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Demagogie im Athen des ausgehenden 5. Jahrhunderts

von Anonym (Autor)

Examensarbeit 2017 69 Seiten

Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Entwicklung zur Demagogie

III. Konstitution der attischen Demokratie

IV. Die politischen Redner Athens
IV. 1. Herkunft der Redner
IV. 2. Qualifikationen
IV. 3. Absichten
IV. 4. Politisches und soziales Verhalten
IV. 5. Einfluss
IV. 6. Zuhörerschaft .
IV. 7. Kommunikation in der Volksversammlung

V. Die Rolle des Redners als Sprachrohr des Volkes
V. 1. Beschützter und Berater des Volkes
V. 2. Der Redner als Kritiker und Gegner des allgemeinen Willens

VI. Kritik an der Demagogie

VII. Exemplarische Darstellung zweier Persönlichkeiten in der Literatur
VII. 1. Perikles in Thukydides` Werk Der Peloponnesische Krieg
VII. 1. 2. Die Perikles-Bilder anderer Autoren
VII. 1. 2. 1. Aristophanes
VII. 1. 2. 2. Plutarch: Parallele Lebensbeschreibungen
VII. 2. Kleon in Aristophanes` Werk Die Ritter
VII. 2. 2. Die Kleon-Bilder anderer Autoren
VII. 2. 2. 1. Thukydides: Der Peloponnesische Krieg
VII. 2. 2. 2. Plutarch: Parallele Lebensbeschreibungen

VIII. Ostrakismos als demokratische Institution
VIII. 1. Vorgang der Ostrakophorie
VIII. 2. Ostrakismos als politische Waffe? Darstellung anhand der Beispiele des Perikles und Hyperbolos

IX. Die Mytilene-Debatte

X. Fazit

XI. Bibliographie

I. Einleitung

Reden gehören heute, genau wie im Griechenland des 5. Jahrhunderts, zum politischen Alltag. Dennoch gibt es Unterschiede in der Rolle und der Bedeutung der Redner. Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit beschäftigt sich mit der Demagogie im Athen des ausgehenden 5. Jahrhunderts und versucht herauszuarbeiten, auf welche Weise im athenischen Staat Entscheidungen getroffen wurden und inwiefern politische Redner bei der Entscheidungsfindung von Bedeutung waren.

Um die Notwendigkeit von Rednern darzulegen, soll zu Beginn der Arbeit die Entwicklung zur Demagogie aufgezeigt werden, welche im Rahmen der kleisthenischen Reformen und der immer häufiger stattfindenden Zuwendung zum Volk geschah. Anschließend wird die Konstitution der attischen Demokratie genauer erläutert. Der Schwerpunkt liegt an dieser Stelle auf der Volksversammlung, denn auf welche Art und Weise sich jene zusammensetzte und wer Zugang zur wichtigsten demokratischen Institution hatte, wird zu klären sein. Aus diesen Erläuterungen soll sich die Rolle politischer Redner für das demokratische System erschließen und somit auch die Frage diskutiert werden, ob Demagogen überhaupt notwendig für die Demokratie in Athen waren oder ob es Alternativen gab. Jene politischen Redner sollen in Kapitel IV genauer dargestellt werden, um einen Gesamteindruck ihrer Position zu erlangen. Aus welcher sozialen Schicht entstammten die Redner und wie verändert sich die politische Führung im Laufe des 5. Jahrhunderts? War es für jeden Mann möglich, als Redner in der Volksversammlung aufzutreten oder bedurfte es gewisser Qualifikationen? Konnten die Demagogen das Volk frei nach ihrem Willen leiten und auf diese Weise ihre eigene Politik durchsetzen? Darüber hinaus stehen nicht nur die politischen Redner im Zentrum der Beobachtungen, sondern auch die Zuhörerschaft, die sich in der Volksversammlung zusammenfand. Welche Bedeutung hatte das Volk bei der Entscheidungsfindung und auf welche Weise fand Kommunikation in der Versammlung statt? Konnte das Volk von verschiedenen Demagogen mit unterschiedlichen Positionen profitieren oder waren mehrere Redner hinderlich in der Entscheidungsfindung? Auch die Frage nach der Macht des Volkes und ob es vollkommen frei entscheiden konnte, soll analysiert werden. In diesem Zusammenhang steht auch Kapitel V., welches den Redner in genaueren Zusammenhang mit dem Volk bringt und seine verschiedenen Tätigkeitsbereiche als Beschützter, aber auch als Gegner des allgemeinen Willens, stellt.

Nachdem die politischen Redner und die Zuhörerschaft genauer dargelegt worden sind, rückt die Kritik an der Demagogie in den Vordergrund. An dieser Stelle werden die Positionen von Platon, Aristoteles und Pseudo-Xenophon aufgezeigt, die in Verbindung mit ihrer Kritik an dem demokratischen System und der Funktionen der politischen Redner stehen.

