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Unternehmenskommunikation. Die Bedeutung von informellen Kommunikationskanälen im Rahmen der Changekommunikation

Hausarbeit 2017 17 Seiten

BWL - Unternehmenskommunikation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Einstieg in das Thema
1.2 Ziel dieser Arbeit

2 Change Kommunikation und Kommunikationskanäle
2.1 Interne Unternehmenskommunikation
2.1.1 Changemanagement im Unternehmen
2.1.2 Change Kommunikation als Teil der Unternehmenskommunikation
2.2 Zweck und Ziele der Change Kommunikation
2.3 Kommunikationskanäle
2.3.1 Abgrenzung formeller und informeller Kommunikation
2.3.2 Formelle Kommunikationskanäle
2.3.3 Informelle Kommunikationskanäle

3 Auswirkung informeller Kommunikationskanäle auf die Change Kommunikation
3.1 Arten interpersonaler Interaktion
3.2 Stellenwert informeller Kommunikationskanäle innerhalb der Change Kommunikation
3.3 Die Rolle der Gerüchte
3.3.1 Begriffsklärung Gerücht
3.3.2 Gründe der Entstehung von Gerüchten
3.3.3 Die Auswirkung von Gerüchten auf den Kommunikationsprozess
3.4 Konsequenzen für die Kommunikationsarbeit unter Berücksichtigung informeller Kommunikationskanäle
3.4.1 Konsequenzen für die digitale und Print-Kommunikation
3.4.2 Konsequenzen für die interpersonale Kommunikation

4 Zusammenfassung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Kommunikationsverlauf in Veränderungsprozessen

Abb. 2: Beispielhafte Instrumente der internen Kommunikation

Abb. 3: Bedürfnispyramide nach Maslow

1 Einleitung

1.1 Einstieg in das Thema

In unserer heutigen volatilen Geschäftswelt gehören Change-Prozesse zur Normalität und zur täglichen Herausforderung. Und wo Veränderungen stattfinden, wird auch darüber geredet. Sowohl auf formellen Wegen als auch „in der Kaffeeküche“. Wie diese verschiedenen Arten der Kommunikation miteinander vereinbart werden können und welche Bedeutung der „Flurfunk“ für die interne Unternehmenskommunikation hat, ist die grundlegende Thematik dieser Arbeit.

Die Aufgabe, die Belegschaft über anstehende Veränderungen so zu informieren, dass diese die Information nicht nur versteht, sondern auch damit einverstanden ist, scheint so manchen Top-Manager vor eine kaum zu bewältigende Herausforderung zu stellen. Warum das so ist, veranschaulicht das folgende Schema von Konrad Lorenz:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Kommunikationsverlauf in Veränderungsprozessen.[1]

Die formelle Kommunikation dient oftmals nur als Basis für den informellen Austausch untereinander und viele, bereits im Vorfeld gestellte, Weichen können darüber entscheiden, was im direkten kommunikativen Austausch mit der zur Verfügung gestellten Information geschieht. Und sollte die formelle Kommunikation einmal nicht ausreichend informieren, tauchen oftmals Gerüchte auf, um das Informationsbedürfnis zu befriedigen. Deren Auswirkung auf die interne Kommunikation ist ebenfalls ein wichtiger Betrachtungsaspekt dieser Arbeit.

1.2 Ziel dieser Arbeit

Diese Arbeit soll einen Überblick darüber verschaffen, an welcher Stelle die Change Kommunikation im Unternehmen steht und welche Auswirkungen informelle Kommunikationskanäle auf die Prozesse der (formellen) Change Kommunikation haben. Dazu wird in Kapitel 2 dargelegt, was das Changemanagement für ein Unternehmen bedeutet, wie die Change Kommunikation in die interne Unternehmenskommunikation eingebettet ist und welchen Zwecken und Zielen die Change Kommunikation dient.

Anschließend wird auf die unterschiedlichen Kommunikationskanäle eingegangen, wobei zunächst eine Abgrenzung von formeller und informeller Kommunikation vorgenommen wird, um dann die jeweiligen Kommunikationskanäle zu erläutern.

Dies dient als Einstieg in die Thematik von Kapitel 3, das sich mit den verschiedenen Arten interpersonaler Interaktion und mit den Auswirkungen der informellen Kommunikation auf die Change Kommunikation beschäftigt.

