Lade Inhalt...

Psychoanalyse und die Wissenschaften

Bachelorarbeit 2017 41 Seiten

Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Grundlagen der Psychoanalyse
1.1 Drei Dimensionen der Psychoanalyse
1.2 Metapsychologie
1.3 Klinische Theorie und Praxis
1.4 Grundlagen psychoanalytischer Tätigkeit
1.5 Empirische Studienlage

2 Psychoanalyse und Falsifikationismus
2.1 Poppers Abgrenzungskriterium und Kritik an der Psychoanalyse
2.2 Wissenschaftstheorie in der Nachfolge Poppers
2.3 Begründungen der Psychoanalyse

3 Psychoanalyse und die Naturwissenschaften
3.1 Freuds Selbstverständnis
3.2 Hartmanns 'Grundlagen'
3.3 Rapaports Untersuchung
3.4 Probleme der naturwissenschaftlichen Auffassung

4 Psychoanalyse und Hermeneutik
4.1 Einführung in die Hermeneutik
4.2 Hermeneutik, Verstehen und Erklären
4.3 Psychoanalyse als hermeneutische Wissenschaft (Habermas)
4.4 Kritik der rein hermeneutischen Begründung

5 Multiparadigmatismus und Intentionalität

Fazit

Literatur

Einleitung

Seit ihrer Gründung im späten 19. Jahrhundert ist die Psychoanalyse sehr umstritten. In der breiten Gesellschaft begegnet man ihr nicht selten mit Misstrauen, in der akademischen Welt fehlt es ihr an Anerkennung. Zwar wurde sie mit dem Anspruch gegründet, die Methoden der Wissenschaften auf die Erforschung des menschlichen Seelenlebens und -leidens auszuweiten, doch scheint sie von den anderen Wissenschaften weitestgehend isoliert zu sein. Dies ist bei der akademischen Psychologie anders. In Form der experimentellen Psychologie hat sie sich der Methodik anderer Naturwissenschaften angenähert. Sie bietet viele Anknüpfungspunkte zu Disziplinen wie der Biologie, der Medizin oder auch der Informatik. Darüber hinaus entspringt ihr auch eine eigene Form der Psychotherapie: die kognitive Verhaltenstherapie. Dennoch verschwand die Psychoanalyse nie in der Versenkung und ist auch heutzutage gerade als Therapieform noch weit verbreitet. Es existiert ein ausgeprägter institutioneller Rahmen, in dem die Ausbildung und Zulassung psychoanalytischer Therapeuten geregelt wird, in Fachzeitschriften und auf Kongressen diskutiert man Fachfragen, usw.

Unter diesen Umständen stellt sich mir die Frage, wodurch das Vorgehen der Analytiker begründet ist. In welchem Verhältnis steht die Psychoanalyse zu den etablierten Wissenschaften? Ein sehr bekannter Antwortversuch auf diese Frage stammt von Karl Popper. Seinem Falsifikationsprinzip zufolge ist eine Theorie nur dann wissenschaftlich, wenn es möglich ist, sie anhand empirischer Befunde zu widerlegen. Bei der Psychoanalyse sei es aber möglich noch jeden Befund, der ihrer Kernthese widersprechen könnte, so umzudeuten, dass er für sie spricht. Diese Eigenschaft habe sie mit der Astrologie gemeinsam und sei daher überhaupt nicht als Wissenschaft anzuerkennen. Die analytische Praxis Widerstände gegen klinische Interpretationen geradezu als deren Bestätigung zu deuten, scheint z.B. tatsächlich auf eine eigentümliche Weise dazu brauchbar zu sein, Psychoanalyse gegen Kritik zu immunisieren. Auf den ersten Blick hat diese Forderung also eine gewisse Schlagkraft. Den Test der Zeit hat Poppers Falsifikationismus allerdings nicht überstanden. Heute herrscht in der Wissenschaftsphilosophie nicht einmal Einigkeit über die Frage, ob es überhaupt ein Kriterium oder eine Methode gibt, anhand derer man alle wissenschaftlichen Unterfangen von den nicht-wissenschaftlichen abgrenzen kann. Diese scheinbare Ratlosigkeit bedeutet aber nicht, dass eine Disziplin, die den Anspruch hat, eine Wissenschaft zu sein, diesen Status geschenkt bekommen kann.

