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Der Weg in die industrielle Softwareentwicklung

Ein Leitfaden für Absolventen sowie Studierende der Bereiche Informatik, technische Informatik, Wirtschaftsinformatik und Elektrotechnik, die in die Automobilindustrie- oder die Medizintechnik-Branche einsteigen möchten

Fachbuch 2017 13 Seiten

Informatik - Allgemeines

Leseprobe

Inhalt

1. Kurze Darstellung des Autors

2. Zusammenfassung

3. Prozesse in der Softwareentwicklung

4. Zusatzzertifizierungen und Rollen

5. Werkzeuge und Programmiersprachen

6. Jobbörsen und Vernetzungsmöglichkeiten

7. Zusammenfassung

8. Literaturverzeichnis

9. Abbildungsverzeichnis

10. Tabellenverzeichnis

1. Über den Autor

Ich bin ausgebildeter Diplom-Ingenieur der Fachrichtung Elektrotechnik mit den Arbeitsschwerpunkten Elektronik, Mikroelektronik, Erneuerbare Energietechnik und Technische Informatik. Im Oktober 2004 habe ich mein Diplom an der Technischen Universität Berlin erhalten. Zudem habe ich ein MA-Studium an der HWR Berlin berufsbegleitend im Jahr 2012 erfolgreich abgeschlossen. Dabei ging es um die Kerngebiete Nachhaltigkeits- und Qualitätsmanagement. Aufbauend auf den Master-Titel nahm ich ab Oktober 2014 an einem Doktorandenprogramm teil, das in einer Kooperation zwischen Österreich KMU Akademie und Management AG und England (Middlesex University) besteht und bei dem es darum geht, eine Dissertation auf Deutsch anzufertigen. In meiner Dissertation geht es unter Nutzung qualitativer und quantitativer Forschungsmethoden um Kerngebiete der Green IT und um Softwarerisikomanagement.

2. Zusammenfassung

Dieser Leitfaden basiert auf mehr als 17 Jahren Berufserfahrung in der anwendungsorientierten Softwareentwicklung in den beiden Branchen Automobilindustrie und Medizintechnik. Er dient dazu, Studierenden, die kurz vor ihrer Abschlussarbeit stehen sowie Absolventen, die ihr Studium gerade beendet haben und eine neue Herausforderung suchen, einen Blick in das industrielle Umfeld der praktischen Softwareentwicklung zu geben, um die Entscheidung für die zukünftige Arbeitsstelle, das eine oder andere Unternehmen, die zu verwendende Technologie, einzusetzende Prozesse oder Rollen im Team besser treffen zu können. Abbildung 1 zeigt schematisch die Zielsetzung dieses Leitfadens.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Schematische Darstellung der Zielsetzung dieses Leitfadens. Quelle: eigene Darstellung

Im Folgenden werden Voraussetzungen, Anforderungen, Herausforderungen und technische sowie nicht-technische Aspekte der Softwareentwicklung in der Branchen Automobilindustrie und Medizintechnik nach persönlichen Erfahrungen zusammengefasst. Dabei werden konkret die folgenden Themen behandelt:

1. Entwicklungsprozesse in der Softwareentwicklung – sowohl agile (z.B. Scrum) als auch traditionelle Vorgehensweisen (V-Modell)
2. Zusatzzertifizierungen, welche die Chance auf einen Arbeitsplatz und die Bezahlung verbessern
3. Kenntnisse bezüglich der verwendeten Werkzeuge und Programmiersprachen, welche die Chance auf einen Arbeitsplatz und die Bezahlung verbessern und wo man dieses Wissen erwerben bzw. vertiefen kann, wenn man es während des Studiums nicht erlangt bzw. angewendet hat
4. ausgewählte Jobbörsen und Vernetzungsmöglichkeiten im Internet; Headhunter und mögliche Arbeitgeber

