Lade Inhalt...

Die Bewertung von Investitionsimmobilien nach IAS 40, IFRS 13

von Max Markan (Autor)

Diplomarbeit 2016 47 Seiten

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

A Einleitang
I die Normierung des IFRS/ IAS
II Vorgaben bei der Bewertung von Investitionsimmobilien
a) wirtschaftliche Grundlagen der Standards aus IFRS/ IAS
b) der Marktwert als Zeitwert
c) Ausrichtung und Wirkung des auszuweisenden Zeitwertes
d) wesentliche Anpassungen in IAS 40
e) Relevanz und Verlässlichkeit
f) der Bewertungszweck

В der beizulegende Zeitwert nach IAS 40. IFRS 13
I die Bewertungseinheit; IFRS 13.11 ff, 13.BC 46 ff
II die bestmögliche Verwendung; IFRS 13.27 ff, 13.BC 68 ff
III der Referenzmarkt; IFRS 13.16 ff, 13.BC 48 ff
IV die Inputhierarchie der Bewertungsparameter; IFRS 13.B 2
a) Inputfaktoren der Stufe 1; IFRS 13.76 ff; 13.BC 166 (a)
b) Inputfaktoren der Stufe 2; IFRS 13.81ff,13.BC 166 (b)
c) Inputfaktoren der Stufe 3; IFRS 13.86 ff, 13.BC 166 (c)
d) Anwendung einer Bewertungsmethode nach den Inputfaktoren

C die Bewertungsmethoden
I dieVergleichswertverfahren
II die Kosten- und Sachwertverfahren
III die Ertragswertverfahren
1) die Ertragswertverfahren nach §17ff ImmoWertV
a) das allgemeine Ertragswertverfahren, §17 Abs. 2 Nr. 1 ImmoWertV
b) vereinfachtes Ertragswertverfahren, §17 Abs. 2 Nr. 2 ImmoWertV
c) das mehrperiodische Ertragswertverfahren, §17 Abs. 1 Satz 2 iVm Abs. 3 ImmoWertV
2) die discounted cashflow Verfahren

D allgemeiner Bewertungsansatz nach Nutzungsaspekten
I Grundstückswert
II Gebäudewert
III Nutzungswert
IV beizulegender Zeitwert

A. - Einleitung

Die Bewertung von Investitionsimmobilien (investment properties) ist in der internationalen Rechnungslegung eigens normiert. Die relevanten Regelungen der IFRS/ IAS[1] wurden im Jahr 2003[2] etabliert und nun in wesentlichen Teilen nochmals neu abgefasst.

Mit der standardisierten Anwendungsregelung des IAS 40 erfolgt eine Abgrenzung für sol­che, als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien nach dem unternehmerisch mit der Investi­tion bestimmten Zweck und so zuerst mit einer funktionalen und nicht mit einer substanziel - len Betrachtung. Die Definitionen in IAS 40.7 erfassen Immobilien, welche zur Erzielung von Mieteinnahmen und/ oder zum Zwecke der Wertsteigerung gehalten werden.

Nicht erfasst sind Immobilien, IAS 40.5, die von Unternehmen im Rahmen der Leistungser­stellung genutzt werden - diese sind als Sachanlagen (owner occupied properties) nach IAS 16 zu bewerten - und solche, die im Rahmen der gewöhnlichen Tätigkeit des Unternehmens mit der Absicht des zeitnahen Verkaufs erworben oder errichtet werden - diese sind als Vor­räte (inventories) nach IAS 2 zu bewerten. In IAS 40.8 werden konkrete Beispiele für Abgrenzungen angeführt. Allein der dort unter Ziffer (b) beschriebene Sachverhalt von Grundstücken, deren künftige Nutzung gegenwärtig unbestimmt ist, zeigt die Ausdehnung der Vorschrift.

Anlass zu der vorliegenden Betrachtung der Folgebewertung von Investitionsimmobilien sind die zuletzt zum 01.01.2013 erfolgten Anpassungen[3] des IAS 40, welche mit der erstmali­gen Einführung des IFRS 13 (Bemessung des beizulegenden Zeitwertes, fair value) einher­gingen. Neben formalen und redaktionellen Anpassungen der Regelung des IAS 40 wurden wesentliche Grundlagen der Bewertung angepasst.

Voran gestellt ist im folgenden ein Überblick der Entwicklung des Regelungszusammen­hangs, um den Gehalt der wesentlichen Merkmale und Begriffe herauszuarbeiten. Dem folgt eine Betrachtung der Regelung des IFRS 13 und der Definition eines beizulegenden Zeitwer­tes - als dem zentralen und mittlerweile gegenüber dem Ansatz von Anschaffungs- und Her­stellungskosten vorrangigen Bewertungsziel, IAS 40.75 (a).

Ziel der Arbeit ist die Sortierung der relevanten Bewertungsparameter und Methoden. Die vorliegende Interpretation basiert auf den Regelungstexten entsprechend allgemeiner Methode, wonach Rechtsordnungen nicht der Erkenntnis der Welt, sondern der Ordnung des Handelns dienen und der sachliche Gegenstand die Methode bestimmt.[4]

I - die Normierung der IFRS/ JAS

Zugleich zur Benennung der hier vorrangig verwendeten Vorlagen wird kurz vorab das Nor­mierungsverfahren der IFRS/ IAS erläutert. Diese Standards werden mit einem Übemahme- oder Komitologieverfahren[5] (endorsement) auf Ebene der Europäischen Kommission rechts­verbindlich. Das IASB[6] entwickelt Entwurfsvorlagen[7] (exposure drafts) für ein EU-Prüfungs- und Entscheidungsgremium.[8] Nach einem mehrstufigen Verfahren von Stellungnahmen wer­den bei der EU-Kommission die potentiellen wirtschaftlichen Auswirkungen des Vorschlags sowie dessen Objektivität und Ausgewogenheit erörtert und eine Beschlussvorlage[9] für den Rat der Wirtschafts- und Finanzminister erarbeitet. Bei Zustimmung sind die Regelungen im Amtsblatt der Europäischen Union zu veröffentlichen und gelten als sekundäres Gemein­schaftsrecht.[10]

Maßgebend behandelt sind vorliegend die Regelungen

— der Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 vom 11.09.2002 (Amtsblatt L 243, S. Iff), betref­fend die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards;
— der Verordnung (EG) Nr. 1725/2003 vom 29.09.2003 (Amtsblatt L 261, S Iff), betref­fend die Übernahme der IFRS/ IAS;
— der Verordnung (EG) Nr. 1126/2008 vom 03.11.2008 (Amtsblatt L 320, S. Iff), betref­fend die Übernahme der IFRS/ IAS und
— der Verordnung (EU) Nr. 1255/2012 vom 11.12.2012 (Amtsblatt L 360, S. 78ff), betref­fend u.a. die erstmalige Aufnahme des IFRS 13.