Die Wissenschaften genießen eine besondere Stellung und Anerkennung in der Gesellschaft, die sie rechtfertigen müssen. Nicht zuletzt deshalb gehört zu fast allen Disziplinen eine sie begründende Hintergrundphilosophie. Diese verankert die konkrete Forschung und Lehre einer Disziplin in einem bestimmten Verständnis davon, was ihr Gegenstandsbereich ist, zu welchem Zweck und mit welchen Methoden sie sich ihm zuwendet und in welchem Verhältnis sie zu den anderen Disziplinen steht. Anstatt nach universellen Kriterien der Wissenschaftlichkeit Ausschau zu halten, kann man sich auch der Untersuchung solcher Begründungen widmen. Darum möchte ich mich in meiner Arbeit vor allem mit dem Selbstverständnis der Psychoanalyse befassen. Es wurden viele Versuche unternommen sie zu begründen. Freud selbst nahm an, mit der Psychoanalyse eine neue Naturwissenschaft geschaffen zu haben, und auch viele seiner Nachfolger vertraten diese Ansicht. Dazu im Gegensatz steht die These, dass die Psychoanalyse eine hermeneutisch verfahrende Wissenschaft sei. So ist das Habermas'sche Diktum vom szientistischen Selbstmissverständnis berühmt geworden, dem zufolge Freud selbst die Psychoanalyse als Naturwissenschaft missverstanden habe. Auch gibt es eine Fülle an Positionen, denen zufolge die Psychoanalyse entweder unter beide oder unter keine der beiden Kategorien fällt. Ein dominantes Paradigma scheint es jedoch nicht zu geben. Diskussionswürdig sind daher nicht nur einzelne Ansätze, sondern auch die Tatsache, dass es unter den Vertretern der Psychoanalyse zu keiner Einigung kommt. Meine Arbeit gliedert sich daher wie folgt:

Zunächst skizziere ich die Grundlagen des psychoanalytischen Programms (# 1). Anschließend thematisiere ich die Kritik von Karl Popper, und die Notwendigkeit sich mit ihren wissenschaftstheoretischen Verortungen und Begründungen auseinanderzusetzen (# 2). Daraufhin gehe ich dazu über die naturwissenschaftliche (# 3), sowie die hermeneutische (# 4) Begründungsstrategie zu diskutieren. Zuletzt widme ich einen kurzen Abschnitt dem Multiparadigmatismus in der Psychoanalyse (# 5).

1 Grundlagen der Psychoanalyse

Was macht den psychoanalytischen Zugang zur menschlichen Psyche aus? Die große Vielzahl unterschiedlicher psychoanalytischer Schulen erschwert es eine Antwort auf diese Frage zu finden. Da es mit Sigmund Freud eine historische Integrationsfigur gibt, auf die sich in unterschiedlichem Ausmaß noch die meisten Analytiker berufen [vgl. 1, s. vii], ist es aber sinnvoll anzunehmen, dass es viele Überschneidungen gibt. Für meine Argumentation ist es sinnvoll eher die Gemeinsamkeiten der unterschiedlichen Ansätze zu skizzieren, anstatt die psychoanalytische Vielfalt im Detail darzustellen.

1.1 Drei Dimensionen der Psychoanalyse

Der zentrale Ausgangspunkt der Psychoanalyse ist die Annahme, dass Personen sich nur sehr unvollständig in ihren eigenen mentalen Zuständen, vor allem Wünschen, Absichten, Empfindungen, Überzeugungen, Erinnerungen, usw., auskennen. Mentales sei nicht identisch mit Bewusstem und dem Subjekt nur durch innere Wahrnehmungsprozesse präsent. Die Wahrnehmung und Beschreibung eigener seelischer Vorgänge sei aber „unvollständig und unzuverlässig“ [8, s.11]. So könne man z.B. davon überzeugt sein, aus einem bestimmten Grund zu handeln, aber tatsächlich eine ganz andere Motivation besitzen, oder etwa, ohne sich dessen bewusst zu sein, bestimmte Verhaltensmuster reproduzieren, für die man im Anschluss keinen Grund angeben kann. Handlungen obliegen demnach nur eingeschränkt der bewussten, willentlichen Kontrolle eines Subjekts. Dementsprechend sei das „Ich nicht Herr (…) in seinem eigenen Haus“ [8, s.11]. Als psychoanalytisch gelten Bestrebungen, das intransparente Seelenleben zu erforschen, darin verborgene Elemente aufzudecken und zu ordnen, die gemachten Erkenntnisse therapeutisch einzusetzen und sie in allgemeine Theorie einzubetten. An der Psychoanalyse lassen sich also drei Dimensionen unterscheiden: analytische 1) Forschungsmethodik 2) Psychotherapie und 3) Theorie [vgl. 17, s.938]. Innerhalb der Theorie ist es wiederum sinnvoll zwischen klinischer Theorie und Metapsychologie zu unterscheiden [vgl. 32, s.619f.]. Dabei bleibt klinische Theorie (z.B. Freuds Neurosenlehre) auf psychische Pathologien und therapeutische Interventionen beschränkt, während allgemeine Modelle des Gegenstandsbereichs der Psychoanalyse (z.B. Freuds Strukturmodell der menschlichen Psyche) unter den Begriff der Metapsychologie fallen [vgl. 1, s.27-28].

