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Der Lamische Krieg. Die Gründung eines Hellenenbundes

Hausarbeit 2016 19 Seiten

Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Der Lamische Krieg
1. Kriegsverlauf
2. Die Situation in Athen vor dem Kriegsbeschluss und die Entscheidung für einen Krieg
2.1. Kriegsdiskussion und Kriegsbeschluss
2.2. Motive Athens für einen Krieg
2.3. Ziele eine Krieges
3. Der Aufbau des Hellenbundes
3.1. Rekrutierung von Bündnispartnern
3.2. Militärische Verfassung des Hellenbundes
3.3. Politische Verfassung des Hellenbundes
3.4. Athenische Ideologie

III. Fazit

IV. Literatur- und Quellenverzeichnis
1. Literatur
2. Quellen

I. Einleitung

Alexander der Große - Sohn Philipps II., König von Makedonien und Hegemon des korinthischen Bundes ist wohl jedem ein Begriff. Oftmals werden Termini wie Hellenismus oder Indienfeldzug mit dem König assoziiert.

Demnach werden Alexanders Taten zu dessen Lebzeiten häufig thematisiert, ob in Filmen oder auch Geschichtsbüchern. Welche Auswirkungen Alexanders plötzlicher Tod jedoch auf die darauffolgende Zeit und das griechische Reich hatte, wir meist völlig außer Acht gelassen. Unmittelbar nach Alexanders Tod kam es wegen Machtkämpfen zum Lamischen Krieg, beteiligte Parteien waren das Makedonenreich und Athen sowie dessen neue Bündnispartner. Genau jener Krieg soll in dieser Arbeit genauer untersucht werden. Im Fokus liegen hier die Aspekte der Innenpolitik Athens und die Gründung eines neuen Hellenbundes unter der Führung Athens.

Zu Beginn wird kurz auf den Verlauf des Krieges eingegangen um so verschiedene Zusammenhänge, die im Laufe der Arbeit herausgearbeitet werden, besser verständlich zu machen. Anschließend wird näher auf die Innenpolitik Athens eingegangen. Hierbei wird der Weg hin zum Kriegsbeschluss näher erläutert. .An dieser Stelle kommt die Frage auf, welche Motive die Athener zu einem Krieg bewegten und welche Ziele dabei verfolgt wurden.

Im zweiten Themenfeld, die Gründung des Hellenbundes, wird zuerst auf den Rekrutierungsprozess eingegangen. Auf Fragen wie, wer trat dem neuen Bündnis bei und weshalb, soll in diesem Kapitel eingegangen werden. Des Weiteren soll geklärt werden, wie die Struktur des Bündnissystems im Bezug auf Politik und Militärwesen aussah. Zum Ende des Kapitels wir noch die Frage beantwortet, welche Vorstellungen Athen selbst, von dem neu gegründeten Hellenenbund hatte.

Wegen der schlechten Quellenlage, stützen sich die Ausführungen vorwiegend auf die Quellen des Diodors. Die Bücher 17. und 18. stellen die Hauptquelle des Lamischen Krieges sowie dessen Zusammenhänge und Beweggründe dar. Weitere hilfreiche Informationen lieferte das Geschichtswerk des Plutarch sowie das Epitaphios des Hypereides.

