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Der ERP-Markt. Märkte, Anbieter und Produkte

Wie ist der Markt für ERP-Software segmentiert und wer sind die wichtigsten Anbieter?

Hausarbeit 2016 28 Seiten

BWL - Handel und Distribution

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG
1.1. PROBLEMSTELLUNG UND ZIELSETZUNG
1.2. GANG DER UNTERSUCHUNG

2. THEORETISCHE GRUNDLAGEN VON ERP-SYSTEMEN
2.1 HISTORISCHE ENTWICKLUNG
2.2 DEFINITION
2.3 MERKMALE
2.4 AUFGABEN UND ZIELE
2.5 KLASSIFIZIERUNG

3. ERP-MARKT
3.1 MARKTSEGMENTIERUNG
3.1.1 DIE FÜNF WICHTIGSTEN ANBIETER VON ERP-SOFTWARE
3.1.2 OPEN-SOURCE-ERP-SYSTEME
3.2 MARKTANTEILE DER ANBIETER INTERNATIONAL UND IN DEUTSCHLAND

4. SCHLUSSBETRACHTUNG
4.1 ZUSAMMENFASSUNG
4.2 FAZIT
4.3 AUSBLICK

LITERATURVERZEICHNIS

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

Abbildung 1: Evolution der ERP-Systeme

Abbildung 2: Funktionsbereiche eines ERP-Systems

Abbildung 3: Formen der Integration

Abbildung 4: Richtungen der Integration

Abbildung 5: Klassifizierung von ERP-Software

Abbildung 6: Positionierung von Standard- und Individualsoftware

Abbildung 7: Segmente des Marktes für ERP-Systeme

Abbildung 8: Auswahl von Open-Source-ERP-Systemen

Abbildung 9: Marktanteile der ERP-Anbieter weltweit im Jahr 2013

Abbildung 10: Marktanteile der ERP-Anbieter in Deutschland von 2011 bis 2013

Abbildung 11: Weltweiter Umsatz mit ERP von 2010 bis 2012 und Prognose bis 2017

1. Einleitung

1.1. Problemstellung und Zielsetzung

Enterprise-Resource-Planning-Systeme (ERP-Systeme) sind heute zentraler Bestandteil vieler Unternehmen weltweit. ERP-Systeme sind betriebliche Informationssysteme, die alle organisatorischen und zwischenbetrieblichen Geschäftsprozesse umfassen, und werden, obwohl sie als sehr komplex aufgebaute Softwaresysteme angesehen werden, als ausgereift eingestuft.1 Schon im Jahr 1998 hatten ca. 40 % aller Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über 1 Mrd. US-Dollar ERP-Systeme in Betrieb.2 Es gibt nahezu keinen Bereich in Unternehmen, in denen ERP-Software keine Rolle spielt.3

In der vorliegenden Arbeit werden relevante theoretische Grundlagen zum Verständnis von ERP-Systemen beschrieben, um den ERP-Markt in Orientierung an folgender Leitfrage zu ergründen:

Wie ist der Markt für ERP-Software segmentiert und wer sind die wichtigsten Anbieter?

Aufgrund der begrenzten Seitenzahl werden die Segmente des ERP-Marktes lediglich aufgeführt, ohne den Fokus auf die einzelnen Segmente zu richten.

1.2. Gang der Untersuchung

Die nachfolgenden Ausführungen sind in zwei Abschnitte untergliedert. Dabei werden im ersten Abschnitt die theoretischen Grundlagen von ERP-Systemen aufbereitet, indem zunächst die Geschichte dieser rekonstruiert und verschiedene Definitionen des Begriffs ERP vorgestellt werden. Sodann werden die Merkmale von ERP-Software dargelegt. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf dem Aspekt der Integration. In einem nächsten Schritt werden die Aufgaben und Ziele von ERP-Software sowie die wichtigsten Möglichkeiten zu ihrer Klassifizierung dargelegt und erläutert.

Im zweiten Abschnitt geht es darum, den ERP-Markt zu charakterisieren und entsprechende Segmentierungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Zu diesem Zweck werden zunächst die fünf wichtigsten Anbieter von ERP-Systemen und deren Produkte vorgestellt. Vor dem Hintergrund dieser Ausführungen wird sodann die eingangs angeführte Leitfrage beantwortet. In den anschließenden Ausführungen werden zum einen Open-Source-ERP-Systeme betrachtet und zum anderen die Anteile von ERP- Anbietern am deutschen und internationalen Markt aufgezeigt und analysiert.

Im Schlussteil der vorliegenden Arbeit werden die wichtigsten Ergebnisse resümiert, zudem werden in einem kurzen Ausblick Überlegungen dahingehend angestellt, wie sich ERP-Systeme vermutlich in der Zukunft entwickeln werden.