Einen formal ähnlichen Rechtscharakter haben Regelungen nach der Vorlage nationaler, pri­vatwirtschaftlicher Standardsetzer, § 342 ff HGB.[11] Die Vorlage des DRSC bspw. zur Kapital­flussrechnung (cash flow statement) - im Sinne des § 264 Abs. 1 HGB für den Abschluss kapitalmarktorientierter Kapitalgesellschaften oder des § 297 Abs. 1 HGB für den Konzern­abschluss - wurde nach Beschluss durch Bekanntmachung im Bundesanzeiger[12] vom 08.04.2014 als DRS 21[13] rechtsverbindlich. Das DRSC übernimmt per gesetzlichem Vertrag[14] die Entwicklung und den Abgleich der nationalen Vorlagen zur Standardisierung der Rech­nungslegung.[15]

Die Anforderungen des IAS Rahmenkonzepts[16] (RK; framework) an die Rechnungslegung und Bilanzerstellung sowie die dortigen Definitionen und Erläuterungen sind allgemein zu beachten; gleichwohl, dass diese Regelungsinhalte nicht mit Verordnungscharakter übernom­men wurden.[17]

Es kann dahingestellt bleiben, ob dem IAS Rahmenkonzept Geltung zukommt konkret durch die Verweise und Bezugnahmen in den einzelnen Standards, bei Regelungslücken nach IAS 8.11 oder allgemein anhand der Kommentare der Kommission (EG) aus dem November 2003. Nach letzteren[18] basieren die IAS auf dem Ziel und den Grundlagen des IAS Rahmen - konzepts, kohärente und logische Formulierungen der IAS und eine Urteilsbildung bei Pro­blemen der Rechnungslegung zu erleichtern. Ist bei einem Jahresabschluss eine Interpreta­tion, Urteilsbildung oder gar die Entwicklung von Bilanzierungsgrundsätzen geboten, so sind durch die ganz weite Bezugnahme der Kommentare der Kommission (EG) neben den Defini­tionen, Ansatzkriterien und Bewertungskonzepten des Rahmenkonzepts auch die weiteren Verlautbarungen der Standardsetzer zu berücksichtigen; namentlich u.a. basis for contusions (ВС) und illustrative examples (IE).[19]

II - Vorgaben bei der Bewertung von Tnvestitionsimmobilien

Mit IAS 40.20 sind als Finanzinvestition gehaltene Immobilien bei Zugang zum Bestand des Unternehmens mit den Anschaffungs-, Herstellungs- und Nebenkosten[20] gewichtet auszuwei­sen. In den folgenden Bilanzen hat das Unternehmen dann eine Bewertung nach dem beizu­legenden Zeitwert vorzunehmen. Selbst wenn das Unternehmen die Bewertung zu fortge­führten Anschaffungskosten nach IAS 40.32A wählt, ist der beizulegende Zeitwert nach IFRS 13 zu ermitteln und im Anhang anzugeben, IAS 40.32, IFRS 13.5, 13.BC 25.

Mit IFRS 13 und der Neuordnung der Regelungen zur Ermittlung eines beizulegenden Zeit­wertes in einer zentralen Vorschrift sind die in den einzelnen Anwendungsvorschriften hierzu enthaltenen Regelungen entfallen oder durch solche ersetzt worden, welche die Allgemein­vorschrift des IFRS 13 auf die gegenständliche Bewertungssituation anpassen. Weggefallen sind dabei auch restriktive Ansatzvorschriften.[21]

a) wirtschaftliche Grundlagen der Standards aus IFRS/ IAS

Mit der Anwendung der IFRS/ IAS ,,... als einheitliches Regelwerk internationaler Rech­nungslegungsstandards von hoher Qualität zur Aufstellung konsolidierter Abschlüsse ...“ sol­len die Bilanzen kapitalmarktorientierter Unternehmen transparenter und vergleichbarer werden.[22] Dies betrifft Inhalt und Darstellung.

Gegenseitiger Zweck ist die Zusammenführung einzelner Märkte mit dem Kapitalmarkt der­art, dass den Unternehmen durch eine vergleichbare Darstellung ihrer Kapitalwerte die Mög­lichkeit gegeben ist, um Finanzmittel zu konkurrieren.[23] Die ,,... Vollendung des Binnenmark­tes für Finanzdienstleistungen ...“[24] erfordert damit im Gegenzug, dass sich die betriebswirt­schaftlichen Einzelergebnisse über die regionalen Besonderheiten hinweg, das sind hier die verschiedenen (Wirtschafts-)Kulturkreise,[25] durch eine einheitliche Darstellung auf Rentabili­tät und Risiko hin anhand eines Kapitalzinsvergleichs als Investitionsaltemativen überprüfen lassen.

Der wirtschaftspolitische Gehalt des Regelungszusammenhangs der IFRS/ IAS ergibt sich eindeutig aus den Ziffern 4 und 5 der Begründung zur Verordnung (EG) 1606/2002. Als Ziel wird die effiziente und kostengünstige Funktionsweise des Kapitalmarktes beschrieben. Ebenso gilt als final die Wettbewerbsfähigkeit der gemeinschaftlichen Kapitalmärkte am Weltkapitalmarkt; hierzu bedarf es der Konvergenz der internationalen Regelungen.

Seit dem Geschäftsjahr 2005 sind kapitalmarktorientierte Unternehmen[26] verpflichtet, ihren Jahresabschluss nach den Rechnungslegungsvorschriften der IFRS/ IAS aufzustellen.[27] Die gesetzgeberische Umsetzung erfolgte im HGB durch das BilReG[28] 2004, bspw. durch die Ein­fügung des § 325 Abs. 2a und 2b HGB,[29] wonach ein IAS Abschluss bei der Offenlegung einen Jahresabschluss nach § 325 Abs. 2 HGB ersetzen kann.