1.2 Metapsychologie

Gerade die metapsychologischen Ausführungen Freuds zur Struktur, Dynamik und Entwicklung der menschlichen Psyche sind auch jenseits fachspezifischer Diskussionen bekannt geworden: Begriffe wie 'Über-Ich', 'Es', 'Libido' oder 'Lustprinzip' sind längst Teil unserer erweiterten Alltagssprache. Freud beschäftigte sich metapsychologisch vor allem mit Kräften und Instanzen, die er hinter Empfindungen, Wünschen und damit letztendlich auch Handlungen vermutete. Demnach seien wir maßgeblich durch angeborene Triebe, also somatische Reizquellen für psychisches Geschehen, gesteuert – etwa durch den Sexualtrieb (Libido), der in unserem Verhalten aber auch gehemmt oder auf andere, nicht mehr sexuelle Ziele umgeleitet würde [vgl. 12, s.21]. Dies wiederum könne als Wechselspiel unterschiedlicher psychischer Instanzen verstanden werden, die jeweils bestimmte Funktionen erfüllten. Dazu gehöre die Einhaltung sozialer Normen (Über-Ich), die Befriedigung grundlegender Bedürfnisse (Es), und die darauf aufbauende Abwägung der Handlungen (Ich). Außerdem durchlaufe der Mensch in seiner Kindheit und Jugend eine psychosexuelle Entwicklung, in der sich sowohl die Objekte des Sexualtriebs, als auch die Anforderungen der Außenwelt veränderten, sodass unter diesem Einfluss die verschiedenen psychischen Instanzen reiften. Psychische Störungen stünden mit Störungen in dieser Entwicklung in Verbindung. Interessanterweise knüpfte Freud die Rechtfertigung der Psychoanalyse kaum an solche Theorien und Begriffe. Er sah sie als einen spekulativen Überbau der Psychoanalyse, dessen Elemente nach Bedarf abgeändert oder aufgegeben werden könnten [vgl. 28, s.32]. Es ist also nachvollziehbar, dass der Bereich der Metapsychologie im neueren psychoanalytischen Diskurs sehr umstritten ist [vgl. 1, s.24]. Viele Ansätze in der Nachfolge Freuds fordern die konsequente Modernisierung seiner Metapsychologie, oder gar einen gänzlichen Verzicht darauf [vgl. 25, s.70-71]. Habermas geht so weit zu sagen, Metapsychologie müsse nicht als „empirische Theorie“ über die Struktur der menschlichen Psyche angelegt sein, sondern als eine Methodologie der Psychoanalyse, die die „Bedingung der Möglichkeit psychoanalytischer Erkenntnis“ klärt [15, s.310]. Wie hier bereits anklingt, spielt metapsychologische Theorie eine Rolle in der Begründung der Psychoanalyse als wissenschaftliche Disziplin. Da jedoch in diesem Bereich starke Uneinigkeit besteht, geben einzelne Ansätze wenig Aufschluss über die Grundlagen der Psychoanalyse. Was den gemeinsamen Kern ihrer unterschiedlichen Schulen ausmacht, lässt sich daher eher anhand der klinischen Begriffe und Praktiken klären [vgl. 1, viii & 24]. Eine systematische Darstellung unterschiedlicher metapsychologischer Entwürfe und Revisionsvorschläge würde überdies den Rahmen meiner Untersuchung sprengen.

1.3 Klinische Theorie und Praxis

Die Psychoanalyse geht in ihren unterschiedlichen Formen stets davon aus, dass viele unserer mentalen Vorgänge ablaufen, ohne uns bewusst zu werden. Daher geht es in der analytischen Praxis vor allem darum, im Gespräch mit dem Analysanden Unbewusstes aus seiner Selbstauskunft und der Interaktion zwischen ihm und dem Analysten zu erschließen [vgl. 20, s.17]. Das sei nicht nur dafür nützlich, Einsicht in die Psyche einer Person zu bekommen, sondern auch um bestimmte Arten von psychischem Leid und Verhaltenspathologien, wie z.B. Zwangsstörungen aufzuheben. So seien entweder a) innerpsychische Konflikte zwischen bewussten und unbewussten Wünschen, b) unbewusste Projektionen eigener Seelenanteile auf andere Menschen und damit verbundene verzerrte Wahrnehmungen oder c) defizitäre Verhaltens- und Interaktionsmuster, zu denen der Patient keine Alternativen habe, für bestimmte psychische Probleme verantwortlich [vgl. 1, s.23]. Solche Muster sollen ihrerseits auf verinnerlichten Erfahrungen und unbewussten Vorstellungen und Empfindungen beruhen, ohne dass der Patient Einsicht in diese Zusammenhänge habe. Diesen Hypothesen entsprechend gibt es drei verschiedene Therapieansätze. Der Analyst kann:

1) versuchen dem Patienten zu mehr Einsicht in dessen unbewusste Motive zu verhelfen, damit dieser wieder bewusst mit ihnen umgehen kann,
2) Projektionen des Patienten abwartend aufnehmen ohne unmittelbar darauf zu reagieren, mit dem Ziel sie anschließend geordnet wiederzugeben, sodass der Patient sich selbst darin wiedererkennen kann,
3) mit dem Patienten neue Verhaltens- und Interaktionsmuster einüben, um dessen Handlungsspielraum zu erweitern [vgl. 1, s.23].

