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Eine Angebotsanalyse des Wohnungsmarktes der Stadt München

Projektarbeit 2017 27 Seiten

Soziologie - Wohnen, Stadtsoziologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Einleitung

2. Wirtschaftsstandort München

3. Kennzeichen des Münchner Wohnimmobilienmarktes
3.1 Angebotsentwicklung
3.1.1 Leerstandszahlen
3.1.2 Phasen des Neubaus
3.1.3 Bestandsentwicklung
3.1.4 Neubautätigkeit und Abriss
3.2 Kauf- und Mietpreisentwicklung
3.3 Renditeentwicklung

4. Stadtteile in der aktuellen Entwicklung

5. Zusammenfassung und Ausblick
5.1 Fazit
5.2 Ausblick

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Witschaftsentwicklung Bayern insgesamt und München

Abbildung 2: Leerstand München 2006 bis 2015

Abbildung 3: Phasen eines Neubauprojekts

Abbildung 4: Wohnungsbestand München 2005 bis 2015

Abbildung 5: Renditeentwicklung der Wohnungsmieten in München 2010 bis 2017

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Betrachtung der Angebotsmieten auf dem Münchner Wohnungsmarkt

Tabelle 2: Aktuelle Entwicklung der Stadtteile Münchens

1. Einleitung

Der Immobilienstandort München zählt seit Jahren zu den zentralen Städten der Branche. Der Wohnimmobilienmarkt der Stadt ist geprägt von einem steigenden Wohnungsbestand und einem Anstieg der Miet- und Kaufpreise im Wohnungssegment der Immobilienwirtschaft; diese Entwicklung zeichnet sich seit den letzten Jahren ab. Trotz der unterschiedlichen Anzahl fertiggestellter Neubauprojekte im Wohnungssegment, im Rahmen der Bautätigkeit, nahm die Leerstandsquote in der Vergangenheit ab. Diese Tendenzen auf dem Wohnungsmarkt werden aktuell diskutiert; der Wohnimmobilienmarkt in München wird mit dem stärksten Anstieg der Wohnimmobilienpreise und Mieten in Verbindung gebracht. Mit dieser Annahme wird ein starkes Aufeinandertreffen von Nachfrage und Angebot auf dem Wohnungsmarkt angenommen. Der Markt wird häufig als „angespannt“ bezeichnet und belegt den ersten Platz im aktuellen Ranking der Wohnimmobilienstandorte.[1] Aus diesen Gründen ist eine nähere Betrachtung des Wohnimmobilienmarktes erforderlich.

Untersuchungen zu der wohnungswirtschaftlichen Entwicklung auf der Seite des Angebots sollen als Themenschwerpunkt dieser Projektarbeit dienen; Nachfragetendenzen sollen nur vereinzelt berücksichtigt werden. Bei der Angebotsanalyse wird eine Vielzahl an wissenschaftlich fundierten Daten betrachtet, ausgewertet und interpretiert. Auf der Grundlage der Marktberichte und Statistiken im Bereich des Wohnimmobiliensegments, werden diese Erkenntnisse in Bezug auf das Angebot der Wohnungswirtschaft in München gestützt.

Das zweite Kapitel thematisiert den Standort München im Hinblick auf die makroökonomische Betrachtungsweise des Wirtschaftstandorts; berücksichtigt werden Daten, die sich auf den Arbeitsmarkt, die Bevölkerungszahlen, das BIP und Haushalte beziehen, damit ein grundlegendes Verständnis für die wirtschaftliche Situation der Stadt aufgebaut werden kann. Weitere Analysen werden anschließend, im Hinblick auf den wohnwirtschaftlichen Kontext, herangezogen.

Kapitel drei erhält eine fokussierte Betrachtung des Wohnimmobilienmarktes in München. Die Angebotsentwicklung wird zusammen durch die bestehenden Entwicklungen auf den Wohnungsmärkten, speziell den Leerstand, die Phasen eines Neubauprojektes und den Bestandsentwicklungen beschrieben. Es werden darüber hinaus weitere Faktoren wie die Kauf- und Mietpreisentwicklungen herangezogen, sowie auch die Renditeentwicklung, um die wohnungswirtschaftliche Lage zu analysieren.

Der Inhalt des vierten Kapitels bezieht sich auf die Entwicklungen der wohnungswirtschaftlichen Lage einzelner Stadtteile. Hierbei wird der Fokus ebenfalls auf dem Vergleich der Angebotsstrukturen von Wohnungen liegen. Es sollen hierbei die wesentlichen Entwicklungen der aufstrebenden Stadtteile berücksichtigt, damit der Fokus auf der gesamten Stadt in den Untersuchungen erhalten bleibt. Die Mietpreisentwicklung, Lagemerkmale und Fertigstellungszahlen von Wohnungen in den Stadtteilen werden dabei vorrangig untersucht.

2. Wirtschaftsstandort München

München besitzt als Wirtschaftsmetropole das größte BIP im Städtevergleich aller Kreisfreien Städte und Landkreise in Deutschland.[2] Im Jahr 2015 erwirtschaftete alleine die Stadt München ein Drittel des BIP; das entspricht etwa einer Summe von 181000 Mio. Euro. Die Stadt trägt somit die größte Wirtschaftsleistung zum BIP in Bayern bei.

Das BIP des Bundeslandes Bayern entwickelte sich im Vergleich zwischen 2011 und 2016 stark positiv (siehe Abbildung 1). Die Differenz lag bei einem BIP-Zuwachs von knapp 190000 Mio. Euro.[3] Die Wirtschaftsleistung in Bayern befindet sich damit in einem Aufwärtstrend. Dies belegen ebenfalls die Bevölkerungszahlen, welche sich von 2011 bis 2016 von etwa 1364000 Einwohnern auf 1531000 Einwohner um +12% verändert hat.

Die Anzahl der privaten Haushalte lag im Jahr 2011 noch bei 764000.[4] Auch die Anzahl der privaten Haushalte hat sich im Vergleich zu den genannten Faktoren positiv verändert. Lag die Anzahl 2011 noch bei 764000, so ist die Anzahl 2016 auf 833000 angestiegen. Dieser Anstieg ist begründbar durch die Bevölkerungszunahme der letzten Jahre.

Abbildung 1: Witschaftsentwicklung Bayern insgesamt und München

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: INSM; WirtschaftsWoche; Bundesagentur für Arbeit, Eigene Darstellung

Ein Indikator für eine stabile Wirtschaft stellt die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen dar. Die Arbeitslosenzahlen lagen 2011 bei einem Anteil von 5,1 %, gemessen am Anteil der Gesamtbevölkerung in München.[5] 2013 hingegen lag die Arbeitslosigkeit bei 5,0 % und im Jahr 2014 erneut bei 5,1 %[6]. Im Folgejahr verminderte sich die Arbeitslosenquote um 0,4 % auf einen Wert von 4,7 %. Im aktuellen Jahr 2017 lag die Arbeitslosenquote bei 5,4 %.[7] Über die Jahre hinweg hat sich ein Höchststand der Arbeitslosigkeit im Jahr 2017 bei 5,4% entwickelt; in den Vorjahren war die Arbeitslosenquote auf einem konstanten Stand von etwa 5,0 %; die Arbeitslosigkeit hat sich damit bis zur heutigen Betrachtungsperiode geringfügig negativ entwickelt. Eine Erklärung dafür ist der Zuwachs der Bevölkerungszahlen und die Flüchtlingskrise, die in dem Zusammenhang den Anteil der Erwerbsfähigen erhöht hat. Eine Integration in den Arbeitsmarkt stellt sich aufgrund der fehlenden Arbeitsmarktstellen als schwer dar und wird eine Lösung der politischen Organe durch die Integration und das Schaffen neuer Arbeitsstellen erfordern.

Diese Zahlen lassen darauf schließen, dass München ein attraktiver Wirtschaftsstandort ist, der von einem hohen Zuzug an Menschen geprägt ist. Dies stellt sich explizit in den Zahlen des Bevölkerungswachstums dar. In den dargestellten Bereichen lässt sich bezüglich München als Wirtschafts- und Lebensraum eine positive Bilanz der letzten Jahre ziehen. Die Zahlen der Arbeitslosigkeit liegen im Jahr 2017 unter dem Bundesschnitt von 5,9 %.[8] Die Zahlen des BIP verdeutlichen die beständig steigende Leistung Bayerns und vor allem auch der Stadt München, welche einen großen Anteil an der Wirtschaftskraft des Bundeslandes beigetragen hat.

Im Vergleich zu den Städten Frankfurt, Stuttgart, Düsseldorf, Hamburg, Berlin und Köln ist die relative Arbeitslosigkeit der Bevölkerung zum Teil deutlich geringer;[9] München weist im Vergleich des Jahres 2015 die niedrigste Arbeitslosen Quote auf und liegt damit nur etwa bei der Hälfte der Erwerbslosen im Vergleich zu der Bundeshauptstadt Berlin mit einer hohen Arbeitslosenquote von 10,6 %.

3. Kennzeichen des Münchner Wohnimmobilienmarktes

In diesem Kapitel liegt der Fokus auf dem Wohnimmobilienmarkt der Stadt München. Die Untersuchung der Kennzahlen wird auf der Basis einer grundlegenden Definition vorgenommen; anschließend wird die Marktlage des Münchner Wohnimmobilienmarktes in der Detailbetrachtung dargestellt.

3.1 Angebotsentwicklung

Das Angebot als Marktfaktor ist eng verknüpft mit dem Preis als einer von vielen und auch maßgeblichen Einflussfaktoren.[10] Mankiw/Taylor definieren in dem Zusammenhang das Gesetz des Angebotes als Erklärung für die Zahl der Angebotsmenge zu einem gewissen Preisniveau. Bei steigendem Preis (c.p.) nimmt gleichzeitig die Anzahl der Marktteilnehmer (Anbieter) zu.

Mit Bezug auf den Immobilienmarkt ist die Angebotszahl auf kurze Betrachtung nicht elastisch, d.h. die Zahl der angebotenen Wohnungen ist binnen kurzer Dauer nicht effektiv veränderlich. Dies führt zu dem Begriff der Zyklizität des Immobilienmarktes.[11] Vornholz spricht dabei von sogenannten „Time Lags“; diese Verzögerungen sind bedingt durch die lange Planungs- und Produktionsdauer einer Immobilie. In Kapitel 3.1.2 wird diese verzögerte Anpassung des Marktangebotes mit Bezug auf die Projektplanung einer Wohnimmobilie näher erläutert.

3.1.1 Leerstandszahlen

Die Leerstandsquote gibt an wie ausgelastet ein Immobilienmarkt zu einem bestimmten Zeitpunkt ist. Dabei werden häufig Leerstandszahlen auf der Basis eines ganzen Jahres als Jahresdurchschnitt erhoben. Eine Betrachtung des Zeitraums 2006 bis 2015 zeichnet einen optimalen Entwicklungstrend der Leerstandsquote in München ab, welcher nun in Form einer Kurve in Abbildung 2 dargestellt wird. Diese wird nun erläutert.

Die Spannweite der Werte bewegt sind von 0,2 % bis 2,2 %. Auffallend ist der deutliche Abwärtstrend der Werte; 2006 lag der Leerstand bei einem hohen Wert von 2,2 %.[12] Im Rahmen der Weltwirtschaftskrise in den Zeitpunkten 2007 und 2008 haben viele Anleger ihr Kapital in Immobilien investiert. Somit lässt sich der Rückgang der Leerstandsquote 2007 erklären. Seit 2008 und einer Zunahme der Leerstandsquote um 0,4 % konnte eine Abwärtsspirale des Leerstands beobachtet werden. Von 2010 bis 2011 hat sich der Leerstand am stärksten reduziert um den Höchstwert von -0,6 %. In den Folgejahren ist die Leerstandsquote bis zum Jahr 2017 stetig abgenommen. Der niedrigste Stand ist ebenfalls im Jahr 2017 mit 0,2 % erreicht worden. Dieser Trend lässt sich auf die historisch niedrigen Zinsen zurückführen, welche die Anlageform der Immobilie attraktiver für Investoren gestaltet als alternative Geldanlagen. Ein wesentlicher Faktor ist die Rendite, welche in Kapitel 3.3 betrachtet wird.

Abbildung 2: Leerstand München 2006 bis 2015

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: empirica; CBRE Group, eigene Darstellung

3.1.2 Phasen des Neubaus

Die Phasen eines Immobilienneubaus sind umfangreich. Die klassischen sechs Phasen untergliedern sich in die Phasen: Initialisierungsphase, Konzeptionierung, Realisation, Objektnutzung, sowie der Umnutzung und der abschließenden Verwertung.[13] Bei diesem Sechs-Phasen-Modell handelt es sich um ein Kreislaufmodell. Der Grund und Boden unterliegt nach dem Steuerrecht einem Abschreibungsverbot; ein Werteverzehr wird aufgrund der stetigen Nutzung des Bodens ausgeschlossen, sodass nach der Planung, Realisierung und Nutzung eines Gebäudes zum Ende des Gebäudelebenszyklus der Abriss erfolgt.

Abbildung 3: Phasen eines Neubauprojekts

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Projektentwicklung in der Immobilienwirtschaft, S.7, eigene Darstellung

In der ersten Phase der Initiierungsphase müssen die drei Bereiche der Projektidee, des Standortes und des Kapitals berücksichtigt werden. Dabei werden die folgenden Fragen beantwortet:

Welche Projektidee kann im besten Fall realisiert werden?

Welcher Standort eignet sich für die Umsetzung der Projektidee?

Welches Konzeptalternative bildet die ertragreichste Perspektive ab und wie lässt sich das Vorhaben finanzieren?

Diese ersten Analysen führen dann zu der Phase der Konzeptionierung. In dieser Phase wird ein umfassendes Konzept erstellt, welches den Markt, die Risiken, den Standort, die Nutzung und den Wettbewerb analysiert.[14] Die Realisationsphase umfasst den Bau der Immobilie. Kostenstrukturen wurden dabei schon in der Konzeptionierung berücksichtigt. Anschließend, in der vierten Phase, wird das Objekt in seiner ursprünglich beabsichtigten Weise genutzt.

Im Verlauf der Nutzung kommt es dann zu Modernisierungen oder auch Sanierungen. Dabei kann es durchaus sinnvoll sein eine Umnutzung des Projektes vorzunehmen. Wohnungen können so beispielhaft in Büroräume umgenutzt werden, unter der Voraussetzung, dass eine Nachfrage von Unternehmensseite an dem Standort besteht. Die letzte Phase ist die Phase der Verwertung. Das Gebäude wird abgerissen, sobald die Modernisierungskosten die Kosten für den Abriss übersteigen. Damit endet die letzte Phase, ehe ein neues Projekt auf dem Grundstück geplant und realisiert wird.

Neue Immobilienprojekte sind immer mit einem großen Aufwand an Investitionen und Planungen verknüpft. Die Immobilität von Immobilien und die Zyklizität des Marktes bedingen ebenfalls eine verzögerte Reaktion des Marktes auf die Angebotsstrukturen.[15] Diese Faktoren machen den Immobilienmarkt aus und begründen die verzögerten Marktentwicklungen in allen Immobilienmarktsegmenten.

Einen Nachweis für verzögerte Entwicklung des Wohnungsmarktes liefern die Umsatzzahlen des Baugewerbes in München.[16] Der Umsatz des Wohnungsbaus war im Jahr 2013 mit einem Umsatz von 164,5 Mio. € am höchsten. Bis 2015 fiel die Umsatzzahl um einen deutlichen Anteil von etwa 30 Mio. € auf einen Endwert der Betrachtungsperiode von 134,2 Mio. €. Diese Entwicklung ist mit der Betrachtung des Wohnungsneubaus in den Stadtteilen zu erklären; die Möglichkeiten zum Wohnungsneubau sind in den guten bis sehr guten Lagen ausgeschöpft und dies wirkt sich auch auf die Umsatzbetrachtung aus.

3.1.3 Bestandsentwicklung

Die Bestandsentwicklung in München bezieht sich sowohl auf die Anzahl der Wohngebäude als auch auf die Veränderungen der Anzahl an Wohnungen. Im Folgenden werden die Veränderungen der Jahre 2005 bis 2015 berücksichtigt. Diese Zahlen bilden eine langfristige Entwicklung der Bestände ab. Zunächst wird der Bestand der Wohngebäude betrachtet, ehe dann die Entwicklungen der Wohnungszahlen berücksichtigt werden.

Der Bestand an Wohngebäuden lag im Jahr 2005 bei 129400.[17] In den Folgejahren konnte sich das Niveau an Wohngebäuden stetig steigern. 2008 lag die Anzahl der vorhandenen Wohngebäude bei 133600. Im Jahr 2012 hat sich die Zahl um 3100 (+2,3 %) Wohngebäude auf 136700 erhöht. Im letzten Jahr der Betrachtung, 2015, wurden 139400 Wohngebäude erfasst. Auffallend ist eine deutliche Zunahme um 10000 Wohngebäude (+7,7 %) in den 10 Jahren des Erfassungszeitraums. Dies lässt auf eine steigende Bautätigkeit im Sektor der Wohngebäude in München schließen. Darüber hinaus ist die Bilanz von Jahr zu Jahr konstant positiv.

Der Wohnungsbestand hat sich in der Betrachtungsperiode von 2005 bis 2015 positiv verändert.[18] Dabei wird ersichtlich, dass der höchste Anstieg in den Jahren von 2005 auf 2006 erfasst wurde. An diesem Punkt hat sich der Wohnungsbestand von dem niedrigsten Stand von 719600 auf 734400 Wohnungen gesteigert. Dies entspricht einer Steigerungsrate von 2,05 %.

In den Folgejahren konnte sich der Wohnungsbestand nicht so stark wie in der Anfangsperiode entwickeln, dennoch befinden sich die Zahlen in einem beständigen Wachstum. In der Periode 2010 erreichte der Bestand 750500 Wohnungen. Bis 2015 hat der Bestand sein Maximum erreicht, welches bei 780200 liegt. Aufgrund der wachsenden Bevölkerung ist eine künftige Erhöhung des Wohnungsbestandes in der erhöhten Nachfrage zu begründen.

Abbildung 4: Wohnungsbestand München 2005 bis 2015

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Statistisches Landesamt, eigene Darstellung

3.1.4 Neubautätigkeit und Abriss

Die Phasen des Abrisses und Neubaus bauen bei Projektentwicklungen unmittelbar aufeinander auf, wenn es sich bei der Immobilie nicht um ein unbebautes Grundstück handelt. Bei Grundstücken mit den besten Lagefaktoren eignet sich ein Neubau aufgrund der Vermietbarkeit wesentlich eher, als in Lagen, die über keine einfache Vermietbarkeit verfügen. Dabei kommt es sehr stark auf die Konjunktur an, den Mikro- und Makrostandort, sowie die Tendenzen der Nachfrage im direkten Wohnumfeld der Immobilie.

Die Anzahl der neu errichteten Ein- und Zweifamilienhäuser in München lag 2010 auf dem niedrigsten Stand von 377 neuen Gebäuden.[19] 2011 nahm die Anzahl den Höchstwert von 921 Gebäuden an. 2012 lag die Anzahl der neu geschaffenen Gebäude bei einem Wert von 690, ehe sie dann im Folgejahr erneut anstieg und bis zum Jahr 2015 auf 608 neue Ein- und Zweifamilienhäuser fiel. Bei genauer Betrachtung fällt auf, dass die Anzahl der Gebäude 2010 das niedrigste Niveau annahm, wohingegen die weiteren Jahre der Betrachtung ein hohes Niveau an neu errichteten Ein- und Zweifamilienhäusern aufwiesen.

Die Anzahl der Neubauten an Mehrfamilienhäusern hat sich 2010 ebenfalls auf einem niedrigen Level befunden und lag bei 307 Mehrfamilienhäusern.[20] In den Folgejahren lag die Entwicklung auf einem konstanten Niveau von knapp 400 neuen Gebäuden im Segment der Mehrfamilienhäuser.

Eine Betrachtung der Jahre 2010 bis 2015 zeigt, dass in diesem Zeitraum etwa 33000 Wohnungen in Wohngebäuden errichtet wurden.[21] Im Jahr 2010 entstanden lediglich 3641 Wohnungen. Die meisten Wohnungen wurden im Jahr 2013 errichtet; die Anzahl der errichteten Wohnungen lag dort bei 6791 Wohnungen. In den Folgejahren 2014 und 2015 nahm die Anzahl der Wohnungsneuerrichtungen bis zum Schlusswert des Betrachtungszeitraums von 5678 um 1113 Wohnungen ab.

Die Auswirkungen der zyklischen Entwicklungen lassen sich anhand dieser Statistik besonders gut erkennen. Die Zahlen weichen von Jahr zu Jahr stark voneinander ab. Das Angebot ist damit stark vom Preis und den Faktoren des Wohnimmobilienmarktes abhängig.

Der Wohnungsabgang durch Abriss ist ebenfalls von der Zyklizität des Marktes abhängig. Die Statistik im Fokus auf die Jahre 2010 bis 2015 zeigt eine starke Volatilität der Werte.[22] Wurden im Jahr 2010 noch 432 Wohnungen und damit die geringste Anzahl an Wohnungen abgerissen, so nahm die Anzahl in den Jahren 2011 (681) und 2012 (717) um nahezu 300 zu. Die meisten Wohnungen wurden 2013 abgerissen, dort lag die Zahl bei 1688. 2014 ging die Anzahl der Wohnungsabgänge enorm zurück und lag bei 537 (- 68,2 % weniger als im Vorjahr). Im Jahr 2015 stieg die Anzahl erneut stark an und lag auf dem zweithöchsten Wert von 1577 Wohnungsabgängen.

3.2 Kauf- und Mietpreisentwicklung

Der durchschnittliche Kaufpreis für Münchens Wohnungen pro m² Wohnfläche liegt im zweiten Quartal 2017 im Vergleich zu den anderen Städten mit den aussichtsreichsten Lagen an erster Stelle des Rankings.[23] An zweiter und dritter Stelle folgen Stuttgart und Freiburg. Die Analyse ergibt, dass der Preis Münchens bei etwa 7350 € und damit bei einem direkten Vergleich um 41% über dem Niveau von Stuttgart (5212 €) liegt.

[...]


[1] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/467316/umfrage/staedte-in-deutschland-mit-angespanntem-studentischen-wohnungsmarkt/ , GBI AG, letzter Zugriff 26.07.17 16:39.

[2] https://www.bayernkurier.de/wirtschaft/9850-ranking-muenchen-und-ingolstadt-an-der-spitze/ , Bayernkurier, Jörg von Rohland, 27.01.2016, Letzter Zugriff 26.07.17 19:31.

[3] https://www.muenchen.de/rathaus/wirtschaft/wirtschaftsstandort/kennzahlen.html , letzter Zugriff: 26.07.17 20:12.

[4] Perspektive München 2016, Landeshauptstadt München, S.7.

[5] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/286125/umfrage/arbeitslosenquoten-in-den-groessten-staedten-in-deutschland/ INSM; WirtschaftsWoche; Bundesagentur für Arbeit letzter Zugriff 27.07.17 10:32.

[6] http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.arbeitslosigkeit-in-muenchen-wo-bitte-sind-die-fachkraefte-in-der-landeshauptstadt.447a61c0-1c3d-4be1-ae6d-4c7f36b84cda.html Abendzeitung, Anja Perkuhn, 07.01.15 letzter Zugriff 27.07.17 10:53.

[7] https://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Statistik-nach-Regionen/BA-Gebietsstruktur/Bayern/Muenchen-Nav.html Bundesagentur für Arbeit.

[8] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1224/umfrage/arbeitslosenquote-in-deutschland-seit-1995/ Bundesagentur für Arbeit, letzter Zugriff 29:07.17 15:43.

[9] http://www.wirtschaft-muenchen.de/publikationen/pdfs/Jahreswirtschaftsbericht-muenchen-2016.pdf , Jahreswirtschaftsbericht München 2016, S.10, letzter Zugriff 04.08.17 13:58.

[10] Mankiw, Taylor Grundzüge der Volkswirtschaftslehre, S.83.

[11] Vornholz, VWL für die Immobilienwirtschaft, S. 161.

[12] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/261657/umfrage/leerstandsquote-von-wohnungen-in-muenchen/ , empirica; CBRE Group (CBRE-empirica-Leerstandsindex), Letzter Zugriff 28.07.17 12:43.

[13] Alda, Hirschner, Projektentwicklung in der Immobilienwirtschaft, S.7.

[14] Alda, Hirschner, Projektentwicklung in der Immobilienwirtschaft, S.8.

[15] Brauer, Grundlagen der Immobilienwirtschaft, S. 10 und 11.

[16] http://www.wirtschaft-muenchen.de/publikationen/pdfs/Jahreswirtschaftsbericht-muenchen-2016.pdf , , Jahreswirtschaftsbericht München 2016, S.30, letzter Zugriff 14:35 04.08.17.

[17] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/260459/umfrage/anzahl-der-neu-errichteten-wohnungen-in-muenchen/ , Statistisches Landesamt (Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung), letzter Zugriff 30.7.17 21:41.

[18] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/260445/umfrage/wohnungsbestand-in-muenchen/ Statistisches Landesamt (Statistisches Amt München), letzter Zugriff 30.08.17 12:41.

[19] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/260460/umfrage/anzahl-der-neu-errichteten-einfamilienhaeuser-in-muenchen/ , Statistisches Landesamt (Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung), letzter Zugriff 30.07.17 13:22.

[20] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/260466/umfrage/anzahl-der-neu-errichteten-mehrfamilienhaeuser-in-muenchen/ , Statistisches Landesamt (Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung), letzter Zugriff 31.07.17 17:00.

[21] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/260459/umfrage/anzahl-der-neu-errichteten-wohnungen-in-muenchen/ , Statistisches Landesamt (Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung), letzter Zugriff 01.08.17 13:30.

[22] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/260553/umfrage/wohnungsabgang-durch-abriss-in-muenchen/ , Statistisches Landesamt (Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung), letzter Zugriff 31.07.17 19:41.

[23] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/157588/umfrage/kaufpreise-fuer-etagenwohnungen-in-den-groessten-staedten-deutschlands/ , empirica, letzter Zugriff 31.07.17 19:47.

Details

Seiten
27
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668540965
ISBN (Buch)
9783668540972
Dateigröße
658 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v376662
Institution / Hochschule
EBZ Business School (ehem. Europäisches Bildungszentrum der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft)
Note
2,0
Schlagworte
Wohnungsmarkt München Immobilien München Angebotsanalyse München Immobilienmarkt der Stadt München Metropole München Überhitzter Immobilienmarkt München Preisentwicklung München

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Titel: Eine Angebotsanalyse des Wohnungsmarktes der Stadt München