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Die Entstehung von Übergewicht durch Bewegungsmangel bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund

Hausarbeit 2016 37 Seiten

Pflegewissenschaft, Ernährung, Sport, Gesundheit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis Tabellenverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition von Übergewicht
2.1. Abgrenzung von Übergewicht und Adipositas
2.2. Entstehung von Übergewicht
2.3. Folgeerkrankungen von Übergewicht
2.4. Bestimmung von Übergewicht bzw. Adipositas bei Kindern und Jugendlichen

3. Methodisches Vorgehen für den weiteren Verlauf der Hausarbeit
3.1. Auswahlkriterien für Literatur
3.2. Vorgehensweise bei der Literaturrecherche
3.3. Übersicht der wichtigsten Literatur für die Hausarbeit

4. Prävalenz von Übergewicht bei Jugendlichen in Deutschland
4.1. Vorstellung relevanter Studien
4.2. Vergleich der Prävalenz von Übergewicht bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund mit der Prävalenz bei Jugendlichen ohne Migrationshintergrund

5. Risikofaktor: Bewegungsmangel bei Jugendlichen
5.1. Auswirkungen von Bewegungsmangel auf die Gesundheit Jugendlicher
5.2. Bewegungsmangel bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund
5.3. Auswirkungen sozialer Ungleichheiten bei Jugendlichen auf das Gesundheitsverhalten

6. Maßnahmen zur Förderung von Bewegung bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund im Setting Schule
6.1. Vorteile der Anwendung von bewegungsfördernden Maßnahmen für Jugendliche im Setting Schule
6.2. Handlungsempfehlungen für Schulen in Bezug auf das Bewegungsangebot für Jugendliche mit Migrationshintergrund

7. Schlussbetrachtung

8. Literaturverzeichnis

Anhang

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Übersicht der wichtigsten Literatur für die Hausarbeit

1. Einleitung

Übergewicht bei Jugendlichen in Deutschland ist aktuell ein verbreitetes Phänomen, dass immer weiter zunimmt und bereits jetzt für das Gesundheitssystem eine starke Belastung darstellt.

Laut Untersuchungen liegt die Prävalenz von Übergewicht bei Jugendlichen in Deutschland im Jahr 2014 zwischen 10% und 18% In den letzten Jahren steigt die Prävalenz von Übergewicht und Adipositas im Kindes- und Jugendalter immer weiter an. Gerade in Industrieländern ist diese Entwicklung stark zu beobachten (vgl. Wabitsch, 2014, S. 248). Ein Risikofaktor zur Entstehung von Übergewicht ist Bewegungsmangel. Ungefähr 40% der Kinder und Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren finden heutzutage keinen Zugang zur sportlichen Betätigung (vgl. Noack, 2014, S. 3).

In dieser Hausarbeit beschäftigt sich die Autorin mit der Fragestellung, warum gerade Jugendliche mit Migrationshintergrund zur Risikogruppe für Übergewicht durch zu wenig körperliche Aktivität gehören. Der Begriff „Migrationshintergrund“ ist relativ neu und hat bisher keine einheitliche Definition. Daher werden unter diesem Begriff alle Zuwanderergruppen, als auch deren Nachkommen verstanden. Danach haben bereist eingebürgerte Migranten/innen und ebenfalls die in Deutschland geborenen Nachkommen dieser Familien einen Migrationshintergrund (vgl. Krönner, 2009, S. 30). 2014 lebten in Deutschland rund 16,4 Mio. Menschen mit Migrationshintergrund (20,3% der Bevölkerung) (vgl. Statistisches Bundesamt, 2015, S. 1). Durch die hohe Zahl der Zuwanderer wird der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund immer weiter ansteigen. Aus diesem Grund ist es entscheidend, auch diese Menschen vor gesundheitlichen Problemen zu beschützen und die Prävalenz von Übergewicht zu minimieren ist ein Ansatzpunkt, um der Entstehung verschiedener Krankheitsbilder präventiv entgegenzuwirken.