Wenn auch die verschiedenen Schulen der Psychoanalyse unterschiedliche Ansätze besonders betonen, schließen diese sich nicht gegenseitig aus. Tatsächlich enthalten die meisten Behandlungen Elemente von jedem Ansatz [vgl. 1, s.23].

Die Therapeutische Behandlung im psychoanalytischen Rahmen besteht in der Regel aus vielen Einzelsitzungen und kann sich je nach Behandlungsmodell über viele Monate oder sogar Jahre ziehen [vgl. 17, s.950]. Der Analyst betätigt sich in der Behandlung nicht als unpersönlicher und neutraler Beobachter, der nach einer festgelegten Prozedur Diagnosen stellt. Stattdessen interagiert er mit dem Patienten in Weisen, von denen viele unserem Alltagsverhalten ähneln, wenn wir unser Verhalten im Bezug auf Gründe und Wünsche diskutieren und versuchen uns ineinander hineinzuversetzen [vgl. 20, s.84]. Zusammen mit dem Patienten reflektiert er dessen Empfindungen und Erfahrungen. Er stellt Vermutungen auf, weswegen sich bestimmte Situationen auf eine gewisser Art und Weise anfühlen, weswegen der Patient bestimmten Gefühlen und Gedanken aus dem Weg geht, usw. Er schlägt also Interpretationen seiner Handlungen und Empfindungen vor. Daher entwickelt sich im Laufe der Therapie ein Verhältnis zwischen dem Therapeuten und dem Patienten, das ähnlich komplex ist wie das Verhältnis zwischen zwei sich nahe stehenden Menschen [vgl. 20, s.12]. Im Gegensatz zum Alltagsgespräch lebt der Analyst jedoch nicht einfach seine Persönlichkeit aus [vgl. 20, s.5]. Stattdessen versucht er disziplinierten Gebrauch von seiner Subjektivität zu machen [vgl. 15, s.290], um aus den Reaktionen des Patienten weiteren Aufschluss über dessen Seelenleben zu gewinnen und neue Erfahrungen bei diesem hervorzurufen. Dabei kommen bestimmte Verfahren und Heuristiken zum Einsatz, die über unsere alltäglichen Interaktionen hinausgehen.

Dazu gehört z.B. der Umgang mit den Mitteilungen des Patienten beim Verfahren der freien Assoziation. In diesem wird der Patient dazu aufgefordert seinen Gedanken, Vorstellungen und Empfindungen im Bezug auf etwas (in der Regel eine Person, ein Gegenstand oder ein Ereignis) freien Lauf zu lassen. Er soll diese allesamt berichten, ohne sie dabei zu zensieren oder seine Einfälle zu rechtfertigen [vgl. 20, s.6]. Die so aufgedeckten Assoziationen sollen unbewusste Verbindungen aufzeigen. Dabei soll der Therapeut besonders darauf achten, wenn der Erzählfluss des Patienten zäher wird und ihm nur noch wenig einfällt, wenn es ihm unangenehm wird bestimmte Gedanken mitzuteilen, oder wenn er sich gar sichtlich dagegen sträubt. Solche Widerstände werden im Anschluss an das freie Assoziieren vom Analysten aufgegriffen und weiter thematisiert [vgl. 20, s.6]. Dies passiert in der Hoffnung, dabei zu Erinnerungen von Erfahrungen vorzudringen, die verständlich machen würden, dass bestimmte Wünsche und Gedanken für den Patienten inakzeptabel sind, weswegen er sie nicht als seine eigenen anerkennen kann und der Auseinandersetzung mit ihnen aus dem Weg geht. Freud thematisierte dies als den psychischen Mechanismus der Verdrängung von Wünschen [vgl. 12, s.416]. In analytischer Therapie versucht man also nicht dem Patienten dessen unbewussten Motive bloß vorzuhalten. Stattdessen soll ihm verständlich werden, wie und warum sich gewisse innerpsychische Konflikte in ihm abspielen können, ohne dass ihm dies bewusst wird und wie er in Folge dessen zu Fehleinschätzungen seiner eigenen Persönlichkeit und seiner Umwelt kommt.

