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Vor- und Nachteile einer deutschen Aktiengesellschaft. Gründung, Organe und Börsengang

Referat (Ausarbeitung) 2017 11 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Was ist eine Aktiengesellschaft?

2. Gründung einer Aktiengesellschaft
2.1. Bar-und Sachgründung

3. Organe einer Aktiengesellschaft
3.1. Der Vorstand
3.2. Der Aufsichtsrat
3.3. Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats
3.4. Die Hauptversammlung
3.5. Rechte der Aktionäre
3.5.1. Vermögensrechte
3.5.2. Pflichten der Aktionäre

4. Börsengang einer Aktiengesellschaft

5. Die Vor- und Nachteile einer Aktiengesellschaft

6. Quellenverzeichnis

1. Was ist eine Aktiengesellschaft?

Die Aktiengesellschaft ist zusammen mit der GmbH die bekannteste Form der Kapitalgesellschaften. Sie ist die übliche Gesellschaftsform für börsennotierte Firmen. Die Aktiengesellschaft ist nach § 1 Abs. 1 AktG eine Gesellschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit, das bedeutet, dass sie eine juristische Person ist. So besitzt sie Pflichten, Rechte, Vermögen, kann klagen und auch verklagt werden. Damit haftet die Aktiengesellschaft z.B. für ihre Schulden und nicht etwa ihre Aktionäre. Dies hat den Vorteil, dass Aktionäre nur mit ihrem eingesetzten Kapital haften, sonst aber nicht in Verantwortung gezogen werden können.

Oft wählen Firmen die AG als Rechtsform wenn sie neues Kapital benötigen oder aber die Besitzer einen Teil ihrer Anteile verkaufen wollen, denn nur Aktiengesellschaften dürfen ihre Anteile an der Börse verkaufen.

Da die Aktiengesellschaft eine Handelsgesellschaft ist, ist sie Kaufmann kraft Rechtsform (Formkaufmann).

Durch die Aufteilung des Grundkapitals in kleine Kapitalanteile können Aktiengesellschaften leichter und deutlich größere Kapitalerträge von ihren Anteilseignern erhalten. Deshalb ist die Aktiengesellschaft die bevorzugte Rechtsform für Großunternehmen, da sie sonst meist nicht genügend Kapital für Wachstum oder Neuentwicklungen beschaffen können.

Im Namen jeder Aktiengesellschaft muss die Bezeichnung “Aktiengesellschaft oder eine allgemein anerkannte Abkürzung wie z.B. “AG” vorkommen.

2. Gründung einer Aktiengesellschaft

Als erster Schritt zur Gründung einer AG muss ein notariell beglaubigter Gesellschaftsvertrag festgelegt werden, welcher die Gewinnverteilung und die Unternehmensleitung bestimmt. Damit gibt sich die AG eine Satzung. Die Satzung muss von einer oder mehreren Personen mit festgelegt werden, die Aktien gegen Einlagen übernehmen werden (§ 2 AktG).

Mit Übernahme der Aktien durch die Gründer ist die Aktiengesellschaft errichtet. Danach muss der Aufsichtsrat und ein Abschlussprüfer bestellt werden. Anschließend bestellt der Aufsichtsrat den Vorstand.

Abschließend müssen die Einlagen eingebracht werden und die Eintragung in das Handelsregister erfolgen.

2.1. Bar-und Sachgründung

Bei einer Bargründung muss das Grundkapital mindestens 50.000€ betragen (§ 7 AktG). Das Grundkapital ist auf die Aktien verteilt und die Übernahme der Aktie durch die Aktionäre erfolgt gegen eine Geldeinzahlung. Wie hoch die Bareinlage letztlich ist, wurde durch die Satzung festgelegt.

Bei einer Sachgründung bringen die Aktionäre Sacheinlagen ein (z.B. Grundstücke, Patente, Marken etc.). Es ist aber auch eine Übernahme von Vermögensgegenständen, z.B. Gebäuden und Maschinen, möglich. Dies wird als Sachübernahme bezeichnet. Jedoch ist die Sachübernahme an weitere gesetzliche Voraussetzungen geknüpft und der wirtschaftliche Wert der Gegenstände muss feststellbar sein.

Die von den Aktionären bei einer Bar-oder Sachgründung übernommenen Anteile werden entweder in Nennbetragsaktien oder in Stückaktien verbrieft.

