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Adipositas bei Kindern- und Jugendlichen. Einflussfaktoren, Gesundheitliche Bedeutung und mögliche Präventionsmaßnahmen

Hausarbeit 2016 16 Seiten

Ernährungswissenschaft / Ökotrophologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I Abbildungsverzeichnis

II Tabellenverzeichnis

III Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definition und Klassifikation Adipositas

3 Prävelenz

4 Entstehungs- und Einflussfaktoren
4.1 Genetische Einflussfaktoren
4.2 Psychische und psychosoziale Einflussfaktoren
4.3 Externe Einflussfaktoren
4.3.1 Sozioökonomische Einflussfaktoren
4.3.2 Fernsehkonsum und Ernährungsverhalten

5 Gesundheitliche Bedeutung von Adipositas
5.1 Konsequenzen von Adipositas im Kindesalter
5.2 Langzeitkonsequenzen der Adipositas im Kindesalter
5.3 Psychosoziale Folgen

6 Mögliche Präventionsmaßnahmen
6.1 Sport/Bewegung
6.2 Ernährung
6.3 Verhaltenstraining

7 Diskussion/Schlussfolgerung

8 Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

I Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Perzentilekurve für den BMI Jungen 0-18 Jahre

Abbildung 2 Perzentilekurve für den BMI Mädchen 0-18 Jahre

Abbildung 3 DGE-Ernährungskreis

II Tabellenverzeichnis

Tabelle 1 BMI Gewichtsklassifikation

III Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

In Deutschland ist jedes 5. Kind übergewichtig bzw. adipös, wobei eine steigende Zahl an adipösen Menschen anzunehmen ist. Gründe dafür sind das sich verschlechternde Bewegungsverhalten der heutigen Gesellschaft, ebenso wie das schlechte Ernährungsverhalten. (Kochanowski 2007, S.6)

Laut dem Einschulungsuntersuchungen in Brandenburg von 1994 im Vergleich zu 1998 zeichnet sich der Trend ab, dass Adipositas bei Kindern und Jugendlichen zunehmend ist. Bei den Jungen ist ein Anstieg von 1,3%, bei den Mädchen von 0,5% festzustellen (Kochanowski 2007, S.8). Dies ist ein immer größer werdendes Problem, da Übergewicht bzw. Adipositas mit vielen Folgeerkrankungen vor allem im kardiovaskulären Bereich verbunden ist (Laessle et al. 2001, S.5 f.). Warum ist solch eine Entwicklung vorhanden und wie kommt es zu Übergewicht und Adipositas. Auf die verschiedenen Entstehungs- und Einflussfaktoren welche zu Adipositas führen wird in dieser Hausarbeit eingegangen. Ebenso werden die unmittelbaren und langfristigen gesundheitlichen Folgen näher betrachtet. Um eine Entstehung von Übergewicht und Adipositas zu verhindern bzw. dieser entgegen zu wirken sind Präventions- und Therapiemaßnahmen notwendig, diese werden ebenfalls erläutert.

2 Definition und Klassifikation Adipositas

„Adipositas ist definiert als eine über das Normalmaß hinausgehende Vermehrung des Körperfetts.“ (Deutsche Adipositas-Gesellschaft e.V. 2012)

Um eine genaue Aussage treffen zu können ob Übergewicht bzw. Adipositas bei einer Person vorhanden ist, bedarf es genauer Berechnungs- und Einteilungsmöglichkeiten. Bei Erwachsenen hat sich hierzu der sogenannte BMI (Body-Mass-Index) durchgesetzt. Dieser wird mit folgender Formel berechnet:

BMI= Körpergewicht in kg / Körpergröße in m2 (Kochanowski 2007, S. 13)

Mithilfe folgender Klassifikation (siehe Tabelle 1) ist ein Vergleich bzw. eine Auswertung möglich.