Besonders wird hier auf die Entstehung und Wirkung von Gerüchten als Kräfte mit destruktiver Wirkung auf den Informationsfluss eingegangen. Jedoch wird ebenfalls begründet ausgeführt, warum die informelle Kommunikation einen essentiellen Bestandteil der internen Kommunikation darstellt und nicht per se als etwas Schlechtes angesehen werden sollte. Aus diesen Ausführungen werden zum Schluss des Kapitels Konsequenzen und Handlungsempfehlungen für die Change Kommunikation abgeleitet, die den vorher aufgezeigten Kommunikationsproblemen entgegenwirken und die positiven Aspekte der informellen Kommunikation bestärken sollen.

Die Arbeit schließt in Kapitel 4 mit einer Zusammenfassung der angesprochenen Themenfelder und einer Aussicht auf mögliche Entwicklungen in der Kommunikationsarbeit unter Berücksichtigung von geändertem Kommunikationsverhalten und technischen Neuerungen. Die Notwendigkeit, die informelle Kommunikation unter Berücksichtigung heutiger Informations- und Kommunikationsgewohnheiten in den internen Kommunikationsprozess zu integrieren, wird hier abschließend betont.

2 Change Kommunikation und Kommunikationskanäle

2.1 Interne Unternehmenskommunikation

2.1.1 Changemanagement im Unternehmen

Nach Paton und McCalman kann Veränderung als eine der wenigen Konstanten in der Menschheitsgeschichte angesehen werden, wobei sich gesellschaftlich stets die durchgesetzt haben, die sich durch die Fähigkeit auszeichneten, Veränderungssituationen effektiv zu managen und auszunutzen.[2] Diese Notwendigkeit, sich dem steten Wandel anzupassen, besteht auch für heutige Unternehmen. Die Gründe und Rahmenbedingungen für Change innerhalb des Unternehmens sind ein weitgefasstes Forschungsgebiet, auf das an dieser Stelle nicht weiter eingegangen werden soll. Für diese Arbeit ist vor allem von Interesse, wie die angestoßenen Change Prozesse den Mitarbeitern zugänglich gemacht werden können und worauf zu achten ist, damit diese sie als Chance und nicht als Bedrohung wahrnehmen.

2.1.2 Change Kommunikation als Teil der Unternehmenskommunikation

Interne Unternehmenskommunikation oder Mitarbeiterkommunikation dient als Führungsmaßnahme dem Betriebszweck, indem sie versucht, den Mitarbeiter zu beeinflussen und sein Handeln an den Betriebs-und Unternehmenszielen auszurichten.[3]

Für diesen Zweck kann aus einer großen Fülle an Instrumenten gewählt werden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Beispielhafte Instrumente der internen Kommunikation.[4]

Zusätzliche Aufgaben der internen Kommunikation neben der Information der Belegschaft sind die Entwicklung und Bereitstellung von Kommunikationsmedien, die Beratung und konkrete Unterstützung von Vorstand, Führungskräften und Projektleitern bei deren Kommunikationsaufgaben und das Controlling der Unternehmenskommunikation.[5] Die interne Kommunikation ist demnach in ihren Aufgaben an der Unternehmensstrategie ausgerichtet und auf Kontinuität ausgelegt.

Die Change Kommunikation als die geplante, organisierte und strukturierte Kommunikation während eines Veränderungsprozesses ist dagegen zeitlich befristet auf die Dauer eines Veränderungsvorhabens.[6] Eine besondere Herausforderung der Change Kommunikation ist, dass Veränderungen starke emotionale Reaktionen der Betroffenen hervorrufen.[7] Auf das Management dieser Emotionen wird im nächsten Abschnitt eingegangen. Um diesen Emotionen erfolgreich begegnen zu können und nicht als „Krisenfeuerwehr“ agieren zu müssen, sollte Change Kommunikation lange vor dem eigentlichen Projekt starten; im Idealfall bereits Monate zuvor.[8]

2.2 Zweck und Ziele der Change Kommunikation

Für den einzelnen Mitarbeiter stellt die Kommunikation über betriebswirtschaftliche Fragen und Veränderungen des eigenen Unternehmens ein Stück Daseinsbewältigung dar.[9] Die interne Kommunikation hilft ihm, sich selbst ein Bild zu machen, wie es um das Unternehmen bestellt ist, was passiert, wie es weitergeht und wie er die Sicherheit, Beschaffenheit und die qualitativen Anforderungen seines Arbeitsplatzes für die Zukunft einschätzen kann.[10]