Die Überleitung der Regelungen der IFRS/ IAS in deutsches Recht erfolgt eher restriktiv und durch spezielle Ausnahmeregelungen.[30] Dies gilt bspw. auch bei echten Rückwirkungen von Standards, in denen eine freiwillige vorzeitige Anwendung empfohlen wird.[31]

Auch hat der deutsche Gesetzgeber bei der Umsetzung der europäischen Vorgaben die eige­nen Rechnungslegungsvorschriften nicht hintangestellt, sondern fordert bspw. mit § 264 Abs. 2 Satz 1 HGB weiterhin die Einhaltung der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung (GoB), wenn mit dem Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln ist.[32]

Mit den IFRS/ IAS ist als Grundvoraussetzung der Finanzberichterstattung deren Entschei­dungsnützlichkeit (decision usefullness) vorgegeben.[33] Dazu wird von dem im HGB veran­kerten Prinzip des Gläubigerschutzes zugunsten einer transparenten Informationsversorgung der Beteiligten abgewichen.[34] Doch auch wenn handels- und steuerrechtliche Bemessungsa­spekte nicht mehr zur Zielgröße der Bewertung gehören sollen, sind gleichwohl die grundle­genden Funktionen der Rechnungslegung zu beachten, voran der Adressatenschutz.[35] Dem entspricht die Rechnungslegung mit dem gezielten Abbau von Informationsasymmetrien, ein­mal durch die Rechenschaft über das wirtschaftliche Handeln in der Vergangenheit und ein­mal mit der Bereitstellung von Informationen zur Einschätzung zukünftiger Entwicklungen.[36]

Der Ausweis einer Vermögenspositionen in der Bilanz richtet sich so zuvorderst nach den Informationsinteressen der Adressaten. Mit Ziffer 12 des IAS Rahmenkonzeptes ist die Ziel­setzung von Abschlüssen geregelt, Informationen über die Finanz- und Ertragslage eines Unternehmens zu geben, die für einen weiten Adressatenkreis[37] bei dessen wirtschaftlichen Entscheidungen nützlich sind. Dabei wird angenommen, dass die Anforderungen der verblei­benden Abschlussadressaten erfüllt sind, wenn die Informationsbedürfnisse von Investoren und Kreditgebern voll umfänglich berücksichtigt werden, IAS RK.10.

Die wirtschaftspolitische Frage, ob mit der Ausdehnung der Rechnungslegung hin zum busi­ness reporting eine Entobjektivierung der Ergebnisse einhergeht und auch deren breite Schwankung anzunehmen ist, was dem Ziel entgegenwirkt, ein den tatsächlichen wirtschaftli­chen Verhältnissen entsprechendes Abbild der Unternehmung (true and fair view) zu konsta­tieren,[38] ist nicht Gegenstand dieser Arbeit. Es ist hier aber zu beachten, welchem grundsätz­lichen Wandel der Zeitwertbegriff unterliegt.

Mit dem BilMoG[39] 2009 wurde das Maßgeblichkeitsprinzip der Handels- für die Steuerbilanz aufgehoben. Hiervon war im Rahmen des BiReG 2004 noch abgesehen worden, wobei neben der Kostenrelation beachtet wurde, dass die Bewertung zum fair value zu erheblichen Schwankungen und damit zur Besteuerung unrealisierter Gewinne führt; dies sei weder im Interesse des Steuerpflichtigen, noch des Staates.[40]

Mit der Aufhebung des Inhalts der bis dahin geltenden Fassung des § 254 HGB[41] in 2009 wurden nun Systemanpassungen vorgenommen. Von daher kann es dahingestellt bleiben, ob die im Laufe der Zeit entwickelten IFRS/ IAS entsprechend dem in § 342 Abs. 2 HGB enthal­tenen Gebot der Beachtung der GoB zustande gekommen sind.[42]

Es kann ein Informationsnutzen für alle Beteiligten angenommen werden, wenn der handels­rechtliche Erfolgsausweis nicht durch steuerrechtlich orientierte Gestaltungen verzerrt wird. Die so stets allgemein kontroverse Behandlung bspw. von Rückstellungen[43] ist obsolet und in konkrete Sachverhaltsgestaltungen verwiesen.

Die Behandlung der steuerrechtlichen Wirkungen ist ohnehin nicht Gegenstand originärer handelsrechtlicher Regelungen. Während diese mit dem notwendig durchsetzbaren Anspruch des Staates auf Finanzierung seiner Aufgaben einhergehen, sind jene konventio­nell.

Die Wertfrage im Sinne des Steuerrechts[44] unterliegt rein staatlichen Motiven; bspw. auf kon­stante Steuereinnahmen, Förderung von Investitionen, strukturelle Entwicklungen.

Die Wertfrage im Handelsrecht unterliegt den Motiven der geschäftlich miteinander handeln­den Unternehmen; deren Anforderungen an gegenseitige Informationen und vereinheitli­chende Regelungen werden gesetzlich abgebildet.

Den IFRS/ IAS liegt die Verabredung zugrunde, die unternehmerischen Leistungspotentiale aufzudecken, um diese in eine international verwendbare Vergleichsbewertung einzustellen. Dem entspricht das Informationsparadigma dieser Standards. Zudem liegt es ohnehin in der Qualität der jeweiligen Bewertung selbst - von der Aktivierung und den folgenden Bewer­tungen bis zur Passivierung - eine konsistente Darstellung des wirtschaftlichen Status abzu­geben; dies beinhaltet dann auch die Verbindung der handelsgeschäftlichen und steuerrecht-

lichen Belange, sprich die Auswirkungen der Steuer-/ rechtlichen Rahmenbedingungen auf eine Investitionsentscheidung. Zum anderen sind regulatorische Vorgaben ohnehin nur anwenderbedingt geeignet, Fehleinschätzungen zu vermeiden.[45]

Bei dem unternehmerischen Interesse zur Investition bedarf es der Information, welches Nut­zenpotential für die Zukunft vorhanden ist. Das Handelsrecht und das Steuerrecht beurteilen vornehmlich den in der Vergangenheit gezogenen und aufzuteilenden Nutzen.

b) der Marktwert als Zeitwert

Nicht nur der unbestimmte Rechtsbegriff des beizulegenden Zeitwertes (fair value) selbst war im Laufe der Zeit unterschiedlich ausgestaltet.

