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Stationenlernen zu Daniel 1. Neue Unterrichtsmethoden im Fach Religion

Unterrichtsentwurf 2017 17 Seiten

Theologie - Religion als Schulfach

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Ergebnisse der Exegese
1.1 Allgemein zum Buch Daniel
1.2 Ergebnisse zu Daniel 1

2. Methodische Reflexion der einzelnen Stationen
2.1 Station 1: Daniel und seine Freunde werden weggeführt
2.2 Station 2: Die Frage nach Essen und Trinken
2.3 Station 3: Die Entscheidung Daniels und das Resultat

3. Lernziel- und Kompetenzbestimmung
3.1 Lernzielbestimmung
3.2 Kompetenzbestimmung
3.3 Fachliche Kompetenzen der einzelnen Phasen

4. Darstellung der Stationen inklusive dem benötigten Material

5. Quellenverzeichnis
5.1 Literaturverzeichnis

Anlagen

1. Ergebnisse der Exegese

1.1 Allgemein zum Buch Daniel

- Kapitel 1-6 beschäftigten sich mit der Geschichte Daniels.
- Kapitel 7-12 beschäftigten sich mit Visionen Daniels.[1]
- Daniel wurde in der hebräischen Bibel nicht zu den Propheten, sondern zu den Schriften gerechnet[2], weil er nicht wie ein klassischer Prophet auftritt (es fehlt die prophetische Verkündigung: „So spricht der Herr…“)[3]
- Wird als erste apokalyptische Literatur verstanden[4], die Offenbarung des Johannes knüpft daran an.[5]
- Auf Daniel wird mehrfach im NT Bezug genommen. Grundbegriffe der Verkündigung Jesu wie Gottesreich, Himmelreich und Menschensohn lehnen sich an Daniel an.[6]
- Es wird von Ereignissen zwischen 605 v. Chr. (Gefangennahme Daniels) und 536 v. Chr. (Daniels Dienstende) berichtet.[7]
- Besondere theologische Bedeutung durch die Verknüpfung von Weltgeschichte mit der Geschichte des Reiches Gottes, bis zum Überwinden der Weltreiche durch den Menschensohn und damit zum endgültigen Sieg Gottes.[8]

1.2 Ergebnisse zu Daniel 1

- 605 v. Chr. schlägt Nebukadnezar die Ägypter, damit geht die Vorherrschaft im Nahen Osten von den Ägypten auf Babylon über. Juda wird babylonischer Vasallenstaat.[9]
- Im Vers 2 steht, dass der Herr die Wegführung zulässt. Hier wird der Gottesname Adonai verwendet, als Zeichen für Gericht an dem Volk und dessen König, dass die Warnungen der Propheten in den Wind schlägt und Götzendienst betreibt.[10]
- Es gehört zur Strategie Nebukadnezars Reichtümer, fähige Männer, schöne Frauen nach Babylon zu führen und die Armen zurückzulassen. So sicherte er sich seine Macht, seinen Reichtum und die Loyalität der Versallen.[11]
