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Die kurzfristige Erfolgsentwicklung der Teamleistung auf einen Wechsel der Chefposition des Trainerteams

Hausarbeit 2016 20 Seiten

Sport - Sportökonomie, Sportmanagement

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitende Gedanken

2 Transfer betriebswirtschaftlich empirischer Forschungen auf Problemstellungen im Sportmanagement

3 Einordung der Trainerwechsel

4 Operationalisierung der Erfolgsmessung
a) Zeitvergleich
b) Vergleich mit Saisonwerten
c) Normvergleich

5 Empirische Prüfung der Bundesliga-Saisons von 2013-2016
a) Zeitvergleich
b) Vergleich mit Saisonwerten
c) Normvergleich

6 Interpretation der Ergebnisse

7 Fazit

8 Anhang

Literaturverzeichnis

Alchian & Demsetz (1972)

Production, information costs and economic organization. The American Economic Review

Audas & Goddard (2002) The impact of managerial change on team performance in professional sports. Journal of Economics and Business

Bruinshoofd & Ter Weel (2004) Manager to go? Performance dips reconsidered with evidence from Dutch football. European Journal of Operational Research

Deutscher & Prinz (2016) Angebot V – Determinanten sportlicher Leistung. Mikroökonomische Aspekte des Spitzensports

Dios & Forrest (2007) Within-season demissal of football coaches: Statistical analysis of causes and consequences. European Journal of Operation Research

Fair (1994) How fast do old men slow down?. Review of Economics and Statistics

Goodall & Oswald (2011) Why do leaders matter? A study of expert knowledge in a superstar setting. Journal of Economic Behaviour & Organization

Salomo & Teichmann (2002) Erfolgsmessung im Sportmanagement – Trainerwechsel und Vereinserfolg. Sportmanagement: der Profi-Fußball aus sportökonomischer Perspektive

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Einordnung der Trainerwechsel

Eigene Grafik in Anlehnung an Salomon & Teichmann (2002)

Abbildung 2: Vergleich der durchschnittlichen erreichten Punkte vor und nach Trainerwechsel Eigene Grafik, Rechnung/Daten siehe 7. Anhang

Tabelle 1: Vergleich der durchschnittlichen erreichten Punkte vor und nach Trainerwechsel Eigene Tabelle, Rechnung/Daten siehe 7. Anhang

Abbildung 3: Vergleich der durchschnittlichen Tordifferenz vor und nach Trainerwechsel Eigene Grafik, Rechnung/Daten siehe 7. Anhang

Abbildung 4: Vergleich der durchschnittlich erreichten Punkte nach Trainerwechsel und saisonal Eigene Grafik, Rechnung/Daten siehe 7. Anhang

Abbildung 5: Vergleich der durchschnittlichen Tordifferenz nach Trainerwechsel und saisonal Eigene Grafik, Rechnung/Daten siehe 7. Anhang

Tabelle 2: Vergleich der durchschnittlichen Tordifferenz nach Trainerwechsel und saisonal Eigene Tabelle, Rechnung/Daten siehe 7. Anhang

Abbildung 6: Vergleich der durchschnittlich erreichten Punkte nach Trainerwechsel mit berechneter Norm Eigene Grafik, Rechnung/Daten siehe 7. Anhang

1 Einleitende Gedanken

Die Produktion von sportlicher Leistung hängt von vielen Faktoren ab. Die Leistungsentwicklung eines Sportlers wird besonders durch die „gegenläufigen Faktoren Erfahrung und körperlicher Verschleiß“[1] bestimmt. Mit zunehmendem Alter und Erfahrung des Sportlers, nimmt die Leistungsfähigkeit aufgrund von abnehmender Agilität und Kraft ab einem bestimmten Karrierepunkt ab.[2] Der endgültige Verlauf der Leistungsentwicklung unterscheidet sich in Sportart und in der medizinischen Betreuung des Sportlers sowie individueller Einflussgrößen.

Bei einer Teamproduktion der sportlichen Leistung, wie sie auch im Fußball vorherrscht, entstehen zusätzliche Messprobleme, da das Teamergebnis „nicht additiv aus den Einzelleistungen ermittelt werden kann“[3] und somit die Leistung nicht einzelnen Sportlern zugerechnet werden kann[4]. Dies „birgt die Gefahr der Leistungszurückhaltung von Einzelnen“[5] und wird durch leistungsabhängige Bonuszahlungen und Kontrollinstanzen, wie beispielsweise ein Trainer, zu verhindern versucht.