Das anschließende Kapitel VII soll einen Einblick in die Darstellung zweier Persönlichkeiten in der Literatur ermöglichen, wobei die Personen Kleon und Perikles als exemplarische Beispiele dienen. Zuerst wird die Darstellung der Person des Perikles in Thukydides´ Werk Der Peloponnesische Krieg veranschaulicht und gleichzeitig eine Wertung des Thukydides herausgearbeitet. Um aber ein breiteres Bild über den Charakter und die Taten des Perikles zu erhalten, erfolgen anschließend die Perikles-Bilder des Aristophanes und Plutarchs. Während bei Aristophanes insbesondere die Acharner und der Frieden behandelt werden, sollen bei Plutarch seine Parallelen Lebensbeschreibungen näher betrachtet werden. Im Anschluss daran steht die Person des Kleon im Zentrum der Beobachtung. Dabei wird dieselbe Vorgehensweise wie bei Perikles angewendet. Auf diese Weise ist es möglich, ein differenzierteres Bild zu erhalten und sich nicht nur auf die Darstellungsweise eines Autors zu stützen.

Nachdem die exemplarische Darstellung der beiden Persönlichkeiten erfolgt ist, stellt sich die Frage, wie es verhindert werden konnte, dass die Macht in die Hände einzelner fällt. Gab es Einschränkungen der Machtausübungen oder waren die Demagogen frei von jeder Kontrolle? Um diese Fragen beantworten zu können, wird die demokratische Institution der Ostrakophorie genauer analysiert. War der Ostrakismos ein Hilfsmittel des Volkes, oder aber auch der politischen Führer, um Konkurrenten ins Exil zu verweisen? Antworten soll der Vorgang der Ostrakophorie liefern und die anschließenden Beispiele anhand des Perikles und Hyperbolos. Die Suche nach einer Antwort, ob der Ostrakismos als politische Waffe genutzt werden konnte, soll anhand dieses Kapitels gefunden werden.

Das abschließende Kapitel dieser wissenschaftlichen Arbeit bildet die Mytilenen-Debatte, in welcher die Wankelmütigkeit des athenischen Volkes analysiert wird. Waren die Athener aufgrund ihrer Emotionen in ihrer Entscheidungsfindung eingeengt oder konnten gewisse Redner für rationale Beschlüsse sorgen?

II. Entwicklung zur Demagogie

Die Führung des athenischen Staates wandelte sich im Laufe der Zeit. Waren in den Jahrzehnten vor Kleisthenes die politisch führenden Männer meistens Aristokraten aus alten Geschlechtern und reichen Familien, wandelte sich die Abstammung der führenden Politiker immer stärker. Überraschenderweise unternahmen die damaligen Eliten keine Widerstand gegen diese Entwicklung, im Gegenteil, sie unterstützen indirekt den Umbau hin zur Demokratie. War zu Beginn der Demokratieentwicklung die einfache Masse eher stiller Teilhaber an internen aristokratischen Auseinandersetzung um die erste Stelle im Staat, steigerte sich ihr Einfluss und ihre Bedeutung in den folgenden Jahrzehnten.1

Durch die kleisthenischen Reformen entstand beim Volk ein immer stärkeres Selbstbewusstsein für eine aktive Teilnahme an der Politik. Diesen größer werdenden Einfluss nahmen auch die aristokratischen Politiker wahr und versuchten, dieses neue Phänomen als Waffe gegen ihre Gegner einzusetzen. Durch die Hinwendung zum Demos förderten jene Aristokraten aber gleichfalls den Fortschritt der Demokratie, denn um Erfolg bei der Menge zu erreichen, gestand man ständig weitere Reformen zu.2

Um eine Hinwendung zum Volk erreichen zu können, beteuerten die Eliten immer öfter das Prinzip der Gleichheit unter allen Bürgern und ihre Liebe zum Demos. Paradox in dieser Entwicklung war jedoch, dass die athenischen Eliten, je mehr sie den Demos umgarnten und Versprechungen machten, um ihre politischen Konkurrenten zu verdrängen, desto mehr förderten sie den demokratischen Fortschritt und den Einfluss der Masse.3 Im Laufe der Zeit verlor die elitäre Führerschaft im Zuge der Reformen immer mehr die Kontrolle über wichtige Ämter, da diese Positionen ständig weiter entwertet wurden. Die direkte Einflussnahme auf jene Ämter, die in der Zeit vor Kleisthenes noch eine bedeutende Rolle in der Ausgestaltung des athenischen Staates gespielt hatten, ging verloren und infolgedessen auch deren Reputation. Aufgrund des Ersatzes von Wahlen hin zu Losungen und ständig wechselnder Führungen, gab es keine Kontinuität mehr in der führenden Schicht und somit auch keine Autorität, die ausgeübt werden konnte. Die demokratische Entwicklung führte dazu, dass die Institutionen nun für alle offen standen und nicht mehr auf einen kleinen elitären Kreis begrenzt waren. Die Entscheidungsfindung wanderte von einem kleinen Komitee hin zum Volk, welches in der Ekklesia künftig alle Beschlüsse ratifizierte.4

Die Gruppe elitärer Männer war es demnach, die den Prozess der Demokratisierung immer stärker vorantrieben und dabei ihre eigene Machtbasis immer weiter verlor. Die direkte Ausübung von Macht kam ihnen abhanden und ihre Rolle veränderte sich, da sie nun als echte Politiker und nicht mehr als Führung des athenischen Staates auftreten mussten. Selbstverständlich benötigte das Volk trotz dieser Entwicklung immer noch erfahrene Männer, welche eine Politik zum Wohle Athens vertraten und bereit waren, Aufgaben in der Volksversammlung zu übernehmen. Die Eliten waren nach wie vor wichtig, auch wenn sich ihre Rolle geändert hatte. Es gab viele Wege, auf denen ein reicher und hochgeborener athenischer Mann Einfluss gewinnen und auf diese Weise an der Politik Athens mitwirken konnte.5