Ziel der Ausarbeitung ist es Maßnahmen abzuleiten, die dem Problem des Übergewichts entgegenwirken. Eine Möglichkeit die Jugendlichen zu erreichen, ist es das Setting Schule zu nutzen, um die Schüler für mehr sportliche Betätigung zu begeistern. In dieser Hausarbeit wird beschrieben, aus welchen Gründen sich das Setting Schule zur Anwendung der Förderungsmaßnahmen für Bewegung und Sport bei Jugendlichen eignet. Die Autorin entwickelt daher Handlungsempfehlungen für Schulen, um die Bewegung bei Jugendlichen in der Schule mit dem Fokus auf Migranten/innen zu fördern. Dadurch soll das Risiko für die Entstehung von Übergewicht minimiert werden. In dieser Ausarbeitung werden als Jugendliche alle in Deutschland lebenden Menschen zwischen 11 und 18 Jahren definiert.

2. Definition von Übergewicht

2.1. Abgrenzung von Übergewicht und Adipositas

Im Sprachgebrauch werden Übergewicht, Adipositas, Fettleibigkeit, etc. häufig synonym verwendet, obwohl sie nicht dasselbe beschreiben. Zum Beispiel können Bodybuilder, aufgrund des hohen Körpergewichts durch Muskelmasse als übergewichtig eingestuft werden. Adipositas beschreibt jedoch eine erhöhte Fettmasse. Daher sind adipöse Personen immer übergewichtig, Übergewichtige jedoch nicht immer adipös (vgl. Weber, 2008, S. 2 zit. n. Kubes, 2006, S. 6). Bei der Bestimmung des Übergewichts wird jedoch nicht das Körperfett herangezogen, sondern es beschreibt das Verhältnis von Köpergröße zu Gewicht, unabhängig von der Ätiologie (vgl. Beisel, 2006, S. 1). Ab wann ein erhöhter Fettanteil an der Köpermasse auf ein Vorliegen von Adipositas hinweist, wurde bisher in der Literatur auch nicht ganz einheitlich definiert. Heinrichs beschrieb 1982 einen erhöhten Fettgewebeanteil von über 20% des Gesamtkörpergewichts bei Männern und über 25% bei Frauen als Abgrenzkriterium für Adipositas fest. Denn normalerweise liegt dieser Wert bei Männern zwischen 10% und 14%. Bei Frauen müsste der Wert jedoch aus Sicht der Autorin höher angesetzt werden, da dieser schon bei Normalgewicht bei Frauen zwischen 20% und 24% liegt (vgl. Beisel, 2006, S. 3). Eine andere Verfahrensweise, um Adipositas von Übergewicht abzugrenzen, ist der BMI-Wert. Dort wurde festgelegt, dass z. B. bei Kindern ab dem 90. Perzentil ein Übergewicht und ab dem 97. Perzentil Adipositas vorliegt (vgl. Deutsch; Schnekenburger, 2011, S. 166).

2.2. Entstehung von Übergewicht

Aufgrund der Genetik kann ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von Übergewicht existieren. Jedoch ist dies nicht der Grund für den massiven Anstieg der Prävalenz von Übergewicht und Adipositas in den letzten Jahren, vor allem bei Kindern und Jugendlichen. Übergewicht entsteht dann, wenn mehr Energie in Form von Nahrung aufgenommen, als verbraucht wird (vgl. Petermann; Warschburger, 2007, o. S.). Dieser Zustand wird begünstigt durch die Aufnahme von hochkalorischen Getränken und fettreichen Nahrungsmitteln. Gerade in der Fast-Food-Kultur, in der auf häufig zwischendurch viele Süßigkeiten und Snacks zu sich genommen werden, besteht ein hohes Risiko für Übergewicht (vgl. Deutsch; Schnekenburger, 2011, S. 167). Jedoch gilt dieser Grundsatz nicht immer. Es gibt Kinder, die essen viele Süßigkeiten und bleiben schlank und andere essen deutlich weniger, nehmen aber trotzdem zu. Es ist ein Zusammenspiel vieler Faktoren, z.B. auch Bewegung, Lebensbedingungen, etc. die die Entstehung von Übergewicht beeinflussen (vgl. Petermann; Warschburger, 2007, o. S.). Forschungen belegen, dass eine verminderte physische Aktivität mit der Entstehung von Adipositas und Übergewicht zusammenhängt. Trainierte Individuen können ein geringes Adipositas Level halten, aufgrund der sensiblen und besser funktionierenden Mechanismen zur Fettregulierung, die durch den Sport gefördert worden sind. Die Energieumsetzung im Körper wird durch physische Aktivität maßgeblich verbessert (vgl. Beisel, 2006, S. 33).