Ein weiteres wichtiges Verfahren in der analytischen Praxis ist der Umgang mit Übertragungen. Der Patient entwickelt in der Therapie von Anfang an verschiedene Gedanken, Empfindungen, Erwartungen, usw. gegenüber dem Analysten. Gerade diese Einstellungen sollen offenbaren, auf welche Weise der Patient seine Mitmenschen wahrnimmt und wie er sich selbst zu ihnen in Beziehung setzt [vgl. 20, s.7-8]. Der Gedanke dahinter ist, dass der Patient unbewusst Wünsche und Erwartungen, die sich im Hinblick auf andere Personen entwickelt haben, auf den Analysten überträgt, oder Verhaltensmuster reproduziert, die sich zwischen ihm und anderen Personen eingespielt haben. Es wird angenommen, dass wegen der besonderen Stellung des Therapeuten zum Patienten die Einstellungen gegenüber Elternteilen oder anderen Respektspersonen häufig auf den Therapeuten übertragen werden [vgl. 20, s.8]. Die therapeutische Grundsituation ist zudem so aufgebaut, dass die Entwicklung von Übertragungen geradezu angeregt wird. Dies soll z.B. dadurch geschehen, dass der Analyst sich außerhalb des Gesichtsfeldes des Patienten befindet, welcher in Folge dessen seinen Mangel an Informationen durch Vorurteile und Erwartungen ausgleicht [vgl. 20, s.8]. Die Aufgabe des Analysten besteht darin, die Entwicklung solcher Einstellungen ihm gegenüber sorgfältig zu beobachten und im Gespräch mit dem Patienten zu thematisieren, ohne diese durch vorschnelle Reaktionen unmittelbar zu verändern. Es soll Raum für die Entfaltung von Übertragungen geschaffen werden. Der Analyst soll aber auch auf die Entwicklung seiner eigenen Einstellungen und Erwartungen dem Patienten gegenüber achten. Diese werden als Gegenübertragungen bezeichnet . Sie können einen Störfaktor für die Therapie darstellen, aber auch Aufschluss darüber geben, welche Rolle der Analyst dem Patienten gegenüber einnimmt [vgl. 20, s.8-9]. Damit sind auch sie eine wichtige Interpretationshilfe. Unter solchen Annahmen versucht der Analyst aus den sich entwickelnden Interaktionen und der Selbstauskunft des Patienten, dessen unbewusste Motive und Beziehungsschemata zu erschließen. Durch Aufklärung über die unbewussten psychischen Zusammenhänge des Patienten oder durch das Ausprobieren und Einspielen neuer Interaktionsmuster und -rollen, soll diesem dann ein größerer Handlungsspielraum ermöglicht werden.

1.4 Grundlagen psychoanalytischer Tätigkeit

Was lässt sich also zusammenfassend zum psychoanalytischen Zugang zur menschlichen Psyche sagen? Ich habe eingangs zwischen drei Dimensionen der Psychoanalyse unterschieden: Forschungsmethodik, Therapie und Theorie. Letztere lässt sich nochmals in klinische Theorie und Metapsychologie unterteilen. Die Metapsychologie ist der mit Abstand umstrittenste Aspekt innerhalb des psychoanalytischen Diskurses: es besteht nicht einmal Einigkeit darüber was ihr Gegenstand sein soll. Im Bereich der klinischen Theorie existiert eine überschaubare Menge an Hypothesen zur Natur psychischer Pathologien, wobei unterschiedliche analytische Schulen unterschiedliche Hypothesen besonders hervorheben. Aus den Hypothesen folgen jeweils bestimmte Therapieansätze, wobei die meisten Behandlungen Elemente von vielen oder gar allen Ansätzen enthalten. Die Gemeinsamkeiten der unterschiedlichen Schulen findet man daher vor allem in ihren Methoden Unbewusstes zu erschließen und den angewandten therapeutischen Interventionen – also in der klinischen Praxis. Hier geht man von unbewussten mentalen Zuständen und Vorgängen aus, die in einem engen Verhältnis zum Verhalten und besonders zu Pathologien des Verhaltens stehen sollen. Diese Zustände und Vorgänge sollen dem Analysanden verständlich und damit wieder bewusst gemacht und um alternative Verhaltensmuster ergänzt werden, um seinen Handlungsspielraum zu erweitern. Außerdem soll er dadurch zu einem angemessenen Bild von sich selbst und seinen Mitmenschen gelangen. Ein besonderer Wert wird auf die Vermeidungsstrategien des Patienten gelegt, sich mit bestimmten Gedanken, Gefühlen, Erinnerungen, usw. auseinanderzusetzen. Dabei sind zwei wichtige Werkzeuge zur Erforschung seines Seelenlebens 1) der Umgang mit seinen ungefilterten Assoziationen und 2) die Beziehung zwischen ihm und dem Analysten. Diese Beziehung ist der Therapie nicht äußerlich, sondern wird gezielt über einen langen Zeitraum von vielen Einzelsitzungen hinweg entwickelt und erforscht. Dadurch soll Einsicht in die Art und Weise gewonnen werden, wie der Patient seine Mitmenschen wahrnimmt, welche Erwartungen er an sie stellt und in welche Rollen er sich bei der Interaktion mit ihnen begibt, ohne dass es ihm im Einzelfall auch bewusst wird. Die Beziehung wird außerdem dazu eingesetzt den Patienten neue Erfahrungen im Umgang mit anderen Menschen machen zu lassen und somit neue, differenziertere Verhaltens- und Interaktionsmuster einzuüben. Dies ist die Grundlage der analytischen Praxis, an die menschliche Psyche heranzugehen.