- Zu diesen Auserwählten gehören auch Daniel und seine Freunde. Die Kriterien verraten schon viel über ihn. Er entstammt also einem vornehmen jüdischen Geschlecht,[12] ist wohl zwischen 12 und 15 Jahre alt,[13] schön, gesund und klug.
- Die Wegführung beinhaltet einen 800 km langen Fußmarsch nach Babylon.[14]
- Zu der Ausbildung gehörten neben Schrift und Sprache auch Unterweisungen in Mathematik, Jura, Architektur, Astronomie und Religion Babylons.[15]
- Die Jugendlichen sollten eine neue Identität annehmen und sich komplett mit Babylon identifizieren. Repräsentativ dafür ist die Umbenennung. Daniel (bedeutet: Gott ist mein Richter oder Gott schafft mir Recht) wird Beltschazar (bedeutet: Bel schütze sein Leben; Bel oder auch Marduk genannt ist der Hauptgott der Babylonier) umbenannt.[16]
- Für die 3 Jahre der Ausbildung legte der König fest, was die Jugendlichen Essen und Trinken sollten. Dies wiedersprach aber den Reinheitsgeboten der Juden, weil Babylonier z.B. Schwein aßen und Speisen und Getränke ihren Götzen weihten.[17]
- Herz (V.8) meint das eigene Willenszentrum, also eine eigene, persönliche Überzeugung auch entgegen allen äußeren Umständen.[18]
- Daniel stellt sich konsequent gegen diesen Gesetzesbruch, obwohl es den Tod hätte bedeuten können, doch Gott greift ein, er ändert das Herz des Beamten, sodass der ihn respektierte und anhörte. Doch auch diesem Beamten drohte die Hinrichtung, wenn er nicht 100% Gehorsam zeigte.[19]
- Daniel bleibt hartnäckig und schlägt ein Experiment vor. Die Zahl 10 steht in der Bibel immer für Bewährung und Erprobung. So kann auch hier der Beamte das Experiment erproben und beurteilen ohne ein großes Risiko.[20]
- Gott belohnt die Treue und bekennt sich zu den Jugendlichen. Das gute Aussehen kommt nicht durch die Ernährung, sondern durch ein Wunder, dies erkennt selbst der Beamte und handelt an den Jugendlichen weiterhin gegen das Gebot des Königs. Auch kommt die große Weisheit und die Begabung Träume zu deuten nicht durch fleißiges lernen, sondern Gottes Gnade.[21]
- Daniel und seine Freunde bestehen die Prüfung vor dem König, gehören fortan zu seinem Beraterstab und sind durch ihre vortreffliche Arbeit und Weisheit ein gutes Zeugnis.[22]
- Daniels Dienst endet im ersten Jahr des Königs Kyrus, d.h. er hat 69 Jahre in Gefangenschaft gedient, war ca. 80 Jahre alt und erlebte noch die Freilassung der Juden aus der Babylonischen Gefangenschaft.[23]