Abbildung 2 zeigt die Struktur dieses Leitfadens, der nach persönlichen Erfahrungen für die Fachbereiche Informatik, Technische Informatik, Wirtschaftsinformatik sowie Elektrotechnik geeignet ist. Kenntnisse zu den hier behandelten Themen, Technologien, Prozessen und Weiterbildungsmöglichkeiten verbessern sowohl die Chancen auf Einladung zu einem Vorstellungsgespräch als auch die, bei den Details der Vertragsverhandlungen (z.B. Gehalt) gute Einstiegskonditionen aushandeln zu können.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Die Struktur des Leitfadens. Quelle: eigene Darstellung

3. Prozesse in der Softwareentwicklung

Softwareentwicklungsprojekte und die daraus resultierenden Produkte befinden sich in einem Umfeld, wie es in der Abbildung 3 dargestellt ist. Die Entwicklung hat festgelegte Meilensteine und Etappen. Sie beginnt mit der Analyse der Anforderungen und vollzieht sich bis zur Auslieferung durch mehrere Iterationen (Abbildung 3, mittlere Linie). Die Umgebung eines Projektes spielt meistens eine entscheidende Rolle für dessen Erfolg. In einem großen Unternehmen mit Leitlinien, Qualitätsmanagement sowie Projekt- und Produktmanagementabteilungen werden Anforderungen aus dem Markt abgeleitet, um sie in neue Features eines Softwareproduktes zu integrieren. Dabei spielen Werkzeuge, Konfigurationsmanagement eine große Rolle, um in einem Umfeld bestehen zu können, das von starkem Wettbewerb und kurzen Produktlebenszyklen geprägt ist (vgl. Plewan und Poensgen, 2011, S. 12–14).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Softwareentwicklung.

Quelle: eigene Darstellung, angelehnt an Plewan und Poensgen, 2011, S. 12

Um die Software nach dem Prinzip „Teile und Herrsche“ in den Griff zu bekommen, haben sich zwei Vorgehensmodelle in der industriellen Softwareentwicklung durchgesetzt: Zum einen wird das V-Modell als klassisches Modell eingesetzt (siehe Abbildung 4) und zum anderen verwenden insbesondere kleine Teams auch die agile Vorgehensweise Scrum (siehe Abbildung 5). Das V-Modell zerlegt die Phasen der Softwareentwicklung in konstruktive (linker Ast in Abbildung 4) und destruktive Phasen (rechter Ast in Abbildung 4), die parallel ablaufen. In jedem dieser Entwicklungsschritte gibt es bestimmte Rollen und Aufgaben (vgl. Spillner und Linz, 2012, S. 41). Scrum als agile Methode teilt das Projekt in Iterationen (Sprints), die zusammengefasste Schritte des V-Modells durchlaufen, um Teile des gesamten Produktes zu liefern. Dies ermöglicht zum einen ein besseres Kundenfeedback und zum anderen können die Teammitglieder auf veränderte Anforderungen besser reagieren (vgl. Alby et al., 2016).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Entwicklungsschritte nach dem V-Modell.

Quelle: Spillner und Linz, 2012, S. 41

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Die Arbeitsschritte in Scrum.

Quelle: Alby et al., 2016

Im folgenden Kapitel 4 werden Zusatzqualifizierungen und Rollen vorgestellt, die sowohl für ein agiles Umfeld wie Scrum als auch für ein klassisches Umfeld wie das V-Modell in den Unternehmen oft gewünscht werden. Dabei beschränkt sich dieser Leitfaden auf diejenigen Rollen sowohl in Scrum als auch V-Modell, die Anforderungsphase, Architektur, Projektmanagement und Testen betreffen. Der Programmierung sowie der Frage, welche Sprachen und Werkzeuge meistens eingesetzt werden und wo man sie erlernen kann, widmet sich im Anschluss dann Kapitel 5.