1.5 Empirische Studienlage

Ich habe bisher dafür argumentiert, dass die psychoanalytische Herangehensweise vor allem durch ihre Besonderheiten in der klinischen Praxis charakterisiert ist. Damit stellt sich die Frage nach ihrer Effektivität. Sollte es keinerlei Indizien für die Wirksamkeit der analytischen Therapie geben, wäre eine Untersuchung der unterschiedlichen wissenschaftstheoretischen Verortungen und Begründungen der Psychoanalyse fast schon überflüssig. Man könnte sie ohne zu zögern in eine Reihe mit den 'toten' Disziplinen der Alchemie und Astrologie stellen. Daher widme ich mich knapp der empirischen Studienlage bezüglich der psychoanalytischen Therapie, ohne sie zu einem ausgedehnten Anliegen meiner Arbeit zu machen. Ich berufe mich hauptsächlich auf einen historischen Überblick über die Erforschung der Wirksamkeit psychoanalytischer Therapie von Martin Hoffmann.

Die bisherige Forschung kann man Hoffmann zufolge in drei Phasen unterteilen [vgl. 17, s. 949-952]. In der ersten Phase ab 1950 seien erstmals vergleichende experimentelle Studien unterschiedlicher Formen von Psychotherapie und entsprechende Metaanalysen durchgeführt worden. Solche Studien untersuchten, ob psychische Störungen (in der Regel nach festgelegten Diagnosekriterien) nach erfolgter Therapie aufgehoben wurden. Die Erfolgsraten unterschiedlicher Formen von Therapie werden untereinander, mit der spontanen Remissionsrate (also der Erfolgsrate bei Abwesenheit jeglichen therapeutischen Eingriffs) oder mit dem Erfolg von Placebobehandlung verglichen. Die häufigsten Ergebnisse der Studien und Metaanalysen der ersten Phase seien, dass die Erfolgsrate psychoanalytischer Therapie die spontane Remissionsrate nicht übersteigt [vgl. 3, s. 322], oder dass unterschiedliche Therapieformen ungefähr gleich effektiv seien. Die meisten dieser Untersuchungen wiesen jedoch vielfältige methodische Unzulänglichkeiten auf, wie z.B. unzuverlässige oder heute überholte Diagnosekriterien, Fehler in der statistischen Auswertung der Daten oder Stichprobenverzerrungen bei Metaanalysen [vgl. 17, s.949].

Die zweite Phase sei besonders dadurch gekennzeichnet, diese Unzulänglichkeiten durch umfangreichere Recherche, sorgfältige Selektion der Studien und neue Methoden statistischer Auswertung zu überwinden. Als Paradebeispiel für diese Entwicklung führt Hoffmann eine Metaanalyse von Grawe u.a. an [vgl. 13]. Grawe und sein Team sind in der bis zum Jahre 1984 veröffentlichten Fachliteratur zur Psychotherapieforschung auf mehr als 3500 Studien gestoßen, von denen 897 als methodologisch zulänglich befunden wurden und somit die Grundlage der Metaanalyse bildeten. Die Vielzahl der dabei untersuchten Arten von Therapien wurde in drei breite Kategorien eingeteilt: humanistische Therapien, kognitive Verhaltenstherapien und psychodynamische (also analytische) Therapien. Mit deutlichem Abstand gab es mehr Studien zu Verhaltenstherapien (452) als zu psychodynamischen Therapien (70). Unter letzteren war die analytische Kurzzeittherapie am besten erforscht (29), während es zu klassischer Langzeit-Psychoanalyse keine einzige zufriedenstellende Studie gab [vgl. 17, s.950]. Alle drei Therapieformen wurden als wirksam eingestuft. Die Auswertung derjenigen Studien, die einen direkten Vergleich zwischen Verhaltenstherapien und analytischen Therapieformen beinhalteten, ergab jedoch einen hochsignifikanten Unterschied in der Wirksamkeit zugunsten der Verhaltenstherapien. Im Vergleich von psychodynamischen und humanistischen Therapien konnte hingegen kein signifikanter Unterschied festgestellt werden [vgl. 13, s.651-671]. Es ist diskussionswürdig, ob die Kriterien für die Auswahl der berücksichtigten Studien einen fairen Vergleich ermöglicht haben. Hoffmann zufolge seien jedoch andere, systematische Probleme solcher Metaanalysen wichtiger für die darauffolgende Forschung. So würden Unterschiede in dem Umfang und der Dauer der Behandlung, der Kompetenz und Erfahrung der Therapeuten und der konkreten Ausgestaltung der jeweiligen therapeutischen Mittel und Strategien nicht berücksichtigt, was ein differenzierteres Ergebnis vermeiden würde [vgl. 17, s.951]. Gerade diese Faktoren seien zu erforschen.