2. Methodische Reflexion der einzelnen Stationen

2.1 Station 1: Daniel und seine Freunde werden weggeführt

An der Station 1 finden die SuS 2 Landkarten vor. Die eine zeigt die Route, die Daniel und seine Freunde zu Fuß ins Exil gehen mussten. Die zweite Karte ist eine Europakarte, bei der ein Nagel in Eppingen eingeschlagen ist, um den herum man einen Radius von 800km mit einem Seil bemessen kann. Die SuS wissen dies alles vorerst allerdings noch nicht, da die Karten nicht weiter beschriftet sind. So soll die Neugier der SuS angeregt werden und ein Interesse am beigelegten erklärenden Text geweckt werden. Damit ist auch eine zentrale Aufgabe von Frei- und Stationenarbeit bedient, dass SuS durch andere Methoden Lust am selbstständigen Entdecken und Lernen haben.[24] Da eine Ergebnissicherung auch Teil des Stationenlernens sein soll, bekommen die SuS am Anfang der Stunde ein Arbeitsblatt und wenige erklärende Worte durch den L. In diesen einleitenden Worten ist eine grobe Erklärung des Kontextes enthalten, da dies die erste Station nicht gewährleisten kann und soll. Die Stationen selbst sollen dann allerdings Selbsterklärend sein, sodass der L. während der Stationsarbeit nichts weiter erklären muss.[25] So kann diese erste Station in den Bibeltext und die Thematik einsteigen. Die Erklärung zu dieser Station verdeutlicht zuerst, was die erste Karte bedeutet und wie die Verknüpfung zum Bibeltext ist. Diese visuelle Unterstützung soll helfen sich in den Bibeltext und die ungefähre geografische Situation hineinzuversetzen. Da dies allerdings sicherlich schwer fällt, wird in der Erklärung auch gleich die zweite Karte mit der beweglichen Entfernung von 800 km vorgestellt. Nach einem zweiten Verweis zum Bibeltext, dass die jungen Männer eine Strecke von 800 km zu Fuß zurücklegen mussten, folgt die Aufforderung sich einen Punkt, der 800 km von Eppingen entfernt ist, mittels des Stiftes auszusuchen. So wird die weite Strecke aus dem Nahen Osten „nach Hause“ geholt und die SuS können sich konkret vorstellen, dass es z.B. weiter ist als die Strecke zu ihrem Ostseeurlaub oder nach London. Neben dem interaktiven Element, welches den SuS sicherlich Spaß machen wird, soll diese Station helfen sich die enorme Belastung der jungen Männer in dieser biblischen Geschichte vorzustellen. Indem die Strecke „nach Hause“ geholt wird, sollte auch das hineinversetzen in die Situation Daniels etwas einfacher werden. Erst nach dem Ausprobieren und Hineinversetzen folgt, wie in einem guten Film, die Aufklärung der Situation. Hier wird erklärt warum die jungen Männer diesen Weg zurücklegen mussten, dass sie zur Elite Israels gehörten, dass sie erst ca. 15 Jahre alt waren und der provozierende Zusatz, dass Gott das alles zugelassen hat. Auch diese Erklärungen sollen noch einmal helfen sich in die Situation der Geschichte hineinzuversetzen. Dies ist auch deshalb naheliegend, da die SuS ein ähnliches Alter hatten wie Daniel z.Zt. seiner Wegführung. Weiterhin finden sich in diesem Text mehr oder weniger zwischen den Zeilen, einige Informationen über die Person Daniel, welche die SuS auch auf ihrem AB sichern sollen. Auch das Affektive hineinversetzen in die Situation Daniels, wie die ausgesuchte Entfernung, sollen die SuS auf dem AB notieren. So ist es ihnen möglich auch später noch einmal die Situation nachzuvollziehen. Mit der Anmerkung, dass Gott dies alles zugelassen hat, soll auch bewusst ein gewisser Zweifel gesät werden. So könnte es gut sein, dass einige SuS auf die Frage wie es Daniel wohl ergangen ist antworten, dass er von Gott enttäuscht war oder an ihm zweifelte. Wenn die SuS dahin gelenkt würden, wäre dies ein sehr wünschenswertes Ergebnis, da sie in ihrem Leben auch Situationen erleben werden, bei denen sie Gott nicht verstehen oder sich fragen, warum er dies zulässt. Kommt es hier zu diesem Gedanken, ist ein späteres Rückbesinnen auf den Leidenskammeraden Daniel wahrscheinlich und die Überraschung über Daniels Reaktion in der nächsten Station umso größer. Darum wird dieses Nachdenken durch die Frage auf dem AB auch gefordert.

Als Medien wurden bewusst analoge Karten gewählt, obwohl die digitale Alternative wesentlich einfacher gewesen wäre. Doch so hat dieses Element auch noch einen spielerischen Reiz und durch das selbstständige Bewegen des Stiftes, kann man sich meines Erachtens auch besser die Entfernung in alle Richtungen vorstellen. Sonst wurde in dieser Station doch auf einen längeren Text zurückgegriffen um die SuS in die Geschichte Daniels einzuführen. Durch die Aufgabe der Interaktion in der Mitte des Textes wird diese Station allerdings doch etwas aufgelockert. Die Station kann allein, aber auch mit wenigen anderen SuS gleichzeitig ausgeführt werden. Wenn es an dieser Stelle zu einem Austausch kommt welche Strecke die einzelnen SuS auswählen würden, trägt dies nur zur Einprägsamkeit der Station bei. Die benötigte Zeit für diese Station, inklusive des Ausfüllens des Arbeitsblattes beträgt circa 10 Minuten.