Die Trainerposition nimmt im Mannschaftssport eine zentrale Rolle in der Teamstruktur ein, da er neben dem Training der individuellen Fähigkeiten der Sportler auch aktiv taktisch in den Wettbewerb eingreifen kann. Ein Beispiel hierfür ist die Kaderaufstellung oder Einwechselungen während des Wettbewerbs. Daher wird ihre Leistung in diesen Sportarten „von den Vereinsverantworlichen typischerweise direkt von den Leistungen des Teams abgeleitet“[6]. Der Faktor Trainer auf die sportliche Leistung eines Teams ist daher ein beliebtes Forschungsfeld. Neben der Erfahrung von Trainern als Determinante[7] wird in vielen Studien die Entlassung und die damit einhergehende Neuverpflichtung eines Trainers als Einflussfaktor untersucht, welcher auch in dieser Hausarbeit thematisiert werden soll.

Die Ergebnisse der Studien unterscheiden sich stark. Während Bruinshoofd und Ter Weel (2004) einen Trainerwechsel als negativen Einfluss auf die Mannschaftsleistung ausmachen, finden Audas, Dobson & Goddard (2002) keinen signifikanten Einfluss. Dios & Forrest (2007) belegen für den spanischen Fußball einen positiven Effekt und Salomo & Teichmann (2002) erhalten bei unterschiedlichen empirischen Herangehensweisen als Ergebnis jeweils eine unterschiedliche Einschätzung der Folgen eines Trainerwechsels auf die Entwicklung der Mannschaftsleistung. Jedoch untersuchen die genannten Studien ausschließlich die langfristigen Folgen eines Trainerwechsels und beziehen sich auf mehr als vier Wettbewerbe nach dem Wechsel, während sich diese Hausarbeit mit den kurzfristigen Auswirkungen des Wechsels auf den Erfolg auseinandersetzt und sich nur auf die ersten vier Wettbewerbe bzw. Spiele nach dem Wechsel bezieht.

Dabei wird eine Einordnung der Trainerwechsel in Anlehnung an Salomo & Teichmann (2002) und eine empirische Prüfung auf drei unterschiedliche Wege vorgenommen. In einem Zeitvergleich wird die Mannschaftsleistung vor mit der nach einem Trainerwechsel verglichen, in einem Saisonvergleich wird die Mannschaftsleistung nach einem Trainerwechsel mit der der gesamten Saisonleistung verglichen und der Normvergleich bietet einen Vergleich der Mannschaftsleistung nach einem Trainerwechsel mit einer Normleistung, die auf der finanziellen Ausstattung der Mannschaft basiert.

Gegenstand der Untersuchung sind die Trainerwechsel in der 1. Fußball-Bundesliga in Deutschland in den Saison 2013/14, 2014/15 und 2015/16. In diesem Zeitraum fanden 37 Trainerwechsel statt.

2 Transfer betriebswirtschaftlich empirischer Forschungen auf Problemstellungen im Sportmanagement

Sören Salomo und Kai Teichmann versuchen in ihrer Arbeit „Erfolgsmessung im Sportmanagement – Trainerwechsel und Vereinserfolg“[8] betriebswirtschaftlich empirische Untersuchungen im Sportmanagement anzuwenden. Der Wechsel von Trainern vergleichen sie hierbei mit dem Wechsel einer Führungskraft und wenden bei der Untersuchung der Folgen von Trainerwechseln die gleichen Forschungsmethoden, wie vorherigen Studien in der Betriebswirtschaft die Folgen des Wechsels von Führungskräften untersucht haben, an. Ziel ist dabei aber primär die Untersuchung, „inwieweit Erkenntnisse aus der betriebswirtschaftlichen Fragestellung in inhaltlicher aber auch besonders methodischer Sicht in die sportmanagementorientierte Analyse einbezogen werden können“.[9]

Konkret leiten sie aus der bisherigen betriebswirtschaftlichen Forschung folgende zentrale Forderungen an die empirische Forschung der Folgen eines Trainerwechsels ab:

- „Trainerwechsel sollten nicht undifferenziert einer Analyse unterzogen werden“[10]. Die Differenzierung von Trainerwechsels muss anhand bestimmter „Systematisierungskriterien“[11] erfolgen (mehr dazu in Punkt 3 „Einordnung der Trainerwechsel“).

