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Immanuel Kant über Pädagogik. Eine Betrachtung der Aufgaben, Sinn und Zweck der Erziehung nach Kant

Hausarbeit 2013 10 Seiten

Philosophie - Philosophie des 17. und 18. Jahrhunderts

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Aufgaben der Erziehung
2.1 Disziplin
2.2 Kultivierung/ Zivilisierung
2.3 Moralisierung

3. Sinn und Zweck der Erziehung
3.1 Physische und Praktische Erziehung
3.2 Sittlichkeit und Freiheit

4. Schlussfolgerung

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit den Aufgaben, dem Sinn und dem Zweck der Erziehung nach Kant. Dabei soll der sich daraus ergebende Zusammenhang zwischen Zwang, oder auch Sittlichkeit, und Freiheit näher erläutert werden. Bei seiner Reformpädagogik handelt es sich um ein Konzept einer „transzendentalen Logik“ (KrV, 1781). Dabei basiert sein Verständnis eines pädagogischen Systems auf einem naturunabhängigen Moral- oder Sittengesetz. Anhand der verschiedenen Erziehungsstufen werde einzelne Aspekte in Bezug auf die zwingende Notwendigkeit von Erziehung und die damit verbundene Freiheit deutlich. Um diesen Prozess verständlicher zu machen, werden einzelne Entwicklungsetappen aufgezeigt.

2. Aufgaben der Erziehung

2.1 Disziplin

Kant eröffnet in seiner Vorlesung über Pädagogik (erschienen 1803) einleitend mit dem Satz: „Der Mensch ist das einzige Geschöpf, das erzogen werden muß“ (Päd Bd. 10, A 1). Es wird deutlich, dass für ihn Erziehung eine notwendige Tatsache ist. Gegensätzlich zum tierischen Verhalten, lässt er bemerken, dass der Mensch in seinem Leben nicht festgesetzt ist. Dinge die das Tier durch seinen Instinkt leitet, bleiben dem Menschen vorbehalten, denn er hat keinen instinktiv, gesteuerten Verstand. Der Mensch unterliegt der Anleitung anderer, zwar besitzt er eine „eigene Vernunft“, jedoch ist es ihm nicht vorbehalten, sich nach seiner Geburt in die Führung Außenstehender Personen zu begeben, da ihm die Fähigkeit selbst zu planen, anfänglich noch nicht angeeignet ist. Der Mensch befindet sich in einem Erziehungsprozess, dessen Urheber er nicht alleine ist (vgl. ebd. A 2). Kant merkt an, dass der Mensch von Natur aus ein freiheitsliebendes Wesen ist. Um dieses zu unterbinden ist es von Nöten die Menschen zu züchtigen und zu disziplinieren. Das sollte seiner Auffassung nach schon im frühen Kindesalter geschehen, denn eine Änderung je mehr Zeit vergeht, wird sich letztendlich als schwierig erweisen, „Daher muß der Mensch frühe gewöhnt werden, sich den Vorschriften der Vernunft […] so behält er eine gewisse Wildheit durch sein ganzes Leben“ (ebd. A 4-5). Vor dem Hintergrund bleiben auch bei mangelnder Disziplin und Unterweisung eines Menschen, die ihm auferlegten erzieherischen Maßnahmen, fern. Jedoch ist die Weitläufigkeit der Unterweisungen begrenzt, denn man weiß nie wie ausgeprägt die natürlichen Anlagen sind.

Weiterhin führt Kant auf, dass im Rahmen der Disziplin, Strafe und Zwang nicht auszuschließen sind. Wenn Grenzen gegeben sind, dann auch durch diese Bestimmungen. Disziplin trägt für Kant einen verhütenden, aber keinen richtungsweisenden Charakter und wird von ihm deshalb als negative Bestimmung gesehen.

2.2 Kultivierung/ Zivilisierung

Anders als bei der Disziplin, welche Kant eher als negativ konnotiert, gehört die Kultivierung und Zivilisierung zum positiven Teil der Erziehung. Während man bei der Wartung und Disziplin nicht so viel den Verstand eines Kindes einfordert, werden bei der Kultivierung Gewandtheit und Fertigkeiten entwickelt (vgl. ebd. A 22). Die Selbstständigkeit kommt hier nach und nach am weitesten zum Tragen. Durch äußere Einflüsse und Unterweisungen ist ein Kind in der freien Entfaltung eingeschränkt, das höchste Maß an Erziehung kann nicht erreicht werden. Es muss durch eigenes üben und lernen zu einer besseren Entwicklung kommen. Je größer die Abhängigkeit durch künstliche Werkzeuge, desto eingeschränkter die Autonomie. Für Kant gibt es zweierlei Aspekte. Einmal die mechanische Erziehung ohne Plan, welche für ihn nur auf günstige Gelegenheiten beruht, also nicht durchdacht und durch Fehler und Mängel behaftet ist. Oder die Erziehungskunst auf begründeten Urteilen beruhend. Aber dass was für ihn den Menschen voran bringt, ist es sich seines eigenen Verstandes zu bedienen (vgl. ebd. A 16-17). Durch den ungebundenen Gebrauch der eigenen Vernunft wird es möglich sittlich autonom zu sein. Für die nächste Stufe, Zivilisierung, wird der Mensch durch Kultivierung vorbereitet. Hat er den Grad an Eigenständigkeit erlangt, bleibt es nun jedoch nicht aus, sich in der Welt zu integrieren und in eine Gesellschaft einzubringen und zu entwickeln. Die somit gewonnen Autonomie muss zivilisiert werden. Als kultivierter Mensch erhält er Anerkennung als Individuum seiner selbst, in der Zivilisierung bekommt sein Ansehen und die zu erlangende Klugheit, ein Wert als Ganzes. (vgl. Niethammer, 1980, S. 179). Wichtig ist, dass der Mensch sich dem gesellschaftlichen Bild anpasst. Um mit anderen Menschen zu verkehren, ist ein gewisser Umgang mit festgesetzten Verhaltensweisen von Nöten. Manieren, Gehorsam und Weltklugheit sind hervorzuhebende Merkmale, um sich dem Zwecke der Menschheit zu bedienen. Freiheit und Notwendigkeit werden miteinander verbunden. Einerseits muss der Mensch lernen über die natürlichen Gesetze seiner Mitmenschen zu gebieten, wodurch ein gewisser Grad an Freiheit erlangt wird, andererseits ist seine Tragfähigkeit eingeschränkt, da er sich den bürgerlichen Regeln fügen muss. Die Maxime der Gesellschaft, sollten als eigene anerkannt werden. Dabei entsteht ein Zwiespalt für den Menschen. Mit der entwickelten Weltklugheit ist die moralische Autonomie eingeschränkt.

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Details

Seiten
10
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783668565463
ISBN (Buch)
9783668565470
Dateigröße
507 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v378831
Institution / Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Note
2,8
Schlagworte
immanuel kant pädagogik erziehung sittlichkeit freiheit
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Titel: Immanuel Kant über Pädagogik. Eine Betrachtung der Aufgaben, Sinn und Zweck der Erziehung nach Kant