Als normativer Ausgangspunkt der europäischen Entwicklung darf die sogenannte fair value Richtlinie[46] (EG) 2001 angenommen werden. Dort in Art. 6 wird zunächst festgestellt, dass mit der Dynamik internationaler Finanzmärkte neben die klassischen Finanzierungen aus Aktien und Schuldverschreibungen derivative Finanzinstrumente getreten sind (exempl. Ter­mingeschäfte, Optionen, Swaps); mit erheblichen strukturellen und gesellschaftlichen Aus­wirkungen, Art. 14. Das Abrücken der internationalen Standardsetzer von der Bewertung zu fortgesetzten Kosten, Art. 1, begründe die Umstellung der Bewertung auf den beizulegenden Zeitwert hin, Art. 7 bis 9.

Die Anwendung war hier noch strikt auf konkret beschriebene Konstellationen bei Finanzde - rivaten bezogen, Art 12. Es zeigt sich nun die beabsichtigt weite Ausdehnung der Anwen­dung, ungeachtet etwa von Größenklassen für die Unternehmen oder sonstigen substanziel­len Grundlagen.

Mit dem revenue recognition project von IASB[47] und FASB[48] seit 2002 sollten die Vorschriften der beiden Rechnungslegungsstandards IFRS/ IAS und US-GAAP[49] angeglichen werden, schon wegen konzeptioneller Unterschiede, IFRS 13.BC 6 (d).[50]

Im Rahmen des conceptual framework projects von IASB und FASB wurden seit 2006 grund­legende Abgrenzungskriterien bei Vermögenswerten und Schulden sowie bei Ertrag und Gewinn zur korrekten Ermittlung eines entscheidungsnützlichen Bilanzausweises entwickelt.

So stellte sich etwa bei Langzeitverträgen die bilanzielle Frage, ob der Vertrag als Gesamt­heit Bezugspunkt für die Ertragsrealisierung sein soll oder ob vielmehr die einzelnen, dann tatsächlich erbrachten Leistungen Indikator für die Realisierung eines Ertrages sind.[51]

Eine grundlegende Entscheidung fiel bei der formalen Ausarbeitung der Regelungen. Diese werden nicht als Einzelfallregelungen (rules based approach) ausformuliert, sondern als all­gemeine Rechtssätze und Prinzipien (principle based). Sofern in den VO (EG) Nr. 1606/2002 vom 19.07.2002 nach wie vor Fallbeispiele ausgeführt sind, so gelten diese nunmehr als Ent- scheidungshilfen.[52]

Zur Diskussion standen wegen der richtigen Ergebnisermittlung schon ganz grundlegend eine dynamische und eine statische Bilanzauffassung.[53]

Nach der revenue-expense-theory sind die Erträge (revenues) nach dem Realisationsprinzip zu erfassen und mit den korrespondierenden Aufwendungen (matching principle) als Ergeb­nis auszuweisen. Die (verbliebenen) Vermögenswerte werden dabei zu den Anschaffungskos­ten bewertet. Zur vorrangigen Ermittlung des richtigen Periodenerfolgs werden korrespon­dierende Aufwendungen und Erträge unabhängig vom Zahlungseingang erfolgswirksam erfasst.[54]

Die asset-liability-theory hingegen leitet den Unternehmenserfolg aus einer Gegenüberstel­lung von Vermögen und Schulden und kumulierten Investitionseinnahmen ab. Auszuweisen ist demnach das Reinvermögen des Unternehmens, um die Schuldendeckungsfähigkeit und das Nutzenpotential offenzulegen.[55] Hierfür sei der jeweilige Marktwert relevant.

Mit der zweiten Auffassung ist nunmehr im Grundsatz auf die Nutzenpotentiale der Investi­tion aus dem periodischen Vermögensvergleich[56] nach Marktwerten und die prognostizierten Ergebnisse in der Zukunft abzustellen[57] und nicht mehr auf einen historischen Nutzungswert.

d Ausrichtung und Wirkung des auszuweisenden Zeitwertes

Wie jedes marktfähige Produkt ist auch eine Immobilie daran zu messen, ob die mit der Ver­mietung und dem Verkauf erzielten Einnahmen höher sind als die für die Gegenleistungen erfolgten Ausgaben. Die Gewinnabsicht ist Grundlage jeder unternehmerischen Handlung.

Durchgängig gefragt ist bei Bewertungsvorschriften ein zum Bewertungsstichtag aktueller Wert; ganz unterschiedlich hingegen sind die Regelungen bei der Beschreibung der abzubil­denden Wertinhalte und Wertdimensionen.

Es kann etwa Artikel 31 des Allgemeinen Deutschen Handelsgesetzbuches aus dem Jahre 1861 angeführt werden mit der Regelung: „Bei der Aufnahme des Inventars und der Bilanz sind sämtliche Vermögensgegenstände nach dem Wert anzusetzen, welcher ihnen zur Zeit der Aufnahme beizulegen war“.

Der Begriff des beizulegenden Zeitwertes ist generell als Verkehrswert oder Marktwert zu verstehen.[58] Dieser Wert bestimmt sich allgemein nach dem Kaufpreis, der zum Bewertungs­stichtag von Marktteilnehmern in einem geordneten Geschäftsgang an einem aktiven Markt gezahlt würde, IAS 40.5 iVm IFRS 13, und entspricht auch den Definitionen eines Marktprei­ses in § 255 Abs. 4 Satz 1 HGB,[59] § 194 BauGB[60] oder nach dem steuerrechtlichen Teilwert.[61]

Nach § 253 Abs. 1 HGB „Zugangs- und Folgebewertung“ sind Vermögensgegenstände dage­gen höchstens mit den Anschaffungs- und Herstellungskosten vermindert um Abschreibun­gen anzusetzen. Bei dauerhaften Wertminderungen sind die Werte auf einen niedrigeren bei­zulegenden Wert abzuschreiben, § 253 Abs. 3 Satz 3 HGB, wodurch das Jahresergebnis gemindert ist.