- Bei der empirischen Untersuchung muss die Abhängigkeit der Ergebnisse vom „Vorgehen der Erfolgsmessung“[12] beachtet werden. Dazu bieten sich unterschiedliche Herangehensweisen an die empirische Untersuchung an.

Die unterschiedlichen Herangehensweisen finden sich bei Salomo und Teichmann als Zeit-, Betriebs- und Normvergleich wieder. Der Zeitvergleich entspricht dem Zeitvergleich in dieser Arbeit, während auch der Normvergleich dieser Arbeit in Anlehnung an den Normvergleich, den Salomo und Teichmann beschreiben, geschieht. Der Betriebsvergleich wird mit Hilfe eines Kontrollfalls für jeden untersuchten Trainerwechsel durchgeführt, dessen Erfolg als Vergleichswert dienen soll. Die Kontrollmannschaften zeichnen sich hierbei durch ein identisches oder ähnliches Saisonziel und eine zum Zeitpunkt des Trainerwechsels identische oder ähnliche Anzahl von Punkten aus. Der Betriebsvergleich in der betriebswirtschaftlichen Forschung ist hierbei um einiges einfacher und kontrollierter durchzuführen als der Beschriebene. Aufgrund der unterschiedlichen Zielsetzung dieser Arbeit zur konkreten Untersuchung der Erfolgsentwicklung und nicht der Anwendung oder Transferierung von betriebswirtschaftlichen Forschungsmethoden wird der Betriebsvergleich in dieser Arbeit vernachlässigt.

3 Einordung der Trainerwechsel

In Anlehnung an Salomo und Teichmann müssen für die Problemstellung im Sportmanagement „geeignete Systematisierungskriterien“[13] aufgestellt werden. Diese sind ähnlich systematisiert wie die in der betriebswirtschaftlichen Literatur behandelte Wechsel, jedoch unterscheiden sich diese in zwei Punkten und eine „unveränderte Übertragung der Systematik“[14] ist daher nicht sinnvoll: Zum einen treten „Pensionierungen, gesundheitliche Probleme und Tod als Wechselursachen für Fußballtrainer kaum auf“[15] und zum anderen wechseln Fußballtrainer regelmäßig öfter ihre Karrierestationen als Manager, die „den Posten [...] als Höhepunkt und zugleich Endstation ihrer beruflichen Karriere anstreben“[16].

Eine Befristung des Vertrags zwischen dem Trainer und der Vereinsführung ist in der Welt des Profifußballs üblich und lässt die Trainerwechsel zwischen regulären, also ein Wechsel des Trainers nach Ablaufen des Vertrags, und irregulären Wechseln unterscheiden. Ein irregulärer Wechsel „lässt eine hohe Dynamik erwarten und ist daher auch von besonderer praktischer Relevanz“[17].

Eine Systematisierung innerhalb der irregulären Wechsel ist in Form einer Differenzierung zwischen Trainerwechsel zwischen zwei Spielzeiten (intersaisonaler Wechsel) und Trainerwechsel innerhalb einer Spielzeit (intrasaisonale Wechsel)[18] möglich. Diese ist sinnvoll, da ein intersaisonaler Wechsel dem neuen Trainer meist ausreichend Zeit zur gezielten Vorbereitung bietet, während ein intrasaisonaler Wechsel dem neuen Trainer „weitaus geringere Einflussmöglichkeiten“[19] bietet.

Ein letzter Schritt der Systematisierung, der von Salomo und Teichmann nicht getätigt wird, ist die Unterscheidung zwischen Interimstrainern und Trainern mit der Zukunftsaussicht als langfristiger Inhaber der Trainerposition. Auch ein Interimstrainer kann bei positiver Erfolgsentwicklung langfristig als Trainer eingestellt werden, jedoch ist dies nicht der Normalfall und bringt für die Mannschaft nicht die Motivationsgrundlage eines Trainers mit, die ein langfristiger Trainer aufgrund einer gezielten strukturellen Veränderung hervorrufen könnte, welche diese Arbeit untersuchen möchte. Daher beschränkt sich die empirische Analyse dieser Arbeit auf die irregulären, intrasaisonalen Trainerwechsel, die keinen Interimstrainer als neuen Trainer zur Folge haben.