Das wachsende Selbstbewusstsein und eine aufkeimende Skepsis des Volkes vor Klassenunterschieden und alt-aristokratischen Tendenzen machten es im letzten Drittel des fünften Jahrhunderts aber schwieriger, als Mann aus einer aristokratischen Familie eine politische Karriere einzuschlagen. Misstrauen vor oligarchischer Machtanhäufung, wie sie in der Zeit der Peisistratiden-Tyrannis existierte, führte dazu, dass das Volk diejenigen Männer bevorzugte, die sich offen davon abgrenzten und sich dem Volk anpassten. Die Macht des Demos trat offen zu Tage und konnte Druck auf die politischen Führer ausüben, indem das Volk seine eigenen Vorstellungen zu sozialem und politischem Verhalten durchsetzte.6 Legt man diese Erscheinung dem politischen Verhalten der Redner zugrunde, dann erscheint Perikles als einer der ersten, der sich durch eine bewusste Abgrenzung seiner aristokratischen Wurzeln dem athenischen Volk nähern wollte.78

III. Konstitution der attischen Demokratie

Zu den beiden wichtigsten Institutionen der attischen Demokratie gehörten die Volksversammlung (ekklesia) und der Rat (boule). Die Volksversammlung war, mit der Gesamtheit aller politisch berechtigten Athener, identisch mit dem athenischen Staat. Sie repräsentierte den Staat und ist in unserem heutigen Verständnis als Souverän zu bezeichnen, denn alle Gewalt lag beim Volk.9 Angemerkt werden muss aber, dass nur die männliche Bevölkerung an den politischen Entscheidungen beteiligt war und auch nur dann, wenn der Mann 18 Jahre alt und beide Elternteile Athener gewesen sind.

In der perikleischen Zeit ist von ungefähr 40000 - 45000 Bürgern10 auszugehen, die zwar stimmberechtigt waren, von denen aber nur ein kleiner Teil die Volksversammlung regelmäßig besuchte. Eine Anzahl von 6000 Bürgern, wie sie zum Beispiel auch für den Beschluss einen Ostrakismos nötig waren, galt bereits stellvertretend für die Menge des Volkes und war demnach beschlussfähig.11

Die Ekklesia trat mindestens vierzigmal im Jahr zusammen.12 Den Vorsitz übernahm in früheren Zeiten der Archon, der die Versammlung einberufen und geleitet hatte. Im Zuge der Demokratieentwicklung wurde dessen starke Stellung aufgehoben und der Vorsitz vom Rat gestellt. Der Vorsitzende (Epistates) wechselte täglich sowohl in der Versammlung, als auch im Rat.13 Der Epistates gehörte zur Prytanie, einem geschäftsführenden Ratsausschuss, der für 1/10 des Jahres gelost wurde. Der Grund für die alternierende Vorgehensweise war das Misstrauen gegenüber einem kleinen, allzu mächtigen Gremium und der Versuch, jegliche Machtkonzentration zu vermeiden.14

Durch diese Art der politischen Ordnung war sich die Masse des Volkes sicher, jede lenkende Verwaltung zu unterbinden und ihre Unabhängigkeit in der Entscheidungsfindung zu behalten. Denn der täglich wechselnde Epistates konnte keine eigene Amtsautorität aufbauen und hielt gleichzeitig die Bedeutung des Amtes gering. Der Vorsitzende war nicht nur schwach, sondern „[...] ein St ü ck der Masse selbst, der er vorsa ß “.15

Der Rat der 500 war als konstitutives Element ebenso bedeutsam für den Fortbestand der politischen Ordnung wie die Volksversammlung, denn jeder Beschluss musste vorab dem Rat als Vorbeschluss (Probuleuma) vorgelegt werden und wurde anschließend dem Volk unterbreitet.16 Darüber hinaus besaß jeder Athener das Recht (Isegoria), einen eigenen Antrag im Rat einzubringen und sich so an den Regierungsgeschäften zu beteiligen.17 Die Volksversammlung entschied über die auf diese Weise vorgebrachten Anträge mittels Handheben.18 Enthaltungen gab es nicht, sondern ein Nicht-heben der Hand war gleichbedeutend mit einer Ablehnung.19

Wie sich zeigte, waren der Rat und die Volksversammlung in der attischen Demokratie lediglich für die Einberufung der Versammlung und die Leitung der Diskussionen ermächtigt. Die Entscheidungsfindung musste indes auf anderem Wege stattfinden, nämlich anhand der Bürger selbst, denn diese waren allein für den Verlauf der Diskussionen zuständig. In diesem Zusammenhang offenbart sich das Element des politischen Redners als konstitutiv. Er bildete eine Schlüsselrolle im Prozess der Willensbildung, indem er für eine bestimmte Sache eintrat und diese vor der Volksversammlung formulierte. Führt man sich die Zusammensetzung einer solchen Versammlung vor Augen, in welcher neben gebildeten und gesellschaftlich besser gestellten Männern auch einfache Bauern und Tagelöhner vertreten waren, verwundert es nicht, dass für die Rolle des Redners nur eine kleine Anzahl Personen infrage kam.20

Grundsätzlich hatte jeder das Recht, in der Volksversammlung zu sprechen21, allerdings waren Mut und rhetorische Fähigkeiten von Nöten, um vor einer Menge von ungefähr 6000 Menschen sprechen zu können. Diese Qualifikationen besaß der ärmere Teil der Gesellschaft nicht, da sie nicht das Geld und die Zeit hatten22, sich für eine solche Tätigkeit ausbilden zu lassen.

