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Frauen - ein anderes Volk

Die Ehe in der jüdischen Tradition

Seminararbeit 2004 17 Seiten

Judaistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Frauen- ein anderes Volk

3. Die Ehe in der jüdischen Tradition

4. Probleme der Verhütung

5. Die Geburt

6. Menstruation

7. Torah lernen und Frauen. Darf sie oder darf sie nicht?

8. Die Figur der gelehrten Frau, ihre Herkunft Familienbeziehungen, Identität

9. Geschichte ohne „Happy end“- Rashi’s Version

10. Frauenerzählungen in Talmud
- Heroische Erzählungen.
- Diener.
- Proselyten.
- Prostituierten
- Hexen.
- Frauen und Wein.

11. Ein Blick von der heutigen Sicht

12. Literaturquellen

1. Einleitung.

Im Seminar „Der Tanna- wo steht er, daß er lehrt...?“ (Einführung in die Talmudim),

haben wir über die beiden Talmudim gesprochen. Sie sind ein wichtiges Bestandteil des Judentums. Man kann sich das Judentum ohne Talmud überhaupt nicht vorstellen.

Die wichtigsten Gelehrten in der Geschichte des Talmuds waren alle männlich und die Tradition war immer vom Vater zum Sohn übermittelt. Frauen waren vom Lernen der Tradition jahrelang ausgeschlossen. Erst im 20. Jahrhundert haben die Frauen Zugang zur religiösen Lehre bekommen. Es gibt heute Frauen, die als Rabbiner in nicht-orthodoxen jüdischen Gemeinden dienen. Natürlich unterscheidet sich die Stellung der Frau unserer Zeiten von ihrer Stellung in den Zeiten des Talmuds.

Viele Wissenschaftler meinen, dass die Rabbiner der talmudischen Zeiten nicht gerade „frauenfreundlich“ waren. Waren die Rabbiner wirklich solche „Frauenhasser“?

Wie werden Frauen in Talmud dargestellt?

Wie hat sich die Stellung der Frau entwickelt?

Wie immer, wenn man über die Periode der Talmudim spricht, mangelt es an genaue historische Informationen. Über Frauen in der Antike gibt es noch weniger Belege. Viele Wissenschaftler haben sich mit dem Problem auseinandergesetzt.

2. Frauen - ein anderes Volk?

Talmud Shabbat 62 a bezeichnet Frauen als ein „separates Volk.“ Diese Ansicht kommt aus Genesis 2:4. Die Frauen

sind den Männern untergeordnet und sind viel weiter von der Welt der geistigen und G-ttlichen entfernt. (Judith Baskin). An vielen Stellen im Talmud werden Frauen als soziale Gefahr betrachtet. Insbesondere ist ihre Sexualität eine „Versuchung“. Deswegen werden die Kontakte zwischen der Frauen- und Männerwelten extrem begrenzt. Judith Baskin hat die negativen Eigenschaften, die der Frauen zugeschrieben werden, aufgelistet. Das sind, zum Beispiel

u. A. :

- Hexerei (Mishna Avot 2:7,
- Dummheit (BT Shabbat 33 b),
- Unehrlichkeit (Genesis Rabba 18:2) etc.

Die Tätigkeit der Frauen ist begrenzt. Ihre wichtigste Aufgabe ist es, sich um die Familie zu kümmern. Um den Männern das Torahstudium zu ermöglichen, muss jemand das Essen vorbereiten, den Haushalt sauber halten, sich um die Kinder kümmern, usw. Dafür braucht man eine Ehepartnerin. Die Ehe ist sehr wichtig in der jüdischen Tradition. „ Marriage was so important that the Talmud warned: And whoever lives without a wife lives without well-being, without blessing, home, Torah, protective wall, without peace“. (Lawrence Fuchs, 55) Wenn die Frauen die von ihnen erwarteten Rollen erfüllen, sind sie in der Gesellschaft geehrt.

3. Die Ehe in der jüdischen Tradition

Die Ehe in der jüdischen Tradition hat zwei wichtige Zwe>„ Female sexuality for a holy purpose- saving the Jewish people, providing loving...companionship to one’s husband – was honoured by the Rabbis of the talmudic era.“ (Lawrence Fuchs, 49.)

Im Vergleich zu den anderen Kulturen ist die jüdische Einstellung zur Ehe sehr positiv. Ein Judischer Mann braucht shalom bayit um Torah lernen zu können.

Auf einer Seite ist die Ehegattin da, um dem Mann von „sündhaften“ Gedanken abzulenken, andererseits ist sie eine Art Konkurrenz zur Tora. Die Prioritätensetzung ist nicht einfach. Rubinstein (2003) stellt auf der Seite 112 ein Bild der „Idealgattin“ dar.