2. Theoretische Grundlagen von ERP-Systemen

2.1 Historische Entwicklung

Der Begriff Enterprise-Resource-Planning hat sich in historischer Perspektive über mehrere Jahrzehnte aus den Vorläufern Material-Requirements-Planning (MRP) und Manufacturing-Resource-Planning (MRP II) entwickelt.4 In den sechziger Jahren erschienen erstmals die sogenannten MRP-Systeme auf dem Markt, die das ursprüngliche Planungskonzept für die Stücklistenauflösung bildeten. Diese Systeme ermöglichten die Berechnung von Bedarfsmengen und -zeitpunkten.5 Das MRP- Konzept erfuhr eine kontinuierliche Weiterentwicklung, um Mängel und Defizite, etwa die fehlende Integration der Produktions- in die Vertriebsplanung und die Finanzbuchhaltung, zu beheben. Das Ergebnis dieses Entwicklungsprozesses war das Konzept MRP II, das in den siebziger Jahren auf den Markt kam. Es unterschied sich von seinen Vorläuferkonzepten vor allem im Hinblick auf Funktionen im Bereich der Produktion sowie die Integration in den Vertrieb.6 Die folgende Grafik veranschaulicht die Entwicklungsgeschichte der ERP-Systeme.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Evolution der ERP-Systeme7

Im nächsten Entwicklungsschritt entstand das Produktionsplanungs- und Steuerungssystem (PPS), bei dem die Funktion der Planung durch Steuerungsfunktionen ergänzt wurde.8 Bei den ersten PPS-Systemen handelte es sich primär um Materialplanungssysteme, die im Nachhinein von vielen Herstellern zu ERP- Systemen umfunktioniert wurden. Grundlegend wurde dabei die Zusammenführung von Finanzbuchhaltung, Kostenrechnung sowie Lohn- und Gehaltsabrechnung verbessert.9

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der Lebenszyklus der PPS-Systeme in den gegenwärtigen ERP-Systemen reflektiert wird. Der Begriff ERP selbst entstand erst in den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts.10

2.2 Definition

Die Überschrift zu diesem Abschnitt ist insofern etwas irreführend, als es keine verbindliche, allseits anerkannte Definition des Begriffs ERP gibt.11 Ein Blick in die einschlägige Literatur zeigt vielmehr, dass diesbezüglich eine Fülle von Definitionen vorliegt. Exemplarisch angeführt sei hier eine Definition von Sarriegi aus dem Jahr 2006:

„ ERPs are information systems that manage the data for a company ’ s main business processes, from customer orders to accountability. Their functions include data capture, processing, and customized distribution to any end user. “ 12 Gemäß dieser Definition handelt es sich beim ERP-Konzept um eine Unternehmenssoftware für betriebswirtschaftliche Anwendungen. Dabei wird insbesondere die Funktion der Unterstützung der operativen Prozesse in Unternehmen hervorgehoben.

Die sinngemäße deutsche Übersetzung des Begriffs Enterprise-Resource-Planning ist Unternehmensressourcenplanung. Dabei werden funktionsübergreifende Softwarelösungen generiert, welche die Abläufe in einer Organisation unterstützen.13 Unter einem ERP-System wird allgemein eine integrierte betriebswirtschaftliche Anwendungssoftware verstanden, die aus mehreren Komponenten zusammengesetzt ist. Mit diesem System lassen sich die verschiedensten Bereiche und operativen Prozesse eines Unternehmens EDV-gestützt bearbeiten. Die Integration der diversen Aufgaben durch eine zentrale Datenbank steht hierbei im Vordergrund.14

Die folgende Abbildung veranschaulicht die typischen Funktionsbereiche eines ERP- Systems in Unternehmen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Funktionsbereiche eines ERP-Systems15

Ein Unternehmen ist eine selbstständige organisatorische Einheit, die in der Regel nach erwerbswirtschaftlichen Prinzipien handelt.16 Ihr stehen dabei materielle Ressourcen (etwa Kapital und Betriebsmittel) sowie immaterielle Ressourcen (Personal) zur Verfügung, die eingesetzt werden, um Handlungen für den betrieblichen Ablauf möglichst effizient einzuplanen.17 Den vollzogenen Handlungen wiederum liegen Planungen zugrunde, d. h. Prozesse, in denen zielgerichtete Entscheidungen getroffen werden.18 Auf der Grundlage der soeben erläuterten Begriffe Unternehmen, Ressourcen und Planung charakterisiert Kees den Begriff ERP folgendermaßen:

„ Unter Enterprise Resource Planning (ERP) versteht man die gedankliche Vorbereitung zielgerichteter Entscheidungen im Zusammenhang mit der Nutzung von materiellen und/oder immateriellen Ressourcen in einer planvoll organisierten Wirtschaftseinheit, um Leistungen und Güter herzustellen und/oder abzusetzen. “ 19 Im Weiteren werden die Merkmale von ERP-Software benannt und erläutert.