II. Der Lamische Krieg

1. Kriegsverlauf

Der plötzliche Tod Alexanders des Großen 323 v.Chr. in Babylon, führte wegen eines fehlenden Nachfolgers zu innermakedonischen Machtkämpfen. Um die Gunst der Stunde zu nutzen, riefen die Athener unter der Führung des Hypereides und des Leosthenes einen Krieg aus, dem sich weite Teile der Peloponnes sowie eine Vielzahl von Söldnern anschlossen. Ein neues Bündnissystem, das als Hellenbund bezeichnet wurde, formierte sich.1 Leosthenes' Heer besiegte nahe den Thermopylen zuerst die Boioter und anschließend ein makedonisches Heer unter Antipatros, woraufhin sich Antipatros in die boiitische polis Lamia zurückzog.2 Den Vorschlag einer Einigung von Seitens Antipatros, lehnte Leosthenes ab, da ihm Antipatros ein völlige Räumung des griechischen Mutterlandes nicht zugestehen wollte. Während der andauernden Belagerung der Stadt, starb Leosthenes - Nachfolger wurde Antiphilos.3 Zeitgleich näherte sich, zur Unterstützung des Antipatros', der makedonische Feldherr Leonnatos samt seiner Truppen. Um die Vereinigung der beiden makedonischen Heere zu verhindern, brachen die Athener die Belagerung ab und zogen dem Heer des Leonnatos entgegen . Während des Kampfes zeigten sich die Athener und ihre Verbündeten überlegen und es kam zum Tod des makedonischen Heerführers Leonnatos. Sein Heer und das des Antipatros zogen sich daraufhin aus Thessalien zurück. Dieser Erfolg ist für die Griechen jedoch nicht rein positiv zu bewerten, denn die Aufhebung der Belagerung Lamias hatte das Entkommen Antipaters erst ermöglicht. Dieser konnte nun sein Heer mit dem des Leonnatos zusammenschließen. Antipatros traf sich daraufhin zu einer weiteren Vergrößerung des makedonischen Heeres mit dem Heerführer Krateron.4 Parallel dazu erlitt im Sommer 322 v.Chr. die attische Flotte eine entscheidende Niederlage in der Seeschlacht bei Amorgos.5 Die letzte Entscheidung des Lamischen Krieges fiel darufhin zu Lande in der Nähe von Krannon. Die übrigen griechischen Truppen konnten sich dem Heer des Antipatros und Krateron nicht mehr widersetzen. Antipatros lehnte jegliche Verhandlungsangebote der Griechen ab und forderte Friedensgespräche mit den einzelnen Städten und nicht mit den Griechen als „Gemeinschaft“.Resultat war ein massive Abfall der athenischen Bündnispartnern. Folglich blieb Athen nichts anderes übrig, als auf eine bedingungslose Kapitulation einzugehen.6

2. Die Situation in Athen vor dem Kriegsbeschluss und die Entscheidung für einen Krieg

2.1. Kriegsdiskussion und Kriegsbeschluss

Der genaue Zeitpunkt, an dem die Nachricht von Alexanders Tod in Athen eintraf, ist nicht bekannt. Jedoch scheint es, dass es bereits kurz nach Alexanders Tod Gerüchte um diesen gegeben haben soll.7 Die Athener traten diesem Gerücht anfangs skeptisch entgegen, da es bereits um 336 / 5 v.Chr. Gerüchte um Alexanders Tod, welche sich kurz darauf als fälschlich erwiesen, gegeben hatte. Deshalb wurden zu diesem Zeitpunkt noch keine offiziellen Maßnahmen für einen Feldzug gegen Makedonien eingeleitet.8 Plutarch zu Folge, soll die Nachricht des angeblichen Todes Alexanders in einer Volksversammlung besprochen worden sein. Ein eventueller Krieg gegen das Makedonenreich, soll zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht thematisiert worden sein.9 Widersprüchlich zu Plutarch, ist jedoch Diodors Bericht, welcher heimliche Kriegsvorbereitungen schildert. Demnach hat das Volk, Leosthenes den geheimen Auftrag gegebenen ein Söldnerheer unter sich zu versammeln. Der Auftrag geschah ohne jeglichen Volksbeschluss und wurde auf eigene Verantwortung des Leosthenes veranlasst.10 Es scheint so, als dass die Verdichtung der Gerüchte um Alexanders Tod, die Politiker dazu veranlasste, die Initiative zu ergreifen. Da das Unterfangen allein auf die Verantwortung des Leosthenes lief, konnten sich die Politiker, bei Falscherweisung des Gerüchts immer noch von Leosthenes distanzieren.11 Etwa Anfang August 323 v.Chr. wurde das Gerücht um Alexanders Tod von Augenzeugen aus Babylon bestätigt. Die darauffolgende Handlungsweise der Athener unterscheidet sich erneut in Plutarchs und Diodors Berichten. Diodor beschreibt ein sofortiges Mobilmachen von Leosthenes Söldnertruppen, welches vom Volk öffentlich gewünscht und gefordert wurde.12 Plutarch hingehen schildert eine Diskussion über einen möglichen Krieg in der Volksversammlung von August 323 v.Chr. In jenem Rededuell, sollen sich Leosthenes und Hypereides für einen Krieg gegen Makedonien ausgesprochen haben, wohingegen Phokion immer noch vor einem Kriegsausbruch und dessen Konsequenzen warnte.13 Nicht nur Plutarchs Ausführungen über längere innenpolitische Auseinandersetzungen, sondern auch eine Abfolge von Prozessen gegen Kriegsgegner im Sommer 323 v.Chr. liefern weitere Hinweise über eine fälschliche Überlieferung von Diodor. Exemplarisch zu nennen, sind hier die Prozesse gegen Kallimedon, Pytheas und Demades. Alle Drei standen im engen Verhältnis zu Antipatros und waren öffentlich als Makedonenfreunde bekannt. Die Prozesse schlossen mit der Exilierung der Angeklagten.14 Demnach lässt sich schließen, dass es keineswegs, wie bei Diodor geschildert, einen sofortigen Kriegsbeschluss gegeben hat, sondern wochenlange innenpolitische Auseinandersetzungen die letztendlich zum Kriegsentschluss führten.

