit in einem anderen Verein auszuüben. Des Weiteren informierte das Gericht, dass die Transferregelung nicht dafür da sei, die großen Verein daran zu hindern die besten Spieler auf dem Markt zu kaufen. Die Regelung soll kein Eingriff in das sportliche Gleichgewicht zwischen Vereinen sein, sondern ein Urteil, dass auf Sachfakten beruht. Genauso werden Entschädigungszahlungen für Ausbildungskosten, die von Vereinen erhoben werden, abhängig von den Vereinen sein. Eine Pauschalisierung dieser Zahlung würde gewaltige Auswirklungen für kleinere Vereine haben und nicht sinnvoll sein. Deshalb müssen Verträge mit Spielern geschlossen werden, indem man auf Grundlage der Gesetzgebung neue Konditionen vereinbart.

[...]


[1] Das uno-actu-Prinzip verdeutlicht, dass in der Sportökonomie das Produkt ein Fußballspiel ist und dadurch eine vergängliche Dienstleitung.

[2] Kooperenz: Bedeutet die Verbindung einer Liga die gleichzeitig konkurriert und kooperiert.

Details

Seiten
23
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668569652
ISBN (Buch)
9783668569669
Dateigröße
588 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v380430
Institution / Hochschule
Fachhochschule Koblenz - Standort RheinAhrCampus Remagen
Note
1,3
Schlagworte
Bosman Urteil Sport Ligagehälter

Autor

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Titel: Das Bosman-Urteil. Bedeutung und Veränderung der Ablösesumme im Profifußball und im allgemeinen Spitzensport