Die Redner fungierten als Berater und traten für bestimmte Gesetze ein, die meistens aus ihrem Umfeld eingebracht wurden. Der Redner stand auf dem Rednerstein und trug einen Myrtenkranz, um sich vom übrigen Volk abzugrenzen.23 Diese Wortführer nannten die Athener seit dem ausgehenden 5. Jahrhundert Demagogen, allerdings unter einem neutralen Wortsinn und nicht pejorativ.24

Im Zuge dieser Entwicklung verloren die Ämter in der attischen Demokratie immer stärker an Bedeutung, da die Wahl der Archonten durch Losung25 ersetzt wurde. Es war demnach nicht mehr möglich, politischen Einfluss zu erlangen, weil die durch Los bestimmten Ämter oft wechselten. Lediglich das Amt des Strategen und einige weitere Ämter, die besondere Kenntnisse voraussetzten, wurden weiterhin durch Wahl bestimmt. Die schwindende Anzahl der Posten, die für eine politische Machtausübung genutzt werden konnten, führte dazu, dass sich der aristokratische Konkurrenzkampf auf eine anderen Ebene verlagern musste. Diese Ebene wurde die Volksversammlung, in der die politische Elite als Wortführer auftrat und sich auf diese Weise profilieren konnte.26

Trotz der Wortführer oblag die gesamte Macht beim athenischen Volk, welches durch seine direkte Willensbildung über alle Bereiche der Polis entschied. Bis zum Jahr 41327 war das Volk der letzte Entscheidungsträger und hatte die oberste Kontrolle über das politische Geschehen, doch das neu eingeführte Beratergremium konnte diese Macht zumindest geringfügig begrenzen. Darüber hinaus gab es keine Gewaltenteilung oder Institutionen, die die Interessen von Einzelnen gegenüber der Masse hätten durchsetzen können. Jeder, der in den Funktionen des Rates oder der Volksgerichte (Dikasterien) tätig war, war zeitgleich nur ein Diener des Volkes.28

IV. Die politischen Redner Athens

Wie im vorherigen Kapitel aufgezeigt, war die Volksversammlung das Zentrum der politischen Kommunikation. Jeder mündige athenische Mann hatte Zutritt und konnte über die Geschicke der Stadt mitentscheiden. Aber es gab auch ein großes Problem: Die Angst vor einer Kumulation von Macht führte zu ständigen personellen Wechseln, die es unmöglich machten, eine kontinuierliche Erfahrungsbasis zu schaffen. Aus diesem Grund waren Wortführer von Nöten, die sich über mehrere Jahre Spezialwissen angeeignet hatten, um das Volk in der Ekklesia oder im Rat mit ihren Kenntnissen beraten zu können. Erst mithilfe dieser Redner war es überhaupt möglich, dass sich das Volk eine eigene Meinung über das jeweilige Thema bilden und daraufhin abstimmen konnte. Das fehlende Expertenwissen von ständig rotierenden Besetzungen in den Institutionen machte Wortführer eigentlich erst essentiell für die attische Demokratie.29

Um als Politiker Erfolg zu haben, war es unverzichtbar, regelmäßig in der Volksversammlung aufzutreten und mit dem Volk zu interagieren. Es war eine Herausforderung, stets über aktuelle Umstände im Bilde zu sein und seine eigenen Vorschläge in kontroversen Debatten mit politischen Gegnern zu verteidigen. Das Risiko, vom Volk niedergebrüllt zu werden oder den Attacken eines Widersachers nicht gewachsen zu sein, war stets präsent. Es galt, sich der Erwartungshaltung des Volkes anzupassen, wenn man in der Ekklesia Erfolg haben wollte.30 Es war nicht nur wichtig, die Bürger von der eigenen Position zu überzeugen und sie auf seine Seite zu ziehen, sondern auch dem durchschnittlichen athenischen Bürger Respekt zu erweisen und sich selbst als einer von ihnen auszugeben. Die Betonung des Gemeinschaftsgefühls zwischen sich und dem Volk versuchten sie durch den Gebrauch der Pronomina „wir31 “ und „unser“ zu erreichen. Der Redner trat durch diese Formulierungen sprachlich in den Hintergrund und bildet infolgedessen eine Einheit mit dem Volk.32

Es mussten sich also alle Redner, egal ob adelig oder nicht, den Gegebenheiten in der Versammlung anpassen und zugleich existierte die Versammlung nicht ohne sie. Nur durch ihr Auftreten war die Ekklesia funktionsfähig. Demzufolge kann der Begriff Demagoge als wertfreie Grundbedeutung für alle Redner angewendet werden, ohne dabei Rücksicht auf ihre Herkunft oder Anschauung zu nehmen.33 Allerdings ist zu beachten, dass der Begriff des Demagogen kein technischer Ausdruck in der griechischen Terminologie war. Ebenso wenig ist die Verwendung Redner als Sprecher für obere und untere Klassen zu verwenden. Der Unterschied zwischen beiden kann darin gesehen werden, dass Demagoge als Redner der unteren Schicht, nämlich des Demos angesehen werden kann.34

