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Durchführung und Analyse einer Gesundheitsbefragung im Rahmen eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements

Einsendeaufgabe 2016 20 Seiten

BWL - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Fragebogenentwicklung

2 Auswertung Mitarbeiterbefragung

3 Ableitung von Handlungsschwerpunkten

4 Probleme bei der Feldforschung und des Datenschutzes

5 Literaurverzeichnis

6 Abbildungs- und Tabellenverzeichnis
6.1 Abbildungsverzeichnis
6.2 Tabellenverzeichnis

7 Anhang

1 Fragebogenentwicklung

Ein Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) wird zunehmend als wichtiger Wirtschaftsfaktor anerkannt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind die wichtigsten Ressourcen eines Unternehmens. Sie gilt es zu fördern und zu schützen, gerade in Zeiten des schnellen und demografischen Wandels (Perwiss, 2016).

Globalisierung und der Strukturwandel der Wirtschaft erhöhen allerorts den Zeitdruck, die Komplexität der Aufgaben und die Verantwortung. In Verbindung mit dem demografischen Wandel, mit Unternehmensverkäufen, Fusionen und permanentem

Restrukturierungen stellen diese Megatrends die Unternehmen vor neue Herausforderungen.

Die Folgen dieser Entwicklung – wie beispielsweise Motivationsverlust, innere Kündigung, Burnout und arbeitsbedingte Erkrankungen – zu verhüten und bekämpfen, wird zu einer zentralen Aufgabe für die betriebliche Personal- und Gesundheitspolitik.

Ein wichtiges Analyseinstrument im betrieblichen Gesundheitsmanagement ist die Befragung. Hierbei können Schwachstellen im Unternehmen aufgezeigt und Handlungschancen aufgedeckt werden (Zok, 2010, S.5). Zudem ist das Erhebungsinstrument „Fragebogen“ anonym, sodass die befragten Mitarbeiter offen und ehrlich antworten können, ohne persönliche Konsequenzen befürchten zu müssen. Somit ist die Aussagekraft und Qualität der Antworten sehr hoch.

Das Unternehmen, für den extra ein Fragebogen entwickelt wurde und dieser auch durchgeführt wurde, ist ein Spezialchemie Konzern. Das Unternehmen produziert Eisenoxid- sowie Chromoxid-Pigmente für die Baustoff- und Kunststoffindustrie aber auch für Farben- und Lackhersteller. Zudem werden Kunststoffe produziert, welche in der ganzen Welt Anwendung finden. Die Produktionsanlagen produzieren 24 Stunden, 7 Tage die Woche. Somit arbeiten die Mitarbeiter in einem 3-Schicht System im Früh-, Spät- und Nachtdienst.

Der Fragebogen ist individuell mit dem Geschäftsführer & Betriebsrat entwickelt worden und wird als Pilot Projekt in einer Abteilung mit ca. 100 Mitarbeitern durchgeführt. Im Vorfeld hatte die Abteilung schon den Wunsch geäußert, ein Bewegungsprogramm durchführen zu wollen. Mit diesem Hintergrund, wurde der Fragebogen entwickelt. Um eine hohe Teilnahmequote zu erreichen und Barrieren im Vorfeld abzubauen, wurde der Fragebogen in einem persönlichen, vertraulichen Termin ausgefüllt.

Der Fragebogen hat einen hohen Strukturierungsgrad. Fast alle Fragen sind geschlossene Fragen und verlangen vom Befragten eine klare Entscheidung zwischen mindestens zwei Antwortmöglichkeiten (Schnell et al., 2008, S.330).

Der Fragebogen wurde in sechs Bereiche unterteilt. Im Ersten Bereich „Persönliche Angaben“ wurde nach Geschlecht, Gewicht und Größe gefragt. Zudem wird darauf hingewiesen, dass alle Angaben vertraulich behandelt werden und nicht an dritte weitergegeben werden. Anhand des Alters lässt sich der Altersdurchschnitt der Befragten errechnen, welcher für den demografischen Wandel wichtig ist. Mit den Angaben Gewicht und Größe lässt sich mittels des Body-Mass Index das Verhältnis von Gewicht und Körpergröße bewerten.

Im Zweiten Bereich „Berufliche Angaben“ wird nach der Berufsbezeichnung und dem Stressfaktor gefragt. Der Stressfaktor wird mit einem ordinalskalierten Skalenniveau abgefragt. Stress bzw. die Folgen von Stress können Gründe für AU-Tage sein. Anhand des Fragebogens soll der Stressfaktor eingeschätzt werden und kann im Anschluss durch konkrete Maßnahmen vermindert werden.

Im dritten Bereich geht es um „Aktuelle Beschwerden“. Die Befragten können erst einmal ankreuzen ob und wann sie Beschwerden haben. Danach können Sie die Beschwerden markieren und den Schmerz auf einer Ordinalskala bewerten. Körperliche Beschwerden, besonders im Rücken, waren mit ein Grund ein betriebliches Gesundheitsmanagement einzuführen. Mit diesem Bereich wollen wir feststellen, wie hoch die Anzahl der Mitarbeiter mit körperlichen Beschwerden wirklich ist.