2.3. Folgeerkrankungen von Übergewicht

Übergewicht und Adipositas stellen nicht nur ein kosmetisches Problem dar, sondern sind die bedeutendste Volkskrankheit in den Industrienationen. Die Folgeerkrankungen sind eine Belastung für das Gesundheitssystem jährlich in Höhe von mehreren Milliarden. Bereits im Kindesalter besteht bei Übergewicht ein Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen. Auch Stoffwechselerkrankungen sind eine häufige Folge von Fettleibigkeit. Der Diabetes mellitus 2 ist bei Jugendlichen in den USA bereits für ein Drittel der Diabetes-Neuerkrankungen verantwortlich (vgl. Reinehr; Wabitsch, 2010, S. 253). „Übergewicht ist ein Risikofaktor für eine erhöhte die Morbiditäts- und Mortalitätsrate.“ (Beisel, 2006, S. 1) Vorhandene Gesundheitsprobleme werden durch Übergewicht verschlimmert und es entsteht ein neuer Risikofaktor für verschiedene Krankheiten. Neben Diabetes mellitus Typ 2, kann Übergewicht vor allem Bandscheibenprobleme und Arthrose in Knie und Hüfte auslösen. Es stellt eine Mehrbelastung des Herz-Kreislaufsystems dar, wodurch eine Hypertonie (Bluthochdruck) entstehen kann. Dies wiederum kann weitere koronare Herzkrankheiten zur Folge haben (vgl. Beisel, 2006, S. 1). Weitere Schäden können Schlafapnoe (Atemaussetzer in der Nacht) mit vermehrter Müdigkeit am Tag sein, Leberschäden, Gelenkprobleme und beschleunigte Arteriosklerose. Aber auch psychische Folgeerkrankungen können aus Übergewicht resultieren. Dazu zählen beispielsweise geringes Selbstwertgefühl, Depressionen und Isolation (vgl. Deutsch; Schnekenburger, 2011, S. 167). Meist ergeben sich die psychischen Belastungen aus der verminderten körperlichen Mobilität und des äußeren Erscheinungsbildes, das in der heutigen Gesellschaft als nicht erstrebenswert angesehen wird, die durch das Übergewicht verursacht werden.

Für die Gesellschaft sind die Folgen des Übergewichts gravierend. Daher sollte gerade im Kindes- und Jugendalter präventiv gegen Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung vorgegangen werden. Denn Menschen, die unter Fettleibigkeit/ Übergewicht leiden, können nicht so leistungsstark im Berufsleben tätig sein. Durch ihre Erkrankung und die Folgeschäden fallen sie darüber hinaus dem Gesundheitssystem finanziell zur Last (vgl. Beisel, 2006, S. 2).

2.4. Bestimmung von Übergewicht bzw. Adipositas bei Kindern und Jugendlichen

Übergewicht und Adipositas können anhand des BMI-Wertes unterschieden werden. Der BMI errechnet sich aus dem Körpergewicht im Verhältnis zur Körpergröße. Das Normalgewicht liegt bei einem BMI zwischen 18,5 und 24,9 kg/m2. Ein BMI zwischen 25 und 29,9 kg/m2 weist auf das Vorliegen von Übergewicht hin und ein BMI, der größer als 30 kg/m2 ist, gilt als Indikator für Adipositas. Bei einem BMI zwischen 30 und 34,9 kg/m2 spüren die Betroffenen einen Verlust an subjektiver Lebensqualität. Es bedeutet ein erhöhtes Risiko für Begleitkrankheiten und eine geringere Lebenserwartung von zwei bis vier Jahren. Eine verkürzte Lebenszeit um acht bis zehn Jahre wird hervorgerufen durch einen BMI zwischen 40 und 45 kg/m2 (vgl. Günster et al., 2011, S. 91).