Entsprechend befinden wir uns Hoffmann zufolge mittlerweile in einer dritten Phase der Psychotherapieforschung, in der auch feinkörnigere Details des therapeutischen Prozesses empirisch untersucht werden. So versucht man die wesentlichen Eigenschaften bestimmter Therapieformen herauszuarbeiten und die Vielfalt unterschiedlicher therapeutischer Praktiken aufzuschlüsseln [vgl. 17, s.951-952]. Eine Therapieform ist also nicht mehr als Blackbox Gegenstand der Untersuchung, sondern als ein Bündel unterschiedlicher Einzelpraktiken. Solche Untersuchungen könnten den Zweck haben, ganz allgemein die effektivsten Einzelpraktiken zu isolieren, oder aber herauszufinden, unter welchen Umständen und bei welchen Patienten sie am wirkungsvollsten sind. Entsprechend könne man darauf abzielen eine neue, einheitliche Form der Psychotherapie zu schaffen, oder aber die bestehenden Therapieformen zu verfeinern. Solche Projekte seien aber noch in einer frühen Phase der Entwicklung, weswegen es noch keine aussagekräftigen Ergebnisse zu berichten gäbe [vgl. 17, s.952]. Die Erforschung der Effektivität analytischer Therapie ist also weit davon entfernt abgeschlossen zu sein. Zwar gibt es Indizien dafür, dass es sich bei ihr nicht um die wirksamste Therapieform handelt, doch gibt der heutige Stand der Dinge uns keinen Anlass, ihr jegliche Wirksamkeit und der Psychoanalyse damit jegliche Legitimität abzusprechen. Damit ist eine Vorbedingung für die Untersuchung der unterschiedlichen wissenschaftstheoretischen Verortungen und Begründungen der Psychoanalyse erfüllt.

2 Psychoanalyse und Falsifikationismus

Eine der bekanntesten Einschätzungen des Verhältnisses der Psychoanalyse zu den Wissenschaften stammt vom Philosophen Karl Popper. Ihm zufolge müsse eine Theorie falsifizierbar, also empirisch widerlegbar sein, um als wissenschaftlich zu gelten. Dieses Kriterium erfülle die Psychoanalyse aber nicht, somit sei sie aber auch nicht als Wissenschaft anzuerkennen. Der Falsifikationismus wurde jedoch im Laufe des 20. Jahrhunderts starker Kritik unterzogen. Infolge dessen ist unklar geworden, ob es überhaupt möglich ist, ein für alle wissenschaftlichen Unterfangen gültiges Abgrenzungskriterium aufzustellen. Diese Entwicklung möchte ich kurz darstellen, um zu zeigen, warum es sinnvoll ist, sich im Detail mit einzelnen Begründungen davon, was die Psychoanalyse für eine Disziplin sei, zu beschäftigen.

2.1 Poppers Abgrenzungskriterium und Kritik an der Psychoanalyse

Karl Popper entwickelte seine Ansicht davon, was Wissenschaften von Nicht-Wissenschaften unterscheidet, in Auseinandersetzung mit der wissenschaftstheoretischen Position des logischen Positivismus. Dieser erkenne „nur jene Sätze als 'wissenschaftlich' oder 'legitim' an, die sich auf elementare Erfahrungssätze […] logisch zurückführen lassen“ [22, s.8]. Nur Sätze, für die gezeigt werden kann, dass sie logisch aus Sätzen über elementare Beobachtungen folgen, seien also wissenschaftlich. Damit handele sich der logische Empirismus aber das Induktionsproblem ein [vgl. 22, s.9]. Fände dieses Prinzip Anwendung, gäbe es keinen einzigen wissenschaftlichen Satz, da keine endliche Menge besonderer Sätze (z.B. „dieser Schwan ist weiß“) den logischen Schluss auf einen allgemeinen Satz (z.B. „alle Schwäne sind weiß“) erlaubt [vgl. 22, s.1]. Deswegen brauche es ein anderes Abgrenzungskriterium. Dieses müsse berücksichtigen, dass Wissenschaften sich irren können [vgl. 21, s.341], denn es sei klar, dass die Wahrheit einer wissenschaftlichen Theorie niemals endgültig verifiziert werden könne. Da ein allgemeiner Satz jedoch im Widerspruch zu einem besonderen Satz stehen kann, könnten wissenschaftliche Theorien zumindest widerlegt werden. Eine Theorie sei nicht dadurch wissenschaftlich, dass sie auf empirischen Beobachtungen aufgebaut sei, sondern dadurch, dass sie anhand dieser überprüft werden könne [vgl. 21, s.343-344]. So sei jeder Test einer Theorie ein Versuch sie zu widerlegen, nicht sie zu bestätigen. Fortschritt wiederum sei dadurch gekennzeichnet, dass widerlegte Theorien nicht angepasst oder uminterpretiert, sondern verworfen würden, um von neuen Theorien abgelöst zu werden. Dies sei im Falle der Psychoanalyse aber undurchführbar. Es könne prinzipiell keine empirischen Befunde geben, die ihr widersprechen würden, da es möglich sei jegliches vorstellbares menschliches Verhalten psychoanalytisch zu deuten [vgl. 21, s.343]. Popper zufolge ist die Psychoanalyse deshalb nicht im oben genannten Sinne empirisch überprüfbar bzw. falsifizierbar und entsprechend kein Zweig der Wissenschaft.