Nach IFRS 13.2 stellt der beizulegende Zeitwert eine marktbasierte Bewertung dar und keine unternehmensspezifische. Hier schon zeigt sich eine andere Zielrichtung als in den genann­ten handelsrechtlichen Vorschriften. Dort erfolgt die Bewertung nach regulatorischen Vorga­ben und den Einschätzungen des Unternehmens, bspw. wegen der Abschreibungen. Ein Marktpreis ist nach Maßgabe des Vorsichtsprinzips dann als Regulativ des ermittelten Buch­wertes anzusetzen, wenn sich aus der Differenz dieser Werte eine Wertminderung und damit ein Anlass zur Berichtigung ableitet.

Seit der Etablierung eines Modells des beizulegenden Zeitwertes in 2003 mit IAS 40.5 aF[62] ist ein aus der Bewertung resultierender Erfolg in die Gewinn- und Verlustrechnung cinzii - stellen, IAS 40.35. Die Gewinnermittlung nach IFRS/ IAS verlangt die prospektive Abbildung der Leistungspotentiale zum Stichtag und umfasst ausdrücklich unrealisierte Zeitwertände­rungen, die sich aus dem Bewertungsansatz zu Marktpreisen ergeben.

Dies wurde in der Literatur teils als systemwidrig bezeichnet.[63] In den IFRS/ IAS werde die Bewertung zu Zeitwerten prinzipiell nur bei kurzfristig im Unternehmen gehaltenen Vermö­genswerten angewandt, welche sich durch eine hohe Marktliquidität auszeichneten, nament­lich bei finanziellem Vermögen (financial instruments), IAS 39, bei landwirtschaftlichen Erzeugnissen (agriculture), IAS 41, bei Vorräten (inventories), IAS 2, und bei zur Veräuße­rung gehaltenem Vermögen und aufgegebenen Geschäftsbereichen (non current assets held for sale and dicontinued operations), IFRS 5. Wegen des langen Anlagehorizonts bei Investi­tionsimmobilien sei eine Einordnung dieser Werte nach dem beizulegenden Zeitwert und eine Erfolgswirksamkeit der Bewertungsänderung nicht angemessen.

Auch widerspreche eine hohe Ergebnisvolatilität dem vorrangigen Informationsinteresse,[64] so dass de lege ferenda die Einordnung eines Bewertungsergebnisses in eine als sonstiges Ergebnis ausgewiesene Neubewertungsrücklage (revaluation surplus) gefordert wird.

Eine solche Rücklage wird bspw. bei der Bewertung von Sachanlagen ausgewiesen, sofern sich durch die Neubewertung der Buchwert erhöht hat, IAS 16.39. Dort ist nur eine Minde­rung des Buchwertes im Ergebnis zu erfassen, soweit nicht eine Neubewertungsrücklage aus einem vorherigen Ergebnis resultierte und verrechnet werden kann, IAS 16.40.

Eine lange Haltedauer bei Investitionsimmobilien, respektive die Absicht hierzu, kann mE bei Investitionsimmobilien nicht allgemein angenommen werden. Den Regelungstexten ist keine bestimmte Angabe zum Zeitrahmen einer Investition zu entnehmen, so dass die Ein­ordnung auch hier zuerst funktional zu erfolgen hat.

Maßgebende Bedingung ist damit aber nicht eine vorweg angenommenen Dauer der Investi­tion, sondern die Absicht Mieteinnahmen zu erzielen und/ oder eine Wertsteigerung zu reali­sieren. Zwar verwendet auch IAS 40.8 das Merkmal der Langfristigkeit in Abgrenzung zum kurzfristigen Verkauf im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit und der Einordnung als Vorratsvermögen, IAS 2, IAS 40.5. Dieses Kriterium ist aber nicht konkret nach Jahren festzumachen, sondern bezieht sich auf den Aspekt der Wertsteigerung, IAS 40.8 (a). Das zeigt sich auch mit IAS 40.8 (b) bei Grundstücken ohne Bestimmung der künftigen Nutzung, bei denen der Zweck einer Wertsteigerung angenommen und damit das Argument der Lang­fristigkeit unterstellt wird. Selbst mit IAS 40.5 reicht allein („... / oder zum Zwecke der ...“) die Absicht der Erzielung einer Wertsteigerung aus.

Es ist davon auszugehen, dass ein Unternehmen die Entscheidung zum Verkauf einer Investi­tionsimmobilie zuvorderst davon abhängig macht, dass eine geplante Wertsteigerung reali­siert werden kann und nicht danach, ob die bei Beginn der Investition angenommene Halte- dauer erreicht ist.[65] Für diese Ansicht spricht auch die Regelung des IAS 16.6 f, wonach Sachanlagen anzusetzen sind, die zur Vermietung an Dritte gehalten und erwartungsgemäß länger als eine Periode[66] genutzt werden. Hier fehlt es am Merkmal der erwarteten Wertstei­gerung, so dass dieses als maßgebendes Kriterium angenommen werden kann.

Auch wegen des Informationsinteresses der Abschlussadressaten kann damit die gegentei­lige Argumentation vertreten werden, denn hohe Schwankungen aufgrund wechselnder, weil unsicherer Annahmen über Chancen und Risiken zeigen dem potentiellen Anleger bei seiner Investitionsentscheidung ein transparentes Abbild eines Marktes an dem eben keine stetigen Entwicklungen und Ergebnisse prognostiziert werden.[67] Diese aktuelle Marktsituation und damit verbunden die Quantität der Potentiale sowie die Qualität der Sicherheiten sind der Ausgangspunkt einerjeden kapitalmarktorientierten Investitionsentscheidung.

Die nach der Neubewertung vorzunehmende Korrektur eines vorherigen Wertansatzes ist Ausdruck des Marktes, respektive das Resultat angepasster Markteinschätzungen und Markt­prognosen. Mit IAS 40.35 ist gefordert, sämtliche Schwankungen des beizulegenden Zeitwer­tes in der Erfolgsrechnung zu erfassen.[68] Die Möglichkeit auch starker Schwankungen der Bewertungsergebnisse kann aber nicht als normative Ausschlussbedingung eines Bewer­tungsmodells gelten, wenn diese nicht durch das Modell selbst, sondern durch den abzubil­denden Markt und die diesem entstammenden Daten veranlasst ist.

d) wesentliche Anpassungen in IAS 4P

In IAS 40.5 aF[69] war der beizulegende Zeitwert definiert als Wertbetrag, zu dem ein Vermö­gensgegenstand zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängi­gen Geschäftspartnern an einem aktiven Markt getauscht werden könnte. Dabei sind die Marktbedingungen am Bilanzstichtag abzubilden gewesen, IAS 40.38 aE

In der davor gültigen Fassung des IAS 40.29 aF[70] war ein beizulegender Zeitwert vorab mit dem Marktwert als regelmäßigem Wert beschrieben, welcher als wahrscheinlichster Preis vernünftigerweise am Markt erzielt werden kann. Mit IAS 40.31 aF war die aktuelle Markt­lage abzubilden und ausdrücklich ,,... keine vergangenen und zukünftigen Umstände ...“.