Der BMI-Wert als alleiniger Indikator für Übergewicht bzw. Adipositas ist jedoch nicht geeignet. Es spielen dabei noch viele weitere Faktoren eine Rolle. Der Aussage zufolge, aus dicken Kindern werden auch dicke Erwachsen, wurden einige Untersuchungen diesbezüglich eingeleitet und es wurde festgestellt, dass diese Aussage so nichtzutreffend ist. Beispielsweise zeigte eine Studie aus Großbritannien, dass nur 52% der adipösen Zehnjährigen im Alter von 30 Jahren immer noch unter Adipositas litten. Denn über den BMI-Wert hinaus sind noch das Geburtsgewicht, eine kurze Stilldauer, starke Wachstumsphasen, der BMI der Eltern, sowie der sozioökonomische Status des Elternhauses wichtige Aspekte, die die Entstehung von Übergewicht beeinflussen können (vgl. Schorp; Helmert, 2011, S. 35f.) Gerade bei Kindern und Jugendlichen ist der BMI ein weniger geeigneter Indikator für die Bestimmung von Übergewicht, da bei der Einteilung der Gewichtsklassen weder das Geschlecht noch das Alter berücksichtigt wird. Es finden sich in der Säuglingszeit und kurz vor der Pubertät sogenannte Fülle- Phasen wieder, die ebenfalls erhöhtes Gewicht auslösen können. Darüber hinaus gibt es noch Phasen der „Streckung“ im Vorschulalter, sowie in der Pubertät, in denen vorher dicke Kinder auf einmal ganz schlank werden (vgl. Grau, 2003, S. 17).

Bei Kindern und Jugendlichen kann ebenfalls der BMI als Bestimmungsgrad für Übergewicht bzw. Adipositas verwendet werden, es gelten dort jedoch andere Grenzwerte, welche als Perzentile (Referenzwerte) bezeichnet werden. Ein Perzentil ist ein Maß dafür, wie viele der gleichaltrigen Kinder des gleichen Geschlechts einen niedrigeren BMI Wert aufweisen. In den ersten 18 Jahren werden diese Perzentile verwendet, da sich der Körper durch Wachstum und Pubertät oft verändert (vgl. Morgenthal, 2010, S. 4).

Ein einheitliches System zur Beurteilung von Adipositas bei Kindern und Jugendlichen besteht zurzeit nicht. Es werden verschiedene anthropometrische Indikationen zur Bestimmung von übermäßiger Körperfettansammlung diskutiert. Eine Möglichkeit ist es den Taillenumfang zu messen und ihn dann auch im Verhältnis zur Köpergröße (Waist-to-Height-Ratio) und zum Hüftumfang (Waist-to-Hip-Ratio) zu stellen. Dabei ist wiederum zu beachten, dass der Taillenumfang je nach Alter, Geschlecht und ethnischer Herkunft anders sein kann. Die genauen Grenzwerte stehen bei Kindern und Jugendlichen jedoch noch aus. Mit einem erhöhten Gesundheitsrisiko müssen Jugendliche im Alter von 18 Jahren rechnen bei einem Taillenumfang ab dem 95.Perzentil bei Jungen und ab dem 90.Perzentil bei Mädchen (vgl. RKI, 2013, S. 42f.). Zur Bestimmung der subkutanen Fettmasse, kann auch die Hautfaltendicke als Messegröße herangezogen werden. Dafür werden Hautfaltenmessungen zum Beispiel an Trizeps und unter den Schulterblättern vorgenommen. Generell haben Mädchen größere Hautfaltendicken als Jungen (vgl. RKI, 2013, S. 59). Durch die Messung der Hautfaltendicke, im Vergleich zu den Referenzwerten des jeweiligen Alters, lassen sich Unterhautfettgewebe und Fettverteilung bestimmen (vgl. Morgenthal, 2010, S. 3).