Greifbar wird eine Abwandlung des Begriffs des Demagogen (δ ῆ μος (demos) = Volk und ἄγειν (agein) = führen) zuerst in den 424 aufgeführten Rittern des Aristophanes, welcher das Wort Demagogie in Bezug auf Kleon verwendet.35 Infolge dieser Verwendung ist davon auszugehen, dass die Formulierung dem athenischen Publikum zu diesem Zeitpunkt bereits bekannt gewesen sein musste.36 Auch Thukydides bezeichnet Kleon, ebenso wie Aristophanes, als einen Volksführer im negativen Sinne.37 Trotz dieser negativen Konnotation bei beiden Autoren, bezieht sich der Begriff des Demagogen nicht auf den sozialen Rang des Redners innerhalb der Polis, sondern der Demagoge muss als Vertreter des einfachen Volkes, des Demos, verstanden werden. Neben Kleon, dem offensichtlichen Negativbeispiel eines Demagogen, fand der Begriff ebenfalls Anwendung auf herausragende Persönlichkeiten wie Demosthenes oder Perikles.38 Die eigentliche Grundbedeutung „Volksführer“ war vermutlich wert-neutral. Unterschiede fanden sich in der Nähe zum Volk, denn jemand, der seine Beliebtheit durch Schmeicheleien und allzu nahen Volkskontakt steigern wollte, konnte den Begriff negativ prägen. Andererseits gab es auch gute Demagogen, die sich ganz in den Dienst der Polis stellten.39

Mit Beginn der Rückschläge im Krieg und der damit einhergehenden sozialen Umgestaltung drangen neue Redner in die Volksversammlung. Diese Redner, Fabrikanten und Kaufleute, bestanden auf einer Politik der Hegemonie und des Krieges, um ihre eigenen Handelsinteressen durchzusetzen. Erst zu diesem Zeitpunkt bekommt der Begriff des Demagogen eine negative Konnotation, wie sie auch von Aristophanes aufgezeigt wird.40 Die Konkurrenz, die unter den Demagogen herrschte, war groß. Sie fanden sich weder in Organisationen oder Parteien zusammen, noch konnte man sie einer Klasse oder Schicht zuordnen. Redner aus dem Adelsstand waren ebenso möglich wie Redner aus dem oberen Geldadel. Wegen dieser breiten Streuung an sozialer Herkunft war es unter den Wortführern nicht möglich, eine einheitliche Position zu finden.41

IV. 1. Herkunft der Redner

Aristoteles zufolge stellte der Tod des Perikles einen Wendepunkt in der Geschichte der politischen Führung Athens dar, denn bis zu diesem Zeitpunkt wurde die Politik von den alten Familien des grundbesitzenden Adels geleitet. Aber „ als Perikles gestorben war, war Nikias […] das Oberhaupt der Vornehmen das des Volkes war Kleon.“42 Dessen ungeachtet waren die neuen Männer, wie Aristoteles sie nennt, keine armen Personen. Obwohl Kleon zwar in Aristophanes` Ritter als ein „Gerberbursche“43 betitelt wird, war er kein einfacher Handwerker, der das Amt eines führenden Redners in der Volksversammlung übernommen hatte, sondern ein Gerbereibesitzer, der durchaus großes Vermögen besaß. Lediglich in der Führung und politischen Ansichten unterschieden sich die neuen Redner von den früheren Staatsmännern. Ihre Nähe zum Volk und die Tatsache, dass sie sich in die Angelegenheiten des Staates einmischten und somit das Monopol des Adels angriffen, zog Neid und Missgunst auf sie.44

Obwohl jedem Athener rechtlich die Möglichkeit einer politischen Karriere gegeben war, gab es dennoch einen gewissen Konnex zwischen politischen Ämtern und sozial höher gestellten Klassen. Söhne aus besser gestellten Familien hatten die Möglichkeit, eine rhetorische Ausbildung zu absolvieren, die unverzichtbar für eine aktive politische Teilnahme an der Volksversammlung war. Der männliche Nachwuchs eines einfachen Bauern oder Tagelöhners, die ihren Lebensunterhalt nur durch ständige Anstrengung erwirtschaften konnten, war nicht in der Lage, eine kosten- und zeitintensive Ausbildung in der Sprachkunst zu absolvieren.45

Für eine Laufbahn als Redner war den Argumenten zufolge ein gewisser familiärer Wohlstand nötig, um sich auf die Aufgaben in der Volksversammlung vorzubereiten. Allerdings lässt sich keine Verbindung zwischen nicht adeligen Rednern und ihrer politischen Position erkennen. Bereits Aristoteles (s.o.) schreibt, dass Nikias „[…] das Oberhaupt der Vornehmen [...]“ war, obwohl dieser ebenfalls keiner adeligen Familie entsprang. Er kann in seinem Auftreten und seiner politischen Position als Konservativer tituliert werden, wobei Kleon eher als der radikalere Politiker anzusehen ist.46

IV. 2. Qualifikationen

Athenische Bürger kamen in der Regel in ihren Demen zum ersten Mal mit der aktiven Teilnahme an der Politik in Berührung. Die theoretische und praktische Organisation der einzelnen Demen erfolgte auf Basis der eigentlichen Regierung. In den Versammlungen wurden politische Ausbildungen vorgenommen und das Fundament für die kommunale Entscheidungsfindung gelegt. Die Bürger lernten, wie man mit anderen Demen zusammenarbeitete und sie bekamen verschiedene Aspekte der Regierung nähergebracht. Darüber hinaus war es ebenfalls möglich, durch Dienste in anderen Ämtern, politische Erfahrungen zu sammeln, um diese später bei der Zusammenarbeit in der Volksversammlung anzuwenden.47