2.3 Merkmale

Die Besonderheit von ERP-Software ist, dass es mit ihrer Hilfe gelingt, die Gesamtheit der Tätigkeiten und Abläufe in einem Unternehmen zu veranschaulichen. Dies wird primär durch die ganzheitliche Erfassung von Geschäftsprozessen und die Automatisierung von Aufgaben ermöglicht.20

ERP-Software weist zahlreiche Merkmale auf, etwa Flexibilität, Internationalität, Automatisierung, Mobilität etc. Die wesentliche funktionale Eigenschaft eines ERP- Systems ist indes die Integration; entsprechend wird sich im Weiteren detailliert damit befasst.21 Zum Merkmal der Integration gehören die vier Parameter Reichweite, Richtung, Gegenstand und Umfang, die im folgenden Diagramm bildlich dargestellt werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Formen der Integration22

In den Gegenstandsbereich der Integration fallen demnach Programme, Funktionen, Daten, Methoden oder Vorgänge bzw. Prozesse, die durch eine zentrale Datenbank miteinander verbunden sind. Dabei können z. B. Stammdaten wie Kunden, Lieferanten, Materialien oder Konditionen aus allen Unternehmensbereichen genutzt und ausgewertet werden. Zudem können sie zum Zwecke der Planung, Kontrolle und Steuerung von Unternehmensabläufen verwendet werden.23 Bemerkenswert ist dabei, dass diese Daten nur einmal, nämlich bei ihrer Entstehung, erfasst werden und fortan als Informationsgrundlage für alle anderen Module des ERP-Systems fungieren.24 Die Integration verschiedener Geschäftsprozesse ist ein sehr komplexer Vorgang. Im Bereich des Rechnungswesens kann etwa die Buchung eines Warenausgangs die direkte Verbuchung auf entsprechenden Vorratskonten auslösen.25

In einer Veröffentlichung aus dem Jahr 2012 erläutert Gronau den Parameter Reichweite der Integration folgendermaßen:

„ Die Reichweite der Integration beschreibt, inwieweit innerhalb eines abgegrenzten organisatorischen Bereiches, eines Prozesses, eines gesamten Unternehmens oder zwischen Unternehmen, alsoüber die Unternehmensgrenze hinaus, integriert wird. “ 26 Die Reichweite orientiert sich an der Organisation eines Unternehmens. Eine geringe Integration weisen eingängige Programme der einzelnen Abteilungen auf, die unabhängig voneinander eingesetzt werden. Die Integrationsreichweite lässt sich hierbei durch die Verbindung einzelner Programme steigern, wodurch der Datenaustausch vereinfacht wird.27 Die höchste Form der Integration bezogen auf die Reichweite wird durch die unternehmensübergreifende Integration von ERP-Systemen erzielt. So kann beispielsweise der Zugriff auf die eigene Software durch Zulieferer ermöglicht werden.28

Die Richtung der Integration von ERP-Systemen orientiert sich dagegen an der Aufbauorganisation eines Unternehmens. Dabei wird wie folgt zwischen horizontaler und vertikaler Integration unterschieden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Richtungen der Integration29

Bei der horizontalen Integration geht es um die Verbindung der verschiedenen Teilbereiche eines Unternehmens entlang der betrieblichen Wertschöpfungskette, d. h. die Integration innerhalb des Prozesses der Leistungserstellung.30

[...]


1 Vgl. Hecht (2014), S. 9.

2 Vgl. Brehm (2001), S. 1.

3 Vgl. Weißbach (2006), S. 8.

4 Vgl. Frötschl (2015), S. 38.

5 Vgl. Osterhage (2014), S. 3.

6 Vgl. Brehm (2001), S. 11.

7 Quelle: Watson (1999), S. 7.

8 Vgl. Jungebluth (2013), S.15f.

9 Vgl. Finger (2012), S. 37f.

10 Vgl. Kurbel (2011), S. 12.

11 Vgl. Meinel (2010), S. 3.

12 Quelle: Sarriegi (2006), S. 94.

13 Vgl. Gronwald (2015), S. 59.

14 Vgl. Hansen (2015), S. 181.

15 Quelle: Grobman (2008), S. 4.

16 Vgl. Schäfer-Kunz (2012), S. 4.

17 Vgl. Grobman (2008), S. 3.

18 Vgl. Döring (2013), S. 275.

19 Quelle: Kees (2015), S. 17.

20 Vgl. Frötschl (2015), S. 40.

21 Vgl. Promberger (2003), S. 40.

22 Quelle: Gronau (2010), S. 6.

23 Vgl. Leiting (2012), S. 52.

24 Vgl. Steiner (2014), S. 30.

25 Vgl. Jacob (2008), S. 2.

26 Quelle: Gronau (2012), S. 41.

27 Vgl. Görtz (2007), S. 28.

28 Vgl. Gronau (2010), S. 6.

29 Quelle: Görtz (2007), S. 28.

30 Vgl. Hecht (2014), S. 10.

Details

Seiten
28
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668557598
ISBN (Buch)
9783668557604
Dateigröße
973 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v378614
Institution / Hochschule
Northern Business School
Note
1,3
Schlagworte
ERP Markt Anbieter Produkte Software System Merkmale Aufgaben und Ziele Klassifizierung Open-Source Marktsegmentierung Integration Funktionsbereich SAP Oracle Microsoft Sage Infor Marktanteil Enterprise-Resource-Planning

Autor

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