Die Bewertung ist nunmehr anhand der Preise des vorteilhaftesten Marktes mit der höchsten und besten Verwendung (highest and best use) vorzunehmen, IFRS 13.27ff.[71] Die zukunfts­und wachstumsorientierte Ausrichtung der Bewertungsvorschriften ist von den Standards der IAS/ IFRS offen eingefordert.[72]

Noch in IAS 40.51 aF[73] war geregelt, dass der beizulegende Zeitwert weder die zukünftigen Ausgaben zur Verbesserung oder Wertsteigerung (future capital expenditures) widerspiegelt, noch einen damit einhergehenden künftigen Nutzen. Das zu bewertende Nutzenpotential war begrenzt auf den konkreten, aus dem Status der Immobilie zu erwartenden Nutzenzufluss. Zukünftige Ausgaben zur Verbesserung oder Wertsteigerung und die daraus erwarteten Erträge waren nicht zu bewerten. Diese einschränkende Regelung ist weggefallen.[74]

Das Realisationsprinzip setzt hier nun mit dem Modell der besten Verwendung eine Schranke, dass die zu bewertende Verwendung physikalisch möglich, rechtlich zulässig und finanziell durchführbar sein müsse. Mit IFRS 13.BC 68ff sind darin auch Fallgestaltungen beachtet, die zwar zum Zeitpunkt der Bewertung nicht gesetzlich sein müssen, jedoch auch nicht gesetzlich wirksam untersagt sein dürfen.[75]

Ebenfalls ersatzlos gestrichen wurde die einschränkende Regelung des IAS 40.36 aF[76]. Danach waren in einem beizulegenden Zeitwert keine geschätzten Preise abzubilden, die auf besonderen Umständen beruhten, wie untypische Finanzierungen oder sale and lease back Verfahren.

Auch die Erweiterung der Definition von ohnehin fiktiven Geschäftspartnern auf Marktteil­nehmer ist markant. In den alten Fassungen war von unabhängigen Geschäftspartnern (at arm‘s length) als Grundmuster ausgegangen worden,[77] um subjektiv dominierte Wertvorstel­lungen auszuschließen.[78] Nunmehr ist auch ein Geschäftsvorfall zwischen nahestehenden Geschäftspartnern relevant, soweit ein solcher zu - fiktiven - Marktbedingungen erfolgt.[79]

Dies stellt eine ganz grundsätzlichen Erweiterung des Bewertungsobjektes[80] (unit of account) dar, wobei die Feststellung der Wertdimension[81] nach wie mit der Regelung des IAS 40 erfolgt und die des Bewertungsverfahrens und der Bewertungstechnik mit IFRS 13.

e) Relevanz und Verlässlichkeit

Nach IAS RK.24 sind als qualitativen Anforderungen an einen Unternehmensabschluss die Kriterien der Verständlichkeit, Vergleichbarkeit, Relevanz und Verlässlichkeit bestimmt, um entscheidungsnützliche Informationen zu gewährleisten. Während die ersten beiden auf for­male Eigenschaften hindeuten, haben die anderen einen materieller Gehalt.

Informationen gelten dann als relevant, wenn sie geeignet sind, die Entscheidung und Beur­teilung vergangener, gegenwärtiger oder zukünftiger Entscheidungen der Adressaten zu beeinflussen, IAS RK.26. Eine Verlässlichkeit ist gegeben, wenn die Informationen keine wesentlichen Fehler enthalten und frei von verzerrenden Einflüssen sind, IAS RK.31.

Diese beiden Voraussetzungen stehen teilweise in einem Spannungsverhältnis und sind für die Frage der Entscheidungsnützlichkeit gegeneinander abzuwägen.[82] Mit dem beizulegen­den Zeitwert ist die bestmögliche Einschätzung des Marktes angestrebt und dabei eine Abwägung geboten zwischen Realitätsnähe und Objektivierung.[83] So ist es für die Anlageent­scheidung relevant, welcher Nutzenzufluss innerhalb welchem Zeitraum erwartet werden kann, bspw. an Mieteinnahmen. Es ist aber auch einzubeziehen, dass diese Annahmen umso unsicherer sind, je weiter sie in der Zukunft liegen.

Mit IAS 40.53 Satz 1 wird widerlegbar vermutet, dass ein Unternehmen in der Lage ist, den beizulegenden Zeitwert einer als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie fortwährend ver­lässlich zu ermitteln. Nur wenn das Unternehmen entscheidet, dass eine verlässliche Bewer­tung nicht möglich ist, so ist diese nach dem Anschaffungskostenmodell des IAS 16 vorzu­nehmen; der Restwert ist bei dieser Bewertung dann mit Null anzusetzen, IAS 40.53 Satz 5 f.

Als Einzelfall ist hier auch geregelt, dass im Bau befindliche Investitionsimmobilien von Beginn an zum Zeitwert zu bewerten sind,[84] obgleich ein Markt (bspw. für Projektübernah­men) als inaktiv angenommen werden kann.[85] Dieser Widerspruch mit dem definitorischen Grundverständnis einer marktbasierten Bewertung in IERS 13.2 soll geheilt sein durch die regulatorische Annahme, dass diese Konstellation ohnehin eine Ausnahme darstelle[86] und auch hier cashflow basierte Darstellungen eines Zeitwertes eine zuverlässigere Bemessung zuliesen, als eine Bewertung nach dem Anschaffungskostenmodell in IAS 16.[87]

Dieser weite Bilanzansatz von Zeitwerten, in die Erstellungs- und schon in die Planungs­phase und damit in die gesamte Bereitstellungsphase hinein, wird mit vorrangigen und not­wendigen Informationsinteressen begründet: wie das Unternehmen sein Vermögen nutzt, ins­besondere ob diese Nutzung mit der Strategie und der Ausführungsplanung übereinstimmt, IFRS 13.BC 213.[88] Mit dem Konzept des Ausweises eines beizulegenden Zeitwertes anhand einer besten Verwendung soll auch hier erreicht werden, bisher nicht bilanzierte Potentiale zu erkennen.[89]

Die beiden Grundanforderung nach Relevanz und Verlässlichkeit sind daher miteinander zu verwirklichen; im Hinblick auf die Einschätzungen der Marktteilnehmer.