2.2 Station 2: Die Frage nach Essen und Trinken

An der 2. Station werden die SuS zuerst das Essen und Trinken entdecken, was ihnen hoffentlich Appetit macht. Dazu steht an der Station nur die kurze Aufforderung sich für eine der beiden Seiten zu entscheiden. Also entweder für Karotten und Wasser oder für Chips, Würstchen und Cola. Sollte diese Entscheidung aufgrund des Appetits nicht sowieso schon leicht fallen, weisen zusätzliche kleine Schilder darauf hin, dass die SuS Chips, Würstchen und Cola essen und trinken sollen und Karotten und Wasser nicht. Dies alles soll die Wahl verdeutlichen, vor der auch Daniel stand. Auf der einen Seite das gute Fleisch und der Wein, den der König verordnet hatte oder Gemüse und Wasser, was auch noch einen Ungehorsam dem König gegenüber bedeutete. In der Geschichte Daniels deutete alles darauf hin sich für das scheinbar gute und einfache zu entscheiden, dies soll auch an der Station den SuS so gehen. Für Fleisch werden hier kleine Würstchen verwendet und dass die Vegetarier auch mehr Lust auf diese Seite haben, gibt es zusätzlich Chips. Für den Wein in der Geschichte wird hier Cola verwendet, da SuS in diesem Alter dieses Getränk normalerweise lieben. Auf der anderen Seite des Tisches ist mit Wasser und Karotten eine ziemlich gute Parallele zur Geschichte gegeben. Mir ist bewusst, dass einige SuS sich dennoch für Karotten und Wasser entscheiden, doch eine Darstellung ist aufgrund der unterschiedlichen Geschmäcker an dieser Stelle immer Lückenhaft. Doch dem Großteil der SuS sollte klar werden, wie viel für die eine Seite und wie wenig für die andere spricht. Nachdem die SuS sich für eine Seite entschieden und die Sachen zu sich genommen haben, sollen sie den verdeckten Zettel lesen. Darauf steht zuerst wofür sich die SuS entschieden haben. Haben sie sich für die Seite mit Cola etc. entschieden, wird auf dem Zettel noch einmal verdeutlicht, dass dies ja auch die einfachere Wahl war, um auch schon auf die Geschichte hinzuweisen. Auf dem anderen Zettel wird ihre Wahl dagegen noch einmal in Frage gestellt, indem die scheinbar besseren Lebensmittel noch einmal aufgezählt werden. Der folgende Text ist dann auf beiden Zetteln der gleiche. Er beschreibt in groben Zügen die Situation in der Gefangenschaft während der Ausbildung. Nämlich dass für die Jugendlichen bestimmt wurde, was sie lernen müssen, wie sie heißen und sogar was sie Essen und Trinken müssen. Nach diesem kleinen informellen Teil kommt die Verknüpfung zur Station. Denn auch Daniel stand vor der Entscheidung was er essen will. Nur stand bei ihm mehr hinter dieser Wahl. Erstmal bestimmte diese Entscheidung was er 3 Jahre lang essen würde. Weiterhin würde er auf der einen Seite sein Leben riskieren und auf der anderen Seite seinen Glauben. Durch die Formulierungen auf dem Zettel, soll aber wie auch durch die Station verdeutlicht werden, dass eigentlich alles für die scheinbar einfachere Wahl spricht. Denn nur Gottes Gebot spricht für Gemüse und Wasser. Auch hier wird bewusst mit Zweifeln gearbeitet, die Daniel auch tatsächlich gehabt haben könnte. Gott war doch gerade nicht spürbar, er hatte die Gefangenschaft doch zugelassen etc. Die SuS sollen nicht nur durch das schmecken voll mit in die Entscheidung hineingenommen werden, sondern auch durch ihr hineinfühlen in die Situation. Da manchen SuS dies wahrscheinlich nicht so leicht fällt, sind Gedanken Daniels, wie die berechtigten Zweifel an Gott, hier schon vorgegeben. Auf dem AB sollen die SuS wieder ihre eigene Erfahrung, also die Entscheidung an der Station, festhalten um sich auch später beim Lesen wieder daran erinnern zu können. Weiterhin sollen die Argumente für die beiden Entscheidungsmöglichkeiten bei Daniel aufgelistet werden. Hier sollte es recht leicht fallen Argumente für Fleisch und Wein zu finden, auf der anderen Seite gibt es eigentlich nur ein gutes Argument für Gemüse und Wasser, nämlich die Treue zu Gottes Gebot. Auch dies soll noch einmal verdeutlichen, wieviel für die scheinbar einfachere Wahl gesprochen hat. Die Station endet bewusst offen damit, dass die Entscheidung Daniel noch nicht aufgelöst wurde, sondern die SuS gefragt werden, wie sie sich wohl entschieden hätten, wenn sie diese Hintergründe kennen. Auf dem AB geht der Übertrag noch einen Schritt weiter. Hier werden die SuS herausgefordert darüber nachzudenken, wo solche Entscheidungen in ihrem Leben vorkommen. Dieser Übertrag ist wahrscheinlich recht schwierig und wird nicht allen SuS gelingen. Doch denen die hier ein Beispiel finden, wird die Daniels Geschichte dadurch noch viel mehr zum Hinweis auf ihr eigenes Leben.