3. Methodisches Vorgehen für den weiteren Verlauf der Hausarbeit

3.1. Auswahlkriterien für Literatur

Die Literatur für die Hausarbeit wird anhand einer Literaturrecherche herausgesucht. Die Autorin hat sich einige Kriterien aufgestellt, die die ausgewählte Literatur erfüllen muss, um bei der Erstellung dieser Arbeit teilzuhaben. Ziel ist es dabei, die Seriosität und die Aktualität der Quelle sicherzustellen. Folgende Kriterien müssen erfüllt werden:

1. Die Quelle muss Hinweise zum Autor/zu den Autoren und zum Erscheinungsjahr enthalten. Im besten Fall ist es keine reine Internetquelle, sondern eine Ausarbeitung, die auch Seitenzahlen enthält.
2. Die Quelle sollte nicht vor dem Jahr 2000 erschienen sein. Bei Angaben zu Prävalenzen und anderen statistischen Daten, sollten diese nicht älter als aus dem Jahr 2008 sein.
3. Es sollten vorwiegend Primärquellen verwendet werden.
4. Der Gesamteindruck des Textes sollte seriös sein. Der Autor des Textes sollte keine eigene Meinung einfließen lassen. Wissenschaftliche Belege für statistische Aussagen sollten angeführt werden.

3.2. Vorgehensweise bei der Literaturrecherche

Über verschiedene Datenbanken wird die Literaturrecherche durchgeführt.

Auf folgende wissenschaftliche Datenbanken wurde im Rahmen der Recherche zurückgegriffen:

- Statistisches Bundesamt
- Google Scholar
- Springer Portal
- Google

Darüber hinaus wurde auf folgenden Plattformen Literatur gesichtet:

- Robert-Koch-Institut
- Bundesgesundheitsblatt

Hier werden Suchbegriffe verwendet, wie: „Übergewicht“, „Kinder und Jugendliche“, „Bewegungsmangel “, „Gesundheit“ „Migrationshintergrund“, etc. Die Suchbegriffe werden durch Suchfunktionen, wie „und“ oder „*“ erweitert oder kombiniert. Für weitere Ergebnisse wird die Schreibweise variiert. Die Suchergebnisse werden hinsichtlich ihrer Themenrelevanz analysiert und gesichtet. Aus der Arbeit mit den ausgesuchten Quellen ergeben sich Verweise auf weitere Quellen oder relevante Suchbegriffe, bzw. Such Portale.

3.3. Übersicht der wichtigsten Literatur für die Hausarbeit

Tabelle 1: Übersicht der wichtigsten Literatur für die Hausarbeit

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(eigene Darstellung)

4. Prävalenz von Übergewicht bei Jugendlichen in Deutschland

4.1. Vorstellung relevanter Studien

Für die Erhebungen dieser Hausarbeit wird unter anderem die KiGGS Studie des RKI verwendet.

Die KiGGS Studie ist Bestandteil des Gesundheitsmonitorings des RKI, wodurch repräsentative Daten zur Gesundheitsentwicklung in Deutschland für alle Altersgruppen erhoben werden sollen. Die KiGGS startete 2003 mit der Basiserhebung, bei der 17.641 Kinder und Jugendliche in 167 Städten und Gemeinden in Deutschland im Alter von 0 bis 17 Jahren in Bezug auf ihre körperliche, psychische und soziale Gesundheit befragt wurden. Im Jahr 2009 wurden die in der Basiserhebung gesammelten Gesamtnettostichproben in einer Telefonbefragung wiederaufgenommen und die KiGGS Welle 1 bildete dann das Follow Up der ersten Untersuchung (vgl. Hölling et al., 2012, S. 836ff.). Von den ehemaligen Teilnehmern wurden wieder 12.000 Mädchen und Jungen bis 17 Jahre und über 4000 junge Erwachsene zwischen 18 und 24 befragt. Die gesundheitliche Entwicklung der Befragten kann dabei gut nachvollzogen werden (vgl. RKI, 2014, S. 5). Nachdem die erste Welle 2012 abgeschlossen wurde, begann 2013 die KiGGS Welle 2, bei der die Ergebnisse noch nicht veröffentlicht worden sind. Dabei werden die Probanden befragt und ebenfalls untersucht. Es kamen bei der Basiserhebung und der KiGGS Welle 2 jeweils vier ärztlich geleitete Untersuchungsteams zum Einsatz. Das mit anthropometrischen Messungen aufgebaute Untersuchungsprogramm bestand aus der Messung der Körpergröße, Gewicht, Taillenumfang, Hautfaltendicke, Blutdruck- und Pulsmessung, motorische Fähigkeiten und Fitness, Blutproben, Schilddrüsensonographie und Sehtests (vgl. Hölling et al., 2012, S. 836ff.).