„She encourages her husband to study, even at a great personal sacrifice. She forgoes her right to limit her husband to a two- or three-year absence. She endures poverty and social ridicule.”

Als Vorbild der Idealehefrau wird Rachel, die Frau Rabbi Akivas gesehen, die es ihrem Mann ermöglicht, sich dem Torastudium zu widmen und nicht Bruria, die selbst eine Gelehrte ist.

4. Probleme der Verhütung.

Die Rabbis haben auch Verhütung und Schwangerschaftsunterbrechung erlaubt. Die Zitate aus T.B. Yevamot 12b macht es klar, dass die Verhütung in der jüdischem Gesetz existierte und benutzt wurde. Es gab drei Fälle, in denen die Verhütung erlaubt war:

- eine minderjährige,
- eine schwangere
- eine stillende Mutter.

“ The three women are paradigms of possibly dangerous situations for a woman carrying a fetus“. (Millen, 27)

Ein Schwangerschaftsabbruch mit dem Ziel, das Leben der Mutter zu retten, ist erlaubt. Das ungeborene Kind ist noch kein Mensch und das Leben der Mutter ist wichtiger. (R. Biale, 221).

5. Geburt

Geburt ohne Schmerzen war als Belohnung für eine gerechte Frau gesehen. Die männlichen Autoren haben Schmerzen bei Geburt als furchterregend gesehen. Einer Frau bei Entbindung helfen gleicht dem Lebensretten und ist wichtiger als Schabbat-Gesetze. (mShab. 18.3, Tal Ilan, Jewish Women, 116-117)

Es gibt ein Kommetar, dass Frauen während der Entbindung sterben, wenn sie die Mitzwot von Nidda, Challah und Kerzenzünden am Shabbat nicht streng genug halten.

„ The female biology is intermingled in a punitive and threatening wawith the three commandments, for which women are primarily responsible“. (Millen, 17).

Leslie A. Cook sagt, dass die 3 Mitzwot, die für Frauen am wichtigsten sind, hatten früher mit dem Tempeldienst zu tun. Die Frau, wie früher der Priester, entscheidet, wann sie rituell rein oder unrein ist, sie bringt Opfer mit dem getrenntem Stück Challah und, wie ein Priester die Menorah anzündete, um Tag von der Nacht zu trennen, so zündet sie die Schabbatkerzen an. „The home, more than the synagogue, replaced the Temple...The home is the ritual space". (Cook, 56). Man könnte darausschließen, dass die beiden Sphären des jüdischen Lebens – die private und die öffentliche, gleich wichtig sind.

6. Menstruation wurde von Rabbiner richtig als Zeichen der Geschlechtsreife verstanden. Sie wussten aber nicht, welchem Zweck sie genau dient. Aus diesem Grund war die monatliche Blutung als etwas abscheusliches und verängstinges gesehen.

Man glaubte, das Blut der Frau magische Kräfte hatte.

„ Menstrual blood, like most of the biological phenomena unique to women, was interpreted by the rabbis as part of the punishment meted out to Eve because of the sin in Eden“. (yShab, 2.4, Gen. R. 17.8, p.16ß160 Ed. Theodor-Albeck in Tal Ilan, 1995, 102)

C. Fonrobert erzählt auf der S. 61 eine Geschichte aus dem Traktat Nidda über Yalta, die Frau von Rav Nachman bar Yaakov. Sie ist mit der Meinung der Rabba bar bar Hana’s, der ihre Blut als unrein sieht nicht zufrieden.Sie geht zu Rav Izhak ben Rav Jehuda der ihre Blut für rituell rein deklariert. „This narrative is indeed the only one in the Babylonian Talmud in which a woman is represented as ,turning around’, rejecting a rabbi’s authoritative evaluation and doing something unexpected“. (Fonrobert in Wasserfall, 62)

Schon zu den Zeiten des Talmuds müssten Frauen Rabbiner konsultieren, um ihren rituellen Status festzustellen. Die Mishna und die beiden Talmudim diskutieren über Farben der Blutung und zählen Vergleiche mit bekannten Sachen auf.

Es wird viel nicht über das Blut selbst sondern über die Farben von „Ketem“ oder Blutfleck diskutiert. Für die Männer ist es leichter zu verstehen.

[...]

Details

Seiten
17
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638370486
ISBN (Buch)
9783638749541
Dateigröße
482 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v37796
Institution / Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Note
2
Schlagworte
Frauen Volk Tanna Einführung Talmudim

Autor

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Titel: Frauen - ein anderes Volk