An dieser Station soll der Sinn des Schmeckens angesprochen werden. Dieser Sinn kommt im schulischen Rahmen meist recht kurz und weckt deshalb auch besonderes Interesse. Durch die verschiedenen Elemente in der Station, sind auch die Elemente in der Geschichte übertragen, wenn sie auch nicht genau übereinstimmen, stellen sie dennoch die großen Unterschiede der Entscheidungsmöglichkeiten dar. Diese Station kann auch in Einzelarbeit durchgeführt werden. Der Text, der an der Station ausliegt, ist zum einen informell um weitere Detail von Daniel 1 kennenzulernen. Zum anderen hilft er aber, dass die SuS sich weiter in die Gedanken und Gefühle Daniels in dieser Geschichte hineinversetzen. Dies wird vor allem durch den Übertrag am Ende der Beschreibung (Wie würdest du dich entscheiden?) und der Aufgabe auf dem AB (Wo gibt es in deinem Leben solche Entscheidungen?) gefördert. Die SuS werden durch die gewählten Medien aktiv an der Geschichte Daniels durch das mitschmecken und mitentscheiden beteiligt. Wenn die SuS ihre Entscheidung bezüglich der Lebensmittel und die Entscheidungen in ihrem Leben bewusst reflektieren, werden sie merken wie lebensnah die Geschichte Daniels ist, wenn sie auch in einer völlig lebensfernen Situation spielt. Gedanken wie „warum lässt Gott das zu?“; „muss ich mich daran wirklich halten“; „ich mache halt mit, weil es alle machen“ und ähnliche sind sicherlich vielen SuS vor allem in ihrer aktuellen Pubertätsphase, in der sie viel hinterfragen und ausprobieren, sehr vertraut. Für diese Station kann man inklusive des Ausfüllens des Arbeitsblattes auch ca. 10 Minuten einplanen.

2.3 Station 3: Die Entscheidung Daniels und das Resultat

So wie Station 2 mit der Spannung der Entscheidung aufgehört hat, macht Station 3 mit diesem Leitthema weiter. Dabei wird nicht nur zum Übertrag motiviert, wie es am Ende von Station 2 der Fall ist, sondern bei dieser Station müssen Entscheidungen in die Tat umgesetzt werden. Dies ist auch die Anweisung auf der Stationsbeschreibung, die vor dem Laptop liegt. Die SuS müssen sich zwischen den Antworten der einzelnen Fragen entscheiden. Entscheiden sie sich falsch, hat dies zur Konsequenz, dass die SuS die Fragen von vorn beantworten müssen. Dies hat zum einen den Effekt, dass die SuS merken, dass Entscheidungen Konsequenzen nach sich ziehen. Zum anderen ist es der rein didaktische Effekt, dass Wiederholung eine der effektivsten Methoden der Sicherung ist. Wenn die SuS eine Frage falsch beantworten, werden sie aber auch durch eine Folie motiviert es noch einmal zu versuchen. Auch hier ist wieder ein Gedanke mit einer Zukunftsbedeutung für die SuS eingebaut. Denn die falsche Entscheidung wird hier als Chance bezeichnet daraus zu lernen und beim nächsten Mal den gleichen Fehler nicht wieder zu machen. Dies wird nicht weiter ausgeführt, könnte aber bei dem ein oder anderen SuS doch hängen bleiben. Das Ziel der Station ist auf interaktive Art und Weise mit dem Medium PowerPoint durch die Geschichte von Daniel 1 zu führen. Auf diese Weise kann relativ viel Inhalt vermittelt werden, ohne als langweiliger Text vorzuliegen. Durch die Fragen und die aktive Beteiligung entfaltet sich die Geschichte Schritt für Schritt ohne die Gefahr, dass SuS zwischendurch aufhören konzentriert zu lesen. Denn durch dieses Abfragesystem müssen die SuS die Geschichte und damit verbunden die Fragen aktiv durchdenken. So ist auch eine gute Sicherung des Inhaltes möglich. Grundsätzlich sind alle Folien so aufgebaut, dass sie auf die letzte richtige Antwort kurz Bezug nehmen und zur nächsten Frage hinführen. Auch bei dieser Station wird wieder mit den Erwartungen und Vorstellungen der SuS gespielt. Einige werden immer das perfekte eingreifen Gottes erwarten, was aber in der Geschichte Daniels bis zuletzt ausbleibt. Dies wird auch nach dem richtigen Beantworten der letzten Frage noch einmal aufgegriffen mit dem Ausblick, das Daniel dennoch immer an Gott festhält und diesen auch in seinem Leben erleben darf. Auch hier ist ein konkreter Übertrag durch den Text gefördert, der die SuS hinterfragt, ob sie Gott besser kennen gelernt haben und sie motiviert Gott in ihre Entscheidungen einzubeziehen. Die 2 Aufgaben auf dem AB sind eine Sicherung des ganzen ersten Daniel Kapitels. Denn mit der Frage wie Gott Daniel erlebt hat, können die verschiedenen Phasen der Geschichte reflektiert werden. Auch die Frage was die SuS über Entscheidungen gelernt haben, erfordert ein reflektieren von all dem, was sie durch die Stationen gelernt haben. Auch hier ist die Frage bewusst auf die SuS ausgerichtet, dass sie zum selbstständigen Übertrag motiviert werden.

