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Vom Wagnis zum Erbe. Luthers Bibelübersetzungen (1521/1534) und ihr Einfluss auf die deutsche Sprache

Hausarbeit 2016 33 Seiten

Jura - Rechtsphilosophie, Rechtssoziologie, Rechtsgeschichte

Zusammenfassung

Diese Hausarbeit befasst sich mit Martin Luthers Beitrag zur deutschen Hochsprache, genauer mit seinen Bibelübersetzungen.

„Luther (hat) gar fälschlich, arglistig und zu seinem Vortheyl diese seine Bibel ins Teutsch transferriert … an viel hundert Orten jämmerlich verkehrt, widersinnig gesetzt vnnd auf seinen ketzerischen Sinn und Mennung gezogen …“ Mit diesen Worten verurteilte der katholische Theologe und Zeitgenosse Friedrich Staphylus, der zum glühenden Gegner der Reformation geworden war, Luthers Bibelübersetzung ins Deutsche. Für den Wittenberger Theologen und Kirchenreformator Martin Luther galt die Übersetzung der Bibel ins Deutsche als Herzensangelegenheit und Lebenswerk. Vom Papst verbannt und vom Kaiser geächtet, nahm er sich dieser großen Aufgabe im Dezember 1521 auf der Wartburg bei Eisenach an. Obwohl schon Übersetzungen der Bibel oder ihrer Teile ins Deutsche existierten, war Luthers Ziel neu: Er wollte die „Heilige Schrift“ in eine allgemeinverständliche deutsche Sprache übertragen, sodass sie auch der „gemeine Mann“ lesen und begreifen konnte. Diesem Ziel stand entgegen, dass Deutschland im 16. Jahrhundert in viele verschiedene Sprachgebiete zerfallen war, mit teils – besonders im niederdeutschen Raume – erheblichen sprachlichen Unterschieden.

Dieser Sachverhalt ist auch für das Recht von hoher Bedeutung. Denn Recht und Gesetz können einer möglichst großen Rechtsgemeinschaft nur dienen und ein geordnetes Zusammenleben in einer komplexen und hochentwickelten Gesellschaft ermöglichen, wenn sie aus einer einheitlichen und normierten Sprache zu schöpfen vermögen. Luthers Beitrag zur Ausbildung einer deutschen Hochsprache, d.h. einer einheitlichen deutschen Schriftsprache, wird sehr unterschiedlich bewertet. Einerseits meint W. Jungandreas, Luther habe „überall die entscheidenden Schritte zum Neuhochdeutschen hin gemacht“ und könne als „Schöpfer der neuhochdeutschen Schriftsprache“ gelten. Andererseits bestreitet A. Schirokauer einen Einfluss Luthers auf die deutsche Sprache: „Ihm diente die Sprache, aber niemandem nach ihm.“

Details

Seiten
33
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668529991
ISBN (Buch)
9783668530003
Dateigröße
1.7 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v375715
Institution / Hochschule
Universität Potsdam
Note
17 Punkte
Schlagworte
Luther Bibel Bibelübersetzung Reformation Martin Luther deutsche Sprache

Autor

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Titel: Vom Wagnis zum Erbe. Luthers Bibelübersetzungen (1521/1534) und ihr Einfluss auf die deutsche Sprache