Das Kriegpsephisma bestand laut Diodor aus zwei Teilen. Zum einen aus einer Mobilmachung der See- und Landstreitkräfte und zum anderen aud dem Ausrufen des Krieges in den griechischen Staaten sowie das Rekrutieren von Verbündeten. Diodor erläutert die genaue militärische Operation so, dass sich die Truppen von 7 Phylen für eine Landkriegsoperation mobil machten und nur die Truppen von 3 Phylen zum Schutz in Attika stationiert blieben. Des Weiteren wurden 200 Trieren und 40 Tetreren kampfbereit gemacht. Die Mobilisierungsgrenze für Soldaten wurde bei 40 Jahren angelegt.15 Mit der Ausrufung des Krieges und der Aufforderung einer gemeinsamen Rückeroberung des griechischen Mutterlandes und den dabei so bedeutenden Werten wie Freiheit und Autonomie,16 wird die hegemoniale Rolle Athens innerhalb des bevorstehenden Krieges bereits sichtbar. Nach der Proklamation des Kriegsbeschluss, versuchten einige bekannte Rhetoren Bündnispartner zu werben, so auch Hypereides und Demosthenes.17

2.2. Motive Athens für einen Krieg

Diodor äußert sich bereits in seinem 17. Buch zu den Ursachen des Lamischen Krieges. Er reißt die Thematik zwar nur kurz an, jedoch erwähnt er, dass 324 v.Chr. im Zuge eines Befehls von Alexander eine Vielzahl von Söldnern entlassen wurde und es deshalb zu einem Aufstand derer kam. Sie wählten den Athener Leosthenes zu ihrem Strategen, wodurch erste Kontakte zu attischen Boule hergestellt wurden. Laut Diodor betrieb Leosthenes bereits ab diesem Zeitpunkt die Kriegsvorbereitungen.18 So stellt der Rückhalt eines großen Söldnerheeres unter der Führung des Leosthenes, welches vermutlich wegen oben erwähnter Entlassung dem Makedonenreich feindlich gesinnt war, ein erstes Motiv dar, welches die Athener zu einem Krieg bewegt haben mag.

Nach dieser kurzen Schilderung über ein mögliches Motiv für den Lamischen Krieg von Seitens der Athener, geht Diodor erst wider in seinem 18. Buch auf weitere Motive ein.

[...]


1 Lehmann, Gustav Adolf: Demosthenes von Athen. Ein Leben für die Freiheit. München 2004. S. 218.

2 Worthington, Ian: Demosthenes of Athens and the fall of classical Greece. Oxford 2013. S. 330 - 332.

3 Schmitt, Oliver: Der Lamische Krieg. Bonn 1992.

4 Ebd. S. 122 - 124.

5 Ebd. S. 136 - 140.

6 Ebd. S. 143 - 147-

7 Schmitt, Oliver: Lamische Krieg. S. 54.

8 Engels, Johannes: Studien zur politischen Biographie des Hypereides. Athen in der Epoche der lykurgischen Refomen und des makedonischen Universalreiches. Bd.2. Quellen und Forschungen zur Antiken Welt. München 1989. S. 326.

9 Plut. Phok. 22.5f.

10 Diod. XVIII. 9. 2.

11 Schmitt, Oliver: Lamischer Krieg. S. 55.

12 Diod. XVIII. 9 4.

13 Plut. Phok. 22.4. - 23.3.

14 Engels, Johannes: Hypereides. S. 327.

15 Diod. XIII. 10.2.

16 Ebd. XIII. 10.3.

17 Engels, Johannes: Hypereides. S. 337f.

18 Diod. XVII.111. 1 - 4.

Details

Seiten
19
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668540590
ISBN (Buch)
9783668540606
Dateigröße
491 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v376630
Note
1,0
Schlagworte
Lamischer Krieg Alexander der Große Makedonen Athen Machtkampf Hellenenbund

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