An dieser Station wird medial eine interaktive PowerPoint Präsentation eingesetzt. Dieser Medieneinsatz entspricht der Lebenswelt der SuS und bietet zu den anderen beiden Stationen eine gute Abwechslung. Werden bei den anderen Stationen vor allem psychomotorische und affektive Reize angesprochen, ist diese Station schwerpunktmäßig kognitiv ausgerichtet. Didaktisch wird durch das aktive beteiligen am Verlauf der Geschichte und durch das Wiederholen eine gute Sicherung ermöglicht. Die Station wird je nach Häufigkeit der Wiederholungen und der Lesegeschwindigkeit zwischen 10 und 15 Minuten beanspruchen.

3. Lernziel- und Kompetenzbestimmung

3.1 Lernzielbestimmung

Leitziel

Die SuS sollen über die Schulzeit hinaus in der Lage sein:

- An Gott festzuhalten, auch wenn man ihn in der aktuellen Situation nicht erlebt oder versteht.

- Entscheidungen reflektiert zu treffen und dabei nach dem Vorbild Daniels, nicht zuerst nach dem persönlich einfachsten Weg zu suchen.

Grobziele

Die SuS sollen am Ende der Unterrichtsstunde in der Lage sein:

- die Person Daniels charakterisieren zu können.
- den Grund für die Wegführung beschreiben zu können.
- die Situation in der Gefangenschaft zu beschreiben.
- die schwierige Situation eines gläubigen Juden im Exil zu verstehen und sich in diese Schwierigkeiten hineinzuversetzen.
- die schwierige Entscheidung Daniels, verbunden mit den Zweifeln die er an Gott hätte haben können, auf ihr eigenes Leben zu übertragen.
- Entscheidungen bewusst zu treffen und sich nicht von äußeren Umständen ablenken zu lassen.

3.2 Kompetenzbestimmung

Die Unterrichtsstunde für die 8. Klasse an einer Realschule, die mittels Lernstationen Daniel 1 bearbeitet, lässt sich in mehrere Dimensionen des Bildungsplanes einordnen. Sehr zentral fördert diese Stunde die 2 Kernkompetenzen aus der Dimension Gott. Die erste ist: „Die Schülerinnen und Schüler können über einen biblischen Propheten Auskunft geben.“[26] Auch wenn Daniel im 1. Kapitel des gleichnamigen Buches nicht als Prophet, sondern als junger Mann vorgestellt wird, der sich zu Gott bekennt, so ist es doch das Ziel dieser Stunde, dass die Person Daniel den SuS bekannt ist. Eine weitere Kernkompetenz aus der gleichen Dimension ist: „die Schülerinnen und Schüler kennen die Geschichte eines Menschen, der sein Leben im Vertrauen auf Gott gestaltet hat.“[27] Diese Kernkompetenz wird wesentlich besser ausgefüllt, wie die einen Propheten zu kennen. Denn mit seiner mutigen Entscheidung Gott treu zu bleiben, zeigt Daniel wie das Vertrauen auf Gott ein Leben bestimmen kann.