[...]


[1] International Accounting Standards/ Financial Reporting Standards, soweit nicht anders zitiert idF VO (EU) Nr. 1225/2012 vom 11.12.2012

[2] VO (EG) Nr. 1606/2002 vom 19.07.2002; VO (EG) 1725/2003 vom 29.09.2003

[3] VO (EU) Nr. 1255/2012 vom 11.12.2012

[4] Zippelius, S. 1 ff, S. 25, S. 42

[5] ausführlich Int.-Rechnungslegung, S. 33 ff, S. 70 ff; Ranker, S. 35 ff, S. 60 f

[6] International Accounting Standard Board; VO (EG) Nr. 1606/2002 vom 11.09.2002, Begründung Ziffer 7

[7] auf dieser Ebene erfolgt ein Abgleich mit den Regelungen anderer Standardsetzer, bspw. FASB: Financial Accounting Standards Board; DRSC: Deutsches Rechnungslegungs Standards Committee

[8] EFRAG: European Financial Reporting Advisory Group und EFRAG-TEG: - Technical Expert Group

[9] SARG: Standard Advice Review Group und ARC: Accounting Regulatory Committee

[10] IFRS-Kommentar, § 7 Rdnr. 8; Ranker, S. 37

[11] Handelsgesetzbuch vom 10.05.1897 in der derzeit gültigen Fassung

[12] BAnz AT vom 08.04.2014 В 2, S. 1 ff

[13] Deutscher Rechnungslegungs Standard Nr. 21 vom 04.04.2014; BAnz AT 08.04.2014 B2

[14] § 342 Abs. 1 HGB; eingefügt nach dem Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTrG) vom 27.04.1998 (BGBl 1998 Teil I Nr. 24, S. 768 ff)

[15] Bilanzrecht, § 342, Rdnr. 11 f; Int.-Rechnungslegung, S. 67 f

[16] Rahmenkonzept für die Aufstellung und Darstellung von Abschlüssen (IASB Rahmenkonzept) gemäß der Kommentare der Kommission (EG) vom November 2003 zu bestimmten Artikeln der VO (EG) Nr. 1606/2002 vom 19.07.2002 betreffend die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards und zur Richtlinie (EWG) Nr. 660/1978 vom 25.07.1978 sowie zur Richtlinie Nr. 349/1983 vom 13.06.1983 über Rechnungslegung

[17] VO (EG) Nr. 1725/2003 vom 29.09.2003, Abi. L 261, S. 4 aE, Anmerkung: „Sämtliche Anhänge zu oben genannten Standards (IAS/ IFRS/ SIC) und Interpretationen gelten nicht als Standards und Interpretationen und werden folglich nicht wiedergegeben“

[18] ebenda FN 14, Kommentare der Kommission (EG), S. 5 f, Ziff. 2.1.5.: Status des IASB-Rahmenkonzepts, der

Anhänge zu den IAS und den Umsetzungsrichtlinien für die IAS

[19] ebenda FN 14, S. 6; IFRS-Kommentar, § 8a, Rdnr. 6

[20] im folgenden auch allgemein Anschaffungs- oder Investitionskosten

[21] VO EU Nr. 1255/2012 vom 11.12.2012: Art. 1, Abs. 1, Buchst, d, e: eingefügt (inserted) wurde IFRS 13, angepasst/ weggefallen (amended) sind IAS aF 40.36-39, 40.40, 40.42-47 und 40.51

[22] VO (EG) Nr. 1606/2002 vom 19.07.2002: Begründung Ziff. 1 bis 7

[23] ebenda, Ziffer 4

[24] ebenda, Ziffer 1

[25] IAS RK Vorwort, vorletzter Absatz und Ziffer 5; Immobilienmärkte, S. 456 f

[26] zur Definition § 264 d HGB

[27] VO (EG) Nr. 1606/2002 vom 19.07.2002: Begründung Ziffer 6

[28] Gesetz zur Einführung internationaler Rechnungslegungsstandards und zur Sicherung der Qualität der Abschlussprüfung (Bilanzrechtsreformgesetz-BiReG) vom 04.12.2004 (BGBL 2004 Teil I Nr. 65, S. 3166 ff)

[29] ebenda, Art. 1 Abs. 29, S. 3172

[30] Wendlandt, KoR 2004, S. 46, S. 48

[31] Pellens, BB 2007, S. 2505 f; bspw. die Anwendungsempfehlung nach VO (EG) Nr. 1725/2003 vom 29.09.2003 ab dem 01.01.2001

[32] RiL (EG) Nr. 660/1978 vom 25.07.1978 (Abi. L 222, S. 11 ff); vgl. Ballwieser, LMU 2014, S. 11

[33] Zülch, KoR 3/2006, S. 4

[34] Beck, KoR 2009, S. 489

[35] Ballwieser, LMU 2014, S. 14, S. 16

[36] Küting, DB 2013,1737

[37] IAS RK.9: Investoren, Arbeitnehmer, Kreditgeber, Lieferanten, Gläubiger, Kunden, Regierungen, Institutionen, Öffentlichkeit

[38] Ballwieser, Treuhänder 2002, S. 296; Immobilienmärkte, S. 472; Hoffmann, PiR 2012, S. 301; Beck, KoR 2009, S. 488 f; Zaugg, IRZ 2011, S. 433

[39] Gesetz zur Modernisierung des Bilanzrechts (Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz-BilMoG) vom 25.05.2009 (BGBl 2009 Teil I Nr. 27, S. 1102 ff)

[40] Wendlandt, KoR 2004, S. 46

[41] § 254 HGB idF bis zum 28.05.2009: „Abschreibungen können auch vorgenommen werden, um Vermögensgegenstände des Anlage- oder Umlaufvermögens mit dem niedrigeren Wert anzusetzen, der auf einer nur steuerrechtlich zulässigen Abschreibung beruht. § 253 Abs. 5 HGB ist entsprechend anzuwenden.“

