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Politische Werbung. Der Einfluss von politischer Werbung auf die Gesellschaft

Seminararbeit 2010 11 Seiten

Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition von Politik, Medien und Werbung

3. Politische Werbung

4. Medien
4.1. Einsatz von Medien
4.2. Politische Werbung in den Medien
4.3. Infotainment

5. Medien als Instrument der Politik

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Dass Politik und Medien nicht erst seit kurzem Hand in Hand gehen, ist uns allen bekannt. Schon lange werden die Medien von der Politik zu Werbung und Information genutzt. Sie sind inzwischen schon so voneinander abhängig, dass man von einer Mediendemokratie sprechen kann. Jeder kennt die zu Wahlen aufgehängten Wahlplakate oder Werbespots im Fernsehen, die schon zu einer Art Reizüberflutung beitragen. Das Parteiprogramm wird immer in einem kurzen leicht verständlichen Slogan zusammengefasst. Der Slogan ist das wofür die Kampagnen stehen und mit gerade diesen Kampagnen zeigt sich der Erfolg einer Wahl. Vergleichbar sind diese schon mit Werbespots wie: Alles Müller oder was?

Bekannte Beispiele für politische Werbung finden sich auch schon in früherer Zeit, wie die Propaganda im Nationalsozialismus oder Kommunismus, die heute auch noch in ähnlicher Form in Nordkorea zu finden ist. Immer wenn wir also an politi- sche Werbung denken, verbinden wir damit etwas Negatives; Das Parteien die Medi- en nutzen, nur um Wählerstimmen abzugreifen oder wie in dem oben genannten Bei- spiel zur Manipulation und Festigung der Machtverhältnisse. Vor allem im Zeitalter des Internets scheint es so, als würden die Menschen immer leichter Opfer von Be- einflussung werden. Doch stellt das Internet denn wirklich eine Gefahr dar? Nicht nur das Internet wird gezielt eingesetzt, sondern auch Funk und Fernsehen.

Sehen wir es denn wirklich negativ, dass bekannte Politiker, wie der ehemalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, soziale Plattformen wie Facebook nutzten um für sich Werbung zu machen? Kann man das schon als gezieltes Marketing bezeichnen oder versucht man ernsthaft die Eindrücke des Volkes aufzunehmen und auch gerade jüngeren Personen entgegen zu kommen?

Die Frage, die sich damit auftut ist, lassen wir uns wirklich so stark von dieser Art der Werbung beeinflussen oder wird durch das Nutzen der Medien die Politik sogar durchsichtiger und stellt sich so strengeren Kontrollen? Diesen Fragen werde ich im Laufe dieser Hausarbeit nachgehen, so wie der Frage, wie die Politik die Medien einsetzt und ob wir uns von dieser Werbung beeinflussen lassen.

2. Definition von Politik, Medien und Werbung

Zunächst möchte ich beginnen, indem ich die Begriffe Politik und Medien definiere, um zu zeigen wofür jedes Wort im Einzelnen steht. Anschließend werde ich darauf eingehen wofür Funk, Fernsehen und Plakate genutzt werden, nämlich politische Werbung.

Der deutsche Professor Dr. Werner J. Patzelt definiert Politik so:

,,Politik ist jenes menschliches Handeln, das (sic!) auf die Herstellung und Durchset- zung allgemein verbindlicher Regelungen und Entscheidungen (d.h. von allgemeiner Verbindlichkeit) in und zwischen Gruppen von Menschen abzielt.“ - Patzelt (2003,22 ff)

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Politik soziales Handeln ist. Dieses Handeln ist geprägt von Normen, Interessen, Wertvorstellungen und den Weltanschauungen. Mit diesem Handeln soll das Ziel erreicht werden, zwischen Gruppen Regeln und Entscheidungen herzustellen. Diese Regelungen sind von vornherein nicht gegeben und daher das Ziel von Politik.

Massenmedien sind Kommunikationsmittel, die durch Schrift, Bild und Ton, Inhalte an eine unbegrenzte Zahl von Menschen vermittelt. Als Medien bezeichnet man daher zum Beispiel das Fernsehen, Hörfunk, Zeitschriften oder Bilder bzw. Plakate. In der heutigen Zeit ist eine der wichtigsten Form der Massenmedien das Internet geworden. Immer mehr Menschen nutzen das Internet heutzutage.

Als nächstes muss geklärt werden, was unter Werbung zu Verstehen ist:

„Werbung ist die planmäßige Beeinflussung von Personengruppen mit dem Ziel, zum Zwecke des Absatzes von Produkten und Dienstleistungen oder der Erinnerung bzw. Konsolidierung polit. Herrschaftsverhältnisse best. Kauf- oder Wahlhandlungen zu stimulieren“ - Wörterbuch Soziologie.