Veränderungen führen oftmals zu Verunsicherung. Das informelle Kommunikationsnetzwerk kann hier Sicherheit verleihen und dem Mitarbeiter die Chance geben, seine Erwartungen und Befürchtungen mit anderen zu teilen und so möglicherweise zu einer anderen Sichtweise zu gelangen. Das Unternehmen hat es selbst in der Hand, ob es eine derartige Kommunikations-kultur zulässt und fördert oder nicht. Idealerweise treten jedoch durch eine gut platzierte und vorausschauende Change Kommunikation irrationale Ängste vor Veränderungen gar nicht erst auf.

An der Bedürfnispyramide nach Maslow zeigt sich, dass Veränderungen des Status quo den Mitarbeiter auf mehreren Bedürfnisebenen betreffen können – besonders bei den Sicherheits-, Sozialen und Prestigebedürfnissen. Fühlt sich der Mitarbeiter in diesen Bedürfnissen bedroht, ist mit Widerständen gegenüber den geplanten Veränderungsmaßnahmen zu rechnen.[11]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Bedürfnispyramide nach Maslow.[12]

Die Change Kommunikation hat dafür zu sorgen, dass die Mitarbeiter ausreichend und vor allem verständlich über die anstehenden Veränderungen informiert werden; ihr eigentliches Ziel ist es, dafür zu sorgen, dass die Mitarbeiter den geplanten Wandel weniger als Bedrohung, sondern eher als Chance erkennen.[13] Dafür muss der Sinn, die Notwendigkeit und das Ziel der Veränderung klar kommuniziert werden.[14]

2.3 Kommunikationskanäle

2.3.1 Abgrenzung formeller und informeller Kommunikation

Die begriffliche Abgrenzung zwischen formeller und informeller Kommunikation ist oftmals unscharf und wird von verschiedenen Autoren unterschiedlich vorgenommen.[15] Wie in zahlreichen Publikationen wird hier den Ausführungen von Kraut et al. gefolgt.

Diese definieren den Begriff informelle Kommunikation als diejenigen Kommunikationen, die ungeplant sind, sich durch einen zufälligen Teilnehmerkreis und eine fehlende Tagesordnung auszeichnen und im Dialog stattfinden. Weitere Kennzeichen sind Inhalte der Sach- und Beziehungsebene, informelle Sprache und fehlende Dokumentation.[16]

Formelle Kommunikation dagegen ist geplant, dauerhaft und personenunabhängig. Sie zeichnet sich aus durch einen geschäftsmäßigen, hochsprachlichen Sprachstil und hat einen offiziellen Charakter.[17]

[...]


[1] Quelle: Buchholz, 2000, S. 4, in Anlehnung an Konrad Lorenz.

[2] Vgl. Paton/McCalman, 2008, S. 3.

[3] Vgl. Klöfer/Nies, 2001, S. 31.

[4] Quelle: Führmann/Schmidbauer, 2011, S. 171 (leicht modifiziert).

[5] Vgl. Schick, 2010, S. 17.

[6] Vgl. Deutinger, 2013, S. 3.

[7] Vgl. ebenda, S. 4.

[8] Vgl. ebenda, S. 4.

[9] Vgl. Klöfer/Nies, 2001, S. 32.

[10] Vgl. ebenda.

[11] Vgl. Kraus et al., 2010, S. 64.

[12] Quelle: Meffert et al., 2015, S. 117.

[13] Vgl. Klöfer/Nies, 2001, S. 36.

[14] Vgl. Kraus et al., 2010, S. 64.

[15] Vgl. Held et al., 1999, S. 12.

[16] Vgl. Kraut et. al., 1990, S.5.

[17] Vgl. http://www.pr-wiki.de/index.php/Main/InformelleKommunikation

Details

Seiten
17
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668571129
ISBN (Buch)
9783668571136
Dateigröße
1.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v379770
Institution / Hochschule
AKAD University, ehem. AKAD Fachhochschule Stuttgart
Note
1,3
Schlagworte
Informelle Kommunikation Change Kommunikation

Autor

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Titel: Unternehmenskommunikation. Die Bedeutung von informellen Kommunikationskanälen im Rahmen der Changekommunikation