Die Herausforderung, vor einer Zuhörerschaft von mehreren tausend Menschen zu reden mit dem Ziel, Zustimmung für seine Politik zu gewinnen, machte es unabdingbar, dass einige Bürger besondere Befähigungen besaßen. Die direkte Rückmeldung der Versammlung, aber auch die Intensität der Debatten, in denen oftmals mehrere Parteien gegeneinander argumentierten, forderten ein enormes künstlerisches Redetalent. Der zusätzliche Zeitdruck, dass die zu beratenden Angelegenheiten noch am selben Tag beschlossen werden mussten, machte es umso erforderlicher, dass der jeweilige Redner mit seinen Argumentationen die Zuhörerschaft in möglichst kurzer Zeit überzeugte.48

Für die Redner bedeutete das Auftreten in der Volksversammlung besondere Anstrengung. Es gab keine langen Unterbrechungen zwischen den einzelnen Versammlungen und über die Kriegsführung musste von Woche zu Woche ständig neu beraten werden. Dies stellte nicht nur für den Demos, sondern auch für die politischen Führer eine Belastung dar. Der psychologische Druck muss in diesen Situationen zusätzlich hervorgehoben werden49, denn die Meinung des Volkes konnte jederzeit umschlagen und den Redner von einem gefeierten Politiker zu einem Verbrecher machen. Die Stimmung des Volkes schien wie ein Damoklesschwert über den politischen Führern zu hängen, über deren Persönlichkeit bei jeder Entscheidung indirekt mit abgestimmt wurde.

Nur durch direkten Kontakt mit der Versammlung war es den Redner möglich, Einfluss zu nehmen und sich gegen die gegnerische Partei durchzusetzen. Zwar hatten sie Unterstützer, die ihnen zur Seite standen, aber letztendlich mussten sie alleine auf dem Rednerstein stehen und ihre Politik verteidigen. Sie standen immer im Rampenlicht, ohne die Sicherheit einer politischen Partei oder anderen Institution, die eine abschirmende Wirkung gehabt hätten.50 Überdies muss die Ansicht, dass die Redner allein aufgrund ihres Charismas und rein emotionalen Appellen an die Volksversammlung Politik machen konnten, revidiert werden. Der Mittelweg scheint die angebrachte Vermutung zu sein, nämlich dass sowohl Charisma, Emotionen, aber auch fachlich fundierte Kenntnisse eine Rolle gespielt haben mussten. Eine rein instrumentelle Volksversammlung, ohne jeden emotionalen Aspekt, könnte die Natur der Volksversammlung und somit die Intelligenz und Aufnahmefähigkeit der Bürger überfordert haben und ist daher abzulehnen.51

Des Weiteren muss untersucht werden, inwieweit die Wortführer Athens lediglich durch ihr Charisma die Führung im athenischen Stadt übernahmen oder ob jene die Stellung aufgrund ihrer Fähigkeiten, die Verwaltung und die Finanzen der Stadt in meisterlichem Können zu beherrschen, innehatten. Hierbei vertritt ANDREWES die These, dass Thukydides diesen Punkt übersehen habe und Kleon, sowie andere Politiker, nicht nur reine Wortführer, sondern die eigentlichen Verwalter des Staates seien. Ihnen oblag nicht nur die Aufgabe von bloßen Reden vor der Versammlung, sondern ihre Kenntnis über die finanzielle und politische Verwaltung grenzte sie vom übrigen Volk ab.52

In Kontrast zu dieser Aussage steht die Meinung von THOMPSON, der zwar aufgreift, dass die Verwaltung in Athen eine gewaltige Aufgabe wäre, diese aber nicht nur von den führenden Demagogen übernommen werden konnte. Stattdessen hätten sich jene nur auf die wichtigsten politischen Fragen konzentriert, während eine Vielzahl von Beamten die finanziellen und administrativen Aufgaben übernommen hätten.53 Trotzdem ist davon auszugehen, dass die führenden Politiker ein gewisses Verständnis der Verwaltung und der Finanzen hatten, welches sie in aktuelle Debatten einbrachten. Dazu gehörten zum einen der Überblick über die bevorstehenden Kosten eines Feldzuges, aber auch die Notwendigkeit von zusätzlichen steuerlichen Einnahmen.54

Ein Beispiel für die allgemeine Formulierung der angeblichen Leistungen der Demagogen findet sich in Aristophanes Rittern, wenn der Paphlagonier (Kleon) berichtet: „ Ich, der dir von Anfang zum Besten nur riet und Geld in die Kassen die F ü lle dir geliefert, indem ich die einen beschwatzt, die andern ge ä ngstigt, gefoltert, ohne R ü cksicht stets auf die einzelnen, wenn ich nur dir mich gef ä llig erzeigte!55 Es könnte durchaus möglich sein, dass Kleon selbst als Leiter einer Kommission diese Gelder eintrieb, doch die wahrscheinlichere Möglichkeit ist die Inanspruchnahme der Leistung ohne diese selbst eigenhändig ausgeführt zu haben.56