Eine ebenfalls interessante Studie für diese Hausarbeit ist die KOPS. Ist erst einmal Adipositas entstanden, ist es schwierig gegen diese Krankheit wieder anzukämpfen. Daher ist die Prävention von Adipositas notwendig. Die KOPS verfolgt die Ziele, die Determinanten der frühmanifesten Adipositas zu charakterisieren, um dadurch die Adipositasinzidenz bei Kindern und Jugendlichen zu senken. Zwischen 1996 und 2001 wurden im Rahmen dieser Studie 4997 Kinder bei der Schuleingangsuntersuchung im Hinblick auf die biologischen, sozioökonomischen, ernährungs- und verhaltensbedingten Faktoren erfasst (vgl. Czerwinski-Mast et al., 2003, S. 727).

Das Jugendgesundheitssurvey der WHO hat ebenfalls Ergebnisse zum Gesundheitsstand und den Verhaltensweisen von Kindern und Jugendlichen in Deutschland gewonnen. Ziel des Surveys ist es, gesundheitsrelevante Lebensmuster bei Heranwachsenden zu erkennen. Darüber hinaus werden Sozialindikatoren ihrer Alltagswelt aus den Bereichen Familie, Schule, Freundschaft und Freizeit erhoben. Die zentralen Daten sind die Daten zum Gesundheitszustand. Der Jugendgesundheitssurvey in Deutschland ist international in die HBSC-Studie eingebunden, die von der WHO geführt wird (vgl. Hurrelmann et al., 2003, S. 1f.).

4.2. Vergleich der Prävalenz von Übergewicht bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund mit der Prävalenz bei Jugendlichen ohne Migrationshintergrund

Laut Untersuchungen liegt die Prävalenz von Übergewicht (> 90. Perzentil) bei Jugendlichen in Deutschland im Jahr 2014 zwischen 10% und 18%. Die Prävalenz von Adipositas (> 97. Perzentil) liegt bei 4-8% der Schüler in Deutschland. Mit Zunahme des Jugendalters, nimmt auch die Prävalenz zu. In den letzten Jahren steigt die Prävalenz von Übergewicht und Adipositas im Kindes- und Jugendalter immer weiter an. Gerade in Industrieländern ist diese Entwicklung stark zu beobachten. Die ersten repräsentativen Ergebnisse bezüglich der Prävalenzzahlen stammen aus der KiGGS- Welle 1. Zu dem Zeitpunkt 2006 waren 15% der Kinder und Jugendlichen übergewichtig und 6,3% litten unter Adipositas. Im Gegensatz zu den Daten aus den Mitte 1980er Jahren hatten sich die Ergebnisse beim Übergewicht um 50% gesteigert und bei den adipösen Heranwachsenden sogar verdoppelt (vgl. Wabitsch, 2014, S. 248).

Eingeteilt in die Altersklassen waren bei den Ergebnissen der KiGGS-Welle 1 18,9 % der 11-13-Jährigen und 17% der 14- 17-Jährigen Mädchen in Deutschland übergewichtig sind, sowie 18,3% der 11-13- Jährigen und 17,2% der 14-17-Jährigen Jungen (vgl. RKI, 2006, S. 29).