Tabelle 1 BMI Gewichtsklassifikation

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Kochanowski 2007 S. 14)

Laut dieser Tabelle der WHO ist bei einer Person Übergewicht vorhanden, wenn ein BMI vorliegt der größer als 25,0 ist (siehe Tabelle 1). Eine Person gilt erst als adipös, wenn der BMI größer als 30,0 ist. Von extremer Adipositas wird gesprochen wenn ein höherer BMI als 40 vorzufinden ist. (Kochanowski 2007, S. 14)

Bei Kindern und Jugendlichen ist der BMI alters- und geschlechtsabhängig. Um jedoch einen Vergleich ziehen zu können, werden BMI-Referenzkurven eingesetzt, welche in sogenannte Perzentile eingeteilt sind. Für Jungen (siehe Abbildung 1) und für Mädchen (siehe Abbildung 2) werden unterschiedliche Kurven verwendet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Perzentilekurve für den BMI Jungen 0-18 Jahre (Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter 2011)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 Perzentilekurve für den BMI Mädchen 0-18 Jahre ( (Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter 2011)

In Deutschland ist für diese Kurven folgende Definition bzw. Einteilung vorgesehen:

- Übergewicht: BMI-Perzentile > 90 - 97
- Adipositas: BMI-Perzentile > 97 - 99,5
- Extreme Adipositas: BMI-Perzentile > 99,5

(Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter 2011)

3 Prävelenz

Die Ergebnisse des vom Robert-Koch-Institut durchgeführten Kinder- und Jugendsurveys zeigen, dass 8,7% aller Kinder zwischen 3 bis 17 Jahren übergewichtig, und 6,3 % adipös sind. Mit steigendem Alter steigt auch der Anteil an adipösen bzw. übergewichtigen Kindern. Bei den 3 bis 6 Jährigen sind 2,9% adipös, bei den 7 bis 10 Jährigen 6,4% und bei den 14 bis 17 Jährigen 8,5%. Von 1985 bis 1999 hat sich die Zahl an Übergewichtigen verdoppelt. Jedoch ist in den letzten Jahren eine Tendenz der Stagnation bzw. des Rückgangs von Übergewicht und Adipositas festzustellen. (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung o.J.)

Laut den Schuleingangsdaten aus dem Jahr 2008, die aus 600000 Schulanfängern durch die Universitätskinderklinik in Ulm ermittelt wurden, ist ein Rückgang von Übergewicht und Adipositas in allen Bundesländern Deutschlands zu verzeichnen. Es kann ein Rückgang von 3% für Übergewicht und 2% für Adipositas festgestellt werden. (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung o.J.) 4 Entstehungs- und Einflussfaktoren Übergewicht bzw. Adipositas ist nicht immer ausschließlich durch die direkte Ernährung begründet. Zu den Gründen von Adipositas zählen ebenfalls genetische, so wie psychosoziale und externe Einflussfaktoren. Diese Unterschiedlichen Gründe werden in den folgenden Punkten näher betrachtet.

4.1 Genetische Einflussfaktoren

Die genetischen Voraussetzungen spielen eine wesentliche Rolle bei der Wahrscheinlichkeit übergewichtig bzw. adipös zu werden. Kinder die übergewichtige Eltern haben, besitzen eine 80%ige Wahrscheinlichkeit ebenfalls adipös zu werden. Bei Kindern mit schlanken Eltern liegt die Wahrscheinlichkeit gerade einmal bei 20%. (Laessle et al. 2001, S.9)

Diese Fakten können durch Umweltfaktoren, Aktivitätsverhalten usw. begründet werden. Jedoch wurden 1986 von Stunkard et al. Zwillings- und Adoptionsstudien an großen Populationen durchgeführt (Laessle et al. 2001, S.9). Die Studie wurde sowohl an eineiigen Zwillingen, sowie zweieiigen Zwillingen durchgeführt. Beiden Zwillingsteilen wurden jeweils derselbe Kalorienüberschuss zugeführt. Laut dem berechneten Überschuss hätte eine Gewichtszunahme von 12 kg vorhanden sein müssen. Jedoch wurden Gewichtszunahmen von 4,5 kg bis 13,5 kg gemessen. Bei den eineiigen Zwillingen war eine ähnliche Gewichtszunahme festzustellen, auch wenn sie nicht gemeinsam aufwuchsen. Bei den Zweieiigen Zwillingen wurde ein Unterschied gemessen, auch wenn sie gemeinsam aufgewachsen sind. (Kochanowski 2007, S.19)