Für die finanzielle Absicherung des Staates, welche mit einer Erhöhung der Einnahmen oder Senkung der Ausgaben einherging, bedurfte es keiner speziellen fachlichen Qualifikation. Dies konnte durchaus von Demagogen in der Versammlung angebracht und erklärt worden sein. Dennoch gab es sicherlich Politiker, die im Hintergrund der Redner standen und über komplizierte Details und ausgiebiges Fachwissen verfügten und beratend zur Seite zu standen. Trotzdem gehörte zu den wichtigsten Eigenschaften der Demagogen nicht ihr Fachwissen, sondern ihre rhetorischen Fähigkeiten und persönliche Qualitäten, die man durchaus mit Charisma vergleichen kann, um auf der politischen Bühne erfolgreich zu sein.57 Der erfolgreiche Redner war also derjenige, der Ideen aus der Massenideologie sowohl pragmatisch als auch mit moralischen Prinzipien konstant kombinieren konnte, indem er eine praktikable Politik, eine Verteidigung seiner Politik oder einen Angriff auf die Politik eines Gegners unternahm.58

Es mussten letztlich mehrere Fähigkeiten verbunden werden, um als Redner in der attischen Volksversammlung erfolgreich zu sein. Lediglich emotionale Appelle zu formulieren, ohne fundierte Kenntnisse oder ohne eine umsetzbare Politik, konnten schnell von der Versammlung abgestraft werden. Die Redner wussten um das Interagieren von Pragmatismus, Grundsätzen und Ideologien in den Köpfen ihrer Zuhörerschaft und konnten ihre Rede dementsprechend konstruieren.59 Ein Beispiel über das Gespür der Menge für qualifizierte Redner findet sich in Platons Protagoras in welcher Sokrates formuliert: „ Will sich aber ein anderer unterfangen, ihnen Rat zu geben, von dem sie glauben, da ß er kein Fachmann in dieser Sache ist, sei er auch noch so sch ö n und reich und vornehm: so nehmen sie ihn doch nicht an, sondern lachen ihn aus und betreiben L ä rm, bis er entweder heruntergel ä rmt von selbst wieder abtritt oder die Gerichtsdiener ihn herunterziehen oder herausschaffen auf Gehei ß der Prytanen.“60 Gewisse Qualifikationen waren dieser Aussage nach zwingend notwendig, um vor der Ekklesia zu bestehen. Inkompetente Wortführer wurden ohne Nachsicht ausgeschlossen und von der Versammlung durch Zurufe abgestraft.61

Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Karriere als Redner war eine gestärkte Vertrauensbasis. Diese musste sich der Redner erarbeiten, wenn er in Zukunft überhaupt die politischen Belange der Stadt mitbestimmen wollte. Mit diesem Hintergrund sind Appelle an gemeinsame Werte nicht als emotionale Phrase zu deuten, sondern sollen auf rationale Weise das Gemeinsame in den Vordergrund stellen und offenbaren, dass sowohl dem Redner als auch dem Zuhörer nur das Wohl des Staates wichtig ist.62 Es galt demnach durch geschulte Rhetorik die Volksversammlung auf seine Seite zu ziehen. Diese Rhetorik lässt sich nicht mit der heutigen Rhetorik vergleichen, welche nur dazu dient, bereits gefasste Beschlüsse zu begründen, sondern musste darauf abzielen, den Demos von der Korrektheit einer politischen Möglichkeit zu überzeugen. Reden, die nur gehalten wurden, um eine Masse von ungefähr 3000 Menschen (nötig für den Mehrheitsbeschluss) zu überzeugen, waren eine besondere Herausforderung für den Redner, aber auch an dessen Technik.63

In der Rede des Aischines gegen Timarchos (346/345) führt er Eigenschaften an, die ein Redner nicht haben sollte, wenn er vor der Volksversammlung auftreten will. Wenn jemand seinen Vater oder seine Mutter schlecht behandle oder ihnen die Unterstützung verwehre, der würde auch den Staat nicht besser behandeln. Ebenso dürfe ein Mann, der den Militärdienst ablehne und im Angesicht der Feinde sein Schild fallen lassen, demzufolge nicht einmal im Kampf den Staate verteidigen könne, nicht das Recht besitzen, den Staat zu beraten. Darüber hinaus würde ein Mann, der sich zügellos benimmt und sich selbst verkaufe, auch den Staat verkaufen.64 Die Qualifikationen, die Aischines in seiner Rede anführt, sind essentiell für den guten Redner, der nicht nur im öffentlichen, sondern auch im privaten Leben als Vorbild dienen sollte.

[...]


1 OBER, Josiah: Mass and Elite in Democratic Athens, Princeton 1989, S. 84-85.

2 OBER: Mass and Elite, S. 84-85.

3 OBER: Mass and Elite, S. 84-85.

4 OBER: Mass and Elite, S. 85.

5 OBER: Mass and Elite, S. 85.

6 OBER: Mass and Elite, S. 86.

7 CONNOR, Robert: The new politicians of fifth-century Athens, Indianapolis 1992. S. 119-122. 4

8 Rein funktionaler Begriff, der lediglich daraufhin deutet, dass die Entscheidungen durch die Mehrheit der Masse und nicht durch wenige Redner gefällt wurden.

9 BLEICKEN, Jochen: Die athenische Demokratie, Paderborn 1995 4, S. 190-191.

10 FINLEY, Moses Israel: Athenian Demagogues, in: Past & Present, Bd. 62, 1962, S. 10.

11 BLEICKEN: Die athenische Demokratie, S. 190-191.

12 FINLEY, Moses Israel: Antike und moderne Demokratie, übersetzt und herausgegeben von Edgar PACK, Stuttgart 1980.S. 23.