Weiterhin lässt sich die Unterrichtsstunde auch mit der Kernkompetenz „Die Schülerinnen und Schüler können sich mit biblischen Geschichten auf vielfältige Weise auseinandersetzen (zum Beispiel durch kreatives Schreiben und Malen, Rollenspiele).“[28] Dies wird vor allen Dingen durch die Stationenarbeit gefördert. So nähern sich die SuS durch schmecken, durch bewegen und durch eine interaktive PowerPoint Präsentation an den Bibeltext an.

[...]


[1] vgl. F. Rienecker, G. Maier (Hg.), Daniel (Buch) in: Lexikon zur Bibel, Witten 2013, 224-226, 225.

[2] vgl. J. D. Pentecost, Daniel in: J.F. Walvoord und R.F. Zuck, Das Alte Testament, Erklärt und Ausgelegt, Band 3, Jesaja-Maleachi, Neuhausen- Stuttgart 1985, 381-447, 381.

[3] vgl. F. Rienecker, G. Maier, a.a.O., 226.

[4] vgl. J. D. Pentecost, a.a.O., 381.

[5] vgl. F. Rienecker, G. Maier, a.a.O., 225.

[6] vgl. ebd., 226.

[7] Entnommen aus den Erklärungen der Studienbibel: Begegnung fürs Leben, Die Studienbibel für jeden Tag, Witten 2006, 1353.

[8] vgl. F. Rienecker, G. Maier, a.a.O., 226.

[9] vgl. G. Maier, Der Prophet Daniel, in: G. Maier und A. Pohl (Hg.), Wuppertaler Studienbibel, Reihe: Altes Testament, Wuppertal 1982, 67.

[10] vgl. ebd., 70.

[11] Begegnung fürs Leben, a.a.O., 1355.

[12] vgl. F. Rienecker, G. Maier, a.a.O., 224.

[13] vgl. G. Maier, a.a.O., 73.

[14] vgl. Begegnung fürs Leben, a.a.O., 1356.

[15] vgl. J. D. Pentecost, a.a.O., 390.

[16] vgl. G. Maier, a.a.O., 76-77.

[17] vgl. ebd., 79-80.

[18] vgl. ebd., 79.

[19] vgl. Begegnung fürs Leben, a.a.O., 1356.

[20] vgl. G. Maier, a.a.O., 83.

[21] vgl. ebd., 85.

[22] vgl. Begegnung fürs Leben, a.a.O., 1357.

[23] vgl. G. Maier, a.a.O., 90.

[24] vgl. H. Freudenberg (Hg.), Freiarbeit mit Religionsunterricht praktisch, Material für die Grundschule, Band 1, 3. und 4. Schuljahr, Göttingen 2000, 6.

[25] vgl. ebd., 8.

[26] Entnommen aus: Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg (Hg.), Bildungsplan 2004, Realschule, Verfügbar über: http://www.bildungsplaene-bw.de/site/bildungsplan/get/documents/lsbw/ Bildungsplaene/Bildungsplaene-2004/Bildungsstandards/Realschule_Bildungsplan_Realschule_Gesamt.pdf, Datum des Zugriffs: 06.05.2017, 27.

[27] ebd., 27.

[28] ebd., 27.

Details

Seiten
17
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668541153
ISBN (Buch)
9783668541160
Dateigröße
602 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v375931
Institution / Hochschule
Theologisches Seminar Adelshofen
Note
1,0
Schlagworte
stationenlernen daniel neue unterrichtsmethoden fach religion

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Titel: Stationenlernen zu Daniel 1.  Neue Unterrichtsmethoden im Fach Religion