Ein Problem an der Kritik von Popper ist, dass er sich nicht im Detail mit psychoanalytischen Thesen auseinandersetzt [vgl. 17, s.943]. Er spezifiziert in seiner Kritik nicht, ob sie sich auf Aussagen der Metapsychologie, der klinischen Theorie oder auf spezifische Interpretationen in einer Therapiesitzung bezieht. An Plausibilität gewinnt seine These, wenn man bedenkt, dass es eine gewöhnliche Vorgehensweise in der psychoanalytischen Praxis ist, Widerstände seitens des Patienten als Bestätigung von vorgetragenen Interpretationen des Analysten zu deuten. Man kann behaupten letztere seien unwiderlegbar, da es keine transparenten Kriterien dafür gibt, wann ein Widerstand des Patienten tatsächlich legitim ist und eine Interpretation verworfen werden muss. Andererseits würde kaum ein Analytiker behaupten, dass einzelne klinische Interpretationen wissenschaftliche Aussagen seien. Ob metapsychologische oder klinisch-theoretische Aussagen überprüfbar sind, ist unklar. Vor allem letztere könnten indirekt getestet werden, da der Erfolg einzelner Behandlungstechniken (z.B. der freien Assoziation) und der Therapie in Gänze, wie ich im Abschnitt über die empirische Studienlage angedeutet habe, sehr wohl zum Gegenstand empirischer Untersuchungen gemacht werden können. Selbst wenn man sein Abgrenzungskriterium akzeptiert, ist es also nicht klar, ob Poppers Kritik der Psychoanalyse zutrifft.

2.2 Wissenschaftstheorie in der Nachfolge Poppers

Der Popper'sche Falsifikationismus, der eine radikale Kritik der Psychoanalyse ermöglichte, wurde selbst starker Kritik unterzogen, sodass er in der modernen Wissenschaftsphilosophie fast ausnahmslos als ungenügend eingeschätzt wird [vgl. 17, s.942]. So argumentierte Imre Lakatos, dass viele konkurrierende Theorien zum selben Gegenstandsbereich gleichzeitig existieren können. Da es außerdem keine objektiven, theorieunabhängigen Beobachtungen gebe, sei es in den Wissenschaften ein gewöhnliches Vorgehen, theoretische Aussagen im Lichte widersprechender Beobachtungen zu modifizieren oder diese Beobachtungen umzuinterpretieren. So ergäben sich konkurrierende Abfolgen von Theorien, die als Forschungsprogramme beschrieben werden könnten. Diese hätten einen harten Kern theoretischer Grundannahmen als Fundament und einen darauf aufbauenden Gürtel empirischer Hypothesen. Während der Gürtel aus Aussagen bestünde, die testbar seien, könnten diese fortdauernd modifiziert werden, sodass der harte Kern niemals falsifiziert würde. Letzterer könne niemals direkt getestet werden. Der Erfolg eines Forschungsprogramms würde daran gemessen, wie erfolgreich es sei, neue Fakten zu prognostizieren und neue Gegenstandsbereiche zu erschließen [vgl. 19]. Damit sei es aber vollkommen gewöhnlich für Wissenschaften, empirisch unüberprüfbare bzw. unwiderlegbare Aussagen zu enthalten. Paul Feyerabend ging in seiner Kritik noch weiter. Ihm zufolge könne zu jeder vorgeschlagenen Methode wissenschaftlicher Arbeit historisch demonstriert werden, dass wissenschaftlicher Fortschritt verhindert worden wäre, wäre diese Methode eingehalten worden [vgl. 15]. Solche Überlegungen führten dazu, dass man in dem heutigen wissenschaftstheoretischen Diskurs davon ausgeht, dass Wissenschaften - wenn überhaupt - nur durch Berücksichtigung einer Vielzahl an Eigenschaften von Nicht-Wissenschaften abgegrenzt werden können [vgl. 17, s.943]. Es ist also höchst umstritten, ob es überhaupt universelle Kriterien der Wissenschaftlichkeit gibt, oder ob es beispielsweise unterschiedliche Arten von Wissenschaften gibt, deren Wissenschaftlichkeit jeweils anders begründet werden muss.

[...]

Details

Seiten
41
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668539105
ISBN (Buch)
9783668539112
Dateigröße
1.3 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v376738
Institution / Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Note
1.7
Schlagworte
Psychoanalyse Wissenschaftstheorie Hermeneutik Erkenntnis und Interesse Jürgen Habermaß Sigmund Freud Intentionalität Karl Popper Falsifikationismus Heinz Hartmann David Rapaport Naturwissenschaften

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Psychoanalyse und die Wissenschaften