4. Zusatzzertifizierungen und Rollen

Die verschiedenen Rollen bei der Softwareentwicklung und die dazugehörigen Zertifizierungen werden beispielhaft in Tabelle 1 einander gegenübergestellt. Für die Details zur Zertifizierung (Zertifikat, Programme und Prüfung) bietet sich eine Suche im Internet an. In Deutschland ist das International Software Quality Institute (iSQI GmbH) mit Hauptsitz in Potsdam eine geeignete Anlaufstelle, um Schulungen und Zertifizierungsprogramme wahrzunehmen (vgl. iSQI, 2017).

Tabelle 1: Beispiele für Zertifizierungen im deutschsprachigen Raum

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Für Studierende gibt es beim iSQI finanzielle Ermäßigungen sowohl für die Durchführung der Schulung und die anschließenden Prüfungen bei einem Schulungsanbieter als auch für die Absolvierung der Prüfung. Für viele Arbeitgeber in der Industrie sind diese Zusatzqualifizierungen wünschenswert. Für jede Zertifizierung gibt es auch ein Buch, mit dem man selbst arbeiten und die Prüfung dazu dann ohne Schulungsanbieter wahrnehmen kann. Beispiele für diese Bücher sind im Literaturverzeichnis aufgelistet (Johannsen et al., 2017; Johner et al., 2011; Pohl und Rupp, 2015; Spillner und Linz, 2012).

5. Werkzeuge und Programmiersprachen

Um die Softwareentwicklung in der Industrie zu meistern, benötigt man effiziente Werkzeuge, die dazu geeignet sind, die Software von der Anforderung bis zur qualitativen Lieferung zu implementieren. Tabelle 2 zeigt beispielhaft einige diese Werkzeuge. Basis-Kenntnisse zu diesen Werkzeugen sind für einen Absolventen ein guter Ausgangspunkt, um eine Stelle in der Industrie zu bekommen.

Tabelle 2: Beispiele für Werkzeuge in der Softwareentwicklung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Werkzeuge sind zum Teil kommerzielle und teils auch als Open Source zu bekommen. Es gibt Plattformen im Internet, die Lernvideos zu den Werkzeugen und deren korrekter Bedienung anbieten. Beispiele hierfür sind www.video2brain.com und www.udemy.com.

6. Jobbörsen und Vernetzungsmöglichkeiten

Um sich frühzeitig zu vernetzen und Kontakte mit möglichen Arbeitgebern sammeln zu können, bieten sich sowohl im deutschsprachigen Raum als auch international diverse Internet-Plattformen an.

XING (www.xing.com – national bzw. international) und LINKEDIN (www.linkedin.com) können als Netzwerke für berufliche Kontakte genutzt werden. Zusätzlich können andere Plattformen eingesetzt werden, um sich zu informieren, welche Erfahrungen mit einem bestimmten Arbeitgeber gemacht wurden. Dazu bietet sich insbesondere KUNUNU (https://www.kununu.com) an.

Jobbörsen im Internet gibt es sehr viele. Nach meiner Erfahrung sind die folgenden für den Einstieg gut geeignet: INDEED (https://de.indeed.com), STEPSTONE (www.stepstone.de) und JOBVECTOR (www.jobvector.de).

7. Zusammenfassung und Ausblick

Softwareentwicklungsprojekte benötigen viel Wissen, soziale Kompetenzen und gute Kommunikation. Dieser Leitfaden versucht, einige Aspekte der Softwareentwicklung zu beleuchten, um im Markt bestehen zu können und gute Jobchancen zu haben. Es empfehlt sich, im Internet regelmäßig Stellenausschreibungen durchzulesen, um einen Überblick über Innovationen und Entwicklung in der Branche zu erhalten. Einige Aspekte der Softwareentwicklung konnten in diesem Leitfaden nicht behandelt werden, aber Kenntnisse in den Bereichen Prozessreifegrad und Modelle können über den Stand der Technik in der Softwareentwicklung eine sehr gute Zusammenfassung wiedergeben. Details darüber kann man in der Literatur bzw. im Internet nachlesen, vor allem über CMMI und SPICE als Vertreter der Reifegradmodelle (Hoermann, 2012; Kneuper, 2007; Mueller et al., 2008; Müller et al., 2016; Wagner und Dürr, 2007).