[42] vgl. Ballwieser, Treuhänder 2002, S. 297

[43] schon in der Abgrenzung zu Rücklagen; sodann als solche wegen unterlassener Instandhaltung, Drohverlusten, Gewährleistungen, sonstigen Verbindlichkeiten

[44] und der Abgrenzung von möglichen und wahrscheinlichen Drohverlusten, resp. deren Abgrenzung zu Verbindlichkeiten (Erfüllungsrückständen) oder geringeren Teilwerten ausführlich Moxter, DstR 1998, S. 512 ff

[45] Hoffmann, PiR 2012, S. 301

[46] RiL (EG) Nr. 65/2001 vom 27.09.2001 (Abi. L 283, S. 28 ff)

[47] International Accounting Standards Board

[48] Financial Accounting Standards Board

[49] US-Generally Accepted Accounting Standards; ASC Topic 820: fair value accounting

[50] basis for conclusions on IFRS 13, IASB Mai 2011: To remedy the situatiuon, the IASB added a projekt to its agenda .. (d) to increase the convergence of IFRSs and US GAAP.

[51] Zülch, DB 2004, S. 2004f mit Beispielen

[52] IAS RK Einführung Ziff. 1, Buchst, (f)

[53] IFRS-Kommentar, § 1, Rdnr. 118

[54] Zülch, KoR 3/2006, S. 6 f

[55] IFRS 13.BC 46 f; Zülch, KoR 3/2006, S. 7; Coenenberg, KoR 2005, S. 436; Lienau, KoR 2006, S. 320

[56] Ranker, S. 241; Küting, DB 2007, S. 1712

[57] Küting, DB 2013,S. 1741

[58] § 255 Abs. 4, Satz 1 HGB; IFRS 13.9; Immobilienmärkte, S. 264

[59] Bilanzrecht, § 255 HGB, Rdnr. 511 ff, 597 f

[60] Baugesetzbuch vom 23.06.1960 in der derzeit gültigen Fassung

[61] vgl. Moxter, DstR 1998, S. 509

[62] idF VO (EG) Nr. 1606/2002 vom 19.07.2002

[63] Beck, KoR 2009, S. 488

[64] Beck, KoR 2009, S. 489 f; Zaugg, IRZ 2011, S. 433; Wendlandt, KoR 2004, S. 46

[65] IFRS-Kommentar, § 8a, Rdnr. 61

[66] regelmäßig das Wirtschaftsjahr

[67] Hoffmann, PiR 2012, S. 302; Reinke, S. 42

[68] Zaugg, IRZ 2011, S. 433

[69] idF VO (EG) Nr. 1126/2008 vom 03.11.2008

[70] idF VO (EG) Nr. 1725/2003 vom 29.09.2003

[71] IFRS 13 Anhang A: höchste und beste Verwendung; IFRS 13.16 (b): vorteilhaftester Markt

[72] Int.-Rechnungslegung, S. 388 ff; IFRS-Kommentar, § 5, Rdnr. 40 ff; Küting, DB 2013, S. 1737

[73] idF VO (EU) Nr. 1126/2008 vom 03.11.2008; davor idF VO (EU) 1725/2003 vom 29.09.2003 auch IAS 40.22: „Nachträgliche Anschaffungskosten .. sind dem Buchwert.. hinzuzurechnen, wenn es wahrscheinlich ist, dass dem Unternehmen über den ursprünglich bemessenen Leistungsgrad .. hinaus .. ein wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird. Alle anderen nachträglichen Ausgaben sind in der Periode, in der sie anfallen, als Aufwand zu erfassen.“

[74] VO (EU) Nr. 1225/2012 vom 11.12.2012, Art. 1, Abs. 1, Buchst. E, Anhang D 117, S. 137

[75] IFRS 13.BC 69, Satz 2: „The IASB concluded that a use of an asset does not need to be legal at the measurement date, but must not be legally prohibited in the jurisdiction.“

[76] idF VO (EU) Nr. 1126/2008 vom 03.11.2008

[77] IAS 40.38 idF VO (EU) Nr. 1725/2003 vom 29.09.2003; IAS 40.44 idF VO (EU) Nr. 1126/2008 vom 03.11.2008: „The definition of fair value refers to an arm‘s length transaction.“

[78] Ballwieser LMU 2014, S. 4 ff; ders., Treuhänder 2002, S. 298; Immobilienmärkte, S. 174 ff

[79] IFRS 13.2, Anhang A: Marktteilnehmer und Anhang В 4, Buchst, а

[80] IFRS 13.13 f; ВС 47

[81] IFRS-Kommentar, § 8a, Rdnr. 19

[82] Ranker, S. 86

[83] Küting, DB 2007,S. 1712

[84] IAS 40.53 B: unwiderlegbare Vermutung spätestens mit dem zweiten Bilanzansatz

[85] IFRS-Kommentar, § 16, Rdnr. 107

[86] IAS 40.53 Satz 3: „Dies wird dann, aber nur dann der Fall sein, wenn der Markt für vergleichbare (im Bau befindliche) Immobilien inaktiv ist.. und andere zuverlässige Bemessungen für den beizulegenden Zeitwert (wie diskontierte Cashflow-Prognosen) nicht verfügbar sind.“

[87] IAS 40.53, Satz 1: „Es besteht die widerlegbare Vermutung, dass ein Unternehmen in der Lage ist, den beizulegenden Zeitwert.. fortwährend verlässlich zu bestimmen.“

[88] dort: „Users told the boards that the would need to know how the non-financial assets are being used and how that fits with an entity‘s strategic and operating plans.“

[89] Zaugg, IRZ 2011, S. 434: bei damit steigendem Ermessen der Anwender wegen Zeitpunkt und Umfang

Details

Seiten
47
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668540927
ISBN (Buch)
9783668540934
Dateigröße
747 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v376614
Institution / Hochschule
Betriebswirtschaftliches Institut und Seminar Basel AG – Betriebswirtschaftliches Institut Basel
Note
1,5
Schlagworte
Immobilienbewertung investment properties IAS 40 IFRS 13 Bewertungsmethoden fair value beizulegender Zeitwert cost approach market approach income approach Inputhierarchie discounted cashflow Methodenasuwahl

Autor

  • Max Markan (Autor)

Teilen

Zurück

Titel: Die Bewertung von Investitionsimmobilien nach IAS 40, IFRS 13