Danach wird nach dem „Bewegungsverhalten im Alltag“ gefragt. Die Befragten können zwischen ja, nein und nicht mehr auswählen. Danach wird spezifischer nach der Sportart und Regelmäßigkeit gefragt. Anhand des Bewegungsverhaltens wissen wir ungefähr, wie fit und belastbar die Mitarbeiter sind. Diese Information ist wichtig, um gegebenenfalls ein Bewegungsangebot im Anschluss gezielt zu planen.

Im fünften Bereich geht es um die „Verbesserung des Arbeitsumfeldes“. Hierbei muss der Mitarbeiter sich entscheiden, ob er mit seinem Arbeitsplatz zufrieden ist oder nicht. Im Anschluss müssen einige Merkmale, wie zum Beispiel Körperliche Anstrengung, Zwangshaltungen und Gefahren am Arbeitsplatz bewertet werden. Das Messniveau ist ordinal skaliert. Mit einer offenen Frage wird nach Verbesserungsmöglichkeiten gefragt. Mit diesen Informationen, können wir die Arbeitsplätze ergonomisch optimieren und die Wünsche der Mitarbeiter konkret umsetzen.

Zum Schluss wird in dem Bereich „Gesund im Betrieb“ das Interesse an Bewegungsangeboten, sowie an weiteren BGM Maßnahmen abgefragt. Der Geschäftsführer hat signalisiert, dass er weitere Maßnahmen im betrieblichen Gesundheitsmanagement unterstützen und finanzieren würde. Mit diesen Informationen können wir in der Zukunft konkrete Maßnahmen planen und die Bedürfnisse und Interessen der Mitarbeiter umsetzen. Ziel ist es den Mitarbeitern und dem Unternehmen gleichermaßen zu helfen. Sodass für alle Seiten eine Win-Win Situation entsteht.

Diese Daten liefern Informationen über die aktuelle Situation in Bezug auf Stress, Arbeit, Gesundheit und Wünsche. Nach konkreten Maßnahmen und einer weiteren Befragung können die Werte verglichen werden und der Erfolg oder Misserfolg der Maßnahme messbar und sichtbar aufgezeigt werden.

2 Auswertung Mitarbeiterbefragung

Der Fragebogen wurde innerhalb der Arbeitszeit und in Verbindung mit einem persönlichen, vertraulichen Gespräch ausgefüllt. Für die Maßnahme wurde das Schichtmeisterbüro genutzt. Die Mitarbeiter konnten mit uns, als BGM –Experten, in einem vier Augen Gespräch über die aktuelle gesundheitliche Situation, Ziele und Wünsche reden. Im Rahmen des Gesprächs haben die Mitarbeiter auch den Fragebogen erhalten und ausgefüllt. Neben dem Fragebogen wurden bereits individuelle Handlungsempfehlungen ausgesprochen. Somit wurde eine Teilnahmequote von 80 Prozent, also 80 Mitarbeitern, erreicht. Das Gespräch war freiwillig, somit ist der Rücklauf von 80 Prozent sehr gut. Einige Mitarbeiter waren aufgrund von Krankheit, Urlaub oder wichtigeren Terminen verhindert, an der Befragung teilzunehmen. Der organisatorische Aufwand im Vorfeld war durch die Schichtarbeit und laufende Produktion enorm. Der laufende Betrieb darf natürlich nicht gestört und unterbrochen werden.

Die ermittelten Daten wurden mittels deskriptiver Statistik ausgewertet. Das Ziel der deskriptiven Statistik ist die Darstellung und Ordnung der erfassten Merkmalsausprägungen (Benninghaus, 2007, S.11). Das ist nötig, um möglichst viele Informationen bezüglich der wahrgenommenen arbeitsbedingten gesundheitsbeeinflussenden Faktoren darzustellen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1: Alter der Befragten

Der Altersdurchschnitt der Befragten Mitarbeiter liegt bei 47 Jahren. Den Größten Teil machen mit 44 Prozent die 40 bis 49 Jährigen aus. Den Zweitgrößten Anteil belegen die 50-59 Jährigen mit 39 Prozent. Jeweils 7 Prozent der Befragten sind zwischen 20 bis 29 und 30 bis 39 Jahren.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.2: Body– Mass- Index (BMI)

Mit den Daten Gewicht und Größe wurde der BMI der Befragten ermittelt und in Kategorien unterteilt. Ca. 60 Prozent der Mitarbeiter sind Übergewichtig, während nur 26 Prozent ein Normalgewicht haben. Zudem lassen sich 13 Prozent der Mitarbeiter in die Kategorie Adipositas einteilen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.3: Beruflicher Stressfaktor

Die Frage nach dem beruflichen Stress wurde von dreiviertel der Befragten mit „gelegentlich“ beantwortet. 22 Prozent fühlen sich oft gestresst, während sich nur 5 Prozent nicht gestresst fühlen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Aktuelle körperliche Beschwerden

Ein Großteil (66 Prozent) der Befragten haben körperliche Beschwerden. Nur 34 Prozent sind aktuell beschwerdefrei.

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Details

Seiten
20
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668539815
ISBN (Buch)
9783668539822
Dateigröße
1.4 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v376320
Institution / Hochschule
Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH
Note
2,2
Schlagworte
Fragebogen BGM 1 DHFPG MASTER Auswertung Ableitung von Handlungsscherpunkten Probleme Feldforschung

Autor

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