Nennbetragsaktien müssen einen Mindestnennwert von 1€ haben. “Höhere Aktiennennbeträge müssen auf volle Euro lauten”[1]. Der Anteil am Grundkapital ist unveränderlich, da der Nennbetrag in der Satzung festgelegt ist.

Die Nennbeträge der Aktien können unterschiedlich sein, die Summe aller ausgegebenen Aktien entspricht jedoch dem Grundkapital.

Stückaktien (Quotenaktien) haben keinen Nennbetrag. Sie sind alle am Grundkapital im gleichen Umfang beteiligt. Das Grundkapital dividiert durch die Stückaktien ergibt den Anteil einer Stückaktie am Grundkapital.

Der Anteil am Grundkapital ist veränderlich. So kann eine Aktiengesellschaft neue Aktien ausgeben, wodurch eine Stückaktie weniger Anteil am Grundkapital hat.

3. Organe einer Aktiengesellschaft

Die Aktiengesellschaft hat drei Organe: den Vorstand, den Aufsichtsrat und die Hauptversammlung (Eigene Darstellung)

3.1. Der Vorstand

Der Vorstand ist das leitende Organ der Aktiengesellschaft. Die Satzung bestimmt die Zusammensetzung des Vorstands, er muss aber aus mindestens zwei Personen bestehen, wenn das Grundkapital mehr als 3 Mio. Euro beträgt. Der Vorstand wird vom Aufsichtsrat auf höchstens 5 Jahre bestellt.

Die Aufgaben des Vorstands sind die Geschäftsführung und die Vertretung der AG nach außen. Meistens werden den Vorstandsmitgliedern bestimmte Sachzuständigkeiten zugeordnet. So übernimmt beispielsweise ein Vorstand Finanzen, ein anderer Forschung & Entwicklung, einer Vertrieb und manchmal ist ein Vorstand auch der Pressesprecher der AG. Außerdem bestimmt der Aufsichtsrat meist einen Vorstandsvorsitzenden, dessen Aufgabe die Führung des Vorstandes ist. Außerdem muss der Vorstand dem Aufsichtsrat Bericht erstatten.

Des Weiteren fällt dem Vorstand die Aufgabe zu, einen Jahresabschluss zu erstellen und ab einer gewissen Größe der Gesellschaft einen Lagebericht dem Aufsichtsrat vorzulegen.

Außerdem lädt der Vorstand mindestens einmal jährlich zu einer ordentlichen Hauptversammlung ein. Bei besonderen Ereignissen, wie bei einem hohen Verlust, lädt er zu einer außerordentlichen Hauptversammlung ein.

Die Vergütung des Vorstands beschließt der Aufsichtsrat, wobei er dafür sorgen soll, dass die Höhe angemessen ist.

Außerdem dürfen Vorstände kein eigenes Gewerbe betreiben und auch nicht für sich oder eine andere Gesellschaft im gleichen Geschäftszweig arbeiten. Sie die dürfen aber mit Zustimmung der eigenen Gesellschaft auch für andere Gesellschaften arbeiten. Viele Vorstände von DAX Unternehmen sind im Aufsichtsrat von anderen Aktiengesellschaften. Dabei ist es aber wichtig, dass es zu keinen Interessenkonflikten kommt.

3.2. Der Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat besteht aus mindestens drei und höchsten 21 Mitgliedern, wobei die Anzahl immer durch drei teilbar sein muss. Der Aufsichtsrat wird von der Hauptversammlung mit einfacher Mehrheit für vier Jahre (Geschäftsjahre) gewählt. Er darf aber im selben Unternehmen nicht auch Vorstand sein, da der Aufsichtsrat den Vorstand kontrollieren soll. Er darf aber bei bis zu neun weiteren Gesellschaften im Aufsichtsrat sitzen.

Die Hauptaufgabe des Aufsichtsrats ist die Bestellung des Vorstands (Wahl mit einfacher Mehrheit), gegebenenfalls aber auch seine Abberufung. Damit ist auch verbunden, dass er die Geschäftsführung des Vorstandes überwachen muss. Dafür hat er das Einsichtsrecht für die Geschäftsunterlagen der Gesellschaft.

[...]


[1] Aktiengesetz § 8 Absatz 2

Details

Seiten
11
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668542440
ISBN (Buch)
9783668542457
Dateigröße
531 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v376582
Note
1,75
Schlagworte
BWL AG Aktiengesellschaft GFS Referat Ausarbeitung Recht

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