8. Literaturverzeichnis

Alby, T.; David, B.; Sabine, P. (2016). Projektmanagement: Definitionen, Einführungen und Vorlagen — Projektmanagement verständlich erläutert. Online: http://projektmanagement-definitionen.de/ [abgefragt am 04.09.2016]

Hoermann, K. (2012). CMMI-DEV Essentials: CMMI for Development - kompakt vermittelt. (1. Auflage). Kornwestheim: KUGLER MAAG CIE

iSQI (2017). Zertifikate - iSQI - Deutschlands führender Personalzertifizierer. Online: https://www.isqi.org/de/zertifikate.html [abgefragt am 22.09.2017]

Johannsen, A.; Kramer, A.; Kostal, H.; Sadowicz, E. (2017). Basiswissen für Softwareprojektmanager: Aus- und Weiterbildung zum Certified Professional for Project Management. (1. Auflage). Heidelberg: dpunkt.verlag

Johner, C.; Hölzer-Klüpfel, M.; Wittorf, S. (2011). Basiswissen Medizinische Software: Aus- und Weiterbildung zum Certified Professional for Medical Software. (1. Auflage). Heidelberg, Neckar: Dpunkt Verlag

Kneuper, R. (2007). CMMI: Verbesserung von Software- und Systementwicklungsprozessen mit Capability Maturity Model Integration. (3. Auflage). Heidelberg: dpunkt

Mueller, M.; Hoermann, K.; Dittmann, L.; Zimmer, J. (2008). Automotive SPICE in Practice: Surviving Implementation and Assessment. (1. Auflage). Santa Barbara, CA: Rocky Nook

Müller, M.; Hörmann, K.; Dittmann, L.; Zimmer, J. (2016). Automotive SPICE® in der Praxis: Interpretationshilfe für Anwender und Assessoren. (2. Auflage). Heidelberg: dpunkt.verlag

Plewan, H. J.; Poensgen, B. (2011). Produktive Softwareentwicklung: Bewertung und Verbesserung von Produktivität und Qualität in der Praxis. (1. Auflage). Heidelberg: Dpunkt Verlag

Pohl, K.; Rupp, C. (2015). Basiswissen Requirements Engineering: Aus- und Weiterbildung nach IREB-Standard zum Certified Professional for Requirements Engineering Foundation Level. Heidelberg: dpunkt.verlag

Spillner, A.; Linz, T. (2012). Basiswissen Softwaretest: Aus- und Weiterbildung zum Certified Tester - Foundation Level nach ISTQB-Standard. (5. Auflage). Heidelberg: dpunkt.verlag

Wagner, K. W.; Dürr, W. (2007). Reifegrad nach ISO/IEC 15504 (SPiCE) ermitteln. (1. Auflage). München: Carl Hanser Verlag

9. Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Schematische Darstellung der Zielsetzung dieses Leitpfadens. Quelle: eigene Darstellung

Abbildung 2: Die Struktur des Leitpfadens. Quelle: eigene Darstellung

Abbildung 3: Softwareentwicklung. Quelle: eigene Darstellung, angelehnt an Plewan, Poensgen, 2011, S. 12

Abbildung 4: Entwicklungsschritte im V-Modell. Quelle: Spillner, Linz, 2012, S. 41

Abbildung 5; Die Arbeitsschritte in Scrum. Quelle: Alby et. al., 2016

10. Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Beispiele für Zertifizierungen im deutschsprachigem Raum

Tabelle 2: Beispiele für Werkzeuge in der Softwareentwicklung

Details

Seiten
13
Jahr
2017
ISBN (Buch)
9783668550872
Dateigröße
691 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v377495
Note
Schlagworte
V-Modell Scrum Softwaretechnik Praktische Erfahrung Rollen Best Practice

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