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Protektionismus im globalen Handel. Definition, Ziele und Instrumente des Protektionismus

Studienarbeit 2017 5 Seiten

VWL - Makroökonomie, allgemein

Leseprobe

1. Einleitung

Weltwirtschaftliche Handelsbeziehungen werden von international agierenden Institutionen und deren Regelungen geordnet. Eine globale Gültigkeit hat das allgemeine Zoll- und Handelsabkommen (GATT)1, aus dem 1994 die Welthandelsorganisation (WTO) gegründet wurde.2

Zwischenstaatliche Außenhandelsbeziehungen werden vermehrt durch protektionistische Eingriffe gestört.3 Die Welthandelsorganisation erfasst in einem halbjährlichen Bericht alle protektionistischen Maßnahmen der 20 größten Volkswirtschaften (G20): In den letzten sechs Jahren hat sich die Zahl der importbeschränkenden Maßnahmen der G20 fast vervierfacht.4 Dieser Trend zeigt, dass nur eine multilaterale Ordnungsform den Welthandel regulieren kann.5

Die Zunahme der Handelshemmnisse dient als Anlass den „Protektionismus“ in der vorliegenden Arbeit zu untersuchen. Im Folgenden soll dieser definiert und dessen Ziele erläutert werden. Darauf aufbauend wird auf mögliche Maßnahmen und Instrumente eingegangen.

2. Definition Protektionismus

Ein freier Welthandel trägt zur Steigerung der allgemeinen Wohlfahrt bei. Dennoch wird in der wirtschaftspolitischen Praxis der Außenhandel immer wieder von Staaten beeinträchtigt oder unterbunden.6 Die Beeinträchtigung des Handels, zum Schutz der eigenen Wirtschaft, bezeichnet man als Protektionismus.7 Definiert wird der Begriff als „Maßnahmen der Wirtschaftspolitik, die dazu dienen sollen, die eigene Volkswirtschaft oder bestimme heimische Wirtschaftszweige vor ausländischer Konkurrenz zu schützen“ (Wildmann, 2016).

Der Protektionismus umfasst zwei Perspektiven, die Beeinträchtigung und den Schutz. Beeinträchtigung aus Sicht anderer Staaten (z.B. Handelspartnern). Der Schutz aus Sicht der eigenen Wirtschaft.8 Im Nachfolgenden Kapitel sollen die Ziele dessen erläutert werden.

3. Ziele des Protektionismus

Protektionismus entsteht aus der Konsequenz, dass Staaten die aus dem Freihandel resultierenden Marktergebnisse nicht akzeptieren. Es werden Eingriffe in den Freihandel vorgenommen, um die Erreichung bestimmter staatlicher Ziele gewährleisten zu können.9

Dazu gehören:

- Schutz von inländischen Wirtschaftssektoren vor überlegender ausländischer Konkurrenz,
- Verbesserung der staatlichen Zahlungsbilanz,
- Erhöhung des inländischen Beschäftigungsniveaus,
- Beeinflussung der inländischen Einkommensverteilung,
- Verringerung internationaler Abhängigkeiten,
- staatliche Einnahmen durch Zölle,
- Verbesserung des Verhältnisses zwischen Import- und Exportpreisen (Terms of Trade)
- und die Bestrafung oder Kompensation von Handelsbeschränkungen anderer Staaten, sein.10

Das Ziel ist der Schutz inländischer Produktions- und Wirtschaftszweige. Der Protektionismus soll den Erhalt bestimmter Branchen sichern, die sich im freien Wettbewerb nicht behaupten können oder partiell verdrängt werden. Durch staatliche Markteingriffe, sollen Beschäftigungs-, Einkommens- und Produktionseinbußen verhindert werden.11

4. Instrumente des Protektionismus

Einem Staat stehen politische Instrumente und Maßnahmen zu Verfügung, um die in Kapitel 3 genannten Ziele einer protektionistisch orientierten Außenpolitik umzusetzen. Diese sind in Tabelle 1 zusammengefasst dargestellt. Man unterscheidet dabei zwischen dem tarifären- und nicht-tarifären Protektionismus.12

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Instrumente Protektionismus13

Der tarifäre Protektionismus beinhaltet alle direkten staatlichen Importbeschränkungen, die zum Schutz inländischer Branchen vollzogen werden. Zum Beispiel durch anfallende Importzölle (u.a. Mengen-, Wertund Gleitzoll). Hier liegt eine direkte Preisbeeinflussung von Gütern vor, darunter fallen auch Subventionszahlungen an Exporteure oder inländische Anbieter von Importsubstitutionsgütern.

Nicht-tarifärer Protektionismus dient als Sammelbegriff für alle sonstigen handelsbeschränkende Maßnahmen, in dem indirekt Einfluss auf Warenströme genommen wird. Beispielweise durch die Verhängung von Importkontingenten.

Ebenfalls können Güterpreise durch Mengen- und Wertbegrenzungen beim Import beeinflusst werden. Im Extremfall kann eine solche Kontingentbegrenzung bis zum Importverbot führen.14

[...]


1 GATT = General Agreement on Tarifs and Trade

2 WTO = World Trade Organization

3 Vgl. Haas, Neumair 2006, S. 61

4 Vgl. Decker, Sablowski 2017, S. 7

5 Vgl. Haas, Neumair 2006, S. 61

6 Vgl. Haas, Neumair 2006, S. 62

7 Vgl. Wildmann 2016, S. 114

8 Vgl. Wildmann 2016, S. 114

9 Vgl. Dieckheuer 2001, S. 151

10 Vgl. Haas, Neumair 2006, S. 61-63

11 Vgl. Haas, Neumair 2006, S. 63

12 Vgl. Eibner 2006, S. 107

13 Eigene Darstellung in Anlehnung an Rübel 2013, S. 167

14 Vgl. Rübel 2013, S. 166-167

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Titel: Protektionismus im globalen Handel. Definition, Ziele und Instrumente des Protektionismus