Durch weitere Studien mit sehr ähnlichen Ergebnissen ist ein Zweifel an der genetischen Disposition nicht mehr möglich (Pudel 2003, S.17). Demnach spielt die genetische Veranlagung eine wesentliche Rolle bei der Wahrscheinlichkeit übergewichtig bzw. adipös zu werden.

4.2 Psychische und psychosoziale Einflussfaktoren

Ein weiterer Faktor des Übergewichts sind psychische und psychosoziale Einflussfaktoren. Übergewichtige Personen wählen in ihrem Essverhalten größere Mengen an energie- und fettreicheren Lebensmitteln aus und konsumieren so im Durchschnitt 25g mehr Nahrungsfett pro Tag als normalgewichtige Personen. Dies entspricht auf das Jahr gesehen einer Gewichtszunahme von 9kg. (Laessle et al. 2001, S.16)

Die Häufigkeit und die Kalorienaufnahme bei einer Mahlzeit werden in großem Maße durch emotionale Faktoren sowie Lernprozesse beeinflusst. Sollte es also im Entwicklungsprozess des Kindes zu einer Kopplung von negativen emotionalen Zuständen und einer Zufuhr von Nahrung kommen, wird in Zukunft nicht nur bei Hunger Nahrung aufgenommen, sondern bei allen Zuständen die in der Vorgeschichte mit Nahrungsaufnahme verbunden wurden. (Laessle et al. 2001, S.17)

Laut Wolf sind vor allem seelische Probleme und aversive Gefühle wie Angst und Einsamkeit, Stress oder Langeweile Motive für eine Nahrungsaufnahme ohne Hungergefühl (Laessle et al. 2001, S.17).

4.3 Externe Einflussfaktoren

Bei den externen Einflussfaktoren gibt es viele verschiede Gesichtspunkte. Jedoch wird sich hier nur auf folgende Punkte spezialisiert, da diese bei Kindern und Jugendlichen den größten Einfluss nehmen bzw. in den letzten Jahren von immer größerer Bedeutung geworden sind.

4.3.1 Sozioökonomische Einflussfaktoren

Laut verschiedenen Studien ist belegt, dass Bevölkerungsgruppen, welche ein geringes Einkommen besitzen günstigere Lebensmittel kaufen. Außerdem konsumieren sie eher Nahrung wie Weißbrot, fetthaltige Wurst- und Fleischwaren, Zucker und Süßspeisen, welche energiedicht sind. Besserverdienende hingegen greifen häufiger zu Obst und Gemüse. In Europa verändert sich das Ernährungsverhalten. Es werden immer mehr Milch- und Molkereiprodukte, Fleisch, verfeinerte Stärke und Zucker dafür weniger Obst und Gemüse konsumiert. „Diese Auswahl des Verbrauchers hängt von den Faktoren Bildung, Nahrungsbezeichnung und Marketing ab und wird durch die Massenmedien beeinflusst.“ (Kochanowski 2007, S.29 f.)

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Details

Seiten
16
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668541009
ISBN (Buch)
9783668541016
Dateigröße
850 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v375806
Institution / Hochschule
Hochschule Fulda
Note
1,7
Schlagworte
Adipositas Ernährnung Kinder Ernährung Jugendliche Adipositas Kinder Fettleibigkeit Ernährung Adipositas Jugendliche Prävention Adipositas

Autor

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Titel: Adipositas bei Kindern- und Jugendlichen. Einflussfaktoren, Gesundheitliche Bedeutung und mögliche Präventionsmaßnahmen