Laut Definition ist Werbung als planmäßige Beeinflussung gedacht um einen Absatz zu erzielen. Werbung ist jedoch abhängig von bestimmten Variablen, wie z.B. Um- welt. Um Absetzbarkeit von Produkten zu gewährleisten, muss Werbung sich an Wünschen, Bedürfnissen und Vorstellungen des Rezipienten (Zielperson) orientieren (vgl. Ingenkamp 1996: 24). Das soll heißen, nicht zu jedem Zeitpunkt kann man jede

Werbung einsetzen. Werbung ist tagesaktuell und geht auf die gesellschaftliche Situ- ation ein. Die politische Werbung ist demnach ähnlich. Sie versucht Wählerstimmen zu erlangen, was der Absetzbarkeit von Produkten ähnelt. Genau wie die „normale“ Werbung ist auch die politische von der gesellschaftlichen Situation abhängig. Auch wenn Parteiprogramme sich mit mehreren Themengebieten befassen, so wird in der Werbung Kompetenz über ein aktuelles Problem vermittelt und genau dieses ver- stärkt angesprochen. Kurz gesagt, der Wähler ist der Maßstab. Auf der anderen Seite versuchen Parteien, vor allem die kleineren, gar nicht mehr alle Wähler zu erreichen. Es wird versucht, bestimmte Zielgruppen zu erreichen. Das fängt schon bei der The- menfindung an; „ [...] müssen Parteien Themen wählen, bei denen ihnen exklusiv Kompetenz zugesprochen wird“ (Kießling, Zolleis 2005: 47). Durch diese Kompe- tenz erscheinen sie glaubwürdiger und genau auf dieses Thema wird dann in der Werbung eingegangen. Auch das ist ein Faktor von dem der Erfolg der Werbung abhängig ist.

3. Politische Werbung

Nun, da die Begriffe Werbung und Politik definiert worden sind, ist zu klären was politische Werbung im Einzelnen ist und was sie darstellt. Sie ist eigentlich einer der wichtigsten Gründe warum Parteien die Medien nutzen. Politische Werbung ist mehr als herkömmliche Werbung. Sie dient im Allgemeinen dazu, die Wähler zu informie- ren oder auch als eine Art Entscheidungshilfe für Wahlen zu fungieren. Durch die Werbung möchte man die öffentliche Meinungs- und Bildungsentwicklung voran- treiben. Delhaes sagt sogar „ […] muss das Wahlvolk regelmäßige über politische Ziele und Inhalte von Parteien, Regierung, Opposition etc. informiert werden“ (Delhaes 2002: 61). Das kann man am besten über die Medien, durch politische Werbung.

Viele Wähler sind nicht so stark politisch interessiert, sodass sie zum Beispiel die Parteiprogramme nicht kennen. Die Parteien versuchen durch kurze und einprägsame Slogans, die Wähler auf der einen Seite über ihre Absichten zu informieren, aber auf der anderen Seite auch den Kompetenzbereich der Partei im Kopf der Zielpersonen zu verankern. Auf Plakaten wird versucht, wie in der üblichen Werbung, alle Teile der Gesellschaft anzusprechen. Man setzt kurze Sätze ein, so wie leicht verständliche Wörter, meist auch Umgangssprache, da nämlich auch weniger gebildete Personen die Nachricht verstehen sollen. Die Werbung soll auf leichte Weise Kompetenz vermitteln und informieren.

4. Medien

4.1. Einsatz von Medien

Da die Nutzung der Medien kontinuierlich zugenommen hat (vgl. Schulz 2008: 23), setzt die Politik nicht mehr wir früher nur Plakate ein. Außerdem unterscheiden wir uns in der Informationsbeschaffung ,, Denn die Informationsnutzung - und insbe- sondere die Nutzung von politischer Information - ist bei einzelnen Bevölkerungs- gruppen sehr unterschiedlich. Sie variiert abhängig u.a. von Bildung, Alter und poli- tischem Interesse. Alle Medienbereiche werden dementsprechend abgedeckt und man kann rund um die Uhr Informationen erhalten. Eine Erklärung bietet Schulz, er sagt ,,[…] seit Mitte der 1990er Jahre hat die Bevölkerung ihren täglichen Medien- konsum deutlich ausgeweitet, und zwar um mehr als 50 Prozent seit 1995.“ (2008: 23).

Da ist es verständlich, dass die Politik versucht einen Nutzen aus dieser „Mediendemokratie“ zu ziehen. Allein 59,5 Prozent nutzten im Jahre 2006 das Internet und das über 48 Minuten am Tag (vgl. Schulz 2008: 24). Daher ist es nicht verwunderlich, dass Karl-Theodor zu Guttenberg schon eine eigene Facebookseite hat. Man möchte mit der Zeit gehen und alle Wähler erreichen.

Auch das Fernsehen ist trotz des Internets ein weiterhin populäres und wichtiges Medium. Denn gerade durch das Fernsehen werden viele Bevölkerungsschichten angesprochen. Durch die Vermittlung von Bild und Ton wird Werbung durch- schlagskräftiger. Im Fernsehen kann man das perfekte Bild und eine verzerrte Reali- tät vermitteln.

Bekannt ist auch das seit 2002 zu jeder Bundestagswahl übertragene TV-Duell. Da- mals noch zwischen den Kanzlerkandidaten Gerhard Schröder und Edmund Stoiber, bei der letzten Wahl Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier.

[...]

Details

Seiten
11
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783668546066
ISBN (Buch)
9783668546073
Dateigröße
511 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v375543
Institution / Hochschule
Universität Duisburg-Essen – Soziologie
Note
2.0
Schlagworte
Politik Medien Werbung Mediendemokratie Wahlen Wahlplakate Werbespot Slogan Parteiprogramm Kampagne

Autor

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Titel: Politische Werbung. Der Einfluss von politischer Werbung auf die Gesellschaft