Nachfolgend ist in Abbildung 1 die entwickelte Systematik unter Angabe der Häufigkeiten im Untersuchungszeitraum abgebildet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Einordnung der Trainerwechsel

4 Operationalisierung der Erfolgsmessung

a) Zeitvergleich

Bei einem Zeitvergleich wird in Anlehnung an mehrere Quellen, wie z.B. Salomon & Teichmann (2002), die Mannschaftsleistung vor und nach einem Trainerwechsel verglichen. Betrachtet wird dazu der Zeitraum von drei Spiele vor bis vier Spiele nach einem Trainerwechsel und es werden die durchschnittlich erzielten Punkte pro Spiel verglichen.

Da jedoch bei einem Vergleich der Punkte nur zwischen 0, 1 oder 3 Punkte unterschieden werden kann, bietet sich eine differenziertere Betrachtung der Ergebnisse in Form der Tordifferenz an. In einem zweiten Vergleich werden daher die durchschnittlichen Tordifferenzen der Spiele verglichen.

Das größte Problem bei einem Zeitvergleich ist der schlechte Vergleichswert, der mit dem Zeitraum vor dem Trainerwechsel vorliegt. Üblicherweise wird ein irregulärer Wechsel der Trainerposition nach negativen Ergebnissen vorgenommen.

b) Vergleich mit Saisonwerten

Es bietet sich daher die durchschnittliche Saisonleistung als besserer Vergleichswert an. Die durchschnittlichen Punkte und in einem zweiten Vergleich die durchschnittliche Tordifferenz der Spiele nach einem Trainerwechsel werden hier mit den durchschnittlichen Punkten und der durchschnittlichen Tordifferenz pro Spiel in der gesamten Saison verglichen. Da jedoch auch hier die eher negativen Ergebnisse vor dem Trainerwechsel innbegriffen sind, wird die Saisonleistung um diese Spiele bereinigt. Somit werden nur die verbleibenden 31 Spiele der Mannschaften mit den Spielen nach einem Trainerwechsel verglichen.

Ein verbleibendes Problem ist hier jedoch der Zufall der Kontrahenten nach einem Trainerwechsel, d.h. die Stärke der gegnerischen Mannschaften, gegen die in dem Zeitraum gespielt wird, kann sich stark von der restlichen Saison unterscheiden und die Spiele somit nicht unbedingt mit der gesamten Saisonleistung verglichen werden.

[...]


[1] Vgl. Fair, 1994

[2] Vgl. Deutscher & Prinz, 2016

[3] Vgl. Deutscher & Prinz, 2016

[4] Vgl. Alchian & Demsetz, 1972

[5] Deutscher & Prinz, 2016, S.160 im Band

[6] Deutscher & Prinz, 2016, S. 168 im Band

[7] Vgl. Goddall, Kahn & Oswald, 2011

[8] Vgl. Salomo & Teichmann, 2002

[9] Salomo & Teichmann, 2002, S.243 im Band

[10] Salomo & Teichmann, 2002, S.247 im Band

[11] Salomo & Teichmann, 2002, S.249 im Band

[12] Salomo & Teichmann, 2002, S.247 im Band

[13] Salomo & Teichmann, 2002, S.249 im Band

[14] Salomo & Teichmann, 2002, S.248 im Band

[15] Salomo & Teichmann, 2002, S.248 im Band

[16] Salomo & Teichmann, 2002, S.249 im Band

[17] Salomo & Teichmann, 2002, S.249 im Band

[18] Vgl. Salomo & Teichmann, 2002

[19] Salomo & Teichmann, 2002, S.249 im Band

Details

Seiten
20
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668539464
ISBN (Buch)
9783668539471
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v376686
Institution / Hochschule
Fachhochschule Koblenz - Standort RheinAhrCampus Remagen
Note
1,6
Schlagworte
Erfolg Team Entwicklung Leistung Wechsel Chefposition Trainer Trainerteam Sport Mannschaft Wettbewerb

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Titel: Die kurzfristige Erfolgsentwicklung der Teamleistung auf einen Wechsel der Chefposition des Trainerteams