13 Arist. Ath. Pol. 44, 1.

14 BLEICKEN: Die athenische Demokratie, S. 195-196. 5

15 BLEICKEN: Die athenische Demokratie, S. 196.

16 Arist. Ath. Pol. 44,4.

17 BLEICKEN: Die athenische Demokratie, S. 197-198.

18 Ar. Ekkl. V. 263-264, ebenfalls Arist. Ath. Pol. 44, 3.

19 BLEICKEN: Die athenische Demokratie, S. 201.

20 BLEICKEN: Die athenische Demokratie, S. 202-203.

21 Ar. Ach. V. 40-44., Thesm. V. 378-379 und Eur. Hik. V. 433-438.

22 Eur. Hik. V. 420-422, Eur. Or. V. 917-920.

23 Ar. Thesm. V. 380.

24 BLEICKEN: Die athenische Demokratie, S. 203.

25 Aristoteles zufolge ist das Los ein demokratisches, die Wahl aber ein aristokratisches Mittel der Politik, siehe: Arist. Pol. 1300 b 4-5.

26 SCHMIDT-HOFNER, Sebastian: Das klassische Griechenland. Der Krieg und die Freiheit, München 2016, S. 126-127.

27 Wenn nicht anders angegeben, sind alle Jahreszahlen vor Christi Geburt.

28 WOLFF, H: Die Opposition gegen die radikale Demokratie in Athen bis zum Jahre 411 v. Chr., in: ZPE, Band 36, Bonn 1979, S. 280.

29 SCHMIDT-HOFNER: Das klassische Griechenland, S. 139-140.

30 STEIN-HÖLKESKAMP, Elke: Perikles, Kleon und Alkibiades als Redner. Eine zentrale Rolle der athenischen Demokratie im Wandel, in: NEUMEISTER, Christian: Rede und Redner. Bewertung und Darstellung in den antiken Kulturen, Möhnesee 2000, S. 90.

31 Thuk. 2, 37- 46.

32 STEIN-HÖLKESKAMP: Perikles, Kleon und Alkibiades als Redner, S. 91. 8

33 FINLEY: Athenian Demagogues, S. 19.

34 FINLEY, Moses Israel: Athenische Demagogen, übertragen von Kurt TREU, in: Das Altertum, Band 2, Berlin 1965, S.76 Fußnote.

35 Ar. Eq. V. 191-193.

36 DEININGER, Jürgen: Antike und Gegenwart im Begriff des „Demagogen“ bei Max Weber, in: Chiron, Band 32, München 2002, S. 98.

37 Thuk. 4, 21, 3.

38 DEININGER: Antike und Gegenwart, S. 99.

39 CONNOR: The new politicians, S. 109-110.

40 ZOEPFFEL, Renate: Aristoteles und die Demagogen, in: Chiron, Band 4, München 1974, S. 79.

41 MANN, Christian: Die Demagogen und das Volk. Zur politischen Kommunikation in Athen des 5. Jahrhunderts v. Chr. , Berlin 2007, S. 27.

42 Arist. Ath. Pol. 28, 3.

43 Ar. Eq. V. 47.

44 FINLEY: Athenian Demagogues, S. 16.

45 MANN: Die Demagogen, S. 126-127.

46 MANN: Die Demagogen, S. 140-141.

47 OBER: Mass and Elite, S. 159.

48 FINLEY: Athenian Demagogues, S. 12-13.

49 FINLEY: Athenian Demagogues, S. 14-15.

50 FINLEY: Athenian Demagogues, S. 14-15.

51 OBER: Mass and Elite, S. 124-125.

52 ANDREWES, A: The Mytilene Debate. Thucydides 3,36-49, IN PHOENIX, VOLUME 16, NO. 2, Kanada 1962, S. 83.

53 THOMPSON, E. W.: Athenian leadership: Expertise or charisma?, in: SHRIMPTON, Gordon: Classical contributions. Studies in honour of Malcom Francis McGregor, New York 1981, S. 153.

54 THOMPSON: Athenian Leadership, S. 156.

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56 THOMPSON: Athenian Leadership, S. 157.

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58 OBER: Mass and Elite, S. 124-125.

59 OBER: Mass and Elite, S. 125.

60 Pl. Prt. 319 b.

61 WELWEI, Karl-Wilhelm: Politische Kommunikation im klassischen Athen, in: EHLICH, Konrad: Kommunikation in politischen und kultischen Gemeinschaften, Trier 1996, S. 32.

62 FLAIG, Egon: Die Mehrheitsentscheidung. Entstehung und kulturelle Dynamik, Paderborn 2013, S. 260.

63 FLAIG: Der Mehrheitsentscheid, S. 262.

64 Aeschin. 1, 25-30.

Details

Seiten
69
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668539389
ISBN (Buch)
9783668539396
Dateigröße
673 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v376693
Institution / Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Note
2,0
Schlagworte
Demagogie Demagoge Kleon Perikles Aristophanes Die Ritter Der Frieden Athen athenisches Volk Redner Wortführer Demagogos xynomina Gerber Volksversammlung Ekklesia Mythene Ostrakismos Verbannung Rednertribüne Führer Plutarch politische Redner Konstitution der athenischen Demokratie

Autor

  • Anonym (Autor)

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Titel: Demagogie im Athen des ausgehenden 5. Jahrhunderts