Für die weiteren Erkenntnisse über die Prävalenz von Übergewicht bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund wird die Ausgangssituation dargestellt. 2014 lebten in Deutschland rund 16,4 Mio. Menschen mit Migrationshintergrund (20,3% der Bevölkerung). Gegenüber dem Vorjahr war dies ein Anstieg von 3%. Dies ist durch die wachsende Zahl der zuwandernden Bevölkerung zu erklären (vgl. Statistisches Bundesamt, 2015, S. 1). Im vergangenen Jahr wurden 476 49 Flüchtlinge registriert. Die meisten von ihnen kamen aus Syrien. Die tatsächliche Anzahl der Flüchtlinge, die in Deutschland Schutz suchen, soll jedoch bei 1,1 Mio. im letzten Jahr gelegen haben und die Zahlen steigen weiter an (vgl. Süddeutsche Zeitung, 2016, o. S.). Dies bedeutet einen weiteren Anstieg der Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland. Die Förderung von Bewegung und gesunder Ernährung zur Prävention von Übergewicht schon in jungen Jahren, gewinnt somit auch an Bedeutung.

Die KOPS fand heraus, dass Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund häufiger von Übergewicht betroffen sind, als deutsche Kinder. Sie leben ebenfalls häufiger in Familien mit einem niedrigeren SES. Internationale Studien konnten zeigen, dass die sozialen Unterschiede in Bezug auf die Prävalenz von Übergewicht in den letzten 20 Jahren immer mehr an Bedeutung zunahmen. Zwischen Ernährung, Bewegung und dem sozialen Status existiert häufig ein Zusammenhang. Kinder und Jugendliche aus sozial schwächeren Familien konsumieren häufiger Limonaden, Fast- Food und Weißbrot. Sie essen dahingegen weniger Obst und Gemüse und schauen häufiger Fernsehen. Die soziale Determinante kann also die Entstehung von Übergewicht teilweise erklären. Die KOPS ermittelte, dass 11,7% der untersuchten deutschen Kinder zwischen 6 und 14 Jahren übergewichtig bzw. adipös waren. In der Untersuchung waren nur 9,6% der Probanden Migranten/innen und von diesen sind 20,2% übergewichtig oder adipös gewesen (vgl. Lange et al., 2010, S. 707f.).

Am stärksten sind die Unterschiede zu Nicht- Migranten bei den 7-10-Jährigen (vgl. RKI, 2006, S. 29). „Es zeigt sich, dass Kinder mit niedrigem Sozialstatus und mit Migrationshintergrund etwa zwei- bis dreimal seltener Sport machen als Kinder mit hohem Sozialstatus und ohne Migrationshintergrund.“ (RKI, 2006, S. 53)

Um die Unterschiede von Jugendlichen mit einem niedrigen SES zu denen mit einem hohen SES festzustellen, ist es entscheidend zu definieren, an welchen Kriterien ein hoher bzw. niedriger SES festgemacht wird.

Bei der KOPS Studie wurde der SES anhand der Schulbildung der Eltern festgemacht. Hatten beide Elternteile keinen oder einen Hauptschulabschluss, wurde der SES als niedrig definiert. Bei einem Elternteil mit Realschulanschluss, galt der SES als mittel und bei einem Elternteil mit Abitur als hoch (vgl. Lange et al., 2010, S. 708).

Der Kinder- und Jugendgesundheitssurvey der KiGGS veröffentlichte Ergebnisse, in denen festgestellt werden konnte, dass sowohl der soziale Status, der häufig in Verbindung mit der Herkunft steht und der Migrationshintergrund Einfluss auf die Prävalenz von Übergewicht bei Kindern- und Jugendlichen in Deutschland nimmt.

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Details

Seiten
37
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668563223
ISBN (Buch)
9783668563230
Dateigröße
765 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v378994
Institution / Hochschule
APOLLON Hochschule der Gesundheitswirtschaft in Bremen
Note
1,3
Schlagworte
Prävention Übergewicht Jugendliche Migrationshintergrund Sport Bewegung Ernährung Gesundheit Adipositas

Autor

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Titel: Die Entstehung von Übergewicht durch Bewegungsmangel bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund