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Angstmotive in Stanley Kubricks "Eyes Wide Shut" und Arthur Schnitzlers "Traumnovelle"

Zwischen Religion, Homosexualität und psychoanalytischer Deutung

Hausarbeit 2017 29 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Zusammenfassung

(Bürgerliche) Religion, homoerotische Triebkräfte und die in deren Spannungsfeld wabernde Angst - um diese drei wesentliche Bezugsgegenstände der psychoanalytischen Lehre soll es im Rahmen dieser Arbeit gehen. Diese sind in Stanley Kubricks Film "Eyes Wide Shut" von 1999 zwar subtil, aber prägend zu finden und auch in Arthur Schnitzlers 1926 erschienener "Traumnovelle" teilweise angelegt, auf der Kubricks Film lose basiert. Im Fokus wird dabei der männliche Hauptcharakter Doktor William "Bill" Harford (Fridolin, ebenfalls Arzt) stehen. Denn an ihn werden die genannten drei Themenkomplexe immer wieder herangetragen.

Aufgrund der Nähe dieses Spannungsdreiecks, aber auch Schnitzlers, zur freudschen Lehre, bietet es sich an, der Thematik mit psychoanalytischen Methoden zu begegnen. Nicht zuletzt waren Freud und Schnitzler auch Zeitgenossen und fühlten sich trotz der räumlichen Distanz, die sie fast zeitlebens wahrten, doch geistesverwandt.

Sowohl "Eyes Wide Shut" als auch die "Traumnovelle" deuten bereits im Titel an, was sie behandeln: das Traumhafte, Unsichtbare, Unbewusste, Unbekannte, auch das Unheimliche. Laut Freuds Traumdeutung werden in Träumen persönliche prägende Erfahrungen, meist aus der Kindheit, verarbeitet. Die Augen sind dabei geschlossen (shut) für die Außenwelt, aber gleichzeitig sehr aufmerksam (wide open) für das eigene Innenleben, wobei auch unbewusste Wünsche und Ängste mittels komplexer Codierung zum Vorschein kommen.

Eine These dieser Arbeit wird sein, dass Kubrick das Jüdische durch das Homosexuelle ersetzt hat. Beides sind gesellschaftliche Außerseiterrollen, beides sind weit verbreitete Feindbilder christlich-abendländischer Kultur. Über die Motive der Odyssee/Queste, der Doppelgängerschaft und der verschiedenartigen Ängste, unter denen der Hauptcharakter leidet, soll nun ein Zugang zu möglichen psychologischen bzw. archetypischen Grundstrukturen gefunden werden, um in deren Licht Kubricks mutmaßliche Entscheidung und damit die für Bill angst- bzw. zwangverursachenden Motive des Religiösen und der Homosexualität besser verstehen zu können. Besondere Aufmerksamkeit soll dabei unter anderem auf Kubricks Schlussszene liegen.

Details

Seiten
29
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668539280
ISBN (Buch)
9783668539297
Dateigröße
619 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v376655
Institution / Hochschule
Universität Mannheim – Germanistik
Note
1,0
Schlagworte
Arthur Schnitzler Stanley Kubrik Sigmund Freud Psychoanalyse Angst Angstmotive Eyes Wide Shut Traumnovelle Homosexualität Masochismus Sexualität Religion Christentum Moral Archetypen Der Andere Odyssee Doppelgänger Das Unbewusste Das Mittelbewusste Das Unheimliche Traumdeutung Krankheit Hammerschlag-Wunsch Homoerotik Triebe Homophobie Friedrich Nietzsche Gott Jesus Kreuzigung Sadismus Ehe Beziehung Partnerschaft Maske

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Titel: Angstmotive in Stanley Kubricks "Eyes Wide Shut" und Arthur Schnitzlers "Traumnovelle"